Rallye Schweden.

Eistanz mit Tempo 200.

 

Die Rallye Schweden ist wie ein Wintermärchen im Zeitraffer. Mit wenigen Ausnahmen sind die Wertungsprüfungen immer zu 100 Prozent mit Schnee und Eis bedeckt. Auf speziellen Reifen mit sieben Millimeter langen Spikes rauschen die Piloten durch die verschneiten Wälder Värmlands und erreichen dabei höhere Geschwindigkeiten als bei vielen anderen Rallyes. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Kälte: Bei Temperaturen von bis zu –20 Grad Celsius werden die Motoren extrem beansprucht. Keine andere Veranstaltung wird auf Schnee ausgetragen, die Rallye Schweden ist die einzige echte Winterrallye im Kalender. Allein deswegen ist Schweden ein unverzichtbares Element der WM.

Datum: 11. bis 14. Februar 2016

Ein Blick ins Gebetbuch: Beifahrer packen aus.

 

Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiß, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“

Christian Danner

Miikka Anttila über die Rallye Schweden.

 

Was ist das Besondere der Rallye Schweden?
Es ist die einzige Schnee-Rallye im Kalender. Es hängt extrem viel vom Wetter ab. 2013 war es zum Beispiel so, dass der Boden wochenlang gefroren war, bevor der erste Schnee kam. Deshalb war der Untergrund der Strecke sehr hart. Kurz vor der Rallye fiel dann viel weicher Neuschnee. Damit gab es in den Spurrillen einen harten, eisigen Untergrund mit viel Grip, und gleich daneben lag der weiche Schnee. Das war meiner Meinung nach auch der Grund, warum die skandinavischen Fahrer schlechter unterwegs waren als Sébastien Loeb und Sébastien Ogier. Die Skandinavier haben eine eher übersteuernde Fahrweise und lassen gerne mal das Heck raushängen. Dadurch befanden sich die hinteren Reifen oft auf dem weichen Schnee und hatten weniger Grip. Die beiden Sébs fahren zwar unspektakulär, aber sauber, und bleiben so immer auf dem griffigen Eis.

Worauf muss man in Schweden besonders achten?
Wenn die Winterverhältnisse perfekt sind, ist es enorm wichtig, auf der vereisten Ideallinie zu bleiben. Wenn es zum Teil sehr matschig ist, spielen besonders die Reifen eine wichtige Rolle. Man muss unheimlich aufpassen, sie nicht zu überfahren und dadurch die Spikes zu ruinieren.

Der beste Moment in Schweden?
2008 konnten Jari-Matti und ich die Rallye Schweden zum ersten Mal gewinnen. Das war sicherlich der schönste Schweden-Moment bislang.

Der schlimmste Moment in Schweden?
2006 fielen Jari-Matti und ich mit einem Gruppe N-Subaru schon nach der zweiten Wertungsprüfung mit einem Motorschaden aus. Das war sehr enttäuschend. Ansonsten ist die Rallye Schweden einer unserer Lieblings-Rallyes.