Rallye Schweden 2015.

 

Dreikampf-Drama und ein glücklicher Sieger in Schweden.

 

Was für ein Thriller! Die diesjährige Rallye Schweden hatte alles zu bieten, was das Herz der Rallye-Fans begehrt: einen faszinierenden Dreikampf um den Gesamtsieg, Hochspannung bis zur letzten Minute und jede Menge Action auf den vereisten Pisten im hohen Norden. Erst auf der letzten Wertungsprüfung fiel die Entscheidung, wer hier als strahlende Sieger hervorgehen würde – und die hießen am Ende Sébastien Ogier und Co-Pilot Julien Ingrassia.

Bis wenige Kilometer vor dem Ziel hatte sich ein Dreikampf mit verteilten Führungsgrollen zwischen Ogier, Mikkelsen und Thierry Neuville (Hyundai) immer weiter zugespitzt, ehe die drei Protagonisten von nur 4,6 Sekunden getrennt in den abschließenden Showdown gingen. Das Duo Andreas Mikkelsen / Ola Fløene war als Führende in die finale WP gestartet und konnte den Sieg quasi schon riechen. Doch ein kleiner Ausrutscher kostete den Mikkelsen wertvolle Zeit, so dass er von Gesamtplatz eins auf drei abrutschte. Riesen-Pech für den jungen Norweger, der die gesamte Rallye über mit starken Leistungen geglänzt und so knapp vor dem allerersten WRC-Sieg seiner Karriere gestanden hatte. Sébastien Ogier feierte damit seinen 26. Rallye-WM-Sieg, darüber hinaus konnte sich der Doppelweltmeister über drei Extrapunkte für die Bestzeit in der Power Stage freuen.

Weniger Grund zur Freude hatte das Team Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila, die bereits am Freitag durch einen Abflug alle Siegchancen eingebüßt hatten. Die Vorjahressieger blieben dieses Mal ohne Punkte und und entschieden sich in Abstimmung mit dem Team dazu, die Rallye nach der abschließenden Powerstage vorzeitig zu beenden. Hintergrund ist eine Regel, die eine Festlegung bestimmter Fahrzeugkomponenten einschränkt. Für Latvala/Anttila wären die Rallye Schweden, Mexiko und Argentinien miteinander verbunden gewesen, der Rückzug hebt diese Regelung auf und gibt ihnen nun mehr Freiheit in der Wahl der Fahrzeugkomponenten und Abstimmung ihres Polo R WRC.

Sébastien Ogier: „Ein unglaubliches Finale. Ich bin wahnsinnig stolz auf diesen Sieg. Der erste Sieg in Schweden vor zwei Jahren gegen Sébastien Loeb war großartig, aber dieser war noch härter erkämpft. Julien und ich haben hier vom ersten Tag an bis zur Powerstage auf jeder Prüfung alles gegeben und sind maximale Attacke gefahren. Am Ende hat es sich ausgezahlt. Es war sicher eine der aufregendsten und spannendsten Rallye-Entscheidungen – und das nicht nur für die Fans, sondern auch in meiner Karriere. Natürlich tut es mir auch leid für Andreas, der so nah dran an seinem ersten Sieg war und sich mit uns einen extrem intensiven Kampf geliefert hat. Aber ich bin mir sicher, dass das nicht unser letztes Duell um einen Sieg war.“


Jari-Matti Latvala: „Was für eine verrückte Woche. Schade, dass es für meinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen nicht zum ersten Sieg gereicht hat. Und Glückwunsch an Sébastien Ogier. Die 28 Punkte hat er sich redlich verdient. Für mich persönlich heißt es, das Positive mitzunehmen. Nach meinem Fehler vom Freitag hatte ich mit dem Ausgang der Rallye natürlich nichts mehr zu tun. Somit hatte ich Zeit, einige Dinge am Setup auszuprobieren, und habe dadurch neue und wichtige Erkenntnisse gewonnen. Ich verstehe den neuen Polo jetzt noch besser und das hat sich heute schon bemerkbar gemacht. Die Saison ist noch jung und es ist noch nichts entschieden. Für Mexiko wird meine Startposition mit Sicherheit von Vorteil sein und dort werde ich wieder angreifen.“

 

Andreas Mikkelsen: 
„Wir haben bis zum letzten Meter alles gegeben – aber leider verloren. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich eines Tages enttäuscht über ein Podiumsresultat sein könnte. Aber ich hatte die Chance, hier meinen ersten Rallye-WM-Sieg zu feiern und war ganz nah dran. Ich habe aber auch einen kleinen Fehler gemacht, mich gedreht und damit diese Chance verpasst. Das ist sehr bitter und fühlt sich im Moment sehr enttäuschend an, obwohl wir insgesamt stolz auf das sein können, was wir geleistet haben. Ich bin mir aber sicher, dass mein erster Sieg nur noch eine Frage der Zeit ist. Doch ich hätte nur zu gern diesen spannenden Dreikampf für mich entschieden. Jetzt werden wir in Mexiko alles geben, um es wieder zu versuchen.“


Volkswagen Motorsport feiert Platz eins und drei bei einer mitreißenden Rallye. Das Video.


Rallye Schweden 2015: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:55:30.5 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 2:55:36.9 +6.4  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:56:10.3 +39.8  
4 O. Tänak / R. Mõlder 2:57:56.5 +2:26.0  
5 H. Paddon / J. Kennard 2:59:02.0 +3:31.5  
6 E. Evans / D. Barritt 2:59:23.5 +3:53.0  
7 K. Meeke / P. Nagle 2:59:36.3 +4:05.8  
8 M. Prokop / J. Tománek 2:59:56.5 +4:26.0  
9 Y. Protasov / P. Cherepin 3:01:02.7 +5:32.2  
10 M. Østberg / J. Andersson 3:02:21.4 +6:50.9  

Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Schweden des Jahres 2015 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 15.02.2015


Volkswagen Motorsport feiert Platz eins und drei bei einer mitreißenden Rallye Schweden. Das Video.


Aktuelle Bilder (19)
Letztes Update: 21:23 Uhr (MEZ)


18:00 Uhr (MEZ)

Taktik war das kleinste Problem.


Sébastien Ogier hatte auf dem Weg zum Schweden-Sieg nur eine Wahl: volle Attacke.

 

Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito hatte es geahnt. „Die letzte Wertungsprüfung ist keine Frage des Autos“, sagte er vor dem Start der letzten WP. „Entscheiden wird allein die mentale Stärke.“ Und in diesem Punkt hat Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) offensichtlich noch die Oberhand über Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9).

 

„Die Sache war eigentlich ganz einfach“, sagte der Schweden-Sieger. „Wir sind während der gesamten Rallye zuvor volle Attacke gefahren. Mehr konnten wir nicht tun.“ Die Leistung seines jungen Teamkollegen nötigte Ogier auch lange nach der Zieldurchfahrt größten Respekt ab. „Andreas ist eine fantastische Rallye gefahren. Es tut mir für ihn leid, dass es dieses Mal noch nicht geklappt hat. Aber ich bin sicher, wir haben uns nicht das letzte Mal um einen WM-Sieg duelliert.“

 

Mikkelsen und Beifahrer Ola Fløene waren verständlicherweise enttäuscht. „Manchmal hasse ich unseren Sport“, sagte Fløene, während Mikkelsen die positiven Aspekte des Wochenendes suchte. „Es war eine neue Erfahrung für mich, als Spitzenreiter von den Kollegen gejagt zu werden. Daraus habe ich eine Menge gelernt.“ Lob gab es dafür auch von Jost Capito. „Andreas hat im Stil eines richtigen Racers gehandelt. Er hat um den Sieg gekämpft und wollte sich nicht bequem mit Rang zwei zufrieden geben.“ Dass sich am Ende Ogier durchsetzte, hat für den Volkswagen Motorsport-Direktor noch einen Grund: „Es hätte Seb nicht gefallen, vom eigenen Teamkollegen im Vorjahresauto geschlagen zu werden.“


Jari-Matti Latvala im dritten Polo R WRC wurde zwar nach der letzten Wertungsprüfung auf Rang zwölf gewertet. Der Finne verzichtete aber auf die Fahrt ins Ziel und wird damit im offiziellen Endergebnis nicht berücksichtigt. Hintergrund ist die sogenannte Kopplung mehrere WM-Läufe, was die Verwendung bestimmter technischer Komponenten angeht (zum Beispiel Getriebe, Differenziale, Antriebswellen). Ursprünglich war für Latvala die Kopplung der WM-Läufe in Schweden, Mexiko und Argentinien angemeldet. Weil er bei der Rallye Schweden jetzt offiziell nicht gewertet wird, kann er laut Reglement bei der bevorstehenden Rallye Mexiko Anfang März andere Komponenten verwenden.

