Rallye Schweden 2013.

 

Alle Erwartungen übertroffen: Volkswagen holt

den ersten Gesamtsieg in der WRC.

Bereits beim zweiten Auftritt in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) holte Volkswagen den ersten Gesamtsieg. Werkspilot Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia setzten sich in einem packenden Duell auf Eis und Schnee gegen Rekordweltmeister Sébastien Loeb (Citroën) durch. Die beiden Franzosen übernahmen nach der zweiten von insgesamt 22 Wertungsprüfungen die Führung und gaben diese bis ins Ziel nicht mehr ab – obwohl es zeitweise wirklich knapp war, denn auch Loeb kämpfte verbissen um jede Sekunde. Am Ende gewann Ogier jedoch mit beachtlichen 41,8 Sekunden Vorsprung. „Es war ein spannendes Finale am letzten Tag. Sébastien Loeb ist förmlich über die Wertungsprüfungen geflogen. Ich musste wirklich hart ans Limit gehen, um meinen Vorsprung zu halten“, kommentierte ein glücklicher Sébastien Ogier im Ziel.

Ogier holte sich als krönenden Abschluss den Sieg bei der Power Stage, sicherte sich so drei zusätzliche WM-Punkte und übernimmt damit auch die Tabellenspitze bei den Fahrern vor Loeb. Was den Sieg noch eindrucksvoller erscheinen lässt: In der gesamten Geschichte der Rallye Schweden ist Ogier neben Sébastien Loeb erst der zweite Nichtskandinavier, der hier gewinnen konnte.

Auf Rang vier hinter dem Norweger Mads Østberg kamen Jari-Matti Latvala und Copilot Miikka Anttila ins Ziel, die auf der Power Stage zwei zusätzliche WM-Punkte sammeln konnten. Auf Rang vier hinter dem Norweger Mads Østberg kamen Jari-Matti Latvala und Copilot Miikka Anttila ins Ziel, die auf der Power Stage zwei zusätzliche WM-Punkte kassierten. „Wie gut der Polo R WRC ist, haben Sébastien und Julien mit ihrem Sieg bewiesen“, sagte Latvala. „Dass wir nicht ganz an der Spitze mitfahren konnten, liegt allein daran, dass mir noch Erfahrung mit dem für mich neuen Auto fehlt.“

Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito zeigte sich begeistert: „Das ist ein großer Tag für Volkswagen im Motorsport. Aus eigener Kraft schon den zweiten WM-Lauf zu gewinnen, ist ein echter Meilenstein. Die Rallye Schweden ist einzigartig im Kalender. Unter diesen Bedingungen hat der Polo R WRC perfekt funktioniert und Sébastien Ogier hat das perfekt umgesetzt. Er war hier eine Klasse für sich. Aber auch Jari-Matti Latvala hat eine starke Leistung gezeigt. Im Team hat darüber hinaus jedes Rädchen perfekt in das andere gegriffen. Ich bin heute einfach nur stolz auf die Jungs.“


Der Triumph von Schweden.
Sébastien Ogiers Fahrt zum Sieg. Das Video.


Rallye Schweden 2013: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:11:41.9 0.0  
2 S. Loeb / D. Elena 3:12:23.7 +41.8  
3 M. Østberg / J. Andersson 3:13:06.4 +1:24.5  
4 J. Latvala / M. Anttila 3:13:12.5 +1:30.6  
5 T. Neuville / N. Gilsoul 3:16:48.3 +5:06.4  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 3:17:25.0 +5:43.1  
7 M. Prokop / M. Ernst 3:23:07.3 +11:25.4  
8 H. Solberg / E. Axelsson 3:23:24.6 +11:42.7  
9 E. Novikov / I. Minor 3:24:46.6 +13:04.7  
10 Y. Al Rajhi / M. Orr 3:28:08.9 +16:27.0  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Schweden des Jahres 2013 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 10.02.2013

 


Aktuelle Bilder (22)
Letztes Update: 20:15 Uhr

 


18:21 Uhr

„Noch nicht einmal im Traum vorgestellt.“
Drei Fragen an Sébastien Ogier.

War der Sieg bei der Rallye Schweden so einfach, wie es für den Betrachter wirkte?
Ich kann dir eins garantieren: Wenn Dir der neunmalige Weltmeister Sébastien Loeb im Genick sitzt, ist nichts leicht. Er hat drei Tage lang Druck auf uns ausgeübt. Wir haben uns aber nicht in einen Fehler treiben lassen.

Hast du mit dem Sieg gerechnet?
Ehrlich gesagt: nein. Klar, ich hatte nach den Wintertests ein gutes Gefühl. Aber vor dem Wettbewerb weißt du nie ganz genau, wo du im Vergleich zur Konkurrenz stehst. Wir haben am Sonntag vor dem Start noch einmal getestet. Dabei haben wir eine noch bessere Fahrwerksabstimmung herausgearbeitet. Ich glaube, das war entscheidend für den Sieg. Mit einem neuen Auto und einem neuen Team nach den ersten beiden Rallyes des Jahres einen Sieg und einen zweiten Platz erreicht zu haben, hätte ich mir jedenfalls nicht einmal im Traum vorgestellt.

Was bedeutet es für dich, erst der zweite Nichtskandinavier innerhalb von mehr als 60 Jahren zu sein, der die Rallye Schweden gewonnen hat?
Das ist sicherlich ein Bonus für diesen tollen Erfolg. Besonders, weil ich ja ausgerechnet Sébastien Loeb geschlagen habe, dem 2004 dieses Kunststück als Erstem gelungen ist.


15:15 Uhr

Alle Erwartungen übertroffen:
Volkswagen holt ersten Gesamtsieg in der WRC.

Es ist vollbracht – die Sensation ist perfekt: Volkswagen hat bereits mit dem zweiten Auftritt in der WRC den ersten Gesamtsieg geholt. Werkspilot Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia setzten sich in einem packenden Duell auf Eis und Schnee gegen Rekordweltmeister Sébastien Loeb (Citroën) durch. Die beiden Franzosen übernahmen nach der zweiten von insgesamt 22 Wertungsprüfungen die Führung und gaben diese bis ins Ziel nicht mehr ab.

„Es war ein spannendes Finale am letzten Tag. Sébastien Loeb ist förmlich über die Wertungsprüfungen geflogen. Ich musste wirklich hart ans Limit gehen, um meinen Vorsprung zu halten“, kommentierte ein glücklicher Sébastien Ogier im Ziel. Am Ende gewann er mit 41,8 Sekunden Vorsprung. Ogier holte sich als krönenden Abschluss den Sieg bei der Power Stage, sicherte sich so drei zusätzliche WM-Punkte und übernimmt damit auch die Tabellenspitze bei den Fahrern vor Loeb. Was den Sieg noch eindrucksvoller erscheinen lässt: In der gesamten Geschichte der Rallye Schweden ist Ogier neben Sébastien Loeb erst der zweite Nichtskandinavier, der hier gewinnen konnte.

Auf Rang vier hinter dem Norweger Mads Østberg kamen Jari-Matti Latvala und Copilot Miikka Anttila ins Ziel, die auf der Power Stage zwei zusätzliche WM-Punkte kassierten. „Wie gut der Polo R WRC ist, haben Sébastien und Julien mit ihrem Sieg bewiesen“, sagte Latvala. „Dass wir nicht ganz an der Spitze mitfahren konnten, liegt alleine daran, dass mir noch Erfahrung mit dem für mich neuen Auto fehlt.“ Die nächste Chance, Erfahrungen zu sammeln, hat Latvala bei der Rallye Mexiko, vom 7. bis 10. März der nächste Lauf zur Weltmeisterschaft.


„Wir haben im Auto vor Glück laut geschrien.“
Statements aus dem Volkswagen Team.

