Rallye Italien.

11. bis 14. Juni 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Italien 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Sonntag, 14.06.2015


Bilder Tag 3 (16)


Tageszusammenfassung

Bravissimo!

 

Ausrollen und dann nichts wie rauf aufs Dach des Polo R WRC: Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben mittlerweile einige Übung im Feiern ihrer Rallye-Siege. Auch bei der Rallye Italien 2015 klappte das Jubeln wieder bestens. Das Weltmeister-Duo aus Frankreich war am Ende des sechsten Laufs der WRC-Saison 2015 einmal mehr obenauf. Bravissimo!

 

Der Gewinn der Rallye Italien war bereits der 21. Erfolg von Ogier und Ingrassia für Volkswagen und der 28. ihrer WRC-Karriere. Zugleich bescherten die beiden der Marke Volkswagen den zweiten Sieg-Hattrick bei einer Rallye, da sie auf Sardinien (ebenso wie in Mexiko) auch in den Jahren 2014 und 2013 triumphiert hatten. In der Gesamtwertung bauten Seb und Julien ihre Führung auf Punkte 66 gegenüber Mads Østberg (Citroën) aus.

 

„Der Sieg hier auf Sardinien war sehr wichtig für unseren Kampf um die Weltmeisterschaft. Wir haben jetzt einen großen Punktevorsprung vor der Konkurrenz“, sagte Ogier nach seinem Triumph. „In dieser Saison war das bisher die physisch anstrengendste Rallye. Deshalb bin ich überglücklich und stolz auf diesen Erfolg in Italien.“ Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito: „Es war eine kräftezehrende Rallye. Am Ende gab es ein Happy End für uns. Das war wichtig im Kampf um die Meisterschaft.“

 

Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala und sein Co-Pilot Miikka Anttila waren nach ihrem Sieg in Portugal in bester Fahrlaune nach Sardinien gekommen. Einen Reifenschaden und eine lädierte Aufhängung, die das finnische Duo am Samstag in der Gesamtwertung der Rallye zurückgeworfen hatten, nahmen die beiden angesichts der extrem zähen Bedingungen der sardischen Strecken, mit denen so gut wie alle Teams zu kämpfen hatten, sportlich: Am Ende arbeiteten sie sich bis auf Platz sechs vor.

 

Hart war die Rallye Italien auch für Andreas Mikkelsen. Nachdem er im vergangenen Jahr Platz vier belegt hatte, war nach einer gebrochenen Radaufhängung am Samstagvormittag für den Norweger nicht mehr viel zu holen. Trostpflaster für Latvala und Mikkelsen: Mit Platz zwei und drei auf der Powerstage (hinter Ogier, der Bestzeit fuhr) nahmen beide noch Punkte für die Fahrerwertung mit. Bis zur Rallye Polen (2.-5. Juli) sind es jetzt noch knapp zwei Wochen. Dort wollen sie beweisen, dass sie mindestens ebenso schnell auf dem Dach ihres World Rally Cars sein können wie Weltmeister Ogier.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Am Abend fällst du wie ein Stein ins Bett.“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Der Sieg hier auf Sardinien war sehr wichtig für unseren Kampf um die Weltmeisterschaft. Wir haben jetzt einen großen Punktevorsprung vor der Konkurrenz. Der entscheidende Grund für den Erfolg neben einem perfekten Auto und einem fantastischen Team: Julien und ich haben an diesem Wochenende absolut perfekt harmoniert. Das ist normalerweise nicht anders, aber hier waren so viele Prüfungen neu und die Tage so lang, dass wir beide ständig extrem konzentriert sein mussten. Dazu kommt die Hitze im Cockpit, die anspruchsvollen und rauen Prüfungen – am Abend fällst du wie ein Stein ins Bett. In dieser Saison war das bisher die physisch anstrengendste Rallye. Deshalb bin ich überglücklich und stolz auf diesen Erfolg in Italien.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Der Polo R WRC lief heute weiterhin gut, aber nach den Ereignissen von gestern war nach vorn auch nicht mehr wirklich etwas möglich. Deshalb haben wir uns auf die Powerstage konzentriert. Mit Erfolg. Alles in allem muss ich nach den Problemen des Wochenendes mit Platz sechs und insgesamt zehn Punkten nach der Powerstage zufrieden sein. Trotzdem gibt es auch positive Nachrichten. Wir waren über die gesamte Distanz schnell unterwegs. Darauf lässt sich für Polen aufbauen. Ich freue mich schon darauf!“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Mehr als Punkte auf der Powerstage waren heute nicht mehr drin. Ich habe alles auf diese Karte gesetzt und das erfolgreich. Die Powerstage ist mir gut gelungen, ich habe dort keine Fehler gemacht und aus der Startposition das Beste herausgeholt. Gut, dass wir noch etwas Zählbares mitgenommen haben. Aber natürlich bin ich enttäuscht, dass wir hier eine eher schwierige Rallye erlebt haben – und wir werden daraus lernen. Mein Blick richtet sich bereits auf das kommende Rallye-Wochenende in Polen. Vergangenes Jahr hat sie mir sehr gelegen und wir haben uns einen schönen Zweikampf mit Sébastien Ogier um den Sieg geliefert. Ich hoffe, daran können wir in zwei Wochen anknüpfen.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Die Rallye Italien hatte für Volkswagen viele Höhen und Tiefen. Und am Ende ein Happy End. Der dritte Sieg von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia hier in Folge ist ein großer Schritt für sie selbst in der Fahrer- und Beifahrer-WM und ist für Volkswagen in der Hersteller-WM Gold wert. Bei dieser heißen und materialfordernden Rallye zu siegen, ist alles andere als leicht und ganz sicher kein Spaziergang. Das haben wir mit Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen am eigenen Leib erfahren. Aber beide haben aus den Rückschlägen und den schwierigen Situationen das Beste gemacht. Auch vor dieser Leistung habe ich allerhöchsten Respekt. Ich freue mich für die ganze Mannschaft und wir blicken gemeinsam auf eine extrem erfolgreiche erste Saisonhälfte zurück. Im gesamten Team – vom Fahrer bis zum Mechaniker, vom Ingenieur bis zum Koch, vom Logistiker bis zur medizinischen Abteilung – greifen alle Rädchen perfekt ineinander. Darauf können wir gemeinsam stolz sein.“


Endstand nach 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 4:25.54,3 Std.
2 H. Paddon / J. Kennard + 3.05,4 Min.
3 T. Neuville / N. Gilsoul + 4.22,5 Min.
4 E. Evans / D. Barritt + 5.34,8 Min.
5 M. Østberg / J. Andersson + 7.50,1 Min.
6 J. Latvala / M. Anttila + 8.06,7 Min.
7 Y. Protasov / P. Cherepin + 14.57,7 Min.
8 P. Andreucci / A. Andreussi + 15.03,3 Min.
9 J. Kopecký / P. Dresler + 17.41,7 Min.
10 K. Al Qassimi / C. Patterson + 19.12,0 Min.
...    
36 A. Mikkelsen / O. Fløene + 1:36.52,0 Std.

