Rallye Australien.

10. bis 13. September 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Australien 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der Ortszeit, UTC + 10 Stunden (Stand: 04.09.2015).

 

Donnerstag, 10. September 2015

08:00   Shakedown, (Hydes Creek) 04,98 km  
16:00   Zeremonieller Start (Coffs Harbour)    

Freitag, 11. September 2015

08:18 WP 01 Utungun I 07,88 km
08:41 WP 02 Bakers Creek I 16,75 km
09:29 WP 03 Northbank I 08,42 km
10:42 WP 04 Newry Long I 29,51 km
14:00 WP 05 Utungun II 07,88 km
14:23 WP 06 Bakers Creek II 16,75 km
14:56 WP 07 Northbank II 08,42 km
16:09 WP 08 Newry Long II 29,51 km

Samstag, 12. September 2015

10:18 WP 09 Nambucca I 50,80 km
12:08 WP 10 Valla I 07,94 km
15:41 WP 11 Nambucca II 50,80 km
18:10 WP 12 Valla II 07,94 km

Sonntag, 13. September 2015

07:58 WP 13 Bucca Long I 21,95 km
09:08 WP 14 Wedding Bells I 09,23 km
09:39 WP 15 Settles Rd 06,40 km
11:42 WP 16 Bucca Long II 21,95 km
13:08 WP 17P Wedding Bells II 09,23 km
15:00   Siegerehrung (Coffs Harbour)  

Sonntag, 13.09.2015


Bilder Tag 3 (7)


Zusammenfassung

Volkswagen macht’s erneut!

 

Weltmeister! Zum dritten Mal in Folge! Was für eine Bilanz! Seit dem WRC-Debüt im Jahre 2013 hat Volkswagen nun alles abgeräumt, was man in der Rallye-Weltmeisterschaft abräumen kann. Erneut ist man Fahrer-, Beifahrer- und Konstrukteurs-Weltmeister. Und das in Rekordzeit: nach exakt 76,9 Prozent der Saison – das ist vorher noch keinem anderen Hersteller gelungen. Beim zehnten Lauf in Australien gelang Sébastien Ogier und Julien Ingrassia ein weiterer Sieg, mit dem sie sich zum dritten Mal zu Weltmeistern kürten.

 

„Das war einfach eine unglaubliche Saison“, sagte Ogier nach der Zieldurchfahrt bei der Powerstage, die er übrigens auch noch gewann und sich damit drei Extra-Punkte sicherte. „Das war, glaube ich, meine bisher beste, ich habe keine Fehler gemacht. Ich bin so viele tolle Rallyes gefahren, das hier war wohl meine beste.“ Viele Superlative in einer Aussage. Aber anders kann man die Bilanz auch nicht in Worte fassen.

 

Für Ogier war es der siebte Saisonsieg in der zehnten Rallye. Ein Kinderspiel war es jedoch keineswegs, auch wenn das Ergebnis am Ende ziemlich eindeutig anmutet. Ogier hatte zu Beginn Startschwierigkeiten, am Freitag war die Piste noch extrem rutschig. Auf dem eigentlich harten Schotter lag noch eine feine Staubschicht, die erstmal weggefahren werden musste. Bis dahin hatte der Franzose schon etwas an Boden verloren, zwischenzeitlich lag er etwa 15 Sekunden zurück. Doch dann kam auch Ogier mächtig in Fahrt. Auf der letzten Stage am Samstag schoss er im Zeiten-Klassement an Kris Meeke (Citroën) vorbei, der eine seiner wohl stärksten Rallyes fuhr, und ging in Führung.

 

Jari-Matti Latvala musste sich in Down Under mit dem zweiten Platz begnügen, den er auch in der Powerstage belegte. „Seb war einfach der bessere Fahrer bei dieser Rallye, ich muss mit Platz zwei zufrieden sein“, sagte er nach der Zieldurchfahrt. „Ich habe bei der ganzen Rallye keine Fehler gemacht, aber es hat ein Tick gefehlt, um hier zu gewinnen.“ Jari-Matti wird es verkraften können und bei den restlichen Rallyes 2015 wieder angreifen – keine Frage.

 

Der dritte Volkswagen Pilot im Bunde, Andreas Mikkelsen, wurde starker Vierter. Er musste dem ultrastarken Meeke den Vortritt lassen, belegte in der Powerstage aber Platz drei und verdiente sich den letzten Extra-Punkt. „Ich bin mit der Rallye zufrieden“, sagte „Mikkel“. „Wir haben denke ich eine gute Leistung gezeigt.“

 

Eine überragende Leistung zeigte in diesem Jahr der Polo R WRC, wieder einmal das stärkste Auto im ganzen WRC-Feld. 31 von 36 Rallyes gewann das Geschoss aus Wolfsburg bislang seit dem Debüt 2013. 467 Bestzeiten bei 668 Wertungsprüfungen sind eine beeindruckende Bilanz für den 318 PS starken Offroad-Renner. 2015 gewann Volkswagen mit dem Polo neun von zehn Rallyes. Und noch ist die Saison ja nicht zu Ende. Jetzt ist aber erst einmal feiern angesagt, bevor man sich auf die restlichen drei WM-Läufe konzentriert. Prost!


