Rallye Polen.

02. bis 05. Juli 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Polen 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 3.1; 28.04.2015).

 

Donnerstag, 02.07.2015

19:00 WP 1 Super Special Stage Mikołajki Arena 1 2,50 km

Freitag, 03.07.2015

08:00 WP 02 Gorklo 13,00 km
09:50 WP 03 Goldap 1 14,75 km
10:55 WP 04 Babki 1 14,65 km
11:35 WP 05 Stanczyki 1 39,12 km
14:15 WP 06 Babki 2 14,65 km
14:55 WP 07 Stanczyki 2 39,12 km
16:45 WP 08 Goldap 2 14,75 km
19:05 WP 09 Super Special Stage Mikołajki Arena 2 02,50 km

Samstag, 04.07.2015

08:25 WP 10 Mazury 1 17,70 km
09:30 WP 11 Wieliczki 1 12,87 km
10:30 WP 12 Swietajno 1 21,25 km
12:08 WP 13 Paprotki 23,15 km
15:38 WP 14 Mazury 2 17,70 km
16:43 WP 15 Wieliczki 2 12,87 km
17:43 WP 16 Swietajno 2 21,25 km
20:18 WP 17 Super Special Stage Mikołajki Arena 3 02,50 km

Sonntag, 05.07.2015

09:10 WP 18 Baranowo 1 14,60 km
12:08 WP 19 Baranowo 2 (Powerstage) 14,60 km

Sonntag, 05.07.2015


Bilder Tag 3 (11)


Tageszusammenfassung

Ein heißes Paar.

 

Mit der letzten Prüfung der Rallye Polen machen Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen beim siebten WRC-Lauf der Saison spektakulär den Doppelerfolg für Volkswagen perfekt. Ein heißes Paar, darf man die beiden durchaus nennen. Denn bei Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke und mit einem packenden Duell um den Sieg in Polen ließ das Duo Rallye-Fans keinerlei Zeit zum Durchatmen. Nachdem Weltmeister Ogier den Großteil der Rallye als Erster auf die Strecke musste und damit als Kehrmaschine für die nachfolgenden Fahrer im Einsatz war, fuhr er am letzten Tag der Rallye befreit aus dem Mittelfeld auf und stürmte souverän zum 29. Sieg seiner WRC-Karriere. Damit hat Ogier zugleich unglaubliche 66,6 Prozent seiner WRC-Starts für Volkswagen gewonnen und seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut.

 

"Die Rallye Polen hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Prüfungen waren so unglaublich schnell, dass es einem sogar im Cockpit den Atem raubt", sagte Ogier. "Wie schon im vergangenen Jahr erneut in Polen zu gewinnen, ist ein super Gefühl. Und das Ergebnis für uns kann sich sehen lassen." In der Tat. Nachdem Mikkelsen die ganze Rallye Polen über extrem schnell unterwegs gewesen war (inklusive Siege auf den zwei schnellsten Prüfungen der bisherigen Saison) und fehlerfrei fuhr, lieferte er nach bislang vier Podiumsplatzierungen mit jeweils dritten Plätzen in Polen seine Bestleistung der aktuellen Saison ab. "Das war eine der besten Rallyes, die wir bislang gefahren sind", sagte Mikkelsen. "Aber immerhin hatten wir es auch mit dem Doppelweltmeister zu tun. Unser Ergebnis gibt uns in jedem Fall extra Motivation für die nächsten Rallyes."

 