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8:
„Ein unbeschreibliches Gefühl! Wir haben im Auto vor Glück laut geschrien. Einfach unfassbar, schon in der zweiten Rallye den ersten Sieg für Volkswagen und das Team zu holen. Das ist der wohl schönste Moment meiner Karriere. Der Polo R WRC lief die ganze Zeit über perfekt, die Jungs haben das Auto großartig vorbereitet. In Schweden kann so viel passieren, die Bedingungen im Schnee sind so schwierig – hier zu gewinnen, als zweiter Mitteleuropäer und vor dem besten Rallye-Fahrer aller Zeiten, macht mich enorm stolz. Wir mussten bis zum letzten Tag 100 Prozent geben, weil Sébastien Loeb bis zum Schluss alles versucht hat. Besonders auf der ersten Stage, ‚Mitandersfors‘, heute Morgen hatte ich befürchtet, dass er mehr Zeit gutmacht. Doch das war nicht der Fall. Jetzt bin ich einfach nur glücklich.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7:
„Ich freue mich sehr für das gesamte Volkswagen Team. So früh in der Debütsaison einen Laufsieg zu feiern, ist etwas sehr Besonderes. Gern hätte ich selbst einen Podestplatz beigesteuert. Mit dem Polo R WRC wäre das hier bei der Rallye Schweden sicher dringewesen. Allerdings muss ich meinen Fahrstil noch anpassen. Ein Riesenkompliment an meinen Teamkollegen Sébastien Ogier, der gezeigt hat, was möglich war. Er war das gesamte Wochenende superstark. Ich werde alles geben, in den kommenden Rallyes mit ihm auf Augenhöhe zu sein.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor:
„Das ist ein großer Tag für Volkswagen im Motorsport. Aus eigener Kraft schon den zweiten WM-Lauf zu gewinnen, ist ein echter Meilenstein. Die Rallye Schweden ist einzigartig im Kalender. Unter diesen Bedingungen hat der Polo R WRC perfekt funktioniert und Sébastien Ogier hat das perfekt umgesetzt. Er war hier eine Klasse für sich. Aber auch Jari-Matti Latvala hat eine starke Leistung gezeigt. Im Team hat darüber hinaus jedes Rädchen perfekt in das andere gegriffen. Ich bin heute einfach nur stolz auf die Jungs.“


15:13 Uhr

Das sagt Rallye-Legende Per Eklund:

„Wer hätte das gedacht: Ogier gewinnt die Rallye Schweden! Mit dem Polo R WRC! Fantastisch! Ich glaube, Ogier ist der neue Loeb. Er hatte alles unter Kontrolle. Aber wir dürfen Latvala nicht unterschätzen. Seine Zeit kommt noch. Er muss sich auf den Polo erst noch richtig einschießen. Wie stark Latvala ist, konnte man in der letzten WP sehen. Da ging es noch einmal um zusätzliche Punkte. Ich glaube nicht, dass da jemand taktiert hat.“


14:46 Uhr

 


Stand nach 22 von 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:11:41.9 0.0  
2 S. Loeb / D. Elena 3:12:23.7 +41.8  
3 M. Østberg / J. Andersson 3:13:06.4 +1:24.5  
4 J. Latvala / M. Anttila 3:13:12.5 +1:30.6  
5 T. Neuville / N. Gilsoul 3:16:48.3 +5:06.4  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 3:17:25.0 +5:43.1  
7 M. Prokop / M. Ernst 3:23:07.3 +11:25.4  
8 H. Solberg / E. Axelsson 3:23:24.6 +11:42.7  
9 E. Novikov / I. Minor 3:24:46.6 +13:04.7  
10 Y. Al Rajhi / M. Orr 3:28:08.9 +16:27.0  

13:30 Uhr

Das Beste kommt zum Schluss:
Auf der Power Stage gibt es Extra-Punkte.

Bestandteil jeder WM-Rallye ist die sogenannte „Power Stage“. Auf dieser speziellen, darüber hinaus ganz normal gewerteten Prüfung werden sechs zusätzliche Meisterschaftspunkte vergeben: drei für den Schnellsten, zwei und einer für die folgenden beiden Piloten.


Die Power Stage ist häufig die einzige Möglichkeit für Piloten, die zuvor Zeit verloren haben, noch ein paar WM-Punkte abzustauben. Denn wer bereits auf einem Podiumsplatz liegt, wird kaum für ein paar zusätzliche Zähler zum Beispiel die für einen Sieg fälligen 25 Punkte riskieren. Wer aber sowieso schon weit hinten liegt, kann hier noch einmal groß auftrumpfen. Wer clever ist, hebt sich extra für die Power Stage einen Satz frische Reifen auf.


Diese Strategie greift aber nur, wenn die Power Stage – wie jetzt die 19 Kilometer lange WP 22 „Torsby“ bei der Rallye Schweden – am Ende liegt. Dies muss aber nicht so sein. Zwar schreiben die Regularien vor, die Power Stage sollte den Abschluss bilden und mindestens 15 Kilometer lang sein. Aber Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Bei der Rallye Frankreich folgt die Power Stage direkt nach dem Start, bei der Rallye Portugal soll sie volle 54 Kilometer lang sein.


12:44 Uhr

Eine WP fehlt noch:
Sébastien Ogier geht als Führender ins Finale.

Nur noch exakt 19,26 Kilometer trennen Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier, Beifahrer Julien Ingrassia und den Polo R WRC von ihrem ersten gemeinsamen Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft. Vor der abschließenden Power Stage, der WP 22 „Torsby“, beträgt ihr Vorsprung vor Weltmeister Sébastien Loeb (Citroën) beruhigende 35,4 Sekunden. Loeb fuhr zwar die ersten drei Bestzeiten des Sonntags und verringerte den Rückstand auf zwischenzeitlich nur noch 20,7 Sekunden. Doch Ogier konterte mit einer Bestzeit in WP 20, eine Wertungsprüfung später leistete sich Loeb einen kleinen Ausrutscher.


Teamkollege Jari-Matti Latvala im zweiten Polo R WRC von Volkswagen Motorsport hat nur noch eine kleine Chance, Rang drei zu erobern. Vor der Power Stage beträgt sein Rückstand auf Mads Østberg (Ford) 8,3 Sekunden.


11:25 Uhr

Komfortabler Vorsprung für Ogier –

aber Loeb macht Druck.


Im eisigen Norwegen entwickelt sich ein heißes Duell zwischen den beiden Top-Favoriten: Nachdem sich Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier am Freitag und Samstag mit zahlreichen Bestzeiten einen beachtlichen Zeitvorsprung erarbeitet hatte, kämpft sich Verfolger Sébastien Loeb jetzt Sekunde für Sekunde wieder heran. Der Citroën Pilot konnte heute bereits drei WPs für sich entscheiden.


Trotzdem ist der Vorsprung von Ogier immer noch beruhigend: Nach WP 19 (Kirkenær 1) liegt der Franzose immer noch 20,7 Sekunden vor seinem Landsmann Loeb. Auf Rang drei folgt Mads Østberg (Ford) mit weiteren 55,4 Sekunden Abstand. Fünf Sekunden dahinter: Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala.

 


10:15 Uhr

Kleiner Grenzverkehr.

Warum die letzte Etappe durch Norwegen führt.

 

Fast die komplette letzte Etappe der Rallye Schweden findet in Norwegen statt. Eine Wertungsprüfung – die WP 17 Mitandersfors – verläuft sogar von einer Seite der Grenze auf die andere. Diese Spezialität ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der Norwegen einen eigenen WM-Lauf hatte.

 

2005 geriet die Rallye Schweden zur Schlammschlacht

Ironischerweise heißt die Region, in der die Rallye Schweden seit der Einführung der Weltmeisterschaft (1973) stattfindet, Värmland (warmes Land). Und so war es eigentlich kein Wunder, dass die Rallye immer wieder auf der Kippe stand, weil es rund um Karlstad schlicht zu warm war. 1990 wurde sie wegen Schneemangels ganz abgesagt, 2005 geriet sie regelrecht zur Schlammschlacht. Verschärfend kam hinzu, dass in Schweden grundsätzlich nur Spike-Reifen erlaubt sind, die auf jedem anderen Untergrund als Schnee und Eis nicht wirklich funktionieren. Versuche, mit der Rallye von Värmland in den kälteren Norden des Landes umzuziehen, scheiterten stets am starken Einfluss der Karlstad-Lobby. Immerhin wurde die Verlegung des Service-Zentrums ins 80 Kilometer weiter nördlich gelegene Hagfors durchgesetzt.