Endstand nach 17 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier/J. Ingrassia 2:59.16,4 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +12,3 Sek.
3 K. Meeke / P. Nagle +32,6 Sek.
4 A. Mikkelsen / O. Fløene +38,5 Sek.
5 H. Paddon / J. Kennard +55,0 Sek.
6 O. Tänak / R. Mõlder +1.38,0 Min.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +2.08,3 Min.
8 D. Sordo / M. Martí +2.15,2 Min.
9 E. Evans / D. Barritt +4.33,7 Min.
10 N. Al-Attiyah / M. Baumel +11.46,5 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Jedes Mal wieder überwältigend.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ein fantastisches Gefühl, wieder Weltmeister zu sein! Ich bin überglücklich. Der erste WM-Titel bleibt natürlich immer etwas Spezielles, aber die Emotionen sind jedes Mal wieder aufs Neue überwältigend. Es war ein unglaublich intensiver Kampf um den Sieg hier in Australien. Weil der Abstand zu Kris und Jari-Matti über das gesamte Wochenende so knapp war, hatte ich gar keine Zeit, mir wegen des Titels Gedanken zu machen. Auch heute Morgen war meine einzige Devise: Vollgas. Jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass es für Julien und mich mit einem Sieg zum dritten Titel gereicht hat. Wahrscheinlich wird es einige Zeit dauern, um zu verstehen, was wir in den letzten drei Jahren zusammen mit unserem großartigen Team erreicht haben. Dass wir mit der Volkswagen Mannschaft uns auch den Hersteller-Titel gesichert haben, ist natürlich das Sahnehäubchen.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Für unser Volkwagen Team ist es ein großartiger Tag, hier alle drei Titel eingefahren zu haben. Und ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Teil zu diesem tollen Erfolg beitragen konnte. Ich habe heute noch mal alles gegeben und gepusht bis zur letzten Stage, gesprungene Windschutzscheibe inklusive. Leider hat es nicht mehr für den Sieg gereicht und ich muss mich heute mit dem zweiten Patz zufriedengeben. Auf der anderen Seite habe ich meinen Vorsprung auf den dritten Platz in der Gesamtwertung weiter ausgebaut. Meine Gratulation an meinen Teamkollegen Sébastien Ogier. Er hat verdientermaßen den Sieg geholt und ist damit auch verdienter Weltmeister.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Ich bin total zufrieden mit unserer Leistung und habe eine richtig gute Rallye erlebt. Wir haben von Beginn an alles gegeben – am Ende hat es ‚nur‘ zu Rang vier gereicht. Sportlich wäre es sogar Platz drei gewesen, weil wir auf der Strecke unseren 8,8-Sekunden-Rückstand auf Kris Meeke auf den letzten knapp 70 Kilometern mehr als wettgemacht haben. Doch weil wir vor dem Mittagsservice am Sonntag zu spät eingecheckt haben, haben wir eine 10-Sekunden-Strafe kassiert. Die war nicht mehr gutzumachen, obwohl wir es ernsthaft versucht haben. Dass am Ende nur 5,9 Sekunden auf unser siebtes Podiumsresultat der Saison gefehlt haben, ist schade – wir haben dennoch Rang drei in der WM gefestigt. Alles in allem bin ich rückblickend zufrieden mit der Rallye Australien und freue mich auf die kommenden Rallyes in Frankreich, Spanien und Großbritannien.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Was für eine großartige Rallye. Was für ein traumhaftes Ergebnis. Und was für ein großer Triumph, so früh in der Saison alle drei Titel dingfest gemacht zu haben. Heute hat sich das Volkswagen Team einfach selbst übertroffen. Unsere Fahrer und Beifahrer mussten hier in Australien alles investieren, um auf das Podium zu fahren – haben dabei aber ebenso null Fehler gemacht wie das Team hinter ihnen. Man kann nicht stolzer auf die ganze Mannschaft sein, als ich es heute bin. Einen Titel zu verteidigen ist immer schwieriger, als ihn das erste Mal zu holen. Ein zweites Mal zu verteidigen ist eine noch größere Herausforderung. Dass unsere Mechaniker, Ingenieure, Fahrer, Beifahrer, Physiotherapeuten, Ärzte, Köche und Organisatoren wieder einmal Superlative geschaffen und in der Rallye-WM die schnellsten Titelentscheidungen aller Zeiten möglich gemacht haben, zeigt, was für ein außergewöhnliches Team wir haben. Ausnahmslos jeder ist hoch motiviert und Erfolg ist bei uns nie selbstverständlich. Aber wir können Feste auch feiern, wie sie fallen. Das werden wir heute ebenfalls nachweisen.“


Zahl der Rallye

86

31 Siege in 36 Rallyes – mit 86 Prozent Siegquote ist der Volkswagen Polo mit weitem Abstand das erfolgreichste Fahrzeugmodell der Rallye-WM-Geschichte, noch vor Rallye-Legenden wie dem Lancia Stratos und Delta, dem Audi quattro, Ford Focus, Peugeot 206 oder dem Subaru Impreza. Volkswagen hat zudem mit dem Polo R WRC weitere Meilensteine gesetzt: 467 von 668 möglichen Prüfungsbestzeiten gingen seit Januar 2013 an den 318 PS starken Allradler. 2013 und 2014 absolvierte er Saison-übergreifend mit zwölf Siegen in Folge die längste Erfolgsserie der Rallye-WM-Geschichte. Darüber hinaus feierte Volkswagen 2014 mit zwölf Siegen die meisten Triumphe einer Saison – ein Bestwert, den 2015 nur Volkswagen selbst noch einstellen kann.


Mittagsbericht

Das Rudel Wölfe.

 

Es könnte der Volkswagen Sonntag werden. Drei Titelgewinne und der Sieg bei der Rallye Australien sind anvisiert. Das zu feiern? Am liebsten einen Dreifachsieg. Doch dafür müssen Ogier, Latvala und Mikkelsen alles investieren, was sie haben. Ein Showdown.

 

Kris Meeke hat ein bisschen Respekt. „Die sind wie ein Rudel Wölfe“, sagt der Citroën-Fahrer über seine Gegner aus dem Volkswagen Lager. Es geht um den Sieg, um Podiumsplätze. Keiner hält sich zurück. Vollgas für die Top Vier. Drei Prüfungen bot der Sonntagmorgen in Down Under – und die „Vee-Dubs“ ein wahres Bestzeiten-Feuerwerk. Dreimal alle drei Polo R WRC vorn, dreimal in der Reihenfolge Ogier – Latvala – Mikkelsen. Ogier führt knapp vor Latvala, mit gerade einmal 7,3 Sekunden Vorsprung. Latvala ist Zweiter vor Meeke, mit gerade einmal 12,3 Sekunden Vorsprung. Und Meeke ist Dritter vor Mikkelsen, mit gerade einmal 4,2 Sekunden Vorsprung. Es wird ein wahrer Thriller bis zur Ziellinie. Ein Dreifachsieg für Volkswagen ist drin. Der Hunger danach ist groß, bei den „Wölfen“.

