Rallye Portugal.

21. bis 24. Mai 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Portugal 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 11.05.2015).

Donnerstag, 21.05.2015

20:01 WP 1 Super Special Stage Lousada 3,36 km

Freitag, 22.05.2015

10:40 WP 2 Ponte de Lima 1 27,53 km
11:25 WP 3 Caminha 1 18,05 km
12:15 WP 4 Viana do Castelo 1 18,73 km
15:50 WP 5 Ponte de Lima 2 27,53 km
16:35 WP 6 Caminha 2 18,05 km
17:25 WP 7 Viana do Castelo 2 18,73 km

Samstag, 23.05.2015

09:54 WP 8 Baião 1 18,57 km
10:35 WP 9 Marão 1 26,30 km
12:02 WP 10 Fridão 1 37,67 km
15:39 WP 11 Baião 2 18,57 km
16:20 WP 12 Marão 2 26,30 km
17:47 WP 13 Fridão 2 37,67 km

Sonntag, 24.05.2015

09:08 WP 14 Fafe 1 11,15 km
09:53 WP 15 Vieira do Minho 32,35 km
12:08 WP 16 Fafe 2 (Power Stage) 11,15 km

Mittwoch, 27.05.2015


„At work“

Szenen einer Nähe.

 

Im achten Jahr ein Team: Fahrer, Beifahrer, Chefmechaniker. Wie Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila ist auch José Eduardo da Silva Azevedo vor Portugal seit drei Rallyes ohne Punkte. Der Siegeshunger ist unstillbar. Und doch das Selbstvertrauen im Keller. Gemeinsam waren sie in Portugal noch nie erfolgreich. Doch es bedeutet so viel.

Als es dann am Sonntag, den 24. Mai 2015 um 11:50 Uhr und 45 Sekunden endlich passiert, brechen sich die Emotionen Bahn. Doppelfaust, eine umwerfende Umarmung mit dem Nächststehenden. Das ist in diesem Fall Artur Wronski, Azevedos Chefmechaniker Pendant für Andreas Mikkelsen; und der 2-Meter-Mann kann das ab, hält dem Gefühl-Ansturm stand – wenn auch nur knapp. Bei José Azevedo da Silva kullern alsbald die Freudentränen, er fällt in die Arme seiner Familie.

Der Portugiese hat in Portugal gewonnen. Wie schön ist das denn, bitte?

Es ist vermutlich nicht zu hoch in das Regal gegriffen, wenn man behauptet, José Azevedo sei einer der emotionalsten Menschen im Rallye-WM-Servicepark. Und kaum jemand zeigt sie so öffentlich wie der 32-Jährige. Mit Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila hat er bei M-Sport-Ford und Volkswagen allerdings auch schon einiges erlebt. Positives. Negatives. Zwei üble Unfälle genau hier, in Portugal – 2009 und 2014. Der erste Rallye-WM-Sieg 2008 in Schweden, der erste gemeinsame Triumph im Polo R WRC in Griechenland 2013. Aber auch: Die bitter-böse Enttäuschung beim Last-Minute-Ausfall bei der Rallye Deutschland 2014, die für die eigenen WM-Ambitionen so wichtig gewesen wäre zu gewinnen. Und jetzt: dieser süßeste aller Siege, daheim.

José Azevedo in drei Schlagworten? „Emotional. Fair. Beharrlich“, sagt Jari-Matti Latvala über seinen Chefmechaniker. „Meine Beziehung zu José war schon immer sehr eng. Uns beide vereint eine große Passion, der Rallyesport. Der Polo R WRC ist für ihn mehr als nur ein Auto, er ist beinahe schon so etwas wie ein Sohn für ihn. Daher zeigt er auch so viele Emotionen. Nicht nur, wenn es gut läuft, sondern auch bei Rückschlägen. Trotzdem bleibt er dabei fair und gibt offen Fehler zu. Er ist ganz einfach jemand, der niemals aufgibt. Er hat ein klares Ziel vor Augen und er gibt alles dafür, um es zu erreichen. Immer.“

Die portugiesische Flagge ist ab dem Moment des Sieges permanent dabei. An den Arm geknotet bei der Begrüßung der Helden durch Azevedo in der abschließenden Mixed Zone und beim allerletzten Service der Rallye – bei dem der Polo R WRC erst ordentlich mit Champagner verklebt und anschließend mit voller Inbrunst wieder poliert wird. Und vor allem: weithin sichtbar ausgebreitet bei der Siegerehrung. Es ist die größte Ehre, die einem Teammitglied zuteilwerden kann: während der Preisvergabe den Pokal für den siegreichen Hersteller entgegennehmen zu dürfen. Es ist kein Vorstand, nicht der Motorsport-Direktor, der den Pott in die Höhe stemmt. Es ist José Azevedo. Und es gibt womöglich kein schöneres Gefühl, als von sechs Volkswagen Fahrern mit Schampus so richtig eingeseift zu werden.

Für José Azevedo sind es vermutlich DIE Szenen seiner Nähe zu Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila, bereits schon jetzt die Szenen der Saison. Aber wer weiß das schon ...


Sonntag, 24.05.2015


Tageszusammenfassung

Besser geht's nicht.

Jari-Matti Latvala gewinnt zum ersten Mal in seiner Karriere die Rallye Portugal und feiert damit seinen ersten Sieg seit der Rallye Frankreich 2014. Nach drei Nullnummern in Folge in diesem Jahr ist der Erfolg das Balsam für die Seele unseres Finnen. „Es gibt Leute, die weiterhin an mich glauben“, sagte Jari-Matti im Ziel der abschließenden Power Stage außerhalb von Fafe freudestrahlend. Wir sagen: Es sind nicht wenige, die weiterhin an Jari-Matti glauben. Auch lange nach Ende der Rallye Portugal riss der Strom der Glückwunsch-Nachrichten für JML und seinen Navigator Miikka Anttila nicht ab.

