

In der Anfangszeit hieß diese 1951 gegründete Veranstaltung noch Rallye ELPA, benannt nach dem griechischen Automobilclub. Über die Jahre bürgerte sich jedoch der Name Rallye Akropolis ein und wurde zum Inbegriff der härtesten Rallye Europas. Die „Akropolis“ ist eine der prestigeträchtigsten Rallyes der Welt, sie zählte 1973 zu den Gründungsmitgliedern der Rallye-Weltmeisterschaft und ist seitdem fester Bestandteil des Championats. Für die Teilnehmer begann die Reise traditionell vor dem berühmten Athener Wahrzeichen und dort endete sie im besten Fall auch. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass die Hoffnungen der meisten Teilnehmer vorher an einem der unzähligen griechischen Steinen und Felsen zerschellten.

Nachdem sich in den 60er-Jahren vornehmliche robuste Limousinen von Saab, Volvo, Ford und Mercedes in die Siegerlisten eingetragen haben, sorgt die zierliche Alpine A110 zu Beginn des neuen Jahrzehnts für einen historischen Triumph. Ein Leichtbau-Sportwagen gewinnt die härteste Rallye Europas! Die „blauen Reiter“ aus Frankreich holen die Plätze Eins, Zwei und Sechs, während die beiden Porsche 911 sowie die drei Lancia Fulvia nicht das Ziel erreichen. In den Folgejahren sollten die Alpine sogar noch zwei weitere Male vor der Akropolis triumphieren.

Die Akropolis Rallye 1976 wurde nach dem Ausschlussverfahren entschieden. Die Lancia Stratos von Björn Waldegård und Raffaele Pinto schieden gleich zu Beginn aus. Anschließend führte Mauro Pregliasco im dritten Stratos, bevor auch er aufgeben musste. Jean Ragnotti übernahm die Führung im Renault-Alpine A310, bis seine Hinterachse kollabierte. Da auch der Toyota von Ove Andersson unterwegs stehengeblieben war, blieben letztlich nur die langsamen, aber robusten Datsun 160J von Harry Källström und Shekhar Mehta übrig. Die Akropolis hatte mal wieder ihre Zähne gezeigt.

Zur Saison 1989 war Carlos Sainz zu Toyota gewechselt, weil er nur dort die Chance gesehen hatte, die übermächtigen Lancia Delta zu schlagen. Dennoch hatte das erste Toyota-Jahr für den Spanier noch nicht den heiß ersehnten ersten WM-Sieg gebracht. Der Knoten platzte erst bei der Rallye Akropolis 1990, seiner zwölften Rallye im Toyota. Sainz hielt das Lancia-Trio Juha Kankkunen, Miki Biasion und Didier Auriol erfolgreich hinter sich und gewann als erster Spanier einen Weltmeisterschaftslauf.

Als Colin McRae Anfang der 90er-Jahre der Sprung in die Weltmeisterschaft gelang, dauerte es nicht lange, bis sich der Schotte seinen Spitznamen verdiente: Colin „McCrash“ war immer mit mindestens einem Rad im Graben, öfters sogar mit mehreren. Doch der Schotte konnte auch anders: Bei der Rallye Akropolis schaffte er es wie kein Zweiter, sein Temperament und seinen Gasfuß zu zügeln. Mit fünf Siegen hält McRae noch heute den Rekord in Griechenland. 2002 war er in Bestform. McRae fuhr eine beständige Rallye und landete am Ende auf der obersten Stufe des Treppchens, obwohl er keine einzige Bestzeit erzielt hatte.

Knapp ein Jahr nach den olympischen Spielen war das neue Athener Stadion mit über 62.000 Besuchern wieder prall gefüllt. Die Rallye Akropolis begann mit einer fantastischen Zuschauerprüfung in der Arena, wo immer zwei Autos gleichzeitig auf Zeitenjagd gingen. Nach der Kür in Athen folgte der Pflichtanteil auf den steinigen griechischen Bergsträßchen, dem Sébastien Loeb (Citroën) dieses Jahr seinen Stempel aufdrückte. Zwölf Bestzeiten bedeuteten im Ziel einen Vorsprung von über anderthalb Minuten auf Toni Gardemeister im Ford Focus.