 

Perfektes Winterwetter in Norwegen

Veranstalter im benachbarten Norwegen witterten ihre Chance. 2007 und 2009 fand die Rallye Norwegen als WM-Lauf statt – rund um den Olympia-Ort Lillehammer bei perfektem Winterwetter. Im ersten Jahr noch direkt im Anschluss an die Rallye Schweden, beim zweiten Mal dann anstelle des schwedischen Klassikers. Der anschließend angedachte jährliche Wechsel zwischen beiden Rallyes war für beide Veranstalter aber langfristig keine befriedigende Lösung.

 

Zur gleichen Zeit kamen im internationalen Sport grenzübergreifende Veranstaltungen gerade groß in Mode. Da war es nur logisch, dass sich Schweden und Norweger zusammenrauften und eine gemeinsame Zukunft beschlossen. Was auch in diesem Jahr der Veranstaltung guttut. „In Norwegen liegt noch mehr Schnee als in Schweden“, berichtete Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier nach dem Training.


94 Kilometer mit einem Reifensatz:
Auf der letzten Etappe ist nur beschränkter Service erlaubt.

Während der Abschlussetappe der Rallye Schweden läuft die Stoppuhr zwar nur  vergleichsweise kurze 94 Kilometer lang. Die abschließenden sechs Wertungsprüfungen müssen allerdings mit einem Satz Reifen absolviert werden. Während des ganzen Sonntags ist nämlich kein ausführlicher Service vorgesehen. Lediglich vor der letzten WP ist in Torsby steht ein so genannter „Remote Service“ an. Was in den dafür angesetzten 15 Minuten repariert werden darf, ist im Reglement penibel vorgeschrieben.

Mechaniker dürfen für diesen Notservice lediglich ein paar Werkzeuge mitbringen, bei Bedarf höchstens noch die lichtstarken Zusatzlampen. Ansonsten sind ausschließlich Ersatzteile und Werkzeug erlaubt, die sich bereits im Rallyeauto befinden. Für Notfälle werden deswegen gelegentlich Antriebswellen und andere Kleinteile im Innenraum verstaut, mit dicken Kabelbindern sicher verzurrt. Außerdem haben die Teams bei der morgendlichen Ausfahrt aus dem Servicepark in Hagfors zwei Ersatzräder eingepackt.


08:44 Uhr

Ogier als Führender nach Norwegen:
keine Änderung an der Spitze.

Sébastien Ogier ist noch rund 65 Kilometer entfernt von seinem ersten WM-Sieg für Volkswagen Motorsport. Die erste Wertungsprüfung der Abschlussetappe war gleichzeitig auch die längste des Tages – die 27 Kilometer lange WP 17 Mitandersfors. Verfolger Sébastien Loeb (Citroën) fuhr zwar die Bestzeit, war aber nur 3,3 Sekunden schneller als der Volkswagen Werkspilot. „Ich hätte sogar sieben, acht Sekunden verlieren können, ohne nervös zu werden“, schmunzelte Ogier. Sein Vorsprung beträgt immer noch beruhigende 23,6 Sekunden.

Teamkollege Jari-Matti Latvala verkürzte im Kampf um Rang drei seinen Rückstand auf Mads Østberg (Ford) auf 5,9 Sekunden. Das Ziel der WP Mitandersfors lag bereits in Norwegen. Erst zur abschließenden Power Stage (WP 22 Torsby) kommt die Rallye wieder zurück nach Schweden.

Samstag, 09.02.2013

 


 


17:40 Uhr

Erster Saisonsieg in Reichweite:

Ogier bleibt nach Etappe 2 vorn.


Am Ende der zweiten Etappe der Rallye Schweden rückt der erste WM-Sieg für Volkswagen in greifbare Nähe. Werkspilot Sébastien Ogier führt nach 16 von insgesamt 22 vorgesehenen Wertungsprüfungen mit 26,9 Sekunden vor Weltmeister Sébastien Loeb (Citroën). „Ein absolut problemloser Tag“, strahlte Ogier beim abendlichen Schlussservice auf dem Flugplatz von Hagfors. „Ich habe mich darauf konzentriert, mein Tempo der Konkurrenz anzupassen.“ Trotzdem gewannen Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia drei der acht WPs am Samstag.

Auch Team-Neuling Jari-Matti Latvala kommt immer besser mit dem Polo R WRC zurecht. In WP 10 ließ er sich die erste Bestzeit seit seinem Wechsel zu Volkswagen gutschreiben. Im Laufe des Tages tauschte der Finne mehrfach die Position mit Mads Østberg (Ford), musste sich im Etappenziel aber knapp hinter dem Norweger auf Rang vier einordnen. „Das ist natürlich ein wenig frustrierend“, gab Latvala zu. „Aber mein Ziel für morgen ist ganz klar, Mads wieder zu überholen.“ 6,1 Sekunden beträgt sein Rückstand. Die Rallye Schweden wird am Sonntag mit sechs Wertungsprüfungen über rund 94 Kilometer fortgesetzt.


Stand nach 16 von 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:18:22.8 0.0  
2 S. Loeb / D. Elena 2:18:49.7 +26.9  
3 M. Østberg / J. Andersson 2:19:20.5 +57.7  
4 J. Latvala / M. Anttila 2:19:26.6 +1:03.8  
5 E. Novikov / I. Minor 2:20:06.3 +1:43.5  
6 T. Neuville / N. Gilsoul 2:21:39.0 +3:16.2  
7 J. Hänninen / T. Tuominen 2:22:33.3 +4:10.5  
8 H. Solberg / E. Axelsson 2:23:39.5 +5:16.7  
9 M. Prokop / M. Ernst 2:26:18.9 +7:56.1  
10 D. Sordo / C. Del Barrio 2:26:54.7 +8:31.9  

17:37 Uhr

Statements aus dem Team Volkswagen Motorsport.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7
„Ich bin heute nicht ganz zufrieden. Das liegt daran, dass ich eher an mir als am Polo R WRC arbeiten muss. Die Performance des Autos ist da, nur wo exakt das Limit liegt, ist mir noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen."

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Bis jetzt ist es wirklich eine perfekte Rallye für uns. Das Auto ist einfach genial, ein Vergnügen damit schnell zu fahren. Für mich gibt es keinen Grund voll zu attackieren. Trotzdem geben wir Gas, denn die Konkurrenz macht mächtig Druck. Speziell Sébastien Loeb darf man niemals abschreiben."

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ein großes Kompliment an beide Fahrer, die heute wieder tolle Leistungen gezeigt haben.  Fünf von acht Prüfungsbestzeiten zeigen, dass der Polo R WRC unter den speziellen Bedingungen bei der Rallye Schweden gut funktioniert. Dass sich Sébastien Ogier im Auto wohlfühlt, kann man am Ergebnis ablesen. Aber auch an seinem breiten Grinsen im Service. Das motiviert das gesamte Team zusätzlich, auch am letzten Rallyetag morgen alles zu geben. Ich freue mich auch für Jari-Matti Latvala, der heute seine erste Prüfung für uns gewonnen hat."


17:30 Uhr

Das sagt Rallye-Legende Per Eklund:


"Unglaublich, Ogier hat wirklich alles unter Kontrolle. Da er hinter Loeb startet, informiert er sich ständig über dessen Zwischenzeiten. Sobald Loeb ein wenig schneller ist, gibt Ogier auch wieder Gas. Offenbar hat er immer noch Reserven, er gibt selten wirklich 100 Prozent. Warum Ogier hier schneller als Latvala ist? Das ist eine gute Frage! Ich weiß nämlich selber keine Antwort.

 

Ich bin mir aber sicher, dass Latvala kein zu großes Risiko eingeht, auch wenn er in einem ganz engen Kampf mit Østberg ist. Latvala weiß, dass er um die Weltmeisterschaft fährt. Die Saison ist noch lang. Der letzte Tag der Rallye wird besonders heikel: Es gibt keinen Service, nur Benzin und Reifen. Wenn es ein technisches Problem gibt, muss man sich irgendwie ins Ziel retten."


