Rallye Großbritannien.

12. bis 15. November 2015.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Großbritannien 2015. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der Ortszeit, UTC (Stand: 09.08.2015).

 

Donnerstag, 12. November 2015

08:00   Shakedown (Clocaenog), 180 Min. 03,32 km
18:30   Start (Llandudno)  

Freitag, 13. November 2015

09:27 WP 01 Hafren 1 32,14 km
10:10 WP 02 Sweet Lamb 1 03,33 km
10:27 WP 03 Myherin 1 30,23 km
13:29 WP 04 Hafren 2 32,14 km
14:12 WP 05 Sweet Lamb 2 03,33 km
14:29 WP 06 Myherin 2 30,23 km

Samstag, 14. November 2015

07:29 WP 07 Gartheiniog 1 11,34 km
07:56 WP 08 Dyfi 1 25,86 km
09:38 WP 09 Gartheiniog 2 11,34 km
10:05 WP 10 Dyfi 2 25,86 km
11:53 WP 11 Dyfnant 1 19,02 km
12:51 WP 12 Aberhirnant 1 13,91 km
14:31 WP 13 Chirk Castle 02,06 km
18:25 WP 14 Dyfnant 2 19,02 km
19:23 WP 15 Aberhirnant 2 13,91 km

Sonntag, 15. November 2015

08:26 WP 16 Brenig 1 10,64 km
08:52 WP 17 Alwen 10,41 km
10:20 WP 18 Great Orme 04,74 km
12:08 WP 19P Brenig 2 10,64 km
14:15   Siegerehrung (Deeside)  

Sonntag, 15.11.2015


Bilder Tag 3 (10)


Zusammenfassung

Ogier siegt in Wales.

 

„Mein Sieg ist nach den Ereignissen an diesem Wochenende eher nebensächlich, was in Paris geschehen ist, ist einfach zu schrecklich. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.“ Sébastien Ogier war im Ziel der Rallye Großbritannien so gar nicht zum Feiern zumute. Die Terroranschläge in seiner Heimat gaben auch kaum Anlass dazu. Auf dem Podium hielten die Beteiligten bei einer Schweigeminute inne, in ihren Händen die Tricolore. Das regnerische Wetter machte das Bild noch trister als ohnehin schon war. #PrayForParis – unter diesem Motto stand das ganze Wochenende in Wales.

 

Es war Ogiers achter Saisonerfolg bei der 13. Rallye des Jahres. Für Volkswagen war es der 12. Sieg. So erfolgreich war noch kein anderer Hersteller vor den Wolfsburgern. Der Polo R WRC überschritt zudem bereits am Samstag in Wales die Marke von 500 WP-Siegen. Am Sonntag setzte Volkswagen noch einen (bzw. vier) drauf und kommt somit derzeit auf 504 Siege mit dem Polo. 15 von möglichen 19 WP-Siegen gingen in Wales an Volkswagen. Und das an einem Wochenende, das von schweren Regenfällen geprägt war. Die Folgen waren durchnässte und rutschige Schotterpisten, die vielen Top-Fahrern zum Verhängnis wurden.

 

Jari-Matti Latvala holte sich den Sieg in der abschließenden Powerstage. Für den Finnen in Diensten von Volkswagen war es an den ersten beiden Tagen überhaupt nicht gelaufen. Am Freitag baute er nach nur zwei WPs einen Unfall und fand sich mit seinem Polo neben der Strecke im Matsch wieder. Am Samstag streikte dann das Getriebe seines Polo, was ebenfalls das Aus für den Tag bedeutete. Völlig anders lief es einen Tag später: Am Sonntag ging Latvala wieder an den Start und war unschlagbar. Die drei Extra-Punkte in der Powerstage ließ er sich nicht nehmen, der (inoffizielle) Vize-Weltmeistertitel geht damit auch dieses Jahr an den Finnen.

 

Andreas Mikkelsen beendete die Rallye und die Saison als Gesamtdritter. In der Powerstage sicherte er sich mit dem zweiten Platz zwei zusätzliche WM-Punkte. „Ich habe zum Schluss noch einmal ein bisschen mehr Gas gegeben, das war zwei zusätzliche Punkte wert!“, sagte Mikkelsen und resümiert: „Es war eine tolle Saison für uns!“