 

Für Volkswagen war der fünfte WRC-Lauf der Saison ein Erfolg auf ganzer Linie. Weltmeister Sébastien Ogier wurde nach einer starken Aufholjagd Zweiter, Andreas Mikkelsen, der erstmals im Polo R WRC der neuen Generation saß, belegte souverän Rang drei. Der Dreifacherfolg wurde mit den drei schnellsten Zeiten in der Power Stage gekrönt. Das ist zuvor noch keinem anderen Hersteller in der Rallye-Weltmeisterschaft gelungen. Ogier holte Platz eins und sicherte sich damit drei Extra-WM-Punkte. Latvala und Mikkelsen landeten auf zwei und drei. Volkswagen gewann elf der 16 Wertungsprüfungen in Portugal. Was für eine Rallye!

 

„Ich weiß, dass wir das ganze Team heute glücklich gemacht haben“, sagte Ogier nach der Rallye. „Für mich persönlich war das eine fantastische Rallye.“ Ogier kann vor allem stolz auf sich selbst sein. Am Freitag hatte er einen Reifenschaden, verlor fast 25 Sekunden auf die Spitze. Am Samstag blies er dann im Polo R WRC zum Angriff. Sébastien entschied sich für die harte Reifenmischung, was sich auf den rutschigen Wertungsprüfungen als die richtige Wahl herausstellen sollte. Er machte Sekunde um Sekunde gut.

 

Latvala bleibt cool, Ogier geht auf Nummer sicher

 

Latvala schaute sich das alles von der Spitze an, befürchtete am Samstag nach 13 von 16 Wertungsprüfungen aber schon eine Attacke von Ogier am abschließenden Tag. Der Abstand betrug nur noch 9,5 Sekunden. Doch es sollte für Latvala reichen. „Ich will kein unnötiges Risiko eingehen“, sagte Ogier nach dem ersten Durchgang der berühmten Fafe-Prüfung am Morgen. Den Sieg in der Power-Stage ließ sich Ogier dann aber doch nicht entgehen. Der Weltmeister weiß, wie man’s macht.

 

Andreas Mikkelsen bewies einmal mehr seinen Speed. Er kam mit dem neuen Polo R WRC auf Anhieb bestens zurecht und lieferte sich ein packendes Duell mit Kris Meeke (Citroën) um Platz drei. Auf der WP14 zog er dann endgültig am Briten vorbei und machte den Dreifacherfolg für Volkswagen perfekt. Besonders beeindruckend: Für Volkswagen war es bereits der dritte Dreifach-Sieg seit dem WRC-Einstieg 2013. Es waren die Podiumsplatzierungen 49, 50 und 51 für den Polo R WRC. Nach der enttäuschenden Rallye Argentinien startet das gesamte Team mit dem Top-Ergebnis aus Portugal mehr als zuversichtlich zum sechsten WRC-Saisonlauf, der vom 11. bis 14. Juni mit der Rallye Italien auf Sardinien ausgetragen wird.

 

Die Top 5 der Rallye Portugal:

 

1. J. Latvala (Polo R WRC #2) 3:30.35,3 Std.

2. S. Ogier (Polo R WRC #1) +8,2 Sek.

3. A. Mikkelsen (Polo R WRC #9) +28,6 Sek.

4. K. Meeke (Citroën) +48,7 Sek.

5. O. Tänak (Ford) +1:56,8 Min.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


Voller Erfolg für Volkswagen. Das Video.


Statements aus dem Volkswagen Team

„Ich habe im entscheidenden Moment dagegengehalten.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Wir können stolz sein auf unsere Leistung an diesem Wochenende. Julien und ich hatten hier in Portugal wirklich keine leichten Bedingungen, dennoch haben wir das Beste für uns herausgeholt. Fahrerisch war das vielleicht eine meiner stärksten Rallyes bisher. Und mit dem zweiten Platz haben wir die Führung in der WM weiter ausgebaut, das zählt. Glückwunsch an Jari-Matti, der vor allem auf der entscheidenden vorletzten Prüfung stark war. Natürlich hätte ich lieber meinen fünften Sieg geholt und mit Markku Alén gleichgezogen, aber am Ende war es wichtig, nicht alles zu riskieren. Die Weltmeisterschaft bleibt unser oberstes Ziel. Ein großes Dankeschön an die Fans, die mit ihrer Begeisterung diese Rallye einzigartig machen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Das war ein ganz wichtiger Sieg! Nicht nur für mich, auch für das gesamte Team. Nach dem schwachen Ergebnis in Argentinien war das die richtige Antwort. Für mich persönlich war es wichtig, nach meiner langen Durststrecke endlich wieder Punkte einzufahren – und das mit einem Sieg zu tun, ist grandios. Es war ein spannendes Duell mit Sébastien Ogier, der richtig Druck gemacht hat. Aber ich habe im entscheidenden Moment dagegengehalten. Danke an mein Team für die Arbeit und Unterstützung, als es zuletzt nicht perfekt lief. Ich freue mich schon auf die nächsten Rallyes.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich bin richtig glücklich und freue mich über meine eigene Leistung. Noch mehr freue ich mich aber über den neuen Polo R WRC, den ich hier erstmals gefahren bin. Was für eine unglaubliche Maschine, die Volkswagen da gebaut hat! Das Auto verhält sich in allen Lebenslagen so, wie ich mir das wünsche und ist einfach klasse zu fahren. Wir haben und an diesem Wochenende stets innerhalb unserer Limits bewegt, keine großen Fehler gemacht und auch bei der Reifenwahl am Ende richtig gelegen. Platz drei und einen Punkt aus der Powerstage ist ein tolles Ergebnis und ich freue mich insbesondere für das Team über den Dreifachsieg. Besser konnten wir es alle gemeinsam nicht machen. Dabei gewesen zu sein und dazu beigetragen zu haben ist ein schönes Gefühl.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Was für eine tolle Reaktion des gesamten Teams hier in Portugal nach der großen Enttäuschung in Argentinien! Für Volkswagen war Portugal die erfolgreichste Rallye, seit wir mit dem Polo R WRC antreten und viele haben einen großen Anteil an diesem herausragenden Triumph. Allen voran unsere Fahrer und Beifahrer. Jari-Matti Latvala hat eine starke, abgeklärte Leistung gezeigt und wie Sébastien Ogier das Maximum aus den Bedingungen herausgeholt. Diesmal musste sich Seb knapp geschlagen geben. Eine absolut feine Leistung hat auch Andreas Mikkelsen bei seinem Debüt mit dem Polo R WRC der zweiten Generation abgeliefert. Vor allen dreien ziehe ich den Hut. Hinter ihnen stand auch diesmal ein Dreamteam, das einen fehlerfreien Job abgeliefert hat. Jeder einzelne hat sein Maximum gegeben, Argentinien vergessen zu machen. Ich bin wahnsinnig stolz auf unsere Mannschaft.“


Zahl des Tages

122.