Motiviert war auch Latvala in den Finaltag in Polen gestartet. Denn im Wettstreit mit Ott Tänak um den letzten Platz auf dem Podium sollte unbedingt ein Erfolg her. Mit Vollgas stürmte JML durch die letzte Prüfung und machte dabei dem Namen "Power Stage" bis kurz vor dem Ziel alle Ehre. Dann aber kam Latvala von der Strecke ab und beschädigte sich die Front seines Polo R WRC. Aus, der Kampf um Platz drei. Bis ins Ziel schaffte es Latvala trotzdem noch, was für ihn am Ende Platz 5 bedeutete. "Ich dachte, ich könnte noch etwas schneller fahren", sagte JML. "Dann kam ich seitlich von der Strecke ab und habe einen Baum getroffen." Der nächste Stopp der WRC-Tour heißt Finnland. Für Latvala ein Heimspiel und zugleich die Möglichkeit, seinen Polen-Patzer wett zu machen, um - wie im vergangenen Jahr - auf Sieg zu fahren. Damit ist schon jetzt klar: Auch in Finnland wird's heiß.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Eine fantastische Rallye Polen!“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Eine fantastische Rallye Polen! Ich bin super zufrieden und glücklich, hier den Sieg vom Vorjahr wiederholt zu haben. Julien und ich haben wirklich eine perfekte Leistung gezeigt. Die vielen Fans und die sensationell schnellen Prüfungen haben diese Rallye zu einem großartigen Event gemacht. Dazu hat der Polo perfekt funktioniert, ein großer Dank an mein Team dafür. Mal abgesehen von den heißen Temperaturen, hatte ich jede Menge Spaß im Cockpit. Der Sieg ist auch ein riesengroßer Schritt in Richtung WM-Titel. Unser Vorsprung nach der ersten Saisonhälfte ist zwar jetzt komfortabel, aber noch stehen sechs Rallyes an.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich habe heute alles auf eine Karte gesetzt, um auf dem Podium zu stehen. Leider war es nicht genug. Durch den Ausrutscher auf der Powerstage bin ich dann noch auf den fünften Platz zurückgefallen. Der Polo ist zum Glück ein starkes Auto und am Ende dürfen wir uns bei unseren Mechanikern bedanken, die uns mit einer Energieleistung im Rennen gehalten haben. Ohne ihren Einsatz hätte ich es nicht mehr zum Podium geschafft. Kompliment an meine Teamkollegen Andreas und Sébastien. Deren Tempo konnte ich das Wochenende nicht gehen. Jetzt kommt mit der Rallye Finnland mein persönliches Highlight des Jahres. Beim Heimrennen möchte ich natürlich wieder auf dem Podium stehen. Dafür werde ich arbeiten.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Das war mit Abstand die beste WM-Rallye meiner Karriere. Ich mag die Charakteristik und Rallyes mit einem solch hohen Tempo wie hier in Polen. Ich war nah dran am Sieg und am Ende haben nur Kleinigkeiten den Unterschied gemacht. Ich bin wahnsinnig stolz auf unsere Leistung hier in Polen. Klar, in Schweden waren wir ebenfalls nah dran, aber das war unsere Heimrallye. Hier auf Augenhöhe mit dem Weltmeister um den Sieg zu kämpfen hat einen ganz anderen, viel höheren Stellenwert. Ich bin überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir das erste Mal gewinnen. Platz zwei in Polen ist alles andere als ein schlechtes Resultat und für die Weltmeisterschaft Gold wert. Wir haben Rang zwei in der Fahrer- und Beifahrer-Wertung zurückerobert.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Für Volkswagen war die Rallye Polen in allen Belangen die beinahe perfekte Rallye. Zum einen haben unsere Fahrer eindrucksvoll bewiesen, dass sie die besten Drei der Rallye-WM sind, zum anderen haben sie sich packende Duelle untereinander und mit unseren Gegnern geliefert und viel Werbung für den Rallye-Sport gemacht. Auch technisch hatten wir eine optimale Rallye ohne jedes noch so kleine Problem. Darauf können unsere Techniker extrem stolz sein – denn bei der heißesten und schnellsten Rallye des Jahres ist das nicht selbstverständlich. Besser könnte auch die Geschlossenheit im Team nicht sein – was Mannschaftsgeist und gesunde Rivalität angeht. Andreas Mikkelsen hat eine fantastische Rallye gezeigt und seinen ersten Sieg nur knapp verfehlt – aber bewiesen, dass Weltmeister Sébastien Ogier nicht nur in Jari-Matti Latvala einen ebenbürtigen Gegner hat.“


Endstand nach 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:26.11,5 Std.
2 A. Mikkelsen / O. Fløene +11,9 Sek.
3 O. Tänak / R. Mõlder +23,0 Sek.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.14,6 Min.
5 J. Latvala / M. Anttila +1.24,7 Min.
6 T. Neuville / N. Gilsoul +1.44,5 Min.
7 K. Meeke / P. Nagle +1.57,7 Min.
8 R. Kubica / M. Szczepaniak +2.08,3 Min.
9 M. Østberg / J. Andersson +2.18,2 Min.
10 D. Sordo / M. Martí +2.48,4 Min.

Zahl des Tages

60,31

„Master Of Faster“: Sébastien Ogier sicherte sich den Sieg bei der Rallye Polen mit einer mittleren Geschwindigkeit von 121,41 km/h. Während der Rallye stand der Doppelweltmeister 60,31 Prozent der Zeit voll auf dem Gas. Und damit 1:28.10,1 Stunden der Siegerzeit von 2:26.11,5 Stunden. Wahnsinn! Hohes Tempo, hoher Unterhaltungsfaktor. Einfach „Master Of Faster“.


Tag 3 in Polen.

Die sportliche Herausforderung in Stichworten.


WP 18/19 – „Baranowo“
– Powerstage – hier geht’s um Zusatzpunkte
– Teile sind vom vergangenen Jahr bekannt
– Die Essenz der Rallye Polen: Spitzkehren, schnelles offenes Gelände, viele Ortsdurchfahrten

Hier finden Sie das Streckenprofil der Rallye Polen.


Samstag, 04.07.2015


Tag 2 der Rallye Polen. Das Video.


Bilder Tag 2 (10)


Tageszusammenfassung

Frisch frisiert und ganz weit vorn.

 

Sieht er nun aus wie Jari-Matti Latvala oder nicht? Manche sagen ja, andere nein. An der neuen Frisur von Andreas Mikkelsen, die er zum ersten Mal bei der Rallye Polen präsentiert hat, scheiden sich die Geister. Wie schon zu Saisonbeginn. Damals zierte eine eher rundliche Föhnfrisur das Haupt des Norwegers. Jetzt sind die Seiten kurz und oben stehen ein paar Strähnen wie Antennen gerade in die Höhe. Sieht aus wie Latvala, haben einige Fans im Internet behauptet. In seinem Team hat Andreas' neuer Look einen ganz anderen Titel bekommen: Speedy Hair. Dass an den schnellen Haare etwas dran sein muss, hat Mikkelsen am zweiten Rallye-Tag in Polen eindrucksvoll bewiesen.

 

Nur 29,2 Kilometer sind es noch bis ins Ziel des siebten WRC-Saisonlaufs, nur 5,6 Sekunden liegt Mikkelsen hinter dem Gesamtführenden in Polen, Sébastien Ogier, der einen makellosen zweiten Tag hinlegte. Doch so gut der Rallyeweltmeister auch fuhr, Mikkelsen ließ sich nicht abschütteln. "Andreas ist topmotiviert, hier seinen ersten WRC-Sieg zu holen", sagte Ogier am Ende des Tages über den Volkswagen Youngster, der in der aktuellen Saison bereits vier Mal mit dritten Plätzen auf dem Podium stand. "Wir haben heute das absolute Maximum rausgeholt und bedingungslos attackiert", sagte Mikkelsen - schwierigen Sichtverhältnissen im Staub hinter Ogier und unvorteilhafter zweiter Startposition zum Trotz.

