Rallye Griechenland 2013.

 

Latvala-Show im Land der Götter:

Volkswagen gewinnt die Rallye Griechenland.

Was für eine Leistung, Jari-Matti! Der Volkswagen Werksfahrer und sein Copilot Miikka Anttila haben die Rallye Griechenland gewonnen. Für das finnische Duo war es der erste WRC-Sieg mit dem Polo R WRC. Dabei hatte es zu Beginn des WM-Laufs in Griechenland alles andere als rosig ausgesehen: Nach einem verkorksten Qualifying musste Latvala als Vierter in die Rallye starten – keine ideale Ausgangsposition. Am zweiten Tag der Rallye drehte der Finne dann aber richtig auf und war durch nichts zu bremsen. Die Folgen: Eine Bestzeit jagte die nächste. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dani Sordo betrug zum Schluss über eine Minute, sodass Latvala die letzten Prüfungen etwas ruhiger angehen konnte.

Jari-Matti Latvala strahlte bei der Einfahrt ins Ziel übers ganze Gesicht: „Ich bin überglücklich, ich widme diesen Sieg der ganzen Volkswagen Mannschaft. Mein Start in die neue Saison war sehr schwierig, aber das Team hat immer an mich geglaubt und mich grandios unterstützt. Es macht mich froh, jetzt in so viele glückliche Gesichter zu blicken. Die Rallye Akropolis zu gewinnen bedeutet mir auch deshalb viel, weil sie extrem hart und ein echter Klassiker ist. Seitdem ich hier mit 18 Jahren zum ersten Mal gestartet bin, habe ich davon geträumt, sie eines Tages zu gewinnen.“

Einen ganz großen Triumph feierte auch Andreas Mikkelsen: Der Norweger gewann in Griechenland nicht nur seine erste Wertungsprüfung im Polo R WRC, sondern holte gleich drei WP-Siege und einen sensationellen vierten Platz in der Gesamtwertung. „Was für eine unglaubliche Rallye. Es ist das beste Rallye-WM-Resultat meiner Karriere, über das ich mich sehr freue. Das alles macht Appetit auf mehr und auf die kommende Rallye auf Sardinien.“

Großes Pech hatte dagegen der WM-führende Teamkollege Sébastien Ogier: Der Franzose qualifizierte sich zunächst souverän auf die Pole Position. Bereits auf der ersten Wertungsprüfung musste er seinen Polo R WRC allerdings mit technischem Defekt abstellen. Ursache für den Ausfall: mangelnder Benzindruck. Glücklicherweise konnten die Volkswagen Servicetechniker das Fahrzeug reparieren. Am Samstag startete das Team Ogier/Ingrassia dann unter Rally2-Reglement mit über zehn Minuten Rückstand vom 23. Platz, kämpfte sich jedoch mit starken Platzierungen durchs Feld und fuhr am Ende mit einem zehnten Platz sogar noch in die Punkte.

„Platz zehn und Punkte für Rang eins bei der Power Stage – mehr war diesmal für uns nicht drin. Es ist natürlich frustrierend, wenn man die Pace für einen Podiumsplatz in sich und dem Auto spürt, doch eine kleine technische Schwierigkeit mit der Stromzufuhr zur Benzinpumpe hat uns schon auf der ersten Wertungsprüfung ausgebremst. Von da an ging es für uns nur darum, das Tempo hochzuhalten, jeden Tag das Ziel zu erreichen und da zu sein, wenn unsere Gegner Federn lassen. Wir haben die Führung in der Gesamtwertung verteidigt, jetzt schauen wir nach vorn auf die kommenden Rallyes, bei denen wir gern wieder ganz vorn mitfahren möchten.“


Latvala triumphiert in Griechenland.
Das Video.


Rallye Griechenland 2013: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 3:31:01.2 0.0  
2 D. Sordo / C. Del Barrio 3:32:51.2 +1:50.0  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 3:33:15.3 +2:14.1  
4 A. Mikkelsen / M. Markkula 3:34:56.3 +3:55.1  
5 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 3:35:13.8 +4:12.6  
6 M. Østberg / J. Andersson 3:36:49.9 +5:48.7  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:39:01.9 +8:00.7  
8 M. Prokop / M. Ernst 3:39:02.4 +8:01.2  
9 E. Novikov / I. Minor 3:39:13.0 +8:11.8  
10 S. Ogier / J. Ingrassia 3:41:11.5 +10:10.3  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Griechenland des Jahres 2013 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 02.06.2013



Aktuelle Bilder (12)
17:35 Uhr (MESZ)


Stand nach 14 von 14 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 3:31:01.2 0.0  
2 D. Sordo / C. Del Barrio 3:32:51.2 +1:50.0  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 3:33:15.3 +2:14.1  
4 A. Mikkelsen / M. Markkula 3:34:56.3 +3:55.1  
5 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 3:35:13.8 +4:12.6  
6 M. Østberg / J. Andersson 3:36:49.9 +5:48.7  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:39:01.9 +8:00.7  
8 M. Prokop / M. Ernst 3:39:02.4 +8:01.2  
9 E. Novikov / I. Minor 3:39:13.0 +8:11.8  
10 S. Ogier / J. Ingrassia 3:41:11.5 +10:10.3  

23:55 Uhr (MESZ)

FIA bestätigt Volkswagen Erfolg bei der Rallye Griechenland.

 

Nach dem erfolgreichen Abschneiden von Volkswagen bei der Rallye Griechenland und der Siegerehrung, bei der FIA-Präsident Jean Todt Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) offiziell den Siegerpokal überreichte, wurde das siegreiche Team von Volkswagen von einem Protest überrascht. Jari-Matti Latvala als Sieger, Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula (N/FIN) als Viertplatzierte und die Gewinner der Powerstage, Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), waren von diesem Protest betroffen. Der Protest wurde als unbegründet abgewiesen.


Das Citroën-Total-Abu-Dhabi-Team legte gegen die Wertung der drei Volkswagen Polo R WRC von Latvala/Anttila, Mikkelsen/Markkula und Ogier/Ingrassia Widerspruch ein. Dieser Protest wurde aufgrund eines Formfehlers abgelehnt. Der unterlegene Hersteller legte darauf gegen „Volkswagen Motorsport“ (Latvala/Ogier) und „Volkswagen Motorsport II“ (Mikkelsen) zwei weitere Proteste ein. Auch diese Proteste wiesen inhaltliche Mängel auf, wurden jedoch von den Sportkommissaren angenommen. In einer gemeinsamen Anhörung schilderten beide Seiten ihre Sichtweise. 

Die Proteste richteten sich gegen Batterien, die ausschließlich während der Parc-Fermé-Zeiten über Nacht als Ersatzteil im Auto verbleiben und am Morgen vor dem Verlassen des Service-Parks entfernt werden. Dies ist in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) seit Jahren gängige Praxis. Auf explizite Anfrage von Volkswagen akzeptierte der Technische Delegierte der FIA vor der Saison 2013 diese Vorgehensweise. 



 

Die Sportkommissare entschieden nach eingehender Beratung, die Proteste als unbegründet abzuweisen.


