Rallye Finnland 2013.

 

Traum erfüllt – Rekord aufgestellt.

Volkswagen Pilot Sébastien Ogier war auch bei der Rallye in Finnland das Maß der Dinge. Als fünfter Nicht-Skandinavier überhaupt gewann der Franzose diese Rallye und entschied dabei zwölf von 23 Wertungsprüfungen für sich. Mit einem Vorsprung von 36,6 Sekunden verwies Ogier den Belgier Thierry Neuville und den Norweger Mads Østberg (beide Ford) auf die Plätze zwei und drei.

Glückwünsche kamen sogar aus dem diplomatischen Corps: Frankreichs Botschafter in Finnland, Eric Lebedel, gratulierte Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (Polo R WRC #8) persönlich zum Sieg bei der Rallye Finnland. Anschließend feierten Tausende von Fans die beiden Franzosen auf dem Podium. „Ich fühle mich einfach unbeschreiblich“, jubelte Ogier nach seinem fünften Saisonsieg. „Diese Rallye kann man mit drei Worten zusammenfassen: Speed, Spaß und Sprünge. Während der ersten Etappe habe ich keinen optimalen Rhythmus gefunden. Ich habe wohl ein bisschen zu viel an die Meisterschaft gedacht. Aber mit dem Beginn der zweiten Etappe habe ich den Kopf freibekommen und voll attackiert.“

Entscheidend war auch, dass Beifahrer Ingrassia die vielen Sprünge ohne Schmerzen überstand. Nach einem Sturz mit dem Mountainbike trug er wegen eines noch nicht ausgeheilten Schlüsselbeinbruchs einen speziellen Kohlefaser-Panzer. „Der Schutz hat einwandfrei funktioniert“, sagte Ingrassia. „Ein einziges Mal habe ich nach einer harten Landung kurz die Luft angehalten.“

Gekrönt wurde Ogiers Leistung dann noch durch einen Rekord. Die 33,01 Kilometer lange Ouninpohja, eine der legendärsten und härtesten Wertungsprüfungen der Rallye-Saison, beendete der Franzose nach 15:08.9 Minuten. Nie zuvor war hier jemand schneller unterwegs.

Die Sieghoffnungen von Ogiers finnischem Teamkollegen Jari-Matti Latvala erlitten dagegen schon in der zweiten Wertungsprüfung einen herben Dämpfer. Bei einem Ausrutscher wurde die Radaufhängung seines Polo R WRC beschädigt. Mehr als eine Notreparatur mit Bordmitteln am Straßenrand war zunächst nicht möglich. Danach zeigte das linke Hinterrad zwar wieder halbwegs in die korrekte Richtung, das Fahrwerk war allerdings noch weit von seiner Bestform entfernt.

„Wir haben alles versucht, aber mehr war leider nicht möglich.“ Latvala versuchte alles, musste den Polo R WRC aber nach der vierten Wertungsprüfung enttäuscht abstellen. Zwar startete er am nächsten Tag gemäß Rally2-Reglement neu in die Rallye, hatte angesichts des großen Zeitverlusts aber keinerlei Siegchancen mehr. Am Ende belegten Latvala und sein Beifahrer Anttila nur den 17. Platz, sammelten aber immerhin noch sechs Punkte für die Herstellerwertung.

Trotz bescheidenerer Ziele war auch Andreas Mikkelsen, der dritte Volkswagen Motorsport-Fahrer, am Ende etwas enttäuscht. Gestartet, um weitere Erfahrungen mit dem Polo R WRC zu sammeln, fuhr der junge Norweger zum Teil auf Augenhöhe mit viel erfahreneren Piloten. Dass es am Ende „nur“ für Platz zehn und einen Punkt im Gesamtklassement reichte, lag an einem Defekt auf der 14. Wertungsprüfung: Urplötzlich verlor Mikkelsens Polo R WRC den hinteren linken Reifen. Mikkelsen musste aufgeben und konnte erst am nächsten Tag nach Rally2-Reglement wieder starten.

Dennoch zog er ein positives Fazit: „Wir haben hier bei der Rallye Finnland eine Menge gelernt. Die Sonderprüfung ‚Ouninpohja‘ war einfach unglaublich. Ich erinnere mich noch daran, wie es war, sie vergangenes Jahr mit dem S2000-Škoda zu fahren. Mit dem Polo R WRC hat man aber so viel mehr Grip, dass man viele Passagen im sechsten Gang und am Drehzahlbegrenzer nehmen kann. Auf den beiden Durchgängen so viel wie möglich zu lernen, um kommendes Jahr attackieren zu können, war das Ziel.“

Mit jetzt 90 Punkten Vorsprung führt Sébastien Ogier meilenweit in der Fahrerwertung vor dem eigenen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) und dem punktgleichen Ford-Piloten Thierry Neuville. Volkswagen Motorsport nimmt aus Finnland durch die Platzierungen von Ogier und Latvala 31 WM-Punkte mit und baut den Vorsprung in der Herstellerwertung ebenfalls aus.


Sébastien Ogier gewinnt die Rallye Finnland.
Das Video.


Rallye Finnland 2013: Endergebnis

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:43:10.4 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 2:43:47.0 +36.6  
3 M. Østberg / J. Andersson 2:44:08.0 +57.6  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:44:32.0 +1:21.6  
5 D. Sordo / C. Del Barrio 2:49:18.9 +6:08.5  
6 E. Novikov / I. Minor 2:51:50.1 +8:39.7  
7 J. Ketomaa / M. Sallinen (WRC2) 2:54:29.6 +11:19.2  
8 P. Andersson / E. Axelsson 2:54:51.9 +11:41.5  
9 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 2:55:58.5 +12:48.1  
10 A. Mikkelsen / M. Markkula 2:56:52.4 +13:42.0  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Finnland des Jahres 2013 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Samstag, 03.08.2013



Aktuelle Bilder (28)
20:12 Uhr (MESZ)