 

Mikkelsen war so schnell unterwegs, dass die Prüfungssiege der schnellsten (SS2) und zweitschnellsten Special Stage (SS15) der bisherigen Saison an ihn gingen. 131,09 und 128,13 km/h war "AM" dort schnell. Mikkelsen fährt nicht, er fliegt, so scheint es. Während sich Teamkollege Jari-Matti Latvala mit Ott Tänak (Ford) um Platz 3 rangelt (aktuell liegt JML mit nur 1,5 Sekunden Rückstand auf Tanäk auf Platz 4), hat Mikkelsen die Devise für den Finaltag in Polen ausgegeben: "Ich werde Sonntag um meinen ersten WM-Sieg kämpfen wie ein Löwe." Dann wird sich auch zeigen, ob die schnellen Haare Mikkelsen noch einmal beflügeln konnten. Vielleicht trägt er dann sogar die Löwen-Mähne des stolzen Siegers der Rallye Polen 2015.


Stand nach 17 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:12.23,2 Std.
2 A. Mikkelsen / O. Fløene +5,6 Sek.
3 O. Tänak / R. Mõlder +17,6 Sek.
4 J. Latvala / M. Anttila +19,1 Sek.
5 H. Paddon / J. Kennard +55,7 Sek.
6 T. Neuville / N. Gilsoul +1.15,1 Min.
7 R. Kubica / M. Szczepaniak +1.29,2 Min.
8 K. Meeke / P. Nagle +1.39,4 Min.
9 M. Østberg / J. Andersson +1.56,0 Min.
10 D. Sordo / M. Martí +2.17,1 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

"Eine perfekte Vorstellung."

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Das war eine perfekte Vorstellung, die Julien und ich heute abgeliefert haben. Ich bin super zufrieden mit unserer Leistung. Auf der ersten Prüfung habe ich vom Staub profitiert, der den folgenden Fahrern die Sicht erschwert hat. Darüber hinaus habe ich auf jedem Kilometer bis zum absoluten Limit Gas gegeben, ohne einen einzigen Fehler. Die Prüfungen machen irre viel Spaß. Es ist so unglaublich schnell, dass es einem sogar selbst im Cockpit den Atem raubt. Der Vorsprung auf Andreas ist nur hauchdünn. Es ist ähnlich knapp wie in Schweden. Die Zuschauer können sich auf ein spannendes Finale freuen. Und ich bin mir sicher: Andreas ist top motiviert, hier seinen ersten Sieg zu holen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Bei mir hat heute einfach die Balance gefehlt. Zum Teil habe ich zu viel attackiert, zum Teil zu wenig. Obwohl das Auto einwandfrei funktioniert hat, habe ich meinen Rhythmus leider nicht gefunden. Meine Zeiten vom Vormittag konnten einfach nicht mit denen vom Nachmittag mithalten. Dadurch ist es mir auch nicht gelungen Tänak auf Abstand zu halten. Platz drei nach Tag drei wäre bei der Rallye Polen kein schlechtes Resultat. Ich werde versuchen, das auf den zwei letzten Wertungsprüfungen wieder geradezubiegen. Morgen auf dem Podium zu stehen ist weiterhin das Ziel.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wir haben heute das absolute Maximum herausgeholt und bedingungslos attackiert. Am Vormittag haben wir etwas Zeit auf unseren Teamkollegen Sébastien Ogier verloren, auch weil wir kleine Fehler gemacht haben. Am Nachmittag haben wir dagegen wieder etwas Boden gutgemacht. Meine Reifenwahl war nicht die schlechteste. Wir haben auf der zweiten Schleife auf vier harte und einen weichen im Kofferraum gesetzt, den wir in der abschließenden Zuschauerprüfung eingesetzt haben. Seb dagegen hatte vorwiegend weiche. Etwas mehr als fünf Sekunden sind vor dem Schlusssprint von 30 Kilometern nicht viel und ich kämpfe weiter wie ein Löwe um meinen ersten Sieg in der Rallye-WM. Wenn der gelingen soll, muss morgen alles passen – schließlich kämpfen wir hier mit dem Doppelweltmeister. Eins steht fest: Wir werden wieder alles geben.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wer nicht längstens Rallye-WM-Fan ist, der muss es spätestens heute werden. Das Duell Sébastien Ogier gegen Andreas Mikkelsen ist an Spannung kaum zu überbieten. Wir können kaum abwarten, wie es weitergeht. Ein großes Kompliment an beide, speziell aber an Andreas: Er verlangt dem Doppelweltmeister ab, bis zum Zielstrich alles zu geben. Aber auch Jari-Matti Latvala muss in seinem Duell mit Ott Tänak ans absolute Limit gehen und auch hier ist der Ausgang weit offen. Die Rallye-WM liefert auch aus Polen wieder spektakuläre Bilder – hohes Tempo, perfekte Drifts, wunderschöne Landschaft. Da hilft nur eins: dranbleiben!“


Zahl des Tages

32,9

„The Heat Is On“: Am Samstagnachmittag zeigte das Thermometer bei der Rallye Polen auf der WP „Wieliczki“ 32,9 Grad Celsius an – die bisher höchste Temperatur des WM-Jahres 2015. Zum Vergleich: Das bisherige Maximum datiert aus dem Jahr 2014, als auf der 17. WP der Rallye Italien von der Volkswagen Meteo-Crew 34,8 Grad Celsius registriert wurden. 2015 bildete die neunte WP der Rallye Italien mit 31,6 Grad die bisher heißeste.