16:15 Uhr (MESZ)

„Heute wird gefeiert!
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Ich bin überglücklich, ich widme diesen Sieg der ganzen Volkswagen Mannschaft. Mein Start in die neue Saison war sehr schwierig, aber das Team hat immer an mich geglaubt und mich grandios unterstützt. Es macht mich froh, jetzt in so viele glückliche Gesichter zu blicken. Die Rallye Akropolis zu gewinnen bedeutet mir auch deshalb viel, weil sie extrem hart und ein echter Klassiker ist. Seitdem ich hier mit 18 Jahren zum ersten Mal gestartet bin, habe ich davon geträumt, sie eines Tages zu gewinnen. Die letzte Prüfung war gefühlt die längste und schwierigste seit langem, ich habe jeden Stein, jeden Schlag im Auto genau gespürt und das Ziel herbeigesehnt. Heute wird gefeiert!“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Platz zehn und Punkte für Rang eins bei der Powerstage – mehr war diesmal für uns nicht drin. Es ist natürlich frustrierend, wenn man die Pace für einen Podiumsplatz in sich und dem Auto spürt, doch ein kleine technische Schwierigkeit mit der Stromzufuhr zur Benzinpumpe hat uns schon auf der ersten Wertungsprüfung ausgebremst. Von da an ging es für uns nur darum, das Tempo hoch zu halten, jeden Tag das Ziel zu erreichen und da zu sein, wenn unsere Gegner Federn lassen. Wir haben die Führung in der Gesamtwertung verteidigt, jetzt schauen wir nach vorn auf die kommenden Rallyes, bei denen wir gern wieder ganz vorn mitfahren möchten.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Was für eine unglaubliche Rallye, was für ein unglaublicher Schlusstag. Heute hat sich nach den Schwierigkeiten gestern alles zu unseren Gunsten entwickelt. Wir haben einen guten Rhythmus erwischt und versucht, Druck auf den Drittplatzierten Nasser Al-Attiyah auszuüben. Mit Erfolg. Schon auf dem ersten Durchgang der Prüfungen heute Morgen hatte ich den Rückstand gutgemacht und Nasser sogar knapp geschlagen. Dass dabei auch gleich drei Prüfungsbestzeiten herausgesprungen sind, war natürlich das Tüpfelchen auf dem i. Es ist das beste Rallye-WM-Resultat meiner Karriere, über das ich mich sehr freue. Das alles macht Appetit auf mehr und auf die kommenden Rallye auf Sardinien.“


16:00 Uhr (MESZ)

Befreiungsschlag von Latvala – erster Sieg für Volkswagen beendet seine Pechsträhne.

 

Die Last muss riesig gewesen sein, die nach dem Sieg in Griechenland von Jari-Matti Latvalas Schultern fiel. Entsprechend befreit wirkte der Finne in den Minuten nach der Zieldurchfahrt. „Ich habe meine Karriere bei Volkswagen Motorsport bei der Rallye Monte Carlo mit einem bösen Unfall begonnen. Der eine oder andere im Team wird sich wohl gedacht haben: Wen haben wir uns denn da geholt?“, scherzte er. „Da kann ich dich beruhigen“, konterte Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Ich hatte nie Zweifel daran, dass du der Richtige für unser Team bist.“ 

„Anders als bei anderen Rallyes kann man hier nicht vom Start bis ins Ziel Vollgas fahren.”

Nach der Zieldurchfahrt verriet Jari-Matti Latvala außerdem, wie man sein Auto ohne größere Schäden über die brutalen Schotterpisten der Rallye Griechenland bringt. „Anders als bei anderen Rallyes kann man hier nicht vom Start bis ins Ziel Vollgas fahren. Ich habe meinen Polo R WRC über die härtesten Passagen förmlich getragen. Auf weniger harten Abschnitten haben wir dafür umso mehr attackiert.“

Dazu diktierte Latvala seinem Copiloten Miikka Anttila während des Trainings ein paar spezielle Angaben in den Aufschrieb. „Zum Beispiel warnt mich Miikka vor Stellen, an denen der Motorschutz aufsetzen könnte. Dort nehme ich gezielt Tempo heraus. Außerdem haben wir die brutalen Passagen eingeteilt in ‚hart‘, ‚mittelhart‘ und ‚extrahart‘. Dementsprechend reduziere ich mehr oder weniger stark die Geschwindigkeit.“ Beifahrer Anttila ergänzte: „Der größte Gegner bei dieser Rallye sind nicht die anderen Fahrer, sondern die Rallye selbst.“

Eine überragende Leistung zeigte auch Andreas Mikkelsen während der Schlussetappe. 25,7 Sekunden hinter Nasser Al-Attiyah (Ford) in den Sonntag gestartet, hatte er von Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito die Freigabe erhalten, den Katarer – übrigens 2011 Sieger der Rallye Dakar für Volkswagen – zu attackieren. Drei Bestzeiten von Mikkelsen in Folge hatte Al-Attiyah nichts entgegenzusetzen. Am Ende feierte der Norweger nicht nur seine ersten WP-Siege für Volkswagen Motorsport, sondern mit Rang vier auch sein bisher bestes WM-Ergebnis.

Kaum hatte sich der Staub über Loutraki verzogen, hatte Sébastien Ogier den für seine Verhältnisse bescheidenen zehnten Rang auch schon abgehakt. „Mich darüber zu ärgern, bringt gar nichts“, sagte der Franzose, der seinen Polo R WRC am Freitag ohne Benzindruck vorübergehend abstellen musste. „Ich konzentriere mich jetzt auf die bevorstehende Rallye Italien, dort werden die Karten neu gemischt.“ Seine überlegene Führung in der WM-Gesamtwertung hat Ogier behalten. Neuer Tabellenzweiter ist Teamkollege Jari-Matti Latvala, der mit seinem Sieg in Griechenland an Mikko Hirvonen (Citroën) vorbeigezogen ist.


13:40 Uhr (MESZ)

Latvala gewinnt Rallye Griechenland! Ogier holt sich die Power Stage – Mikkelsen starker Vierter.

 

Perfekter Abschluss eines großartigen Tages für Volkswagen Motorsport: Auf der letzten Wertungsprüfung der dritten Etappe ging Jari-Matti Latvala im Polo R WRC kein Risiko mehr ein und brachte als Viertplatzierter seinen Gesamtsieg bei der Rallye Griechenland souverän nach Hause.

 

Sébastien Ogier hingegen gab noch einmal alles und gewann die 30,14 Kilometer lange Loutraki 2 in 20:38,5 Minuten. Der Führende in der WRC-Gesamtwertung und der Zehnte in Griechenland sicherte sich auf dieser Power Stage damit drei wichtige Extrapunkte.

 

Grund zur Freude hatte auch Andreas Mikkelsen, der drei der vier Wertungsprüfungen am Sonntag gewann und in der abschließenden WP Dritter wurde. Damit kletterte der Norweger auf der dritten Etappe noch auf den vierten Platz der Rallye Griechenland – so gut war der Volkswagen Pilot noch nie in seiner Karriere.


13:00 Uhr (MESZ)

Mikkelsen macht Hattrick perfekt – Latvala vor dem ersten Rallye-Triumph für Volkswagen.

 

Drei Wertungsprüfungen, drei Siege. Andreas Mikkelsen hat am Sonntag im Polo R WRC auch die WP 13 der Rallye Griechenland für sich entschieden. Der Norweger benötigte für die 11,47 Kilometer lange vorletzte WP Pissia 2 nur 8:08,9 Minuten und verwies Nasser Al-Attiyah (Ford) mit 4,5 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz. Der Gesamtführende Jari-Matti Latvala ging vor der letzten WP kein Risiko ein und landete auf dem fünften Platz, Sébastien Ogier wurde Sechster.

 

Vor der letzten WP, einer Power Stage, führt Latvala mit 1:28,8 Minuten vor dem Spanier Dani Sordo (Citroën). Der Finne steht damit kurz vor seinem ersten Rallye-Triumph für Volkswagen Motorsport. Mikkelsen ist weiterhin Vierter, Ogier belegt Rang zehn.