15:30 Uhr

Mit Brille zur Bestzeit:
das Geheimnis hinter Latvalas bunten Gläsern.


Finnen sind ein bodenständiges Volk und nicht gerade bekannt dafür, stets den neuesten Modetrends zu folgen. Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala macht da keine Ausnahme. Auch wenn seine Sammlung an topmodischen Brillen genau diesen Verdacht schürt. Doch die gelben Gläser, die Latvala während der Rallye Schweden regelmäßig trägt, haben einen durch und durch praktischen Grund. „Die getönten Gläser erhöhen den Kontrast“, beschreibt der Finne. „Dadurch kann ich bei schwierigen Lichtverhältnissen die Grenze zwischen verschneiter Piste und Schneemauer am Rand besser erkennen.“


Eine Eigenschaft, die besonders auf der Wertungsprüfung Fredriksberg zum Tragen kam, die als WP 10 bei bewölktem Himmel und diffusem Licht gefahren wurde. Die schneebedeckte Landschaft weist unter diesen Verhältnissen extrem wenig Kontrast auf, wirkt wie eine einzige weiße Fläche. Es sei denn, man trägt eine Brille mit getönten Gläsern. Jari-Matti Latvala fuhr exakt hier seine erste Bestzeit in Diensten von Volkswagen Motorsport.


12:00 Uhr

„Kontrollieren, nicht attackieren.“
Ogier verteidigt seinen Vorsprung.


Zum Mittagsservice am Samstag führt Sébastien Ogier weiterhin die Rallye Schweden an. Der Volkswagen Werkspilot hat zwar ein paar Sekunden seines Vorsprungs vor Weltmeister Sébastien Loeb (Citroën) eingebüßt. Sorgen macht er sich deshalb aber keine. „Es läuft weiterhin alles problemlos. Ich muss nicht attackieren, sondern kann das Geschehen kontrollieren.“ Da Ogier jeweils als Letzter der Toppiloten in die Wertungsprüfungen geht, kann er sein Tempo an das der Konkurrenz anpassen.

Jari-Matti Latvala im zweiten Polo R WRC von Volkswagen Motorsport ist nach wie vor in ein spannendes Duell um Rang drei verwickelt. Sein Vorsprung auf Mads Østberg (Ford) beträgt nur 1,5 Sekunden. „Ich muss noch mehr an meinem Fahrstil arbeiten“, sagte der Finne. „Im Moment drifte ich noch zu viel.“


09:29 Uhr

Vorsprung ausgebaut:
Ogier fährt auch bei der WP 9 Bestzeit.

 

Sébastien Ogier macht am Samstag da weiter, wo er am Freitag aufgehört hat. Der Volkswagen Werkspilot startete in die zweite Etappe der Rallye Schweden mit einer weiteren Bestzeit. Sein Vorsprung vor Weltmeister Sébastien Loeb (Citroën) wuchs nach WP 9 damit auf 33,5 Sekunden. Jari-Matti Latvala, im zweiten Polo R WRC momentan Dritter, gerät dagegen unter Druck von Mads Østberg (Ford). Die beiden trennen nach WP 9 nur noch 5,9 Sekunden.


09:00 Uhr

Achtung, Elch-Gefahr!

 

Schweden, das ist auch das Land der Elche. Während wir in Deutschland am meisten Angst davor haben, dass bei Wildwechsel ein Reh oder ein Wildschwein ins Auto knallt, kann in Skandinavien schon mal ein ausgewachsener Elch auf der Straße stehen. Im Servicepark Hagfors informiert deshalb ein Verein (ähnlich dem ADAC) über die Gefahren des Wildwechsels auf schwedischen Straßen – mit einem Elch in Originalgröße, der es sich auf der Haube eines Saab gemütlich gemacht hat.

Freitag, 08.02.2013

 


Aktuelle Bilder (22)
Letztes Update: 17:38 Uhr

 


 


21:15 Uhr

Das sagt Rallye-Legende Per Eklund:


„Ich bin tief beeindruckt. Die beiden Volkswagen gehen fantastisch. Und Ogier scheint die Sache voll im Griff zu haben. Stark, wie präzise er gerade auf den engeren Waldwegen unterwegs ist. Da liegt auch besonders viel loser Schnee. Es hat sich gelohnt, im Qualifying die beste Zeit zu fahren. So konnte er Startposition 17 wählen und hatte damit 16 Schneeräumfahrzeuge vor sich. Die Rallye ist aber noch lange nicht gelaufen. Ich glaube, dass Latvala morgen noch einmal richtig angreift.“


20:50 Uhr

Was für ein Tag.

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7:
„Es sieht gut aus für uns. Unser Teamkollege Sébastien Ogier ist extrem schnell unterwegs, doch wir sind nicht weit davon entfernt. Und mit Sébastien Loeb haben wir einen engen Zweikampf um den zweiten Platz. Auf der dritten Wertungsprüfung haben wir etwas an der Abstimmung meines Polo R WRC verändert, was sich positiv ausgewirkt hat. Die Performance des Autos ist sehr gut, aber mir gelingt es noch nicht, bei allen Bedingungen das Optimum herauszuholen. Die Verhältnisse heute waren sehr schwierig und am Nachmittag ist zeitweise die Gegensprechanlage ausgefallen, wir mussten improvisieren. Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8:

„Ein unglaublicher Tag für uns. Mehr als eine halbe Minute Vorsprung am Ende des ersten Tages sind wirklich eine große Überraschung. Mein Polo war perfekt heute. Schon der Test am vergangenen Wochenende in Schweden verlief gut, aber da wussten wir nicht, wie gut das Auto unter diesen Bedingungen wirklich ist – jetzt haben wir die Antwort. Das Team hat wirklich einen fantastischen Job gemacht. Trotzdem, noch haben wir nichts gewonnen, das war erst der erste Tag der Rallye Schweden. Die Strecke ist extrem schwierig, was Ausrutscher von einigen Top-Fahrern gezeigt haben. Es stehen noch zwei harte Etappen bevor, aber natürlich wollen wir die Führung jetzt auch bis zum Ende am Sonntag verteidigen.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor:

„Ein bemerkenswerter Rallye-Tag für Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala. Ein so großer Vorsprung ist bei der Rallye Schweden eine Welt. Beide Fahrer haben heute tolle Arbeit geleistet. Was die Leistungsfähigkeit des Polo R WRC angeht, haben wir heute wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Morgen erwarten wir wieder einen harten und interessanten Kampf um die Spitze.“


20:15 Uhr

Sensationelles Zwischenergebnis:

Ogier führt mit fünf Bestzeiten.


Bei der Rallye Schweden bahnt sich eine Sensation an. Beim erst zweiten Einsatz des Polo R WRC lag Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier am Ende der ersten Etappe mit 31,4 Sekunden in Führung – bei der Hochgeschwindigkeitsrallye auf Eis und Schnee eine Welt. „Wir haben bei einem letzten Test am vergangenen Sonntag noch einmal an der Fahrwerksabstimmung gearbeitet“, sagte Ogier. „Dass wir damit einen Volltreffer gelandet haben, dürfte jetzt klar sein.“ Teamkollege Jari-Matti Latvala kam auf Zwischenrang drei ins Etappenziel.


Ogier fuhr im Verlauf der ersten Etappe fünf von sieben möglichen Bestzeiten. „Ich musste noch nicht einmal volles Risiko gehen“, verriet der Franzose. „Mein Auto hat immer noch Reserven.“ Einziges Problem war am Morgen ein nicht korrekt funktionierendes Getriebe, das bei Schaltvorgängen den – sonst unüblichen – Einsatz der Kupplung erforderte. Ein Getriebewechsel in der Servicepause zur Mittagszeit löste das Problem. „Morgen kann ich mein Tempo auf die Konkurrenz abstimmen“, blickte Ogier voraus, der wie die Konkurrenten auch auf den Wertungsprüfungen per SMS mit Zwischenzeiten versorgt wird. „Dadurch habe ich einen klaren strategischen Vorteil.“


Nerven aus Stahl bewies Jari-Matti Latvala auf der siebten Wertungsprüfung – bei Tempo 150 fiel schlagartig die Sprechverbindung zu Beifahrer Miikka Anttila aus. „Ungefähr zehn Kilometer lang bin ich ohne Ansage gefahren und musste mich auf mein Gedächtnis verlassen.“ Dann hatte er durch mehrfaches Ein- und Ausstöpseln der Kabelverbindung den Wackelkontakt behoben.