 

„Ich will hier gewinnen“, sagt Sébastien Ogier. „Aber wenn Jari-Matti derartig Gas gibt, bleibt uns auch nichts anderes übrig, als alles zu geben.“ Aber es geht nicht nur um den Sieg, es geht auch um die Titel. Das eine Volkswagen Duo will ihn frühzeitig gewinnen, das andere es tunlichst verhindern. Nebenbei ist die Doppelführung von Ogier und Latvala mehr als genug, um auch den Teamtitel zu sichern. 

 

Nach Stand der Dinge sieht es gut aus für eine Feier im Überschwang. Es könnte also der Volkswagen Sonntag werden. Aber bis es so weit ist, stehen noch 21,95 Kilometer auf „Bucca Long“ und 9,23 auf „Wedding Bells“ an. Und das ist nichts für schwache Nerven. Keep it going, Seb, Jari-Matti und Andreas.

Ergebnis nach WP 15: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2:41.41,1 Std.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +7,3 Sek.

3. Kris Meeke (Citroën) +19,6 Sek.

4. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +23,8 Sek.

5. Hayden Paddon (Hyundai) +42,2 Sek. 

 


Tag 3 in Australien.


Samstag, 12.09.2015


Tag 2 der Rallye Australien. Das Video.


Bilder Tag 2 (11)


Tageszusammenfassung

Führung nach Tag 2: Ogier auf Titelkurs.

 

So richtig gesehen hat ihn niemand. Erst im grellen Licht rund um die Ziellinie tauchte Sébastien Ogier mit seinem Polo R WRC plötzlich aus der Dunkelheit der Nacht auf, in die die zwölfte Wertungsprüfung am Samstagabend bereits gehüllt war. Dort musste er noch auf die Zieleinfahrt von Citroën-Konkurrent Kris Meeke warten, der bis dahin die Rallye Australien angeführt hatte. Doch dann stand fest: Ogier steht an der Spitze der Gesamtwertung in Down Under und hat damit einen wichtigen Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht.

 

Mit einer blitzsauberen Fahrt durch die letzte, bei völliger Dunkelheit ausgetragene Prüfung des Samstags machte Ogier 2,4 Sekunden Rückstand auf Meeke wett und übernahm mit 0,3 Sekunden Vorsprung die Gesamtführung. Fünf Prüfungen mit 68,76 gezeiteten Kilometern stehen am Sonntag noch an, bevor der zehnte Lauf der WRC-Saison 2015 endet. Gewinnt Ogier in Australien, sind er und sein Beifahrer Julien Ingrassia zum dritten Mal Weltmeister und Volkswagen Team-Champion.

 

Doch bis dahin werden Ogiers Verfolger alles daransetzen, die Titel-Entscheidung zu vertagen. Meeke liegt nur einen doppelten Wimpernschlag hinter Ogier. Sein Teamkollege Jari-Matti Latvala folgt mit nur 2,3 Sekunden Rückstand auf Meeke. Und Volkswagen Youngster Andreas Mikkelsen hat auf Platz vier ebenfalls nur 9,1 Sekunden Rückstand auf Ogier. „Sonntag wird ein wichtiger Tag“, sagte Ogier. Doch kein Wort über den möglichen Titelgewinn. Der Weltmeister weiß, dass eine Rallye erst zu Ende ist, wenn man die Podiumsrampe überquert hat.


Nur eines steht jetzt schon fest: Die Entscheidung bei der Rallye Australien 2015 wird jeder bestens sehen können. Alle vier Prüfungen am Sonntag werden bei feinstem Tageslicht ausgetragen.


Stand nach 12 von 17 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:20.51,8 Std.
2 K. Meeke / P. Nagle +0,3 Sek.
3 J. Latvala / M. Anttila +2,6 Sek.
4 A. Mikkelsen / O. Fløene +9,1 Sek.
5 H. Paddon / J. Kennard +19,4 Sek.
6 O. Tänak / R. Mõlder +39,1 Sek.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +1.03,9 Min.
8 D. Sordo / M. Martí +1.10,2 Min.
9 E. Evans / D. Barritt +3.15,1 Min.
10 N. Al-Attiyah / M. Baumel +8.30,4 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich bin nicht hier, um Zweiter zu werden.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Nach zwei Tagen an der Spitze zu sein, hätte ich bei diesen schwierigen Bedingungen nicht erwartet. Aus dem Grund bin ich mit der Ausgangsposition für den letzten Tag natürlich super glücklich. Dass Stéphane Lefebvre als erstes Auto vor mir gestartet ist, hat in jedem Fall geholfen. Vor allem im zweiten Durchgang konnte ich seiner Linie folgen. Dazu kam eine gute Reifenwahl am Morgen mit einem Mix aus weichen und harten Reifen. Für unser Team sieht es in Sachen Hersteller-Titel sehr gut aus. Aber natürlich wollen Julien und ich uns jetzt auch den Fahrer- und Beifahrer-Titel sichern. Wir können es schaffen, wenn wir vor Jari-Matti ins Ziel kommen – und das ist nur sicher, wenn wir gewinnen. Das ist das Ziel für den Finaltag. Es wird spannend, so viel steht fest.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Abstände zwischen den ersten vier Fahrern sind auch nach zwei Tagen minimal und somit wird alles am Sonntag entschieden. Wir haben uns auf jeden Fall eine gute Ausgangsposition erarbeitet, um morgen um den Sieg bei der Rallye Australien zu kämpfen. Nachdem wir gestern sogar geführt hatten, war heute nicht 100-prozentig unser Tag. Auf den langen ‚Nambucca‘-Wertungsprüfungen habe ich meinen Rhythmus nicht gefunden. Da hatte ich mir mehr erhofft. Alles in allem können wir aber zufrieden sein, morgen steht ein wahrer Thriller an. Und ich bin nicht hier, um Zweiter zu werden.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Insgesamt habe ich mich heute wieder an die Spitze herangearbeitet und habe Zeit gutgemacht. Vor allem am Morgen hatte ich ein gutes Tempo. Doch in der Nachtprüfung habe ich einiges davon wieder eingebüßt. Meine Scheinwerfer waren etwas zu tief eingestellt und zusammen mit dem in den Wäldern hängenden Staub war es sehr schwer, die Bremspunkte auszumachen. Unter diesen Bedingungen ist es dann nicht leicht, Boden gut zu machen. Aber: Wir sind noch mit im Geschäft und werden definitiv nicht aufgeben. Morgen liegt noch ein großer Rallye-Tag vor uns. Den wollen wir nutzen. Alles ist noch möglich.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Eines kann man unseren Fahrern definitiv nicht vorwerfen: zu wenig Einsatz zu zeigen. Vom allerersten bis zum letzten Meter am heutigen Tag haben sie einfach alles gegeben, um den Nachteil, die Route zu eröffnen, wieder wettzumachen. Das ist ganz großer Sport. Sie haben sich mit Mut und Leidenschaft in eine gute Ausgangsposition gebracht, auch am abschließenden Rallye-Sonntag mit um den Sieg zu kämpfen. Es wird bis zur letzten Sekunde spannend bleiben. Unser Ziel ist, alle drei Titel hier frühzeitig zu gewinnen – und das ist nach Stand der Dinge morgen möglich. Doch auch am Sonntag gilt: Alle im Team müssen noch einmal einen Null-Fehler-Job abliefern, damit wir am Ende etwas zu feiern haben.“