Mehr geht nicht. Der Dreifacherfolg bei der Rallye Portugal und obendrein die sechs Punkte in der Powerstage bescherten Volkswagen die maximale Punkteausbeute: 122. Es war ein historisches Ergebnis: Seit Einführung der besonderen Prüfung, in der Zusatzpunkte für die besten Drei vergeben werden, ist Volkswagen der erste Hersteller, dem das doppelte 1-2-3 gelang. Aller guten Dinge sind drei – oder eben 122.


Bilder Tag 4 (13)


Endstand nach 16 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand
1 J. Latvala / M. Anttila 3:30.35,3 Std. +0,0
2 S. Ogier / J. Ingrassia 3:30.43,5 Std. +8,2
3 A. Mikkelesen / O. Fløene 3:31.03,9 Std. +28,6
4 K. Meeke / P. Nagle 3:31.24,0 Std. +48,7
5 O. Tänak / R. Mõlder 3:32.32,1 Std. +1.56,8
6 D. Sordo / M. Martí 3:33.03,2 Std. +2.27,9
7 M. Østberg / J. Andersson 3:33.07,5 Std. +2.32,2
8 H. Paddon / J. Kennard 3:33.29,6 Std. +2.54,3
9 R. Kubica / M. Szczepaniak 3:35.14,4 Std. +4.39,1
10 M. Prokop / J. Tománek 3:38.06,5 Std. +7.31,2

Tag 4 in Portugal.


Samstag, 23.05.2015


Latvala konstant an der Spitze, Ogier holt auf. Das Video.


Tageszusammenfassung

Die Reifenprüfung.

Am Ende der Wertungsprüfung stieg Sébastien Ogier aus seinem Polo R WRC, ging einmal um das Auto herum und warf einen prüfenden Blick auf die Reifen. Der Weltmeister hatte sich zu Recht Sorgen um seine Michelin-Pneus gemacht. Auch der dritte Tag der Rallye Portugal kannte kaum Gnade für die Gummis. Der harte Untergrund mit feinem Sand war für die World Rally Cars größtenteils eine Rutschpartie erster Klasse. Keine guten Voraussetzungen, um anzugreifen.

 

Am Nachmittag entschied sich Ogier – wie viele seiner Konkurrenten – vornehmlich für die harte Reifenvariante. Er zog drei harte und nur eine weiche Mischung auf seinen Polo R WRC. Die Strategie ging auf, denn die Reifen hielten nicht nur, sondern machten den Weltmeister auch noch pfeilschnell. Am Nachmittag gewann er alle drei Wertungsprüfungen. Zudem zog er an Kris Meeke (Citroën) vorbei auf Rang zwei und ging damit auf Tuchfühlung mit seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala, der die Rallye nach 13 von 16 Wertungsprüfungen mit 9,5 Sekunden Abstand auf Platz zwei anführt. 

 

Andreas Mikkelsen entschied sich indes für sechs weiche Reifen, die sich im Tagesverlauf immer mehr auflösten. Mikkelsen musste in der Folge Platz zwei Meeke überlassen und schließlich auch Platz drei an Ogier abgeben.

 

Ogier „on fire“

 

Trotz des zu ihm aufschließenden Ogier blieb Latvala konzentriert und blickt nun zuversichtlich in Richtung Sonntag, wenn die Rallye eine ganz andere Charakteristik haben wird. Der Untergrund wird dann deutlich schonender für die Reifen sein. „JML“ will dann noch einen Zahn zulegen. Er befürchtet allerdings schon, dass er sich warm anziehen muss. Denn mittlerweile kennt er seinen französischen Teamkollegen nur zu gut: „In ihm brennt das Feuer“, sagt Jari-Matti. „Solche Situationen sind für ihn wie Benzin.“ Bei allem Respekt für seinen Teamkollegen: Am Sonntag möchte Latvala in Portugal am liebsten Feuerwehrmann spielen.

Die Top 5 nach Tag 3:

 