Endstand nach 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:03.02,0 Std.
2 K. Meeke / P. Nagle +26,0 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +36,2 Sek.
4 D. Sordo / M. Martí +2.51,3 Min.
5 H. Paddon / J. Kennard +3.00,5 Min.
6 E. Evans / D. Barritt +3.09,1 Min.
7 M. Østberg / J. Andersson +4.28,4 Min.
8 S. Lefebvre / S. Prévot +5.38,4 Min.
9 R. Kubica / M. Szczepaniak +6.22,7 Min.
10 L. Bertelli / L. Granai +8.05,0 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Der erfolgreiche Abschluss einer nahezu perfekten Saison.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Eine schwierige Rallye geht für Julien und mich zu Ende. Wir möchten diesen Sieg bei der Rallye Großbritannien heute den Opfern der schrecklichen Terroranschläge von Paris widmen. Für uns persönlich ist es auch ein kleines Zeichen, nicht aufzugeben und sich dem Willen einiger Weniger zu beugen. Ich glaube, dieses Gefühl hat die gesamte Rallye-WM-Familie zum Ausdruck gebracht. Aus sportlicher Sicht ist das Ergebnis für uns der erfolgreiche Abschluss einer nahezu perfekten Saison. Ohne den großartigen Zusammenhalt und die fantastische Arbeit aller im Volkswagen Team wäre das nicht möglich gewesen – vor allem ihnen gilt Juliens und mein Dank. Im kommenden Jahr wird es allerdings sehr, sehr schwer sein, solch eine Serie zu wiederholen. Die Konkurrenz schläft nicht, unsere Gegner werden sicher alles tun, um den Abstand zu verkürzen. Der Schlusstag hier in Wales verlief ohne Probleme für uns. Im Unterschied zu Spanien habe ich diesmal bei der Powerstage nichts mehr riskiert. Angesichts der auch heute schwierigen Bedingungen war das die beste Strategie.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Generell war es kein leichtes Wochenende. Durch die Anschläge in Paris ist das Sportliche klar in den Hintergrund gerückt. Heute lief es so, wie ich mir das von Anfang an vorgestellt hatte. Ich hatte einen guten Rhythmus und es hat richtig Spaß gemacht. Noch dazu habe ich die Powerstage gewonnen, das ist mir dieses Jahr auch noch nicht so oft gelungen. Umso ärgerlicher trotzdem, dass mein Wochenende vorbei war, bevor es eigentlich richtig angefangen hatte. Die Rallye Großbritannien war ein bisschen ein Spiegelbild meiner Saison 2015. Dennoch nehme ich das Positive mit, ich bin zum zweiten Mal in Folge Vizeweltmeister und habe in der zweiten Hälfte der Saison sehr gute Ergebnisse eingefahren. Das ist eine gute Ausgangsbasis für das kommende Jahr. Jetzt werde ich erst mal eine Auszeit nehmen und mich dann intensiv auf die Saison 2016 vorbereiten.“


Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Noch einmal auf dem Podium zu stehen, ist natürlich ein großartiger Abschluss einer fantastischen Saison, die mir angesichts meines ersten Siegs bei der Rallye Spanien immer in Erinnerung bleiben wird. Damit, wie dieses Top-3-Resultat hier in Großbritannien zustande gekommen ist, sind wir zufrieden. Am Samstagmorgen hatte ich nur einen Ersatzreifen mitgenommen, um Druck auf die Spitze zu machen, hatte aber schon auf der zweiten Prüfung des Tages einen Reifenschaden und einen schleichenden Plattfuß. Danach haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Ich habe das Fahren sehr genossen, auch wenn die Bedingungen natürlich extrem schwierig waren. Hut ab vor den Fans und Streckenposten, die bei diesem unwirtlichen Wetter an den Strecken ausgeharrt haben. Ich hoffe, dass wir ihnen eine gute Show geliefert haben.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Auch wenn uns heute nicht zum Feiern zumute ist, war die Rallye in Wales die Krönung einer großartigen Saison. Mit zwölf Siegen, drei verschiedenen Volkswagen Siegerduos und mehr Podiumsplätzen als zuvor war es das erfolgreichste Jahr, das wir je hatten. Und das mit dem Polo R WRC zweiter Generation erreicht zu haben, macht uns stolz. Denn nicht nur die Fahrer und Beifahrer haben in dieser Saison einen herausragenden Job gemacht, sondern auch die Ingenieure und Mechaniker, die ein in weiten Teilen neues World Rally Car an den Start gebracht haben. Auch bei der Kommunikation und der Vermarktung der Erfolge in der Rallye-WM haben wir neue Höhen erreicht. Wir haben uns wieder in allen Abteilungen verbessert, sehen aber überall noch Luft nach oben. Nicht erst heute haben wir mit der Vorbereitung der kommenden 2016er-Saison begonnen. Schon in 70 Tagen werden wir am Start der ersten Wertungsprüfung der ‚Monte‘ stehen. Dann beginnen wir wieder mit null Punkten – das Selbstbewusstsein von neun Titeln in drei Jahren werden wir aber mitnehmen.“


Zahlen der Saison

12 und 26

26 Podiumsplätze in 13 Rallyes, darunter zwölf Siege – die Saison 2015 geht als bislang erfolgreichste für Volkswagen in die Geschichte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) ein. 


Tag 3 in Großbritannien.


Samstag, 14.11.2015


Tag 2 der Rallye Großbritannien. Das Video.


Bilder Tag 2 (14)


Tageszusammenfassung

Bei Tag und Nacht: Fehlerfreier Ogier baut Führung aus.


Lediglich für einen kurzen Moment musste Sébastien Ogier mit seinem Beifahrer Julien Ingrassia am zweiten Tag der Rallye Großbritannien um die Führung bangen. Rund 30 Sekunden hatte das Volkswagen Duo auf der elften Wertungsprüfung eingebüßt, als es für den verunfallten Thierry Neuville angehalten hatte, um sich nach dessen Gesundheitszustand zu erkundigen. Nachdem der Hyundai-Pilot grünes Licht gegeben hatte, ging es zwar weiter, die Führung hatte das französische Duo zu diesem Zeitpunkt allerdings eingebüßt. 