Stand nach 23 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:43:10.4 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 2:43:47.0 +36.6  
3 M. Østberg / J. Andersson 2:44:08.0 +57.6  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:44:32.0 +1:21.6  
5 D. Sordo / C. Del Barrio 2:49:18.9 +6:08.5  
6 E. Novikov / I. Minor 2:51:50.1 +8:39.7  
7 J. Ketomaa / M. Sallinen (WRC2) 2:54:29.6 +11:19.2  
8 P. Andersson / E. Axelsson 2:54:51.9 +11:41.5  
9 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 2:55:58.5 +12:48.1  
10 A. Mikkelsen / M. Markkula 2:56:52.4 +13:42.0  

20:25 Uhr (MESZ)

Ich fühle mich einfach unbeschreiblich!
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Insgesamt bin ich nicht zufrieden, denn ich hatte mir viel vorgenommen. Die Rallye begann für mich mit einem Ausrutscher, der mir die Chancen auf einen Platz auf dem Podium nahm. Bis zur Power Stage am Ende der Rallye konnte ich mein Tempo aber steigern und immerhin haben mein Beifahrer Miikka Anttila und ich noch sechs Punkte für die Hersteller-Wertung eingefahren. Darüber hinaus haben wir die Rallye genutzt, um verschiedene Abstimmungen auszuprobieren und uns auf die kommenden Rallyes vorzubereiten. Jetzt liegt mit der Rallye Deutschland das Heimspiel für Volkswagen vor uns und ich hoffe sehr, dort wieder auf dem Podium zu stehen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Ich fühle mich einfach unbeschreiblich! Mit diesem Sieg hier Finnland hat sich für mich ein Traum erfüllt. Und dazu noch der Sieg in Schweden in dieser Saison – ein tolles Gefühl, in einem Jahr diese zwei Rallyes vor den nordischen Jungs wie Mads Østberg, Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala zu gewinnen. Mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung aus den ersten Tagen wollte ich heute nicht zu viel riskieren. Nur auf der WP ‚Ouninpohja‘ habe ich alles gegeben, denn die Prüfung ist einfach fantastisch. Für mich war es das erste Mal in einem World Rally Car und der Speed mit dem Polo R WRC war einfach ohne Worte. Der Herzschlag wird deutlich schneller, man ist voller Adrenalin und genießt jeden Sprung und jeden Meter. Mein Vorsprung in der Rallye-Weltmeisterschaft ist jetzt noch mal größer, doch darauf achte ich heute nicht – jetzt will ich nur den Sieg mit meinem Team genießen. Ohne unsere eingeschworene Mannschaft wäre ich jetzt nicht hier oben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wir haben hier bei der Rallye Finnland eine Menge gelernt. Auch heute haben wir an Erfahrung gewonnen. Die Sonderprüfung ‚Ouninpohja‘ war einfach unglaublich. Ich erinnere mich noch daran, wie es war, sie vergangenes Jahr mit dem S2000-Škoda zu fahren. Mit dem Polo R WRC hat man aber so viel mehr Grip, dass man viele Passagen im sechsten Gang und am Drehzahlbegrenzer nehmen konnte. Auf den beiden Durchgängen so viel wie möglich zu lernen, um kommendes Jahr attackieren zu können, war das Ziel. Wir haben uns hier und bei den weiteren Prüfungen des Tages voll darauf konzentriert, die richtige Linie zu treffen und kein Risiko einzugehen. Trotz unseres Aufhängungsschadens gestern, bei dem wir leider die Chance eingebüßt haben, die Top Fünf zu erreichen, sind wir zufrieden mit dem, was wir erreicht haben.“


19:50 Uhr (MESZ)

„Speed, Spaß und Sprünge.“
Französischer Botschafter gratuliert Ogier.

Glückwünsche kamen sogar aus dem diplomatischen Corps. Frankreichs Botschafter in Finnland, Eric Lebedel, gratulierte Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (Polo R WRC #8) persönlich zum Sieg bei der Rallye Finnland. Anschließend feierten Tausende von Fans die beiden Franzosen auf dem Podium. „Diese Rallye kann man mit drei Worten zusammenfassen: Speed, Spaß und Sprünge“, jubelte Ogier nach seinem fünften Saisonsieg. „Während der ersten Etappe habe ich keinen optimalen Rhythmus gefunden. Ich habe wohl ein bisschen zu viel an die Meisterschaft gedacht. Aber mit dem Beginn der zweiten Etappe habe ich den Kopf freibekommen und voll attackiert.“


Entscheidend war auch, dass Beifahrer Ingrassia die vielen Sprünge ohne Schmerzen überstand. Nach einem Sturz mit dem Mountainbike trug er wegen eines noch nicht ausgeheilten Schlüsselbeinbruchs einen speziellen Kohlefaser-Panzer. „Der Schutz hat einwandfrei funktioniert“, sagte Ingrassia. „Ein einziges Mal habe ich nach einer harten Landung kurz die Luft angehalten.“


Mit jetzt neunzig Punkten Vorsprung führt Ogier meilenweit in der Fahrerwertung vor dem eigenen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) und dem punktgleichen Ford-Piloten Thierry Neuville. „Der Sieg war sicherlich ein Riesenschritt in Richtung Titel – für mich als Fahrer, aber auch für Volkswagen als Hersteller“, sagte Ogier. Volkswagen nimmt aus Finnland durch die Platzierungen von Ogier und Latvala 31 WM-Punkte mit und baute den Vorsprung in der Hersteller-Wertung ebenfalls aus. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) sicherte sich mit Rang zehn einen WM-Punkt.


17:30 Uhr (MESZ)

Ogier gewinnt überlegen die Rallye Finnland

und schnappt sich auch noch zwei Extrapunkte.

 

Der Sieg bei der Rallye Finnland war Sébastien Ogier schon vor der letzten Wertungsprüfung kaum noch zu nehmen. Dennoch drückte der Franzose im Polo R WRC #8 auch auf der abschließenden Power Stage (Painaa 2) noch einmal mächtig aufs Tempo, um sich weitere Punkte für die WM-Wertung zu sichern. Am Ende der 7,49 Kilometer langen WP 23 landete der WM-Führende auf Rang zwei und holte sich zwei zusätzliche Zähler zu den 25 WM-Punkten für seinen Premieren-Triumph in Finnland. Drei Punkte bekommt WP-Sieger Thierry Neuville (Ford), immerhin ein Extrapunkt geht an Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7 auf Platz drei.