1. J. Latvala (Polo R WRC #2) 2:56.19,9 Std.

2. S. Ogier (Polo R WRC #1) +9,5 Sek.

3. K. Meeke (Citroën) +20,0 Sek.

4. A. Mikkelsen (Polo R WRC #9) +21,1 Sek.

5. O. Tänak (Ford) +1:11,1 Min.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


Statements aus dem Volkswagen Team

„Ein Tag mit viel Licht, aber auch mit Schatten.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Julien und ich sind heute volles Risiko gegangen. Dazu hat sich unsere Reifenstrategie bezahlt gemacht. Insgesamt bin ich mehr als zufrieden, wo wir jetzt vor dem Finaltag stehen. Ich glaube, wir haben im Cockpit einen perfekten Job gemacht. Etwas mehr als neun Sekunden sind auf Jari-Matti Latvala morgen nicht so einfach aufzuholen, aber auch nicht unmöglich. Ich werde am Sonntag genauso alles auf eine Karte setzen wie bisher und hundert Prozent geben – und dann sehen wir, wofür es am Ende reichen wird.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Für uns war es ein Tag mit viel Licht, aber auch mit Schatten. Die Bedingungen waren alles andere als einfach, es war auf den Wertungsprüfungen sehr rutschig und hier und da gab es auch einige Steine auf der Strecke. Auf der ersten Prüfung habe ich mit einem Fahrfehler etwa fünf Sekunden verloren und Kris Meeke hat bis zum ersten Service eine Menge Zeit gutgemacht. Am Nachmittag habe ich den Spieß umgedreht und konnte auf Meeke wieder ein Zeitpolster aufbauen. Dafür hat mein Teamkollege Sébastien Ogier den ganzen Tag über richtig Druck gemacht und sitzt mir jetzt im Nacken. Es wird morgen ein spannender Kampf um den Sieg. Das Positive ist: Ich führe die Rallye an und habe noch knapp zehn Sekunden Vorsprung.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Alles in allem war es ein guter Tag für uns und ich bin mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass ich den Polo R WRC der zweiten Generation im Wettbewerb zuvor nie gefahren bin. Ich habe zudem heute Vormittag auf eine ganz andere Reifenstrategie gesetzt als meine Teamkollegen und vier weiche aufgezogen. Dennoch habe ich mir noch weiche Reifen für das Finale aufgehoben. Was das am Ende alles wert ist, wird erst der Tag morgen zeigen. Natürlich würde ich gern am Ende auf dem Podium stehen. Aber ich möchte auch die Punkte für die Meisterschaft mitnehmen, nachdem ich in Argentinien leer ausgegangen bin. Es wird darauf ankommen, das Risiko bestmöglich zu kalkulieren.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Alle drei Polo R WRC kämpfen um den Sieg – als Motorsport-Direktor kann man sich mehr nicht wünschen. Die Reifenwahl war heute nicht leicht, unterm Strich waren beide Strategien unserer Fahrer richtig und alle Volkswagen Fahrer haben Top-Leistungen abgerufen. Die Aufholjagd von Sébastien Ogier war eindrucksvoll und er wird sich am Sonntag sicher nicht darauf ausruhen, heute Platz zwei erobert zu haben. Jari-Matti Latvala hat heute aber auch gezeigt, dass er einen Vorsprung clever verwalten kann. Es wird zwischen diesen beiden bis zum Schluss spannend sein. Sie müssen beide aber Obacht geben, denn Kris Meeke im Citroën und unser Youngster Andreas Mikkelsen liegen fast gleichauf in Schlagdistanz. Keine Frage: Bei dieser Ausgangslage freuen wir uns auf den Sonntag bei der Rallye Portugal.“


Bilder Tag 3 (13)


Stand nach 13 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand
1 J. Latvala / M. Anttila 2:56.19,9 Std. +0,0
2 S. Ogier / J. Ingrassia 2:56.29,4 Std. +9,5
3 K. Meeke / P. Nagle 2:56.39,9 Std. +20,0
4 A. Mikkelesen / O. Fløene 2:56.41,0 Std. +21,1
5 O. Tänak / R. Mõlder 2:57.31,0 Std. +1.11,1
6 D. Sordo / M. Martí 2:58.15,3 Std. +1.55,4
7 H. Paddon / J. Kennard 2:58.20,9 Std. +2.01,0
8 M. Østberg / J. Andersson 2:58.24,9 Std. +2.05,0
9 R. Kubica / M. Szczepaniak 2:59.26,8 Std. +3.06,9
10 M. Prokop / J. Tománek 3:02.09,6 Std. +5.49,7

Zahl des Tages

0,01 Prozent.

 

1,1 Sekunden trennen vor dem Finaltag der Rallye Portugal Kris Meeke im Citroën auf der dritten und Andreas Mikkelsen im Polo R WRC auf der vierten Position. Umgerechnet in Metern bedeutet das 28,02, also 7 Fahrzeuglängen. Noch kleiner erscheint der Abstand, wenn man ihn im Vergleich zur zurückgelegten Gesamtdistanz (268,53 Kilometer) betrachtet: Nur 0,01 Prozent trennen demnach Meeke und Mikkelsen.

Mittagsbericht

Rutschpartie um die Spitze.

Packender Kampf um die Spitze bei der Rallye Portugal. Jari-Matti Latvala bleibt nach drei von sechs Wertungsprüfungen am Samstag in Führung. Selbst ein Verbremser an einer Abzweigung und grobe Steine auf der Strecke können „JML“ nicht aufhalten. Trotzdem lohnt es sich, den Rückspiegel im Auge zu behalten: Kris Meeke (Citroën) liegt Latvala dicht auf den Fersen und knabbert am Vorsprung des Finnen. Dabei befindet sich Meeke in einem delikaten Volkswagen Sandwich: Denn Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen liegt nach wie vor auf Platz drei, büßte am Vormittag allerdings neun Sekunden auf Meeke ein.

 

Mikkelsen hatte dabei durch seine Reifenwahl einen Nachteil, von dem er sich eigentlich einen Vorteil versprochen hatte. Sechs weiche Reifen standen im zur Verfügung, die Attacke blieb jedoch aus. Denn die Piste war am zweiten Tag extrem rutschig und hart zu den weichen Pneus, vor allem die Asphalt-Passagen auf der letzten Stage. Piloten wie Meeke, die noch harte Mischungen zur Verfügung haben, waren im Vorteil.

 

Straßenkehrer Ogier.

 

Weltmeister Sébastien Ogier liegt nach zehn von 16 Wertungsprüfungen am Samstagmittag auf Platz vier, holte am Morgen aber rund sechs Sekunden auf Latvala an der Spitze auf. Und das, obwohl der Franzose mit seinem Polo R WRC als drittes Auto starten musste und somit kaum eine sichtbare Fahrspur als Orientierungshilfe hatte. Nach einem Unfall von Lorenzo Bertelli (Ford) musste er sogar als zweites Auto auf die Piste gehen. Das machte die Sache nicht einfacher. Denn wer frühzeitig auf die Strecke geht, spielt bekanntlich die Kehrmaschine für die nachfolgenden Fahrer.

 

Am Nachmittag geht es erneut auf die Wertungsprüfungen des Vormittags. Die Rutschpartie um die Spitze verspricht noch intensiver zu werden. Die entscheidende Frage wird sein: Wer kann auf dem schwierigen Untergrund der Rallye Portugal am besten die Reifen schonen? In der Mittagspause war die Reifenfrage jedenfalls das beherrschende Thema: Im Service-Park wurden reihenweise die Reifen der Konkurrenz beäugt. 

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


Tag 3 in Portugal.


Freitag, 22.05.2015


Latvala übernimmt die Führung. Das Video.