 

Nur kurze Zeit später aber stand fest: Dem Volkswagen Piloten würden die rund 30 Sekunden, die er bei diesem Manöver verloren hatte, gutgeschrieben. Somit hatte Seb sowohl seine Führung als auch seinen Vorsprung wieder zurück und wusste diesen auch in der Folge Stück für Stück auszubauen – den schwierigen Bedingungen auf regennasser Piste zum Trotz. „Die Strecke ist wirklich sehr schwierig zu fahren, teilweise steht das Wasser schon sehr hoch. Aber das geht allen Fahrern so“, berichtete Ogier.

 

Leichter wurde es auch am Abend nicht: Der Regen ließ nicht nach, hinzu kam, dass die beiden abschließenden Wertungsprüfungen in der Dunkelheit absolviert wurden. Doch auch dort behielten die Volkswagen Fahrer den Durchblick. Sowohl „Dyfnant 2“ (Andreas Mikkelsen) als auch „Aberhirnant 2“ (Ogier) gingen nach Wolfsburg und so erreichte der Polo R WRC einen weiteren Meilenstein. Von 713 möglichen Bestzeiten schlagen nun satte 500 Prüfungsbestzeiten für den Hersteller aus Niedersachsen zu Buche.

 

Somit geht Ogier auch mit einem beruhigenden Vorsprung von 35,7 Sekunden auf den härtesten Konkurrenten, Kris Meeke (Citroën), in den letzten Wertungstag der Saison 2015. Und auch das zweite Volkswagen Duo Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) befindet sich vor dem finalen Tag noch in Lauerstellung. Nach 15 von insgesamt 19 Wertungsprüfungen belegen sie den dritten Rang, 24,7 Sekunden fehlen zu Meeke.

 

Nicht so gut hingegen lief es für das dritte Duo. Wie bereits am Freitag waren Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) auch an Tag zwei der Rallye in Wales vom Pech verfolgt. Erneut war der Tag für die Finnen nach nur wenigen Kilometern beendet. Aufgrund eines Problems mit dem Getriebe mussten die dreimaligen Saisonsieger ihren Polo R WRC nach der zweiten Wertungsprüfung abstellen. Morgen wird das Duo aus Finnland erneut unter Rallye-2-Reglement an den Start gehen.


Stand nach 15 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:40.25,2 Std.
2 K. Meeke / P. Nagle +35,7 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +1.00,4 Min.
4 O. Tänak / R. Mõlder +2.41,1 Min.
5 D. Sordo / M. Martí +2.55,8 Min.
6 H. Paddon / J. Kennard +3.13,9 Min.
7 E. Evans / D. Barritt +3.18,3 Min.
8 M. Østberg / J. Andersson +4.21,9 Min.
9 S. Lefebvre / S. Prévot +5.32,6 Min.
10 R. Kubica / M. Szczepaniak +6.31,8 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ein besonders harter und ereignisreicher Tag.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Es ist ein sehr trauriger Tag, unsere Gedanken sind bei den Opfern der schrecklichen Anschläge von Paris. In solch einem Moment wird einem sehr schnell bewusst, wie zweitrangig das ist, was man selbst gerade tut. Julien und ich haben trotzdem heute Morgen beschlossen, die Rallye weiterzufahren. Wir glauben, dass es die richtige Entscheidung ist, statt aufzugeben – und damit dem Willen der Täter zu folgen. Natürlich war es sehr schwierig, sich heute auf das Rallye-Fahren zu konzentrieren. Dazu waren die äußeren Bedingungen nicht einfach, sehr rutschig, teilweise mit sehr viel stehendem Wasser auf der Strecke. Auf der elften Prüfung musste ich stoppen, weil Thierry Neuville nach seinem Unfall die Strecke blockierte. Die 30 Sekunden Zeitverlust wurden uns aber wieder gutgeschrieben.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Ein wenig hat sich die Geschichte von gestern wiederholt, nur in diesem Fall war es nicht meine Schuld. Wir waren wieder gut unterwegs, doch diesmal hatten wir in Wertungsprüfung acht nach ungefähr zehn Kilometern einen Schaden am Antriebsstrang. Dadurch haben wir in der Prüfung allein eine Minute verloren und mussten kurz danach aufgeben. Es hätte so einfach keinen Sinn gemacht. Meinen Mechanikern will ich noch mal für die Arbeit an meinem Polo R WRC danken. Ohne sie wäre ich schon heute nicht mehr im Rennen gewesen. Jetzt liegt der ganze Fokus auf der morgigen Powerstage.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Das war nicht nur ein richtig langer Tag, das war auch ein besonders harter und ereignisreicher. Aber auch einer, mit dem wir am Ende sehr zufrieden sind. Wir hatten uns am Morgen dazu entschlossen, nur einen Ersatzreifen mitzunehmen. Aber auf der zweiten Prüfung am Morgen haben wir auf einer Geraden einen harten Schlag gespürt. Wir konnten nicht sehen, was es war – ein Loch oder ein Stein. Dadurch hatten wir einen Reifenschaden und einen schleichenden Plattfuß. Dazu hatten wir noch einen beschädigten Stoßdämpfer. Alles in allem hat uns das ein paar Sekunden gekostet. Nach dem Mittagsservice standen zudem die beiden Nachtprüfungen an, die schon bei Tag wegen des ständig wechselnden Grip-Niveaus alles andere als leicht waren. Aber bei Nacht ...? Wir sind froh, diesen Marathon-Tag hinter uns gebracht zu haben und weiter auf Podiumskurs zu liegen. Morgen am Ende der Saison noch mal auf dem Treppchen zu stehen, wäre ein großartiger Abschluss.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Der zweite, sehr lange Tag bei der Rallye Großbritannien hat nicht nur Fahrer und Beifahrer an die Leistungsgrenzen gebracht, sondern auch das gesamte Team stark gefordert. Jeder in der Mannschaft hat heute einen herausragenden Job gemacht. Platz eins für Sébastien Ogier und Julien Ingrassia ist ebenso eine Belohnung dafür wie der dritte von Andreas Mikkelsen und Ola Fløene. Allerdings müssen wir diesen guten Zwischenstand morgen erst noch in ein zählbares Ergebnis ummünzen. Ich bin aber zuversichtlich, dass das Team das schaffen wird – wenn wir weiter so gewissenhaft arbeiten.“


