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RALLYE ARGENTINIEN.

Große Momente: Von Göttern, Höllenritten und Herzschlagfinals.

RALLYE ARGENTINIEN

Die Geschichte der Rallye Argentinien begann 1978 mit der „Rally Vuelta a la America del Sud“. Diese einmalige Marathonrallye, organisiert vom südamerikanischen Motorsportverband „Codasur“, durchquerte fast den ganzen südamerikanischen Subkontinent. 30.000 Kilometer legten die Fahrer damals zurück, das entspricht in etwa der dreifachen Distanz der heutigen Rallye Dakar. Ein Jahr später veranstaltete der Verband erstmals die deutlich kürzere Rallye Codasur in Argentinien, die seit 1980 der Weltmeisterschaft angehört und kurz darauf in Rallye Argentinien umbenannt wurde.

Intro

1980

Tolle WM-Premiere in

Südamerika.

Vor dem Start des ersten WM-Laufs auf südamerikanischem Boden herrschte große Unsicherheit. Wer kann sich bei dieser langen Rallye mit 1177 WP-Kilometern durchsetzen? Die Ausdauerspezialisten von Mercedes, Datsun oder Peugeot, die in Afrika regelmäßig vorne mitfuhren, oder doch eher die italienischen Sprintkönige von Fiat? Am Ende schlug das Pendel ganz klar in Richtung Fiat aus. Auf den fahrerisch anspruchsvollen und wunderschönen Wertungsprüfungen zahlte sich das gute Handling der 131 Abarth aus. Walter Röhrl gewann mit deutlichem Vorsprung, der große Jubel aber galt seinem drittplatzierten Teamkollegen Carlos Reutemann. Der argentinische Formel-1-Star wird in seinem Land vergöttert und wurde überall von Fans belagert.

1980

1983

Bleifuß gefordert.

Finnland wird häufig – und völlig zu Recht – als schnellste WM-Rallye beschrieben. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer einzelnen Wertungsprüfung wurde aber 1983 in Argentinien gemessen. Stig Blomqvist benötigte für die 81,5 Kilometer der WP „Fray Louis Beltran – Valle Azul“ gerade einmal 25.48 Minuten. Das entspricht einem Schnitt von 189,53 km/h! Das sind etwa 30 km/h unter dem möglichen Topspeed seines Audi Quattro. Das faszinierendste an diesem Ergebnis: Blomqvist hat die Wertungsprüfung vorher noch nicht einmal besichtigt. Aus Zeitmangel fuhr er mit dem geliehenen Aufschrieb seines Teamkollegen Hannu Mikkola.

1983

1988

Heimsieg für die

Gauchos.

1988 fiel die alljährliche Party der Argentinier noch größer aus, denn diesmal konnten sie den Gesamtsieg ihres Lokalmatadors Jorge Recalde bejubeln – der erste WM-Sieg eines Südamerikaners überhaupt. Recalde wurde 1988 wieder einmal vom Lancia-Werksteam verpflichtet, um für die Italiener Punkte in der Markenweltmeisterschaft zu sammeln. Im Vorjahr hatte er seinen Job mit Platz Zwei hinter Miki Biasion hervorragend erledigt. Diesmal tauchte Recalde schon zu Beginn an der Spitze auf und die Rallyewelt fragte sich, ob Lancia es sich trauen würde, den Publikumsliebling zurückzupfeifen, damit WM-Anwärter Biasion die volle Punktzahl in der Fahrerwertung einfahren kann. Dazu kam es nicht und Recalde sicherte sich den verdienten Sieg, dieses Kunststück konnte er 1995 übrigens wiederholen.

1988

1999

2,4 Sekunden zwischen

Freud‘ und Leid.

Gleich zwei Mal entschieden 2,4 Sekunden bei der Rallye Argentinien über Sieg und Niederlage, und beide Male steckt eine kontroverse Geschichte dahinter. 1999 lagen die beiden Subaru-Piloten Richard Burns und Juha Kankkunen drei Prüfungen vor Schluss uneinholbar in Führung, als Subaru die Parole ausgab: langsam machen, keine Risiken mehr eingehen. Bei Kankkunen schien diese Ansage nicht angekommen zu sein, er gab weiter Vollgas und überholte seinen verdutzten Teamkollegen auf der allerletzten WP. 2011 lagen im Ziel ebenfalls 2,4 Sekunden zwischen Sébastien Loeb (Citroën) und Mikko Hirvonen (Ford) – und auch diesmal gab es heftige Diskussionen, da die Citroën-Piloten in einem Kreisverkehr den kürzeren Weg genommen hatten, während die Ford-Fahrer den weiteren Weg wählten und dadurch etwa vier Sekunden verloren.

1999

2013

Packendes Duell der Spitzenreiter

und doppelter Sprung aufs Podium.

Die Fans waren begeistert: Im fünften Saisonlauf des Jahres 2013 bekamen sie einen tollen Zweikampf „Seb vs. Séb“ geboten. Volkswagen Pilot Sébastien Ogier und Citroëns Rallye-Legende Sébastien Loeb schenkten sich im Kampf um die Führung nichts. Am Ende hatte Loeb die Nase vorn, da Ogier mit seinem Polo R WRC von der Strecke abgekommen war und zurücksetzen musste. Dennoch war der Gesamtrang zwei in Argentinien ein großartiges Resultat für Ogier, mit dem der Franzose seine Führung in der WM weiter ausbaute. Auch Teamkollege Jari-Matti Latvala zeigte eine starke Leistung und landete mit Platz drei ebenfalls auf dem Podium.

2013