 

Zusammen mit seiner Startposition sollte dies ein Vorteil für Latvala sein. Auf den üblicherweise sehr staubigen und dadurch die vordersten Startpositionen stark benachteiligenden Wertungsprüfungen rings um Léon wird der Finne als Favorit gehandelt – als WM-Vierter startet Latvala erst hinter Sébastien Ogier, Andreas Mikkelsen und Thierry Neuville (Hyundai).


16:45 Uhr (MEZ)

„Wir haben bis zum letzten Meter alles gegeben.

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ein unglaubliches Finale. Ich bin wahnsinnig stolz auf diesen Sieg. Der erste Sieg in Schweden vor zwei Jahren gegen Sébastien Loeb war großartig, aber dieser war noch härter erkämpft. Julien und ich haben hier vom ersten Tag an bis zur Powerstage auf jeder Prüfung alles gegeben und sind maximale Attacke gefahren. Am Ende hat es sich ausgezahlt. Es war sicher eine der aufregendsten und spannendsten Rallye-Entscheidungen – und das nicht nur für die Fans, sondern auch in meiner Karriere. Natürlich tut es mir auch leid für Andreas, der so nah dran an seinem ersten Sieg war und sich mit uns einen extrem intensiven Kampf geliefert hat. Aber ich bin mir sicher, dass das nicht unser letztes Duell um einen Sieg war.“
 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Was für eine verrückte Woche. Schade, dass es für meinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen nicht zum ersten Sieg gereicht hat. Und Glückwunsch an Sébastien Ogier. Die 28 Punkte hat er sich redlich verdient. Für mich persönlich heißt es, das Positive mitzunehmen. Nach meinem Fehler vom Freitag hatte ich mit dem Ausgang der Rallye natürlich nichts mehr zu tun. Somit hatte ich Zeit, einige Dinge am Setup auszuprobieren, und habe dadurch neue und wichtige Erkenntnisse gewonnen. Ich verstehe den neuen Polo jetzt noch besser und das hat sich heute schon bemerkbar gemacht. Die Saison ist noch jung und es ist noch nichts entschieden. Für Mexiko wird meine Startposition mit Sicherheit von Vorteil sein und dort werde ich wieder angreifen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wir haben bis zum letzten Meter alles gegeben – aber leider verloren. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich eines Tages enttäuscht über ein Podiumsresultat sein könnte. Aber ich hatte die Chance, hier meinen ersten Rallye-WM-Sieg zu feiern und war ganz nah dran. Ich habe aber auch einen kleinen Fehler gemacht, mich gedreht und damit diese Chance verpasst. Das ist sehr bitter und fühlt sich im Moment sehr enttäuschend an, obwohl wir insgesamt stolz auf das sein können, was wir geleistet haben. Ich bin mir aber sicher, dass mein erster Sieg nur noch eine Frage der Zeit ist. Doch ich hätte nur zu gern diesen spannenden Dreikampf für mich entschieden. Jetzt werden wir in Mexiko alles geben, um es wieder zu versuchen.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Was für eine packende Rallye. Ich bin mir sicher, dass die Rallye-WM weltweit viele Fans dazugewonnen hat. Bis zur letzten Zwischenzeit hat Andreas Mikkelsen geführt und war ganz nah dran, den ersten Sieg in der WM zu feiern. Er hat unserem Doppelweltmeister Sébastien Ogier und seinem Freund Thierry Neuville alles abverlangt und kann stolz auf seine Leistung sein. Seine Zeit wird früher oder später kommen, keine Frage. Sébastien Ogier hat eine mental unglaublich starke Leistung gezeigt und am Ende verdient gewonnen. Hut ab vor den Fahrern und Beifahrern.“


13:20 Uhr (MEZ)

Wertvolle Extra-Punkte für eine extratolle Leistung – der heutige Power-Stage-Sieg von Sébastien Ogier war bereits der 20. für Volkswagen Motorsport. Drei zusätzliche Zähler können Seb und Beifahrer Julien Ingrassia ihren Punkte-Konten in der Fahrer- bzw. Beifahrer-WM dafür gutschreiben. Von den 20 seit 2013 erzielten Power-Stage-Bestzeiten entfielen 14 auf Sébastien Ogier, fünf auf Jari-Matti Latvala und eine auf Andreas Mikkelsen. Auf die nächsten 20!


Stand nach 21 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:55:30.5 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 2:55:36.9 +6.4  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:56:10.3 +39.8  
4 O. Tänak / R. Mõlder 2:57:56.5 +2:26.0  
5 H. Paddon / J. Kennard 2:59:02.0 +3:31.5  
6 E. Evans / D. Barritt 2:59:23.5 +3:53.0  
7 K. Meeke / P. Nagle 2:59:36.3 +4:05.8  
8 M. Prokop / J. Tománek 2:59:56.5 +4:26.0  
9 Y. Protasov / P. Cherepin 3:01:02.7 +5:32.2  
10 M. Østberg / J. Andersson 3:02:21.4 +6:50.9  

12:55 Uhr (MEZ)

Die Entscheidung in Schweden.

 

WP 21: Sébastien Ogier siegt in Schweden – Riesen-Pech für Andreas Mikkelsen.

Ein derart packendes Finale gab es lange nicht mehr! Erst auf den letzten Metern der Rallye Schweden fiel die Entscheidung: Sébastien Ogier ist der strahlende Sieger. Auf der finalen Power Stage (Värmullsåsen 2) zauberte der amtierende Weltmeister eine überragende Bestzeit in den skandinavischen Schnee – und sicherte sich damit nicht nur den Gesamtsieg, sondern auch drei Zusatzpunkte in der Weltmeisterschaft. Der Franzose profitierte vom Pech seines Teamkollegen Andreas Mikkelsen, der als Führender in die letzte WP gestartet war und nach einem Ausrutscher die entscheidenden Sekunden einbüßte. Schade für den jungen Norweger, der den Sieg quasi schon riechen konnte und die gesamte Rallye über starke Leistungen gezeigt hatte. Der dritte Gesamtplatz muss nun als Trostpflaster dienen.

Gesamtzweiter wurde Hyundai-Mann Thierry Neuville, der auch die zweitbeste Power-Stage-Zeit fuhr und zwei Extrapunkte kassiert.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.



Letztes Update 10:30 Uhr (MEZ)

Der Sonntagvormittag im Detail.

 

WP 19: Mikkelsen schnappt sich die Führung!
Mit einer Fabelzeit von 9:07.1 Minuten hat sich Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen die Gesamtführung bei der Rallye Schweden zurückgeholt. Auf dem 15 Kilometer langen Abschnitt „Lesjöfors“ fuhr der Norweger die zweitschnellste WP-Zeit hinter Teamkollege Sébastien Ogier. Thierry Neuville (Hyundai) war 5,3 Sekunden langsamer und rutschte auf Rang zwei zurück, sein Rückstand auf Mikkelsen beträgt 3,8 Sekunden. Ogier hat als Dritter 6,8 Sekunden Rückstand. Zwei Wertungsprüfungen sind noch zu fahren – und der Dreikampf ist weiter völlig offen.

