RALLYE ITALIEN.

Hart aber herzlich.

Die Rallye Italien gehört zweifelsohne zu den härtesten und materialmordendsten Läufen in der Weltmeisterschaft. Auf den schmalen Schotterpisten der Insel Sardinien sind die Aufhängungen der World Rally Cars permanent gefordert. Eine besondere Gefahr stellen zudem die im weichen Schotter oder Sand versteckten Steine dar, die von den ersten Fahrzeugen im wahrsten Sinne des Wortes freigeschaufelt werden und bei den folgenden Wagen schnell für Reifenschäden sorgen können. Die Piloten müssen auf Sardinien folglich eine vorsichtige Gangart wählen, um sich keinen Plattfuß einzuhandeln. Ein wichtiges Thema ist auf Sardinien auch die Startposition. Ähnlich wie in Portugal oder Griechenland möchte hier niemand den Straßenfeger spielen – aber, gerade bei Dunkelheit, auch niemand im Staub der anderen fahren.

Datum: 09. bis 12. Juni 2016

Ein Blick ins Gebetbuch: Beifahrer packen aus.

 

Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiß, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“

Julien Ingrassia über die Rallye Italien.

Was ist das Besondere der Rallye Italien?
Da fällt mir als erstes der recht sandige Untergrund ein. Dazu sind die Straßen auf Sardinien recht schmal, und es gibt viele Felsbrocken, die dicht am Straßenrand liegen. Man muss also eher vorsichtig fahren. Das Tempo ist nicht sehr hoch, aber die Hitze macht uns und dem Auto zu schaffen.

Worauf muss man bei der Rallye Italien besonders achten?
Vor allem auf die vielen Steine. Kurven müssen sehr akkurat gefahren werden. Wer zu weit rausdriftet, riskiert schnell einen Reifenschaden oder Schlimmeres. Die Nachtprüfungen haben es natürlich auch in sich – gerade dann, wenn man nicht als Erster startet und sich durch den Staub der Vorgänger kämpfen muss.

Der beste Moment bei der Rallye Italien?
Unser erster Sieg dort im Jahr 2013. Nach der Enttäuschung von Griechenland, wo wir nur Zehnte wurden, hat sich der Sieg gleich doppelt so gut angefühlt.

Der schlimmste Moment bei der Rallye Italien?
Es gab eigentlich keinen. Die letzten drei Jahre waren wirklich optimal, wir haben jedes Mal gewonnen. Mal sehen, ob das dieses Jahr auch wieder möglich ist.