Rallye Deutschland.

20. bis 23. August 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Deutschland 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 07.08.2015).

 

Donnerstag, 20.08.2015

20:30   Zeremonieller Start – Porta Nigra – Trier  

Freitag, 21.08.2015

08:30 WP 1 Sauertal 1 14,84 km
09:43 WP 2 Waxweiler 1 16,40 km
11:05 WP 3 Moselland 1 23,24 km
11:50 WP 4 Mittelmosel 1 13,67 km
14:40 WP 5 Sauertal 2 14,84 km
15:53 WP 6 Waxweiler 2 16,40 km
17:15 WP 7 Moselland 2 23,24 km
18:00 WP 8 Mittelmosel 2 13,67 km

Samstag, 22.08.2015

07:34 WP 9 Grafschaft 1 18,35 km
09:02 WP 10 Bosenberg 1 17,13 km
10:32 WP 11 Arena Panzerplatte 1 2,87 km
10:45 WP 12 Arena Panzerplatte 2 2,87 km
11:05 WP 13 Panzerplatte Long 1 45,61 km
15:31 WP 14 Grafschaft 2 18,35 km
17:06 WP 15 Arena Panzerplatte 3 2,87 km
17:26 WP 16 Panzerplatte Long 2 45,61 km
18:47 WP 17 Bosenberg 2 17,13 km

Sonntag, 23.08.2015

07:07 WP 18 Stein & Wein 1 19,59 km
08:11 WP 19 Dhrontal 1 14,08 km
10:31 WP 20 Stein & Wein 2 19,59 km
12:08 WP 21 Dhrontal 2 (Powerstage) 14,08 km

Sonntag, 23.08.2015


Bilder Tag 3 (18)


Zusammenfassung

Rechnung beglichen, Dreifacherfolg beim Heimspiel!

 

Volkswagen auf den Plätzen eins, zwei und drei. Die optimale Ausbeute bei der neunten Rallye des Jahres. Und dann auch noch beim Heimspiel! Das ist noch keinem anderen Hersteller in der Rallye-Weltmeisterschaft gelungen. Was in den letzten Jahren überhaupt nicht klappen wollte, gelang in diesem Jahr umso eindrucksvoller. Mit einem Dreifacherfolg begleicht Volkswagen die Rechnung, die man aus den beiden Vorjahren noch offen hatte. 

 

Allen voran dabei: Weltmeister Sébastien Ogier, der nun drauf und dran ist, seinen dritten WM-Titel mit dem Polo R WRC in Folge zu holen. Er war bei der Rallye rund um Trier einmal mehr das Maß der Dinge. „Was für eine Erleichterung“, sagte Seb Ogier nach der Zieldurchfahrt. „Das ganze Wochenende war der Druck deutlich zu spüren. Jeder hat hier von uns den Sieg erwartet. Und wir haben am Ende sogar die ersten drei Plätze belegt. Ein großer Dank ans ganze Team!“

 

Der Sieg in Deutschland war der 30. WRC-Erfolg in der Karriere von Ogier, damit zog er mit dem legendären Marcus Grönholm gleich und schob sich in der Bestenliste auf den zweiten Rang. Nur Landsmann Sébastien Loeb ist mit 78 Siegen noch erfolgreicher. Zum 23. Mal stand er für Volkswagen ganz oben auf dem Podium. Sein Arbeitsgerät, der Polo R WRC, hat bislang 30 von 35 möglichen Rallye-Siegen geholt. Was für eine Bilanz! 

 

Jari-Matti Latvala konnte in Deutschland das Tempo seines französischen Teamkollegen nicht mitgehen und wurde am Ende Zweiter. Der Finne schnappte sich bei der abschließenden Powerstage aber noch den Sieg und die begehrten drei Extra-Punkte. Andreas Mikkelsen fuhr im dritten Polo R WRC eine eher unauffällige Rallye, trug aber seinen Teil dazu bei, dass Volkswagen beim Heimspiel den ultimativen Erfolg erzielte.

 

In drei Wochen geht es weiter nach Down Under. In Australien könnte Seb Ogier bereits frühzeitig seinen Titel verteidigen. Dafür würden ihm schon zwölf Punkte reichen. Er müsste also noch nicht einmal gewinnen. Doch das sind altbekannte Rechenspielchen. Australien ist wieder ein ganz anderes Pflaster – bzw. ein ganz anderer Schotter ...


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Dieser Heimsieg ist unser Dank an das Team.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ich freue mich riesig über diesen Sieg! Dass Julien und ich unserem fantastischen Team endlich den lang angestrebten Heimsieg schenken, erfüllt uns beide mit großem Stolz. Jeder einzelne im Team tut so viel, damit wir als Fahrer und Beifahrer um Siege fahren können. Dieser Sieg bei der Rallye Deutschland ist unser Dank – und klar, ohne den Volkswagen Teamgeist wäre auch dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Vor der Rallye hat unser Teamchef Jost Capito uns noch mal an unser Versprechen erinnert, das wir Konzernchef Professor Winterkorn bei der Abschlussfeier im vergangenen Jahr gegeben haben. Mehr Worte als Motivation waren nicht nötig. Am Schlusstag ging es nur noch darum, den Vorsprung zu kontrollieren und den Polo heil ins Ziel zu bringen. Jetzt hat es endlich geklappt, mit einem Dreifachpodium. Ein unglaublich emotionaler Moment!“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Es ist ein toller Tag für Volkswagen und das gesamte Team! Nach den Ergebnissen aus den vergangenen Jahren ist ein Dreifachsieg natürlich die richtige Antwort. Alle haben dem Druck standgehalten und hart gearbeitet, um diesen Erfolg zu sichern. Ein großes Kompliment meinerseits. Ich persönlich bin mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden. Es ist schließlich immer noch eine Asphalt-Rallye und damit nicht der Lieblings-Belag der Finnen. Natürlich hätte ich gern meinen Erfolg von Finnland wiederholt, aber an diesem Wochenende war mein Teamkollege Sébastien Ogier einfach besser. Das muss man anerkennen. Dafür konnte ich meinen Vorsprung auf Platz drei in der Weltmeisterschaft ausbauen und das muss auch weiterhin mein Ziel sein. Ich gehe auf jeden Fall angriffslustig in das letzte Drittel der Saison.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Was für ein absolut großartiges Resultat für Volkswagen und wie schön, zurück im Service so viele glückliche Gesichter zu sehen. Nirgendwo war der Hunger auf den Sieg für alle im Team so groß wie hier. Die Scharte der vergangenen Jahre mit einem so fabelhaften Ergebnis ausgewetzt zu haben, war so wichtig und es fühlt sich großartig an, dazu beigetragen zu haben. Nach dem guten Auftakt am Freitag waren wir auf einem relativ sicheren dritten Platz – mit viel Abstand nach vorn und hinten. Die abschließenden beiden Tage ging es darum, mit wohlkalkuliertem Risiko diese Position zu halten. Das ist uns gut gelungen, war aber nicht besonders aufregend. Aber genau das hatten wir uns ja gewünscht: eine möglichst Ereignis-freie Rallye Deutschland.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ein Dreifachsieg bei der Heimrallye ist schon etwas Besonders. Doch angesichts unserer Geschichte bei diesem WM-Lauf, den wir bisher als einzigen noch nie gewonnen hatten, ist er emotionaler als alles, was wir bisher an Siegen gefeiert haben. Jeder einzelne im Team hat nicht nur so gewissenhaft und motiviert seinen Teil zu diesem grandiosen Erfolg beigetragen wie immer, sondern noch einmal eine Schippe obendrauf gelegt. Von der ganzen Mannschaft – egal ob Mechaniker, Ingenieure, Logistiker, Köche, Physiotherapeuten und Ärzte, Management oder Marketing und PR – steckt so viel Herzblut in diesem Sieg. Und genau das macht ihn ganz besonders. Doch mein größtes Kompliment möchte ich an unsere Fahrer und Beifahrer schicken: Sie hatten dem größten Druck und den enormen Erwartungen standzuhalten und haben einen absolut überragenden Job gemacht. Ich glaube, jeder bei Volkswagen ist wahnsinnig stolz auf das Geleistete. Ich jedenfalls bin es.“