10:30 Uhr (MESZ)

Doppelsieg für Volkswagen: Mikkelsen gewinnt WP 12 vor Ogier und verbessert sich auf Rang vier.

 

Andreas Mikkelsen ist auf der dritten Etappe der Rallye Griechenland scheinbar nicht zu stoppen. Der Norweger gewann nach seinem allerersten WP-Erfolg im Polo R WRC zum Start in den Sonntag auch die zweite Wertungsprüfung des Tages. Für die 30,14 Kilometer lange Loutraki 1 benötigte Mikkelsen nur 20:49,0 Minuten und damit 0,7 Sekunden weniger als sein erster Verfolger Sébastien Ogier. Der Gesamtführende Jari-Matti Latvala rundete mit Rang vier das großartige Resultat für Volkswagen Motorsport auf der drittletzten WP ab.

 

In der Gesamtwertung führt der Finne inzwischen mit 1:19,7 Minuten vor dem Spanier Dani Sordo (Citroën). Mikkelsen verbesserte sich um eine Position auf Rang vier, Ogier belegt den zehnten Rang.


09:50 Uhr (MESZ)

Fantastischer Start in den Sonntag – Mikkelsen gewinnt seine erste WP für Volkswagen.

 

Viel besser hätte die dritte Etappe für Volkswagen Motorsport kaum beginnen können. Auf der viertletzten Wertungsprüfung Pissia 1 konnte Andreas Mikkelsen seinen ersten WP-Sieg im Polo R WRC feiern. Damit haben bei der Rallye Griechenland alle drei Volkswagen Piloten einen WP-Erfolg zu verbuchen. Sébastien Ogier auf Rang drei und Jari-Matti Latvala auf Position fünf rundeten den starken Auftakt in den Sonntag ab.

 

In der Gesamtwertung konnte der Finne seine Führung vor Dani Sordo (Citroën) auf 1:07,5 Minuten ausbauen. Mikkelsen auf Rang fünf hat sich an dem Viertplatzierten Nasser Al-Attiyah angenähert – der Rückstand des Norwegers beträgt nur noch 15,8 Sekunden. Ogier ist weiterhin Zehnter.

Samstag, 01.06.2013


Aktuelle Bilder (22)
Letztes Update: 23:54 Uhr (MESZ)


Stand nach zehn von 14 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 2:32:42.8 0.0  
2 D. Sordo / C. Del Barrio 2:33:46.9 +1:04.1  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 2:34:25.9 +1:43.1  
4 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 2:36:28.9 +3:46.1  
5 A. Mikkelsen / M. Markkula 2:36:54.6 +4:11.8  
6 M. Østberg / J. Andersson 2:38:09.1 +5:26.3  
7 M. Prokop / M. Ernst 2:38:33.1 +5:50.3  
8 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:40:35.0 +7:52.2  
9 E. Novikov / I. Minor 2:40:58.9 +8:16.1  
10 S. Ogier / J. Ingrassia 2:43:12.3 +10:29.5  

20:50 Uhr (MESZ)

„Morgen geht es darum, Platz eins sicher ins Ziel zu bringen.“ Statements aus dem Volkswagen Team.


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Der mit Abstand beste Tag für mich, seit ich bei Volkswagen bin. Wenn mir nach dem verkorksten Qualifying gestern jemand gesagt hätte, dass wir heute die Rallye anführen, hätte ich es wohl kaum geglaubt. Aber so ist es bei der ,Akropolis‘: Es kann jederzeit etwas passieren, der kleinste Fehler kann hart bestraft werden. Wir haben heute versucht, hohen Druck auf die Konkurrenz auszuüben, ohne selbst zu viel zu riskieren. Nachdem wir die Führung übernommen hatten, ging es darum, den Vorsprung zu sichern und die Konzentration zu behalten. Insgesamt eine sehr solide Leistung von uns und genauso von unserer Mannschaft, denn unser Polo hat bestens funktioniert. Morgen geht es darum, Platz eins sicher ins Ziel zu bringen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Mit Konstanz durchzufahren und da zu sein, wenn unsere Gegner uns Chancen auf Punkte eröffnen, ist unsere Strategie. Als erstes Auto auf der Strecke die Route zu eröffnen ist alles andere als leicht bei der Rallye Griechenland. Ich musste heute daran denken, dass meine Teamkollegen in diesem Jahr häufig die WP für mich eröffnet haben. Nur, wenn wir Geduld haben, haben wir am Ende noch die Chance, WM-Punkte zu sammeln. Darauf setzen wir auch morgen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Platz fünf in der Gesamtwertung ist bei einer derart harten Rallye ein gutes Resultat. Doch der Tag hatte für uns heute zwei Gesichter. Der Morgen begann nicht gerade gut für uns. Auf der dritten Prüfung des Tages hatte sich vorn rechts ein Belüftungsschlauch der Bremsanlage gelöst, sich aufgewickelt und dabei eine Bremsleitung durchschlagen. Wir hatten urplötzlich keinen Bremsdruck mehr – kein besonders schönes Gefühl, wenn man im Rallye-Tempo entlang von Klippen fährt. Meine Jungs haben das Problem aber im Service behoben und der Nachmittag verlief als Kontrast zum Vormittag richtig gut für uns, auch wenn wir ganz zum Schluss noch mal einen Reifenschaden hatten. Rang vier ist morgen noch möglich, mal sehen, was wir mit rund 25 Sekunden Rückstand noch ausrichten können.“


20:45 Uhr (MESZ)

„Das hätte ich nie für möglich gehalten.“ Latvala führend in die Schlussetappe, Ogier schon Zehnter.

 

Die Zufriedenheit war Jari-Matti Latvala anzusehen. Innerhalb von acht Wertungsprüfungen war er vom dritten Zwischenrang am Freitag an die Spitze vorgeprescht. „Das hätte ich nach dem vermasselten Qualifying nie für möglich gehalten.“ Denn da hatten Latvala und Beifahrer Miikka Anttila nur die neuntbeste Zeit erzielt. Und wer von Startplatz vier bei einer Schotter-Rallye ins Rennen geht wie die beiden Finnen, hat normalerweise keine Siegchancen.

 

Den Grund für die starke Leistung sieht Latvala selbst in einer für die brutalen Strecken der Rallye Griechenland maßgeschneiderten Strategie. „Wir haben unser Auto über die besonders harten Stellen förmlich getragen, und auf den weniger rauen Abschnitten haben wir gnadenlos attackiert.“ Im Gegensatz zu den Autos vieler Konkurrenten weist der Polo R WRC von Latvala/Anttila tatsächlich kaum einen Kratzer auf. 

 

Auf Zwischenrang fünf kam Andreas Mikkelsen ins Etappenziel. „Wir haben heute leider mit Reifenschäden ein bisschen Pech gehabt“, sagte der Norweger. „Morgen werden wir versuchen, Nasser Al-Attiyah weiter unter Druck zu setzen. Hey, das ist die Akropolis-Rallye, da kann noch viel passieren.“

 

Auf außergewöhnliche Vorkommnisse hofft auch Sébastien Ogier. Der WM-Spitzenreiter, der aufgrund des Ausfalls am Freitag mit zehn Strafminuten in die zweite Etappe gestartet war, arbeitete sich bis zum Abend wieder auf den zehnten Rang nach vor. „Aus eigener Kraft können wir uns morgen kaum noch verbessern, zumal wir wieder als Erste starten müssen. Mein Hauptaugenmerk gilt deshalb der Powerstage“, verriet der Franzose bei der Einfahrt in den Service. Auf dieser letzten Wertungsprüfung am Sonntag stehen noch einmal zusätzliche WM-Punkte zur Disposition, drei für den Schnellsten. „Diese drei Punkte“, kündigte Ogier an, „die will ich haben.“


18:30 Uhr (MESZ)

Super Samstag für Volkswagen:

Latvala klar vorne – Ogier holt auf.