 

Die Rallye Finnland gewinnt Ogier mit dem deutlichen Vorsprung von 36,6 Sekunden vor den Ford-Piloten Thierry Neuville und Mads Østberg (+57,6 Sekunden). Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 schaffte es trotz eines Defekts am Freitag auf einen bemerkenswerten zehnten Platz.


15:55 Uhr (MESZ)

Ogier macht mit neuem Rekord auf der legendären WP Ouninpohja das Dutzend voll.

 

Bei der vorletzten Wertungsprüfung der diesjährigen Rallye Finnland ging es ein zweites Mal über die Ouninpohja. Auf dem 33,01 Kilometer langen Teilstück gewann Sébastien Ogier im Polo R WRC #8 nicht nur die zwölfte WP dieser Rallye und machte damit das Dutzend voll. Mit einer Zeit von 15:08.9 Minuten stellte der Franzose obendrein auch noch einen neuen Rekord bei dieser legendären WP auf. Auf Rang zwei landete mit 4,6 Sekunden Rückstand Thierry Neuville, der das Duell der Ford-Piloten um den zweiten Platz in der Gesamtwertung damit gegen Mads Østberg für sich entschieden haben sollte – der Belgier liegt rund 20 Sekunden vor dem Norweger.

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) und Andreas Mikkelsen (#9) belegten auf der WP 22 die Plätze vier und sieben. Aufgrund dieser starken Leistung und wegen weiterer Ausfälle klettert Mikkelsen damit auf den zehnten Rang. Zum Abschluss der Rallye Finnland haben die Volkswagen Piloten auf der 7,49 Kilometer langen Power Stage (Painaa 2) noch einmal die Chance, bis zu drei Extrapunkte für die WM-Wertung zu sammeln.


14:50 Uhr (MESZ)

Sébastien Ogier kontrolliert das Geschehen.

„Überhaupt keine Probleme, ich habe wirklich Spaß hier“, lautete der Kommentar Ogiers nach der Zieleinfahrt auf der 21. Wertungsprüfung. Der Franzose beendete die WP Leustu 2 mit der drittschnellsten Zeit und hat weiterhin alles unter Kontrolle. Ogier verwaltet einen Vorsprung von 32,2 Sekunden vor Mads Østberg (Ford). Thierry Neuville (Ford) liegt nur 0,1 Sekunden dahinter – der Kampf um Platz zwei bleibt also spannend.

Ogiers Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen kamen auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel.


13:53 Uhr (MESZ)

Mit Bestzeit ins Finale.

Sébastien Ogier hat die Wertungsprüfung 20 gewonnen und ist nun nur noch drei WPs vom Gesamtsieg entfernt. Auf der 14,95 Kilometer langen WP Surkee 2 war keiner schneller als der Franzose. Thierry Neuville (Ford) kam mit 0,8 Sekunden Abstand ins Ziel, gefolgt von Mads Østberg (Ford). Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala landete auf Rang vier, Andreas Mikkelsen fuhr die sechstschnellste Zeit hinter Mikko Hirvonen (Citroën).

In der Gesamtwertung konnte Ogier den Vorsprung auf Østberg, der mit Neuville um Platz zwei kämpft, weiter ausbauen. Der Abstand beträgt aktuell 33,0 Sekunden.


12:37 Uhr (MESZ)

Nur Ouninpohja zählt: Sébastien Ogier hat den Finnland-Sieg im Visier.

Noch vier Wertungsprüfungen trennen Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) vom fünften Saisonsieg, seinem ersten in Finnland. Darunter ist auch der zweite Durchgang über die legendäre WP Ouninpohja. Am Morgen war Ogier auf der 33 Kilometer langen Berg-und-Tal-Bahn Schnellster, allerdings noch rund neun Sekunden vom Streckenrekord entfernt. „Heute zählt für mich nur diese Prüfung“, sagte Ogier in der Mittagspause. „Auf allen anderen geht es nur darum, heil durchzukommen.“

Kein Wunder, dass der Franzose die anderen Bestzeiten der Konkurrenz überließ. Auf der WP Painaa, auf der am Nachmittag als Power-Stage zusätzliche WM-Punkte vergeben werden, war er sogar sechs Sekunden langsamer als Verfolger Mads Østberg. Das lag allerdings vor allem daran, dass der Ford-Pilot ebenso wie Teamkollege Thierry Neuville kräftig über eine Wiese abkürzte. „Sollen sie ruhig machen, für mich ist der Gesamtsieg wichtiger als die Bestzeit auf der Power-Stage“, winkte Ogier ab.

Anders sieht dies Teamkollege Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7). „Die drei Zusatzpunkte für den Sieg auf der Power-Stage wären eine gute Entschädigung für das ansonsten nicht so toll verlaufene Wochenende“, kündigte der Finne an, der momentan 26. der Gesamtwertung ist.

Bescheidenere Ziele hat Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). „Ich bin heute morgen die WP Ouninpohja zum ersten Mal im World Rally Car gefahren“, sagte der Norweger, nach 19 Wertungsprüfungen auf Rang 15. „Auch beim zweiten Durchgang wird es für mich vor allem darum gehen, meinen Streckenaufschrieb zu optimieren. Dann bin ich nächstes Jahr optimal vorbereitet.“


11:29 Uhr (MESZ)

Entspannt in die Mittagspause.

Nach seiner Bestzeit auf der spektakulären WP Ouninpohja hat Sébastien Ogier es wieder etwas ruhiger angehen lassen. Auf der WP Painaa 1 fuhr der Franzose die fünftschnellste Zeit hinter Mads Østberg (Ford), Thierry Neuville (Ford), Mikko Hirvonen (Citroën) und Teamkollege Jari-Matti Latvala. Andreas Mikkelsen wurde Sechster.