Zahl des Tages

30.108,95.

 

Der 27. Sieg des Polo R WRC in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) und der 52. Podiumserfolg seit dem Einstieg mit dem World Rally Car im Januar 2013 – auf Sardinien schrieb Volkswagen die überragende Erfolgsgeschichte weiter fort. 406 Prüfungsbestzeiten schlagen für den Polo R WRC in 592 Sonderprüfungen zu Buche, nachdem in Italien 14 weitere dazu kamen. Seit Projektstart bei der Rallye Monte Carlo 2013 absolvierten die Polo R WRC gemeinschaftlich 30.108,95 WP-Kilometer – das entspricht in etwa drei Viertel Umrundungen des Globus im Rallye-Tempo.


Tag 3 in Italien.


Samstag, 13.06.2015


Tag 2 der Rallye Italien. Das Video.


Stand nach 19 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:54:43,9 Std.
2 H. Paddon / J. Kennard +2.13,6 Min.
3 M. Østberg / J. Andersson +3.25,6 Min.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +3.57,0 Min.
5 E. Evans / D. Barritt +5.15,5 Min.
6 J. Latvala / M. Anttila +8.08,6 Min.
7 Y. Protasov / P. Cherepin +13.32,4 Min.
8 P. Andreucci / A. Andreussi +13.39,4 Min.
9 J. Kopecký / P. Dresler +15.30,8 Min
10 Y. Al Rajhi / M. Orr +16.28,8 Min.

Tageszusammenfassung

Der TurbOgier.

 

Auf der 17. Wertungsprüfung der Rallye Italien war schließlich Schluss mit lustig. Bis dahin hatten sich Weltmeister Sébastien Ogier im Volkswagen Polo R WRC und Hayden Paddon (Hyundai) ein packendes Duell um die Gesamtführung des sechsten WRC-Laufs der Saison geliefert. „Respekt“, hatte Ogier zur Leistung des Neuseeländers gesagt, der bis dahin die Rallye seines Lebens gefahren war. Dann traten an Paddons Hyundai technische Probleme auf und Ogier schien den Turbo zu zünden.

 

12,6 Sekunden Vorsprung nach der 17. Prüfung. 26,8 nach Durchgang Nummer 18. Und am Ende des zweiten Rallye-Tages auf Sardinien war Ogier auf beachtliche 2:13,6 Minuten davongezogen. Der TurbOgier, mag man sagen. „Das war ein sehr langer und anstrengender Tag im Cockpit, aber ich bin glücklich darüber, wie er verlaufen ist“, sagte Ogier im Tagesziel. „Hayden Paddon hat uns wieder gut Paroli geboten. Für den Schlusstag  haben wir jetzt die Trümpfe in unserer Hand und wollen unsere Position bis ins Ziel verteidigen“. 45,8 Wertungskilometer verteilt auf vier Prüfungen inklusive der abschließenden Powerstage stehen am Sonntag an.

 

Ogiers Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen erlebten unterdessen einen herausfordernden zweiten Tag auf Sardinien. Während Mikkelsen seinen Polo R WRC nach der 13. Prüfung mit einer gebrochenen Radaufhängung abstellen musste, kämpfte sich JML erst durch einen Reifenschaden und traf auf der 17. Special Stage dann auch noch einen soliden Stein. Ergebnis: Aufhängungsschaden. Das bedeutete am Tagesende den sechsten Gesamtplatz für Latvala mit deutlichen 8:08,6 Minuten Rückstand auf die Spitze. Kein Zweifel: Der bislang längste Rallye-Tag dieser WRC-Saison hat bei allen Teilnehmern deutliche Spuren hinterlassen. Außer bei TurbOgier.

 