Mittagsbericht

Jetzt zählt's!

 

Wenn der Wecker um 5:30 Uhr klingelt, möchte man normalerweise die kleine Schlummertaste drücken und sich noch mal im Bett umdrehen. Wenn der Chef den Dienstbeginn aber für sechs Uhr angesetzt hat, reicht das gerade noch für ein paar Spritzer Wasser ins Gesicht und einen schnellen Schritt zum Arbeitsplatz. So ungefähr sah das aus, als Volkswagen Motorsport Direktor Jost Capito sein Team in aller Frühe zum Start in den Rallye-Samstag empfing. Es gab Wichtiges zu besprechen. Damit kann man nicht früh genug anfangen. Capitos klare Botschaft an sein Team: Heute zählt's. Der Samstag, vielleicht schon der Samstagvormittag, kann bei der Rallye Polen die Vorentscheidung bringen.

 

Der Rallye-Weltmeister saß etwas weiter hinten im Pulk von Jost Capitos Mitarbeitern. Doch es verstand sich von selbst, dass Sébastien Ogier ganz genau zuhörte. Mit nur 2,1 Sekunden Vorsprung auf Andreas Mikkelsen (und 10,8 Sekunden vor Jari-Matti Latvala auf Platz 3) startete Ogier zwar als Gesamtführender in den Tag, musste aber erneut als Erster auf die Strecke. Keine Spuren auf der Ideallinie der vorausfahrenden Kollegen. Keine freigefegte Piste. Keine schöne Aufgabe für denjenigen, der als Erster raus muss. Allen Widrigkeiten zum Trotz lieferte Ogier gleich auf der ersten Special Stage des Morgens ganze Arbeit ab. Bestzeit und der 350. Prüfungssieg seiner Karriere. Jetzt zählt's. Message angekommen.

 

Auch Mikkelsen und Latvala hatten Capito gut zugehört und blieben mit konstanten Prüfungszeiten auf den vier Vormittags-WPs auf Tuchfühlung zu Ogier. Dennoch: Ogier baute eine Führung auf Mikkelsen bis zum Mittag auf 7,2 Sekunden aus. Ott Tänak (Ford) schob sich knapp auf Platz 3 vor (+20.0 Sek.). Dahinter Latvala mit 20,1 Sekunden Rückstand auf Ogier. War das schon die Vorentscheidung? Wohl kaum. Dafür liegen alle Fahrer im vorderen Feld noch zu dicht beieinander. Aber eines ist am Samstagvormittag ganz deutlich geworden: Der zweimalige Weltmeister ist ausgeschlafen und hellwach. Jetzt zählt's.

 

Ergebnis nach WP 13: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 1:54:25,8 Std.

2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +7,2 Sek.

3. Ott Tänak (Ford) +20,0 Sek.

4. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +20,1 Sek.

5. Hayden Paddon (Hyundai) +51,5 Sek.


Tag 2 in Polen.

Die sportliche Herausforderung in Stichworten.


WP 10 und 14 – „Mazury“
– Mehrere Ortsdurchfahrten zum Beginn des zweiten Rallye-Tages
– Wieder sehr schnell und damit typisch für die Rallye Polen
– Längere Waldpassagen

WP 11 und 15 – „Wieliczki“
– 2014 die schnellste WP im Rallye-WM-Kalender
– Dennoch: Mehr Abzweige als die übrigen Wertungsprüfungen
– Führt über Feldwege durch das offene Gelände und durch die Felder
– Inklusive einer Ortsdurchfahrt

WP 12 und 16 – Swietajno“
– Die „WP der Seen“, denn sie ...
– startet und endet an zwei verschiedenen Seen
– führt etwa 4,5 Kilometer entlang eines dritten Sees


Hier finden Sie das Streckenprofil der Rallye Polen.


Freitag, 03.07.2015


Tag 1 der Rallye Polen. Das Video.


Bilder Tag 1 (10)


Tageszusammenfassung

Mit Anlauf in Führung.

Ein heißer Vollgas-Ritt ist die Rallye Polen bislang. Ordentlich staubig, viel loser Schotter und eine enorme Hitze. Perfekte Zutaten also für ein spannendes Rallye-Spektakel. Am Vormittag musste Sébastien Ogier im Polo R WRC als Erster auf die Bahn, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich schnell war. Die Vormittags-Prüfungen waren eine gute Mischung aus schnellen Passagen und langsamen, technisch anspruchsvollen Abschnitten – eben typisch Rallye Polen.

Ogier nutzte den Vormittag praktisch als Anlauf für den Nachmittag. Am Morgen war noch Ott Tänak im M-Sport Ford das Maß der Dinge. Der schnelle Este führte nach den ersten fünf Prüfungen mit 9,3 Sekunden vor Andreas Mikkelsen im zweiten Polo R WRC, dahinter lauerte Seb.

Am Nachmittag war Ogier zwar erneut Erster auf der Piste. Er blieb aber trotz Temperaturen von bis zu 30 Grad cool und startete seine Aufholjagd. Auf der WP 7 zündete der Franzose den Turbo: Aus 13,6 Sekunden Rückstand auf Tänak wurden 1,7 Sekunden Vorsprung. Wahnsinn! Und das, obwohl Ogier mit seiner Reifenwahl (vier weiche, ein harter Reifen) alles andere als zufrieden war. Die weichen Pneus zollten den heißen Temperaturen Tribut. „Ich war ein bisschen zu aggressiv zu meinen Reifen. Wir haben es zwar gut durchgebracht, es war aber nicht ideal“, sagte er nach der WP 7. Tänak hatte sogar sechs weiche Reifen dabei – einer der Gründe, weshalb der Este gegen Ogier an Boden verlor.