Zahl des Tages

0,004

Die knappe Führung von Sébastien Ogier von nur drei Zehntelsekunden – auf der abschließenden Nachtprüfung des Samstags erobert – bedeutet einen Vorsprung von gerade einmal 8,61 Metern, also zwei Fahrzeuglängen. Das entspricht 0,004 Prozent der bisher zurückgelegten Gesamtdistanz.


Mittagsbericht

#ShowDownUnder mit Crocodile Mikk und dem Bibendum.

 

Ein Monster von Prüfung. Und ein großes Ding von Andreas Mikkelsen. Warum der Crocodile Mikk in Sachen Sieg bei der Rallye Australien wieder im Geschäft ist.

 

Er war ein wenig ahnungslos. Seine Prüfung, ja die, die sei ganz gut gelaufen. Eigentlich perfekt. Mehr geht eigentlich nicht. Aber die Zeit, die wisse er grad nicht so genau. Knapp neun Sekunden schneller als der Doppelweltmeister, zwölf als der Rallye-Führende. „Dann war's okay“, sprach Andreas Mikkelsen. Und verschwand. Er hat einen Job zu erledigen, und er hat die nächste Wertungsprüfung stets im Visier. Und die ist ja bekanntlich immer die schwerste. 

 

Auch deshalb: Die Spitze ist noch enger zusammengerückt. Die Führung wechselt gefühlt im Minutentakt. Die hat zum Samstagmittag Kris Meeke im Citroën inne. 2,3 Sekunden liegt er vor Volkswagen Mann Jari-Matti Latvala. Der 1,6 vor Teamkollege Sébastien Ogier. Der wiederum 1,3 vor jenem Crocodile Mikk im dritten Polo R WRC. Und nicht zu vergessen: Lokalheld Hayden Paddon im Hyundai, der die Top Fünf komplettiert, die insgesamt weniger als zehn Sekunden auseinander liegen.

 

Und noch so eine Sache: Jene mit der Reifenwahl. Mit drei unterschiedlichen Strategien waren die Volkswagen Jungs unterwegs, alle auf ihre Art erfolgreich. Weltmeister Ogier mit drei weichen und zwei harten Michelins, Jari-Matti Latvala mit fünf harten, Andreas Mikkelsen mit vier harten und einem weichen. Am Nachmittag wird die Wahl nicht gerade leichter. Der zweite Durchgang des Monsters „Nambucca“ mit seinen 50,8 Kilometern gegen die Uhr wird bei prallster Sonne und ordentlicher Wärme ausgetragen, der zweite Durchgang von „Valla“ bei absoluter Dunkelheit und bei rapide abfallenden Temperaturen. Mal sehen, was das Michelin-Bibendum rät …

 

Ergebnis nach WP 10: 

 

1. Kris Meeke (Citroën) 1:48.35,2 Std.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +2,3 Sek.

3. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +3,9 Sek.

4. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +5,2 Sek.

5. Hayden Paddon (Hyundai) +9,3 Sek.


Tag 2 in Australien.


Freitag, 11.09.2015


Tag 1 der Rallye Australien. Das Video.


Bilder Tag 1 (10)


Tageszusammenfassung

Latvala im höchsten Gang.

 

Leckere Lachsnudeln gab’s für das Volkswagen Motorsport-Team Freitagmittag im Service Park in Coffs Harbour. Wer schafft, braucht Kraft, sagt ein Sprichwort. Was Jari-Matti Latvala und sein Beifahrer Miikka Anttila gegessen haben, muss allerdings etwas ganz Besonderes gewesen sein. Denn nach der Mittagspause des ersten Rallye-Tages in Australien lieferte das finnische Duo eine wahre Glanzleistung ab.