In der Gesamtwertung hält Ogier nach wie vor einen beruhigenden Vorsprung von 31,5 Sekunden auf Østberg. Neuville folgt mit weiteren 2,8 Sekunden Abstand, Hirvonen liegt 25,4 Sekunden dahinter auf Rang vier.


10:28 Uhr (MESZ)

Sprung nach vorn:
Ogier mit Bestzeit auf WP Ouninpohja.

Frankreich schlägt Finnland: Mit einer Bestzeit von 15:26.7 Minuten hat Sébastien Ogier die legendäre WP Ouninpohja für sich entschieden – gefolgt von Mikko Hirvonen (Citroën), der trotz „Heimvorteil“ nicht mithalten konnte. Dritter wurde Thierry Neuville (Ford), Vierter Mads Østberg (Ford). Im Gesamtklassement konnte Ogier seinen Vorsprung auf 37,2 Sekunden ausbauen. Neuville ist neuer Zweiter, gefolgt von Østberg auf Rang drei.

Und wie fällt das Fazit des Führenden nach dieser spektakulären WP aus? „Einfach fantastisch“, schwärmte Ogier, „Ich habe wirklich gepusht, aber es wäre noch mehr drin gewesen.“ Teamkollege Jari-Matti Latvala kam mit sechstschnellster Zeit ins Ziel, Andreas Mikkelsen wurde Neunter.


09:10 Uhr (MESZ)

Ogier mit drittschnellster Zeit:
„Freue mich auf Ouninpohja.“

Der Vorsprung von Sébastien Ogier bleibt konstant: Mit 33,2 Sekunden Vorsprung führt der Franzose noch immer souverän vor Mads Østberg (Ford). Auf der 17. WP (Leustu 1) fuhr Ogier die drittschnellste Zeit nach Thierry Neuville (Ford) und Østberg.

„So langsam werde ich wach“, scherzte Ogier bei der Zieleinfahrt. „Jetzt freue ich mich auf Ouninpohja.“ Die längste Wertungsprüfung ist das Highlight der Rallye Finnland und wartet mit spektakulären Sprüngen auf.

Ogiers Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Jari-Matti Latvala beendeten die WP Leustu auf den Plätzen fünf und sechs.


09:10 Uhr (MESZ)

Früher war alles besser: An Niederlagen beim Heimspiel haben sich die Finnen langsam gewöhnt.

1951 wurde die Rallye Finnland zum ersten Mal ausgerichtet, damals noch als „Rundfahrt um Jyväskylä“. Als 1973 die Marken-Weltmeisterschaft eingeführt wurde, zählte die inzwischen zur „1000 Seen Rallye“ umgetaufte Veranstaltung zu den Gründungsmitgliedern. Und eigentlich gewannen immer Finnen.


Die Hochgeschwindigkeitspisten durch das von der letzten Eiszeit mit unzähligen Seen und ebenso vielen Sprungkuppen gesegnete Mittelfinnland sind so speziell, dass Mittel- und erst recht Südeuropäer regelmäßig fürchterliche Prügel bezogen – wenn sie sich denn überhaupt nach Jyväskylä trauten. Exzessives Training wie bei anderen WM-Läufen war in Finnland nämlich nicht möglich. Die lokale Polizei überwachte gnadenlos das Speedlimit von höchstens 80 km/h, an vielen Stellen sogar noch weniger. Nur wer hier auch im Rest des Jahres Rallyes fuhr, konnte sich an das erforderliche Tempo von regelmäßig knapp 200 km/h herantasten. Einige der Größten der Branche, wie Walter Röhrl, kniffen deswegen sogar ganz vor dem Duell mit den verrückten Driftern aus dem Norden. Höchstens der eine oder andere Schwede konnte sich mal in die Siegerlisten eintragen.


Erst 1990 geschah das Unglaubliche: Mit dem Spanier Carlos Sainz holte zum ersten Mal in der Geschichte ein Nicht-Skandinavier den Sieg. Seitdem haben auch andere dieses Kunststück geschafft, allen voran der neunmalige Weltmeister Sébastien Loeb mit insgesamt drei Siegen.


Aber noch immer stand zumindest ein Finne mit auf dem Podium. Auch das war 2003 Geschichte, als ein Este (Markko Märtin) vor einem Norweger (Petter Solberg) und einem Engländer (Richard Burns) gewann. Könnte sein, dass die Hausherren dieses Mal eine ähnliche Schlappe kassieren – kurz vor dem Ziel führt der Franzose Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) vor dem Norweger Mads Østberg und dem Belgier Thierry Neuville (beide Ford).


08:45 Uhr (MESZ)

Volksfestatmosphäre bei der schnellsten Rallye des Jahres.

Wohnwagen, Zelte und 800.000 feiernde Fans: Die Rallye in Finnland ist ein Volksfest. Timo Solvonen ist mit drei Freunden für ein verlängertes Wochenenende nach Jyväskylä gekommen, um seine Rallye-Helden beim diesjährigen WRC-Lauf anzufeuern. „Rallye ist bei uns ein Nationalsport. Und in Finnland gibt es die spektakulärsten Wertungsprüfungen“, erzählt Solvonen. Was bei den vier jungen Männern nicht fehlen darf? „Ein Grill und eine Kühlbox voll mit Bier. Angesichts der Alkoholpreise in Skandinavien ein kostspieliges Vergnügen im Vergleich zu Deutschland. „Aber dafür ist der Spaß garantiert“, versichern die vier jungen Männer.


08:15 Uhr (MESZ)

Souverän in Führung:
Ogier geht kein Risiko ein.

Mit über 30 Sekunden Vorsprung ist Sébastien Ogier in den dritten und letzten Tag der Rallye Finnland gestartet – da kann man es schon einmal etwas entspannter angehen lassen. Der Volkswagen Pilot beendete die 16. WP (Surkee 1) als Fünftschnellster. Teamkollege Jari-Matti Latvala kämpft sich weiter durchs Feld und fuhr die drittschnellste Zeit. Mikko Hirvonen (Citroën) landete auf Rang zwei, Mads Østberg holte die Bestzeit. Der Ford-Mann liegt immer noch 33,5 Sekunden hinter Ogier, überholte aber den Belgier Thierry Neuville (Ford) und ist nun neuer Gesamt-Zweiter.