Endstand nach 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier/J. Ingrassia 3:35.49,5 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +23,0 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +1.56,6 Min.
4 D. Sordo / M. Martí +2.09,3 Min.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +2.33,8 Min.
6 E. Evans / D. Barritt +2.52,1 Min
7 M. Østberg / J. Andersson +3.12,5 Min.
8 O. Tänak / R. Mõlder +4.26,6 Min.
9 H. Paddon / J. Kennard +4.46,8 Min.
10 S. Lefebvre / S. Prévot +4.54,5 Min.

Zahl der Rallye

30.

Die Zahl 30 spielte für Volkswagen beim Heimspiel eine besondere Rolle. Nicht nur, dass der 30. Sieg des Polo R WRC in 35 Rallyes gelang – es war zudem auch der 30. Karriereerfolg von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Einer, der ihnen einen besonderen Platz in den Annalen der Rallye-WM bescherte. Sie zogen in der ewigen Bestenliste mit Marcus Grönholm gleich und rangieren in Sachen Siegen nun gleichauf mit ihm auf der zweiten Position. Im ewigen Duell Frankreich vs. Finnland hat die Grande Nation nun wieder vorgelegt – 175 Siege hat Frankreich aktuell auf dem Konto, 174 Finnland. Die Volkswagen Fahrer Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala sind die einzigen permanent eingeschriebenen Piloten ihrer Nationen in der Rallye-WM.


Tag 3 in Deutschland.


Samstag, 22.08.2015


Tag 2 der Rallye Deutschland. Das Video.


Bilder Tag 2 (10)


Tageszusammenfassung

Volkswagen erhöht auf 17 Prüfungssiege.

 

Volkswagen ist bei der Rallye Deutschland 2015 auch nach dem zweiten von drei Tagen das Maß der Dinge. Alle 17 ausgetragenen Prüfungen der Rallye gewonnen, die eigenen Fahrer auf den drei obersten Plätzen der Gesamtwertung: Besser geht es nicht. Nach den Dramen der vergangenen zwei Deutschland-Rallyes ist der aktuelle Verlauf des neunten WM-Laufs des Jahres Balsam für alle. „Das Team, die Fahrer und die Beifahrer haben bisher einen fehlerfreien Job abgeliefert und ganz Volkswagen ist stolz auf diese Leistung“, sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Wir haben bei der 2015er-Ausgabe der Rallye Deutschland viel erreicht, aber noch lange nichts gewonnen.“

 

Das ist wahr. Zwar steht nur noch ein Prüfungstag an. Doch immer noch sind am Sonntag vier Special Stages und 67,34 gezeitete Kilometer erfolgreich zu absolvieren. Und die Dramen, die sich am Sonntag der 2014er-Ausgabe der Deutschland-Rallye abspielten, hat niemand vergessen. Dennoch war dem gesamten Team bislang deutlich anzusehen, dass es die Wiedergutmachung will. Sébastien Ogier lieferte an dem zum Großteil auf den schwierigen Panzerplatten-Prüfungen ausgetragenen Tag eine fehlerfreie Leistung ab. Sechs von neun Prüfungsbestzeiten gingen an den Weltmeister. Die übrigen drei an seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala, der mit 33,8 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Ogier liegt. 1:13,7 Minuten hinter JML liegt der Vorjahres-Dritte Andreas Mikkelsen.

 

Mit dem Ziel in Sichtweite ist am Sonntag nun höchste Konzentration gefragt, um die offene Rechnung bei der Rallye Deutschland endlich zu begleichen.