 

WP 20: auf der letzten Rille.
Das Nägel-Kauen geht weiter: Nur noch 15 Kilometer trennen die WRC-Piloten von der Entscheidung in Schweden – die nach wie vor völlig offen ist. Nach der vorletzten Wertungsprüfung (Värmullsåsen 1) führt Andreas Mikkelsen, der hier wirklich alles aus seinem Polo R WRC herausholte und volles Risko ging, mit nur drei Sekunden vor dem anstürmenden Sébastien Ogier. Auch der Drittplatzierte Thierry Neuville kann mit 4,6 Sekunden Rückstand noch mitmischen. Wer macht hier das Rennen? Die finale Power Stage startet um 12:08 Uhr, wir können es kaum erwarten.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


06:00 Uhr (MEZ)

Sonntag: die Wertungsprüfungen des vierten Tages.

Samstag, 14.02.2015


Der Kampf um die Spitze begeistert die Zuschauer in Schweden – und zwei Volkswagen Piloten mischen mit. Der Samstag. Das Video.


Aktuelle Bilder (15)
Letztes Update: 20:22 Uhr (MEZ)


Stand nach 18 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 T. Neuville / N. Gilsoul 2:29:54.5 +0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:29:56.0 +1.5  
3 S. Ogier / J. Ingrassia 2:30:04.1 +9.6  
4 M. Østberg / J. Andersson 2:30:47.9 +53.4  
5 O. Tänak / R. Mõlder 2:31:23.7 +1:29.2  
6 H. Paddon / J. Kennard 2:32:30.2 +2:35.7  
7 M. Prokop / J. Tománek 2:32:57.6 +3:03.1  
8 E. Evans / D. Barritt 2:33:16.6 +3:22.1  
9 K. Meeke / P. Nagle 2:33:17.0 +3:22.5  
10 Y. Protasov / P. Cherepin 2:34:14.1 +4:19.6  

17:55 Uhr (MEZ)

Jugend forsch.

Weltmeister Sébastien Ogier jagt die Youngster Andreas Mikkelsen und Thierry Neuville.

Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) war der Erste, der vor Thierry Neuville (Hyundai) den Hut zog. „Startposition hin oder her, man muss den Vorteil auch erst einmal umsetzen können“, lobte der Weltmeister den überraschend führenden Belgier. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) hatte eine andere Erklärung. „Die jüngsten Fahrer in den ältesten Auto – das ist das Erfolgsgeheimnis“, scherzte der Norweger in Anspielung auf die Tatsache, dass sowohl er selbst als auch Neuville in World Rally Cars nach 2014er-Spezifikation sitzen. Beide Youngster wechseln die Gänge noch konventionell mit einem Schaltknüppel, ihre Autos haben keine Schaltwippen am Lenkrad.


Knapp 1,5 Sekunden betrug Mikkelsens Rückstand im Etappenziel. Um für die entscheidenden drei Wertungsprüfungen am Sonntag gewappnet zu sein, ließ Mikkelsen beim abendlichen 45-Minuten-Service seinem Polo R WRC ein anderes Hinterachsdifferenzial einbauen. „Mit dieser Abstimmung bin ich letztes Jahr hier in Schweden gefahren. Die ist für Sonntag ideal.“ Viel Zeit bleibt ihm nicht, den Rückstand aufzuholen. „Es stehen nur 47 WP-Kilometer an. Ich muss vom ersten Meter an topfit sein.“


Rundum zufrieden mit dem Samstag war Sébastien Ogier (Polo R WRC #1), nach 18 Wertungsprüfungen Dritter mit 9,6 Sekunden Rückstand auf Neuville. „Mein Ziel war, am Ende der zweiten Etappe maximal zehn Sekunden hinter der Spitze zu liegen. Das ist mir gelungen“, sagte der Franzose, der fast zwei Tage lang jeweils als Erster auf die Strecke musste. „Morgen fahren Thierry, Andreas und ich unter nahezu identischen Bedingungen. Das wird noch sehr spannend.“


Den Nachmittag von Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) kann man höchstens als „charakterbildend“ bezeichnen. Der Finne hat nach einem Ausrutscher am Freitag keine Siegchancen mehr, ein Dreher am Samstag kostete ihn noch einmal 40 Sekunden. „Ich habe mit Blick auf die Rallye Schweden nächstes Jahr einige Dinge mit der Fahrwerksabstimmung, den Differenzialen und der Gewichtsverteilung ausprobiert“, verriet Latvala. „Zumindest weiß ich jetzt, dass diese Änderungen nicht funktionieren.“


Mit entsprechend diffizilem Fahrverhalten war an eine Verbesserung der Platzierung – Rang 17 nach zwei Etappen – nicht zu denken. Der große Nachteil dabei: Jari-Matti Latvala muss am Sonntag, wenn die Startreihenfolge der Topfahrer dem Klassement entsprechend umgedreht wird, weit vorne starten. Möglicherweise sogar als Erster. „Wenn Wetter und Streckenbedingungen so bleiben wie am Samstag, kann ich mir den Sieg auf der Powerstage abschminken.“


17:18 Uhr (MEZ)

Spannender könnte es bei der Jagd durch die skandinavischen Wälder nicht zugehen: Auch nach dem zweiten vollen Rallye-Tag konnte sich keiner der Top-Piloten absetzen. Ein packender Dreikampf um die Gesamtführung fasziniert die Fans. Nur 9,6 Sekunden trennen die drei Podiumskandidaten Thierry Neuville, Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier voneinander – und jeder von ihnen hat die Chance, morgen den Sack zuzumachen und sich den Gesamtsieg zu schnappen. Mikkelsen liegt nur 1,5 Sekunden hinter Neuville, Ogier lauert auf Rang drei mit 9,6 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Alles ist noch drin – und mit Glück sogar ein Doppelsieg zweier Volkswagen Duos.



Letztes Update 16:22 Uhr (MEZ)

Der Samstagnachmittag im Detail.

 

WP 15: Mikkelsen bleibt cool, Rückschlag für Ogier.

Auf der Nachmittagsrunde muss Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) wieder als erster Fahrer starten – und dieser Nachteil machte sich auf der 18,15 Kilometer langen WP Fredriksberg 2 sofort bemerkbar. Ohne Grip auf der schneebedeckten Strecke musste sich der Volkswagen Pilot durch die schwedischen Wälder schlagen und verlor fast 15 Sekunden auf WP-Sieger Thierry Neuville (Hyundai), der sich auch in der Gesamtwertung an Ogier vorbei auf den zweiten Platz verbessern konnte. Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 ließen die Positionskämpfe kalt: Der Norweger fuhr die zweitbeste Zeit und liegt bei der Rallye Schweden weiterhin in Führung.

 

WP 16: Dreikampf um die Schweden-Spitze.
Wow, was für eine Zitterpartie: Der Fight um die Führung in Schweden ist in vollem Gange. Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen führt noch immer, musste aber auf der WP „Rämmen 2“ wieder etwas Federn lassen – denn Weltmeister Sébastien Ogier ließ natürlich nicht locker. Der Franzose holte wieder 2,2 Sekunden auf und liegt nun als Drittplatzierter nur noch 10,4 Sekunden zurück. Die Bestzeit gelang dem Briten Kris Meeke (Citroën). Auch der momentan Zweitplatzierte Thierry Neuville im Hyundai machte zwei Sekunden auf Mikkelsen gut und hat nur noch 6,7 Sekunden Rückstand. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, Andreas!

 

WP 17: „Fahren wie auf der Skipiste!“
Wie passend, dass Sébastien Ogier ein ausgebildeter Skilehrer ist: Auf der 17. Wertungsprüfung „Hagfors Sprint“ lag so viel Schnee, dass die Piloten ihre liebe Not hatten, hier eine gute Linie zu finden. „Das war wie auf der Skipiste“, berichtete Ogier im Ziel. Der Franzose war hier geringfügig langsamer als Leader Andreas Mikkelsen. Der Abstand wuchs leicht auf nun elf Sekunden. Auch der Zweite Thierry Neuville (Hyundai) büßte etwas Zeit ein und liegt nun 7,3 Sekunden zurück. Die Bestzeit holte  Robert Kubica im Ford. Jetzt muss Mikkelsen nur noch den zweiten Durchgang der 24,6 Kilometer langen WP „Vargåsen“ ohne größeren Zeitverlust überstehen, um als Gesamtführender übernachten zu können.

