Rallye Monte Carlo 2013.

 

Toller Einstieg in die WRC: Rang zwei bei der härtesten „Monte“ der letzten Jahre.

Schon beim allerersten Start in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) ist Volkswagen der Sprung auf das Podium gelungen. Bei der Rallye Monte Carlo sicherten sich Sébastien Ogier und sein Beifahrer Julien Ingrassia mit dem Polo R WRC in beeindruckender Manier Rang zwei. Ein Erfolg, der angesichts schwierigster Bedingungen umso höher zu bewerten ist. Ogier und Ingrassia gelangen neben der herausragenden Gesamtplatzierung auch zwei Prüfungsbestzeiten. Einzig der neunmalige Weltmeister Sébastien Loeb (F, Citroën) war am Ende noch schneller.

Entsprechend strahlend trat Sébastien Ogier vor die Mikrofone: „Noch nie war ich so glücklich über einen zweiten Platz wie heute. Bei unserem Einstand mit dem Polo R WRC direkt das Podium zu erreichen, ist einfach großartig. Das waren die wohl schwierigsten Bedingungen bei der Rallye Monte Carlo, die ich je erlebt habe.“ Copilot Julien Ingrassia jubelte: „Dieser zweite Platz fühlt sich wie ein Sieg an. Er bedeutet mir und mit Sicherheit auch dem ganzen Team eine Menge.“

Ein Mix aus Schnee, Eis und nassem Asphalt machte die Rallye Monte Carlo 2013 zur härtesten der vergangenen Jahre – was dem zweiten Volkswagen Polo R WRC mit Jari-Matti Latvala am Steuer leider zum Verhängnis wurde: Eine Platzierung unter den ersten fünf Rängen so gut wie sicher, schied der Finne am letzten Wertungstag aus.

„Auf dem ersten Durchgang der Col-de-Turini-Prüfung lag mehr nasser Schneematsch, als ich erwartet hatte. Ich war gleich zu Beginn zu schnell, das Auto hat nicht wie erwartet eingelenkt und ich bin hart angeschlagen. Vor mir war ein Konkurrent dort herausgerutscht und ich bin in seine Spur geraten. Nichts zu machen.“ Kopf hoch, Jari-Matti, dein Auftritt war trotzdem stark.

Auch Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito zeigte sich von diesem unerwarteten Erfolg begeistert: „Das Team hat an den vergangenen vier Rallye-Tagen einen herausragenden Job gemacht und die Autos perfekt vorbereitet. Es hat keinen Patzer, nicht das geringste Problem gegeben.“


Starkes Debüt bei der Rallye Monte Carlo.
Das Video.


Rallye Monte Carlo 2013: Endergebnis

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Loeb / D. Elena 5:18:57.2 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 5:20:37.1 +1:39.9  
3 D. Sordo / C. Del Barrio 5:22:46.2 +3:49.0  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 5:24:23.5 +5:26.3  
5 B. Bouffier / X. Panserie 5:27:10.3 +8:13.1  
6 M. Ostberg / J. Andersson 5:31:00.9 +12:03.7  
7 M. Prokop / M. Ernst 5:42:24.5 +23:27.3  
8 S. Wiegand / F. Christian 5:48:31.7 +29:34.5  
9 O. Burri / G Duval 5:54:35.4 +35:38.2  
10 M. Kosciuszko / M. Szczepaniak 5:55:25.2 +36:28.0  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Monte Carlo des Jahres 2013 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 20.01.2013

 


14:00 Uhr

Volkswagen Team feiert ersten Podiumsplatz in der WRC.

 

Gratulation, Séb und Julien, das war wirklich großes Kino! Beim ersten Antritt in der WRC, der Königsklasse des Rallyesports, konnte das Duo Ogier/Ingrassia gleich einen Podiumsplatz verbuchen. Mit einer starken Leistung fuhr das Team souverän auf Rang zwei. Selbstredend, dass die Stimmung bei der Siegerehrung in Monte Carlo bestens war. Ein toller Auftakt in die Saison – so kann es weitergehen.

Samstag, 19.01.2013

 


23:04 Uhr

Was für ein Einstand: Rang zwei bei der härtesten "Monte" der letzten Jahre.

Ganz starke Leistung: Schon mit dem allerersten Start bei der FIA Rallye-Weltmeisterschaft ist Volkswagen der Sprung auf das Podium gelungen. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia sicherten sich mit dem Polo R WRC in beeindruckender Manier Rang zwei. Ein Erfolg, der angesichts schwierigster Bedingungen umso höher zu bewerten ist. Ein Mix aus Schnee, Eis und nassem Asphalt machte diese Ausgabe der Rallye Monte Carlo zur härtesten der vergangenen Jahre – was dem zweiten Volkswagen WRC-Team Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila leider zum Verhängnis wurde: Auf Top-Five-Kurs liegend schieden die beiden am letzten Wertungstag aus.

Ogier/Ingrassia gelangen neben der herausragenden Gesamtplatzierung auch zwei Prüfungsbestzeiten. Einzig die neunmaligen Weltmeister Sébastien Loeb/Daniel Elena (F/MC, Citroën) waren am Ende noch schneller. Entsprechend strahlend trat Sébastien Ogier vor die Mikrofone: „Noch nie war ich so glücklich über einen zweiten Platz wie heute. Bei unserem Einstand mit dem Polo R WRC direkt das Podium zu erreichen, ist einfach großartig. Das waren die wohl schwierigsten Bedingungen bei der Rallye Monte Carlo, die ich je erlebt habe.“ Co-Pilot Julien Ingrassia jubelt: „Dieser zweite Platz fühlt sich wie ein Sieg an. Er bedeutet mir und mit Sicherheit auch dem ganzen Team eine Menge."

Auch Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito zeigte sich von diesem unerwarteten Erfolg begeistert: „Das Team hat an den vergangenen vier Rallye-Tagen einen herausragenden Job gemacht und die Autos perfekt vorbereitet. Es hat keinen Patzer, nicht das geringste Problem gegeben.“

Jari-Matti Latvala war die Enttäuschung nach seinem Ausscheiden natürlich anzumerken. Zusammen mit seinem Co-Piloten Miikka Anttila rutschte er mit dem Polo R WRC in die Streckenbegrenzung: „Auf dem ersten Durchgang auf der Col-de-Turini-Prüfung lag dort mehr nasser Schneematsch, als ich erwartet hatte. Ich war gleich zu Beginn zu schnell, das Auto hat nicht wie erwartet eingelenkt und ich bin hart angeschlagen. Vor mir war ein Konkurrent dort herausgerutscht und ich bin in seine Spur geraten. Nichts zu machen." Kopf hoch, Jari-Matti, dein Auftritt war trotzdem stark. Auf ein Neues: Die nächste Herausforderung wartet beim WRC-Lauf vom 7. bis 10. Februar 2013 in Schweden.