Andreas Mikkelsen ist nach seinem gestrigen Ausfall wieder unterwegs und fuhr die sechstschnellste Zeit. Der Norweger liegt aktuell auf Gesamtrang 18.

Freitag, 02.08.2013


Aktuelle Bilder (21)
Letztes Update: 23:08 Uhr (MESZ)


Stand nach 15 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:38:34.7 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 1:39:12.8 +38.1  
3 M. Østberg / J. Andersson 1:39:13.7 +39.0  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:39:36.1 +1:01.4  
5 K. Meeke / C. Patterson 1:39:44.2 +1:09.5  
6 J. Nikara / J. Kalliolepo 1:40:53.3 +2:18.6  
7 D. Sordo / C. Del Barrio 1:41:19.7 +2:45.0  
8 J. Ketomaa / M. Sallinen (WRC2) 1:44:48.6 +6:13.9  
9 E. Novikov / I. Minor 1:45:13.2 +6:38.5  
10 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 1:45:58.8 +7:24.1  

22:10 Uhr (MESZ)

„Ich will mir den Traum vom Sieg erfüllen.“

Statements aus dem Volkswagen Team.


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Ich bin zufrieden, wie der zweite Tag bei unserer Heimrallye verlaufen ist. Wir sind unter Rally-2-Reglement gestartet und haben so die Strecke als erstes Auto eröffnet. Heute Morgen, als die Piste vom Regen noch nass war, war das sicher ein kleiner Vorteil, denn der Grip war etwas höher. Beim zweiten Durchgang war das Gegenteil der Fall, denn viele Rillen und die unterschiedliche Spuren kleinerer Rallye-Autos haben uns das Fahren nicht leichter gemacht. Das Tagesziel haben wir aber erreicht: sicher ins Ziel zu fahren. Wir haben zudem ein paar Veränderungen an der Abstimmung des Polo ausprobiert, die uns im Hinblick auf kommende Rallyes helfen könnten.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Mehr als 30 Sekunden sind wirklich ein guter Vorsprung auf den Zweiten, aber die Rallye ist noch lange nicht zu Ende. Vor allem, weil uns morgen noch zweimal die legendäre Sonderprüfung ‚Ouninpohja‘ erwartet – für mich das absolute Highlight an diesem Wochenende. Ich kann es kaum erwarten, hier endlich mit einem World Rally Car zu fahren. Der Tag heute war super für uns. Wir haben Gas gegeben, sind aber nicht bis ans äußerste Limit gegangen. Die Pisten waren vorallem am Nachmittag sehr rauh und schwierig. Die Gefahr eines Plattfußes war einfach zu groß für eine bedingungslose Attacke. Natürlich stehen Punkte für die Weltmeisterschaft an oberster Stelle, aber ich will versuchen, mir den Traum vom ersten Sieg bei der Rallye Finnland zu erfüllen.“


Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein Tag mit Höhen aber leider auch Tiefen für mich. Es gibt in der Rallye-WM, vor allem aber bei der Rallye Finnland für mich immer noch viel zu lernen. Die meisten Prüfungen des Tages bin ich heute das erste Mal in einem World Rally Car gefahren. Sie möglichst schnell mit möglichst wenig Risiko zu bewältigen war unser Plan. Und er ist beinahe aufgegangen. Die 13. Wertungsprüfung, ‚Mökkiperä‘, habe ich besonders genossen. Brems-, Schalt- und Einlenkpunkte waren so, wie ich mir das vorgestellt habe. Bis dahin lief also alles nahezu perfekt. Leider war nach der folgenden Prüfung mit einem Aufhängungsschaden für mich Schluss. Schade, denn ein Top-5-Resultat wäre für mich möglich gewesen. Das Team wird den Polo aber für morgen wieder top vorbereiten und ich werde unter Rally-2-Reglement erneut starten.“


20:45 Uhr (MESZ)

Ogier warnt trotz fast 40 Sekunden Vorsprung:

„Noch kann viel passieren.“

 

Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) steuert unbeirrt auf seinen ersten Sieg bei der Rallye Finnland zu. „Es war ein perfekter Tag ohne jegliche Probleme“, strahlte der Franzose im Ziel der zweiten Etappe. „Meine größte Sorge war, Reifenschäden zu vermeiden. Ich bin deswegen da, wo die Piste schon stark aufgerissen war, besonders vorsichtig gefahren.“ Ogier gewann sieben der neun Wertungsprüfungen am Freitag. Stolze 38,1 Sekunden beträgt sein Vorsprung vor Thierry Neuville (Ford) – für die Rallye Finnland eine Ewigkeit. „Aber morgen ist noch ein langer Tag, noch kann viel passieren“, schaute Ogier auf den Samstag voraus, an dem weitere acht WP mit einer Gesamtlänge von 130 Kilometer auf dem Programm stehen.

 

Nach dem Ausfall vom Donnerstag (bei einem Ausrutscher beschädigte Radaufhängung) arbeitete sich Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) am Freitag aus den Tiefen des Klassements wieder nach vorne. Nach 15 von 23 Wertungsprüfungen ist der Sieger der Rallye Griechenland schon wieder auf Rang 42 angelangt. „Heute morgen hat es richtig Spaß gemacht“, fasste Latvala den Tag zusammen „Am Nachmittag habe ich dagegen mit  tiefen Spurrillen zu kämpfen gehabt.“ Verursacher waren die Fahrzeuge der nationalen Rallye, die zwischen den beiden Durchläufen des WM-Laufes die Pisten nutzten. Die seriennahen Fahrzeuge haben eine deutlich schmalere Spurweite als die World Rally Cars vom Schlage eines Polo R WRC.     

 

Pech hatte Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). Wegen eines Schadens der Radaufhängung musste der Norweger nach Wertungsprüfung 14 aufgeben. Der Neustart am Samstag zur Abschlussetappe gemäß Rally2-Reglement ist fest eingeplant.