Zahl des Tages

500

Dank sechs weiterer Bestzeiten durch die beiden Volkswagen Duos auf den neun Wertungsprüfungen des Tages hat das 318 PS starke World Rally Car aus Wolfsburg nun exakt 500 Prüfungsbestzeiten auf dem Konto – aufgestellt in den 713 Wertungsprüfungen seit seinem ersten Start bei der Rallye Monte Carlo 2013.


Mittagsbericht

Ogier trotzt dem Schlamm.


Sébastien Ogier ist bei der Rallye Großbritannien weiterhin der Mann, den es zu schlagen gilt. Der Volkswagen Fahrer führt nach 13 von insgesamt 19 Wertungsprüfungen überlegen vor seinem größten Widersacher Kris Meeke (Citroën) und 57,1 Sekunden vor seinem Markenkollegen Andreas Mikkelsen. Ogier konnte seinen Vorsprung im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppeln. Die Bedingungen waren am Samstag aber keineswegs einfacher. Starke Regenfälle hatten die ohnehin schon nassen Schotter-Pisten noch weiter aufgeweicht.

 

Die Folge: Nach jeder Durchfahrt eines WRC-Autos wurden die Spurrinnen tiefer und füllten sich mit noch mehr Wasser. Aquaplaning-Gefahr! Wie folgenschwer das sein kann, musste Hyundai-Pilot Thierry Neuville schmerzlich erfahren. Er kam auf der elften Wertungsprüfung Dyfnant 1 von der Linie ab, prallte gegen einen Stapel aus abgesägten Baumstämmen und überschlug sich. Ogier ging nach ihm auf die Piste und hielt an, um sich nach Neuvilles Befinden zu erkundigen. Thierry war glücklicherweise okay. Ogier verlor durch den Stopp viel Zeit, ja sogar die Gesamtführung an Meeke. Seb wurden kurz danach vom Veranstalter allerdings 30 Sekunden gutgeschrieben, seine Führung zur Nachmittags-Pause beträgt jetzt stolze 30,5 Sekunden.

 

Jari-Matti Latvala war nach seinem Unfall gestern wieder in Aktion. Der Finne musste allerdings nach der zweiten Wertungsprüfung des Tages seinen Polo R WRC mit einem Getriebeproblem abstellen. Am Sonntag geht er unter Rally2-Regularien wieder an den Start. Vielleicht sind für Wales-Fan Latvala noch Extra-Punkte in der abschließenden Powerstage drin. 

 

Stand nach WP 13:

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2:21.24,2 Std.

2. Kris Meeke (Citroën) +30,5 Sek.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +57,1 Sek.

4. Ott Tänak (Ford) +2:24,6 Min.

5. Dani Sordo (Hyundai) +2:34,4 Min.


Tag 2 in Großbritannien.


Freitag, 13.11.2015


Tag 1 der Rallye Großbritannien. Das Video.


Bilder Tag 1 (15)


Tageszusammenfassung

Ogier vs. Meeke – Mikkelsen auf Platz drei.

Frankreich gegen Nordirland, Sébastien Ogier gegen Kris Meeke – so lautet derzeit das Duell bei der Rallye Großbritannien in Wales. Am Abend des ersten Rallye-Tages führt Ogier im Volkswagen Polo R WRC das Feld an. Eine Spazierfahrt ist es allerdings nicht, auch wenn er derzeit mit 13,5 Sekunden Vorsprung an der Spitze liegt. Sein Kontrahent Kris Meeke im Citroën ist hoch motiviert. Kein Wunder: Es ist sein Heimspiel und zum Saisonende möchte der schnelle Kris noch einmal ein starkes Ergebnis einfahren.