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Wir haben jetzt die Trümpfe in unserer Hand.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Das war ein sehr langer und anstrengender Tag im Cockpit, aber ich bin glücklich darüber, wie er verlaufen ist. Am Vormittag habe ich nur einen kleinen Fehler, als ich auf der 13. Prüfung in einer Spitzkehre beinahe das Auto abgewürgt hätte, ansonsten lief es für Julien und mich nahezu perfekt. Mein Ziel war es, am Ende des Tages die Führung zu übernehmen und ich bin froh, dass es so eingetreten ist. Es war ein hartes Stück Arbeit, denn Hayden Paddon hat uns lange Zeit Paroli geboten. Zudem waren die Streckenbedingungen extrem hart, wodurch immer das Risiko eines Reifenschadens mitfuhr. Für den Schlusstag haben wir jetzt die Trümpfe in der Hand. Und wir wollen unsere Position bis ins Ziel verteidigen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Der Tag begann heute richtig gut – mit der Bestzeit auf der zwölften WP. Leider hat es mir nach einem Sprung in der folgenden Sonderprüfung den Reifen von der Felge gezogen. Durch den Reifenwechsel haben wir fast 2:30 Minuten verloren. Das war ein großer Rückschlag im Kampf um den Sieg bei der Rallye Sardinien. Am Nachmittag lag auf der WP ‚Monti di Alà‘ ein Stein mitten auf der Ideallinie. Ich konnte nicht mehr ausweichen und habe dabei den hinteren linken Dämpfer zerstört. Wir haben versucht, das Auto bestmöglich zu reparieren, können von Glück sagen, dass wir uns aus eigener Kraft in den Servicepark kämpfen konnten. Das Ganze ist umso ärgerlicher, da ich mit dem Polo R WRC die gesamte Rallye richtig gut unterwegs war und es richtig viel Spaß gemacht hat, die Fahrer vor mir zu jagen. Die Rallye Italien ist weiterhin kein gutes Pflaster für mich. Aber wir werden nicht aufgeben und auch morgen unser Bestes geben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Es sieht so aus, als wäre das hier nicht meine Rallye. Wir wollten heute bei unserer Rückkehr möglichst viele Kilometer sammeln und damit WP-Erfahrung für die kommenden Jahre. Doch daraus wurde nichts. Ausgerechnet auf der 13. Prüfung fühlte sich das Fahrverhalten des Autos schon einige Kurven lang seltsam an. Als ich in eine Rechtskurve einlenken wollte, passierte erst nichts, dann rutschten wir eine Böschung hinunter. Wir müssen jetzt genau untersuchen, was passiert ist. Aber am Ziel für morgen hat sich nichts verändert: Wir wollen auf der Powerstage mächtig Gas geben und schauen, ob das reicht, noch ein, zwei Punkte zu sammeln. Die Startposition dafür ist nicht ideal – aber wir werden es definitiv versuchen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Heute hat die gesamte Mannschaft enormen Kampfgeist gezeigt. Sébastien Ogier hat im richtigen Moment den Druck erhöht und die Führung bravourös erobert – auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass sein feines Duell mit Hayden Paddon weiter auf der Strecke ausgetragen worden wäre. Jari-Matti Latvala hat heute das Pech förmlich angezogen, und ein Reifen- sowie später ein Aufhängungsschaden haben ihn viel Zeit gekostet. Aber er hat den Verlust mit maximaler Willenskraft in Grenzen gehalten und Platz sechs mit allen Kräften verteidigt. Hut ab. Andreas Mikkelsen musste seinen Plan, die WPs im Rallye-Tempo für die kommende Saison zu lernen, leider früh aufgeben, hat aber morgen auf der Powerstage die Chance, Punkte zu erkämpfen. Es war ein langer und ereignisreicher Tag für alle im Volkswagen Team – nun freuen wir uns auf das Finale am Sonntag und wollen den Sieg nach Hause bringen.“


Zahl des Tages

400.

 

Die Legende „Monte Lerno“, „Micky’s Jump“ und Jari-Matti Latvalas Beitrag: Auf der längsten Wertungsprüfung der Rallye Italien feierten der Finne und Beifahrer Miikka Anttila eine besondere Bestzeit – die 400. des Polo R WRC in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). 582 Mal ist eines der World Rally Cars aus Wolfsburg bis zu dieser 14. Sonderprüfung mit ihrer berühmten Sprungkuppe „Micky’s Jump“ angetreten. Das kleine Jubiläum feierten Latvala/Anttila mit Stil. Bei ihrem Sprung hoben sie mit 83,2 km/h ab, landeten nach ca. 27 Metern – und genossen die Flugzeit 1,3 Sekunden lang.


Mittagsbericht

 

Volkswagen gibt nicht auf.

 

Was für ein spannender Kampf um die Spitze bei der Rallye Italien! Und was für eine Moral! Volkswagen liegt zur Hälfte von Tag zwei weiterhin in Schlagdistanz zum Sardinien-Sieg, musste allerdings am Samstag auch zwei harte Rückschläge verkraften. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) liegt nach 15 Wertungsprüfungen 9,9 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Hayden Paddon (Hyundai), der die Rallye seines Lebens fährt.

 

In der Gesamtwertung kann derzeit keiner mit Paddon und Ogier mithalten. Leider ist Jari-Matti Latvala raus aus dem Rennen um den Sieg. Der Finne lag bis zur WP 13 rund 20 Sekunden hinter der Spitze, fuhr sich dann aber einen Platten ein und verlor rund zwei Minuten. Er liegt aber noch auf Platz fünf. „Ich fuhr erst weiter, realisierte dann aber, dass der Reifen beschädigt war und hielt an“, sagte Jari-Matti  im Ziel sichtlich frustriert. 

 

JML gab aber nicht auf. Im Gegenteil. Auf den beiden Prüfungen vor der Mittagspause fuhr er wie der Wind. Bestzeit. Am Ende von WP 14 sagte er: „Wenn ich mir meine Zeit jetzt so ansehe, dann ärgert es mich besonders, dass ich auf der letzten Stage einen Platten hatte. Ich will kämpfen!“ Und das tat er wahrhaftig. Sein Sieg auf WP14 war übrigens ein historischer für Volkswagen: es war der 400. für den Polo R WRC seit dem Rallye-Debüt 2013.

 

Aufgeben kommt bei der Rallye Italien übrigens auch für den Weltmeister Sébastien Ogier nicht in Frage. Der Abstand zu Paddon liegt bei noch acht zu fahrenden Wertungsprüfungen bei 9,3 Sekunden, Ogier ist in Lauerstellung. Da ist noch einiges drin. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) hätte mit absoluter Sicherheit einen ähnlichen Kampfgeist wie seine beiden Teamkollegen an den Tag gelegt. Doch der Norweger musste mit einer gebrochenen Radaufhängung frühzeitig aufgeben.

 

Ergebnis nach WP 15: 

 

1. Hayden Paddon (Hyundai) 2:47.26,5 Std.

2. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) + 9,3 Sek.

3. Ott Tänak (Ford) + 1:08,9 Min.

4. Mads Østberg (Citroën) + 2:30,6 Min.

5. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) + 2:38,4 Min.


Bilder Tag 2 (12)


Tag 2 in Italien.


Freitag, 12.06.2015


Tag 1 der Rallye Italien. Das Video.


Stand nach 10 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 H. Paddon / J. Kennard 1:35.08,5 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +8,8 Sek.
3 J. Latvala / M. Anttila +25,8 Sek.
4 O. Tänak / R. Mõlder +57,1 Min.
5 M. Østberg / J. Andersson +1.50,4 Min.
6 T. Neuville / N. Gilsoul +1.51,7 Min.
7 D. Sordo / M. Martí +1.59,5 Min.
8 M. Prokop / J. Tománek +2.10,3 Min.
9 L. Bertelli / G. Bernacchini +4.07,7 Min.
10 P. Andreucci / A. Andreussi +4.07,8 Min.

