RALLYE FINNLAND.

Achterbahnfahrt im Grenzbereich.

Die Einheimischen nennen ihre Rallye liebevoll den „Großen Preis von Finnland“. Das liegt zum einen an der Popularität der Veranstaltung, zum anderen an den Geschwindigkeiten, mit denen die WM-Piloten durch die finnischen Wälder heizen. Mit 200 km/h rauschen die Fahrer zwischen Bäumen her, driften millimetergenau ums Eck und springen über blinde Kuppen. Das heißt, sie können nicht sehen, was dahinter lauert. Durch die vielen Hügel und Sprünge ist die Rallye wie eine zweieinhalbtägige Achterbahnfahrt im Grenzbereich. Bei keiner anderen Veranstaltung ist so viel Mut und Feingefühl am Lenkrad gefordert, und bei keiner anderen Rallye ist das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer so wichtig. Denn jeder noch so kleine Fehler kann in einem schweren Unfall enden.

Datum: 28. bis 31. Juli 2016

Ein Blick ins Gebetbuch: Beifahrer packen aus.

 

Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiß, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“

Miikka Anttila über die Rallye Finnland.

 

Was ist das Besondere der Rallye Finnland?
Die Atmosphäre ist einfach ganz besonders. Und es ist eigentlich das letzte große Sommer-Event in Finnland. Die Rallye wird auf sehr glattem und hartem Untergrund ausgetragen. Da die Geschwindigkeiten enorm sind, muss man sehr präzise fahren. 

Worauf muss man in Finnland besonders achten?
Man sollte nicht an Stellen abkürzen, die man nicht gut kennt. Wenn man in einer Kurve zu stark abkürzt und zum Beispiel einen Reifenschaden davonträgt, kann man abfliegen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten kann das böse Folgen haben. Die Wucht eines Unfalls ist dann enorm. 

Der beste Moment in Finnland?
Der Sieg 2010 war wirklich herausragend, weil wir uns da einen tollen Kampf mit Sébastien Loeb geliefert haben. 

Der schlimmste Moment in Finnland?
Wir hatten auch ein paar Ausfälle zu verkraften. Das tut dann beim Heimspiel natürlich doppelt weh.