 

WP 18: Mit dem Messer zwischen den Zähnen …
… gingen die Top-Piloten in die finale Wertungsprüfung des heutigen Tages (Vargåsen 2), um sich die bestmögliche Ausgangsposition für den morgigen Endspurt zu sichern. Spitzenreiter Andreas Mikkelsen erwischte zwar eine klare Linie, konnte die Pace von Thierry Neuville aber nicht mitgehen. Der Hyundai-Mann fuhr wie entfesselt und holte sich mit der Bestzeit die Gesamtführung. Der Abstand beträgt allerdings nur 1,5 Sekunden – Mikkelsen kann morgen also zurückschlagen und sich mit etwas Glück sogar den Sieg schnappen. Aber auch Weltmeister Ogier ist dicht auf den Fersen, liegt als Gesamtdritter nur 9,6 Sekunden zurück. Selten war der Kampf um die Spitze am letzten Rallye-Tag derart eng. Die Fans können sich also auf ein tolles Finale in Schweden freuen.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


12:00 Uhr (MEZ)

Alles wieder auf null.

 

Nach der ersten Hälfte der zweiten Etappe liegen Mikkelsen und Ogier beinah gleichauf.

 

Nur 1,7 Sekunden trennen Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) und Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) zur Mittagspause am Samstag. Zwei kleinere Fehler des Norwegers reichten aus, um dessen 20-Sekunden-Vorsprung vom Vorabend nahezu auf null schmelzen zu lassen. Besonders ärgerlich war ein Dreher in der WP Vargåsen, der 19 Sekunden auf einen Schlag kostete. „Ich war einfach einen Tick zu schnell“, gab Mikkelsen zu. „Dummerweise kamen wir nach dem Dreher entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen. Es hat ein paar Sekunden gedauert, bis ich mein Auto wieder umgedreht hatte.“ Mikkelsen ist aber zuversichtlich, das Duell mit Teamkollege Ogier weiter offen halten zu können. „Auch heute Nachmittag gibt’s nur eine Taktik: volle Attacke.“

 

Im Zeitalter fehlender Versorgung mit Zwischenzeiten war Ogier vom Ergebnis der WP 14 am meisten überrascht. „Ich hatte eigentlich sogar damit gerechnet, ein wenig Zeit auf Andreas zu verlieren“, sagte der Weltmeister, der am Nachmittag wieder den Nachteil haben wird, als Erster starten zu müssen. „Aber die Piste war besser als erwartet.“ Am Morgen war er auf WP 11 schon einmal rund sechs Sekunden langsamer als sein norwegischer Teamkollege, weil die Piste an der Oberfläche stark aufgeweicht war. „Auf der komplett vereisten WP 13 war ich dagegen schneller als Andreas. Das zeigt, welchen Einfluss die Streckenbeschaffenheit hat.“

 

Sichtlich frustriert erreichte Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) den Servicepark auf dem Flugplatz von Hagfors. „Ich finde einfach keinen Rhythmus“, sagte der Finne, der noch einmal rund 40 Sekunden durch einen Ausrutscher verloren hatte (WP 14). „Ich komme mit meinem Auto nicht optimal zurecht und versuche es mit Gewalt. Aber das funktioniert unter diesen Bedingungen nicht.“ Kleinere Änderungen in der Fahrwerksabstimmung während der 30-Minuten-Servicepause sollen Besserung bringen.



Stand nach 14 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:52:08.3 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 1:52:10.0 +1.7  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 1:52:20.7 +12.4  
4 M. Østberg / J. Andersson 1:52:59.5 +51.2  
5 O. Tänak / R. Mõlder 1:53:35.3 +1:27.0  
6 H. Paddon / J. Kennard 1:54:31.7 +2:23.4  
7 M. Prokop / J. Tománek 1:54:44.3 +2:36.0  
8 E. Evans / D. Barritt 1:55:31.4 +3:23.1  
9 K. Meeke / P. Nagle 1:55:43.5 +3:35.2  
10 Y. Protasov / P. Cherepin 1:55:54.4 +3:46.1  

Letztes Update 10:50 Uhr (MEZ)

Der Samstagvormittag im Detail.

 

WP 11: Traumstart für Mikkelsen, Ogier auf Podestkurs.

Spektakulärer Auftakt in den Samstag der Rallye Schweden: Spitzenreiter Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) erwischte auf der 18,15 Kilometer langen WP Fredriksberg 1 einen Traumstart und baute seinen Vorsprung auf die Verfolger mit der Bestzeit deutlich aus. Auch Sébastien Ogier hatte Grund zur Freude: Der Weltmeister fuhr hinter Jari-Matti Latvala die drittschnellste Zeit und verbesserte sich im Gesamtklassement auf den dritten Rang. Dabei profitierte der Franzose auch vom Fahrfehler des Citroën-Piloten Mads Østberg, der mehr als 45 Sekunden verlor. Gesamt-Zweiter bleibt Thierry Neuville (Hyundai), dessen Vorsprung auf Ogier aber nur noch 3,4 Sekunden beträgt.

 

WP 12: Doppelführung für Volkswagen Motorsport.

Der Weltmeister hat den Sieg bei der Rallye Schweden trotz seines Ausrutschers am Freitag noch lange nicht abgeschrieben: Auf der WP 12, der 22,76 Kilometer langen Rämmen 1, fuhr Volkswagen Pilot Sébastien Ogier (Polo R WC #1) seine fünfte Bestzeit an diesem Wochenende, zog in der Gesamtwertung an Thierry Neuville (Hyundai) vorbei und ist nun Zweiter. Der Rückstand auf Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9), der auf der WP 12 acht Sekunden lagsamer war als der Franzose, beträgt nur noch 22,7 Sekunden. Auch Jari-Matti Latvala kann zufrieden sein: Der Finne fuhr auf beiden WPs an diesem Morgen jeweils die zweitbeste Zeit.

 

WP 13: Ogier erhöht den Druck auf Mikkelsen.

Es waren nur 1,87 Kilometer auf der WP 13 Hagfors Sprint 1 – und dennoch konnte Weltmeister Sébastien Ogier im Polo R WRC #1 seinen Rückstand auf Andreas Mikkelsen (#9) um weitere 1,9 Sekunden verkürzen. Der Franzose gewann den Sprint vor seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (#2) und Mikkelsen und hat auf Rang zwei in der Gesamtwertung nur noch 20,8 Sekunden Rückstand auf den Norweger.

 

WP 14: Mikkelsen spürt Ogiers Atem.

Welch ein Ritt von Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) auf der WP 14 Vargåsen 1. Der Volkswagen Pilot nutzte die Wertungsprüfung mit der legendären Sprungkuppe „Colin’s Crest“ zum Angriff auf seinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen, der sich einen Dreher leistete und dadurch fast seinen gesamten Vorsprung verlor. Zur Mittagspause führt der Norweger zwar weiterhin die Gesamtwertung an, Ogiers Rückstand beträgt nach dessen siebtem WP-Sieg in Schweden aber nur noch 1,7 Sekunden. Derweil war Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #2 erneut im Pech und verlor nach einem Ausrutscher rund 45 Sekunden auf die Spitze.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


07:00 Uhr (MEZ)

Von Wölfen und Weltmeistern.

 

„Colin’s Crest“ auf der WP Vargåsen ist eine der berühmtesten Sprungkuppen der Rallye-Welt.

 

Seit letztem Jahr hält Sébastien Ogier den Rekord am „Colin’s Crest“. Volle 41 Meter flog der Polo R WRC mit der Startnummer 1 über die nach dem ehemaligen Weltmeister Colin McRae benannte Sprungkuppe auf der Wertungsprüfung „Vargåsen“. Am Samstag wird sie als WP 14 und WP 18 gefahren. Etwa auf der Hälfte der knapp 25 Kilometer langen Strecke liegt Colin’s Crest.

 

Der 2007 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommene Schotte begeisterte hier regelmäßig mit besonders spektakulären Sprüngen die Zuschauer. Auch dieses Jahr werden wieder Tausende Fans an dieser einen Stelle auf dem „Hügel der Wölfe“, auf Schwedisch Vargåsen, eine gepflegte Party feiern. Die Rahmenbedingungen dafür sind besser als jemals zuvor. Zum ersten Mal soll es direkt am „Colin’s Crest“ eine große Leinwand geben, auf der TV-Bilder der WP laufen. Sogar einen veritablen VIP-Bereich mit fest installierten Lounges gibt es inzwischen.