 

„Ich bin froh, dass ich heute keine Probleme hatte“, sagte Ogier nach der sechsten und letzten Wertungsprüfung des Tages, Myherin 2. „Meeke ist sehr schnell, hier zu gewinnen wird alles andere als ein Spaziergang. Ich werde bis zum Ende kämpfen müssen.“ Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala erlebte am Freitag am eigenen Leib, wie schnell es in Wales vorbei sein kann. Er rutschte mit seinem Polo auf der zweiten Wertungsprüfung, der gerade einmal 3,33 Kilometer kurzen aber beinharten „Sweet Lamb“ von der Piste und musste den Tag vorzeitig beenden. Glück im Unglück: Sein Polo wurde nicht zu stark beschädigt. Am Samstag gibt „JML“ wieder Gas.

 

Andreas Mikkelsen liegt derweil auf Podiumskurs. 31,4 Sekunden fehlen dem „Spanien“-Sieger zwar auf die Spitze, unter dem Strich war er aber zufrieden mit dem Tag. „Mittlerweile habe ich meinen Rhythmus gefunden und es macht richtig Spaß, den Polo R WRC hier zu fahren. Insgesamt bin ich echt happy“, sagte Andreas.

 

Nach einem vergleichsweise kurzen ersten Tag mit sechs Wertungsprüfungen wartet auf die WRC-Asse am Samstag ein echter Marathon. Neun WPs sind dann zu fahren, darunter zweimal die Dyfnant-Prüfung, eine ultraschnelle Wald-Prüfung mit scharfen Kurven und zahlreichen Kehren. So oder so sind die Prüfungen am zweiten Tag anspruchsvoll. Das unberechenbare Wetter in Wales könnte aber noch für eine zusätzliche Herausforderung sorgen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ein schöner Kampf für die nächsten Tage.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
Es gibt nicht viele Rallyes im Kalender, wo man als Erster auf die Strecke möchte, aber in Wales ist es meist von Vorteil. Für Julien und mich lief es daher auch ganz gut, ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Tag. Am Morgen war es nicht einfach den Griplevel einzuschätzen, weil es stellenweise extrem rutschig war. Ich habe dann das Set-up der Dämpfer leicht geändert, danach war das Handling besser. Vor allem auf der dritten Prüfung habe ich ein optimales Gefühl im Polo gehabt. Der Abstand zu Kris Meeke ist nicht groß, er ist schnell unterwegs. Das verspricht ein schöner Kampf für die nächsten Tage zu werden. Auf den freue ich mich.

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
Das war natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Wir waren gerade erst in die Rallye gestartet und kurz danach waren wir schon wieder raus. In der zweiten Wertungsprüfung sind wir kurz nach dem Start von der Strecke abgekommen und im Graben gelandet. Der war leider auch noch so tief, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken war. Das ist besonders ärgerlich, weil wir eigentlich eine gute Abstimmung gefunden hatten und auch das Tempo passte. Wir waren auf jeden Fall wettbewerbsfähig und hätten um den Sieg fahren können. Aber so was gehört zu unserem Sport halt dazu. Wir werden versuchen im Rallye-2-Reglement wieder an den Start zu gehen. Für heute ist es natürlich frustrierend, aber morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
Ich bin sehr zufrieden mit dem Start in die Rallye Großbritannien. Ohne Testfahrten und ohne die Erfahrung aus dem Shakedown, den ich gestern auslassen musste, galt es, zügig in den Rhythmus für diese sehr kniffligen Bedingungen zu finden. Das ist uns gut gelungen, auch wenn wir hier und da zu vorsichtig waren und Zeit liegen gelassen haben. Mit den Prüfungen heute hatte ich einfach nicht so viel Erfahrung wie mit denen am Samstag und Sonntag. Ich freue mich deshalb auf die kommenden zwei Tage und bin gespannt, was wir noch ausrichten können. Platz drei ist jedenfalls keine schlechte Ausgangsposition.


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
Die Rallye Großbritannien und ihre sehr anspruchsvollen Bedingungen sind alles andere als leicht zu meistern. Bei wechselhaftem Wetter wie heute ist die richtige Dosierung von Vorsicht und Attacke eine Mammut-Aufgabe, die Sébastien Ogier und Julien Ingrassia hervorragend gemeistert haben. Auch Andreas Mikkelsen und OIa Fløene haben eine solide Leistung abgerufen. Wie schnell Fehler bei diesem schlammigen und rutschigen Untergrund passieren können, haben wir heute bei Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila gesehen, die schon früh rausgerutscht sind.


Stand nach 6 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:16.03,5 Std.
2 K. Meeke / P. Nagle +13,5 Sek.
3 A. Mikkelsen / O. Fløene +31,4 Sek.
4 M. Østberg / J. Andersson +43,0 Sek.
5 D. Sordo / M. Martí +1.18,7 Min.
6 O. Tänak / R. Mõlder +1.34,9 Min.
7 H. Paddon / J. Kennard +2.03,5 Min.
8 E. Evans / D. Barritt +2.21,6 Min.
9 L. Bertelli / L. Granai +3.21,5 Min.
10 S. Lefebvre / S. Prévot +3.25,4 Min.