Stand nach 17 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:55.42,5 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +33,8 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +1.47,5 Min.
4 D. Sordo / M. Martí +2.14,3 Min.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +2.23,8 Min.
6 E. Evans / D. Barritt +2.53,5 Min.
7 M. Østberg / J. Andersson +2.56,7 Min.
8 O. Tänak / R. Mõlder +4.10,7 Min.
9 H. Paddon / J. Kennard +4.34,6 Min.
10 S. Lefebvre / S. Prévot +4.43,3 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die ‚Panzerplatte‘ ist bezwungen!“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Das war der Tag, vor dem ich am größten Respekt hatte. Aber: Die ‚Panzerplatte‘ ist bezwungen! Am Vormittag haben Julien und ich es minimal ruhiger angehen lassen, um den Aufschrieb zu bestätigen. Trotzdem lief es auch da schon nahezu perfekt. Nur auf dem ersten Durchgang der langen Prüfung auf der ‚Panzerplatte‘ war es ohne die Zwischenzeiten, die dieses Jahr nicht mehr ins Auto geschickt werden, extrem schwierig. Man weiß nie genau, wo man im Vergleich zu den Konkurrenten steht. Beim zweiten Durchgang lief diese WP dann wirklich perfekt und vor allem die abschließenden zehn Kilometer habe ich gepusht. Jetzt sieht es natürlich super aus für Volkswagen, aber wir werden bestimmt nicht zu früh jubeln. Schließlich ist noch ein anspruchsvoller Tag zu absolvieren.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Heute muss ich ohne Diskussion mit dem zweiten Platz zufrieden sein. Ich habe versucht, auf der ‚Panzerplatte‘ anzugreifen, aber mein Angriff war nicht von Erfolg gekrönt. Ich konnte heute einfach nicht meine beste Leistung abrufen. Mein Teamkollege Sébastien Ogier hat eine sehr starke Leistung abgeliefert und sich die nun komfortablere Führung redlich verdient. Dennoch bin ich mit dem zwischenzeitlichen Rang zwei nicht unzufrieden. Für mich heißt es morgen, meinen Vorsprung auf meinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen zu halten und damit meinen Vorsprung auf ihn im Gesamtklassement auszubauen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Unsere Ausgangslage vor dem Tag heute war einigermaßen simpel: Zu unseren Teamkollegen war der Abstand nach vorn zu groß, um ernsthaft zu attackieren. Und nach hinten war der Vorsprung groß genug, dass wir kein allzu großes Risiko eingehen mussten. Am Nachmittag haben wir auch ein anderes Set-up des Heckdifferenzials probiert, um uns für die Rallye Frankreich, wo wieder Asphalt auf dem Programm steht, auf eine mögliche Option einstellen zu können. Sich an dieses neue Set-up zu gewöhnen, hat etwas gedauert und hat uns etwas zu viel Untersteuern beschert, um richtig gute Zeiten abzuliefern. Aber die Erkenntnisse sind Gold wert. Morgen gilt es, wie im vergangenen Jahr, das Ziel und damit das Podium zu erreichen. Wenn das gelingt, können wir zufrieden sein.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir haben bei unserem Heimspiel in Deutschland viel erreicht, aber noch lange nichts gewonnen. Das Team, die Fahrer und die Beifahrer haben bisher einen fehlerfreien Job abgeliefert und jeder bei Volkswagen ist stolz auf diese Leistung. Morgen gilt es, diese Vorstellung auch in den Sieg umzumünzen. Wer am Ende ganz oben steht, wird wie immer nach dem Prinzip ‚Möge der Beste gewinnen‘ entschieden. Doch wie bei jeder anderen WM-Rallye gilt die Ansage, dass alle drei Polo R WRC das Ziel erreichen sollen. Wenn uns das gelingt, sollte unserem ersten Sieg bei der Rallye Deutschland nichts im Wege stehen.“


Zahl des Tages

82

Nach 307,09 der insgesamt 374,43 gezeiteten Kilometer liegt Volkswagen mit allen drei Fahrern an der Spitze. Für das „Projekt Heimsieg“ bedeutet dies: 82 Prozent der Distanz sind geschafft bei null Prozent Fehlern und null Prozent Problemen, dafür aber 100 Prozent Teamgeist und 100 Prozent Motivation. Aber Vorsicht – und mindestens drei Euro ins Phrasenschwein –, denn gewonnen ist noch nichts.


Mittagsbericht

Vorsicht, Hinkelstein!

 

Tag zwei bei der Rallye Deutschland. Das Heimspiel von Volkswagen steht nicht nur im Zeichen der Wolfsburger Marke sondern vor allem im Zeichen eines Duells zweier echter Rallye-Asse: Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala schenken sich an der Spitze wirklich nichts. Nach dem spannenden Freitag geht es am zweiten Tag bei der Rallye rund um Trier munter weiter mit dem Zweikampf um die Spitze. Auf Rang drei liegt Andreas Mikkelsen im dritten Polo R WRC. Volkswagen liegt also weiterhin mit drei Autos vorne. Mehr geht nicht. Und das beim Heimspiel!

 

Der Samstagvormittag hatte das absolute Highlight der Rallye zu bieten. Drei der fünf Wertungsprüfungen am Vormittag wurden auf dem Truppenübungsplatz von Baumholder, der legendären Panzerplatte, ausgetragen. Das heißt: Rutschige und nicht immer ebenerdige Betonplatten, über die die WRC-Autos fahren mussten, sowie Hinkelsteine am Wegesrand. Häufig ging es sehr nah an diesen eher unscheinbaren Steinen vorbei. Eigentlich sind sie dazu da, Panzer aufzuhalten. Was bei einem Kontakt mit einem WRC-Auto passieren kann, ist da wohl klar.

 

Die Volkswagen Piloten machten keine unliebsame Bekanntschaft mit den Hinkelsteinen, waren aber alles andere als vorsichtig unterwegs. Erst mussten sie zweimal die Arena Panzerplatte (2,87 Kilometer) durchfahren, anschließend ging es auf die Mammut-Prüfung Panzerplatte Long mit 45,61 Kilometern. Ogier nahm Latvala in der Arena vor den Augen Tausender begeisterter Fans 1,1 bzw. 1,6 Sekunden ab und baute seine Führung aus. 

 

Gleich im Anschluss war er auf der Panzerplatte Long sogar 6,8 Sekunden schneller. Ein Kinderspiel war das aber nicht: „Wenn man im Auto keine Zwischenzeiten angezeigt bekommt, weiß man gar nicht, wie schnell man eigentlich ist“, sagte Seb. „Ich musste die Reifen schonen und gleichzeitig schnell sein. Ich bin sehr zufrieden mit der Wertungsprüfung.“ Latvala war hingegen etwas geknickt: „Ich hatte kein wirkliches Gefühl fürs Auto. Aber so ist das nun einmal.“ Die Chance auf Wiedergutmachung hat Jari-Matti am Nachmittag. Dann stehen noch einmal fünf Prüfungen auf dem Programm. Darunter zwei Mal die Panzerplatte.

 

Ergebnis nach WP 13: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2:08.26,5 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +18,5 Sek.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +1:07,0 Min.