 

Die Fahrer werden dafür kaum Augen haben. Denn „Colin’s Crest“ ist eine durchaus anspruchsvolle Sprungkuppe. „Man kommt mit ungefähr Tempo 120, 130 an“, sagt Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2). „Die Kuppe ist blind, man kann also den Verlauf der Piste dahinter nicht sehen. Man muss deswegen leicht schräg springen. Wenn du schnurgerade über Colin’s Crest fliegst, landest du links neben der Piste.“

 

Weite Sätze sind aber noch aus einem anderen Grund nicht unbedingt die beste Lösung. „Solange das Auto in der Luft ist, kann man nicht beschleunigen“, sagt Sébastien Ogier. Bei seinem 41-Meter-Satz letztes Jahr hatte der Franzose offensichtlich derartige Bedenken über Bord geworfen.

 

Der Rekordsprung hatte nur einen Schönheitsfehler: Ogier gelang dieser Monster-Satz im zweiten Durchgang über die WP. Der 2008 geschaffene „Colin’s Crest Award“ wird allerdings traditionell im ersten Durchgang vergeben. Die Trophäe ging bei der Rallye Schweden 2014 an Juho Hänninen (Hyundai), der vergleichsweise bescheidene 36 Meter weit durch den schwedischen Wald flog.


06:00 Uhr (MEZ)

Samstag: die Wertungsprüfungen des dritten Tages.

Freitag, 13.02.2015


Andreas Mikkelsen führt nach Ausrutschern von Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier. Der Freitag. Das Video.


Aktuelle Bilder (12)
Letztes Update: 23:40 Uhr (MEZ)


Stand nach 10 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:14:03.6 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 1:14:22.7 +19.1  
3 M. Østberg / J. Andersson 1:14:23.0 +19.4  
4 S. Ogier / J. Ingrassia 1:14:28.3 +24.7  
5 O. Tänak / R. Mõlder 1:15:09.8 +1:06.2  
6 H. Paddon / J. Kennard 1:15:40.7 +1:37.1  
7 M. Prokop / J. Tománek 1:16:04.1 +2:00.5  
8 Y. Protasov / P. Cherepin 1:16:15.0 +2:11.4  
9 H. Solberg / I. Minor 1:16:21.8 +2:18.2  
10 E. Evans / D. Barritt 1:16:53.2 +2:49.6  

20:40 Uhr (MEZ)

Vom Jäger zum Gejagten.


Am Ende der ersten Etappe führt überraschend Andreas Mikkelsen.


In der Mittagspause war Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) noch alles andere als glücklich. Die knapp 20 Sekunden Abstand zu Spitzenreiter Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) schienen zu dem Zeitpunkt uneinholbar. Einen halben Tag später geht der Norweger als Führender ins Bett. „Das war wirklich ein überraschender Verlauf“, blickte Mikkelsen auf die WP 9 zurück. „Erst haben wir Jari-Matti Latvala in einer Schneewand stecken sehen. Und dann haben wir auf der Zeitenliste erkannt, dass auch Sébastien Ogier eine Menge Zeit verloren hat. Das ist schon ein bisschen verrückt!“


Die nach zehn Prüfungen knapp 20 Sekunden Vorsprung auf die direkten Verfolger Thierry Neuville (Hyundai) und Mads Østberg (Citroën) machen Mikkelsen vor der zweiten Etappe am Samstag weniger Sorgen als die 24,7 Sekunden, die ihn von Sébastien Ogier trennen. „Knapp 25 Sekunden sind nichts, was Seb nicht aufholen könnte“, schwant dem Norweger.


Ogier wird mit repariertem Scheibenwischer und neuer Windschutzscheibe zur Aufholjagd blasen. Die wieder ungehinderte Durchsicht zeigte schon auf der letzten Prüfung des Tages Wirkung, der Super-WP auf der Pferderennbahn von Karlstad. Ogier verkürzte auf den knapp zwei Kilometern den Rückstand mal eben um 1,4 Sekunden. „Ich musste heute Nachmittag ein relativ hohes Risiko eingehen, um mit den hinter mir fahrenden Kollegen mithalten zu können“, blickte der Weltmeister zurück. „Dabei ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Aber so etwas kann passieren, das bringt mich nicht aus dem Konzept. Der Plan für Samstag? Volle Attacke natürlich.“


Raus aus dem Kampf um den Sieg ist dagegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2). „Ich habe in einer Dritten- oder Vierten-Gang-Kurve den Grip überschätzt“, sagte der Finne über die WP 9. „In der Kurve zuvor war schon eine Spur mit Schotter frei gefahren. Es sah so aus, als würde die nächste Kurve ebenfalls hauptsächlich aus Schotter bestehen. Das war leider nicht so.“ Latvala wählte einen deutlich späteren Bremspunkt, als die Kurve vertrug. „Ich hatte für einen Moment noch die Hoffnung, dass die Schneemauer am Kurvenaußenrand uns retten würde“, berichtete er. „Leider hat es nicht gereicht. Der Aufprall mit dem Heck hat das Auto herumgedreht, und wir sind im Graben gelandet. Zum Glück waren an dieser Stelle Zuschauer, die uns wieder zurück auf die Strecke geschoben haben.“


Trotz des Einsatzes der Fans dauerte es mehr als acht Minuten, bis Latvala die Fahrt fortsetzen konnte. Die beiden Finnen sind im Zwischenklassement nach der ersten Etappe auf Rang 23 abgerutscht. „Wir brauchen viel Glück, um es wieder bis in die Punkteränge zu schaffen. Unser Ziel ist eher, die Power Stage am Sonntag zu gewinnen, um wenigstens drei WM-Zähler mitzunehmen.“


19:45 Uhr (MEZ)

Vor etwas mehr als zwei Jahren, am 16. Januar 2013, startete die 81. Rallye Monte Carlo – es war gleichzeitig die Premiere von Volkswagen Motorsport in der WRC. Und gleich bei der ersten Wertungsprüfung sicherte sich Sébastien Ogier die Bestzeit. Bei den 26 Rallyes der vergangenen beiden Jahre fuhr nicht nur der Franzose, sondern auch seine Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen zahlreiche Bestzeiten im Polo R WRC. Konkret waren es 347 WP-Siege auf insgesamt 486 Wertungsprüfungen.


Durch seine zwei Bestzeiten bei der Monte 2015 erhöhte Ogier auf 349 Siege – bei der Rallye Schweden folgte am Freitagmorgen auf der WP 2 (Torsby 1) das grandiose Jubiläum von 350 WP-Siegen des Polo R WRC! Für Ogier war der Jubiläumslauf von Volkswagen Motorsport der 208. Erfolg seit Januar 2013. Hinzu kamen bis zu dem Zeitpunkt 114 WP-Bestzeiten von Latvala und 28 von Mikkelsen.


Interessanter Nebenaspekt: In der vergangenen Saison gab es sogar zwei WP-Doppelsiege für Volkswagen Motorsport: Bei der Rallye Finnland (WP 3) kamen Ogier und Latvala mit der gleichen Bestzeit ins Ziel, in Australien (WP 13) schafften Ogier und Mikkelsen dieses Kunststück.


Letztes Update: 19:30 Uhr (MEZ)

Der Freitagnachmittag im Detail.

 

WP 6: Kampf um die Führung bleibt spannend.
Start frei für den Rallye-Nachmittag! Ein weiteres Mal stand die Kirkenær-Wertungsprüfung auf dem Programm. Auf dem gut sieben Kilometer kurzen Abschnitt fuhr Jari-Matti Latvala als bester Volkswagen Pilot die zweitschnellste Zeit hinter dem Ukrainer Yuri Protasov (Ford). Leader Sébastien Ogier hatte mit Sichtbehinderung durch einen feststehenden Scheibenwischer zu kämpfen und musste es deshalb etwas vorsichtiger angehen lassen. Der Abstand im Gesamtklassement zwischen Ogier und Latvala beträgt nun nur noch 3,3 Sekunden – ein Wimpernschlag.