Rallye Monte Carlo: Endergebnis

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Loeb / D. Elena 5:18:57.2 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 5:20:37.1 +1:39.9  
3 D. Sordo / C. Del Barrio 5:22:46.2 +3:49.0  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 5:24:23.5 +5:26.3  
5 B. Bouffier / X. Panserie 5:27:10.3 +8:13.1  
6 M. Ostberg / J. Andersson 5:31:00.9 +12:03.7  
7 M. Prokop / M. Ernst 5:42:24.5 +23:27.3  
8 S. Wiegand / F. Christian 5:48:31.7 +29:34.5  
9 O. Burri / G Duval 5:54:35.4 +35:38.2  
10 M. Kosciuszko / M. Szczepaniak 5:55:25.2 +36:28.0  

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Interview mit Sébastien Ogier

„Zum ersten Mal über Platz zwei glücklich.“

Der Volkswagen Werkspilot spricht über die fulminante Wettbewerbspremiere des Polo R WRC bei der Rallye Monte Carlo.

Herzlichen Glückwunsch zu einem perfekten Auftakt zur Saison 2013. Hättest du es vor dem Start der Rallye Monte Carlo für möglich gehalten, auf Anhieb Zweiter zu werden?
Sébastien Ogier: Ich war mir überhaupt nicht sicher, wo wir stehen. Bei der Rallye Monte Carlo sind wir ja zum ersten Mal im Wettbewerb auf die Konkurrenz getroffen. Bis dahin hatten wir von den Testfahrten nur Vergleiche zu den Daten des Škoda  Fabia S2000, mit dem ich die komplette letzte Saison gefahren bin.

Wie aussagekräftig ist das Ergebnis für den Rest der Saison?
Sébastien Ogier: Die Rallye Monte Carlo und auch die bevorstehende Rallye Schweden sind so speziell, dass sie nicht dazu taugen, unsere Leistung korrekt einzuordnen. Wir müssen die ersten Schotter-Rallyes abwarten, um wirklich aussagekräftige Erkenntnisse über unseren Leistungsstand zu erhalten.

Was ist dir am Start der ersten Wertungsprüfung der Rallye Monte Carlo durch den Kopf gegangen?
Sébastien Ogier: Das war der Moment, auf den ich ein Jahr lang hingearbeitet habe. Ich war also entsprechend nervös, und natürlich war der Adrenalinspiegel entsprechend hoch.

Warst du überrascht, als du gleich in dieser Prüfung die erste Bestzeit für den Polo R WRC in der Weltmeisterschaft gefahren bist?
Sébastien Ogier: Ich habe während der Prüfung keine Zwischenzeiten ins Auto bekommen. Ich wusste also erst im Ziel, wie schnell wir waren. Das war schon ein toller Moment.

Wie schwierig war die Rallye Monte Carlo 2013?
Sébastien Ogier: Unglaublich schwierig. Ich war schließlich zum ersten Mal mit einem World Rally Car hier am Start. Einige Wertungsprüfungen waren komplett neu für mich. Ich konnte mich also nur ganz beschränkt auf Erfahrungen aus der Vergangenheit verlassen. Unter diesen Voraussetzungen die korrekte Reifenwahl zu treffen und die Streckenverhältnisse richtig einzuschätzen, war wirklich kompliziert.

Seit der ersten Etappe war der Abstand zu Sébastien Loeb fast gleich geblieben. Woran lag das?
Sébastien Ogier: Wir sind am ersten Tag erst als achtes Auto gestartet, sieben Plätze hinter Sébastien Loeb. Das wurde zum Nachteil, als sich am Nachmittag die Streckenverhältnisse mit jedem Teilnehmer deutlich verschlechtert haben. Dadurch haben wir fast eineinhalb Minuten auf Loeb verloren. Ab der zweiten Etappe sind wir direkt hinter ihm gestartet. Seitdem waren unsere Zeiten immer mehr oder weniger identisch.

Was bedeutet der zweite Rang für dich?
Sébastien Ogier: Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich über einen zweiten Platz glücklich bin. Normalerweise bin ich nur mit Siegen zufrieden.

Der Einzige, an dem du hier nicht vorbei gekommen bist, ist Sébastien Loeb. Er fährt nicht alle WM-Läufe. Das macht dich zu einem der Titelfavoriten ...
Sébastien Ogier: Der Titel ist in diesem Jahr nicht unser Ziel. Es geht erst einmal darum, bei allen Rallyes möglichst viel Erfahrung zu sammeln.

 


20:37 Uhr

Letzte Wertungsprüfungen gestrichen –
Ogier/Ingrassia holen fantastischen zweiten Gesamtrang!


Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen und „unkontrollierbarer Zuschauermassen“ ist soeben offiziell entschieden worden, die letzten beiden Wertungsprüfungen zu streichen. Eine Entscheidung für die Sicherheit – die von allen Teams positiv aufgenommen wird.

Das bedeutet: Bereits der erste Auftritt des Teams von Volkswagen Motorsport bei der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2013 bringt einen Podiumsplatz: Sébastien Ogier und Julien Ingrassia sichern sich mit dem Polo R WRC #8 einen fantastischen zweiten Gesamtrang. Herzlichen Glückwunsch, Jungs!

 


18:45 Uhr

„Nur ins Ziel kommen."


Verschneite Pisten, Schneegestöber, schlechte Sicht: Die Rallye Monte Carlo 2013 fordert die Piloten aufs Härteste. Während Jari-Matti Latvala seinen Polo R WRC nach einem Crash mit erheblicher Beschädigung abstellen musste, kämpft sich Sébastien Ogier weiter durch die winterlichen Seealpen. Auf der 16. Wertungsprüfung raste der Franzose als Zweiter mit vier Sekunden Abstand auf Sébastien Loeb über die Ziellinie.

 

In der Gesamtwertung bleibt Ogier souveräner Zweiter und liegt aktuell 1:39.9 Minuten hinter Loeb. „Die Strecken sind heute extrem schwer zu fahren", fasste Ogier das Geschehen zusammen, „ich wollte nur sicher ins Ziel kommen."


16:40 Uhr

Schneetreiben, brüllende Motoren

und ein Schlagabtausch zwischen zwei Franzosen.

François Chalonse ist seit Jahren Rallye-Fan. „Mit dem neuen WRC-Polo hat Ogier das richtige Werkzeug, um die Rallye-WM wieder spannend zu machen. Ich freue mich schon auf die kommenden Läufe", erzählt der 48-Jährige. Recht hat er – denn Volkswagens Nummer-eins-Fahrer ist seinem Landsmann und Rekord-Weltmeister Sébastien Loeb dicht auf den Fersen.