4. Dani Sordo (Hyundai) +1:42,6 Min.

5. Thierry Neuville (Hyundai) +1:49,3 Min.


Tag 2 in Deutschland.


Freitag, 21.08.2015


Tag 1 der Rallye Deutschland. Das Video.


Bilder Tag 1 (10)


Hintergrund

Panzerplatte-Spezial … mit Willy Rampf.

Er wird wahrscheinlich keine Schweißperlen auf der Stirn haben. Dafür hat Willy Rampf, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport, bereits zu viel erlebt in der Welt des Motorsports. Den 62-Jährigen bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Wenn es aber um die berühmt-berüchtigte Wertungsprüfung „Panzerplatte“ bei der Rallye Deutschland geht, wird Rampf doch etwas demütig. „Ein kleiner Fehler kann zum fatalen Ausfall führen“, warnt er.

„Da gibt es eine Stelle, bei der bergab gebremst wird“, erzählt Rampf. „Dann geht es links weiter, zwischen zwei Betonblöcken entlang und rechts wieder heraus. Wenn man sieht, mit welchem Tempo die Fahrzeuge ankommen, glaubt man nicht, dass das Auto dort heil rauskommt.“ Nicht nur an dieser Stelle heißt es „Luft anhalten“, wenn die drei Volkswagen Duos auf dem Truppenübungsplatz Baumholder zwischen den unnachgiebigen „Hinkelsteinen“ entlangrasen. Diese waren ursprünglich dafür gedacht, Panzer aufzuhalten – und bei einem noch so kleinen Fahrfehler stoppen sie eben auch World Rally Cars.

Insgesamt steht die Panzerplatte mit zwei unterschiedlichen Prüfungen am Rallye-Samstag sogar fünfmal auf der Agenda. Mit 2,87 und 45,61 Kilometern sind sie die längste und die kürzeste Prüfung der Rallye Deutschland. Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala wird es freuen. Der Finne zählt die Wertungsprüfungen auf dem Truppenübungsplatz zu seinen Favoriten. „Es ist zum Teil wie in Finnland: hügelig, die Straße ist breit, der Grip verändert sich ständig und die Geschwindigkeit ist hoch“, sagt Latvala. „Das mag ich, weil es flüssig zu fahren ist.“ In Finnland war Jari-Matti nicht zu schlagen. Wie auch im vergangenen Jahr auf der Panzerplatte. Bei allen vier Wertungsprüfungen sicherte sich der „Fliegende Finne“ die Bestzeit.

Sébastien Ogier meisterte den Hinkelstein-Parcours 2013 am schnellsten. Seit dem Einstieg von Volkswagen in die Rallye-WM 2013 gingen somit alle Wertungsprüfungen dort an den Polo R WRC. Für den Sieg bei der Heimrallye von Volkswagen reichte es bekanntlich dennoch nicht. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Auf dem Weg dahin müssen aber Ogier, Latvala und Andreas Mikkelsen erst einmal die Panzerplatte sicher und erfolgreich meistern. Ob sie im Gegensatz zu Willy Rampf Schweißperlen auf der Stirn haben werden?


Tageszusammenfassung

Perfekt.

 

Fast wäre der erste Tag der Rallye Deutschland 2015 einer für die Geschichtsbücher geworden. Acht Wertungsprüfungen, acht Mal die Marke Volkswagen auf den ersten drei Prüfungsplätzen? Das gab es noch nie seit dem WRC-Einstieg von Volkswagen zur Saison 2013. Um ein Haar hätte das Kunststück geklappt. Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen legten vor und fast zehn Stunden lang konnte keiner der Konkurrenten das Tempo des Volkswagen Trios mitgehen. Kein Wunder, dass alle im Team aus Wolfsburg gebannt auf die Monitore schauten, auf denen im Servicepark in Trier die Prüfungszeiten angezeigt wurden. 96 Prozent aller Top-3-Zeiten hatten die Volkswagen Fahrer schon für sich verbucht, dann schoben sich auf der achten und letzten Prüfung des Tages Dani Sordo (Citroën) und Elfyn Evans (Ford) doch noch kurz vor Schluss vor Mikkelsen.

 

Von Enttäuschung natürlich keine Spur. Achtmal die Plätze eins und zwei – perfekt! Siebenmal Platz drei – sehr gut. So darf der neunte Lauf der aktuellen WRC-Saison gern weitergehen. „Ein guter Auftakt für uns“, fasste Ogier zusammen, der vor dem Start in den Rallye-Samstag in Deutschland mit 9,5 Sekunden Vorsprung das Teilnehmerfeld vor seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala anführt. Mikkelsen liegt indes auf dem dritten Platz, 34,9 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Ogier und komfortable 31,9 Sekunden vor seinem direkten Verfolger Sordo. So perfekt der Freitag aus Sicht von Volkswagen auch war, gewonnen ist in Deutschland noch längst nichts. Am Samstag stehen neun beinharte Wertungsprüfungen an. Fünf davon werden auf der berüchtigten Prüfung „Panzerplatte“ gefahren, die mit ihren erbarmungslosen Hinkelsteinen als Streckenbegrenzung schnell für ein abruptes Ende jeder achtlosen Fahrt sorgen kann. Volle Konzentration ist am Samstag also Pflicht nach der Kür durch die Moselweinberge. Auch hier muss das Volkswagen Trio erneut vor allem eines sein: perfekt.


Stand nach 8 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:19.13,5 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +9,5 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +34,9 Sek.
4 D. Sordo / M. Martí +1.06,8 Min.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +1.08,7 Min.
6 E. Evans / D. Barritt +1.22,1 Min.
7 O. Tänak / R. Mõlder +1.27,8 Min.
8 H. Paddon / J. Kennard +1.31,4 Min.
9 M. Østberg / J. Andersson +1.35,4 Min.
10 S. Lefebvre / S. Prévot +2.27,3 Min.