 

WP 7: nur noch eine Sekunde!
Spannender geht es kaum: Nach der siebten Wertungsprüfung (Finnskogen 2) beträgt der Abstand zwischen den beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala nur noch eine Sekunde. Letzterer holte die Bestzeit vor Mads Østberg (Citroën) und Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9. Der Zeitverlust Ogiers hat seine Gründe: Ein Versuch, den festsitzenden Scheibenwischer zu reparieren, schlug fehl. Leider wurde dabei auch die Windschutzscheibe beschädigt, was es für das französische Duo nicht unbedingt leichter macht.

 

WP 8: ohne Scheibenwischer durchs Schneegestöber.
Schneetreiben machte den Piloten auf der achten Wertungsprüfung (Röjden 2) zu schaffen, was sich auch an den im Vergleich zu heute Morgen deutlich langsameren Zeiten offenbarte. Schnellster war erneut ein Volkswagen Pilot – dieses Mal allerdings Andreas Mikkelsen, der die Bestzeit vor Kris Meeke (Citroën) und Thierry Neuville (Hyundai) fuhr. Sébastien Ogier, der sich ohne funktionstüchtigen Scheibenwischer durch den Schnee kämpfte, konnte sich mit der viertschnellsten Zeit wieder ein bisschen von seinem härtesten Verfolger Jari-Matti Latvala (Rang sechs) absetzen.

 

WP 9: Drama um Latvala, Pech für Ogier, Führung für Mikkelsen.
Welch eine dramatische Wendung auf der Wertungsprüfung Torsby 2: Zunächst traf Sébastien Ogier im Polo R WRC #1 eine Schneebank und verlor rund 40 Sekunden auf die Konkurrenz. Doch es kam noch schlimmer für Volkswagen Motorsport: Rund 500 Meter vor dem Ziel der 14,76 Kilometer langen WP 9 blieb Jari-Matti Latvala im Schnee stecken, musste sich von den Fans helfen lassen und verlor fast neun Minuten. Profiteur war Andreas Mikkelsen, der hinter Thierry Neuville (Hyundai) die zweitbeste Zeit fuhr und die Rallye Schweden nun anführt.

 

WP 10: Ogier siegt in Karlstad, Mikkelsen über Nacht vorne.
Nach den Schreckmomenten auf der WP 9 endete der Freitag mit dem Sprint auf der Pferderennbahn in Karlstad. Auf der 1,90 Kilometer langen Strecke konnte sich Weltmeister Sébastien Ogier im Polo R WRC #1 den Frust von der Seele fahren und den Tag nach seinem Ausrutscher mit einem vierten WP-Sieg beenden. Andreas Mikkelsen und Jari-Matti Latvala landeten auf den Plätzen sechs und sieben – dennoch wird Mikkelsen die Rallye Schweden über Nacht anführen.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


13:15 Uhr (MEZ)

Riesenspaß im winterlichen Norwegen.

Dreifach-Führung für Volkswagen zur Mittagspause am Freitag.


Der Abstecher nach Norwegen hat sich für die Rallye Schweden schon jetzt gelohnt. Die ersten vier Wertungsprüfungen des Freitags liefen bei nahezu perfekten Winter-Bedingungen. Auf komplett vereistem Untergrund konnten die drei Volkswagen Piloten ihre Schnelligkeit ausspielen und eine Dreifach-Führung herausfahren.


„Vor allem die WP Röjden ist sensationell. Dort zu fahren, ist ein Riesenspaß“, sagte der Weltmeister bei der Einfahrt in die Mittgaspause im norwegischen Kirkenær. Der befürchtete Nachteil durch die Startposition eins machte sich bis dahin nicht bemerkbar. „Die Strecke war in einwandfreiem Zustand“, bestätigte Ogier, der mit drei Bestzeiten die Führung übernahm.


Strahlende Miene auch beim Teamkollegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2). „Endlich mal wieder eine tolle Winter-Rallye“, freute sich der Finne, der zur Mittagspause 9,1 Sekunden Rückstand auf Ogier hat. „In den langsamen Passagen lasse ich noch zu viel Zeit liegen“, analysierte Latvala. „Ich hoffe, das kann ich heute Nachmittag ändern.“


Einzig Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) war nicht ganz zufrieden mit dem Verlauf des Vormittags. „Ich bin von Sébastiens und Jari-Mattis Zeiten weiter weg als erwartet. Das kann ich mir nicht wirklich erklären“, grübelte der Norweger, der nach fünf Wertungsprüfungen Dritter mit 19,6 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Ogier ist.


Während der Mittagspause in Kirkenær fing es allerdings an zu regnen. Neuschnee auf den Prüfungen am Nachmittag wäre das Letzte, was die drei Volkswagen Piloten gebrauchen könnten.


12:19 Uhr (MEZ)

Eistanz im sechsten Gang.

Bei der Rallye Schweden kommen spezielle Spikes-Reifen zum Einsatz.

Die erste „richtige“ Wertungsprüfung absolvierte Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h. Doch die WP „Torsby“ gehört noch nicht einmal zu den schnellsten der Rallye Schweden. Woanders werden 120 km/h und mehr erreicht. „Man fährt ziemlich viel im sechsten Gang“, beschrieb der Weltmeister. Das Ganze natürlich auf komplett vereister oder zumindest schneebedeckter Piste.


Verantwortlich für dieses atemberaubende Tempo sind spezielle Spikes-Reifen, die ausschließlich bei der einzigen Winterrallye im WM-Kalender erlaubt sind. So sind pro zehn Zentimeter Reifenfläche maximal 20 Spikes zugelassen. Daraus ergibt sich eine maximale Anzahl von 384 pro Reifen. Die Nägel selbst dürfen höchsten 20 Millimeter lang sein, nicht schwerer als vier Gramm und müssen eine zylindrische Form aufweisen. Der Durchmesser darf an der Basis maximal neun Millimeter, an der Spitze mindestens 2,5 Millimetern betragen. Sie dürfen höchstens 6,5 Millimeter aus dem Gummi herausragen.


Michelin, Partner von Volkswagen Motorsport in der Rallye-WM, hat für die Rallye Schweden 2015 den Typ „X-Ice North 3“ im Gepäck. Mit einer Breite von 195 Millimetern ist er 20 Millimeter schmaler als der bei Asphalt-Rallyes verwendete Slick. Wenn das Reglement es erlauben würde, wäre er sogar noch schmaler.


Anders als auf trockener Straße, wo eine möglichst große Aufstandsfläche angestrebt wird, hat der ideale Reifen für Schnee und Eis nämlich das Format einer Trennscheibe. So lastet das gesamte Fahrzeuggewicht auf einer möglichst kleinen Kontaktfläche mit dem Untergrund. Auf diese Weise soll sich der Reifen durch eine eventuell vorhandene Schneedecke bis auf die vereiste Fahrbahn durchdrücken. Die aus ultrahartem Metall gefertigten Spikes können sich dann regelrecht ins Eis verbeißen. Die genau Rezeptur des Materials, aus dem die Nägel gefertigt sind, gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen der Michelin-Ingenieure.


Der „X-Ice North 3“ wird in zwei verschiedenen, asymmetrisch aufgebauten Versionen für die rechte und linke Fahrzeugseite gefertigt. Die Befestigung der Spikes im Reifen ist ebenfalls eine Wissenschaft für sich. Immerhin müssen sie bis zu knapp 70 Kilometer Wertungsprüfung überstehen. Jeder einzelne Nagel wird bei Tempo 120 km/h rund 17 Mal pro Sekunde in die Fahrbahn gepresst, bei der Landung nach einem Sprung gelegentlich mit einem Mehrfachen des Fahrzeuggewichtes. Außerdem dürfen sie nicht herausgerissen werden, sollte gelegentlich Schotter durch die Schnee- und Eisdecke blitzen.


Michelin hat außerdem das Profil der „Schweden-Spikes“ verbessert. Ein offeneres Profil schafft mehr Schnee beiseite, die einzelnen Gummiblöcke sind trotzdem noch steifer geworden. „Wenn der Reifen zu weich ist, geben die Profilblöcke zu stark nach und bauen in den Kurven nicht genug Seitenführungskraft auf“, erläutert Sébastien Ogier (Polo R WRC #1).


