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Rallye Schweden.

Große Momente: Von Schneekönigen, Magiern und Thronfolgern.

RALLYE SCHWEDEN

Die Ursprünge der Rallye Schweden gehen bis in die 50er-Jahre zurück und haben nicht viel mit dem gemeinsam, was die heutige WM-Rallye ausmacht. Die Veranstaltung wurde anfangs als „Swedish Rally to the Midnight Sun“ (engl. für Mitternachtssonne) bezeichnet und als Sternfahrt im Hochsommer ausgetragen. 1965 verlegten die Organisatoren den Termin in den Februar und schufen eine faszinierende Winterrallye. Die Anforderungen sind so speziell, dass die einheimischen Fahrer hier über viele Jahre ein Abonnement auf den Sieg hatten.

Intro

1965

Winterwunderwelt.

Zur Saison 1965 wagten die Veranstalter der Rallye Schweden einen radikalen Umbruch. Sie verlegten den Event vom Sommer in den Februar, den kältesten Monat, und schufen somit eine einzigartige Winterrallye. Die spezielle Fahrweise auf Schnee und Eis trug dazu bei, dass die einheimischen Teams über Jahre die Nase vorn haben sollten. 1965 gewannen Tom Trana und Gunnar Thermaenius auf dem „Buckel“-Volvo PV 544.

1965

1979

Der letzte echte Heimsieg.

Stig Blomqvist und Saab – das war in den 70er-Jahren die Erfolgskombo bei der Rallye Schweden. Trotz der scheinbar unterlegenen Technik gelang es dem Hersteller aus Trollhättan immer wieder, die großen ausländischen Teams mit deutlich leistungsstärkeren Fahrzeugen zu schlagen. Die gute Traktion des Saab-Frontantriebs machte es möglich. Zur Saison 1979 zündete Saab den Turbo und feierte seinen letzten Heimsieg sowie den ersten WM-Sieg eines Fahrzeugs mit Turbomotor. Für Stig Blomqvist war es der fünfte von insgesamt sieben Erfolgen bei der Rallye Schweden – ein bis heute unerreichter Rekord.

1979

1981

Auf allen Vieren zum

Erfolg.

Der Audi quattro hatte erst wenige Wochen zuvor bei der Rallye Monte Carlo sein Debüt gegeben und bis zu seinem Ausfall gezeigt, wozu ein Auto mit Allradantrieb fähig sein kann. Der zweite WM-Lauf auf den verschneiten Prüfungen des schwedischen Värmlands mutierte dann zum großen quattro-Schaulaufen. Audi-Pilot Hannu Mikkola verbuchte mehr als die Hälfte aller Bestzeiten und fuhr einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Damit begründete er auch eine neue Ära: Seit 1981 haben ausschließlich Allradautos die Rallye Schweden gewonnen.

1981

2004

Der Magier.

Der Rekordsieger und Rekordweltmeister Sébastien Loeb schrieb auch in Schweden Geschichte und schaffte etwas, was viele Beobachter für nicht mehr möglich gehalten hatten: Nach fünf Jahrzehnten skandinavischer Dominanz gewann „Super Seb“ als erster Nicht-Skandinavier den schwedischen WM-Lauf. Der Elsässer profitierte zwar vom Pech seines Konkurrenten Markko Märtin im Ford Focus WRC, ließ nach dessen Ausrutscher aber nichts mehr anbrennen und sorgte somit für die Riesensensation.

2004

2008

Jugend forsch.

Im Alter von 22 Jahren und 313 Tagen stand er auf seinem ganz persönlichen Olymp: Bei der Rallye Schweden 2008 krönte sich Jari-Matti Latvala zum jüngsten Sieger eines WM-Laufs aller Zeiten und beerbte damit sein eigenes Jugendidol Henri Toivonen. Bei schwierigen äußeren Bedingungen, durch ungewöhnlich warme Temperaturen war es eine Schnee-Schotter-Mischveranstaltung, setzte Latvala der Rallye Schweden von Beginn an seinen Stempel auf und ließ nie einen Zweifel über den Sieger aufkommen.

2008

2013

Ein Wintermärchen wird wahr.

Nach vier Tagen war der Knoten endgültig geplatzt: Sébastien Ogier und Julien Ingrassia triumphierten bei der Rallye Schweden – und holten zugleich den ersten Gesamtsieg in der WRC für Volkswagen Motorsport. Die beiden Franzosen hatten bereits nach der zweiten von insgesamt 22 Wertungsprüfungen die Führung übernommen und diese bis ins Ziel nicht mehr abgegeben. Am finalen Rallye-Tag lieferte Ogier sich ein packendes Duell mit dem verbissen kämpfenden Sébastien Loeb, der sich am Ende aber mit dem zweiten Platz begnügen musste. „Das war wahrscheinlich die beste Rallye in meiner bisherigen Karriere. Wir waren die gesamte Zeit, genau wie Loeb, am absoluten Limit und mussten in jeder Minute 100 Prozent Leistung abrufen. Am Ende hat es sich ausgezahlt und wir haben diese extreme Herausforderung gewonnen“, fasste der strahlende Sieger Sébastien Ogier das Geschehen zusammen.

2013