RALLYE GROSSBRITANNIEN.

Die Schlammschlacht.

Offiziell wird die Rallye Großbritannien als Schotterrallye geführt. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass der Begriff „Matschrallye“ deutlich besser passen würde. Es soll Menschen geben, die sich auch an komplett trockene Ausgaben dieses Waldmarathons erinnern, die meiste Zeit aber sorgen starke Regenfälle und dichter Nebel für erschwerte Bedingungen. Bei diesen schwierigen Sichtverhältnissen wird die Fahrt durch den Forst oft zum „Blindflug“, die Piloten müssen den Ansagen ihrer Copiloten im wahrsten Sinne des Wortes blind vertrauen können. Aber auch der britische Linksverkehr ist nicht ungefährlich: Das musste beispielweise 2011 Sebastian Loeb schmerzvoll erfahren, als ihm bei einer Verbindungsetappe ein spanischer Tourist auf der falschen Seite entgegenkam und in seinen Citroën DS3 fuhr.

Datum: 27. bis 30. Oktober 2016

Ein Blick ins Gebetbuch: Beifahrer packen aus.

 

Sie stehen während einer Rallye oftmals ein wenig abseits des öffentlichen Interesses: Die Beifahrer. Zu Unrecht, denn Rallye ist ein Teamsport, und ohne die blitzschnellen Ansagen der Co-Piloten könnte kein Fahrer einen WRC-Boliden im Renntempo bewegen. Denn wer bei Tempo 160 plötzlich nicht weiß, ob es hinter der nächsten Kurve nach links oder rechts geht, hat definitiv ein Problem. Nicht umsonst lautet ein alter Rallye-Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“

Miikka Anttila über die Rallye Großbritannien.

 

Was ist das Besondere der Rallye Grossbritannien?
Ich glaube, Jari-Matti und ich waren schon zehn, elf Mal bei der Rallye Wales, wir kennen wirklich jede Wertungsprüfung dort. Jari-Matti liebt die Wertungsprüfungen, die Rallye Wales ist eine Art zweites Heimspiel für ihn. Ich mag die Rallye Wales auch, besonders wenn es trocken ist. Doch leider regnet es die meiste Zeit und an manchen Stellen muss man höllisch aufpassen, da es extrem rutschig ist.

Worauf muss man in Grossbritannien besonders achten?
Das Wetter ist extrem unvorhersehbar, die Strecke und damit auch der Aufschrieb können sich innerhalb von Sekunden entscheidend verändern. Es hilft, wenn man ein bisschen Erfahrung mit diesen Umständen hat.

Der beste Moment in Grossbritannien?
2011 und 2012 konnten Jari-Matti und ich die Rallye Wales gewinnen, das waren ganz klar die beiden Höhepunkte in England.

Der schlimmste Moment in Grossbritannien?
Das war die Rallye 2005. Markku Märtin und sein Beifahrer Michael Park hatten einen schweren Unfall, bei dem Michael Park leider gestorben ist.