 

Erstaunlicherweise betrug der Zeitverlust noch nicht einmal zehn Sekunden. Der zwischenzeitlich gehaltene Rang zwei war allerdings futsch. „Den hole ich mir morgen zurück“, kündigte Latvala an, der nur 1,7 Sekunden Rückstand auf Weltmeister Sébastien Loeb hat. „Mein Vertrauen in den Polo R WRC wird mit jedem Meter größer. Dadurch werde ich automatisch schneller.


Stand nach acht von 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:16:00.1 0.0  
2 S. Loeb / D. Elena 1:16:31.5 +31.4  
3 J. Latvala / M. Anttila 1:16:33.2 +33.1  
4 M. Østberg / J. Andersson 1:16:42.4 +42.3  
5 E. Novikov / I. Minor 1:17:11.8 +1:11.7  
6 P. Tidemand / O. Fløene 1:17:22.2 +1:22.1  
7 J. Hanninen / T. Tuominen 1:17:49.6 +1:49.5  
8 T. Neuville / N. Gilsoul 1:18:00.3 +2:00.2  
9 H. Solberg / E. Axelsson 1:19:25.4 +3:25.3  
10 M. Prokop / M. Ernst 1:20:43.4 +4:43.3  

16:10 Uhr

Souverän in Führung:
Ogier holt den fünften Sieg.

Es läuft wie geschmiert für das Volkswagen Team Ogier/Ingrassia: Nach der siebten WP (Vargåsen 2) führt das Team im Polo R WRC #8 bereits mit satten 32,2 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierten Loeb/Elena. Für Sébastien Ogier war es bereits der fünfte WP-Sieg am heutigen Freitag. "Ein perfekter Tag für uns", freute sich der Franzose. Das zweite Volkswagen Duo Latvala/Anttila folgt mit 1,5 Sekunden Abstand auf Platz drei.


14:30 Uhr

Colin's Crest – die bekannteste

Sprungkuppe der Rallye-WM.

Die Wertungsprüfung trägt den bezeichnenden Namen „Hügel der Wölfe", auf Schwedisch Vargåsen. Etwa auf der Hälfte der knapp 25 Kilometer langen, am Freitag als WP 4 und WP 7 gefahrenen Strecke liegt die berühmteste Sprungkuppe der gesamten Weltmeisterschaft: Colin's Crest. Benannt ist die Kuppe nach dem früheren Weltmeister Colin McRae, der hier mit besonders weiten Sprüngen die Zuschauer begeisterte. Jedes Jahr pilgern allein an diesen nur rund 200 Meter langen Streckenabschnitt knapp zehntausend Fans.

 

Zu Ehren von Rallye-Legende Colin McRae.
Seit 2008 vergeben die Organisatoren der Rallye Schweden den Colin's Crest Award an den Piloten, der den aktuell weitesten Sprung auf die Eisbahn knallt. Eine heiß begehrte Ehrung in Erinnerung an den legendären Schotten, der 2007 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam. Einer von zwei Rekordhaltern ist Youtube-Superstar Ken Block, der 2011 genau wie der Norweger Marius Aasen ein Jahr zuvor tapfere 37 Meter weit flog. Das Gaspedal ganz auf das Bodenblech zu drücken, ist eine Sache. Hilflos auf dem Beifahrersitz bei Tempo 150 mitzufliegen, eine ganz andere. Wir sprachen mit zwei besonders tapferen Copiloten.

 

Colin's Crest verzeiht keine Fehler.
„Colin's Crest ist eigentlich nur die letzte von einer ganzen Reihe von Kuppen", sagt Julien Ingrassia, der sich das Cockpit des Polo R WRC mit Sébastien Ogier teilt. „Es geht Schlag auf Schlag. Deswegen hat man gar nicht die Zeit, den Monster-Sprung von Colin's Crest zu genießen." Für Miikka Anttila, Beifahrer von Jari-Matti Latvala, ist der Sprung selbst nicht das Problem. „Weil die Piste nach Colin's Crest extrem schmal ist, darfst du dir bei der Landung keinen Fehler erlauben. Einen Meter neben der Ideallinie, und du landest im Wald."

 

Nicht nur deswegen ist Anttila froh, dass Chauffeur Latvala vor Colin's Crest immer kurz bremst. Weite Sprünge sind nämlich nicht unbedingt die schnellste Lösung. In der Luft sinkt die Geschwindigkeit rapide. „Je früher wieder alle vier Räder auf dem Boden sind", erläutert Anttila, „desto früher kann man wieder voll beschleunigen."

 


12:00 Uhr

Zwei Bestzeiten hintereinander:
Sébastien Ogier verteidigt Führung.

Mit einer perfekten Leistung sind die Volkswagen Werkspiloten Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala in die erste Etappe der Rallye Schweden gestartet. Nach den ersten vier Wertungsprüfungen liegt Ogier an der Spitze. Der Franzose gewann zwei Wertungsprüfungen am Freitagvormittag. Teamkollege Latvala folgt auf Rang drei mit 10,9 Sekunden Rückstand.

 

"Heute morgen hat mir etwas das Selbstvertrauen gefehlt", gab Latvala zu. "Ich denke aber, das habe ich jetzt im Griff." Zwischen den beiden Volkswagen Piloten rangiert Weltmeister Sébastien Loeb. Nach der Mittagspause stehen vier weitere WP auf dem Programm.


09:30 Uhr

Perfekter Start in den Tag:
Ogier gewinnt WP 2.

Geduld zahlt sich aus: Dieses Motto hat sich auch Sébastien Ogier auf die Fahnen geschrieben – denn der Sieger des gestrigen Qualifyings wählte für die erste Wertungsprüfung am Freitag (Lesjöfors 1) mit Bedacht eine Startposition im hinteren Feld, um eine möglichst freie Strecke vor sich zu haben. Der Plan ging auf: Ogier holte im Volkswagen Polo R WRC #8 die schnellste Zeit! „War nicht unbedingt leicht zu fahren, aber das Ergebnis ist okay“, lautete der trockene Kommentar des Führenden.

 

Mit 2,2 Sekunden Abstand kam Teamkollege Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7 ins Ziel. Sébastien Loeb (Citroën) landete weitere 1,3 Sekunden dahinter auf Platz drei. Weiter so!

Donnerstag, 07.02.2013

 


Aktuelle Bilder (25)
Letztes Update: 22:54 Uhr

 


 


20:59 Uhr

WP 1 Karlstad:
Latvala mit der zweitbesten Zeit.

Premiere bei der Wertungsprüfung eins am Donnerstagabend. Auf der Pferderennbahn von Karlstad traten die Teams paarweise gegeneinander an. Die jeweilige Paarung wurde dabei erstmals durch eine Abstimmung unter Rallyefans im Internet festgelegt. Nach deren Wunsch trat Sébastien Ogier gegen Weltmeister Sébastien Loeb an, Jari-Matti Latvala gegen seinen finnischen Landsmann und Loebs Teamkollegen bei Citroën, Mikko Hirvonen. Während Latvala sein Duell gewann und die zweitbeste Zeit fuhr – zeitgleich mit Evgeny Novikov –, lehnte sich Teamkollege Ogier an einer Stelle an einer Schneewand an. Zeitverlust: rund zwei Sekunden. Der Franzose belegte damit Rang neun. „Auch ich war ein paar Mal neben der Linie, zum Glück nur wenige Zentimeter“, verabschiedete sich Latvala in die Übernachtungspause.