Tageszusammenfassung

 

Mit Vollgas in den Super-Samstag.

 

Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala nach Tag 1 der Rallye Italien auf den Rängen zwei und drei, fünf von zehn Wertungsprüfungen gingen auf Sardinien bislang an die Jungs aus Wolfsburg. Jetzt geht es mit Vollgas in den Super-Samstag, der mit 212,83 Prüfungskilometern der längste Tag der bisherigen WM-Saison sein wird. Die Monte-Lerno-Prüfung mit ihren stattlichen 42,22 Kilometern steht dann auf dem Plan, ebenso wie der legendäre Sprung Micky's Jump, bei dem die World Rally Cars ordentlich Hangtime zeigen. Keine Zweifel: Der Rallye-Samstag auf Sardinien wird ein echter Test für Mensch und Material. Wer das Tagesziel heil erreicht und die vorderen Positionen des Gesamtfeldes noch im Blick hat, der darf sich Hoffnung auf einen Podiumsplatz am Sonntag machen.

 

Ogier und Latvala haben sich fest vorgenommen, den Gesamtführenden Hayden Paddon (Hyundai) am Samstag ordentlich unter Druck zu setzen. Nur 8,8 Sekunden trennen Ogier und Paddon vor Beginn des zweiten Rallye-Tags auf Sardinien. 17 Sekunden hinter Ogier liegt Latvala, den am Freitag ein Reifenschaden zurückgeworfen hatte. „Paddon hat einen starken Job gemacht, es wird nicht einfach, die Zeit auf ihn gutzumachen. Aber wir haben als direkte Verfolger eine gute Ausgangsposition“, sagt Weltmeister Ogier. Und auch JML bleibt optimistisch: „Es kann noch eine Menge passieren, denn die Rallye Italien ist eine der längsten des Jahres.“

 

Andreas Mikkelsen musste seinen Polo R WRC am Freitag vorzeitig in den Servicepark in Alghero zurückbringen lassen, nachdem er auf der zweiten Prüfung des Tages ein Loch in der Fahrbahn getroffen hatte und seine Fahrt vorerst nicht fortsetzen konnte. Am Samstag startet er unter Rallye-2-Reglement und muss das Feld zunächst von hinten aufrollen. Wenngleich AM an der Spitze des Feldes nichts mehr ausrichten kann, der Rallye-Samstag auf Sardinien wird in jedem Fall eine heiße Sache, die sich kein Rallye-Fan entgehen lassen darf.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

Es hätte nicht besser laufen können.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Das war ein fantastischer Tag, ich bin äußerst zufrieden mit unserer Leistung. Der Tag ging schon gestern mit der perfekten Wettervorhersage unserer Meteo-Crew gut los. Ein großer Dank dafür, dadurch haben Julien und ich bei der Reifenwahl auf die richtige Mischung gesetzt. Der Polo lief super, mein Co-Pilot Julien hat einen großartigen Job gemacht. Denn die Prüfungen waren für uns neu. Wirklich, es hätte nicht besser laufen können. Hayden Paddon hat einen starken Job gemacht, Respekt! Es wird nicht einfach, die Zeit auf ihn gutzumachen. Aber wir haben als direkte Verfolger eine gute Ausgangsposition und der Samstag wartet mit mehr als 200 anspruchsvollen Kilometern.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Die Bedingungen heute waren alles andere als einfach. Die Prüfungen waren schön, aber eng und sehr technisch. Durch das Unwetter am Morgen musste man sich auf eine rutschige Strecke einstellen. Im Laufe des Nachmittags habe ich meinen Rhythmus gefunden und bin gute Zeiten gefahren. Doch etwas Zeit habe ich mit einem Fehler leider wieder eingebüßt. Ich kam zu schnell an eine Schikane in der Mitte der Prüfung und habe mir einen Reifenschaden eingefangen, der mich rund 20 Sekunden gekostet hat. Das macht die Aufgabe für die kommenden beiden Tage nicht einfacher. Aber es kann noch eine Menge passieren, denn die Rallye Italien ist eine der längsten des Jahres. Kompliment an Hayden Paddon, er ist heute einfach geflogen!“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„500 Meter vor dem Ende der Wertungsprüfung ‚Grighine Nord‘ haben wir nach einer schnellen Linkskurve ein Loch in der Strecke getroffen. Es war eine sehr schmale Stelle, die wir im fünften Gang durchfahren – wir hatten also keine echte Chance, dem Loch auszuweichen. Wir haben es mit dem rechten Hinterrad getroffen und das hat gereicht, die Felge und im Anschluss den Ausgleichsbehälter des Dämpfers zu beschädigen. Auf der folgenden Prüfung, die extrem holprig war, ist der Dämpfer durch die obere Befestigung geschossen. Wir konnten die Prüfung zwar langsam beenden, aber auf der folgenden Verbindungsetappe war leider Schluss – offenbar ein Folgeschaden am Kraftstoff-System. Wir werden morgen die Chance nutzen, mehr Sardinien-Erfahrung zu sammeln und am Sonntag ganz bestimmt volle Attacke auf der Powerstage gehen – und die haben wir ja im vergangenen Jahr gewonnen.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Ein guter Start für Volkswagen zum Auftakt der Rallye Italien. Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala haben sich heute ein schönes Duell um Zehntelsekunden geliefert und sich beide eine gute Ausgangslage geschaffen, weiter um den Sieg zu kämpfen. Das war angesichts der schwierigen und sich verändernden Streckenbedingungen ein hartes Stück Arbeit. Seb und Jari-Matti werden an dem langen Tag morgen alles dafür tun, den Abstand zum Führenden zu verkürzen und womöglich in Führung zu gehen. Das ist das erklärte Ziel. Etwas Pech hatte heute Andreas Mikkelsen, der mit unserem dritten Polo R WRC vorzeitig aufgeben musste und morgen unter Rallye-2-Reglement zurückkehren wird. Er wird nun alles auf die Karte Powerstage am Sonntag setzen.“


Bilder Tag 1 (13)