Zahl des Tages

96,2

Ein fast perfekter Tag für Volkswagen bei der Heimrallye in Deutschland. Wieso nur fast? Von 27 möglichen Top-3-Zeiten gingen 26 an den Polo R WRC – eine Quote von 96,2 Prozent. Siebenmal Bestzeit von Sébastien Ogier, einmal von Jari-Matti Latvala. Lediglich bei der achten und letzten Wertungsprüfung des Tages „Mittelmosel 2“ waren Dani Sordo (Hyundai) und Elfyn Evans (Ford) schneller als Andreas Mikkelsen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die Nachmittagsschleife ist perfekt für uns gelaufen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ein wirklich guter Auftakt für Julien und mich in die Rallye Deutschland. Am Morgen war es an manchen Stellen noch rutschig, deshalb habe ich es lieber etwas vorsichtiger angehen lassen, als unnötig viel zu riskieren. Vor allem, weil wir auf der ‚Moselland‘-Prüfung vergangenes Jahr in den Weinberg gerutscht sind. Die Nachmittagsschleife ist dann perfekt für uns gelaufen, und wir haben ordentlich gepusht. Das Set-up des Polo war besser als am Vormittag. Aber Jari-Matti ist nicht weit weg, in jedem Fall müssen wir am Samstag auf der Panzerplatte genau da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Alles in allem sind wir mit dem Tag zufrieden. Allerdings war es sehr schwierig, das richtige Gefühl für das Anbremsen zu finden. Am Vormittag gelang mir das gut und dementsprechend schnell waren wir unterwegs. Am Nachmittag – mit der mehr und mehr verschmutzten Strecke – wollte ich nicht mehr volles Risiko gehen. Leider habe ich dabei etwas über neun Sekunden auf meinen Teamkollegen Sébastien Ogier verloren. Am Ende des Tages ist Platz zwei aber ein gutes Ergebnis und wir haben ja noch ein paar Wertungsprüfungen vor uns. Und wie schnell sich gerade hier die Dinge ändern können, haben wir die vergangenen Jahre erlebt. Jetzt freue ich mich vor allem auf die ‚Panzerplatte‘.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Es war heute nicht leicht, sofort den Rhythmus auf Asphalt zu finden. Im Wettbewerb ist es ein halbes Jahr her, dass wir auf diesem Untergrund gefahren sind. Ich habe vor allem am Vormittag ein paar kleinere Fehler gemacht und sehr häufig viel zu früh gebremst. Ich konnte deshalb das Tempo meiner Teamkollegen Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala nicht mitgehen. Hut ab vor deren Leistung. Am Nachmittag sind wir besser in Schwung gekommen, hatten aber auch einen Mini-Schreckmoment, als ich auf der siebten WP leicht hinten rechts etwas touchiert habe. Wir waren danach etwas vorsichtiger unterwegs. Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Tag und freue mich schon auf die kommenden. Besonders die Prüfungen auf Baumholder morgen mag ich sehr.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir hatten schon in den vergangenen Jahren vielversprechende Starts in die Rallye Deutschland – aber der Tag heute schlägt alle anderen bisher. Bis auf eine einzige alle Top-3-Zeiten zu holen und alle Prüfungen zu gewinnen ist fast unglaublich und zeigt, wie ernst wir es mit dem ‚Projekt Heimsieg‘ nehmen. Das Team hat nichts dem Zufall überlassen und arbeitet perfekt zusammen. Aber heute geht das größte Lob an unsere Fahrer und Beifahrer: Besser geht es nicht – und das gilt für Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen sowie Julien Ingrassia, Miikka Anttila und Ola Fløene. Den ersten Schritt bei der Rallye Deutschland haben wir genommen. Wir wissen aber auch, dass noch zwei harte Tage vor uns liegen, an denen wir volle Konzentration wahren müssen – von den Fahrern bis zu den Mechanikern, von den Beifahrern bis zu den Ingenieuren. Wir werden also auf keinen Fall nachlassen.“


Mittagsbericht

Ogier vs. Latvala: ein Wimpernschlag.

 

0,1 Sekunden, eine Zehntelsekunde – ein Wimpernschlag! Den trennen derzeit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala bei der Rallye Deutschland, dem Heimspiel von Volkswagen. Die beiden duellieren sich – wie so oft – um den Platz an der Sonne. Und das ist bei der Rallye rund um Trier wörtlich zu nehmen. Denn die Wetterbedingungen an der Mosel könnten kaum besser sein. Blauer Himmel lässt die Weinberge im Spätsommer noch idyllischer und malerischer erscheinen.

 

Doch der (Sonnen-)Schein trügt ein wenig. Denn die Bedingungen bei der Rallye Deutschland sind alles andere als einfach. Bei der ersten Asphalt-Rallye des Jahres gab es auf den ersten vier Wertungsprüfungen am Freitagvormittag einige knifflige Stellen. Der Grip-Level war alles andere als ideal, einige Passagen noch feucht. „Ich musste an manchen Stellen sehr früh bremsen“, sagte Andreas Mikkelsen, der momentan hinter Ogier und Latvala auf Rang drei liegt. „Es ist wirklich schwierig, den richtigen Bremspunkt zu finden.“ Weltmeister Ogier sah es ähnlich: „Manche Kurven sind nicht einfach zu nehmen, der Asphalt ist sehr rutschig.“

 

Die Hoffnung bleibt jedoch, dass die Serpentinen-Straßen am Nachmittag mehr Grip haben. Denn die WRC2- und Junior-WRC-Autos sollten dann durch den Reifenabrieb ordentlich Gummi hinterlassen haben. Außerdem dürfte es am Nachmittag auch deutlich wärmer sein. Gute Voraussetzungen also, dass der Kampf an der Spitze noch intensiver geführt wird.

 

Ergebnis nach WP 4: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 39.41,7 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +0,1 Sek.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +15,9 Sek.

4. Kris Meeke (Citroën) +21,4 Sek.

5. Dani Sordo (Hyundai) +33,9 Sek.


Tag 1 in Deutschland.