So sehen es alle Zuschauer, die sich auf der eigens errichteten Tribüne eingerichtet haben. Der Rest der mehr als 1.000 Fans steht links und rechts neben der Piste im Wald. Jeder WRC-Renner wird angefeuert. Ganz besonders aber die zwei französischen Top-Fahrer Sébastien Loeb und Volkswagen Pilot Sébastien Ogier. Regen und Kälte? Das scheint hier oben keinen zu interessieren.


16:05 Uhr

Pech für Latvala: Abflug auf WP 14.


Für Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila ist die Rallye Monte Carlo 2013 gelaufen. Das Team kam im Polo R WRC #7 auf der 14. Wertungsprüfung (Moulinet - La Bollène Vésubie) bei schwierigsten Bedingungen von der schneebedeckten Strecke ab. Beide Piloten sind unverletzt.


Auch Sébastien Ogier, der als Dritter vor Sébastien Loeb ins Ziel kam, hatte zu kämpfen: "Extrem schwierig zu fahren. Teilweise bin ich mit 20 km/h dahingeschlichen."


10:00 Uhr

Col de Turini – der Pass der Legenden.

Gleich drei Mal führt die Strecke der Abschlussetappe über die berühmteste Passhöhe der gesamten Rallye-Weltmeisterschaft – den Col de Turini. An 364 Tagen im Jahr ein nicht besonders spannendes Hochplateau, 1.607 Meter über dem Meeresspiegel. Ein Hotel und ein paar kleinere, nur im Sommer bewohnte Häuser, mehr ist nicht zu sehen. Doch zur Rallye Monte Carlo wird der „Turini“, wie er kurz genannt wird, zum Mekka des Rallyesports. Hier treffen sich Tausende von Fans, um ihre Helden anzufeuern. Legendär sind die Schneeballschlachten mit französischen Fans auf der einen, Italienern auf der anderen Seite. Und die „Flics“, wie die zur Streckensicherung eingesetzten Polizisten respektlos genannt werden, mittendrin.


Nicht erst seit der Ankunft von Volkswagen in der Weltmeisterschaft ist das Publikum noch internationaler geworden. Die Zahl der Zuschauer hat zugenommen, die Stimmung ist sowieso nach wie vor einzigartig. Besonders wenn auch wie in diesem Jahr nachts gefahren wird. Der Dunst von Lagerfeuern wabert über die Strecke. Eine ganze Armee mobiler Imbissstände bringt Glühwein und gegrillte Merguez – die berühmten Bratwürste Südfrankreichs – an den Mann und an die Frau. Dazu kommt häufig klirrende Kälte von minus zehn Grad und weniger.


Regelmäßig spielt der Col de Turini bei der letzten Etappe der Rallye Monte Carlo die Hauptrolle. Im Laufe der Jahre wurde in allen möglichen Richtungen über den „Turini“ gefahren. Von Moulinet nach La BollèneVésubie ebenso wie andersherum, sogar die seitliche Verbindung über Peira-Cava – wo sich normalerweise kilometerlang die Zuschauerautos stauen – wurde schon genutzt.


In der klassischen Variante, die dieses Mal gefahren wird, schraubt sich die Wertungsprüfung vom 200-Seelen-Dorf Moulinet in unzähligen Haarnadelkurven über beinahe 1.000 Höhenmeter hinauf zum Pass. Auf der anderen Seite geht es wiederum knapp 1.000 Meter steil bergab bis nach La Bollene Vésubie. Ergänzt wird das Ganze durch meist schwierige Streckenverhältnisse. Zum Beispiel trockene Piste bei der Auffahrt, vereiste Straße beim Abstieg. Übermütige, mit Schneeschaufeln bewaffnete Fans verschärfen die Lage gerne noch.


Seit der Erfindung der Rallye Monte Carlo im Jahr 1911 sind an der Unberechenbarkeit des „Turini“ bereits unzählige Siegträume zerplatzt. Oder scheinbar schon geschlagene Piloten haben sich mit wahren Husarenritten an die Spitze gekämpft.


Am Samstag wird der „Turini“ gleich drei Mal überfahren. Als WP 14 noch im Hellen, als WP 16 und WP 17 im Dunkeln.

Freitag, 18.01.2013

 


17:20 Uhr

Fliegender Finne bei der „Monte“.


Und ab dafür! Auf der 13. Wertungsprüfung holte Jari-Matti Latvala alles aus seinem Polo R WRC und kam als Zweiter ins Ziel. Nur 8.7 Sekunden trennten ihn auf der Strecke von Sisteron nach Thoard von Spitzenreiter Loeb. Der „Vollgas-Finne“ erreichte das Etappenziel vor seinem Teamkollegen Sébastien Ogier, der Dritter wurde und in der Gesamtwertung weiterhin auf Rang zwei liegt. Latvala überholte den Citroën-Piloten Mikko Hirvonen und ist nun neuer Gesamtfünfter.


Nach dem tollen Ergebnis war Jari-Matti natürlich überglücklich: „Die Änderung der Fahrzeug-Abstimmung für heute hat sich bezahlt gemacht. Jetzt habe ich endlich das nötige Vertrauen ins Auto gefunden und bekomme von meinem Polo R WRC die Rückmeldung, die ich bislang vermisst hatte.“


Sébastien Ogier musste richtig beißen: „Die Bedingungen auf den Wertungsprüfungen der Rallye Monte Carlo waren heute noch einmal anspruchsvoller als an den vergangenen Tagen. Auf der zweiten Prüfung hatte man ständig mit wechselnden Untergründen zu tun. Und auch die schnellen Bergab-Passagen in ‚Sisteron‘ waren knifflig. Ich bin absolut kein Risiko eingegangen, habe aber leider in einer Haarnadelkurve etwas Zeit verloren. Die Reifenwahl war nicht gerade leicht.“


Ein dickes Lob gab es von Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito: „Beide Fahrer/Beifahrer-Teams haben bisher einen tollen Job gemacht. Sébastien Ogier hat die großartigen Ergebnisse der ersten ‚Monte‘-Tage mit weiteren Top-Zeiten bestätigt. Auch Jari-Matti Latvala leistet tolle Arbeit. Denn man darf bei der Bewertung seiner Leistung nicht vergessen, dass er deutlich weniger Kilometer im Polo R WRC absolviert hat als sein Teamkollege. Jari-Matti hat sich perfekt in das Team eingefügt, entwickelt das Auto Stück für Stück in seine Richtung und befolgt die Strategie perfekt.“

Stand nach 13 von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Loeb / D. Elena 4:16:41.9 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 4:18:29.3 +1:47.4  
3 E. Novikov / I. Minor 4:20:01.8 +3:19.9  
4 D. Sordo / C. Del Barrio 4:20:03.5 +3:21.6  
5 J. Latvala / M. Anttila 4:20:46.8 +4:04.9  
6 M. Hirvonen / J. Lehtinen 4:21:01.0 +4:19.1  
7 J. Hanninen / T. Tuominen 4:21:57.4 +5:15.5  
8 M. Ostberg / J. Andersson 4:23:00.1 +6:18.2  
9 B. Bouffier / X. Panserie 4:25:02.6 +8:20.7  
10 M. Prokop / M. Ernst 4:35:30.7 +18:48.8  

 


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Letztes Update: 18:50 Uhr

 


13:16 Uhr

Die Spione, die aus der Kälte kommen.