Zahl des Tages

400

Mit fünf von sechs möglichen Prüfungsbestzeiten erarbeiteten sich Ogier/Ingrassia nicht nur einen Vorsprung von 13,5 Sekunden, sondern auch ihre insgesamt 400. und 401. Karriere-Bestzeit.


Mittagsbericht

Vorsicht, Rutschgefahr!

 

Rallye-Fahrer sind es ja gewohnt, um Kurven zu driften und dabei auch wild korrigieren und das Heck einfangen zu müssen. Doch die Rallye Großbritannien stellt auch die WRC-Profis jedes Jahr vor enorme Herausforderungen. Denn zu dieser Jahreszeit sind starke Regenfälle an der Tagesordnung. Und was ergeben Schotter und Wasser in Verbindung? Richtig: rutschigen Matsch. Und der kann sehr schnell dazu führen, dass sich ein WRC-Auto neben der Strecke befindet.

 

Jari-Matti Latvala musste das leider auf der zweiten Wertungsprüfung erfahren. Nach rund 600 Metern war für den Volkswagen Piloten auf der so unschuldig klingenden, nur 3,33 Kilometer langen „Sweet Lamb“-Prüfung Feierabend. Er fand sich im Straßengraben wieder. Morgen wird der „Fliegende Finne“ aber wieder angreifen. Nach der ersten Wertungsprüfung lag Jari-Matti nur 0,8 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Sébastien Ogier. „Es tut mir leid für Jari, ich hatte mich schon sehr auf den Kampf mit ihm gefreut“, sagte Ogier, nachdem er vom Malheur Latvalas erfahren hatte. Ogier weiß jedoch auch: „Andere Fahrer sind hier aber auch sehr schnell, also können wir uns nicht ausruhen.“

 

Die Konkurrenz blieb allerdings auch nicht fehlerfrei. Mit Thierry Neuville (Hyundai), Robert Kubica (Ford) und Kevin Abbring (Hyundai) kamen gleich drei namhafte Fahrer von der Piste ab und fielen zurück bzw. aus. Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen fuhr auf den ersten drei Wertungsprüfungen zurückhaltend, was sich unter dem Strich auszahlen sollte. Der Norweger liegt derzeit auf dem dritten Rang der Gesamtwertung. „Es war gar nicht so einfach, sich an die rutschige Piste zu gewöhnen, aber ich habe im Verlauf des Vormittags immer besser in meinen Rhythmus gefunden“, sagte Andreas.

 

Am Nachmittag werden die drei Prüfungen noch einmal gefahren. Falls die Schotter-Pisten in Wales bis dahin abtrocknen, finden die Fahrer wieder komplett andere Bedingungen vor. Typisch Rallye Großbritannien eben.

 

Ergebnis nach WP 3:

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 37.36,3 Min.

2. Kris Meeke (Citroën) +12,9 Sek.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +16,8 Sek.

4. Mads Østberg (Citroën) +22,8 Sek.

5. Elfyn Evans (Ford) +40,3 Sek.


Tag 1 in Großbritannien.


Donnerstag, 12.11.2015


Bilder Eröffnungstag (7)


Shakedown-Bericht

Seb und Jari-Matti im Shakedown gleichauf.

 

Der Endspurt in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) hat begonnen. In Wales wärmten sich die WRC-Piloten am Donnerstag für das letzte Rallye-Wochenende des Jahres auf. Die Rallye Großbritannien steht wie keine andere für wechselhafte Bedingungen und anspruchsvolle Wertungsprüfungen – rutschiger Schlamm inklusive. Einen Vorgeschmack bekamen die Fahrer im Shakedown, der am Vormittag auf der 3,32 Kilometer langen Piste „Clocaenog“ ausgetragen wurde.

 

Weltmeister* Sébastien Ogier und der derzeitige WM-Zweite Jari-Matti Latvala lagen im „Warm-up“ zum Saisonfinale gleichauf. Mit 2.01,4 Minuten fuhren die beiden die exakt gleiche Zeit. Auf Position drei reihte sich Kris Meeke (Citroën) ein. Die schmalen und schnellen Schotter-Pisten durch dichte Wälder verlangten den Piloten schon im Shakedown alles ab. Richtig los geht es allerdings erst am Freitagmorgen mit der 32,14 Kilometer langen Wertungsprüfung „Hafren 1“.

 

Dann wird auch Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen wieder mit dabei sein. Der Norweger, der in Wales noch die Chance hat, seinen Teamkollegen Latvala von Platz zwei in der WM zu verdrängen, fühlte sich am Donnerstag nicht wohl. Für einen medizinischen Check flog der Sieger der Rallye Spanien vorsichtshalber zurück nach Deutschland. Die Untersuchung blieb ohne Befund, sodass Mikkelsen am Freitag wieder in seinen Polo R WRC steigen darf.

 

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.

 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.01,4 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.01,4 Min.