Bilder Tag 2 (8)


Statements aus dem Volkswagen Team

„Ein sehr guter Tag für uns.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Julien und ich sind mit unserer Leistung wirklich zufrieden. Wir haben alles gegeben, leider hatten wir am Morgen etwas Pech mit einem Plattfuß gleich auf der ersten Wertungsprüfung. Das hat einige Sekunden gekostet und mir vor allem einen Strich durch meine Reifenstrategie gemacht. Denn so konnte ich nicht wie geplant auf den folgenden Prüfungen mit vier weichen Reifen fahren. Am Nachmittag waren unsere Zeiten dann richtig stark, wenn man meine Startposition bedenkt. Auf Jari-Matti Latvala haben wir kaum etwas verloren. Trotzdem wird es schwer, hier um den Sieg zu kämpfen. Aber ich gebe nicht auf und ich hoffe auf die Unterstützung den tollen Fans am Samstag und Sonntag. Das wird Julien und mir einen Extra-Schub geben.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Alles in allem ein sehr guter Tag für uns bei der Rallye Portugal. Auf den ersten Wertungsprüfungen bin ich es noch langsamer angegangen, habe aber nach und nach immer besser meinen Rhythmus gefunden und mehr und mehr attackiert. Auf der dritten Prüfung des Tages habe ich die Führung erobert und immer weiter ausgebaut. Die Bedingungen waren nicht einfach, es war sehr sandig, viele Steine lagen auf der Strecke. Mit Sicherheit hat uns heute auch die Startposition geholfen. Jetzt wollen wir morgen und übermorgen natürlich da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Rallye Portugal. Wir sind heute das Tempo gefahren, bei dem wir uns am wohlsten fühlen. Und wohl fühle ich mich im neuen Polo R WRC sehr. Das Auto reagiert wirklich in jeder Lage so, wie ich es erwarte und wie es meinem Fahrstil entgegenkommt. Ohne großes Risiko einzugehen sind wir flott unterwegs gewesen. Die Nachmittagsprüfungen waren etwas aufgewühlter als wir erwartet hatten. Deshalb lagen wir mit der Bodenfreiheit nicht richtig und haben den Polo etwas zu tief eingestellt. Wir haben das Beste daraus gemacht. Auch aus der frühen Startposition. Alles ist noch möglich und ich freue mich schon auf den Rallye-Samstag. Der wird mit 165 WP-Kilometern lang und anstrengend. Doch nach heute bin ich überzeugt, dass wir perfekt darauf vorbereitet sind.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Sieben Fahrer mittendrin im Kampf um das Podium – mehr Spannung kann man von einer WM-Rallye nicht erwarten. Alle drei Volkswagen Piloten haben heute einen tollen Job gemacht und aus den jeweils herrschenden Bedingungen für sich das Optimum herausgeholt. Sébastien Ogier hatte etwas Pech mit einem Reifenschaden, hat sich am Nachmittag aber wieder eindrucksvoll zurückgekämpft. Andreas Mikkelsen ist bei seinem Debüt mit dem neuen Polo R WRC in einem starken Tempo unterwegs und hat ebenfalls alle Chancen auf ein Podiumsresultat und womöglich den Sieg. Die beste Ausgangslage für die kommenden Tage hat sich allerdings Jari-Matti Latvala erarbeitet, der seine späte Startposition optimal genutzt hat. Wir sind sehr zufrieden mit dem Zwischenstand und freuen uns auf die kommenden Tage. Die unterschiedliche Reifenwahl der Top-Teams ist hochinteressant. Wer heute im Hinblick auf den Sieg die beste Entscheidung getroffen hat, wird erst das Endergebnis am Sonntag zeigen. Es bleibt also spannend.“


Stand nach 7 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand
1 J. Latvala / M. Anttila 1:07.19,4 Std. +0,0
2 K. Meeke / P. Nagle 1:07.30,5 Std. +11,1
3 A. Mikkelesen / O. Fløene 1:07.35,4 Std. +16,0
4 O. Tänak / R. Mõlder 1:07.37,2 Std. +17,8
5 D. Sordo / M. Martí 1:07.41,2 Std. +21,8
6 S. Ogier / J. Ingrassia 1:07.45,3 Std. +25,9
7 M. Østberg / J. Andersson 1:07.50,7 Std. +31,3
8 H. Paddon / J. Kennard 1:07.59,4 Std. +40,0
9 T. Neuville / N. Gilsoul 1:08.27,4 Std. +1.08,0
10 R. Kubica / M. Szczepaniak 1:08.48,5 Std. +1.29,1

Tageszusammenfassung

Von finnischer Coolness und einem Ass im Ärmel.

Cool bleiben. Die Parade-Disziplin eines jeden Finnen. Jari-Matti Latvala beherrscht das aus dem Effeff. Führender nach "Ponte de Lima 1", "Caminha 1" und "Viana do Castelo 1". Behält "JML" auch im staubig warmen Schotter im zweiten Durchgang von Tag zwei der Rallye Portugal einen coolen Kopf? Und wie. Feuer auf der WP "Ponte de Lima 2", die daraufhin abgesagt wird. Panik? Kein bisschen.

 

Tag zwei beendet Latvala mit 11,1 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Und mit Konkurrenten sind heute nicht etwa seine Teamkollegen gemeint. Mit Kris Meeke (Citroën), Ott Tänak (Ford) und Dani Sordo (Hyundai) in den Top 5 leisten sich die "Big Four" der Hersteller in der Rallye-Weltmeisterschaft ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

 

Volkswagen mit Ass im Ärmel?

 

Youngster Andreas Mikkelsen (Gesamt: 3. Platz, +16,0 Sek.) und Sébastien Ogier (6. Platz, +25,9 Sek.) liegen nach Tag zwei in Schlagdistanz zum coolen Finnen. Was das Trio verbindet: Die drei haben neben den weichen Reifen mehr harte Pneus benutzt als die Konkurrenz. Das kann an den beiden nächsten Tagen – am kühlen Vormittag, bei der Powerstage und rutschigen Abschnitten – eine wichtige Rolle spielen.