Mikkelsen hing sich quasi in den Windschatten seines Markenkollegen und belegt Platz zwei am Ende des Tages. Nur 2,1 Sekunden trennen die beiden. Oder 69,21 Meter – und das nach den bisher gefahrenen 155,04 Kilometern. Auch Jari-Matti Latvala im dritten Polo R WRC war schnell unterwegs. Der Finne zog auf WP 8 ebenfalls an Tänak vorbei und liegt mit 10,8 Sekunden Rückstand auf Ogier auf Gesamtplatz drei. Die Volkswagen Dreifachführung nach dem ersten Tag ist damit perfekt. So kann es weitergehen. Beim Vollgas-Ritt in Polen.


Stand nach 9 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:17.42,5 Std.
2 A. Mikkelsen / O. Fløene +2,1 Sek.
3 J. Latvala / M. Anttila +10,8 Sek.
4 O. Tänak / R. Mõlder +16,7 Sek.
5 H. Paddon / J. Kennard +35,9 Sek.
6 R. Kubica / M. Szczepaniak +37,4 Sek.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +41,3 Sek.
8 K. Meeke / P. Nagle +1.07,1 Min.
9 D. Sordo / M. Martí +1.15,0 Min.
10 M. Østberg / J. Andersson +1.15,5 Min.

Zahl des Tages

17,5

155 Kilometer lang Attacke und doch nur 2,1 Sekunden zwischen Doppelweltmeister und Youngster. Und das bei 120 Sachen im Mittel. Nichts für schwache Gemüter. Für Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen allerdings Rallye-Alltag. Vor der zweiten Hälfte der Rallye Polen trennen die beiden umgerechnet 69,83 Meter – oder einfacher: die Länge von 17 und einem halben Polo R WRC. Zwischen Platz eins und zwei machten am Freitag am Ende 0,045 Prozent den Unterschied. Wer in diesem Zweikampf die Nase vorn haben wird? Ende offen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

Wir haben das Optimum herausgeholt.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ein klasse Tag für Julien und mich hier bei der Rallye Polen – aber auch ein ganz schön anstrengender. Wir haben wie immer alles gegeben und sind zufrieden. Die Prüfungen rund um Mikołajki sind wirklich extrem schnell, vielleicht die schnellsten in der gesamten Saison. Dazu war es am Morgen immer noch etwas rutschig. Da braucht man ein gefühlvolles Händchen am Steuer. Unsere Reifenwahl war auf der Nachmittagsschleife vielleicht nicht ganz perfekt, aber wir haben das Optimum aus dem Tag herausgeholt.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Am Vormittag habe ich mich noch ein wenig schwer getan, meinen Rhythmus zu finden, war hier und da vielleicht zu vorsichtig und konnte die Geschwindigkeit meiner beiden Teamkollegen nicht ganz mitgehen – vor allem Andreas hat es ganz schön fliegen lassen. Am Nachmittag war die richtige Reifenwahl dann der entscheidende Faktor. Ich bin mit meiner Entscheidung, zwei harte Reifen mitzunehmen, gut gefahren. Ein Lob an Michelin, die Reifen haben wirklich gut funktioniert. Der Zeitabstand zwischen den ersten Drei beträgt jetzt ein bisschen mehr als zehn Sekunden. Da ist noch alles drin.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Bei der Rallye Polen ist genau das gefragt, was wir vorhergesagt haben: viel Vollgas. Wir waren von Beginn an im richtigen Rhythmus und haben aus den Bedingungen, die für uns herrschten, das Maximum herausgeholt. Leider habe ich aber auch einen Fehler auf der siebten Wertungsprüfung eingebaut und etwa drei, vier Sekunden bei einem Ausritt in ein Feld eingebüßt. Abgesehen davon bin ich höchstzufrieden damit, wie der Tag gelaufen ist. Der Ausgang der Rallye ist weit offen und wir haben alle Chancen, hier ein Top-Resultat zu feiern. Die Abstände sind verglichen zum Tempo und zur der zurückgelegten Distanz nichts. Ich freue mich auf morgen und weitere spannende Duelle.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Spannender geht’s kaum. Die Rallye Polen hält das, was sich die Fans davon versprochen haben. Sie ist enorm schnell und verlangt den Fahrern und Beifahrern Mut und Können ab. Nach über 150 Kilometern Vollgas trennen die ersten Drei gerade einmal 350     Meter. Dass drei unserer Fahrer vorn sind, ist aus Volkswagen Sicht natürlich erfreulich aber ganz sicher kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Das Gegenteil ist angesagt. Und wir werden alles dafür geben, unsere Gegner auf Distanz zu halten. Ein besonders Kompliment möchte ich an unsere Mechaniker und Ingenieure richten: Sie haben die drei Polo R WRC perfekt vorbereitet und sie haben knapp die Hälfte der Distanz ohne Service problemfrei absolviert.“


Mittagsbericht

Stole the show.