Gemäß der Regularien dürfen Werksteams bzw. werksunterstützte Teams während der gesamten Rallye Schweden maximal 24 Reifen verwenden. Unterschiedliche Härtegrade für die Gummimischung sind nicht erlaubt. Damit ist die Rallye Schweden der einzige WM-Lauf, bei dem die Reifenwahl kein Thema ist.


Stand nach 5 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 36:40.6 +0.0  
2 J. Latvala / M. Anttila 36:49.7 +9.1  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 37:00.2 +19.6  
4 M. Østberg / J. Andersson 37:02.6 +22.0  
5 T. Neuville / N. Gilsoul 37:17.4 +36.8  
6 K. Meeke / P. Nagle 37:34.6 +54.0  
7 E. Evans / D. Barritt 37:42.1 +1:01.5  
8 O. Tänak / R. Mõlder 37:45.1 +1:04.5  
9 R. Kubica / M. Szczepaniak 37:50.3 +1:09.7  
10 M. Prokop / J. Tománek 38:06.1 +1:25.5  

Letztes Update: 11:43 Uhr (MEZ)

Der Freitagvormittag im Detail.

 

WP 2: Seb schnappt sich die Führung.
Ein gelungener Start: Nach der gestrigen Super Special Stage hatten die Volkswagen Piloten am heutigen Morgen die erste Gelegenheit in Schweden, ihren Polo R WRC die Sporen zu geben. Mit Erfolg: Auf der 14 Kilometer langen Wertungsprüfung „Torsby 1" war keiner schneller als Sébastien Ogier, der nun mit zwei Sekunden vor Teamkollege Jari-Matti Latvala führt. Rang drei der Gesamtwertung belegt der Norweger Mads Østberg im Citroën. Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 liegt aktuell auf Platz fünf.

 

WP 3: Ogier nicht zu schlagen.
„Röjden 1“ – ein knapp 19 Kilometer langer Sprint durch die schwedischen Wälder – und erneut holte das Duo Sébastien Ogier/ Julien Ingrassia die Bestzeit. Der Vorsprung für die beiden Franzosen wächst. „Es sind sehr gute Bedingungen hier. Auf der vereisten Strecke waren wir wirklich schnell unterwegs. So macht die Rallye Spaß“, freute sich Spitzenreiter Ogier bei der Einfahrt ins Ziel. Andreas Mikkelsen war mit 2,2 Sekunden Rückstand nur wenig langsamer und eroberte Rang drei im Gesamtklassement. Weniger glücklich zeigte sich Teamkollege Jari-Matti Latvala, der hier nur die fünftschnellste Zeit erwischte: „Es ist nicht besonders gut gelaufen, wir haben irgendwo Zeit eingebüßt“, klagte der Finne. In der Gesamtwertung belegt Latvala Rang zwei hinter Ogier, der Abstand beträgt allerdings bereits 7,8 Sekunden.

 

WP 4: finnische Freude im Land der Norweger.
Die vierte Wertungsprüfung (Finnskogen 1) wurde komplett auf norwegischem Staatsgebiet abgehalten – und ein Finne holte hier die Bestzeit: Jari-Matti Latvala landete knapp vor seinem Teamkollegen Sébastien Ogier. „Es läuft immer besser für uns. Zwar noch nicht zu 100 Prozent perfekt, aber mein Selbstvertrauen wächst“, berichtete Latvala im Ziel.

 

WP 5: Der Champ schlägt zurück.
Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: Sébastien Ogier konnte sich mit einer weiteren Bestzeit wieder ein Stückchen von Verfolger Jari-Matti Latvala absetzen. Die fünfte Wertungsprüfung (Kirkenær 1) ging an den Franzosen, der vor der Pause nun mit gut neun Sekunden Vorsprung führt. „Am Anfang der WP haben wir etwas Zeit eingebüßt, weil der Gang nicht gleich reinging. War aber kein Drama, und insgesamt war es ein guter Morgen für uns“, lautete Ogiers Fazit des heutigen Vormittags.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


06:00 Uhr (MEZ)

Freitag: die Wertungsprüfungen des zweiten Tages.

Donnerstag, 12.02.2015


Nach dem Auftakt in Karlstad freuen sich die Volkswagen Piloten auf Schwedens Schneelandschaft. Der Donnerstag. Das Video.


Aktuelle Bilder (10)
Letztes Update: 06:14 Uhr (MEZ)


Stand nach 1 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 P. Tidemand / E. Axelsson 1:32.1 0.0  
2 M. Østberg / J. Andersson 1:32.4 +0.3  
3 J. Latvala / M. Anttila 1:32.5 +0.4  
4 T. Neuville / N. Gilsoul 1:32.7 +0.6  
5 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:32.8 +0.7  
6 O. Tänak / R. Mõlder 1:33.1 +1.0  
7 S. Ogier / J. Ingrassia 1:33.2 +1.1  
8 R. Kubica / M. Szczepaniak 1:34.1 +2.0  
9 Y. Protasov / P. Cherepin 1:34.3 +2.2  
10 K. Abbring / S. Marshall 1:34.6 +2.5  

21:30 Uhr (MEZ)

Platz drei, fünf und sieben für die Volkswagen Piloten nach dem Startschuss der Rallye Schweden – welch ein Rückschlag nach dem grandiosen Dreifach-Triumph beim Saisonstart in Monte Carlo, oder?! Natürlich stimmt das nur auf den ersten Blick. Denn zum einen sind nach der 1,9 Kilometer kurzen Super Special Stage auf der Pferderennbahn in Karlstad erst 0,6 Prozent der Schweden-Rallye absolviert. Zum anderen beträgt der Abstand von Weltmeister Sébastien Ogier (Rang sieben) auf den Führenden Pontus Tidemand nur 1,1 Sekunden. Anders gesagt: Die Showeinlage auf der Pferderennbahn war für die Zuschauer spektakulär, so richtig startet die Rallye Schweden aber erst am Freitagmorgen.


21:00 Uhr (MEZ)

Der Auftakt am Donnerstagabend.

 

WP 1: Volkswagen Piloten starten solide.

Es war mal wieder ein mitreißender Start in die Rallye Schweden: Auf der Pferderennbahn in Karlstad sorgte zunächst ein Feuerwerk für Spektakel, dann die Rallye-Piloten auf der 1,90 Kilometer langen Super Special Stage. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt riskierten die Volkswagen Piloten aber vorerst nicht zu viel. Jari-Matti Latvala war mit einer Zeit von 1:32.5 Minuten schnellster Mann im Polo R WRC. Nur 0,3 Sekunden langsamer war Andreas Mikkelsen auf Rang fünf, Weltmeister Sébastien Ogier kam weitere 0,4 Sekunden dahinter auf den siebten Platz. Der Sieg auf der Pferderennbahn ging überraschend an den WRC2-Piloten Pontus Tidemand aus Schweden.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


13:30 Uhr (MEZ)


06:00 Uhr (MEZ)

Donnerstag: die Wertungsprüfung des ersten Tages.

Vorberichte


Sonntag, 08.02.2015

Karneval im Schnee.


Mit idealen winterlichen Bedingungen verspricht die Rallye Schweden, ein großes Fest für Fahrer und Fans zu werden.


Die Bedingungen sind so perfekt wie schon seit Jahren nicht mehr. Seit Wochen liegen rund um Hagfors die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, der Untergrund ist solide vereist. Meterhohe Schneebänke säumen die Wertungsprüfungen der Rallye Schweden. Beste Voraussetzungen für einen spannenden zweiten WM-Lauf der Saison 2015.