 

10,7 Sekunden betrug JMLs Rückstand nach der Vormittagsschleife mit vier Wertungsprüfungen auf den Gesamtführenden Kris Meeke, was Platz fünf für Latvala bedeutete. Dann schaltete er scheinbar mindestens einen Gang hoch und verkürzte mit drei Prüfungsbestzeiten im zweiten Durchgang des Tages nicht einfach nur den Rückstand auf Meeke, sondern übernahm damit auch die Gesamtführung. „Ich habe auf den ersten drei Nachmittagsprüfungen ordentlich gepusht“, sagte Latvala. „Das ging zwar auf Kosten der Reifen. Aber deswegen ein paar Sekunden auf der langen letzten Prüfung des Tages zu verlieren, hatten wir einkalkuliert.“

 

Unterdessen eröffnete der schnellste Straßenfeger der Welt erneut den Reigen der World Rally Cars auf den Schotterpisten Australiens. Als WM-Führender musste Sébastien Ogier stets als Erster auf die Strecke und diese von der dicke Staubschicht befreien. Weil das auf Kosten des Grips geht, war der zweimalige und aktuelle Weltmeister über weite Teile des Freitagmorgens einmal mehr „not amused“. Doch auch für ihn besteht kein echter Grund zur Sorge. Nur 4,6 Sekunden und zwei Plätze trennen Ogier von der Spitze der Gesamtwertung nach erst einem Drittel der Rallye. Da ist noch alles drin.

 

8,3 Sekunden hinter Ogier rangiert indes Andreas Mikkelsen als dritter Volkswagen Pilot auf Platz vier. Damit liegt er nur 12,9 Sekunden hinter Latvala, Meeke und Ogier. Vier Prüfungen mit 117,48 gezeiteten Kilometern stehen am Samstag in Down Under auf dem Plan, inklusive der Marathon-WP „Nambucca“ mit 50,8 Kilometern. Um 10:18 Uhr Ortszeit (UTC +10) geht das erste World Rally Car auf die Strecke. Und wer sitzt dann drin? Der schnellste Straßenfeger der Welt natürlich.


Stand nach 8 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 J. Latvala / M. Anttila +1:15.29,1 Std.
2 K. Meeke / P. Nagle +2,0 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +4,6 Sek.
4 A. Mikkelsen / O. Fløene +12,9 Sek.
5 D. Sordo / M. Martí +15,9 Sek.
6 H. Paddon / J. Kennard +25,5 Sek.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +37,2 Sek.
8 O. Tänak / R. Mõlder +40,2 Sek.
9 E. Evans / D. Barritt +2.21,8 Min.
10 L. Bertelli / L. Granai +3.37,9 Min.

Zahl des Tages

0,01

Und da waren dann noch die (nicht gerade) üblichen Verdächtigen. Denn am Donnerstagabend, unmittelbar nach dem zeremoniellen Start in Downtown Coffs Harbour und auf dem Weg zurück in den Servicepark, musste Andreas Mikkelsen mit seinem Polo R WRC einen unverhofften Stopp einlegen. Die örtliche Polizei hatte den WM-Dritten angehalten – zwecks Alkoholkontrolle. Mikkelsen passierte den Test ohne weitere Beanstandung. „Ich bin geradeso unterhalb des erlaubten Werts geblieben“, so der Norweger augenzwinkernd. Der liegt in Australien bei 0,01 Promille.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

Ein guter erster Rallye-Tag.


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Wir können mit dem ersten Tag in Down Under extrem zufrieden sein. Julien und ich haben alles gegeben, wir sind absolut am Limit gefahren. Die Strecken hier in Australien sind unglaublich schön, aber gleichzeitig extrem schwierig. Es liegt viel loser Schotter auf den Prüfungen, wodurch es für die zuerst startenden Autos sehr rutschig ist. Wir sind dadurch häufig so dicht am Limit gewesen, dass es auch mal knapp war zwischendurch. Trotzdem bin ich am Ende des ersten Tages wirklich glücklich mit unserer Platzierung. Mein Ziel hier ist immer noch der Sieg. Das wird nicht einfach, aber eine Chance haben wir immer. Morgen erwartet uns mit der 50 Kilometer langen ‚Nambucca‘-Prüfung erneut eine sehr harte Aufgabe – gleichzeitig aber auch die spektakulärste.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ein guter erster Rallye-Tag! Am Vormittag ging es vor allem darum, den Reifenverschleiß in Grenzen zu halten. Das Grip-Niveau war überraschend hoch, obwohl es durch den Staub auf der Oberfläche erst einmal rutschig war. Und somit auch der Abrieb mit den weichen Reifen. Noch dazu mussten die ersten Fahrzeuge die Strecke freifegen und das wirkte sich negativ auf die Zeiten aus. Über den Nachmittag habe ich den Rückstand wieder wettmachen können. Die Ausgangsposition ist natürlich gut, aber es warten noch einige Herausforderungen auf uns. Mit zweimal ‚Nambucca‘ stehen uns morgen die längsten Wertungsprüfungen der Rallye noch bevor.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wir haben heute alles gegeben, um in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben. Die Route gemeinsam mit meinen Teamkollegen zu eröffnen, gehörte auf den ersten drei Prüfungen heute zu den schwersten Aufgaben des Jahres. Leider habe ich mir schon auf dem ersten Kilometer am Morgen selbst ein Bein gestellt. Auf dem kurzen Asphalt-Stück habe ich meine Reifen etwas zu sehr rangenommen und musste den Rest der Vormittagsschleife deshalb etwas vorsichtiger fahren, als mir lieb war. Am Nachmittag haben wir ebenfalls alles gegeben, um vorn dabei zu bleiben, doch das Grip-Niveau wechselte permanent und war schwer einzuschätzen. Auf der letzten Prüfung haben wir durch sehr seltsames Handling viel Zeit verloren und werden im Abendservice überprüfen, was genau das Problem war. Nicht optimal, aber wir werden morgen wieder attackieren.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Hut ab vor unseren Fahrern. Sie haben heute alle drei herausragende Arbeit geleistet. Die Strecke hier speziell auf den ersten drei Wertungsprüfungen zu eröffnen, war keine leichte Sache. Auf dem losen Schotter war es schwierig, Top-Zeiten zu fahren und obendrein haben sie auch noch die Straßenkehrer für die nachfolgende Konkurrenz gespielt. Diese Ehre kommt den WM-Führenden nun einmal zu und wir gehen diese Herausforderung gern an. Die letzten Kilometer des Tages kam uns diese Rolle sogar entgegen, weil immer mehr hängende Staubwolken die Sicht für die Nachfolgenden etwas behinderten. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Zwischenstand. Unser Ziel, alle drei WM-Titel schon hier in Australien dingfest zu machen, ist derzeit in Reichweite. Aber es ist auch nur das: ein Zwischenstand. Wir müssen weiter als gesamtes Team akribisch arbeiten, um das Ziel zu erreichen. Wir freuen uns darauf.“


Mittagsbericht

Can’t you hear, can’t you hear the thunder?

