RALLYE MEXIKO.

Showdown auf 2.700 Meter Höhe.

Die Rallye Mexiko hebt sich in einem Punkt von allen anderen WM-Läufen ab, und das ist die Höhe. Die Schotterstraßen führen teilweise bis auf knapp 2.700 Meter über dem Meeresspiegel. Während das den Piloten kaum etwas ausmacht, geht den 300 PS starken 1,6-Liter-Turbo-Motoren durch den geringen Sauerstoffgehalt sprichwörtlich die Luft aus. Die World Rally Cars verlieren in dieser Höhe bis zu 20 Prozent ihrer Leistung. Hier sind die Ingenieure gefragt, dieses Defizit so gut wie möglich zu kompensieren. Dennoch ist der einzige WM-Lauf Zentralamerikas für die Teams eine wichtige Standortbestimmung, schließlich ist es die erste von acht reinen Schotterrallyes im Laufe der Saison.

Datum: 4. bis 6. März 2016

Ein Blick ins Gebetbuch: Beifahrer packen aus.

 

Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiß, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“

Christian Danner

Julien Ingrassia über die Rallye Mexiko.

 

Was ist das Besondere der Rallye Mexiko?
Das ist eine meiner Lieblingsrallyes. Die Atmosphäre dort ist einfach einzigartig, weil die Fans so richtig mitgehen und einen pushen – auch wenn sie dich gar nicht kennen. Alle wollen ein Autogramm, und viele haben nicht einmal Papier und Stift dabei. Du schreibst deinen Namen einfach auf die Jeans oder direkt auf die Haut und bekommst als Dank ein breites Grinsen. Nebenbei gibt es in Mexiko auch immer ein klasse Feuerwerk und ein tolles Rahmenprogramm. Die Underground-Stage in der alten Goldmine hat auch eine ganz besondere Faszination.

Worauf muss man bei der Rallye Mexiko besonders achten?
Auf die große Höhe. Es geht ja rauf bis auf fast 2.800 Meter. Der Motor hat also viel weniger Sauerstoff zur Verfügung und damit auch weniger Leistung. Für die Techniker ist es natürlich eine große Herausforderung, die richtige Einstellung zu finden. Und die Fahrer gehen hier ein großes Risiko ein: Ein kleiner Fehler kann hier viel mehr Zeit kosten als anderswo, weil man einfach weniger Power unter der Haube hat, um den Zeitverlust wieder aufzuholen.

Der beste Moment bei der Rallye Mexiko?
Mit Sicherheit der Lauf im Jahr 2013. Nicht nur, dass wir gewonnen haben: Am vorletzten Tag gab es einen wirklich kuriosen Moment, als wir plötzlich vor einem verschlossenen Tor standen. Ich musste aus dem Auto springen und es öffnen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Zum Glück haben wir die verlorene Zeit ja wieder gutgeschrieben bekommen.

Der schlimmste Moment bei der Rallye Mexiko?
Das war im Jahr 2011. Wir gingen als Führende in die letzte Wertungsprüfung. In einer Kurve sind wir dann ein kleines bisschen zu weit rausgedriftet und haben uns die Felge an einem Stein beschädigt. Wir mussten aufgeben und haben die Rallye tatsächlich auf den letzten Metern noch verloren.