3. Kris Meeke (Citroën) 2.01,7 Min.

4. Thierry Neuville (Hyundai) 2.01,9 Min.

5. Hayden Paddon (Hyundai) 2.02,4 Min.

6. Dani Sordo (Hyundai) 2.02,6 Min.

7. Mads Østberg (Citroën) 2.02,7 Min.

8. Elfyn Evans (Ford) 2.02,8 Min.

9. Kevin Abbring (Hyundai) 2.03,4 Min.

10. Stéphane Lefebvre (Citroën) 2.03,6 Min.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Rutschig und anspruchsvoll.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Julien und ich haben uns bestens auf die Rallye Großbritannien vorbereitet. Ich mag sie sehr, es gibt auch in diesem Jahr einige wunderbare Prüfungen. Die Bedingungen sind wie erwartet rutschig und anspruchsvoll. Aber damit bin ich in den vergangenen beiden Jahren ja schon gut zurechtgekommen. Beim Shakedown hatten wir mit Audis Le-Mans-Ingenieurin Leena Gade zudem einen besonderen Gast – ich glaube, ihr hat der kurze Ausflug von der Rennstrecke in den Matsch ziemlich gut gefallen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Der Shakedown lief sehr gut und ich haben mich im Polo R WRC gleich wohlgefühlt – obwohl wir keinen Test vor der Rallye absolviert haben. Wir hatten uns schon in Spanien mit unserem Ingenieur auf eine Basisabstimmung verständigt und damit lagen wir auf Anhieb richtig. Dennoch haben wir noch ein paar Dinge ausprobiert, um auf wechselnde Bedingungen vorbereitet zu sein. Ich freue mich jedenfalls sehr auf den Start der ersten Prüfung. Wales ist meine zweite Heim-Rallye, ich komme immer wieder gern hierher. Und ein gutes Ergebnis wäre ein versöhnlicher Abschluss für die Saison 2015.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Heute mussten wir den Shakedown leider auslassen. Gestern habe ich mich nicht zu 100 Prozent wohlgefühlt. Also haben wir zusammen mit den Ärzten entschieden, dass ich mich vorsichtshalber gründlich durchchecken lasse. Das blieb ohne jeden Befund und deshalb haben wir auch grünes Licht für die Rallye bekommen. Ich bin fit, aber natürlich fehlt mir jetzt die Erfahrung aus dem Shakedown, doch normalerweise fällt mir der Umstieg von Asphalt wie zuletzt in Spanien auf Schotter wie hier in Großbritannien leicht. Ich freue mich jetzt auf die Rallye, möchte so schnell wie möglich in den speziellen Rhythmus hier in Wales hineinfinden und dann voll attackieren. Ich habe hier früher gelebt, meinen Führerschein gemacht und meine Karriere gestartet. Entsprechend motiviert bin ich für den Saisonabschluss in meiner zweiten Heimat.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Bedingungen bei der Rallye Großbritannien in Wales sind stets einzigartig. Sich darauf einzuschießen und sich damit bestmöglich auf die kommenden drei Tage vorzubereiten war im Shakedown natürlich unser Ziel. Und Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala haben mit der Bestzeit gezeigt, dass sie in bester Verfassung sind. Gern hätte auch Andreas Mikkelsen sich dieses zusätzliche Selbstvertrauen geholt, musste aber den Shakedown heute auslassen, weil er sich gestern nicht wohlfühlte. Unsere Ärzte haben ihn deshalb lieber gründlich durchgecheckt und anschließend für einen Start grünes Licht gegeben. Wir freuen uns also auf ein Finale furioso mit all unseren drei Siegertypen in Top-Form.“


Eröffnungstag in Großbritannien.


Freitag, 06.11.2015


Lasst die Matsch-Festspiele beginnen.

Drei Siegertypen auf der Suche nach dem perfekten Saisonabschluss: Volkswagen greift beim 13. und abschließenden Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2015 noch einmal richtig an. Die alten und neuen Weltmeister* Sébastien Ogier/Julien Ingrassia, die dreimaligen Sieger der Saison und aktuellen WM-Zweiten, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila sowie die zuletzt in Spanien erstmals siegreichen Andreas Mikkelsen/Ola Fløene haben nichts zu verlieren – und wollen ihrer jeweils erfolgreichen Saison noch einmal das i-Tüpfelchen aufsetzen.

In den Wäldern und Hügeln von Wales, wo die Rallye Großbritannien traditionell ausgetragen wird, können sie dabei gemeinsam noch einmal Bestwerte für Volkswagen aufstellen. Elf der bisher zwölf Rallyes gingen 2015 an den Polo R WRC. Gelingt der zwölfte Erfolg des Jahres, stellt Volkswagen den bisher einsamen eigenen Bestwert aus dem Jahr 2014 mit zwölf von 13 möglichen Siegen ein. Mit 24 Podiumsresultaten ist die Saison 2015 bereits erfolgreicher verlaufen als das Vorjahr. Die Aufgabe wird allerdings alles andere als leicht: Die Rallye Großbritannien in Wales ist angesichts ihres typischen feucht-rutschigen bis schlammigen Schotteruntergrunds einzigartig im Kalender. 2015 stehen 19 Wertungsprüfungen mit 310,15 Kilometern auf Zeit auf der Agenda.