Jeder Topfahrer hat seine eigenen Informanten in Sachen Streckenverhältnisse  denn die Reifenstrategie ist noch immer das große Thema der Rallye Monte Carlo. Auf den teilweise stark vereisten Wertungsprüfungen sind Spike-Reifen äußerst gefragt. Die funktionieren auf Eis und Schnee wunderbar, haben aber den großen Nachteil, auf den Asphaltabschnitten zügig ihre Nägel zu verlieren. Da jeder Werksfahrer aber nur 20 Spike-Reifen zur Verfügung hat, wurden in den letzten beiden Tagen so oft wie möglich neue mit gebrauchten Exemplaren kombiniert. Das Ziel dabei: auch am Samstag zur Abschlussetappe noch ein paar brauchbare Spikes übrig zu haben.


Dabei hatte jeder Pilot sein eigenes System. Auch zur Halbzeit der dritten Etappe wird deshalb ein großes Geheimnis daraus gemacht, wer noch wie viele Spike-Reifen auf Lager hat. „Ich habe inzwischen 22, weil ich bei der Konkurrenz welche geklaut habe“, scherzte ein Fahrer.


Aber wie entscheiden die Piloten eigentlich, mit welchen Reifen sie auf die Strecke gehen? „Einige Wertungsprüfungen waren im Training trocken, sind inzwischen aber verschneit", beschreibt Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier die Problematik. Eine wichtige Rolle in diesem Poker spielen offiziell „Safety Crews“ genannte, allgemein als Eisspione bekannte Teams. Sie dürfen eine bis zwei Stunden vor dem Start jeder Wertungsprüfung noch einmal die Strecke abfahren, um die aktuellen Streckenverhältnisse zu kontrollieren. Ihre Beobachtungen schreiben sie meist in eine Kopie des Streckenaufschriebs („Gebetbuch“) ihres jeweiligen Schützlings. Die Übergabe erfolgt dann kurz vor dem Start einer Prüfung.


Für diesen verantwortungsvollen Job werden meist routinierte Piloten eingespannt. Für Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier „spioniert“ der frühere französische Meister Nicolas Vouilloz. Für Teamkollege Jari-Matti Latvala ist der ehemalige Ford- und Suzuki-Werkspilot Toni Gardemeister unterwegs. Und für Volkswagen Junior Sepp Wiegand, der im Fabia Super 2000 vonŠkoda Deutschland die Kategorie WRC2 anführt, wirft Volkswagen Entwicklungsfahrer Dieter Depping seine Erfahrung in die Waagschale.


11:10 Uhr

Erfolgreicher Start in den Freitag.


Es herrscht klirrende Kälte in den Seealpen – doch die beiden Spitzenreiter der Rallye Monte Carlo lieferten sich auf der 11. Wertungsprüfung (St. Jean-en-Royans – La Cime Du Mas) ein heißes Duell! Sébastien Ogier peitschte seinen Polo R WRC mit nur 1,5 Sekunden Abstand hinter dem führenden Sébastien Loeb (Citroën) über die Ziellinie.


„Eine tolle Wertungsprüfung“, freute sich der Volkswagen Pilot. „Ich hätte noch viel schneller fahren können, wollte aber kein zu großes Risiko eingehen.“ In der Gesamtwertung beträgt der Abstand auf Loeb 1:36.3 Minuten.


Jari-Matti Latvala kam als Fünfter ins Ziel und zeigte sich zufrieden: „Ich bin diese Strecke seit fünf Jahren nicht mehr gefahren. Die Zeit war besser als gedacht.“


8:40 Uhr

„Der Sieg ist nicht das Ziel.“


Nach der gestrigen zweiten Etappe der Rallye Monte Carlo liegt Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier auf Rang zwei. Der Abstand zum führenden Sébastien Loeb (Citroën) hat sich auf 1:34.8 Minuten leicht vergrößert. „Bei der ersten Rallye mit dem Polo R WRC ist für uns das Wichtigste, ins Ziel zu kommen“, erteilte Ogier allen Fragen, ob er Loeb noch attackieren werde, eine klare Absage. „Der Sieg ist nicht das Ziel. Wenn es am Ende zu Rang zwei reicht, bin ich mehr als zufrieden.“


Außerdem war Ogier am Donnerstagnachmittag mit einer anderen Reifenstrategie unterwegs als Loeb. „Ich habe nur zwei neue Spike-Reifen verwendet und dazu vier gebrauchte“, verriet er. Loeb dagegen hatte offensichtlich vier neue Exemplare der raren Reifen verwendet. Nur insgesamt 20 davon stehen für die gesamte Rallye zur Verfügung. Sollten die noch folgenden acht Wertungsprüfungen ähnlich stark verschneit sein wie die heutigen sechs, könnten den einer oder anderen Piloten die Spike-Reifen ausgehen.

Donnerstag, 17.01.2013

 


18:30 Uhr

Weiterhin dicht auf den Fersen.


Zur Halbzeit der Rallye Monte Carlo bleibt das Duo Ogier/Ingrassia im Polo R WRC #8 dem führenden Sébastien Loeb (Citroën DS3) weiter dicht auf den Fersen. Der Abstand beträgt nach der zehnten Wertungsprüfung 1:34.8 Minuten, eine gute Minute dahinter folgt Daniel Sordo. Am heutigen Donnerstag und am Mittwoch hatten Ogier/Ingrassia die Auftaktprüfung der „Monte“ mit Bestzeit beendet. Bei extrem anspruchsvollen äußeren Bedingungen mit Schnee, Eis und starkem Wind folgen ihre Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) nach dem zweiten „Monte“-Tag auf der sechsten Position.


Sébastien Ogier zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen des zweiten Wertungstages. „Die Rallye läuft bisher perfekt. Noch perfekter wäre es, wenn wir am Samstagabend das Ziel erreichen. Bis dahin konzentriere ich mich nur auf mich.“ Wir drücken dir die Daumen, Seb, du packst das!