20:59 Uhr

Das sagt Rallye-Legende Per Eklund zur WP 1:

„Heute konnte man noch nicht viel sehen, aber die beiden Polo machen einen sehr starken Eindruck. Ogier hatte mit seinem spektakulären Ausritt auf der ersten WP Pech, weil die Schneewände am Rand der Pferderennbahn gefroren waren. Sie waren hart wie Beton. Latvala bleibt für mich heißer Favorit für den Gesamtsieg!“


18:57 Uhr

Ogier wählt Startposition 17.
Latvala geht morgen als Zwölfter auf die Strecke.

Wie angekündigt hat Sébastien Ogier sich für die letzte der wählbaren Startpositionen entschieden – die 17. Der Franzose in Diensten von Volkswagen Motorsport hatte das Qualifying zur Rallye Schweden gewonnen und durfte deshalb als Erster seine Startposition für die Auftaktetappe am Freitag festlegen.

Da es rund um Hagfors weiterhin leicht schneit, rechnen alle Toppiloten mit losem Schnee auf den Pisten. Der muss von den ganz vorne Startenden erst einmal zur Seite gefegt werden. „Das kann pro Kilometer eine halbe Sekunde kosten“, rechnete Ogier vor. Der Franzose kann sich nun auf 16 Schneepflüge verlassen, die vor ihm die Ideallinie säubern.

Die Konkurrenten dachten ähnlich, weshalb die Startreihenfolge weitgehend dem umgedrehten Ergebnis des Qualifyings entspricht. Jari-Matti Latvala im zweiten Polo R WRC von Volkswagen Motorsport geht am Freitag als Zwölfter ins Rennen.


18:23 Uhr

„Es wird Zeit, dass es endlich losgeht ...“

… sagt Steven Arstberg in Hagfors. Er ist mit seiner Familie aus Stockholm angereist und schlendert durch die verschneite Straße zwischen Team-Hospitalitys und Souvenirständen. „Eine faustdicke Überraschung“, war für ihn der Volkswagen Sieg im Qualifying.

Heute Abend will er auch in Karlstad sein, wenn die erste Etappe der Rallye Schweden startet. „Dabei ist es völlig egal, ob es schneit und minus zehn Grad Celsius auf dem Thermometer stehen. Wir in Schweden sind dieses Wetter mehr als gewohnt“, scherzt Arstberg und verweist auf seinen für die Skandinavier typischen Helm mit Hörnern an der Seite – eben ganz im Stil der alten Wikinger.

Wer dieses Jahr die Schnee- und Eisrallye gewinnt? Arstberg hat die Antwort: „Entweder Loeb oder Ogier – das wäre klasse, denn dann wäre es ausnahmsweise mal kein Finne“, so der Schwede, der im Übrigen die Piloten aus Finnland auf diesem Untergrund für nahezu unschlagbar hält. Von den letzten zehn Rallyes siegten finnische Besatzungen acht Mal in Schweden.


16:47 Uhr

Von Kopf bis Fuß:

wie sich Volkswagen auf die Kälte vorbereitet.

Die Rallye Schweden ist einzigartig im WM-Kalender. Schnee, Eis und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt stellen spezielle Anforderungen auch an die Fahrzeugtechnik. „Das Reglement setzt enge Grenzen. Aber in ein paar wichtigen Details dürfen wir besondere Vorbereitungen treffen“, sagt Francois-Xavier Demaison, bei Volkswagen Motorsport als Projektleiter für den Polo R WRC verantwortlich.

 

Extra-Heizung sorgt für warme Füße
So sind die Öle für Motor, Getriebe und Differenziale auf die niedrigen Temperaturen ausgelegt. Außerdem reichen etwas kleinere Kühler für Öl und Wasser als bei Rallyes in wärmeren Ländern. Der große Einlass über der Windschutzscheibe, der Frischluft ins Cockpit leitet, wird fest verschlossen. „Im Gegenzug bauen wir eine zusätzliche Heizung für den Innenraum ein, die besonders für die Füße von Fahrer und Beifahrer gedacht ist“, beschreibt Demaison.

 

Spezielle „Schweden-Spikes“ für die Reifen
Insgesamt entspricht die Abstimmung von Fahrwerk und Antrieb weitgehend der einer Rallye auf weichem Schotter. „Sogar die 15-Zoll-Felgen sind die gleichen“, erläutert Demaison. Deswegen kommt genau wie auf Schotter die kleinere Bremsanlage zum Einsatz (die größere passt nur unter die 18-Zoll-Felgen des Asphalt-Fahrwerks). Allerdings werden statt der grobstolligen Schotter-Reifen die speziellen „Schweden-Spikes“ montiert. Fahrer und Beifahrer setzen auf robuste Überschuhe aus Filz (Bild oben). Mit den dünnen Fahrerschuhen würden ihnen wohl schon auf dem Weg vom Service zum Mittagessen die Zehen erfrieren.

Einige Punkte sind auch im Reglement festgelegt. So müssen in jedem Auto warme Jacken und zwei Schaufeln verstaut werden. „Die brauchen wir aber nur, wenn wir in einer Schneewand feststecken“, sagt Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala. „Also hoffentlich überhaupt nicht."

Kleine Anekdote am Rande: Die Schaufeln in den Polo R WRC von Latvala und Teamkollege Sébastien Ogier haben sich bereits unter komplett gegensätzlichen Bedingungen bestens bewährt: an Bord der Race Touareg, mit denen Volkswagen drei Mal die Rallye Dakar gewonnen hat.

 


12:00 Uhr

Guter Start in die Rallye Schweden:
Ogier Schnellster im Qualifying.

Wenn das kein Auftakt nach Maß ist: Volkswagen Pilot Sébastien Ogier hat der Rallye Schweden gleich zu Beginn seinen Stempel aufgedrückt. Der Franzose schaffte in der 3,99 km langen Qualifying-Prüfung im Polo R WRC #8 die Bestzeit. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) beendete das Qualifying auf Rang sechs und kam mit 2,7 Sekunden Abstand auf Ogier ins Ziel. Der Grund: Beim Start war dem Finnen der Motor abgestorben.

 

Damit haben beide Besatzungen für den Rallye-Freitag in Schweden gute Wahlmöglichkeiten für ihre Startposition – der beste Fahrer des Qualifyings darf seine Startposition als Erster wählen.

 

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8

„Ein guter Start in die Rallye Schweden. Ich bin super zufrieden, denn ich habe im Qualifying eine optimale Fahrt erwischt. Die Fahrzeugabstimmung stimmt auch, deshalb werden wir keine großen Änderungen daran vornehmen. Hier in Schweden ist es wichtig, seinen Startplatz taktisch klug zu wählen. Als Bester im Qualifying habe ich jetzt freie Wahl, was ein kleiner Vorteil ist. Mein Ziel bleibt es, einen Podestplatz zu erreichen.“

 

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf des Freien Trainings und Qualifyings. Ich habe ein gutes Gefühl für das Fahrverhalten des Autos bekommen. Bis auf einen kurzen Moment war es auch ein wirklich gutes Qualifying für mich. Mir ist am Start kurz der Motor abgestorben, danach bin ich sauber durchgekommen. Ich war deshalb überrascht, wie gut die Zeit am Ende dennoch war.“

Vorberichte


Mittwoch, 06.02.2013

 


Aktuelle Fotos: Recce

Sébastien Ogier und Julien Ingrassia fahren die Strecke im Volkswagen Golf R ab und bereiten den Aufschrieb vor – diese Testfahrt wird im Fachjargon auch "Recce" genannt.

Erfahren Sie mehr zum Reglement im Rallye-Lexikon.


17:30 Uhr

Pünktlich zum Start: Schnee in Schweden.
Am Wochenende werden minus 20 Grad erwartet.

Für die erhofften meterhohen Schneewände am Straßenrand, die aus den Wertungsprüfungen der Rallye Schweden eine Art Bobbahn gemacht hätten, hat es zwar noch nicht gereicht. Aber die mittelprächtigen Schneefälle vom Dienstag (05. Februar) haben immerhin dafür gesorgt, dass der zweite WM-Lauf der Saison 2013 seinem Anspruch als Schnee-Rallye voll und ganz gerecht werden kann.