 

Auf Rang drei waren sie in die zweite Etappe gestartet, im Zwischenziel kamen Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila als Führende an. Die beiden Finnen führen nach zehn von 14 Wertungsprüfungen der Rallye Griechenland mit 1:04,1 Minuten vor Dani Sordo (Citroën) und 1:43,1 Minuten vor Thierry Neuville (Ford).


Andreas Mikkelsen hat im Kampf um Rang vier einen kleinen Rückschlag erlitten. Gleich zwei Reifenschäden (WP 9 und WP 10) kosteten den Norweger wertvolle Sekunden. Im Etappenziel liegt er 25,7 Sekunden hinter Nasser Al-Attiyah (Ford).


Sébastien Ogier hat sich inzwischen auf Rang zehn verbessert. Bei einsetzendem Regen beendete er die letzte Wertungsprüfung des Samstags mit der Bestzeit, der insgesamt 52. für den Polo R WRC bei bisher 100 WPs der Saison 2013.


17:20 Uhr (MESZ)

„Das tut einem Ingenieur schon etwas weh“:
Willy Rampf im Gespräch.

Früher war Willy Rampf als Ingenieur für Motorräder verantwortlich, mit denen die Rallye Dakar gewonnen wurde. Kein Wunder, dass der Technische Direktor von Volkswagen Motorsport heute gerne auf eine Ducati zurückgreift, wenn er sich eine Wertungsprüfung anschauen will. Nach einem Ausflug am Morgen der zweiten Etappe kam er mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück zum Service.


„Absolut beeindruckend, was Fahrer und Autos hier zu leisten haben“, erzählte er. „Aber ich muss zugeben: Wenn man sieht, wie brutal über die dicksten Steine gefahren wird, das tut einem Ingenieur schon ein bisschen weh.“ Genau diese Bedingungen sind es, die nach Rampfs Einschätzung die Arbeit von Ingenieuren in der Formel 1 und im Rallye-Sport unterscheiden. „In der Formel 1 wird inzwischen fast alles bis auf die Hundertstelsekunde simuliert. Im Rallyesport ist dies nicht möglich. Man kann eine Wertungsprüfung nicht mit der Präzision im Computer erzeugen wie eine Rennstrecke.“


Deswegen kommt den Piloten im Rallye-Sport bei Testfahrten eine größere Rolle zu als in der Formel 1. „Im Rallyesport ist die Datenaufzeichnung reglementbedingt lange nicht so umfangreich wie in der Formel 1“, beschreibt Rampf, der vor seinem Wechsel zu Volkswagen Motorsport zehn Jahre lang als Ingenieur im Grand-Prix-Zirkus arbeitete. „Dadurch sind viele Vorgänge aus den Daten nicht herauszulesen. Rallye-Ingenieure sind deswegen stark auf die Aussagen der Fahrer angewiesen.“


Bereut hat der 59-Jährige seinen Wechsel von der Rundstrecke in den Rallye-Sport jedenfalls nicht. Und das nicht nur wegen der Chance, gelegentlich mit einem Motorrad zum Zuschauen zu fahren.


16:25 Uhr (MESZ)

Latvala baut den Vorsprung aus –
Ogier gibt alles.

Nach der achten Wertungsprüfung (Ghymno 2) hat Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dani Sordo (Citroën) auf nun 44,7 Sekunden ausgebaut. Der Finne kam mit 4,6 Sekunden Rückstand auf Evgeny Novikov (Ford) ins Ziel. Latvalas Teamkollege Sébastien Ogier will es nach seinem verpatzten Start in dieser Rallye wissen: Der Franzose gibt seinem Polo R WRC ordentlich die Sporen und kämpft sich durchs Feld. Ogier fuhr die drittschnellste Zeit auf dieser WP. Im Gesamtklassement belegt er nun Rang elf. Andreas Mikkelsen kam als Fünfter ins Ziel und liegt weiterhin auf Platz fünf der Gesamtwertung.


15:30 Uhr (MESZ)

Sensationelle WP 7: Volkswagen Trio

auf den ersten drei Plätzen.

 

Was für ein Start in den Samstagnachmittag für Volkswagen Motorsport. Auf der WP 7 schafften Jari-Matti Latvala, Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen in ihren Polo R WRC einen fantastischen Dreifacherfolg. Latvala benötigte für die 17,41 Kilometer lange Klenia Mycenae 2 nur 11:14,4 Minuten. Hinter dem Finnen folgten Ogier mit 3,7 Sekunden und Mikkelsen mit weiteren 0,8 Sekunden Rückstand.

 

In der Gesamtwertung baute Latvala seine Führung vor Dani Sordo damit noch einmal aus. Sie beträgt zur Halbzeit der Rallye Griechenland inzwischen 29,9 Sekunden. Mikkelsen ist weiterhin Fünfter, Ogier klettert auf Rang 14.


15:00 Uhr (MESZ)

Latvala durch nichts zu bremsen –
Ogier auf dem Vormarsch.

Ein geschäftiger Mittagsservice liegt hinter den Mechanikern von Volkswagen Motorsport. Am meisten Aufmerksamkeit erforderte der Polo R WRC von Andreas Mikkelsen. Eine beschädigte Leitung hatte in WP 5 für den Ausfall des Bremssystems gesorgt. „Von da an musste ich durch Herunterschalten bremsen“, beschrieb der Norweger. „Das hat für den einen oder anderen Adrenalinstoß gesorgt, das könnt ihr mir glauben.“


Mit reparierter Bremse ging Mikkelsen in die Nachmittagschleife – mit dem Ziel, den verlorenen vierten Rang zurück zu erobern. In der ersten WP nach der Pause nahm er dem vor ihm platzierten Nasser Al-Attiyah (Ford) gleich 6,8 Sekunden ab. Die Reparatur von Mikkelsens defekter Bremse schafften die Mechaniker ebenso innerhalb der zur Verfügung stehenden 30 Minuten wie den vorsorglichen Wechsel der Vorderachse am Polo R WRC von Sébastien Ogier. Mit den jeweils nur erlaubten vier Mechanikern pro Auto eine echte Meisterleistung.


Ogier kämpfte sich am Morgen durch das Klassement nach vorne. Nach dem Ausfall vom Freitag am Morgen neu gestartet auf Rang 23, hat er inzwischen die Top-Ten im Visier. Und das, obwohl er in jeder Wertungsprüfung als Erster auf die Strecke muss. „Durch den losen Schotter auf der Fahrbahn ist es extrem glatt“, beschrieb der Franzose seine unfreiwillige Rolle als Straßenfeger.


Keinerlei Probleme vermeldete nur Jari-Matti Latvala, der am Morgen die Führung übernommen hatte und bis zur Mittagspause stetig ausbaute. „Die Prüfungen sind noch härter als letztes Jahr“, sagte der Finne. Er machte am Nachmittag so weiter, wie er den Morgen begonnen hatte – mit einer weiteren Bestzeit in WP 7. Latvalas Vorsprung vor Dani Sordo (Citroën) wuchs dadurch auf knapp 30 Sekunden an.


11:50 Uhr (MESZ)

Volkswagen behauptet die Führung.