Und was sagt der Chef? Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito ist happy mit dem bisherigen Verlauf des WRC-Debuts. „Alles in allem ist die Teamleistung nach der Hälfte der Distanz einfach spitze. Umso schöner, dass Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala die gute Vorbereitung vor und die tolle Arbeit der Mechaniker bei der Rallye immer wieder mit Top-Zeiten belohnen. Das haben sich die Jungs verdient.“

Stand nach 10 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Loeb / D. Elena 3:16:29.1 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 3:18:03.9 +1:34.8  
3 D. Sordo / C. Del Barrio 3:19:07.1 +2:38.0  
4 E. Novikov / I. Minor 3:19:22.3 +2:53.2  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:19:51.8 +3:22.7  
6 J. Latvala / M. Anttila 3:20:12.3 +3:43.2  
7 J. Hanninen / T. Tuominen 3:20:40.4 +4:11.3  
8 B. Bouffier / X. Panserie 3:22:14.5 +5:45.4  
9 M. Ostberg / J. Andersson 3:22:18.1 +5:49.0  
10 M. Prokop / M. Ernst 3:30:44.7 +14:15.6  

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Letztes Update: 18:30 Uhr

 


17:25 Uhr

Neue Rolle für „El Matador“.

 

Meistens tut er so, als sei er eigentlich nur hier, um mit ein paar alten Bekannten zu plaudern. Doch Carlos Sainz entgeht in der Wartezone, in der sich die Teilnehmer der Rallye Monte Carlo vor der Einfahrt zum Service sammeln, nicht das kleinste Detail. Dann wieder tigert der zweimalige Weltmeister (1990 und 1992) um die Rallyeautos herum. Sein besonderes Augenmerk gilt den Reifen. Welcher Fahrer hat welche Reifen aufgezogen? Wie sehen sie aus mit zwei, drei Wertungsprüfungen auf dem Buckel? Welche Reserveräder liegen im Kofferraum?


In Sachen Erfahrung mit der Rallye Monte Carlo macht Sainz, der als Berater für Volkswagen Motorsport arbeitet, so schnell keiner was vor. Drei Mal hat der Spanier die „Grande Dame“ des Rallyesports gewonnen. Kein Wunder, dass die Volkswagen Werkspiloten Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala seinen Rat schätzen, wenn es um die Reifenwahl geht. „Carlos hat hier schon alles erlebt. Er kann jede Wettersituation perfekt einschätzen“, sagt Ogier, der erst zum zweiten Mal mit einem World Rally Car bei der „Monte“ am Start ist.


Das Wort von Sainz hat Gewicht, wenn sich Ogier und Latvala zwischen Spike-Reifen, Winterreifen oder fast profillosen Slicks entscheiden müssen. Wäre er nicht lieber als Teilnehmer mit dabei? „Ich bin die Rallye Monte Carlo 15 Mal gefahren, das reicht“, wiegelt der 50 Jahre alte Madrilene ab. „Ich habe meine Zeit gehabt, jetzt konzentriere ich mich auf meine neue Aufgabe.“

 


16:15 Uhr

Ogier geht auf Nummer sicher.


Es bleibt eine rutschige Angelegenheit: Auf der neunten Wertungsprüfung (St. Bonnet – St. Bonnet) hatte das Volkswagen Team mit fehlendem Grip zu kämpfen. Sébastien Ogier kam als Sechster ins Ziel. „Es herrschten leider wieder schwierige Bedingungen auf der Strecke. Deswegen wollte ich nicht zu sehr pushen“, erklärte der Franzose, der in der Gesamtwertung nach wie vor auf Rang zwei liegt.

 


13:10 Uhr

Schneepflug oder Rallyeauto?

Bei extremen Winterwetter geht das Duell der beiden Sébastiens munter weiter. Die zweite Etappe der Rallye Monte Carlo begann mit noch schwierigeren Witterungsbedingungen als der Auftakt am Mittwoch. Ein starker Wind sorgte für extreme Kälte – unter Berücksichtigung des so genannten Windchill-Faktors beinahe minus 30 Grad. Angesichts dieser Bedingungen gingen alle Topfahrer mit Spike-Reifen in die Vormittagsschleife, die in den Nordwesten von Valence führte.

Wie schon auf der ersten Etappe startete Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier mit einer Bestzeit in den Tag. Um 5,4 Sekunden verringerte der auf Gesamtrang zwei liegende Franzose seinen Rückstand auf den Führenden, Sébastien Loeb (Citroën). Teamkollege Jari-Matti Latvala hatte dagegen Pech. „Der Reifen vorne rechts ist platt“, berichtete der Finne im Ziel der Wertungsprüfung. „Außerdem habe ich irgendwie noch kein Gefühl dafür, wie ich mit dem Polo R WRC auf Schnee umgehen muss.“ Rund 30 Sekunden Zeitverlust waren die Quittung.

Frischer Schnee behinderte anschließend in der genau dafür berüchtigten Wertungsprüfung rund um St. Bonnet-le-Froid die Fahrer mit den niedrigen Startpositionen. Betroffen war auch Sébastien Ogier, der als Zweiter den Serviceplatz in Valence verlassen hatte. „Ich fühle mich ein bisschen wie ein Schneepflug“, beschrieb der Franzose, der sich außerdem einen Dreher leistete. Die nachfolgenden Konkurrenten profitierten dagegen von einer frei gefahrenen Ideallinie. Prompt ging die Bestzeit an Evgeny Novikov (Ford), Sechster in der Startreihenfolge.

Der junge Russe sicherte sich auch die nächste Wertungsprüfung vor Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier. Dieses Mal betrug dessen Zeitgewinn auf Loeb 0,9 Sekunden. „Die Strecke war komplett vereist“, fasste Ogier zusammen. „Das war die schwierigste Prüfung dieser Schleife.“ Vor der Nachmittagsschleife hat er seinen Rückstand auf Loeb auf 1:17,9 Minuten verringert. Teamkollege Jari-Matti Latvala ist inzwischen auf Rang sechs zurück gefallen.


13:07 Uhr

„Mir fiel ein Stein vom Herzen."

Das erste World Rally Car von Volkswagen Motorsport ist zweifellos sein Baby. Francois-Xavier Demaison, den alle nur FX nennen, ist verantwortlicher Ingenieur für den Polo R WRC. Länger als ein Jahr hat er an den kleinsten Details gefeilt. Daten analysiert und noch mal analysiert. Nach Testfahrten Ideen verworfen und durch neue ersetzt. Aber bis zur ersten Wertungsprüfung der Rallye Monte Carlo wusste niemand so ganz genau, ob er einen guten Job abgeliefert hat. Bis dahin war der Polo R WRC noch nie direkt auf seine Konkurrenten getroffen.