Donnerstag, 20.08.2015


Bilder Eröffnungstag (9)


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ein kleiner Fehler kann schnell das Aus bedeuten.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Nach meiner eher durchwachsenen Leistung bei der Rallye Deutschland im letzten Jahr bin ich mit einer extragroßen Portion Motivation nach Trier gekommen. Deshalb habe ich auch ein paar zusätzliche Runden im Shakedown gemacht, um alle Set-up-Möglichkeiten für die Rallye auszuprobieren. Das Gefühl im Auto war perfekt, dazu habe ich in der Woche zuvor viel getestet. Von mir aus kann es losgehen, ich freue mich sehr auf die Zeitenjagd in den Weinbergen. Vor allem auch, weil es in diesem Jahr wohl nicht regnen wird. Da ist es für alle Fahrer ein noch größeres Vergnügen, auf den schnellen Passagen rund um Trier unterwegs zu sein. Generell ist das Fahren deutlich anders als auf Schotter, die g-Kräfte sind deutlich höher.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Wir hatten einen guten Shakedown. Es war vor allem wichtig, die richtige Dämpfereinstellung zu finden – und das ist uns gelungen. Jetzt kommt es darauf an, sich auf die entscheidenden Faktoren dieser Rallye zu konzentrieren, das Bremsen und das Herausbeschleunigen aus den Ecken. Gleichzeitig ist der Spielraum bei der Rallye Deutschland nicht besonders groß. Ein kleiner Fehler kann hier schnell das Aus bedeuten. Es wäre toll, dieses Jahr hier endlich mal auf dem Podium zu stehen. Das muss das Ziel sein für das Wochenende.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Der Shakedown war mehr oder weniger die gleiche Prüfung wie im vergangenen Jahr, die ich sehr gut kenne. Ich habe versucht, diese Kenntnis bestmöglich umzusetzen und beispielsweise die Bremspunkte gut zu erwischen. Und mit meiner Fahrt bin ich nicht nur in dieser Hinsicht sehr zufrieden. Der Polo R WRC macht auf Asphalt enorm viel Spaß zu fahren und auch die Zeit geht am Ende in Ordnung. Das Auto ist definitiv siegfähig. Nun liegt es an uns Fahrern, auch die entsprechenden Ergebnisse zu liefern. Nach dem Shakedown bin ich angesichts meiner eigenen Leistung guter Dinge. Aber die Rallye beginnt erst am Freitagmorgen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Dass Volkswagen beim Heimspiel in Deutschland schnell und zuverlässig ist, haben wir bereits 2013 und 2014 bewiesen – nur die Ergebnisse selbst haben das nicht reflektiert. Leider fehlte uns in den vergangenen zwei Jahren das Glück der Tüchtigen, auf das wir im dritten Anlauf nun hoffen. Wir selbst werden – wie bei jedem WM-Lauf – nichts dem Zufall überlassen. Dass der Polo R WRC auch auf Asphalt schnell ist, zeigen die Zeiten beim Shakedown. Die bedeuten zwar am Ende nicht viel, geben uns jedoch das Selbstvertrauen für die kommenden drei Tage, an denen wir mit geschärften Sinnen das Projekt Heimsieg erfolgreich angehen wollen.“


Shakedown-Bericht

Mit 115,84 km/h zur Shakedown-Bestzeit.

 

Im Rallye-Tempo durch die Weinberge rund um Trier – mit Top-Zeiten hat sich Volkswagen im Shakedown zur Rallye Deutschland perfekt auf das Heimspiel vorbereitet. Im „Freien Training“ zum neunten Saisonlauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft waren Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) im Polo R WRC auf der Prüfung „Konz“ die Schnellsten – mit einem Durchschnitt von 115,84 km/h. Den Wechsel vom Schotter- in den Asphalt-Modus vollzogen auch ihre Volkswagen Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) sowie Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) als Zweite und Vierte wunschgemäß.

 

Die Rallye Deutschland bildet das Heimspiel des Polo R WRC und ist ausgerechnet die bislang einzige WM-Rallye, die das 318 PS starke World Rally Car noch nicht für sich entschieden hat. Diese Lücke in der Vita des erfolgreichsten Autos in der Geschichte der Rallye-WM möchten die drei Fahrer/Beifahrer-Duos am kommenden Wochenende nach Kräften schließen. Am Donnerstagabend geht an der Porta Nigra in Trier der zeremonielle Start über die Bühne, die insgesamt 21 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 374,43 Kilometern stehen am Freitag, Samstag und Sonntag auf dem Programm. Die Rallye Deutschland ist die erste wahre Asphalt-Rallye des Jahres und stellt nach sechs Schotter-Events einen krassen Wechsel des Strecken-Charakters dar.

 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.21,4 Min.

2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 2.21,6 Min.

3. Kris Meeke (Citroën) 2.22,1 Min.

4. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.22,1 Min.

5. Robert Kubica (Ford) 2.23,0 Min.


Mittwoch, 19.08.2015


Asphalt-Spezial … mit Willy Rampf.

Der Staub hat sich gelegt. Nach sechs Schotter-Rallyes stellt sich die WRC-Elite nun schmalen Asphalt-Pisten. Und das bei der Rallye Deutschland, dem „Biest“, das Dramen auf der mit Hinkelsteinen gepflasterten Panzerplatte und den kurvenreichen Weinbergen geradezu provoziert. Das Volkswagen Team hat mit seiner Heimrallye ohnehin noch eine Rechnung offen. Bisher waren sie seit dem Einstieg in die Rallye-WM im Jahr 2013 überall siegreich, eben nur nicht in Deutschland. Das soll sich ändern. Worauf kommt es in Trier und Umgebung besonders an? Inwieweit unterscheidet sich die Asphalt- von der Schotter-Abstimmung für den Polo R WRC? All das erklärt jemand, der Asphalt-Pisten seit jeher lebt und jahrelang in der Formel 1 Fahrzeuge auf Grand-Prix-Kurse vorbereitet hat. Willy Rampf, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport, steht Rede und Antwort im „Asphalt-Spezial“.