Nach der sechsten Wertungsprüfung (Ziria 1) liegt Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala weiterhin souverän in Führung. Der Finne kam nur eine Zehntelsekunde hinter Dani Sordo (Citroën) ins Ziel. In der Gesamtwertung beträgt Latvalas Vorsprung nun 18,7 Sekunden. Andreas Mikkelsen kassierte eine 30-Sekunden-Zeitstrafe, da er wegen einer defekten Bremse verspätet in die WP startete. Der Norweger fiel auf Gesamtrang fünf zurück. Teamkollege Sébastien Ogier ist Fünfzehnter.

Die nächste Wertungsprüfung (Klenia Mycenae 2) wird um 15:10 Uhr Ortszeit gestartet.


10:45 Uhr (MESZ)


10:18 Uhr (MESZ)

Latvala baut die Führung aus –

Polo R WRC feiert 50. WP-Sieg.

Es läuft weiter wie am Schnürchen für Jari-Matti Latvala: Auf der fünften Wertungsprüfung (Kefalari 1) holte der Finne erneut die Bestzeit und vergrößerte seinen Vorsprung auf Dani Sordo (Citroën). Der Abstand beträgt nun 18,8 Sekunden. Andreas Mikkelsen liegt weiterhin auf Rang vier der Gesamtwertung, Sébastien Ogier, der bei dieser WP als Dritter ins Ziel kam, auf Platz 16.

Übrigens: Latvalas aktueller WP-Sieg war bereits der 50. für Volkswagen Motorsport in diesem Jahr – oder anders ausgedrückt: Bei mehr als der Hälfte von bisher 95 gefahrenen Wertungsprüfungen war ein Polo R WRC das schnellste Auto.


09:25 Uhr (MESZ)

Fliegender Finne startet durch:
Latvala übernimmt die Führung.

Jari-Matti Latvala hat die Führung bei der Rallye Griechenland übernommen. In der vierten Wertungsprüfung fuhr der Volkswagen Pilot seine dritte Bestzeit in Folge, während der bisher Führende, Evgeny Novikov (Ford), sich einen Reifenschaden einfing und die Radaufhängung beschädigte. Novikovs Zeitverlust betrug über vier Minuten.


Ganz ohne Schrecksekunde überstand auch Jari-Matti Latvala die nach Meinung der meisten Piloten härteste WP der gesamten Rallye nicht. „Ich war am Limit, vielleicht auch manchmal darüber“, meinte der Finne im Ziel. Bei einer dieser Gelegenheiten rutschte der Polo R WRC in einen Graben – dabei wurde „nur“ die Heckschürze beschädigt. „Ich glaube, ich habe jetzt mein Glück für diese Rallye aufgebraucht“, grinste Latvala. Sein Vorsprung vor Dani Sordo (Citroën) beträgt nun 15,4 Sekunden.


08:00 UHR (MESZ)

Toller Start in den zweiten Tag:
Latvala neuer Zweiter der Gesamtwertung.

 

Jari-Matti Latvala hat Dani Sordo (Citroën) auf der ersten Wertungsprüfung der zweiten Etappe überholt. Der Finne im Team von Volkswagen Motorsport hat sich damit auf Gesamtrang zwei verbessert. „Eine perfekte Prüfung“, freute er sich. Seine zweite Bestzeit der Rallye Griechenland musste er sich allerdings mit Spitzenreiter Evgeny Novikov (Ford) teilen – beide benötigten für die 17,41 Kilometer lange Prüfung „Klenia Mycenae“ exakt 11:23,4 Minuten.

 


Andreas Mikkelsen liegt bei seiner erst dritten Rallye im Polo R WRC weiter auf dem starken Rang fünf. Doch ganz zufrieden ist der Norweger nicht. „Momentan fehlt mir der Rhythmus“, sagte er im Ziel von WP 3.

 


Sébastien Ogier startete mit einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe in die zweite Etappe. Nach dem Ausfall vom Freitag (fehlender Benzindruck) ist der WM-Spitzenreiter dank Rally2-Regeln wieder mit dabei. Für zwei verpasste Wertungsprüfungen wurde sein Zeitenkonto allerdings mit jeweils fünf zusätzlichen Minuten im Vergleich zur Bestzeit belastet. „Mein Ziel ist jetzt, wenigstens ein paar WM-Punkte zu holen.“ Dahin ist es noch ein weiter Weg. Nach der ersten WP der zweiten Etappe ist 
Ogier noch nicht in den Top Ten angekommen.

Freitag, 31.05.2013


Aktuelle Bilder (16)
Letztes Update: 23:18 Uhr (MESZ)


Stand nach zwei von 14 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 E. Novikov / I. Minor 50:59.3 0.0  
2 D. Sordo / C. Del Barrio 51:29.6 +30.3  
3 J. Latvala / M. Anttila 51:38.4 +39.1  
4 T. Neuville / N. Gilsoul 51:50.4 +51.1  
5 A. Mikkelsen / M. Markkula 52:13.9 +1:14.6  
6 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 52:32.2 +1:32.9  
7 M. Prokop / M. Ernst 53:33.6 +2:34.3  
8 K. Al Qassimi / S. Martin 54:21.7 +3:22.4  
9 M. Østberg / J. Andersson 54:29.4 +3:30.1  
10 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 55:16.6 +4:17.3  

23:00 Uhr (MESZ)

„Der Tag war hart und ereignisreich.“
Statements aus dem Volkswagen Team.


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Mit Rang drei müssen wir heute zufrieden sein: Der Tag war hart und ereignisreich, viele Teams hatten arge Probleme. Das Qualifying begann für uns nicht optimal und Startposition vier war alles andere als ideal. Auch die erste Prüfung lief nicht wunschgemäß. Durch einige Änderungen im ersten Service an Fahrwerk und Differenzial lag unser Polo in der Nacht-Prüfung aber deutlich besser und wir konnten Boden auf Platz zwei gutmachen. Morgen haben wir eine gute Startposition und werden versuchen, Druck auf die Teams vor uns auszuüben.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Es ist natürlich frustrierend, nach nur wenigen Kilometern aufgrund eines Problem mit dem Benzindruck aufgeben zu müssen. Die ersten fünf Rallyes liefen perfekt für uns, heute mussten wir das erste Mal in dieser Saison einen herben Rückschlag hinnehmen. Wir werden morgen mit zehn Minuten Zeitstrafe unter Rally2-Reglement starten. Das ändert natürlich unsere Strategie und die Herangehensweise komplett. Wir werden alles geben, noch das Maximum aus der Rallye Griechenland herauszuholen und möglichst Punkte für die Meisterschaft zu sammeln. Das ist das Ziel.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Was für ein unglaublich schwieriger Start in die Rallye Griechenland. Auf der ersten Prüfung hat sich das Auto auf dem losen Schotter wegen unserer vorderen Startposition ganz anders angefühlt als noch in den Trainings. Die Strecke war eng und verwunden. In drei Haarnadelkurven ist uns dabei der Motor abgestorben. Staub kam ins Cockpit, was natürlich in Sachen Sicht nicht optimal war. Auf der zweiten Prüfung hatten wir in der Dunkelheit ebenfalls Probleme mit der Sicht und haben uns nicht einhundertprozentig wohl gefühlt. Doch alles in allem lief der erste Tag für uns positiver als bei einigen Top-Piloten. Gesamtrang fünf ist ein sehr gutes Resultat. Am zweiten Tag haben wir deshalb eine bessere Startposition als heute.“


21:45 (MESZ)

Latvala mit Spaß durch die Dunkelheit – Mikkelsen beendet den ersten Tag auf dem fünften Platz.