 

Andreas Mikkelsen hat ein neues Lieblingslied. Eines, das seinen Karrierestatus ziemlich gut beschreibt. Ausgeglichen ist er in diesen Tagen in Polen, ganz entspannt. Er hat einen neuen, mehrjährigen Vertrag mit Volkswagen in der Tasche; er bekommt die Chance auf den nächsten Schritt. Er will etwas beweisen – aber nicht um jeden Preis. Die Ziele: vernünftig. Ein Podium darf es gern sein. Am liebsten das oberste Treppchen. Wenn das nicht nicht klappt, sagt er es mit „Kygos“ Liedgut. Denn „Stole the Show“ lässt „Mikkel“ am Laustärkeregler drehen. Wenigstens den Altvorderen die Schau stehlen.

 

Und wie er das zum Auftakt in Polen tat. Dem Doppelweltmeister knapp acht und dem zweiten Teamkollegen etwa 13 Sekunden abgeknöpft. Also: Bester aller Volkswagen Fahrer. Und das alles mit einem schweren Gasfuß – 119,56 Sachen im Durchschnitt. Polen ist und bleibt Mikkelsen-Terrain, weil alle WM-Piloten bei Null Erfahrung beginnen.

 

Es gibt nur einen, der ernstlich Widerstand leistet: Ott Tänak im M-Sport-Ford. Der Este nutzte seine Möglichkeiten als Spätstartender, zeigte eine herausragende Leistung – und rangiert nun bereits 9,3 Sekunden vor dem Volkswagen Trio. „Es bleibt dabei, wir müssen weiter Gas geben“, so Mikkelsen. „Wenn man in Polen etwas werden will, gibt es keine Alternative. Am Nachmittag wird es spannend, weil sich die Bedingungen noch einmal stark ändern können. Für mich gilt genauso für die Rallye-WM-Fans: dranbleiben!“ 

 

Und allen die Schau stehlen.

 

Ergebnis nach WP 5: 

 

1. Ott Tänak (Ford) 42.00,6 Min.

2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +9,3 Sek.

3. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +16,7 Sek.

4. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +22,8 Sek.

5. Kris Meeke (Citroën) +33,5 Sek.


Tag 1 in Polen.

Die sportliche Herausforderung in Stichworten.

 

WP 01, 09 und 17 – „Mikołajki Arena“

– Wenn man so will: der Klassiker in Polen

– Wird jedes Jahr ausgetragen

– Hat schon manche Dramen befördert
– Deshalb: kurz und gemein – nur 2,5 Kilometer lang

– Man kann wenig gewinnen, aber viel verlieren
– Lose Staubschicht auf Asphalt. Saubere Fahrweise gefragt

 

WP 02 – „Gorklo“

– Untypischer Start in die Rallye Polen

– technischer und fahrerisch anspruchsvoller als die restlichen Prüfungen

– vor allem enger
– Viele „Verdecktes“: blinde Kurven und Kuppen
– „Cutten“ verbietet sich – hohes Gras an den Rändern, es könnten Steine versteckt sein

– Auf dieser WP gibt es zusätzlich viele Strohballen, die das Abkürzen verhindern

 

WP 03 und 08 – „Goldap“

– Prädikat: typisch Polen
– Feld- und Wirtschaftswege in offenem Gelände
– 5 markante Spitzkehren
– Kurzes Waldstück

 

WP 04 und 06 – „Babki“

– Ähnelt „Goldap“
– Sehr schnelle Wertungsprüfung
– Führt kurz an einem See entlang

 

WP 05 und 07 – „Stanczyki“

– Langsamer als die Wertungsprüfungen zuvor
– Mehr Kurven
– 600 Meter lange Ortsdurchfahrt durch „Przerosl“

– Längste Wertungsprüfung der Rallye 


Hier finden Sie das Streckenprofil der Rallye Polen.


Donnerstag, 02.07.2015


Der Eröffnungstag der Rallye Polen. Das Video.


Bilder Eröffnungstag (10)


Tageszusammenfassung

Weltmeisterlicher Spitzensprint.

Eine halbe Ewigkeit mussten sich Rallye-Fans gedulden, bis die Action bei der Rallye Polen endlich losging. Doch das Warten hatte sich am Ende gelohnt - vor allem für Volkswagen Fans und die Anhänger von Sébastien Ogier. Nach einem makellosen Shakedown am frühen Vormittag, den der Weltmeister mit Bestzeit abspulte, ließ es Ogier gut neun Stunden später auch auf der Super Special Stage krachen, mit der der siebte WRC-Lauf der Saison schließlich eröffnet wurde. Bestzeit beim 2,5 Kilometer kurzen Sprint. Eine halbe Sekunde schneller als Lokalmatador Robert Kubica, der kurz davor vorgelegt hatte. Ein weltmeisterlicher Spitzensprint sozusagen.

"Tolle Atmosphäre hier", sagte Ogier am Ende der Prüfung. "So viele Fans von Robert Kubica sind hier. Ich freue mich für ihn." Freude auch bei Andreas Mikkelsen, der sich nur 0,1 Sekunden hinter Kubica auf Platz drei einsortierte. "Kein schlechter Start", sagte Mikkelsen. Kann man so sagen. Und auch der dritte Volkswagen Fahrer in Polen war zufrieden mit dem Ergebnis der ersten Prüfung. "Ich hatte vor dem Start ein gutes Gefühl. Wir hatten einen guten Lauf", sagte Jari-Matti Latvala auf Platz fünf und zwei Sekunden hinter Ogier. Freitag geht's dann richtig los in Polen. Acht Prüfungen mit 137,79 gezeiteten Kilometern stehen dann an. Als WM-Führender geht Ogier als Erster auf die Strecke. Pünktlich um acht Uhr morgens Ortszeit. Da muss keiner mehr lange warten.