Mit dem Schnee stiegen allerdings auch die Temperaturen. In Hagfors, wo am heutigen Mittwoch bei zeitweise strahlendem Sonnenschein letzte Hand an die Zeltstädte des Serviceparks angelegt wurde, lag die Temperatur nur knapp unter dem Gefrierpunkt. Diese Wärmeperiode soll aber nur bis Donnerstag andauern. Die Vorhersagen verkünden zum Wochenende hin rapide fallende Temperaturen. In Norwegen, wo am Sonntag fünf Wertungsprüfungen gefahren werden, werden sogar bis zu minus 20 Grad erwartet. Ein frostiger Empfang für die WRC-Fahrzeuge – aber genau so muss die Rallye Schweden sein!


12:00 Uhr

Fakten zur Rallye Schweden.

Wussten Sie, dass ...

... die Rallye Schweden seit 1950 ausgetragen wird, und das 2013 zum 60. Mal? Seit 1950 war die „Schweden“ nur dreimal nicht Bestandteil der Rallye-WM: 1974 wurde sie wegen der Ölkrise abgesagt, 1990 wegen schlechten Wetters und 2009, als sie turnusgemäß wegen des FIA-Rotations-Systems nicht zum Kalender zählte.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Rallye Schweden

... „schlechtes Wetter“, das 1990 die Rallye Schweden verhinderte, zu mildes Wetter bedeutet? Seinerzeit lag zu wenig Schnee, um eine echte „Schweden“ auszutragen.

 

... die Rallye Schweden ein echtes Heimspiel für Fahrer aus den nordischen Ländern ist? Die einzige Rallye im Kalender, die stets auf Eis und Schnee ausgetragen wird, wurde nur einmal nicht von einem Schweden, einem Norweger oder einem Finnen gewonnen. 2004 siegten Sébastien Loeb/Daniel Elena (F/MC, Citroën).

... das Volkswagen Team bestens auf die eisigen Temperaturen bei der Rallye Schweden vorbereitet ist? Zur obligatorischen Teamkleidung im Zwiebelschalen-Prinzip zählen Outdoor-Jacke mit Pelz-Kapuze, Softshell-Jacke, wärmender Underlayer, Pullover und Polo-Shirt oder Teamhemd. Auch das Schuhwerk des Teams ist absolut wintertauglich.

Schweden in Zahlen: Erfahren Sie mehr über das Gastgeberland

... die Veranstalter der Rallye Schweden zu Ehren von Colin McRae den „Colin’s Crest Award“ für den längsten Sprung über eine Kuppe auf der Vargåsen-Prüfung verleihen? Bisherige Preisträger seit 2008: Khalid Al Qassimi (UAE), Marius Aasen (N), Ken Block (USA) und Ott Tänak (EST).

... die Rallye Schweden die erste Veranstaltung der 2013er-Saison ist, die zwei „Super Special Stage“ genannte Zuschauerprüfungen im Programm hat? Die 1,9 Kilometer lange „Färjestadstravet“ in Karlstad wird zweimal auf einer Trabrennbahn ausgetragen.

Erfahren Sie mehr über die Wertungsprüfungen der Rallye Schweden


Dienstag, 05.02.2013


18:00 Uhr

Eistanz mit 384 Nägeln.
Warum die Rallye Schweden trotz spiegelglatter Pisten zu den schnellsten Events zählt.

Für jeden Mitteleuropäer sind die Straßenverhältnisse im Februar in Schweden ein Horror. Die meisten Wege abseits der Hauptverbindungen sind entweder tief verschneit oder komplett vereist. Manchmal auch beides gleichzeitig. Dann lauert unter einer dünnen Schneedecke mehrere Zentimeter dickes Eis. Trotzdem zählt die Rallye Schweden – die im Übrigen auch kurz nach Norwegen führt – zu den schnellsten Veranstaltungen der Weltmeisterschaft. Nur auf den Schotterpisten der Rallye Finnland werden noch höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten erreicht.

Das Geheimnis dieses scheinbaren Widerspruchs sind die Reifen, mit denen innerhalb der Weltmeisterschaft ausschließlich hier gefahren wird – die so genannten „Schweden-Spikes“. Ihre Beschaffenheit füllt im Reglement gleich mehrere Seiten. So sind pro zehn Zentimeter Reifenfläche maximal 20 Spikes zugelassen. Daraus ergibt sich eine maximale Anzahl von 384 pro Reifen. Die Nägel selbst dürfen höchstens 20 Millimeter lang sein, nicht schwerer als vier Gramm wiegen und müssen eine zylindrische Form aufweisen. Der Durchmesser darf an der Basis maximal neun Millimeter, an der Spitze mindestens 2,5 Millimetern betragen.

Michelin, Partner von Volkswagen Motorsport in der Rallye-WM, setzt auf den Reifentyp „X-Ice North 2 WRC“. Er hat die Größe 195/65 R 15 – im Vergleich zu einem bei Asphalt-Rallyes verwendetem Slick im Format 215/45 R 18 geradezu eine Trennscheibe. Der Trick dabei: Durch die vergleichsweise schmale Lauffläche drückt sich der Reifen durch eine eventuell vorhandene Schneedecke bis auf die vereiste Fahrbahn durch, in die sich die aus dem ultraharten Metall Wolfram gefertigten Spikes dann regelrecht verbeißen. „Der Grip ist unter optimalen Bedingungen sogar besser als auf Schotter“, erklärt Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala, der die Rallye Schweden bereits zwei Mal gewann.


16:15 Uhr

Rückblick.

Rallye Schweden 1965: Der spätere Rallye-Weltmeister Björn Waldegård (mit Co-Pilot Lars Nyström) gibt im Volkswagen 1500 S alles.


12:30 Uhr

"Colin's Crest darf man sich nicht entgehen lassen!"

Rallye-Legende Per Eklund im Gespräch.

 
Das steht schon vor dem Start der Rallye Schweden fest: Rallye-Legende Per Eklund wird ganz vorne dabei sein. „Bevor das WRC-Auto startet, werde ich mit einem Volkswagen Polo die Strecke abfahren“, sagt Eklund. Zusammen mit Ex-Rallyeweltmeister Björn Waldegård wird er für die Sicherheit der Zuschauer sorgen. Sollte sich auch nur einer von den Fans in einer Safety-Zone aufhalten, werde die Wertungsprüfung nicht gestartet. Aber Eklund gibt sich optimistisch: „Zum Glück hören die Leute auf uns!“


Formel 1 auf Eis.
Eklund kennt jeden Meter der Wertungsprüfungen in den verschneiten schwedischen Wäldern. Hier fuhr er 1965 mit einem Volkswagen 1500 S seine erste Rallye, 1976 gewann er die Schweden Rallye. 1984 gelang ihm im Audi quattro A2 (Bild oben) ein dritter Platz. Damit ist Eklund bei den Fans in der „Hall of Fame“ angekommen. Nicht nur deshalb ist Schweden für ihn eine der aufregendsten Rallyes der Welt. „Zwischen den Schneewänden mit Vollgas durch die Wälder – das ist Formel 1 auf Eis“, schwärmt Eklund. Aber hat man auf Eis überhaupt den nötigen Grip, um richtig schnell zu fahren? „Kein Problem“, meint Eklund: „Mit den Spikes hat man mehr Grip als im Sommer auf trockener Strecke.“

 

Rallye Historic: Leckerbissen für Klassik-Fans.
Und welche WP darf sich der echte Fan nicht entgehen lassen? Klar, dass Eklund sofort Vargåsen nennt. Die 24,63 Kilometer lange Wertungsprüfung mit der berüchtigten Sprungkuppe „Colin’s Crest“ wird am ersten Tag der Rallye gleich zweimal gefahren, einmal ab 10:43 Uhr, dann noch einmal um 15:25 Uhr. „Zwischendurch gibt’s bei der Rallye Schweden Historic ein Wiedersehen mit den Rallyeautos aus den 60er, 70ern und 80ern“, sagt Eklund. „Absolut sehenswert! Da kann man sich ein Feuerchen machen, ordentlich was zu essen und zu trinken mitnehmen – und den ganzen Tag Rallye pur genießen!“


Vorbei an alten Bekannten.
Für Frühaufsteher empfiehlt Eklund noch WP 17 (Mitandersfors) am letzten Tag. Für die Vorbereitung muss er mit Waldegård schon gegen halb sieben Uhr morgens auf die Strecke, denn der erste WRC-Lauf wird um 7:54 Uhr gestartet. Der Clou von Mitanderfors: Die WP macht nicht nur einen Abstecher nach Norwegen, sie führt auch direkt am „Häuschen“ des ehemaligen Rallyeweltmeisters Petter Solberg vorbei. Für Ortskundige gibt es sogar einen Parkplatz vor dessen Tür. Und Solberg wird auch bestimmt keinen von seiner Terrasse jagen – er hat zu tun: Solberg fährt die Rallye Historic mit.