Jari-Matti Latvala hatte auf der zweiten Wertungsprüfung im Polo R WRC viel Freude. Via Twitter vermeldete der Volkswagen Werkspilot: ”Ein großer Spaß, keine Probleme in der Dunkelheit, ein sauberer Lauf, der Spaß gemacht hat.“ In der Gesamtwertung liegt Latvala mit seinem Copiloten Miikka Anttila auf Platz drei. Der Rückstand zum Führenden Evgeny Novikov beträgt 39,1 Sekunden.

Andreas Mikkelsen klagte hingegen nach der Wertungsprüfung „Kineta“, dass ihm die Dunkelheit Probleme bereitet habe. In der Gesamtwertung liegt Mikkelsen mit seinem Copiloten Mikko Markkula aber immer noch auf einem guten fünften Platz. Auf Novikov fehlen Mikkelsen nach der zweiten Wertungsprüfung nun 1:14,6 Minuten.

Der dritte Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier konnte die zweite Wertungsprüfung aufgrund technischer Probleme nicht mehr angehen. Der Franzose musste wegen mangelnden Benzindrucks Tag eins vorzeitig beenden. Er kann dank des Rally2-Reglements aber morgen wieder an den Start gehen.

 

Erfahren Sie mehr zum Reglement im Rallye-Lexikon


20:15 (MESZ)

Eine Bremse, die nicht nur bremst.

Während im Servicepark sehnlichst auf die Rückkehr von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia gewartet wurde, arbeiteten die Mechaniker von Volkswagen Motorsport fieberhaft an den Autos von Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen. Beide klagten über Probleme mit der Handbremse.

 

Doch was ist in einem World Rally Car (WRC) wie dem Polo R WRC eigentlich so kompliziert an der Handbremse? Für eine Antwort muss man sich zunächst die Technik eines WRC vor Augen führen. Um Kosten zu sparen, sind Computer-gesteuerte Allradantriebe seit Jahren verboten. Der komplette Antriebsstrang eines WRC des Jahrgangs 2013 funktioniert ausschließlich mechanisch. Gemäß Reglement fehlt außerdem das mittlere Diffenzial, Vorder- und Hinterachse sind starr miteinander verbunden.

 

Das bedeutet in der Praxis zunächst: Blockiert eine Achse, stehen auch die Räder am anderen Ende des Autos. Damit wäre eine Handbremse im Rallye-Sport im Prinzip unbrauchbar. Das Heck lässt sich nämlich nur dann durch einen kräftigen Zug an der Handbremse herumwerfen – zum Beispiel in einer Kehre –, wenn ausschließlich die Hinterräder blockieren.

 

„Aus diesem Grund sitzt zwischen der Kardanwelle und dem Differenzial der Hinterachse eine Kupplung“, beschreibt Xavier-Franҫois Demaison, Projektleiter WRC bei Volkswagen Motorsport. „Sie entkoppelt Vorder- und Hinterachse in dem Moment, in dem der Fahrer am Handbremshebel zieht.“ Der dazu nötige Befehl kann hydraulisch – wie seit Neuestem beim Polo R WRC – , pneumatisch oder mechanisch übertragen werden. Das muss innerhalb von Hundertstelsekunden geschehen. Die kleinste Verzögerung sorgt dafür, dass doch alle vier Räder blockieren. Und dann rutscht auch ein World Rally Car einfach nur geradeaus.


19:00 (MESZ)

Ogier mit Panne auf der ersten Etappe –

Latvala und Mikkelsen unter den Top Fünf.

Jari-Matti Latvala landete bei der ersten Wertungsprüfung der Rallye Griechenland mit seinem Polo R WRC auf dem dritten Platz. Mit einer Zeit von 33:34,9 Minuten beträgt der Abstand zum Erstplatzierten Evgeny Novikov 36,3 Sekunden. Pech beim Auftakt für Teamkollege Sébastien Ogier: Nach etwa einem Drittel der Strecke musste der Volkswagen Werkspilot sein Auto mit einem technischen Defekt abstellen.

 

Der Grund für den Ausfall war mangelnder Benzindruck. Deutlich besser lief es für Andreas Mikkelsen. Mit einer Zeit von 33 Minuten und 53 Sekunden brachte der Norweger seinen Polo R WRC auf dem fünften Platz ins Ziel. Der Rückstand auf den Führenden Novikov beträgt damit 54,4 Sekunden.


18:20 Uhr (MESZ)

Pech für Sébastien Ogier:
Ausfall auf der Auftakt-WP.

Das hat sich Sébastien Ogier anders vorgestellt: Auf der ersten Wertungsprüfung der Rallye Griechenland (Kineta–Pissia) musste der Franzose seinen Polo R WRC nach etwa 16 gefahrenen Kilometern mit technischem Defekt abstellen. Zur Ursache des Problems gibt es aktuell noch keine Informationen.

 

Derzeit stehen Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia in der Wertungsprüfung 1 und warten auf den Abschleppwagen, der das Fahrzeug zurück zum Serviceplatz in Loutraki bringt. Doch die beiden Franzosen sind guter Hoffnung, am Samstag zur zweiten Etappe neu starten zu können. Die Volkswagen Mechaniker haben später am Abend exakt drei Stunden Zeit für Reparaturen.


16:00 Uhr (MESZ)

Staub schlucken in der Dunkelheit:
Die erste Nachtprüfung der Saison steht bevor.

Der Auftakt zur Rallye Griechenland ist ein echtes Highlight für die Fans – und eine besondere Herausforderung für die Piloten: Die WP 2 „Kineta“ (Start um 21:26 Uhr Ortszeit) wird bei Dunkelheit gefahren.

Nachtprüfungen sind in der Rallye-WM eine Seltenheit, vor allem aus Sicherheitsgründen: So können zum Beispiel Rettungshubschrauber im Dunkeln nicht fliegen. Noch rarer sind nächtliche Schotter-Wertungsprüfungen, bei denen in der Luft stehender Staub für zusätzliche Sichtbehinderungen sorgt.

„Nacht-WPs sind etwas ganz Besonderes“, sagt Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala. „Weil du nur das siehst, was im Scheinwerferkegel liegt, wirst du durch nichts entlang der Strecke abgelenkt. Du kannst dich viel besser konzentrieren.“

Exakt diese eingeschränkten Sichtverhältnisse machen die Arbeit für die Beifahrer noch schwieriger. „Tagsüber orientiere ich mich immer wieder an bestimmten Merkmalen – Häuser, Bäume –, ob ich im Streckenaufschrieb noch an der richtigen Stelle bin“, erzählt Miikka Anttila, Copilot von Jari-Matti Latvala. „Nachts geht das nicht. Dann muss ich mich komplett auf mein Gefühl für die Bewegungen des Autos verlassen.“

Ein Vorteil ist, dass die Nacht-WP Teil einer zuvor bei Helligkeit gefahrenen Wertungsprüfung ist. „Aber bei Dunkelheit sieht vieles ganz anders aus“, schränkt Latvala ein. „Vor allem Kuppen sind dann nicht einsehbar, weil das Licht nicht über die Krümmung reicht.“ Trotzdem widmete sich Latvala der Scheinwerferbatterie seines Polo R WRC mit besonderer Sorgfalt. „Ich habe eine Stunde lang daran herumgestellt, bis ich zufrieden war.“


13:30 Uhr (MESZ)

Ogier wählt Startposition elf –

Mikkelsen beweist Teamgeist.

 

Volkswagen Pilot Sébastien Ogier, Schnellster im Qualifying, entschied sich für den bei Schotter-Rallyes idealen Startplatz: die am weitesten hinten liegende Nummer elf. Damit hat er zumindest am Freitag zehn Konkurrenten vor sich, die für ihn die Ideallinie säubern.