Ergebnis nach WP 1:

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 1.43,9 Min.
2. Robert Kubica (Ford) 1.44,4 Min.
3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 1.44,5 Min.
4. Martin Prokop (Ford) 1.45,4 Min.
5. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 1.45,9 Min.
6. Ott Tänak (Ford) 1.46,3 Min.
7. Stéphane Lefebvre (Citroën) 1.46,5 Min.


Zahl des Tages

86,62

 

In Polen ist Mumm gefragt. Hier zählen drei Sachen: Tempo, Tempo und Tempo. Und selbst wenn es zur Zuschauerprüfung über den Mickey-Maus-Kurs von Mikolajki geht, ist Polen die flotteste Rallye des Jahres. 86,62 Stundenkilometer im Mittel wurden für Sébastien Ogier auf dem 2,5 Kilometer kurzen Kurs registriert – für eine „Super Special Stage“ das schnellste im Jahr 2015. Bisher war die zehnte WP bei der Rallye Mexiko unter den Mickey Mäusen die schnellste – mit 84,93 Durchschnittstempo. Aber keine Sorge: Ab Freitag wird noch mehr Gas gegeben. Vollgas-Anteil 2014: etwa zwei Drittel der Distanz. Prognose 2015: Da geht noch was.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich mag das schnelle und flüssige Streckenprofil.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Der Shakedown lief gut für Julien und mich. Das Streckenprofil war gleich super schnell, beinahe ohne Kurven. Das wird so ähnlich auch am Wochenende bei der Rallye sein. Besonders am Freitag dürfen sich die Fans auf extrem schnelle Prüfungen freuen, es wird vielleicht noch einmal mit mehr Tempo als im Vorjahr. Mir gefällt es, wenn es schnelle und flüssige Streckenprofile wie in Polen gibt. Außerdem sind die meisten Prüfungen neu für die Fahrer, was für alle die gleiche Herausforderung bedeutet. Wir sind top in Form und ich kann den Start kaum erwarten.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich habe heute den Shakedown genutzt, um an der Abstimmung meines Polo zu feilen. Polen ist zusammen mit Finnland die schnellste Rallye des Jahres. Um von hier etwas mitzunehmen, muss man ordentlich Gas geben – und gleichzeitig nicht vom Weg abkommen. Es wird wichtig sein, gleich von Beginn an gut in die Rallye reinzukommen. Die Wertungsprüfungen machen einen guten Eindruck, der Polo ist bereit, die Sonne scheint: Das sind auf jeden Fall gute Voraussetzungen. Und ich habe ja von letztem Jahr noch etwas wett zu machen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Bei der Rallye Polen geht es um drei Dinge: Tempo, Tempo und Tempo. Und genau das liegt mir, denn ich mag es, wenn es schnell wird. Der Shakedown ist entsprechend wichtig, um den Rhythmus zu finden, den man ab Freitag früh von der ersten Sekunde an braucht. Mit dem Shakedown bin ich zufrieden, auch wenn ich ein, zwei Fehler eingebaut habe und keinen perfekten Lauf gefunden habe. Obwohl zwei langsamere Abzweige drin waren, lag das Durchschnittstempo bereits bei etwa 120 – das zeigt, wie schnell der Rest war. Alles in allem eine gute Vorbereitung für das, was vor uns liegt.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Polen gehört nicht umsonst zu den Lieblingsrallyes unserer Fahrer. Bei hohem Tempo ist hohe Konzentration gefragt – der Adrenalinspiegel ist entsprechend hoch. Schon der Shakedown hat gezeigt, wie schnell es auch in diesem Jahr hier werden wird – vielleicht sogar noch schneller. Und er hat gezeigt, dass unsere Jungs hellwach sind und sich sofort den neuen Rhythmus gefunden haben.“


Shakedown-Bericht

Bereitmachen zum Vollgas-Spektakel.

 

Bitte anschnallen und gut festhalten! Bei der Rallye Polen wird es spektakulär und vor allem verdammt schnell. Die Schotter-Rallye in Masuren ist neben der Rallye Finnland die schnellste Rallye im Kalender. Das erfordert höchste Konzentration von den Fahrern. Für die Fans bedeutet das spektakuläre Momente wenn die PS-starken World Rally Cars an ihnen vorbeirauschen.

 

Im Shakedown am Vormittag, dem Aufwärmen zum großen Vollgas-Spektakel, waren die Volkswagen Piloten direkt bei der Musik. Sébastien Ogier war im Polo R WRC vorne, dahinter lagen zeitgleich Lokalmatador Robert Kubica und Ogiers Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen auf dem zweiten Platz. Enger geht es praktisch nicht.

 

Das waren allerdings alles nur Aufwärmübungen. Richtig los geht die Rallye erst am Abend um 19 Uhr Ortszeit mit der Super Special Stage in der Mikołajki Arena. 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 1.39,1 Min.

2. Robert Kubica (Ford) 1.39,6 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 1.39,6 Min.

2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 1.39,6 Min.

3. Thierry Neuville (Hyundai) 1.40,0 Min.


Freitag, 26.06.2015


Hintergrund

Terra incognita? Terra Mikkelsen!

„Dass mir neue und im Wettkampf unbekannte Wertungsprüfungen liegen, habe ich schon mehrfach gezeigt“, sagt Andreas Mikkelsen. Nicht nur deswegen ist er vor der Rallye Polen (2. bis 5. Juli) guter Dinge. Im vergangenen Jahr wurde er Zweiter. Und in diesem Jahr sind von den insgesamt 313,53 Prüfungskilometern 234,69 Neuland.