 

Im Camp von Volkswagen Motorsport werden derzeit sämtliche Daumen gedrückt, dass es bis zum Start am Donnerstag so bleibt. Und dass es vor allem nicht noch einmal schneit. Nach dem Dreifachsieg bei der Rallye Monte Carlo müssen Sébastien Ogier (Polo R WRC #1), Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) und Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) nämlich in dieser Reihenfolge die Strecke eröffnen. „Wenn frischer Schnee auf der Piste liegt, hast du mit einer vorderen Startposition keine Siegchancen“, sagt Weltmeister Ogier, der die einzige Winter-Rallye im WM-Kalender im Jahr 2013 gewinnen konnte. Der „Straßenfeger-Job“, der den nachfolgenden Konkurrenten eine immer besser zu befahrende Ideallinie beschert, ist für die drei Volkswagen Piloten nur dann nicht von Nachteil, wenn die Piste statt aus Schnee nur aus Eis besteht.

 

Die Rallye Schweden gehört eindeutig zu den Favoriten der Profis. „Mit Tempo 180 durch den verschneiten Wald zu fahren, ist ein sensationelles Erlebnis“, sagt Vorjahressieger Jari-Matti Latvala. Möglich machen dieses Tempo die nur in Schweden erlaubten Spike-Reifen, die sich mit knapp 400 Wolfram-Nägeln ins Eis krallen. „Damit hast du mehr Traktion als bei Schotter-Rallyes“, sagt Latvala.

 

Diese spektakuläre Action macht die Rallye Schweden auch zum Liebling der Fans. Bei Temperaturen zwischen null und minus zehn Grad strömen sie in Scharen an die Strecke. Viele reisen stilecht mit dem Snowmobil an. An Hotspots wie der berühmten Sprungkuppe „Colin’s Crest“ gehören außerdem fantasievolle Verkleidungen zum guten Ton – Rallye als Ersatz für Karneval.

 

Die Rallye Schweden ist gleichzeitig die zweite Härteprobe für den neuen Polo R WRC. Bei der Premiere in den französischen Alpen war die zweite Generation des World Rally Car von Volkswagen Motorsport unschlagbar. „Es wird sicherlich sehr schwer, diesen Erfolg zu wiederholen. Aber wir sind optimal vorbereitet“, sagt Ogier.

 

Wie schon in den vergangenen Jahren führt die Rallye-Route auch ins benachbarte Norwegen, wo acht der 21 Wertungsprüfungen liegen. Praktisch am gesamten Freitag wird dort gefahren. Insgesamt warten 308 WP-Kilometer auf die rund 50 Teilnehmer des WM-Feldes. Den Auftakt bildet am Donnerstagabend die Super-WP auf der Trabrennbahn von Karlstad.


Freitag, 06.02.2015

„Ich freue mich auf eine schnelle Rallye.

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es ist immer etwas ganz Besonderes für mich, in Schweden zu fahren. Keine andere Rallye wird komplett auf Eis und Schnee ausgetragen und das liebe ich. In diesem Jahr sieht es ganz danach aus, dass wir sehr gute Bedingungen haben. In Schweden liegt sehr viel Schnee und die Kälte hat viele Streckenabschnitte in Eisbahnen verwandelt. Ich freue mich darauf und auf eine schnelle Rallye. Das Einzige, was mir ein bisschen den Spaß verderben könnte, wäre Neuschnee. Für die ersten Fahrer auf der Strecke wäre frischer Schnee ein kleiner Nachteil. Trotzdem fahre ich voller Optimismus nach Schweden, weil mich der Sieg bei der Rallye Monte Carlo zusätzlich motiviert hat. Im Vergleich zur Monte kann man jedoch sagen, dass die Bedingungen bei der Rallye Schweden deutlich berechenbarer sind und für uns Fahrer längst nicht so fordernd sein werden.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich habe auf Schnee und Eis das Rallye-Fahren gelernt. Schon als Kind bin ich auf zugefrorenen Seen gedriftet und deshalb fühle ich mich auch bei der Rallye Schweden so wohl. Besonders freue ich mich auf die beiden Wertungsprüfungen Frederiksberg und Vargåsen, weil man dort einen guten Rhythmus bekommt und es auf diesen Wertungsprüfungen große Sprünge gibt. Positiv stimmt mich zudem auch mein zweiter Platz bei der Rallye Monte Carlo. Das war mehr, als ich erwartet habe. Sollte es in Schweden mit dem Sieg klappen, würde das meinen Anspruch auf den Fahrertitel untermauern. Trotzdem ist mir bewusst, dass neben Sébastien auch Andreas oder Konkurrenten wie Mads Østberg um den Sieg mitfahren werden. Mit diesen Jungs ist in hier immer zu rechnen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich verbinde mit der Rallye Schweden viel Positives. Im vergangenen Jahr bin ich dort zum ersten Mal aufs Podium gefahren. Die Rallye Schweden zeichnet sich vor allem durch schnelle WPs mit Schneebänken an den Straßenrändern aus. Findet man die richtigen Schneebänke, an die man sich anlehnen kann, gewinnt man eine Menge Zeit und fährt vorn mit. Klappt das nicht und man erwischt eine zu weiche Schneebank, kann es genauso schnell aus sein. Ich starte an den ersten beiden Tagen jeweils als Dritter und wenn auf der Strecke viel Schnee liegt, haben die ersten Fahrer ganz klar einen Nachteil. Deswegen hoffe ich, dass die Straßen eher vereist sind. Ist das nicht der Fall, nehme ich mir ein Ergebnis unter den Top Fünf vor. Und mit den richtigen Bedingungen ist mein erster Sieg durchaus realistisch.“


Mittwoch, 04.02.2015

Machen Sie sich startklar für die Rutschpartie!


Wälder, Schnee, Eis und jede Menge Fans! Die Rallye Schweden ist aus vielen Gründen eine der beeindruckendsten Veranstaltungen des Jahres. Doch wie gut kennen Sie sich aus mit der einzigen Schnee-Rallye des Jahres? Wer ist Rekordsieger? Wie lautet eines der großen Highlights in Schweden? Und welche Erfolge feierte Volkswagen Motorsport dort bislang? Testen Sie hier im Quiz Ihr Wissen und absolvieren Sie gleichzeitig die perfekte Vorbereitung für die Rallye Schweden 2015 – viel Erfolg.

 

Hier geht’s zu den Fragen.


Dienstag, 03.02.2015

Volkswagen Motorsport peilt Schweden-Hattrick an.

Schnee und Eis, das ist nicht gerade der Untergrund, auf dem sich der normale Autofahrer wohlfühlt. Bei den Volkswagen Piloten sieht das ein wenig anders aus: Die Rallye Schweden, das einzige Event im WRC-Kalender, das als echte Winter-Rallye zählt, war in den vergangenen beiden Jahren fest in den Händen der Männer im Polo R WRC.

 

In der Premierensaison 2013 triumphierte Sébastien Ogier und sorgte damit gleichzeitig für den ersten Rallye-Sieg von Volkswagen Motorsport in der WRC. Im vergangenen Jahr war es Jari-Matti Latvala, der in Schweden nicht zu schlagen war – zudem fuhr Andreas Mikkelsen auf Rang zwei und stand damit erstmals auf dem Podium.

 

Und 2015? Schafft Volkswagen Motorsport den dritten Sieg hintereinander bei der Rallye Schweden? Statistisch gesehen stehen die Chancen gut: In den vergangenen beiden Jahren gewann das Trio in ihren Polo R WRC insgesamt 31 der 45 Wertungsprüfungen bei der Winter-Rallye. Allein Sébastien Ogier fuhr mit 21 WP-Siegen fast die Hälfte aller Bestzeiten.

 

In diesem Jahr sind die Voraussetzungen aufgrund des Dreifach-Triumphs von Monte Carlo allerdings schwierig: Schließlich wird seit dieser Saison an den ersten beiden Tagen einer Rallye nach Reihenfolge im WM-Klassement gestartet. Die drei führenden Volkswagen Piloten haben dann also den Nachteil, die Rolle des „Schneepflugs“ für den Rest des Feldes übernehmen zu müssen.

Streckenprofil

Vollgas auf Schnee und Eis.

Winterrallye bei Minustemperaturen.

Auf speziellen Reifen mit langen Spikes rauschen die Piloten durch die verschneiten Wälder.

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Quiz

Wie gut kennen Sie sich aus?

Testen Sie Ihr Wissen.

Bei diesem Quiz können Sie zeigen, ob Sie ein Experte der Rallye Schweden sind.

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