Mit der Rallye Deutschland steht die erste reine Asphalt-Rallye in dieser Saison bevor. Inwieweit unterscheidet sich die Schotter- von der Asphaltabstimmung?
Willy Rampf: „Der größte Unterschied liegt natürlich im Fahrwerk. Auf Schotter haben wir deutlich mehr Federweg als auf Asphalt. Außerdem ist das Fahrzeug auf Schotter deutlich höher eingestellt, auf Asphalt dementsprechend zwischen 50 und 70 Millimeter tiefer. Einfach um den Schwerpunkt abzusenken. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist auf Asphalt deutlich straffer eingestellt. Außerdem fahren wir bei der Rallye Deutschland größere Räder. Somit ist auch die Bremsanlage größer im Vergleich zu Schotter-Rallyes.“

Worauf kommt es – vom technischen Aspekt betrachtet – bei Asphalt-Rallyes besonders an?
Willy Rampf: „Die Fahrer wollen prinzipiell ein sehr präzises Fahrzeug, weil sie das Auto sehr genau positionieren müssen. Vor allem bei der Rallye Deutschland, weil die Teer-Fahrbahn relativ schmal ist. Es gibt nur wenige Ausweichmöglichkeiten: Auf der einen Seite ist eine Mauer, auf der anderen in der Regel eine Leitplanke. Daher brauchen wir ein sehr präzises Fahrzeug. Darauf wird bei der mechanischen Abstimmung wert gelegt, sodass die Fahrer ein Auto zur Verfügung haben, das ihren Wünschen entspricht – was die Fahrwerks- und die Differentialabstimmung betrifft.“

An welchen Stellschrauben könnt ihr drehen, um den Polo optimal auf den Asphalt anzupassen?
Willy Rampf: „Wir können die gesamte Dämpf- und Federabstimmung beeinflussen, nämlich welche Federn und welche Stabilisatoren wir benutzen. Damit bestimmen wir in einem großen Bereich auch das Unter- und Übersteuern. Dann können wir natürlich die Differentialabstimmung – vorn und hinten – beeinflussen. Wir können Differentiale vorspannen, außerdem geht es um Grundsperrmomente beim Beschleunigen und Bremsen. Beispiel: Wenn ein Rad in der Luft ist, wird das andere trotzdem angetrieben. Bei einem hohen Sperrmoment würde das Fahrzeug nicht mehr geradeaus schieben, weil beide Räder gleiche Drehzahl haben – und damit hätten wir Untersteuern. Wir müssen also einen Mittelweg finden.“

Welchen Einfluss hat der Reifendruck?
Willy Rampf: „Wir versuchen natürlich mit niedrigem Luftdruck zu fahren aufgrund der besseren Traktion. Das ist aber eine Sache, die der Fahrer mit den Ingenieuren vor Ort einstellt. Da haben die Fahrer sehr viel Erfahrung und wissen genau, was sie brauchen.“

Inwieweit könnt ihr auf Erfahrungswerte von der Rally Deutschland 2014 und von der diesjährigen „Monte“ zurückgreifen?
Willy Rampf: „Die Rallye Monte Carlo ist aufgrund der ganzen Gegebenheiten speziell, weil wir mit Eis, Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn zu kämpfen haben. Die Rallye Deutschland ist eine reine Asphalt-Rallye, die von der Abstimmung her ein bisschen einfacher ist als die ‚Monte‘. Wir können schon auf Erfahrungswerte aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen. Die Wertungsprüfungen sind grundsätzlich nicht anders als 2014. Von daher wissen die Fahrer und natürlich auch die Ingenieure ganz genau, was sie dort erwartet.“


Mehr Wissenswertes von Willy Rampf gibt es am Freitag im „Panzerplatte-Spezial“.


Freitag, 14.08.2015


Hintergrund

Keine Kompromisse.

Bisher überall siegreich, eben nur nicht in Deutschland – geht es nach Volkswagen, schließen Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) oder Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) vom 20. bis 23. August 2015 eine kleine, aber entscheidende Lücke in der Vita des Polo R WRC. Die Rallye Deutschland, neunter Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), ist die bislang einzige Rallye, bei der das 318 PS starke World Rally Car noch nie gewonnen hat. Auch wenn in den Jahren 2013 und 2014 Volkswagen beim Heimspiel rund um Trier nicht gerade mit Glück gesegnet war und jeweils mit unterschiedlichen Fahrern in Führung liegend vorzeitig ausschied, geht die Mannschaft die Aufgabe gewohnt akribisch und hoch motiviert an. Das Unternehmen Heimsieg ist allerdings alles andere als einfach: Die Rallye Deutschland ist der erste wahre Asphalt-Lauf der Rallye-WM im Jahr 2015 und gilt als „Biest“, das Dramen geradezu provoziert.

 

„Eines ist klar: Unsere Bilanz bei unserem Heimspiel spiegelt weder unsere hohen Ziele noch unsere bisherige Performance in Deutschland wider“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Es gibt keinen WM-Lauf, bei dem unser Siegeshunger so groß und doch so ungestillt ist. Sowohl 2013 als auch 2014 hätten wir aus eigener Kraft den Sieg hier holen können, sind aber jeweils mit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala in Führung liegend ausgeschieden. Aber auch, wenn uns das Glück daheim nicht gerade treu war, gibt es keinen Grund, warum wir nicht auch 2015 um Platz eins kämpfen sollten. Mit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala haben wir zwei Siegertypen auf Asphalt am Start, Andreas Mikkelsen ist längst reif für seinen allerersten Laufsieg und auf allen Untergründen schnell. Und auch das Team hinter den Dreien ist eine Siegertruppe: Sie wird bei der Rallye Deutschland keine Kompromisse eingehen, jeder Einzelne wird noch eine Schippe Fleiß und Perfektion obendrauf legen.“

 

Mit dem üblichen Respekt vor jedem Rallye-WM-Lauf, aber keinesfalls mit Angst begegnet Volkswagen dem „Biest“ Rallye Deutschland. Anders als in den Vorjahren setzt Volkswagen keine neu aufgebauten, sondern bewährt-gebrauchte Chassis für Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala ein – jene, die bereits bei der „Monte“, in Mexiko, Portugal und Polen am Start waren. Und noch etwas hat sich seit Jahresfrist verändert: Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila sind erwiesene Asphalt-Sieger – 2014 bei der Rallye Frankreich feierten sie den ersten finnischen Erfolg auf diesem Untergrund seit 14 Jahren, elf Monaten und 23 Tagen und nebenbei auch den Sieg beim schnellsten Asphalt-Lauf aller Zeiten. Andreas Mikkelsen/Ola Fløene zeigten bei dieser Gelegenheit ebenfalls, dass sie absolute Allrounder sind – mit Platz zwei, nachdem sie zuvor bereits auf Eis und Schnee in Schweden und auf Schotter bei der Rallye Polen auf dieser Position gelandet waren.

 

Um beim ersten reinen Asphalt-Lauf seither an diese Erfolge anzuknüpfen, hat Volkswagen sich bei Testfahrten auf Korsika und in Deutschland auf die speziellen Bedingungen bei der Rallye Deutschland gewohnt akribisch vorbereitet und mit allen drei Fahrerpaarungen Basis-Abstimmungen für den Polo R WRC zweiter Generation erarbeitet.