Etwa drei Viertel der Strecke sind gänzlich unbekannt, darüber hinaus darf die Weltelite des Drifts für insgesamt 88,31 Prozent der Gesamtdistanz in diesem Jahr einen ganz neuen Aufschrieb erstellen – weite Teile der vertrauten Routen werden nun in umgekehrter Richtung befahren. Und wann immer leeres Papier in ein akkurates „Gebetbuch“ verwandelt werden muss und Fahrer und Beifahrer gleichermaßen bei null anfangen, schlägt die Stunde von Andreas Mikkelsen. Bereits 2014 begeisterte er in Polen die Fans mit einem packenden, teaminternen Zweikampf gegen Sébastien Ogier – und wurde Zweiter.

Terra incognita ist also Terra Mikkelsen. „Die Straßen lassen einiges zu, aber man sollte den Respekt nicht verlieren, wachsam und auf alles vorbereitet sein“, sagt Mikkelsen über die Rallye Polen. Auch 2015 ist Mikkelsen der Jäger, Ogier als Titelverteidiger und Tabellenführer der Gejagte. Und dann wäre da noch Jari-Matti Latvala, der nach zwei Reifenschäden und einem Aufhängungsschaden anno 2014 noch eine Rechnung mit der Rallye Polen offen hat. Adrenalin garantiert. Auf dem Terra Mikkelsen.


Zahl der Rallye.

69,63

Die schnellste WP im Polo R WRC aller Zeiten erfordert jede Menge Vollgas. Andreas Mikkelsen hatte bei der Rallye Polen 2014 auf der neunten Prüfung „Wieliczki“ einen entsprechend schweren Gasfuß: 69,63 Prozent der Distanz stand der Norweger voll auf dem Gas – also 8,98 der insgesamt 12,89 WP-Kilometer.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich liebe schnelle Rallyes!“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich liebe schnelle Rallyes! Der Adrenalinstoß ist viel höher, was ich großartig finde und was mir in die Karten spielt. Auch wenn uns in Polen wieder ein anderer Typus Schotter-Rallye erwartet und das Streckenprofil kaum mit den bisherigen vergleichbar ist. Die Straßen sind längst nicht so eng wie zuletzt auf Sardinien. In Polen sind rund drei Viertel der Wertungsprüfungen im Vergleich zum vergangenen Jahr neu und vom bekannten Teil wird ein Großteil in umgekehrter Richtung gefahren. Die Rallye stellt für alle Fahrer so etwas wie ein Novum dar und wir haben alle die gleiche Ausgangssituation. Jeder kann zeigen, was er draufhat, darauf freue ich mich ganz besonders. Die ‚Recce‘ und das Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer werden, genau wie bei der Rallye Italien, wieder eine besondere Rolle spielen. Keine Frage, es gehört auch etwas Glück dazu, eine so anspruchsvolle Rallye ohne Zwischenfälle zu gewinnen. In Italien hatten wir jedoch eine sehr gute Strategie und haben zur richtigen Zeit und an den richtigen Stellen das Tempo variiert. Aufgrund dieses Sieges und des Vorsprungs in der Weltmeisterschaft werde ich meine Fahrweise nicht großartig ändern: Ich möchte auch in Polen gewinnen. Und dafür muss man Gas geben.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Mit der Rallye Polen habe ich noch eine Rechnung offen. Im vergangenen Jahr hatte ich Pech, als ich meine Vorderrad-Aufhängung beschädigt habe. Immerhin habe ich mich von Platz sieben noch auf Rang fünf nach vorn gekämpft. 2009 bin ich auf Platz zwei liegend auf der letzten Wertungsprüfung ausgefallen. Im vergangenen Jahr hatte ich das natürlich noch im Kopf, nun ist es aber vergessen. In Portugal habe ich gewonnen, bei der Rallye Italien hatte ich ein gutes Tempo. Ich gehe also optimistisch in die Rallye Polen und habe alle Möglichkeiten, mit meinen Teamkollegen mitzuhalten. Die Rallye Polen ist sehr schnell – das gefällt mir. Entscheidend ist, den richtigen Rhythmus zu finden, dann ist alles möglich. Bei den Testfahrten in Polen hatten wir die Möglichkeit, den Untergrund kennenzulernen und ein Gefühl für das Setup zu bekommen. Nach den langen und heißen Tagen in Italien fühle ich mich gut vorbereitet. Die Rallye Polen ist ähnlich lang, physisch wird es aber nicht so anstrengend werden wie auf Sardinien.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Im vergangenen Jahr hatte ich viel Spaß bei der Rallye Polen und habe mit Platz zwei eine gute Leistung gezeigt – auch wenn ich den Zweikampf gegen Sébastien Ogier nicht gewonnen habe. In Polen zählt vor allem eines: Geschwindigkeit. 2014 bin ich mit 136,88 km/h die schnellste Wertungsprüfung in der Geschichte des Polo R WRC gefahren. Mal schauen, was in diesem Jahr drin ist. Wenn du die Rallye gewinnen willst, musst du Vollgas geben, mutig sein und gewisse Risiken eingehen. Die Straßen lassen einiges zu, aber man sollte den Respekt nicht verlieren, wachsam und auf alles vorbereitet sein. In diesem Jahr ist die Strecke fast komplett neu, ähnlich wie 2014. Dass mir neue und im Wettkampf unbekannte Wertungsprüfungen liegen, habe ich schon mehrfach gezeigt. Ich bin also guter Dinge. Mein Ziel für die Rallye Polen ist definitiv, Platz zwei in der Fahrerwertung zurückzuerobern und an meine Leistung aus dem vergangenen Jahr anzuknüpfen.“