 

Die Top 6 nach Tag 2:

 

1. J. Latvala (Polo R WRC #2) 1:07.19,4 Std.

2. K. Meeke (Citroën) +11,1 Sek.

3. A. Mikkelsen (Polo R WRC #9) +16,0 Sek.

4. O. Tänak (Ford) +17,8 Sek.

5. D. Sordo (Hyundai) +21,8 Sek.

6. S. Ogier (Polo R WRC #1) +25,9 Sek.

 

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


Zahl des Tages

900

Seit Januar 2013 stand 1.631 Mal ein Polo R WRC am Start einer Wertungsprüfung. Ganze 900 Mal sah er anschließend das Ziel auf einem Top-3-Platz. Bei der Rallye Portugal erzielten die Volkswagen Piloten Ogier, Latvala und Mikkelsen vier von sechs möglichen Bestzeiten und zehn Zeiten in den Top Drei. Ganze 62 Mal waren alle drei Polo R WRC ganz vorn in den Ergebnislisten zu finden.


Mittagsbericht

„JML“ is back!

Drei Sonderprüfungen, drei Führungswechsel und das Fahren wie auf Murmeln – die Rallye Portugal ist nichts für schwache Nerven. Schon gar nicht am Freitagmorgen. Nach 48,94 der insgesamt 351,71 Kilometer führt Jari-Matti Latvala mit einem Mini-Vorsprung von 167 Metern auf den Drittplatzierten, Andreas Mikkelsen. Und das kam so ...

„Ponte de Lima“, „Caminha“ und „Viana do Castelo“ sind sicher keine Wertungsprüfungen, die mit perfekten Bedingungen auf diejenigen warten, die die Route eröffnen. Es ist, als ob man auf Murmeln unterwegs ist. Bestzeiten? Wollen hart erarbeitet werden. Aber auch für diejenigen, die am Ende des Feldes starten. Mehr Staub, weniger Sicht und der ein oder andere Felsbrocken, der von den Vorgängern auf die Strecke befördert wird. Eben: beste Voraussetzungen für einen Kampf auf Augenhöhe. Und alle vier Rallye-WM-Hersteller sind mittendrin – Citroën, M-Sport-Ford, Hyundai. Und eben Volkswagen.

Das letzte Wort des Vormittags hatte Jari-Matti Latvala. 6,1 Sekunden Vorsprung auf Argentinien-Sieger Kris Meeke, weitere 3,1 auf Volkswagen Teamkollege Andreas Mikkelsen. Herausgefahren und erobert auf den abschließenden 18,73 Kilometern der morgendlichen Schleife. Bestzeit! „So deutlich hatte ich das eine ganze Weile nicht mehr“, sagt Jari-Matti Latvala. Und freut sich dabei.

Zuvor hatte erst Dani Sordo im Hyundai die Führung übernommen. Um eine Zehntelsekunde rangierte er nach der ersten Prüfung des Tages („Ponte de Lima“) vor Mikkelsen. Der schlug prompt auf der folgenden, der „Caminha“ zurück. „Ich bin super-zufrieden mit meinem Morgen. Ganz ehrlich: Der neue Polo R WRC ist der Hammer. Ich liebe dieses Auto.“

Die Reifen spielten am Vormittag eine mitentscheidende Rolle: Beinahe alle Fahrer setzten auf die weiche Michelin-Mischung. Nicht ganz ohne Risiko. Der Abrieb auf dem murmeligen Schotter war nicht ohne. Auf der ersten WP fing sich Sébastien Ogier einen Reifenschaden ein – und verlor etwa sieben Sekunden. Nach der Vormittagsschleife liegt er als Siebter 25,7 Sekunden hinter „JML“.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


Tag 2 in Portugal.


Donnerstag, 21.05.2015


Volkswagen 1-2-3 an Tag 1 der Rallye Portugal. Das Video.


Bilder Tag 1 (12)


Stand nach 1 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 A. Mikkelesen / O. Fløene 2.41,1 Min. 0,0 Sek.  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 2.41,6 Min. +0,5 Sek.  
3 J. Latvala / M. Anttila 2.41,9 Min. +0,6 Sek.  
4 R. Kubica / M. Szczepaniak 2.42,5 Min. +1,4 Sek.  
5 T. Neuville / N. Gilsoul 2.43,2 Min. +2,1 Sek.  
6 K. Meeke / P. Nagle 2.43,3 Min. +2,2 Sek.  
7 M. Østberg / J. Andersson 2.43,4 Min. +2,3 Sek.  
8 M. Prokop / J. Tománek 2.43,7 Min. +2,6 Sek.  
9 D. Sordo / M. Martí 2.43,8 Min. +2,7 Sek.  
10 L. Bertelli / G. Bernacchini 2.43,9 Min. +2,8 Sek.  

Tageszusammenfassung

Mit Gänsehaut zur Dreifachführung.

 

Man sagt, ein Golfball habe herausragende aerodynamische Eigenschaften – der kleinen Dellen, den sogenannten Dimples, wegen. Ob die menschliche Gänsehaut wohl einen ähnlichen Effekt auf die Flugeigenschaften hat? Auf jeden Fall stellten sich die Härchen bei den Rallye-WM-Fahrern zum Auftakt der Rallye Portugal mächtig auf. Angepeitscht von 25.000 frenetischen Fans entlang des Rallycross-Kurses in Lousada flog Andreas Mikkelsen am Donnerstagabend förmlich ins Ziel der 3,36 Kilometer langen, einzigen WP des Tages. 2.41,1 Minuten – ungeschlagen, auch von seinen Volkswagen Teamkollegen Sébastien Ogier auf der zweiten und Jari-Matti Latvala auf der dritten Position. Staubige Drifts auf dem sandigen Abschnitt, sauberes Quertreiben auf dem Asphalt-Part und ein perfekt eingesprungener Hecht – besser geht es einfach nicht.

„Das ist eine super Art, in die Rallye zu starten“, sagte Mikkelsen. „Die Atmosphäre? Einmalig!“ Und auch der doppelte Champ war tief beeindruckt von dieser wahrlichen „Zuschauer“-Prüfung. „Das sind so viele Fans, so laut – normalerweise hört man nichts in den Autos. Aber hier konnte man sie förmlich spüren“, so Ogier. „Das ist, als wäre man im Fußballstadion. Das gibt es in der Rallye-WM nicht besonders oft.“

Die Reifenwahl für den Donnerstag-abendlichen Sprint fiel bei den Werksteams der Rallye-WM unterschiedlich aus. Die Volkswagen Fahrer setzten auf ausschließlich weiche Michelin-Pneus. Die Konkurrenz teilweise auf harte. Für den Moment eine clevere Wahl der Wolfsburger. Und das Gänsehaut-Gefühl war es definitiv wert.