20:00 Uhr (MESZ)

Ogier beendet Super-Freitag mit weiterem Sieg.

 

Wie schon am Donnerstag endete auch die zweite Etappe der Rallye Finnland mit der nur 2,06 Kilometer kurzen Wertungsprüfung Killeri. Und erneut lief alles nach Plan für Sébastien Ogier im Polo R WRC #8. Mit seinem sechsten WP-Erfolg hintereinander schloss der Franzose einen herausragenden Freitag ab. Bei sieben der neun Wertungsprüfungen war der WM-Führende nicht zu schlagen. In der Gesamtwertung baute der Franzose seinen Vorsprung vor den Ford-Piloten Thierry Neuville (+38,1 Sekunden) und Mads Østberg (+39,0 Sekunden) noch einmal aus. Der Viertplatzierte Mikko Hirvonen (Citroën) hat inzwischen mehr als eine Minute Rückstand.

 

Auch Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7 zeigte zum Abschluss der zweiten Etappe eine starke Leistung und landete wie schon auf der WP zuvor auf Rang drei. Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 konnte aufgrund eines Fahrzeugschadens nicht zur letzten Wertungsprüfung des Freitags antreten. Der Norweger startet am Samstag zur dritten Etappe gemäß Rally2-Reglement.


18:15 Uhr (MESZ)

Fünfter WP-Erfolg in Folge für Ogier.

Latvala starker Dritter – Mikkelsen im Pech.

 

Der WM-Führende Sébastien Ogier ist am heutigen Tag bei der Rallye Finnland nicht zu bremsen. Auf der 23,66 Kilometer langen 14. Wertungsprüfung (Lankamaa 2) feierte der Volkswagen Pilot bereits den sechsten WP-Erfolg am Freitag und den fünften hintereinander. Damit baute der Franzose seine Führung in der Gesamtwertung vor dem neuen Zweitplatzierten Thierry Neuville (Ford) auf 36,3 Sekunden aus. Mads Østberg (Ford) fiel aufgrund einer gebrochenen Felge zurück und ist nur noch auf Rang drei.

 

Eine starke Leistung zeigte auch Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7, der hinter Neuville die drittschnellste Zeit auf der WP 14 fuhr. Schlechter lief es für Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9, der bis zur letzten Zwischenzeit auf ein sehr gutes Ergebnis zusteuerte, dann aber mit einem Defekt an der Hinterachse auf dem letzten Teilstück rund 40 Sekunden verlor. Die zweite Etappe der Rallye Finnland ist aufgrund des großen Schadens für den Norweger beendet – er startet am Samstag zur dritten Etappe gemäß Rally2-Reglement.


17:11 Uhr (MESZ)

Souverän an der Spitze:
Sébastien Ogier setzt sich ab.

Mit einer Bestzeit auf der WP 13 (Mökkiperä 2) hat Sébastien Ogier seinen Vorsprung auf Mads Østberg (Ford) weiter ausgebaut. Der Abstand beträgt nun 12,4 Sekunden. Der Drittplatzierte Thierry Neuville (Ford) hatte einen Reifenschaden zu beklagen und liegt dadurch bereits 32,2 Sekunden zurück, Mikko Hirvonen (Citroën) folgt mit weiteren 10,7 Sekunden Abstand auf Rang vier.

Für Sébastien Ogier wäre noch mehr drin gewesen: „Ich habe es etwas ruhiger angehen lassen. Es ist wichtig, konzentriert zu bleiben. Hier holt man sich schnell einen Platten“, erklärte der Franzose. Die Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen landeten bei dieser WP auf den Plätzen fünf und sechs.


16:26 Uhr (MESZ)

Sébastien Ogier baut den Vorsprung aus.

Mit einer weiteren Bestzeit auf WP 12 (Palsankylä 2) hat Sébastien Ogier seine Führung verteidigt und seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mads Østberg (Ford) auf 9,9 Sekunden ausgebaut. Thierry Neuville, der als Zweitschnellster ins Ziel kam, liegt auf Gesamtrang drei.

 

Pech hatte Mikko Hirvonen (Citroën), der mit zwei platten Reifen ins Ziel kam und auf der Strecke viel Zeit einbüßte. Im Gesamtklassement liegt der Finne immer noch auf Rang vier. Jari-Matti Latvala beendete diese WP mit der drittschnellsten Zeit, Teamkollege Mikkelsen wurde Sechster.


15:20 Uhr (MESZ)

Gestärkt aus der Mittagspause:
Ogier holt die Führung zurück.

Sébastien Ogier hat sich nach der Mittagspause die Führung im Gesamtklassement geschnappt. Mit einer souveränen Bestzeit auf WP 11 (Jukojärvi 2) setzte sich der Volkswagen Pilot in der Gesamtwertung 3,8 Sekunden vor Mads Østberg. Auf den Plätzen drei und vier folgen Mikko Hirvonen (Citroën) und Thierry Neuville (Ford).

Sébastien Ogier: „Das war eine gute WP für uns. Ich habe schon gepusht, bin aber auch nicht zu viel Risiko eingegangen.“ Jari-Matti Latvala, der aufgrund seines Rückstands als Erster in die Prüfungen starten muss, fuhr die fünftschnellste Zeit, Teamkollege Andreas Mikkelsen wurde Siebter.


14:10 Uhr (MESZ)

„Schneller nur mit mehr Risiko“ – Sébastien Ogier will den Finnland-Sieg nicht um jeden Preis.