Nur Andreas Mikkelsen traf eine ungewöhnliche Wahl. Der Norweger, Sechster des Qualifying, hätte sich normalerweise auf Startposition sechs einsortiert. Der Volkswagen Pilot entschied sich allerdings, freiwillig weiter vorne zu starten – genau vor Teamkollege Jari-Matti Latvala. Der Finne kam im Qualifying nicht optimal zurecht und wurde nur Neunter. „Das war das schlechteste Qualifying, das ich jemals gefahren bin“, gab Latvala zu, der für die erste Etappe ein anders abgestimmtes Differenzial für die Hinterachse bekommt. Statt als Dritter kann Latvala durch Mikkelsens Schachzug als Vierter in die erste Etappe starten. Sein Nachteil ist dadurch nicht ganz so groß.


„Für mich geht es hier nicht um WM-Punkte, sondern darum, Erfahrungen zu sammeln“, erklärte Mikkelsen, der erst seine dritte Rallye im Polo R WRC bestreitet. „Durch meine Wahl kann ich meinem Teamkollegen helfen, das war für mich selbstverständlich.“


12:00 Uhr (MESZ)

Die Qual der Wahl.

 

Normalerweise sind sich die Werkspiloten einig: Wer bei einer Schotter-Rallye hinter den direkten Gegnern startet, hat Vorteile, weil die liebe Konkurrenz – unfreiwillig – den Straßenfeger spielt und die Ideallinie von losem Schotter befreit. Dementsprechend wählen die Schnellsten des Qualifying ihre Startposition so weit wie möglich hinten, der Langsamste muss ganz vorne fahren.


Am ersten Tag der Rallye Griechenland ist diese Entscheidung nicht so eindeutig. Zwar greift für die erste Wertungsprüfung (WP), mit knapp 48 Kilometern Länge ein richtiger Hammer, die übliche Strategie. Aber die zweite WP des Freitags wird ab 21:26 Uhr im Dunkeln gefahren. Dann könnte aufgewirbelter Staub die weiter hinten fahrenden Teams zumindest zeitweise zum Blindflug verurteilen.


Um dies zu verhindern, hat der Veranstalter den Startabstand von normalerweise zwei auf vier Minuten verlängert. „Wenn wie in den vergangenen Tagen ein kräftiger Wind weht, dürfte Staub kein Problem sein“, berichtete Volkswagen Pilot Sébastien Ogier vom Training, wo alle Topfahrer die Verhältnisse während der Rallye simulierten. „Wenn es aber windstill sein sollte, reichen auch vier Minuten Abstand nicht aus.“ Dann hätte der Erste in der Startreihenfolge als Einziger den immensen Vorteil der klaren Sicht.


Sébastien Ogier darf bei der Wahl der Startreihenfolge als Schnellster des Qualifying den ersten Zug machen. Der WM-Spitzenreiter steht dann vor der kniffligen Entscheidung: Hinten starten und darauf hoffen, dass der Vorteil in WP 1 aufgrund der sauberen Ideallinie größer ist als ein möglicher Zeitverlust durch Sichtbehinderung in WP 2? Oder vorne starten, in WP 1 den Straßenfeger für die Konkurrenten spielen, aber dafür in WP 2 von einwandfreier Sicht profitieren?


11:00 Uhr (MESZ)

Sébastien Ogier gewinnt Qualifying –
Teamkollegen auf den Rängen sechs und neun.

Volkswagen Werksfahrer Sébastien Ogier hat die Qualifikation zur Rallye Griechenland gewonnen. Der Franzose fuhr die 3,1 Kilometer lange Wertungsprüfung 1,1 Sekunden schneller als Dani Sordo im Werks-Citroën, eine weitere Zehntelsekunde dahinter folgte Ford-Pilot Evgeny Novikov. Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala fand noch nicht den richtigen Rhythmus und beendete das Qualifying auf Rang neun (Rückstand 3,4 Sekunden), Andreas Mikkelsen im dritten Polo R WRC von Volkswagen Motorsport kam auf Platz sechs (+2,4 Sekunden).


Um 12:15 Uhr müssen sich die Topfahrer für ihre Startposition entscheiden. Dabei hat Sébastien Ogier die erste Wahl.

Vorberichte


Mittwoch, 29.05.2013


12:00 Uhr (MESZ)

„Dieses Mal möchte ich gewinnen.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7
„Die Rallye Griechenland ist der härteste WM-Lauf des Jahres. Die Schotter-Pisten gehören zu den größten Herausforderungen, die die Rallye-Weltmeisterschaft zu bieten hat. Mit rund 300 Wertungskilometern ist sie recht kurz, was bedeutet, dass man von Anfang an schnell sein und seinen Rhythmus finden muss. Doch es gibt auch Wertungsprüfungen, in denen man vor allem auf Materialschonung bedacht sein sollte. Im vergangenen Jahr habe ich in Griechenland lange um den Sieg gekämpft, bis ich durch einen Reifenschaden nach einem Fahrfehler auf Platz drei zurückgefallen bin. Diesmal möchte ich sauber durchfahren und idealerweise um den Sieg kämpfen. Eine Podiumsplatzierung wäre gerade im Hinblick auf die Hersteller-Wertung sehr wichtig.“

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8
„Ich mag die Rallye Griechenland, denn an sie habe ich ganz besonders schöne Erinnerungen – nicht nur wegen meines Sieges 2011. Speziell der zweite Rang 2009 wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, denn das war sozusagen mein Durchbruch in der WRC-Kategorie, seitdem ging es für mich stetig bergauf. Die Rallye Griechenland ist eine der schwierigsten und härtesten des Jahres. Natürlich möchte ich am liebsten jede Rallye gewinnen, doch wir denken auch an die Weltmeisterschaft. Angesichts unserer komfortablen Führung in beiden Wertungen müssen wir nicht unbedingt gewinnen. Es reicht, wenn wir weiter regelmäßig Punkte holen.“

Andreas Mikkelsen, Polo R WRC #9
„Nach meinen ersten beiden Rallyes im Polo R WRC kann ich den Start der Rallye Griechenland kaum erwarten. Die jüngsten Testfahrten sind zudem sehr gut gelaufen. Ich habe rund 160 Kilometer abgespult und dabei sowohl an meinem Fahrstil als auch an der Abstimmung gefeilt, wodurch mein Vertrauen in den Polo R WRC weiter gestiegen ist. Nach meinem Test habe ich zwei weitere Tage in Griechenland mit dem Team verbracht, um Sébastien und Jari-Matti bei ihrer Testarbeit zu beobachten. Es war interessant, zu sehen, wo sie bremsen, wie sie das Auto in den Kurven anstellen und wie sie über die Kuppen fahren. In Portugal lag ich pro Kilometer noch rund eine Sekunde zurück, in Argentinien fehlten mir nur noch fünf Zehntelsekunden auf die Spitze. Mein Ziel ist es, diesen Abstand weiter zu verkürzen.“


Freitag, 24.05.2013


17:00 Uhr (MESZ)

„Vom Saisonverlauf positiv überrascht.“

Drei Fragen an François-Xavier „FX“ Demaison.

 

Der Polo R WRC ist das erste World Rally Car, für dessen Entwicklung Sie verantwortlich zeichnen. Wie fällt Ihr Fazit nach den ersten fünf Rallyes dieser Saison aus?