Seit dem Start der Rallye Monte Carlo 2013 ist klar: FX Demaison – und natürlich auch seine gesamte Mannschaft – hat einen exzellenten Job abgeliefert. Werkspilot Sébastien Ogier fuhr gerade die allererste Bestzeit für den Polo R WRC, für Volkswagen Motorsport und für FX. „In diesem Moment ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, verriet der Franzose hinterher. „Wir wussten aus Tests und Simulationen ja nur ungefähr, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Aber Séb hat mit seiner Bestzeit bewiesen, dass wir nicht so ganz in die falsche Richtung entwickelt haben.“


Nicht, dass FX in der Nacht vor dem Start der Rallye Monte Carlo an den Fingernägeln kauend schlaflos in seinem Hotelzimmer gesessen hätte. „Zu diesem Zeitpunkt hätten wir sowieso nichts mehr am Auto verändern können“, wiegelte er völlig cool ab. „Es gab überhaupt keinen Grund für übertriebene Nervosität.“

 


10:35 Uhr

Furioser Start in den zweiten Tag!


Sébastien Ogier gibt seinem Polo R WRC die Sporen! Der Franzose legte einen beeindruckenden Start in den zweiten Tag der Rallye Monte Carlo hin und hat sich den Sieg auf der fünften Wertungsprüfung geschnappt. Auf der 19 Kilometer langen, schneebedeckten Strecke von Labatie D’Andaure nach Lalouvesc erreichte Ogier das Ziel vor Evgeny Novikov, der im Ford Fiesta RS mit einem Abstand von 2,9 Sekunden folgte. Dritter wurde Sébastien Loeb im Citroën DS3, der die Gesamtwertung weiterhin mit 1:14.9 Minuten anführt.


Sébastien Ogier: „Das war ein toller Start. Wir hatten gute Bedingungen. Die Strecke war zwar sehr rutschig, aber trotzdem gut zu fahren.“

 


8:32 Uhr

Ziemlich einseitig: Unorthodoxe Reifenkombinationen sind bei der „Monte“ normal.

Damit sollte man sich nicht abseits einer Rallye erwischen lassen. Winterreifen auf der linken Fahrzeugseite, beinahe profillose Slicks rechts, und im Kofferraum zwei Spikereifen. Als die Teams auf die zweite Schleife der ersten Etappe gingen, waren derart unorthodoxe Reifenkombinationen weit verbreitet. „Damit versuchen wir, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein“, begründete Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier. Denn während am Vormittag noch weitgehend vereiste Pisten auf die Piloten warteten, hatte die Sonne bis zum Nachmittag Eis und Schnee kräftig angetaut oder den Asphalt sogar getrocknet. Also packten die Fahrer von jedem verfügbaren Reifentyp zwei ein.

Um die Idee dahinter zu verstehen, muss man sich die Allradtechnik der World Rally Cars ein wenig näher anschauen. In Vorder- und Hinterachse arbeiten Sperrdifferenziale, in der Mitte ist der Durchtrieb starr. Das bedeutet, dass gute Traktion von einer Fahrzeugseite weitgehend auf die beiden Räder der anderen Seite übertragen wird. Einseitig durchdrehende Räder gibt es praktisch nicht. Ein extremes Beispiel: Unser Muster-Fahrer hat links Spike-Reifen und rechts Slicks montiert. Er fährt auf einer vereisten Straße. Die linken Reifen krallen sich in das Eis und sorgen für Vortrieb oder bauen Bremskraft auf. Die Slicks auf der rechten Seite werden durch die Sperrdifferenziale weitgehend am Durchdrehen bzw. Blockieren gehindert.

Auf lediglich nasser oder trockener Straße läuft das Spiel genau umgekehrt. Dann greifen die Slicks und die normalweise jetzt durchdrehenden Spike-Reifen werden von den Sperrdifferenzialen kontrolliert.  Das Ganze funktioniert übrigens auch, wenn die Spikereifen vorne rechts und hinten links, die Slicks vorne links und hinten rechts montiert sind. Daher kommt der Begriff „Crossover“ für diese Kombination. „Das Fahrverhalten ist mit Crossover-Bereifung natürlich nicht optimal“, sagt Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala. „Aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, geht’s ganz gut.“ 

Mittwoch, 16.01.2013

 


Stand nach 4 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Gesamtzeit Abstand  
1 S. Loeb / D. Elena 1:39:49.0 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 1:41:09.3 +1:20.3  
3 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:41:35.7 +1:46.7  
4 D. Sordo / C. Del Barrio 1:41:50.2 +2:01.2  
5 J. Latvala / M. Anttila 1:41:51.2 +2:32.2  
6 E. Novikov / I. Minor 1:42:39.6 +2:50.6  
7 M. Ostberg / J. Andersson 1:42:44.1 +2:55.1  
8 B. Bouffier / X. Panserie 1:42:46.1 +2:57.1  
9 J. Hanninen / T. Tuominen 1:42:52.5 +3:03.5  
10 M. Prokop / M. Ernst 1:46:00.3 +6:11.3  

19:45 Uhr

Einstand nach Maß.

 

Volkswagen feiert bei der Rallye Monte Carlo einen gelungenen Einstand. Nach dem ersten von vier „Monte“-Wertungstagen liegen Ogier/Ingrassia hinter Weltmeister Loeb nach weiteren Top-Platzierungen mit 1.20,3 Minuten Rückstand auf der zweiten Position. Ihre Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) folgen auf Platz fünf des Gesamtklassements, nachdem sie unter anderem ein Reifenschaden auf der abschließenden Prüfung einbremste.


Sébastien Ogier (Polo WRC #8) ist mit dem Ergebnis des ersten Wertungstages zufrieden: „Ein guter Start in die ‚Monte‘. Aber das war nur der erste Tag, der nicht allzu viel bedeutet. Die Rallye ist noch lang und es kommen noch harte Tage auf uns zu“, erklärte der Franzose.


Weniger glücklich zeigte sich Jari-Matti Latvala im Polo WRC #7: „Das war nicht wirklich mein Tag heute. Die erste Wertungsprüfung hat die Reifen gleich so stark beansprucht, dass wir sie auf der Verbindungsetappe zur zweiten WP wechseln mussten. Ich selbst habe fahrerisch noch nicht richtig meinen Rhythmus gefunden. Das kommt noch.“

 


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Letztes Update: 19:12 Uhr

 


17:30 Uhr

Probleme mit der Zeitnahme.