 

Die Rallye-WM-Fahrer und -Beifahrer erwartet bei der 2015er-Ausgabe der Rallye Deutschland viel Gewohntes. Keine Wertungsprüfung ist den Teilnehmern gänzlich unbekannt. Die berühmt-berüchtigte Panzerplatte auf dem Truppenübungsplatz Baumholder – mit ihren unnachgiebigen „Hinkelsteinen“ – steht mit zwei unterschiedlichen Prüfungen am Samstag viermal auf der Agenda. Das Areal, das nur während der Rallye Deutschland für Zivilisten geöffnet wird, hatte in der Vergangenheit wegen seines besonders rutschigen Asphalts in Kombination mit jenen Hinkelsteinen, die dafür gedacht sind, Panzer aufzuhalten, für allerlei Dramen gesorgt. Mit entsprechendem Respekt begegnet die Weltelite des Drifts diesen speziellen WPs – 2015 mit 2,87 und 45,61 Kilometern die längste und die kürzeste Prüfung der Rallye Deutschland. Das Highlight sind allerdings die beiden Wertungsprüfungen am Sonntag. „Stein & Wein“ sowie „Dhrontal“ werden durch das für die Rallye Deutschland sinnbildlich stehende Geschlängel entlang der Weinberge geprägt. Der zweite Durchgang der WP Dhrontal bildet die abschließende „Powerstage“, auf der Zusatzzähler für die besten drei Fahrer/Beifahrer-Duos vergeben werden.


Zahl der Rallye.

50

Crew-Chief Ralf Arneke feiert bei der Rallye Deutschland ein doppeltes Jubiläum. Während seines 50. Rallye-WM-Einsatzes seit Projektstart von Volkswagen mit dem Polo R WRC zelebriert er zudem am Rallye-Samstag seinen 50. Geburtstag. Sein sehnlichster Wunsch für ein passendes Geschenk? Siehe oben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Dieses Jahr wollen wir es besser machen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich denke mit gemischten Gefühlen an die Rallye Deutschland. Einerseits habe ich dort 2011 gewonnen und war immer schnell unterwegs. Auf der anderen Seite habe ich 2014 schmerzhaft zu spüren bekommen, dass kleine Fehler auf den schmalen Straßen sofort bestraft werden. Aber das ist Vergangenheit. Dieses Jahr wollen wir es besser machen und das ist auf jeden Fall möglich. Wir müssen aber auf den Punkt konzentriert sein und Fehler vermeiden. Vor der Rallye Deutschland haben wir bei einem Test in Trier zusätzlich Bremsen getestet, damit wir auf die Herausforderungen der Asphalt-Pisten optimal vorbereitet sind. Viele Abschnitte der diesjährigen Rallye Deutschland sind ähnlich oder identisch mit denen des vergangenen Jahres. Besonders gefallen mir die kurvenreichen Wertungsprüfungen entlang der Weinberge. Sie sind schön zu fahren und machen im Polo richtig Spaß. Unter bestimmten Umständen könnten Julien und ich bereits in Deutschland die Titel in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft holen. Aber wir werden nur auf uns schauen und wollen die Rallye erfolgreich beenden – im Optimalfall natürlich in der Mitte des Podiums.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Für das Team ist das Heimspiel in Deutschland natürlich etwas Besonderes. Ich bin auf jeden Fall bereit. Der Sieg in Finnland hat mir einen enormen Motivationsschub gegeben. Davor lief es nicht so rund, aber bei meiner Heim-Rallye habe ich gezeigt, dass ich mich im direkten Duell durchsetzen kann. Michelin stellt bei der Rallye Deutschland einen neuen Reifen bereit, den H4, an den wir das Set-up des Polo R WRC bei den Tests vor einer Woche angepasst haben. Wir haben dieses Jahr zudem auf Korsika getestet. Also konnte ich mich schon an das Fahren auf Asphalt gewöhnen. Asphalt-Rallyes sind sehr speziell, weil wir Fahrer uns in kurzer Zeit auf verschiedene Oberflächen mit unterschiedlichen Eigenschaften einstellen müssen. Besonders schwierig ist das bei der Rallye Deutschland auf der Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘ – meiner Lieblingsprüfung. Es ist zum Teil wie in Finnland: hügelig, die Straße ist breit, der Grip verändert sich ständig und die Geschwindigkeit ist hoch. Das mag ich, weil es flüssig zu fahren ist. Entlang der Weinberge ist es wesentlich technischer. 2013 habe ich die Rallye Deutschland bis Samstagnachmittag angeführt, vergangenes Jahr bis Sonntagmorgen – dieses Jahr wäre es schön, wenn ich die Führung bis zum Ende halten könnte. Realistisch ist eine Top-Drei-Platzierung. Das ist mein Ziel.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Eigentlich fahren wir bei der Rallye Deutschland drei Asphalt-Rallyes an einem Wochenende, weil sich die Untergründe an den drei Tagen stark voneinander unterscheiden. Vor der Rallye Deutschland habe ich in den Weinbergen getestet, damit ich mich an den Untergrund im Rallye-Tempo gewöhnen konnte. Seit der Rallye Monte Carlo bin ich schließlich nicht mehr auf Asphalt gefahren. Ich freue mich aber darauf. Die Wertungsprüfungen in Deutschland gefallen mir und ich hoffe, dass ich schnell meinen Rhythmus finde. Vergangenes Jahr war ich bester Volkswagen Pilot auf Platz drei. Dieses Jahr wollen wir als Team natürlich besser abschneiden. Ich erwarte, dass wir um die Spitze kämpfen. Dabei dürfen wir aber die Konkurrenz nicht vergessen: Mein Freund Thierry Neuville und Hyundai haben hier vergangenes Jahr gewonnen. Dazu ist Citroën mit Kris Meeke und Mads Østberg immer schnell auf Asphalt. Auch das Wetter kann ein entscheidender Faktor sein, da es sich ständig ändert. Es gibt also viele unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Bei der Rallye Finnland habe ich durch meinen Ausfall den zweiten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft verloren. Den möchte ich natürlich mit einem guten Ergebnis bei der Rallye Deutschland zurückerobern. Mein Ziel ist es, um die Top Drei zu kämpfen.“