Die Rallye Australien ist der Exot unter den Rallyes – und birgt so manche Überraschung für die Fahrer.
Die Rallye Australien teilt sich in der Rallye-WM einen Platz mit dem kleinen Nachbarn aus Neuseeland. Doch nicht nur dadurch ist Abwechslung geboten: Der Weltmeisterschaftslauf im Land der Kängurus hat 2011 eine neue Heimat bezogen und präsentiert den WRC-Piloten seitdem eine völlig neue Route durch den Regenwald der Coffs Coast nördlich von Sydney.

Die subtropische Winterrallye.
Dreh- und Angelpunkt der Rallye Australien ist die Kleinstadt Coffs Harbour, etwa 530 Kilometer nördlich von Sydney gelegen. Im australischen Winter verwandelt sich der entspannte Küstenort, dessen Hauptattraktion die größte Banane der Welt ist, für ein Wochenende in das Mekka des internationalen Rallye-Sports, wenn die weltbesten Fahrer im Hinterland um Punkte und Positionen kämpfen. Mit Schnee und Eis müssen die Piloten trotz der Jahreszeit nicht rechnen, die Temperaturen liegen im zweistelligen Bereich, dafür kann das subtropische Klima für starke Niederschläge sorgen und den Fahrern somit das Leben schwer machen.
Freudenfest.
Trotz der geringen Einwohnerzahl in der Region verzeichnet die Rallye einen sehr hohen Zulauf. Ein Grund dafür sind die in Australien sehr beliebten Zuschauerprüfungen, die mit großem Begleitprogramm wie Konzerten oder Feuerwerken perfekt inszeniert werden. Die WP „Coffs“ wird bei Dunkelheit direkt am Hafen der Kleinstadt ausgetragen, sozusagen einen Sternwurf vom Pazifischen Ozean entfernt.
WP Coffs: Gefahren wird direkt im weitläufigen Hafengelände von Coffs Harbour, wo auch die Start- und Zielrampe aufgebaut ist.
Ab ins Wasser:
WP Shipmans (29,03 km).
Im leicht hügeligen Hinterland der Coffs Coast wartet die wunderschöne WP „Shipmans“ mit ihren 29,03 Schotter-Kilometern auf die besten Rallyefahrer der Welt. Highlight dieser Wertungsprüfung ist zweifellos die spektakuläre Wasserdurchfahrt durch den Tallawudjah Creek nach etwa 4,5 Kilometern. Der „Watersplash“ befindet sich hinter einer schnellen Linkskurve. Heißt: Die Piloten rauschen mit hoher Geschwindigkeit und meist im Drift auf das Wasser zu.
Schotterschönheit mit Holzbrücke:
WP Grace (19,77 km).
Die Strecken in Finnland und Neuseeland gelten unter Rallyefahrern als die schönsten der Welt. Einige Wertungsprüfungen der Rallye Australien kommen dem aber gefährlich nahe. Das Paradebeispiel hierfür ist die südöstlich von Coffs Harbour gelegene WP „Grace“. Die Prüfung ist ein 19,77 Kilometer langes Fahrfest auf Schotter mit breiten und geschwungenen Straßen. In den schnellen Abschnitten ist eine gehörige Portion Mut gefordert. Toll an dieser WP ist auch die Überfahrt des Nambucca River auf einer einspurigen Holzbrücke.
Große Hafenrundfahrt:
WP Coffs (3,77 km).
Diese WP knüpft nahtlos an die große Tradition der Zuschauerprüfungen bei der Rallye Australien an. Der kleine Ort Coffs Harbour kann zwar nicht mit einer tollen Skyline als Kulisse aufwarten wie die früher gefahrene WP „Langley Park“ in der Millionenstadt Perth, dennoch haben die Veranstalter hier eine Möglichkeit geschaffen, die Rallye zu den Zuschauern zu bringen. Gefahren wird direkt im weitläufigen Hafengelände von Coffs Harbour, wo auch die Start- und Zielrampe aufgebaut ist. Wer auf der Zuschauerprüfung vom rechten Weg abkommt, muss aufpassen, dass er nicht im Wasser landet. Die Strecke verläuft direkt neben dem Pazifischen Ozean.
Rallye-Zentrum:
Opal Cove Resort, Pacific Highway, Coffs Harbour, NSW 2450, Australia
Servicepark:
Coffs Harbour Airport, Aviation Drive, Coffs Harbour, Australia
Veranstalter:
Rally Australia, 41 Gordon Street, Coffs Harbour, NSW 2450, Australia, Tel.: +61 (0)2 6648 4972,
Fax: +61 (0)2 6648 4975