Zahl des Tages

19

 

Wenn morgens um fünf der Wecker klingelt – die Fahrer und Beifahrer durchlebten bei der Rallye Italien am Freitag einen wahren Marathon-Tag. Schon vor sechs Uhr morgens verließen sie in Cagliari das Hotel, um die morgendliche Schleife zurück gen Alghero mit vier Wertungsprüfungen zu absolvieren. Nach einer kurzen Mittagspause standen die nachmittäglichen WPs auf dem Programm. Erst gegen 21:30 Uhr brachten die Fahrer und Beifahrer ihre World Rally Cars in den Volkswagen Service, absolvierten ihre Interviews und verschwanden anschließend in ihre Hotelzimmer in Alghero, wo nach Videostudium der Samstags-Sonderprüfungen der wohlverdiente Schlaf angegangen werden kann. Gleichwohl: Um 05:30 Uhr sind die Crews wieder im Servicepark — der erste Service steht am Samstag um 06:00 Uhr im Zeitplan. Das ergibt summa summarum einen 19-Stunden-Arbeitstag.


„At Work“


Mittagsbericht

Volkswagen in Lauerstellung.

Die Rallye Italien ist in vollem Gange. Und die Volkswagen Piloten Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) und Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) liefern sich wieder einen spannenden Kampf. Bisher allerdings nur um Position zwei. Denn tonangebend ist derzeit Hayden Paddon im Hyundai. Gegen den Neuseeländer ist momentan (noch) kein Kraut gewachsen. Er liegt nach fünf Wertungsprüfungen bereits rund 25 Sekunden vor den beiden. Doch noch ist nichts verloren, die Rallye auf Sardinien ist ja 23 Prüfungen lang. Also kein Grund zur Panik.

 

Das Motto des italienischen Rallye-WM-Laufs lautet „Jumping in the Dust“. Von Staub war allerdings am Vormittag von Tag 1 nicht viel zu sehen. Denn in der Nacht hatte es kräftig geregnet, die Piste war am Freitagmorgen stellenweise sogar noch leicht feucht. Sébastien Ogier eröffnete den Rallye-Freitag. „Der Schotter war zwar schon trocken, aber es war trotzdem verdammt rutschig“, sagte Ogier nach WP1. Jari-Matti war ähnlicher Ansicht, er ging allerdings auch zwei Autos später auf die Strecke. „Am Anfang war es sehr rutschig, dann wurde es aber immer besser. Ich kam schließlich gut zurecht“, sagte der „Fliegende Finne“. Einmal verpasste er eine Abzweigung. Dennoch liegt Latvala 2,2 Sekunden vor Ogier auf Platz zwei. 

 

Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) wurde die Sardinien-Rutschpartie zum Verhängnis: Auf der vierten Wertungsprüfung beschädigte sich der Norweger die Radaufhängung und wird am Samstag unter Rally2-Regularien wieder ins Rallye-Geschehen eingreifen. Am Nachmittag stehen noch fünf Wertungsprüfungen auf dem Programm. 

 

Ergebnis nach WP 5: 

 

1. Hayden Paddon (Hyundai) 46.30,9 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 46.53,9 Min.

3. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 46.56,0 Min.

4. Dani Sordo (Hyundai) 47.05,9 Min.

5. Thierry Neuville (Hyundai) 47.09,9 Min. 


Tag 1 in Italien.


Donnerstag, 11.06.2015


Der Eröffnungstag der Rallye Italien. Das Video.


Tageszusammenfassung

Mikkelsen bester Volkswagen Sprint-Starter.

 

Drei, zwo, eins, Vollgas! Erst die Calata Azuni hinunter. Rechts, Hafenschikane und wieder Vollgas die Via Roma entlang. Haarnadel links und wieder zurück. Nach der Bushaltestelle folgen die nächsten beiden Spitzkehren. Kreisverkehr zwischen Via Molo Sant’ Agostino und Calata Azuni im vollen Drift nehmen und einen letzten Rechtsknick. Fertig ist die Runde zum Einstieg in die Rallye Italien. Der knapp unter zweieinhalb Minuten kurze Ritt die Hafenkante entlang mag vielleicht nicht die größten Schweißperlen auf die Stirn der Volkswagen Piloten gezaubert haben. Aber womöglich die größte Gänsehaut auf die sich zackig bewegenden Arme.

 

Abertausende Fans säumten am Donnerstagabend die 2,5 Kilometer kurze WP „Città di Cagliari“, die zum zweiten Mal in Folge den Auftakt in die Rallye Italien bildete. Das für die Fans perfekt überschaubare Spektakel mit den direkten Duellen der World Rally Cars ist ein echter Publikumsmagnet. Und die WRC-Cracks hatten sichtlich Spaß am Sprint-Start in die Rallye Italien 2015. Martin Prokop lieferte die Bestzeit ab, doch Andreas Mikkelsen im Volkswagen Polo R WRC blieb dem Ford-Piloten dicht auf den Fersen. Nur 1,7 Sekunden trennten Mikkelsen am Ende des Tages vom Platz an der Sonne in der Gesamtwertung.

 

AMs Teamkollegen ließen es kontrolliert angehen. Weltmeister Sébastien Ogier landete auf Platz sechs, Jari-Matti Latvala zeitgleich mit Ogier auf dem siebten Rang. Klingt nach einem mäßigen Ergebnis, ist es aber nicht. Aufgrund der kurzen Strecke liegen beide nur 3,4 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Prokop. Alles im Lack also, und der erste vollständige Tag der Rallye Italien kann am Freitag beginnen. Neun Wertungsprüfungen mit insgesamt 133,5 gezeiteten Kilometern stehen dann auf dem Programm. Und ab Punkt 08:20 Uhr Ortszeit heißt es auch dann wieder: drei, zwo, eins, Vollgas!

 

Ergebnis nach WP 1:
 
1. Martin Prokop (Ford) 2.23,7 Min.
2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 2.25,4 Min.
3. Ott Tänak (Ford) 2.26,6 Min.
4. Thierry Neuville (Hyundai) 2.26,6 Min.
5. Mads Østberg (Citroën) 2.27,0 Min. 
6. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.27,1 Min.
7. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.27,1 Min.