Zur Mittagspause am Freitag sind die ersten drei nur durch 7,5 Sekunden getrennt. Mittendrin: Sébastien Ogier (Polo R WC #8), nur 0,8 Sekunden hinter Spitzenreiter Mads Østberg (Ford). „Die erste Wertungsprüfung heute Morgen habe ich ein wenig verschlafen“, gab der Franzose zu. „Aber ich bin insgesamt zufrieden. Ich bin weiter in der Spitzengruppe, mehr will ich im Moment gar nicht.“ Zumal der Tabellenführer auch die Meisterschaft im Auge behalten muss. „Ich könnte sicher noch schneller fahren, aber nur mit mehr Risiko.“ Diese Option will sich Ogier für die Abschlussetappe am Samstag offenhalten. „Ich muss nicht attackieren, ich kann auf das Tempo der anderen reagieren.“


Eine Lehrstunde der besonders schnellen Art waren die vier Wertungsprüfungen am Morgen für Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). „Das letzte Mal bin ich die Rallye Finnland mit dem Škoda Fabia Super 2000 gefahren“, erzählte der Norweger. „Der Unterschied zum World Rally Car ist doch gewaltig, der Polo R WRC ist so viel schneller.“ Deswegen ganz oben auf dem Lehrplan: Erfahrungen sammeln und den Streckenaufschrieb („Gebetbuch“) an das höhere Tempo anpassen. Mikkelsen geht als Sechster in die Nachmittagsschleife.


Nach dem Ausstieg vom Donnerstag und dem Neustart am Freitagmorgen gehört Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) zu den schnellsten Piloten. „Als Erster starten zu müssen, ist ein kleiner Nachteil“, berichtete der Finne. „Aber bis jetzt läuft alles nach Plan.“ Dazu gehört auch, ein paar Dinge in Sachen Fahrwerksabstimmung für die nächste Schotter-Veranstaltung im Kalender, die Rallye Australien Mitte September, zu testen. Latvala liegt in der Gesamtwertung momentan zwar nur auf Rang 67. Als Neunter der für die Hersteller-Wertung nominierten Piloten würde er Volkswagen aber noch zwei WM-Punkte sichern.


12:40 Uhr (MESZ)

Packendes Duell zwischen Ogier und Østberg.

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen fasziniert die Rallye-Fans zur Halbzeit des heutigen Freitags: Im Kampf um die Spitze des Feldes hat Sébastien Ogier den Rückstand auf den Führenden Mads Østberg (Ford) weiter verringert: Dem Franzosen, der auf der zehnten WP (Lankamaa 1) die Bestzteit holte, fehlen jetzt nur noch 0,8 Sekunden zur Spitze. Auf den Plätzen drei und vier folgen Mikko Hirvonen (Citroën) und Thierry Neuville (Ford). Wie eng es zugeht, zeigt der geringe Abstand zwischen den Plätzen eins und vier – er beträgt lediglich 11,4 Sekunden.

Jari-Matti Latvala kann durch seinen gestrigen Ausfall und die dadurch verlorene Zeit zwar nicht mehr ganz vorne mitmischen, holte aber auf dieser WP die fünftschnellste Zeit und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang 25. Andreas Mikkelsen, der Siebter wurde, liegt weiterhin auf Platz sechs.


10:45 Uhr (MESZ)

Spannender Kampf an der Spitze.

Die Top-Piloten der Rallye-Weltmeisterschaft schenken sich nichts: Auf der neunten Wertungsprüfung der Rallye Finnland (Mökkiperä 1) holte Mads Østberg (Ford) die Bestzeit vor Mikko Hirvonen (Citroën). Auf den Plätzen drei und vier folgen die Volkswagen Fahrer Jari-Matti Latvala und Sébastien Ogier. Der Franzose liegt nun auf Gesamtplatz zwei hinter Østberg, der einen knappen Vorsprung von 2,4 Sekunden hält. Weitere 2,9 Sekunden dahinter liegt Hirvonen, gefolgt von Thierry Neuville (Ford).

Andreas Mikkelsen wurde auf dieser WP Neunter und liegt auf Gesamtrang sieben.


10:28 Uhr (MESZ)

Sébastien Ogier erobert die Führung.

Klasse Leistung, Séb! Sébastien Ogier hat die Führung im Gesamtklassement der Rallye Finnland übernommen. Der Franzose holte die Bestzeit auf der achten WP (Palsankylä 1), die er sich allerdings mit seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala teilen muss. Der Finne gibt weiterhin alles, liegt in der Gesamtwertung durch seinen gestrigen Ausfall allerdings weit abgeschlagen am hinteren Ende des Feldes.

Andreas Mikkelsen kam mit 10,9 Sekunden Rückstand als Achtschnellster ins Ziel und verbesserte sich auf Gesamtplatz sechs.


09:30 Uhr (MESZ)

Latvala mit drittschnellster Zeit –
Ogier verteidigt Gesamtrang zwei.

Nach seinem gestrigen Ausfall hat Jari-Matti Latvala nun die Jagd nach der verlorenen Zeit aufgenommen. Der Finne gab seinem Polo R WRC #7 auf der ersten Wertungsprüfung des heutigen Tages (Jukojärvi 1) die Sporen. Das Resultat: drittschnellste Zeit hinter Mikko Hirvonen (Citroën) und Mads Østberg (Ford), der nun neuer Gesamtführender ist.

Latvalas Teamkollege Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) kam als Viertschnellster ins Ziel und verteidigt weiterhin Gesamtplatz zwei. Sein Abstand zu Østberg beträgt nur 0,8 Sekunden – gut möglich, dass der Volkswagen Pilot schon auf der nächsten WP die Führung erobert.

Andreas Mikkelsen fuhr im Polo R WRC #9 auf Platz acht und liegt in der Gesamtwertung auf Rang sieben.