Statements aus dem Volkswagen Team

„Der Shakedown lief von vorn bis hinten perfekt.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ist toll, wieder zurück in Portugal zu sein. Ohne Zweifel ist es eine meiner Lieblingsrallyes und ich freue mich schon darauf, diesmal im Norden zu starten. Die Wertungsprüfungen sind sehr anspruchsvoll. Fast alles ist neu für uns Fahrer und Beifahrer – und das macht es noch interessanter. Julien und ich werden von Beginn an alles geben. Darauf kann man sich verlassen. Mitentscheidend wird eine clevere Reifenwahl sein. Der Shakedown lief von vorn bis hinten perfekt.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich freue mich auf die neue, alte Rallye Portugal im Norden. Die Atmosphäre ist einfach fantastisch und die vielen Fans unterstützen uns Fahrer und Beifahrer frenetisch. Das gibt immer einen Extra-Schuss Motivation. Der Shakedown war sehr sandig. Diese Art von Schotterstrecken sind auch für die kommenden Tage typisch und sie liegen mir. Wir sind gut in den Rhythmus gekommen und sind bereit für die Rallye Portugal.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Das ist natürlich ein gelungener Einstand mit dem neuen Polo R WRC und ich habe mich sofort gut mit dem Auto zurechtgefunden. Ich starte erstmals mit dem Auto der zweiten Generation und einiges fühlt sich natürlich anders an als mit dem bewährten Polo, den ich bislang gefahren bin. Alles in allem verkörpert er für mich das ultimative Word Rally Car. Wir haben vor der Rallye einen guten Test absolviert und es ist sehr komfortabel, die Gänge jetzt direkt am Lenkrad per Schaltwippe zu wechseln. Der Shakedown selbst war eine sehr anspruchsvolle, rutschige kleine Prüfung, die uns einen guten Vorgeschmack auf die kommenden Tage hier in Portugal gegeben hat. Wir sind bereit.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Das Ergebnis des Shakedowns ist natürlich so, wie wir das bei Volkswagen am allerliebsten sehen: drei Polo R WRC vorn. Aber das war nur das ‚Freie Training‘ und bedeutet nicht viel, außer, dass wir uns eine kleine Extra-Portion Selbstvertrauen für die kommenden Tage geholt haben. Um Zählbares geht es erst ab heute Abend mit der Auftaktprüfung in Lousada. Sie und die Sonderprüfungen am Freitag werden erst zeigen, wie wir hier im Vergleich zur Konkurrenz stehen, die ihre Fahrzeuge kräftig überarbeitet hat. Eines steht jedenfalls fest: Wir sind hoch motiviert, die Rallye Portugal zu gewinnen.“


Shakedown report

Drei, zwei, eins – seins.  

 

Dieses schelmische Grinsen. Es war ein kleiner, wenngleich äußerst deutlicher Hinweis auf die Gemütslage des Volkswagen Youngsters Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). 3.11,3 Minuten – Bestzeit im Shakedown der Rallye Portugal. Job erledigt. Und wie. Dabei an den Polo R WRC zweiter Generation bestens gewöhnt – in nur viermal 4.600 Metern im Rallye-Modus (nach deutlich mehr Test-Kilometern). Alles ist ein bisschen anders, ein bisschen sehr anders. „Warum haben sie mir dieses Auto nicht von Anfang an gegeben“, sagt Mikkelsen und lacht dabei. „Für mich fühlt es sich an wie das ultimative World Rally Car.“ Und wieder ist es da. Dieses schelmische Mikkelsen-Grinsen. Aber er will mehr.

 

Im Shakedown verschaffte sich der jüngste Volkswagen Fahrer einen Eindruck von den Streckenverhältnissen in Portugal: „Die Strecke ist vergleichbar mit den Verhältnissen bei den Wertungsprüfungen der Rallye“, so Mikkelsen. „An manchen Stellen ist es verdammt rutschig und das wird für uns eine große Herausforderung. Mit der neuen Schaltung am Lenkrad komme ich richtig gut klar. Für mich ist es hier ein völlig neues Fahrgefühl mit dem neuen Polo R WRC. Ich habe jetzt richtig Bock auf die Rallye.“

 

Nebenbei bemerkt: Seine Teamkollegen Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) rundeten die Generalprobe mit den Plätzen zwei und drei ab.

 

Die Top 5 des Shakedowns: 

 

1. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 3.11,3 Min.

2. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 3.12,6 Min.

3. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 3.13,1 Min.

4. Ott Tänak (Ford) 3.13,4 Min.

5. Dani Sordo (Hyundai) 3.13,4 Min.


Tag 1 in Portugal.


Mittwoch, 20.05.2015


Pace Notes – Portugal

 

Länge der Rallye Portugal 2015 in Kilometern: 1.436
Länge der gemeinsamen Grenzen Portugals mit Spanien in Kilometern: 1.214

Energiemenge, die die 19 Windkraftwerke entlang der WP „Fafe“ allein während der 3.40-Minuten-Fahrt von Sébastien Ogier 2014 gemeinsam produzierten in Kilowattstunden: 6.965,3
Energiemenge, die das Werksteam von Volkswagen während der Rallye Portugal im Servicepark verbrauchen wird in Kilowattstunden: 6.200,0

Distanz der Wertungsprüfungen während der Rallye Portugal in Metern: 352.090
Distanz der Wertungsprüfungen während der Rallye Portugal, die die Fahrer aus Vorjahren („Fafe“) kennen, in Metern: 13.000
Leere Seiten im Aufschrieb von Beifahrer Miikka Anttila vor der in diesem Jahr im Norden des Landes ausgetragenen Rallye Portugal: 400
Beschriebene Seiten im Aufschrieb von Beifahrer Miikka Anttila vor der Rallye Portugal: 7