Champions grüßen Champions

Der Pott fährt mit.

Dass nicht jeder Rallye-Fan in Italien sofort wusste, was der grün-weiße Schal am Heck des Volkswagen Polo R WRC zu suchen hatte, ist verständlich. Während die Fußball-Helden des VfL Wolfsburg vor zwei Wochen den großen Coup landeten und den DFB-Pokal gewannen, waren die Fans in Italien sicher schon voll und ganz im Rallye-Modus. Für Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen war der Gruß an den Klub aus der Werksheimat hingegen eine Selbstverständlichkeit. Ein Gruß von Champions an Champions.

Auch das obligatorische „Pokalsieger 2015“-Shirt durfte nicht fehlen. Während Schal und Shirt dann im Service Park bleiben mussten, fuhr der Pott – wie der Siegerpokal im Volksmund gerne genannt wird – trotzdem mit. Am Heck aller drei Volkswagen Polo R WRC prangte ein gut sichtbarer Pokalsieger-Aufkleber, der an den 3:1-Erfolg des VfL über Borussia Dortmund in Berlin erinnerte. „Ich habe das Pokalfinale im Fernsehen verfolgt“, sagte Doppelweltmeister Ogier. „Klar, dass ich dem VfL die Daumen gedrückt habe. Schließlich sind wir eine Familie. Mit den Wölfen am Heck versuchen wir natürlich noch schneller zu sein.“


Zahl des Tages

246,95.

Ein langer Weg für ein kurzes Vergnügen: 246,95 Kilometer legten die World Rally Cars vom Servicepark der Rallye Italien in Alghero bis zum Start der ersten WP in Cagliari zurück und damit den Weg vom Nordwesten in den Süden der Insel. Die einzige Wertungsprüfung des Donnerstags wurde an der Hafenkante Cagliaris ausgetragen. Länge: 2.500 Meter. Dennoch war die Kilometerschrubberei die Reise am Ende auch wert. Denn am Freitag arbeiten sich Ogier, Latvala, Mikkelsen und Co. wieder actionreich zurück gen Servicepark in Alghero - und absolvieren dabei auf dem Weg zum Mittagsservice vier Wertungsprüfungen.


Bilder Eröffnungstag (10)


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Der Polo R WRC ist bestens in Schuss.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Der Shakedown lief gut für uns, der Polo R WRC ist bestens in Schuss für die Rallye Italien. Und auch Julien und ich sind optimal vorbereitet für eine der härtesten Rallyes dieses Jahres. Bei den aktuellen Temperaturen von mehr als 30 Grad im Schatten wird es hier auf Sardinien im Cockpit mit Sicherheit extrem heiß. Für uns heißt das, physisch ans Limit zu gehen. Aber auch die Streckenbedingungen sind dieses Mal sehr technisch und deutlich anspruchsvoller als im Vorjahr. Wir werden wie immer unser Bestes geben und schauen, wofür es am Ende reicht.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich freue mich auf die Rallye hier auf Sardinien und versuche sie entspannt, aber gleichzeitig voll konzentriert anzugehen. Ich mag das Flair und die Atmosphäre. Die Temperaturen sind sehr sommerlich. Aber es wird nicht nur deshalb richtig heiß. Wir haben uns im Shakedown gut auf die Rallye Italien vorbereitet. Sie ist in diesem Jahr sehr technisch, mehr noch als im vergangenen Jahr. Es sind ein paar wirklich wunderschöne und herausfordernde Wertungsprüfungen dabei. Wir haben heute gleich in einen guten Rhythmus dafür gefunden – von mir aus kann es also losgehen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Der Shakedown war eine Mischung aus vielen für die Rallye auf Sardinien typische Wertungsprüfungen. Es war sehr staubig und die Sicht damit erschwert. Es gab eine Menge losen Schotter, der mit jedem weiteren Auto abgetragen wurde und den Grip verbesserte. Man kann den Unterschied sehr gut zwischen dem ersten, zweiten und dritten Durchgang an den Zeiten erkennen. Wir werden uns morgen und übermorgen in dieser Hinsicht als eine der ersten Starter auf der Strecke einer zusätzlichen Herausforderung gegenübersehen. Zudem stehen viele Wertungsprüfungen auf dem Programm, die sehr hart für das Material sind – teilweise härter als in Argentinien. Es wird also eine alles andere als leichte Rallye für alle. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht dennoch sehr auf sie freue.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Der Shakedown ist stets die letzte Standortbestimmung, bevor eine Rallye in die Vollen geht. Mit dem Ergebnis hier in Italien sind wir zufrieden, denn mit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala haben zwei unserer Volkswagen Piloten die gleiche Zeit absolviert, sie lagen dabei nur minimal hinter unserer direkten Konkurrenz. Und auch Andreas Mikkelsen ist in unmittelbarer Reichweite zur Spitze geblieben und hat seinen Rhythmus schnell gefunden. Zudem haben sich alle drei Fahrer und Beifahrer auf die sehr speziellen Bedingungen der Rallye auf Sardinien gut eingestellt. Was das wert ist, wird sich dann auf den langen Tagen am Freitag und Samstag herausstellen.“


Shakedown-Bericht

Der heiße Ritt beginnt.

 

Ein Aufwärmen für die Rallye Italien scheint eigentlich gar nicht nötig. Zumindest wenn man auf das Thermometer schaut. Denn auf Sardinien sind die Temperaturen jetzt schon hochsommerlich, belaufen sich auf über 30 Grad. Doch Vorbereitung ist natürlich wie immer das A und O. Deshalb bereiteten sich auch die Volkswagen Asse Sébastien Ogier (Volkswagen Polo R WRC #1), Jari-Matti Latvala (Volkswagen Polo R WRC #2) und Andreas Mikkelsen (Volkswagen Polo R WRC #9) am Donnerstagvormittag im Shakedown auf das sechste Rallye-Wochenende der Saison vor. Am Ende schlugen die Plätze vier, fünf und acht zu Buche.