 

In Australien ist alles ein bisschen entspannter. Die gastgebenden Menschen in Coffs Harbour jedenfalls sind es. Und nach den ersten vier WPs sind es die Volkswagen Piloten ebenfalls. Denn die schnellsten Straßenkehrer der Welt liegen als kompaktes Dreierpack innerhalb von 1,5 Sekunden auf den Plätzen vier bis sechs, die Spitze in Reichweite. Es hätte bei Weitem schlimmer kommen können. Aber es kam so.

 

Die neuen WPs „Utungun“, „Bakers Creek“ und „Northbank“ bereiteten Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen im Vorwege nämlich mittelschwere Kopfschmerzen. Die Schotterpisten bieten Grip – aber an den muss man erstmal rankommen. Denn obendrauf auf einer harten Lehmschicht liegt feiner, loser Schotter. Und das nicht wenig. Wer die Route eröffnen darf, spielt den Straßenkehrer für die Nachfolgenden. Mit jedem World Rally Car wird die Piste schnelle und schneller. Und als WM-Erste, -Zweite und -Dritte durften die Volkswagen Boys die unberührten Sonderprüfungen im Rallye-Tempo erstmal putzen.

 

„Volle Attacke – uns bleibt ja nichts anderes übrig“, beschreibt Sébastien Ogier seinen Fahrstil entsprechend, um gegen die weit hinten startende Konkurrenz nicht allzu alt auszusehen. Aber da wäre noch etwas: Weil weiche Michelin-Reifen mehr Haftung bieten, galten sie unter den Rallye-WM-Piloten als cleverste Wahl für die Vormittagsschleife. Doch die nutzten sich ziemlich schnell ab. Volkswagens Schnellster, Andreas Mikkelsen, der auf Platz vier 10,3 Sekunden hinter dem Führenden Kris Meeke (Citroën, als Sechster auf der Strecke) rangiert, machte in dieser Hinsicht einen kleinen Fehler. „Ich habe meine Reifen auf dem Asphaltstück der ersten WP etwas zu sehr beansprucht – von da an musste ich viel vorsichtiger sein, als ich vorhatte, ärgerlich“, so der Norweger. „Das bisschen Querstehen dort hat gereicht.“ Und dieses Asphaltstück, das „Utungun“ und damit die Rallye eröffnete, ist etwa nur einen Kilometer lang ...

 

Im wohl berühmteste Popsong in der Geschichte Australiens heißt es im Refrain: „Can’t you hear, can’t you hear the thunder?“ – Könnt ihr schon den Donner hören? Und: „You’d better run, you’d better take cover“. Also auf und davon und besser in Deckung gehen. Denn am Nachmittag kommen Volkswagens „Men at Work“ – und versuchen, den Rückstand aufzuholen. Volle Attacke. Und hoffentlich ohne Straßenkehrerei.

 

Ergebnis nach WP 4: 

 

1. Kris Meeke (Citroën) 38.06,7 Min.

2. Dani Sordo (Hyundai) +3,3 Sek.

3. Hayden Paddon (Hyundai) +7,0 Sek.

4. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +10,3 Sek.

5. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +10,7 Sek.

6. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +11,8 Sek.


Tag 1 in Australien.


Donnerstag, 10.09.2015


Bilder Eröffnungstag (8)


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Mein Polo wäre fast auf dem Dach gelandet.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Für mich ist die Rallye Australien immer ein Highlight. Am Wochenende vor der Rallye habe ich etwas Zeit in Sydney verbracht. Die Stadt ist toll und die Menschen dort sind wie generell in Australien sehr freundlich und entspannt. Für uns Europäer sind zudem Natur und Tierwelt einzigartig. Nirgendwo sonst haben wir schließlich Kängurus und Koalas als Zuschauer – hoffentlich bleiben sie in den grünen Sicherheitszonen! Die Prüfungen hier an der Gold Coast sind auch dieses Jahr wunderschön. Besonders die 50 Kilometer lange ‚Nambucca‘-Prüfung wird eine Herausforderung. Im Shakedown hatte ich einen Schreckmoment, wobei der Polo fast auf dem Dach gelandet wäre. In einer engen Rechtskurve bin ich etwas zu weit nach innen gekommen. Dadurch fuhr ich plötzlich wie ein Stuntfahrer nur noch auf zwei Rädern, glücklicherweise konnte ich die Situation aber mit einer Lenkkorrektur entschärfen. Insgesamt bin ich gut drauf und hoffe, mit einem guten Ergebnis den WM-Titel hier in Australien klarzumachen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Wir haben den Shakedown heute auch zum Testen der speziellen Bedingungen hier in Australien genutzt, weil es im Vorfeld keine Möglichkeiten dazu gab. So konnten wir in den insgesamt fünf Durchgängen noch ein paar Dinge ausprobieren, die das Set-up betreffen. Mit der Zeit, die ich zum Schluss absolviert habe, war ich dann auch zufrieden. Es liegt eine ziemliche Staubschicht auf der Strecke und das macht es speziell für die von vorn startenden Fahrzeuge mit Sicherheit nicht einfacher. Alles in allem bin ich mit dem Vormittag zufrieden. Generell ist es immer wieder schön, in Australien zu sein, und ich freue mich sehr, dass es heute Nachmittag nach dem zeremoniellen Start endlich losgegangen ist und morgen die ersten Prüfungen anstehen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich freue mich richtig auf die Rallye Australien. Ich habe sie schon immer gemocht und von den vier ausstehenden Rallyes in dieser Saison habe ich hier wohl die größte Chance auf meinen allerersten Sieg. Ich habe in diesem Jahr ausreichend Erfahrung, zudem sind die Prüfungen am Freitag für alle neu – was mir normalerweise entgegenkommt. Der Wechsel zurück in den Schotter-Modus verlief binnen Sekunden – das Gefühl für den Polo war unter diesen Bedingungen sofort da und ich habe mich auf der Stelle wohlgefühlt. Die Aufgabe ist am Wochenende mit einer so frühen Startposition allerdings alles andere als leicht – wenngleich ein kleines bisschen leichter als für meine Teamkollegen. Mit jedem World Rally Car wird die Strecke schneller und schneller und als erste drei Autos auf den Prüfungen haben wir eine echte Herausforderung vor uns. Aber der stellen wir uns natürlich gern.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Australien ist immer etwas Besonders. Die Wertungsprüfungen sind mit nichts anderem in der Rallye-WM zu vergleichen, der ganze Tross hatte eine lange Anreise und erlebt einen extrem positiven Kulturschock. Die Menschen begegnen uns hier mit einer großen Freundlichkeit und Gelassenheit. Keine Frage: Wir mögen die Rallye Australien. Die 2015er-Ausgabe könnte aber einen besonderen Platz bekommen, denn die Titelverteidigung in allen drei Wertungen ist für uns möglich – wenn wir einen guten Job machen. Ich kann verraten: Jeder im Team ist wie immer hoch motiviert und steht unter positiver Spannung, das große Ziel schon hier erreichen zu wollen.“