 

Die Uhr tickt erbarmungslos – aber tickt sie auch im richtigen Takt? Am ersten Wertungstag der Rallye Monte Carlo hatten die Zeitnehmer mit den Tücken der Technik zu kämpfen: Spätestens ab der dritten Wertungsprüfung gab es keine zuverlässigen Ergebnisse. Sogar die Angaben auf der offiziellen WRC-Website wichen von denen des WRC-Radios ab.


Lange nach Ende der vierten WP warten wir noch immer auf das offizielle Ergebnis. Klar scheint aktuell nur, dass Sébastien Loeb im Citroën DS3 in Führung liegt.


13:45 Uhr

Die Zeit läuft – immer.


Warum Jari-Matti Latvala 30 Strafsekunden kassierte.


Kaum hatte Sébastien Ogier die erste Bestzeit für den Polo R WRC erzielt, ereilte Volkswagen Motorsport auch der erste Rückschlag. Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala kassierte auf dem Weg zur zweiten Wertungsprüfung (WP) eine Strafzeit von 30 Sekunden.


Der Grund dafür: Der Finne checkte drei Minuten zu spät an der Zeitkontrolle vor dem Start der WP 2 ein. Vom Zeitplan waren für den Weg von WP 1 zu WP 2 exakt eine Stunde und 15 Minuten vorgesehen. Latvala benötigte drei Minuten mehr. Das Reglement sieht für diesen Fall eine Zeitstrafe von zehn Sekunden pro Minute Verspätung vor. Weil ihm das Fahrwerk zu hart war, versuchte Latvala den Stabilisator an der Vorderachse auszuhängen – leider ohne Erfolg. Zusammen mit einem zu langsamen Reifenwechsel bedeutete das einen herben Zeitverlust.


„Die Zeit für den Weg zwischen den beiden WP war sehr knapp bemessen“, erklärte Latvala. „Wir haben es wohl beim Reifenwechsel vor dem Start der WP 2 etwas zu gemütlich angehen lassen.“


13:12 Uhr

 


10:04 UHR

Bestzeit bei der Premiere: Sébastien Ogier gewinnt die erste Wertungsprüfung!

 

Das war ein Einstand nach Maß: Sébastien Ogier startet überraschend mit einer Bestzeit in die Rallye Monte Carlo. Und das bei der allerersten Wertungsprüfung (WP), die der brandneue Polo R WRC jemals im Wettbewerb gefahren ist. Sogar Weltmeister und Vorjahressieger Sébastien Loeb (Citroën) musste sich geschlagen geben, wenn auch nur um 3,7 Sekunden.

Obwohl die 37 Kilometer lange WP „Le Moulinon – Antraigues“ nur zur Hälfte mit Schnee und Eis bedeckt war, starteten alle Topfahrer mit Spike-Reifen. „Die Kunst ist, auf den Asphalt-Abschnitten die Spikes nicht zu ruinieren“, verriet Ogier sein Erfolgsgeheimnis.


Im Lager von Volkswagen Motorsport verfiel wegen Ogiers Bestzeit niemand in Übermut. Denn bis Samstagabend folgen noch 17 weitere schwere Wertungsprüfungen. Eine Bestzeit zum Anfang ist längst keine Garantie, dass am Ende auch ein Topergebnis herausspringt.


9:00 UHR

Reifenpoker: warum Geheimniskrämerei

zum Siegen dazu gehört.


Nur wenige Teammitglieder dürfen davon wissen. Zu groß ist die Gefahr, dass die Informationen nach draußen dringen. Die Wettervorhersage ist während der Rallye Monte Carlo eine der wichtigsten Positionen bei Volkswagen Motorsport. Von diesen Daten hängt möglicherweise der Sieg ab. Deswegen tragen alle Prognosen den Vermerk „Top Secret“.


Seit es in der Umgebung von Valence heftig geschneit hat, tauchen die Werksfahrer Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier beinahe im Minutentakt bei der Wetterfee auf. Den Finnen und den Franzosen interessiert vor allem eins: Wird es bis Samstag weiter schneien? Oder ist vielleicht ab Donnerstag mit Sonne zu rechnen?


Verwenden darf jeder aber nur maximal 40 Reifen. Wer zum Beispiel bis Freitag sämtliche Spike-Reifen aufgebraucht hat, muss am Samstag ohne auskommen. Auch wenn die Wertungsprüfungen dann komplett vereist sein sollten. Wer richtig pokert, liegt am Ende vorn. So erklärt sich auch, warum Sébastien Ogier trotz Schneesturm bei einem von vier Durchgängen im Shakedown mit Winterreifen ohne Spikes ausrückte, während die meisten Konkurrenten auf die Nägel vertrauten. Das Freie Training musste nämlich bereits mit Reifen aus dem 40er-Kontingent bestritten werden.


Natürlich lässt man die Konkurrenten möglichst nicht wissen, welche Reifen man selbst gerade verwendet. Legendär ein Fall, bei dem ein Team auf normale Winterreifen mit weißer Farbe Spikes aufgemalt hatte. Die Spione der Konkurrenz ließen sich täuschen, die eigenen Fahrer korrigierten ihre Reifenwahl auf den letzten Drücker vor der Ausfahrt aus dem Serviceplatz. Und wurden auf den nächsten Wertungsprüfungen prompt regelrecht deklassiert.

Dienstag, 15.01.2013

 


14:12 Uhr


13:44 Uhr

Zwei Teams – eine neue Ära.

In wenigen Stunden beginnt mit der Rallye Monte Carlo für Volkswagen Motorsport eine neue Zeitrechnung. Es ist eine Premiere in mehrfacher Hinsicht: Zum ersten Mal geht der Polo R WRC in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) an den Start. Und erstmals arbeitet das Team während einer Rallye mit einer neuen Fahrerpaarung zusammen – der Finne Jari-Matti Latvala sowie sein Landsmann und Co-Pilot Miikka Anttila gehören seit dem 1. Januar 2013 offiziell zum Volkswagen Kader und starten bei der „Monte“ im Polo R WRC mit der Startnummer 7. Im zweiten Polo R WRC mit der Startnummer 8 stellen sich die Franzosen Sébastian Ogier und sein Beifahrer Julien Ingrassia den eiskalten Herausforderungen der „Mutter aller Rallyes“. Der im französischen Gap geborene Ogier kennt nicht nur die Gegend wie seine Westentasche, sondern auch den Polo: Er ist genau wie Ingrassia bereits seit Ende 2011 als Werksfahrer bei Volkswagen unter Vertrag; beide haben maßgeblich an der Entwicklung des Polo R WRC mitgearbeitet. Endlich geht es los – viel Glück, Jungs! 

 

Polo R WRC #7:

Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila im Portrait.

 

Polo R WRC #8:

Sébastien Ogier und Julien Ingrassia im Portrait.