 

Ogier und Latvala waren dabei gleichauf: Mit 3.28,5 Minuten fuhren sie in ihrem dritten und finalen Durchgang auf dem 4,33 Kilometer langen Shakedown-Abschnitt identische Zeiten. Das klingt nach einem guten Omen für ein weiteres spannendes Rallye-Wochenende. Doch Obacht: Die harten Schotterpisten auf Sardinien haben es in sich, sie sind nicht nur fahrerisch anspruchsvoll, sondern gehen auf das Material. Schnell kann man sich an einem Felsbrocken das Auto beschädigen.

 

Einen Eindruck davon bekam Jari-Matti schon während des Shakedowns. Er streifte mit seinem Polo R WRC einen Baum, bis auf einen eingedellten Kotflügel war aber alles in Ordnung. „Komisch, der Baum war auf der Recce noch nicht da“, sagte anschließend Latvalas Beifahrer Miikka Anttila mit seinem typischen Schmunzeln. Im Team wird jetzt schon spekuliert, ob das ein Fall von sardischen Wanderbäumen ist. 

 

Am Donnerstagabend beginnt die Rallye Italien offiziell mit der Super Special Stage in den Straßen der Hafenstadt Cagliari. Am Freitagmorgen geht es dann aber erst richtig los. Es warten 22 anspruchsvolle Schotterprüfungen. Bis Sonntag sind 1.558,48 Kilometer zurückzulegen, 394,63 davon gegen die Uhr. Der heiße Ritt beginnt.

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Dani Sordo (Hyundai) 3.27,4 Min.

2. Kris Meeke (Citroën) 3.27,6 Min.

3. Mads Østberg (Citroën) 3.28,3 Min.

4. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 3.28,5 Min.

5. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 3.28,5 Min.

...
8. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 3.31,3 Min.


Eröffnungstag in Italien.


Mittwoch, 10.06.2015


Vorschau

Mit Selbstbewusstsein auf die Insel.

Die Rallye-WM macht einen Ausflug auf die Insel: nächste Station Sardinien. Wo andere Leute Urlaub machen, bestreiten die Drift-Stars die sechste Rallye der Saison. Trotz der malerischen Kulisse kann von Erholung keine Rede sein. Die Schotter-Veranstaltung hat es in sich und verlangt Mensch und Maschine alles ab. Temperaturen jenseits von 30 Grad fordern extrem, vor allem die Motoren und Getriebe werden auf die Probe gestellt.

 

Volkswagen reist allerdings mit einer großen Portion Selbstbewusstsein nach „Bella Italia“. Zuletzt in Portugal gab es die Maximal-Ausbeute: Die ersten drei Plätze gingen allesamt an Volkswagen. In der abschließenden Power-Stage das gleiche Bild: drei Polo R WRC vorne. „Die volle Punkteausbeute in Portugal hat uns Auftrieb gegeben und alle drei Fahrer – Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen – haben das Zeug, in Italien zu gewinnen“, sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito, merkt gleichzeitig aber auch an: „Es wird keine Spazierfahrt, denn die Streckenbedingungen auf Sardinien sind schwierig und verändern sich von Auto zu Auto. Dazu kommt die Konkurrenz, die uns nach dem Dreifacherfolg in Portugal das Leben sicher umso schwerer machen möchte.“

 

Das italienische Rallye-Abenteuer beginnt am Donnerstagabend mit der Super Special Stage in den Straßen der Hafenstadt Cagliari. Hier werden Fahrer und Autos den Fans vorgestellt, anschließend geht es über einen 2,5 Kilometer langen Kurs in unmittelbarer Nähe des Hafenbeckens. Richtig los geht es dann am Freitagmorgen. 23 Prüfungen warten insgesamt auf die Rallye-Asse.


„Mamma Mia!“ – Micky's Jump und der Marathon-Samstag.

Die Rallye Italien, die bis 2004 noch auf dem Festland rund um Sanremo ausgetragen wurde, ist nicht nur für ihre harten staubigen und damit anspruchsvollen Schotterpisten bekannt, sondern auch für einen spektakulären Sprung. Den Micky’s Jump auf der Marathon-Prüfung „Monte Lerno“, die mit 42,22 Kilometern die längste der ganzen Rallye ist. Hier fliegen die Rallye-Autos mit fast 100 Stundenkilometern bis zu 40 Meter weit. Eine Herausforderung für die Fahrer, ein spektakuläres Bild für die versammelten Tifosi.

 

Der Samstag hat es ohnehin in sich: Am zweiten Tag der Rallye gilt es, 212,83 Wertungskilometer zu absolvieren. Das entspricht mehr als der Hälfte der ganzen Rallye. „In diesem Jahr wird es einige neue Wertungsprüfungen geben und uns erwartet eine Gesamtstrecke von über 1.500 Kilometern – die bisher längste Rallye der Saison. Körperliche Fitness und Ausdauer sind also mehr als sonst gefragt, vor allem bei den hohen Temperaturen im Auto“, sagt Sébastien Ogier im Hinblick auf Italien. Der amtierende Weltmeister gewann auf Sardinien bereits 2013 und 2014. Dieses Jahr könnte ihm also der Hattrick gelingen. 


Jari-Matti hat noch eine Rechnung offen.

Verhindern möchte das sein Teamkollege Jari-Matti Latvala. Zuletzt in Portugal platzte der Knoten, der Finne triumphierte nach drei Nullnummern in Folge. Noch liegt „JML“ 59 Punkte hinter Ogier, unterkriegen lässt sich der Vizeweltmeister von 2014 aber nicht, auch weil er mit Italien noch eine Rechnung offen hat. „In den vergangenen beiden Jahren hat jeweils ein Reifenschaden einen möglichen Sieg verhindert – ich wurde zweimal Dritter. Klar, dass ich jetzt gewinnen möchte“, sagt Jari-Matti.

 

Andreas Mikkelsen ist derzeit ärgster Verfolger von Sébastien Ogier in der WM-Wertung, sein Rückstand beträgt 42 Punkte. Er und Beifahrer Ola Fløene feiern in Italien ein Jubiläum: Im Vorjahr bestritten sie auf Sardinien ihren ersten gemeinsamen Rallye-WM-Lauf. „Seit genau einem Jahr fahren Ola und ich wieder zusammen. Zwischen uns ist ein ‚gewisses Etwas‘, das kann ich kaum beschreiben“, sagt Andreas.  „Wir können uns einfach blind vertrauen – außerdem hat mir Ola in meiner Entwicklung sehr geholfen.“ Mithilfe von Ola soll es auch in Italien gut laufen: „In dieser Saison war ich bisher viermal auf Platz drei. Bei der Rallye Italien möchte ich an diese Leistungen anknüpfen und auf jeden Fall unter die Top Fünf kommen – gern auch weiter vorn.“


Zahl der Rallye.