„Von dem bisherigen Verlauf dieser Saison sind wir durchaus positiv überrascht. Mit drei Siegen und Podiumsplatzierungen bei jeder Rallye hatte bei uns im Team niemand gerechnet. Wir hatten natürlich auch mit kleineren Problemen zu kämpfen, aber die haben sich glücklicherweise nicht in schlechten Resultaten niedergeschlagen. Im Gegenteil: Bis jetzt haben wir stets gute Ergebnisse eingefahren. Das hat sicher auch mit unserer guten Vorbereitung zu tun. Im vergangenen Jahr haben wir praktisch unter allen denkbaren Bedingungen getestet. Hinter allen Ingenieuren und Mechanikern liegen nun schon zwei Jahre harter Arbeit. Insofern bin ich auf das bis jetzt Geleistete schon ein wenig stolz.“



Welche technologischen Eigenschaften des Polo R WRC stechen besonders heraus?


„Da ist zunächst einmal die Serienversion des Polo: Das Auto ist sehr leicht und hat nur kurze Überhänge. Für die Entwicklung eines World Rally Car sind das sehr gute Voraussetzungen, die uns natürlich entgegenkamen. Doch das war nur die Ausgangsbasis. Im nächsten Schritt kommt dann das herausragende Teamwork hinzu. Motor, Chassis, Aufhängung, Getriebe und Elektrik – alle Abteilungen arbeiten einfach harmonisch und vor allem erfolgreich zusammen.“



 

Stichwort Weiterentwicklung: Wie kann man sich die Veränderungen des Polo R WRC von Rallye zu Rallye vorstellen?


„Das Thema Handbremse war zuletzt ein wichtiges, mit dem wir uns vor Griechenland intensiv beschäftigt haben. Beim Ziehen der Handbremse erfolgte die Trennung zur Vorderachse noch nicht so schnell, wie sich das zum Beispiel Sébastien Ogier wünscht. In Griechenland setzen wir jetzt ein neues, hydraulisches System ein, das wir planmäßig und ausgiebig getestet haben, bevor wir es jetzt im Wettbewerb einsetzen. Es ging hierbei um die Performance und nicht etwa um Haltbarkeit. Generell ist uns in diesem Punkt die Konkurrenz noch ein klein wenig voraus.“


Donnerstag, 23.05.2013


15:00 Uhr (MESZ)

Hardrock-Festival auf dem Peloponnes.

Die Rallye Griechenland gilt als die brutalste Veranstaltung im gesamten WM-Kalender. Entsprechenden Respekt haben die Fahrer vor den knüppelharten Schotterpisten. „Vollgas vom Start bis ins Ziel geht nicht, das hält kein Auto aus“, sagt Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier über das Hardrock-Festival, das immer noch den legendären Beinamen Akropolis-Rallye trägt und sich selbstbewusst „Rallye der Götter“ nennt.

 

Mit der Akropolis, der weltberühmten Tempel-Ruine in Athen, hat der griechische WM-Lauf nicht mehr viel zu tun. Zwar geht der Showstart noch in der Hauptstadt über die Bühne. Dieses Mal vor dem Zappeion, einer Wettkampfstätte der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1896. Anschließend verlagert sich die gesamte Rallye allerdings in den rund 80 Kilometer westlich gelegenen Badeort Loutraki.

 

Fußballgroße Felsbrocken liegen im Weg
Die Wertungsprüfungen sind aber noch genauso brutal wie früher. Stellenweise macht gewachsener Fels, der aus dem Schotter herausragt, Reifen und Radaufhängungen zu schaffen. Anderswo liegen fußballgroße Felsbrocken im Weg. Dazu kommt hochsommerliche Hitze von über 30 Grad. Außerdem ist die „Akropolis“ eine der wenigen Schotter-Rallyes, bei denen auch nachts gefahren wird. Dann macht in der Luft stehender Staub und zehn Meter Sichtweite Fahrern und Copiloten das Leben zur Hölle.

 

Am ersten Tag erwartet die Piloten eine Nachtprüfung
Dafür ist die Rallye Griechenland vergleichsweise kurz. Das Qualifying findet erst am Freitagmorgen (31. Mai) statt. Nach dem offiziellen Start um 17 Uhr in Athen werden noch zwei Wertungsprüfungen (WP) gefahren, darunter die knapp 48 Kilometer lange „Kineta–Pissia“ und eine weitere WP bei Dunkelheit. Nach 14 WP über insgesamt 306 Kilometer ist die Zielankunft für Sonntag gegen 15 Uhr vorgesehen.

 

Wie gewohnt geht Volkswagen Motorsport mit drei Polo R WRC ins Rennen. WM-Spitzenreiter Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (beide Frankreich) kommen als Favoriten nach Loutraki. Zu ihren härtesten Konkurrenten gehören die eigenen Teamkollegen, das finnische Duo Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila. Für die Youngster Andreas Mikkelsen (Norwegen) und Copilot Mikko Markkula (Finnland) ist die Rallye Griechenland der nächste Schritt im Lernprozess Weltmeisterschaft.


Montag, 13.05.2013


10:30 Uhr (MESZ)

„Portugal und Griechenland sind am härtesten.“

Interview mit Christoph Matzke, Reifentechniker.

 

Herr Matzke, welche Rallye stellt die größte Herausforderung für Sie dar?
Die Rallye Monte Carlo. Da haben wir immer vier verschiedene Reifentypen dabei: Spikes, Slicks und zwei Profil-Varianten. Bis zur Abfahrt des Polo R WRC aus dem Servicepark wird bis zur letzten Sekunde auf die Infos der Eisspione gewartet und gefeilscht.

In dieser WRC-Saison gab es im Vergleich zu den Vorjahren bislang sehr wenige Reifenschäden. Sind die aktuellen Reifen so standhaft oder hatten die Fahrer einfach nur Glück?

Ich glaube, das ist Zufall. Glück gehört dazu, es zählt aber auch die Fahrweise. Manche Fahrer gehen einfach schonender mit dem Material um als andere.

Wie viele Kilometer kann man im Durchschnitt mit einem Satz Reifen fahren?
Etwa 80 Kilometer auf den Wertungsprüfungen, dazu kommen die Überführungsfahrten von einer WP zur anderen. Es hängt aber auch immer davon ab, wo man unterwegs ist. Die Rallyes in Portugal und Griechenland sind für die Reifen am härtesten.

Welcher Reifentyp kommt während der Saison am häufigsten zum Einsatz?
Der harte Schotter-Reifen. Er kommt fast überall zum Einsatz. Ausnahmen sind Rallyes wie die Rallye Schweden, wo die Polo R WRC auf Spikes unterwegs sind, oder die Rallye Deutschland, die mit Slicks gefahren wird. Die weiche Schotter-Variante nehmen wir nur bei Regen, Nässe oder im Qualifying.

 

Inwieweit werden die Fahrer in die Reifenwahl miteinbezogen?
Der Renningenieur entscheidet das immer in Absprache mit den Fahrern. Auch Carlos Sainz, der uns bei fast allen Rallyes begleitet, gibt den Fahrern Empfehlungen. Manchmal müssen die Fahrer überzeugt werden. Die Ingenieure schauen auf die Wettervorhersage und entscheiden entsprechend.


Streckenprofil

DER ULTIMATIVE HÄRTETEST.

Malträtiertes Material.

Bei keiner anderen Rallye kommen Fahrer und Motoren so sehr ins Schwitzen.

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Länderprofil

GRIECHENLAND IN ZAHLEN.

Ausgewählte Fakten zum Gastgeberland der WRC.

Geographie, Klima, Wirtschaft, Auto und Verkehr: Griechenland im Kurzportrait.

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