Shakedown-Bericht

Schnell, schnell, schnell.

 

Bestzeiten für Ogier, Mikkelsen und Latvala beim Shakedown der Rallye Australien. Das klingt wie die logische Fortsetzung des Dreifacherfolgs für das Volkswagen Trio bei der Rallye Deutschland. Einfach machen es der WRC-Lauf auf dem fünften Kontinent und der Wechsel von Asphalt zurück auf Schotter aber niemandem. Beim „Freien Training“ stellte es Weltmeister Ogier im Polo R WRC in einer Kurve kurzzeitig und absolut spektakulär auf zwei Räder. Ein kleiner Vorgeschmack auf den wahren Charakter der Rallye. Die Shakedown-Bestzeit holte sich Ogier trotzdem, gefolgt von Mikkelsen und Latvala. Schnell, schnell, schnell aus Sicht von Volkswagen. So darf es gern bleiben, wenn am Freitag die wahre Action mit den ersten 125,12 von insgesamt 311,36 Prüfungskilometern beginnt.

 

Die 2015er-Ausgabe der Rallye Australien könnte zudem das größte Highlight der aktuellen Saison für Volkswagen werden. Denn die Titelverteidigung in allen drei Wertungen ist möglich. Dazu genügt es, dass Ogier den Vorsprung auf seine Teamkollegen verteidigt. Gleiches gilt für Volkswagen gegenüber Hyundai, Citroën und M-Sport-Ford. Neben den vielen Möglichkeiten für eine erfolgreiche Titelverteidigung lautet die einfachste Formel indes: Gewinnen Ogier und sein Beifahrer Julien Ingrassia in Down Under, sind die WM-Titelentscheidungen in der Fahrer-, Beifahrer- und Hersteller-Wertung gefallen. Und dazu sind Ogier und Ingrassia im Polo R WRC am besten einfach schnell, schnell, schnell ...

 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.49,4 Min.

2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 2.50,5 Min.

3. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.51,0 Min.

4. Kris Meeke (Citroën) 2.51,5 Min.

5. Thierry Neuville (Hyundai) 2.51,6 Min.


Eröffnungstag in Australien.


Dienstag, 08.09.2015


Was wäre, wenn …

Bei der Rallye Australien könnte Volkswagen alle drei Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft frühzeitig dingfest machen. Doch unter welchen Voraussetzungen? Wir geben einen Überblick. Was wäre, wenn …

… in der Fahrer- und Beifahrer-WM.
Derzeit bereits 93 Punkte Vorsprung – Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben es in Australien selbst in der Hand, den dritten WM-Titel in Fahrer- und Beifahrer-Wertung zu gewinnen. Um diesen Traum wahr zu machen, genügt es, einen 84-Zähler-Vorsprung auf Latvala/Anttila und Mikkelsen/Fløene zu wahren. Nur die drei Volkswagen Fahrer/Beifahrer-Paarungen können 2015 noch Champions werden. Weniger als neun Zähler auf Latvala/Anttila zu verlieren – dazu müssten Ogier/Ingrassia in Down Under bei einem Latvala-Sieg wenigstens Zweite werden und zusätzlich einen Punkt in der Powerstage sammeln. Landen sie vor Latvala/Anttila ist ihnen der Titel ohnehin nicht mehr zu nehmen. Angesichts eines Rückstands von derzeit 109 Punkten sind die Titelchancen von Mikkelsen/Fløene eher akademischer Natur.

… in der Hersteller-WM.
139 Punkte sind es, 129 müssten es bleiben – dann hat Volkswagen den dritten Hersteller-Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft in Folge schon in Australien gesichert. Um diesen Vorsprung zu verteidigen, „genügt“ entweder ein Sieg durch Jari-Matti Latvala oder durch Sébastien Ogier – oder Platz zwei plus Platz vier durch beide gemeinsam, einen Sieg der direkten Konkurrenten von Hyundai vorausgesetzt.


Montag, 07.09.2015



Freitag, 04.09.2015


Hintergrund

Neues aus dem Volkswagen Team.