 

„Was wir in diesem Jahr erreicht haben, ist einfach unglaublich. Von bislang zwölf möglichen Siegen haben wir elf nach Wolfsburg geholt“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Keine Frage also, dass wir in Wales wieder ganz oben stehen wollen. Und das gemäß unserem Prinzip: Möge der Bessere gewinnen. Schon jetzt blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem erstmals alle drei Fahrer/Beifahrer-Duos für uns gewonnen haben. Alle drei werden versuchen, in Wales noch einmal zu glänzen – ganz klar: am liebsten mit einem Sieg. Allein von unserer Seite wird es also schon eine hochinteressante Rallye. Aber auch unsere Gegner werden die Saison positiv abschließen und uns das Leben so schwer wie möglich machen wollen.“

* 2015 Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA. 


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Jetzt geben wir noch einmal Vollgas.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es ist schade, wie die Rallye Spanien für uns zu Ende gegangen ist. Doch das ist Vergangenheit und ich freue mich umso mehr auf die Rallye Großbritannien, die Julien und ich in den vergangenen beiden Jahren gewonnen haben. Die Wertungsprüfungen sind herrlich zu fahren, obwohl der Grip weitestgehend gering ist. Wenn man nach Wales fährt, ist es eigentlich egal, wie die Wetter-Prognosen aussehen. Denn man weiß von vornherein, dass die Straßen sehr rutschig sein werden. Damit komme ich in der Regel gut zurecht. Die Situation ist für uns die gleiche wie schon zuletzt in Spanien oder davor in Frankreich. Wir haben alle drei Meisterschaften bereits gewonnen und können ohne Druck die Saison abschließen. Egal, ob es die erste oder die letzte Rallye einer Saison ist: Ich will immer gewinnen und das gilt auch für die Rallye Großbritannien. Natürlich will jeder in Wales ganz oben stehen und sich mit einem guten Ergebnis in die wohlverdiente Pause verabschieden.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Wertungsprüfungen bei der Rallye Großbritannien führen zum Großteil durch Wälder und sind sehr schnell und flüssig zu fahren. Das gefällt mir, weil es mich an die Rallye Finnland erinnert. Die Rallye Großbritannien ist nicht nur deshalb für mich wie eine zweite Heim-Rallye. Ich verbinde einfach tolle Erlebnisse mit Wales: 2002 habe ich dort mein Debüt in der Rallye-WM gefeiert, 2011 und 2012 habe ich gewonnen. Das würde ich natürlich in diesem Jahr gern wiederholen. In den ersten Rallyes des Jahres hatten Miikka und ich ein paar Schwierigkeiten. Wir haben aber gemeinsam die Wende geschafft und möchten nun mit einem guten Ergebnis unsere erfolgreiche zweite Saisonhälfte krönen. Mit einem erfolgreichen Saisonabschluss könnten wir zusätzlichen Schwung mit in das neue Jahr zur ‚Monte‘ nehmen. Das ist auf jeden Fall das Ziel. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle im Team. Sie haben das gesamte Jahr über herausragende Arbeit geleistet. Jetzt geben wir noch einmal Vollgas – und danach geht es in die wohlverdiente Pause.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Olas und mein erster Rallye-WM-Sieg bei der Rallye Spanien war etwas ganz Besonderes. Auch deshalb, weil wir jetzt völlig befreit und ohne Druck bei der Rallye Großbritannien Gas geben können. Zu Wales habe ich eine spezielle Verbindung: Ich bin im Alter von 17 Jahren dorthin gezogen, um meinen Führerschein zu machen. Außerdem habe ich in Wales meine erste WM-Rallye bestritten. Deswegen ist es natürlich immer ein schönes Gefühl, auf diese Streckenabschnitte zurückzukehren. Für mich ist die Rallye Großbritannien, wie auch die Rallye Schweden, eine Art Heimspiel. Viele alte Wegbegleiter werden mit dabei sein und mich unterstützen. Darauf freue ich mich sehr. Natürlich packen wir für die Reise Regenschirm und Regenjacke ein – auf schlechtes Wetter muss man in Wales immer eingestellt sein. Das macht die Rallye auch immer ein bisschen knifflig, da die Wertungsprüfungen extrem matschig und rutschig sind. Nach dem Sieg in Spanien habe ich Blut geleckt. Jetzt möchte ich so schnell wie möglich wieder gewinnen.“


Zahl zur Rallye

75

Andreas Mikkelsen trug sich bei der Rallye Spanien als bereits 75. Sieger der Rallye-Weltmeisterschaft in die Geschichtsbücher ein. Damit sind alle drei aktuellen Volkswagen Duos mit dem Polo R WRC siegreich gewesen – übrigens allesamt häufiger als mit anderen Marken. 543 WM-Rallyes wurden seit 1973 ausgetragen. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden 713 Formel-1-Grands-Prix ausgetragen – mit 62 unterschiedlichen Siegern.