Eklunds Tipp: Jari-Matti Latvala.
Und wer gewinnt nun die Rallye Schweden? Da muss Eklund nicht lange überlegen: „Jari-Matti Latvala. Mein absoluter Favorit. Der hat dort schon im vergangenen Jahr den Sieg geholt, und gerade die schnellen WPs sind genau das, was Latvala braucht."


Montag, 04.02.2013


13:14 Uhr

Was ist deine schönste Erinnerung an die Rallye Schweden?

„Mein Sieg im Jahr 2008. Ich war damals der jüngste Fahrer, der je eine WRC-Rallye gewonnen hat – und habe damit den Rekord meines Idols Henri Toivonen gebrochen.“

Denke ich an Schweden, denke ich an …

„ … Eishockey und an ein Land wie Finnland, aber mit einer anderen Sprache.“

Vor welcher WP habt ihr den größten Respekt?

„Fredriksberg. Die erste Hälfte dieser Prüfung führt entlang eines Sees, die zweite mitten durch den Wald, das Ganze mit Highspeed und Sprüngen.“

Welche WP bietet den größten Fun-Faktor?

„Sågen, weil die Strecke dort schön weitläufig ist.“

Wo bekommen Fans die beste Action geboten?

„In der letzten Kurve der WP Sågen – die hat es in sich. Spektakulär ist auch Colin’s Crest in Vargåsen.“

Welche lokale Spezialität sollte man sich nicht entgehen lassen?

„Das Stadtzentrum von Karlstad ist sehr hübsch und gemütlich.“

Geht ihr zur After Rallye Party in Karlstad?

„Wenn es für mich nach der Rallye einen Grund zum Feiern gibt – na klar!“

Nach der Schweden-Rallye mache ich …

„ … eine Woche Urlaub in Kalifornien, bevor es dann weiter zur Rallye Mexiko geht.“

Was ist deine schönste Erinnerung an die Rallye Schweden?

„Ich habe viele gute Erinnerungen. Ich mag die Rallye Schweden sehr. Beim letzten Mal in einem WRC-Auto bin ich Vierter geworden; da war ich ziemlich schnell unterwegs. Ich freue mich drauf.“

Denke ich an Schweden, denke ich an …

„ … Schnee und weiße Landschaften.“

Vor welcher WP habt ihr den größten Respekt?

„Auf jeden Fall Fredriksberg, sehr anspruchsvoll.“

Welche WP bietet den größten Fun-Faktor?

„Sågen. Eine weitläufiger, schneller Abschnitt, der sehr viel Spaß macht.“

Wo bekommen Fans die beste Action geboten?

„Es gibt viele gute Locations. Die beste ist auf jeden Fall Colin’s Crest – wenn man es schafft, einen Platz mit guter Sicht zu ergattern.“

Welche lokale Spezialität sollte man sich nicht entgehen lassen?

„Elchsteak! Ich liebe die schwedische Küche.“

Geht ihr zur After Rallye Party in Karlstad?

„Vielleicht am Sonntag – je nachdem, wie wir bei der Rallye abgeschnitten haben.“

Nach der Schweden-Rallye mache ich …

„ … ein ausgedehntes Nickerchen, um meine Batterien wieder aufzuladen.“


Freitag, 01.02.2013


15:20 Uhr

Statements aus dem Team Volkswagen Motorsport.

 

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7


„Ich mag die Rallye Schweden wirklich sehr. Es ist eine sehr schnelle und flüssig zu fahrende Veranstaltung über schwedische Waldwege. An dieser Rallye gibt es nichts auszusetzen – mit einer Ausnahme: Es kann dort sehr kalt werden, bis zu minus 20 oder sogar minus 30 Grad. An die Rallye Schweden habe ich gute Erinnerungen, zum Beispiel an meinen ersten WRC-Sieg überhaupt im Jahr 2008 und natürlich den Sieg im vergangenen Jahr. In dieser Saison ist ein Platz unter den Top Fünf mein Ziel.“


 

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8


„Der Saisonstart hätte für uns kaum besser laufen können. Mit 18 Punkten im Gepäck nach Schweden zu reisen, ist wirklich angenehm. Wir können deshalb ein bisschen entspannter sein. Aber jetzt gehen wir eine neue Rallye an. Warten wir mal ab, was wir auf diesem Untergrund ausrichten können. Es ist schwierig, vorherzusehen, was uns dort erwartet. Wir werden die ersten paar Wertungsprüfungen abwarten müssen. Ich mag die Rallye Schweden wirklich sehr."


14:30 Uhr

Zieht euch warm an!
Der Countdown zur Rallye Schweden läuft.

Langsam steigt der Adrenalinpegel wieder. Es sind nur noch wenige Tage, bis die Rallye Schweden beginnt – endlich. Auf uns warten vier Tage heiße Rallye-Action auf 1.589 Kilometern Eis und Schnee. Frostig wird es auf jeden Fall: Für das Rallye-Wochenende (7. bis 10. Februar) kündigen sich nach aktuellen Vorhersagen Minusgrade und Schneefall an. Perfekte Bedingungen also für die einzige echte Winterrallye im Rennkalender.

Und optimale Voraussetzungen für Jari-Matti Latvala. Denn mit Schnee und Eis kennt sich der Finne bestens aus, das hat er bereits eindrucksvoll bewiesen: 2008 und 2012 gelang dem Team Latvala/Anttila der Sieg bei der eisigsten Rallye der Welt. Vielleicht kann das Volkswagen Team im Polo R WRC #7 den Erfolg wiederholen? Auch auf Sébastien Ogier und Julien Ingrassia im Polo R WRC #8 darf man gespannt sein. Bei der Rallye Monte Carlo 2013 holten die beiden Franzosen schließlich auf Anhieb einen sensationellen zweiten Platz – eine klare Ansage an die etablierte WRC-Konkurrenz.

Den Schnee unter den Spikes können Latvala und Ogier bereits am Sonntag, 3. Februar, spüren: Es stehen erste Testläufe an. Richtig ernst wird es dann am Donnerstag, 7. Februar. Für acht Uhr morgens ist ein freies Training angesetzt, um halb elf startet das Qualifying. Mit spektakulären Synchrondrifts wird schließlich abends (20:04 Uhr) mit der speziellen Zuschauerprüfung (WP 1) auf der Karlstader Pferderennbahn die Rallye eingeläutet.

Heiß hergehen wird es trotz der erwarteten Eiseskälte sicher auch am Freitag. Dann nämlich stehen sieben Wertungsprüfungen an, darunter die WP Vargåsen mit ihrer legendären „Weitsprungparty“ am Colin'’s Crest. Am Samstag müssen beinharte Wertungsprüfungen in Sågen, Fredriksberg, Rämmen und der Sprint in Hagfors absolviert werden, bevor es an Tag vier der Rallye gen Norwegen geht – Mitandersfors, Kirkenæer und Finnskogen gelten als besonders schneesicher. Über Torsby (WP 22, Power Stage) geht es schließlich zurück nach Karlstad zur Siegerehrung.

Streckenprofil

HIGHSPEED-EISTANZ.

Die einzige echte Winterrallye im Kalender.

Fast immer sind die Wertungsprüfungen zu 100 Prozent mit Schnee und Eis bedeckt.

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Länderprofil

SCHWEDEN IN ZAHLEN.

Ausgewählte Fakten zum Gastgeberland der WRC.

Geographie, Auto und Verkehr, Flora und Fauna: Schweden im Kurzportrait.

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