66

Ganze 66 Belagwechsel zwischen kurzen Asphalt- und langen Schotter-Abschnitten stehen bei der Rallye Italien an. Insgesamt weist die Rallye Italien 1,99 Prozent der Gesamtdistanz von 394,63 WP-Kilometern an Asphalt-Strecken aus, 98,01 Prozent werden auf Schotter ausgetragen. Am Rallye-Freitag ist der Asphalt-Anteil auf dieser Schotter-Rallye am höchsten: 7,57 versus 92,43 Prozent.


Freitag, 05.06.2015


„Fitness und Ausdauer wichtiger denn je.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Die Rallye Italien ist für mich eine der schönsten im Rallye-WM-Kalender. Ich habe mich dort bei meinen bisherigen Starts immer verbessert – und in den vergangenen Jahren jeweils gewonnen. Die Wertungsprüfungen machen Spaß, die Landschaft ist wunderschön, die Atmosphäre ist super – es ist eine rundum tolle Rallye. In diesem Jahr wird es einige neue Wertungsprüfungen geben und uns erwartet eine Gesamtstrecke von über 1.500 Kilometern – die bisher längste Rallye der Saison. Körperliche Fitness und Ausdauer sind also mehr als sonst gefragt, vor allem bei den hohen Temperaturen im Auto. Natürlich ist mein Ziel auch in diesem Jahr zu gewinnen, aber die Konkurrenz schläft nicht. Auch die Anspannung wird nicht weniger, mein Kampfgeist aber auch nicht. Ich werde bis zum Schluss alles geben und freue mich jetzt schon, bei einem Sieg mit meinen Kollegen nach der Rallye womöglich ins Hafenbecken zu springen. Das ist nach so einem heißen Wochenende definitiv die beste Abkühlung, die allerdings erst einmal verdient werden muss.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich habe mit der Rallye Italien noch eine Rechnung offen. In den vergangenen beiden Jahren hat jeweils ein Reifenschaden einen möglichen Sieg verhindert – ich wurde zweimal Dritter. Klar, dass ich jetzt gewinnen möchte. Dafür spricht meine Startposition: Ich gehe als Fünfter in die wohl längste Rallye des Jahres. Die Tage sind auch unglaublich lang und die knapp 400 Prüfungskilometer führen durch enge Straßen, direkt an malerischen Felsen entlang. Doch ich liebe es, auf Sardinien zu fahren. Was viele nicht wissen: Die Rallye ist einfacher zu fahren, als sie vom Layout her aussieht – von daher können wir ordentlich Gas geben. Der Sieg bei der Rallye Portugal war für mich unvorstellbar wichtig. Er hat mir verdammt viel Druck von den Schultern genommen. Nach drei Rallyes ohne Punkte fängt man schon ein bisschen an, an sich zu zweifeln. Ein großes Dankeschön geht an meinen Mentaltrainer Christoph Treier. Er meinte zu mir: ‚Vertraue dir. Vertraue deiner Geschwindigkeit’. Das habe ich getan – und das werde ich auch bei der Rallye Italien tun.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„In dieser Saison war ich bisher viermal auf Platz drei. Bei der Rallye Italien möchte ich an diese Leistungen anknüpfen und auf jeden Fall unter die Top Fünf kommen – gern auch weiter vorn. Die Rallye Portugal ist für mich super gelaufen und ich habe mich dort direkt in meinen neuen Polo R WRC verliebt. Mit der neuen Schaltung fährt sich das Auto fast wie von selbst – der Wagen ist wie für mich gemacht. Ich bin gut in Form und das Team leistet erstklassige Arbeit. Deswegen bin ich optimistisch, ein gutes Resultat einfahren zu können. Seit genau einem Jahr fahren Ola und ich wieder zusammen. Zwischen uns ist ein ‚gewisses Etwas‘, das kann ich kaum beschreiben. Wir können uns einfach blind vertrauen – außerdem hat mir Ola in meiner Entwicklung sehr geholfen.“


Rallye Italien

Haltungsnote 10! – Volkswagen mit guten Erinnerungen an Italien.

 

Zweimal in Folge hat Volkswagen die Rallye Italien gewonnen – 2013 und 2014. Doch nicht nur der sportliche Erfolg weckt positive Erinnerungen. Der weltberühmte „Micky’s Jump“ ist nicht nur Zuschauermagnet, Gänsehautmoment und Postkartenmotiv der Rallye Italien, der Sprung von Sébastien Ogier über diese Kuppe wurde 2013 offiziell zum „FIA Motorsport-Moment des Jahres“ gekürt. Auch der Rückblick auf das Jahr darauf ruft Erinnerungen wach: 2014 landeten die Fahrer, Beifahrer und das Teammanagement nach der Podiumszeremonie zur Abkühlung im Hafenbecken von Alghero, um Ogiers zweiten Erfolg in Italien zu feiern. Nicht alle freiwillig – aber auch ohne offiziellen Titel für das Volkswagen Team der Spaß-Moment des Jahres 2014.


Mittwoch, 03.06.2015


Rallye fahren, wo andere Urlaub machen.

 

Die Rallye-Weltmeisterschaft ist reif für die Insel. Der sechste WM-Lauf steigt auf Sardinien. Das bedeutet nicht nur leckeres Essen und sonniges Wetter sondern auch jede Menge Sprünge. Doch wie heißen die noch gleich? Kleiner Tipp: Einer hat etwas mit Disney zu tun. Seit wann ist die WRC in Sardinien zu Gast? Und auf welche feucht-fröhliche Art hat Volkswagen Motorsport eigentlich im Vorjahr den Sieg von Sébastien Ogier in Italien gefeiert? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz und freuen Sie sich auf die Rallye im Urlaubsparadies!

 

Hier geht’s zu den Fragen.