 

+++ Ein neuer Chefmechaniker für Andreas Mikkelsen und Ola Fløene: Yari Mitschinelli übernimmt diesen Job für die derzeitigen WM-Dritten ab der Rallye Australien. Mitschinelli fungierte bereits in den vergangenen drei WM-Jahren als Mechaniker des Duos. Artur Wronski, der bisher der Chefmechaniker der Norweger war und bereits mit Volkswagen die Rallye Dakar gewann, übernimmt künftig die Leitung des Testteams. +++

+++ Lediglich einen einmaligen Tausch der Chefmechaniker stellt die Rallye Australien für Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila dar. Der Service an ihrem Polo R WRC wird nur in Down Under von oben genanntem Artur Wronski zusammen mit Latvalas und Anttilas Stammmechanikern übernommen. Jose Azevedo, der seit Jahren treu an der Seite von Latvala/Anttila steht und weiter stehen wird, ist aus gutem Grund verhindert. Als Pate ist er während der Rallye Australien in seiner Heimat Portugal bei der Taufe seines Neffen unabkömmlich. +++


Zahl der Rallye

76,9 Prozent

Volkswagen reist mit schönen Erinnerungen nach Australien. Im vergangenen Jahr feierte die Mannschaft den Titelgewinn in der Hersteller-Wertung der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) frühzeitig in Coffs Harbour. 2015 könnte das gleiche Kunststück gelingen – und damit der Rekord vom vergangenen Jahr eingestellt werden. Damals stand Volkswagen nach 10 von 13 Rallyes frühzeitig als Hersteller-Champion fest – die früheste Entscheidung in der Rallye-WM-Geschichte. Auch 2014 bildet der WM-Lauf in Down Under den zehnten von 13 Läufen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die Rallye Australien ist einzigartig.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich liebe die Rallye Australien, sie ist etwas ganz Besonderes. Da es eine Übersee-Rallye ist, gibt es etwas weniger Trubel als beispielsweise zuletzt beim Heimspiel von Volkswagen in Deutschland. Es ist also ein bisschen intimer, und das gefällt mir. Außerdem sind die Wertungsprüfungen in Australien sehr schön zu fahren, ich habe dabei immer sehr viel Spaß im Auto. Im vergangenen Jahr war es ein toller Zweikampf zwischen Jari-Matti Latvala und mir, am Ende lagen wir lediglich 6,8 Sekunden auseinander. Auch in diesem Jahr erwarte ich packende Duelle mit meinen Teamkollegen. Und wir reisen mit einem perfekten Teamergebnis im Koffer nach Down Under. Die Rallye Deutschland war einfach fantastisch und definitiv ein Highlight der Saison. Nun wollen wir natürlich das nächste Highlight folgen lassen. Das große Saisonziel ist logischerweise die Titelverteidigung. In Australien haben wir einen weiteren Matchball. Neben der Hersteller-Wertung mit Volkswagen können wir auch die Fahrer- und Beifahrer-Meisterschaft vorzeitig für uns entscheiden. Wir werden alles dafür geben – im Optimalfall mit einem perfekten Teamergebnis.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Australien ist einzigartig. Die Wälder, der Hafen, einfach die ganze Atmosphäre. Diese erinnert eher an Urlaub, aber das wird es für das Team und mich natürlich nicht. Klar, vor der Rallye werden wir uns ein bisschen in Coffs Harbour und Umgebung akklimatisieren. Wenn es losgeht, müssen und werden wir aber hellwach und auf den Punkt konzentriert sein. Ich mag die schnellen und flüssig zu fahrenden Wertungsprüfungen in Australien. Vor allem die Kombination aus breiten und engen Straßen durch den Wald und auf freiem Gelände. Das ist ein bisschen wie bei der Rallye Finnland – und die liegt mir bekanntlich ganz gut. Dann geht es auf anderen Teilen mit Vollgas nah an großen Bäumen entlang, auch das gefällt mir sehr. Aber Vorsicht: Die Oberfläche ist anders als in den europäischen Wäldern. Das Auto muss optimal darauf eingestellt sein. In Australien ist eine Fahrzeugabstimmung zwischen Rallye Mexiko und Rallye Finnland gefragt. Wir haben dafür also gute Erfahrungswerte, die wir nutzen werden. Ich bin sehr zuversichtlich für Australien. Vergangenes Jahr war es knapp zwischen Sébastien Ogier und mir. Auch in diesem Jahr möchte ich um den Sieg kämpfen, das ist das Ziel.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Nach der erfolgreichen Rallye Deutschland sind wir mit dem Polo zurück auf Schotter – und darauf freue ich mich. Die Rallye Australien ist eine meiner Lieblingsrallyes. Ich mag die Wertungsprüfungen und die unterschiedlichen Herausforderungen. In den Wäldern sind beispielsweise viele blinde Einlenkpunkte dabei. Das erfordert zum einen viel Fahrgefühl und zum anderen eine ordentliche Portion Mut. Es ist alles andere als einfach und man kann sich mit einem noch so kleinen Fehler die ganze Rallye ruinieren. Vergangenes Jahr in Australien gab es den ersten Dreifach-Erfolg für Volkswagen. Das war ein großartiges Team-Ergebnis und hat gezeigt, wie konkurrenzfähig wir in Down Under sind. Mit dem dritten Platz war ich sehr zufrieden. Dazu haben Ola und ich sehr gute Zeiten hingelegt, ich bin also auf jeden Fall zuversichtlich. In Australien habe ich eine gute Chance, erstmals in der Rallye-WM einen Lauf zu gewinnen. Und das ist nach wie vor ein Ziel, das ich lieber heute als morgen erreichen möchte. Also: Auf geht’s!“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Den Schwung, den uns der Heimsieg gegeben hat, wollen wir natürlich nach Australien mitnehmen, auch wenn die Bedingungen in Down Under ganz andere sein werden. Bei der Rallye Australien verfolgen wir unser Ziel deshalb wieder mit großer Konzentration und nach sorgfältiger Vorbereitung: Wir möchten gerne alle drei Titel frühzeitig unter Dach und Fach bringen – und wir haben realistische Chancen darauf, das zu schaffen. Dazu müssen wir jeweils den Vorsprung verteidigen, den wir uns bisher erarbeitet haben. Aber: Das klingt einfacher, als es ist. Gefragt ist wieder ein ‚Null-Fehler-Job‘, um am Ende erfolgreich zu sein. Wenn wir den abliefern, stehen die Chancen gut, in Australien etwas Großes feiern zu können.“