Siege des Fahrers Markku Alén bei der Rallye Portugal: 5
Siege des Fahrers Sébastien Ogier bei der Rallye Portugal: 4
Starts des Fahrers Markku Alén bei der Rallye Portugal: 16
Starts des Fahrers Sébastien Ogier bei der Rallye Portugal: 6

Dauer eines Wechsels der Türen am Polo R WRC in Minuten: 0,5
Dauer eines Wechsels des Getriebes am Polo R WRC in Minuten: 12
Dauer des kürzesten Services bei der Rallye Portugal in Minuten: 10
Dauer des längsten Services bei der Rallye Portugal in Minuten: 45

Summe der Arbeit für den Aufbau des Polo R WRC von Andreas Mikkelsen/Ola Fløene in Mann-Stunden: 350
Summe der Arbeit während aller regulären Services der Rallye Portugal in Mann-Stunden: 14,5

Rallye-Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Rallye Portugal 2014 auf Schotter in km/h: 93,03
Im Straßenverkehr erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Portugal auf einspurigen Landstraßen in km/h: 90,00


Freitag, 15.05.2015


„Das wird ein Spektakel für Fans und Fahrer.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„An die Rallye Portugal habe ich ausschließlich positive Erinnerungen. Viermal habe ich dort bereits gewonnen, darunter in den vergangenen beiden Jahren mit Volkswagen. Ich habe gehört, dass ich mit einem Erfolg mit dem bisherigen Portugal-Rekord-Sieger Markku Alén gleichziehen könnte – das ist natürlich mein Ziel. Nach dem enttäuschenden Wochenende in Argentinien ist es für mich und das ganze Team wichtig, die richtigen Schlüsse zu ziehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Die Konkurrenz ist hellwach, das haben Citroën mit Kris Meeke und Mads Østberg sowie Ford mit Elfyn Evans in Argentinien eindrucksvoll bewiesen. Es wird also alles andere als einfach.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Bisher war die Rallye Portugal kein erfolgreiches Pflaster für mich. In diesem Jahr fahren wir allerdings im Norden des Landes anstatt wie bisher im Süden an der Algarve. Neue Streckenabschnitte sind immer eine große Herausforderung. Viel wird vom Wetter abhängen – wenn es regnet, sind die Abschnitte unheimlich rutschig und schwierig zu fahren. ‚Fafe‘ ist in diesem Jahr keine gesonderte Veranstaltung, sondern Bestandteil des Rallye-Wochenendes. Ich bin mir sicher, dass es für die Zuschauer ein Highlight wird – sie haben uns in Portugal immer toll unterstützt. Die Saison ist für mich bisher leider nicht so gut gelaufen. Mein Ziel für die Rallye Portugal ist daher, möglichst viele Punkte zu sammeln und in der Gesamtwertung Boden gutzumachen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Bei der Rallye Portugal fahre ich zum ersten Mal den Polo der zweiten Generation unter Wettkampfbedingungen. Vor zwei Jahren bin ich dort zum ersten Mal für Volkswagen in der Rallye-Weltmeisterschaft gestartet und auf Anhieb Sechster geworden. Vergangene Saison habe ich das Podest mit Rang vier nur knapp verpasst – ich habe also gute Erinnerungen an die Rallye Portugal. In diesem Jahr möchte ich auf jeden Fall unter die Top Drei kommen. Ich denke, dieses Ziel ist realistisch. Die Route ist neu und alle starten somit bei null. Besonders spannend wird die Wertungsprüfung ‚Fafe‘, die in diesem Jahr die abschließende Power Stage bildet. Das wird ein Spektakel für die Fans und uns Fahrer.“


Donnerstag, 14.05.2015


1.000 Punkte sind das Ziel.

 

Alles Neue bringt der Mai – und das trifft auch auf die diesjährige Mai-Rallye im WRC-Kalender zu. Denn die Veranstaltung in Portugal findet erstmals seit dem Jahr 2001 wieder im Norden des Landes statt. Sämtliche Fahrer betreten bei der fünften Rallye des Jahres also Neuland, die Voraussetzungen für ein spannendes Wochenende sind entsprechend gut.

 

Für die drei Volkswagen Piloten gilt es in erster Linie, die Schmach von Córdoba vergessen zu machen: In Argentinien hatten Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen mit ihren Polo R WRC kein Glück und mit dem Kampf um die Podestplätze erstmals seit langer Zeit nichts zu tun. Das soll sich in Portugal wieder ändern – und die Chancen dazu stehen gut.

 

Weltmeister Ogier konnte im Südwesten Europas in den vergangenen beiden Saisons schließlich immer die Maximalausbeute von 28 WM-Punkten mitnehmen. Vizeweltmeister Latvala konnte in Portugal zuletzt stets in den ungeraden Jahren überzeugen – 2011 und 2013 wurde der Finne jeweils Dritter. Und Mikkelsen feierte dort vor zwei Jahren seine Premiere im Polo R WRC und wurde auf Anhieb starker Sechster. Die drei Teamkollegen haben also allesamt gute Erinnerungen an Portugal.

 

Zudem wollen Ogier und Latvala für Volkswagen Motorsport eine magische Schallmauer durchbrechen: Seit Januar 2013 haben die beiden Ausnahmepiloten insgesamt 975 WM-Punkte für die Teamwertung gesammelt. Es fehlen also noch exakt 25 Zähler für die 1.000-Punkte-Marke. Es wäre ein weiterer großartiger Meilenstein.


Mittwoch, 13.05.2015


Portugiesisch für Fortgeschrittene.

 

Zurück in Europa! Nachdem der Tross zuletzt in Mexiko und Argentinien unterwegs war, kehrt die WRC für die nächsten fünf Rallyes nach Europa zurück. Den Auftakt macht Portugal. Doch wie gut kennen Sie sich aus mit der Rallye im Südwesten des Kontinents? Wie viele Punkte holte Sébastien Ogier dort in den vergangenen beiden Jahren? Und wie heißt der Rekordsieger? Testen Sie hier im Quiz Ihr Wissen und absolvieren Sie die perfekte Vorbereitung – viel Erfolg.

 

Hier geht’s zu den Fragen.