Vorberichte


Montag, 14.01.2013

 


15:15 Uhr

Es schneit.
Pünktlich zum Start wird die Rallye
Monte Carlo wieder unberechenbar.


Wenn ein Ort schon St. Bonnet le Froid heißt, kann das eigentlich nichts Gutes bedeuten. Im „kalten Sankt Bonnet“ starten die Wertungsprüfungen 6 und 9 der Rallye Monte Carlo. Und pünktlich zum Auftakt der Saison 2013 hat es in dem gut 1.100 Meter hoch gelegenen Örtchen in der Region Haute-Loire angefangen zu schneien. „Momentan liegen schon ein paar Zentimeter Schnee“, berichtete Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala vom Training, das heute endete.

So wie in St. Bonnet le Froid sieht es gerade an vielen Orten in den Alpen aus: Es schneit mehr oder weniger heftig. Damit werden für die Rallye Monte Carlo genau die Bedingungen erwartet, die aus der „Monte“ die schwierigste Veranstaltung des ganzen Jahres machen. Je nach Lage sind die Bergsträßchen zwischen Valence und Monaco knochentrocken, nass durch Tauwasser, wenig oder stark verschneit oder sogar vereist. Manchmal alles innerhalb einer einzigen Wertungsprüfung – im munteren Wechsel.

Das stellt die Teams vor die komplizierte Frage: Mit welchen Reifen fahren wir los? Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Piloten vor jeder Wertungsprüfung aus einem schier unerschöpflichen Reifenlager bedienen konnten. Bei der Rallye Monte Carlo sind Reifenwechsel nur noch alle zwei bis drei Prüfungen erlaubt. Die Teams haben dabei die Wahl zwischen fast profillosen Trockenreifen, die es in harter und weicher Gummimischung gibt, und Winterreifen mit und ohne Spikes. Um die Sache noch kniffliger zu machen, hat jedes Team nur ein begrenztes Kontingent für die gesamte Rallye zur Verfügung: Für Werksfahrer wie Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier von Volkswagen Motorsport sind es exakt 40.


Freitag, 11.01.2013

 


17:21 Uhr

Statements aus dem Team Volkswagen Motorsport.

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7

„Es macht mir sehr viel Spaß, den Polo R WRC zu fahren. Er liegt sehr stabil und die Fahrbarkeit des Motors ist ebenfalls sehr gut. Bei der ‚Monte‘ möchte ich einen guten Start in die Saison hinlegen. Das Ergebnis steht zunächst nicht im Vordergrund, wobei ich mich über WM-Punkte natürlich freuen würde.“

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8
„Die ‚Monte‘ ist für mich eine ganz besondere Rallye, schließlich ist sie meine Heimrallye. Der Saisonauftakt nahe meiner Heimat wird aber auch für das gesamte Team eine außergewöhnliche Erfahrung werden, schließlich ist dies die erste Rallye mit dem neuen Polo R WRC. Wir arbeiten mit Volkswagen seit über einem Jahr auf diesen Moment hin. Wir können es kaum abwarten, endlich richtig loszulegen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ich freue mich, dass es nun endlich losgeht. Und das gesamte Volkswagen Team fiebert der Rallye-WM-Premiere des Polo R WRC entgegen. Für das Team sind WM-Rallyes in der Top-Klasse WRC ein neues Metier, der Polo R WRC ist zudem ein von Grund auf neu entwickeltes Fahrzeug mit vielen innovativen Ideen, das seine Wettbewerbspremiere feiert. Bei der ‚Monte‘ werden wir erstmals sehen, wie wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen.“


12:50 Uhr

Lasst uns endlich beginnen!

Der Countdown zur Rallye Monte Carlo läuft.

Die Spannung steigt. Überall ist sie spürbar. Bei den Fahrern, den Teams, den Veranstaltern, den Fans. Selbst die World Rally Cars wirken so, als würden sie voller Ungeduld mit den Reifen scharren. Nur noch wenige Tage, dann fällt der Startschuss zur WM-Saison 2013. Es wird auch langsam Zeit.

Am Mittwoch, den 16. Januar, beginnt die Rallye Monte Carlo. Allerdings nicht im mondänen Fürstentum an der Côte d’Azur, sondern rund 350 Kilometer weiter nordwestlich im Tal der Rhône – wie schon in den vergangenen Jahren erfolgt der Startschuss für den Saisonauftakt in Valence. Erst nach zwei Etappen in den Bergen rund um die kleine Industriestadt windet sich die Rallye-Route am Freitag quer durch die Alpen nach Monaco. Bei einer kurzen, aber heftigen Schleife durch die Seealpen geht es am Samstagnachmittag gleich drei Mal über den berühmten Col de Turini, anschließend erreichen die Fahrerteams das Ziel im Hafen von Monaco.

Für die Werkspiloten von Volkswagen und ihre Konkurrenten wird es aber schon ein paar Tage vorher ernst. Ab Samstag, den 12. Januar, wird trainiert, bis einschließlich Montag. Die spannendsten Fragen, die es dabei zu klären gilt, lauten: Wo liegt Schnee? Und wo ist die Piste vereist? Dieses sogenannte „Recce“ (eine Abkürzung des englischen Begriffs „Reconnaisance“) wird vom Veranstalter streng überwacht. Jede Wertungsprüfung darf maximal zweimal gefahren werden, um den Streckenaufschrieb (auch „Gebetbuch“ genannt) zu erstellen. Im Trainingsauto installierte GPS-Systeme registrieren jeden Verstoß gegen geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen – und dann gibt’s Ärger mit den Sportkommissaren.

Am Dienstag stehen in Valence noch einige Pflichtpunkte auf dem Programm: Auf die Fahrer und Copiloten warten die Kontrollen von Führerscheinen und Lizenzen sowie diverse Pressekonferenzen – die Mechaniker müssen die brandneuen Polo R WRC von Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Startnummer 7) und Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (8) den Technikkommissaren vorführen.

Am Mittwoch geht es dann endgültig zur Sache und die Adrenalinpegel erreichen ihren Höchststand. Morgens um 09:03 Uhr fährt der amtierende Weltmeister Sébastien Loeb als Erster über die Startlinie. Wenige Minuten später ist es dann endlich so weit: Volkswagen Motorsport läutet eine neue Ära ein – die Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft.

Streckenprofil

Die Unberechenbare.

Die Monte macht, was sie will.

Die Fahrer erwartet ein einzigartiger Mix aus Schnee, Eis, Nässe und trockenem Asphalt.

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Länderprofil

Monaco in Zahlen

Ausgewählte Fakten zum Gastgeberland der WRC.

Geographie, Auto und Verkehr, Flora und Fauna: Monaco im Kurzportrait.

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