Donnerstag, 01.08.2013


Aktuelle Bilder (21)
Letztes Update: 23:03 Uhr (MESZ)


Stand nach sechs von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 T. Neuville / N. Gilsoul 25:33.3 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 25:38.5 +5.2  
3 M. Østberg / J. Andersson 25:42.2 +8.9  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 25:47.1 +13.8  
5 J. Hänninen / T. Tuominen 25:50.3 +17.0  
6 K. Meeke / C. Patterson 25:50.8 +17.5  
7 E. Novikov / I. Minor 25:54.2 +20.9  
8 A. Mikkelsen / M. Markkula 25:56.7 +23.4  
9 D. Sordo / C. Del Barrio 26:10.4 +37.1  
10 J. Nikara / J. Kalliolepo 26:21.0 +47.7  

22:10 Uhr (MESZ)

„Morgen geht die Rallye erst richtig los.
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Nach der ersten Wertungsprüfung hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Leider habe ich auf der zweiten wohl etwas zu viel attackiert. Nach einer schnellen Rechtskurve und einer kleineren Kuppe wurde das Auto etwas mehr entlastet, als ich dachte. Dadurch wurde ich an dieser Stelle etwas zu weit nach außen getragen und habe einen Stein am Rand der Strecke getroffen. Das hat sofort die Aufhängung beschädigt. Wir haben danach immer wieder versucht, den Polo zu reparieren – unter anderem mit einem Riemen der Lichtmaschine. Leider hat das nicht bis zum Ende des Tages gehalten. Ich möchte mich beim Team für meinen Fehler entschuldigen. Morgen und übermorgen werde ich alles dafür geben, möglichst viele Punkte für die Herstellerwertung zu retten.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Ich bin wirklich froh, dass wir den Tag hinter uns gebracht haben. Für nur rund 45 Wertungskilometer knapp zehn Stunden im Auto zu verbringen, war ehrlich gesagt etwas langweilig. Außerdem war es dadurch nicht so einfach, einen guten Rhythmus zu finden. Auf den Verbindungsetappen hätte ich mir manchmal einen Tempomat im Polo R WRC gewünscht, da man hier die meiste Zeit nur 60 km/h fahren darf. Davon abgesehen war der Tag aber absolut in Ordnung für uns. Ich bin nicht perfekt gefahren, aber der Abstand zur Spitze hält sich im Rahmen. Ich habe mich heute noch etwas zurückgehalten, denn aufgrund des Regens am Nachmittag war es an manchen Stellen ausgesprochen rutschig. Die Zuschauerprüfung am Ende war ebenfalls nicht ganz einfach zu fahren. Morgen geht die Rallye erst richtig los, da werde ich versuchen, von Anfang an einen besseren Rhythmus zu finden und mich zu steigern.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Die Rallye ist für uns richtig gut losgegangen. Die Zeiten liegen verdammt eng beeinander. Wir hatten von Beginn an einen guten Rhythmus, haben nicht allzu viel riskiert und waren dennoch nah an den Top-Zeiten. Ich bin zufrieden mit dem, was wir haben, und wir wissen, wo wir uns noch verbessern können. Nur auf der vierten Wertungsprüfung haben wir etwas zu viel Zeit liegen gelassen, als wir nach einem Verbremser kurz zurücksetzen mussten. Dennoch: Daumen hoch zum ersten Tag bei der Rallye Finnland. Und wir freuen uns auf die kommenden beiden Tage.“


20:00 Uhr (MESZ)

Guter Abschluss der ersten Etappe:

Ogier verbessert sich auf Platz zwei.

Zum Abschluss der ersten Etappe erwartete die Rallye-Piloten am Donnerstagabend noch einmal eine schnelle Nummer. Obwohl die sechste Wertungsprüfung (Killeri 1) nur 2,06 Kilometer kurz war, konnte Sébastien Ogier im Polo R WRC #8 als Fünftplatzierter noch einmal Zeit gutmachen. In der Gesamtwertung zog der Franzose dadurch an Mads Østberg (Ford) vorbei. Der Volkswagen Pilot belegt nun mit 5,2 Sekunden Rückstand auf Thierry Neuville (Ford), der die letzte WP gewann, den zweiten Platz. Sein Vorsprung vor Østberg beträgt 3,7 Sekunden. „Die Rallye geht erst morgen richtig los“, sagte Ogier. „Das wird sicher ein spannender Tag.“

 

Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) schaffte zum Ende des Tages einen guten vierten Rang und konnte Position acht in der Gesamtwertung, mit knapp 24 Sekunden Rückstand auf die Spitze, verteidigen. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) kam dagegen nicht ins Etappenziel. Nach einem Ausrutscher, der eine beschädigte Radaufhängung zur Folge hatte, gab der Finne auf. Mit repariertem Auto wird er gemäß Rally2-Reglement am Freitag zur zweiten Etappe neu starten.


18:51 Uhr (MESZ)

Regennasse Strecke zwingt zur Vorsicht –
Sébastien Ogier verteidigt Gesamtrang drei.


Schwierige Bedingungen auf der fünften WP zwangen Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) zur Vorsicht, weshalb der Franzose die Ziellinie als Sechstschnellster überquerte. Durch den anhaltenden Regen wurde die Strecke mehr und mehr überflutet. Im Gesamtklassement verteidigt Ogier aber weiterhin Platz drei.

Der Ford-Pilot Mads Østberg konnte die fünfte WP gewinnen und verbesserte sich dadurch auf Rang zwei der Gesamtwertung. Mikko Hirvonen (Citroën), der als letzter Fahrer startete, verlor durch die widrigen Bedingungen am meisten Zeit und beendete die WP5 nur mit der zwölftschnellsten Zeit. Im Gesamtklassement rutschte der Finne dadurch auf den fünften Platz ab.

Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) hatte ebenfalls zu kämpfen und wurde Zehnter. In der Gesamtwertung verlor der Norweger und rutschte auf Position acht ab.


17:55 Uhr (MESZ)

Latvala muss erste Etappe beenden.

Was für ein Pech für Jari-Matti Latvala. Ausgerechnet sein Heimspiel muss der Finne vorzeitig beenden. Nachdem er in der vierten Wertungsprüfung noch einmal zweieinhalb Minuten verlor, stellte der Finne seinen Polo R WRC für heute ab.

 

„Wir konnten die beschädigte Radaufhängung leider nicht ausreichend reparieren“, begründete der Finne. Stattdessen werden die Mechaniker nun in aller Ruhe den Schaden beheben, Latvala startet zur zweiten Etappe am Freitag gemäß Rally2-Reglement neu.


Latvala hatte auf der zweiten Wertungsprüfung einen Stein getroffen, wodurch die linke hintere Radaufhängung brach. In der Folge war das Team auf Gesamtrang 90 zurückgefallen.


17:15 Uhr (MESZ)

Spannender Dreikampf an der Spitze.

Bereits am ersten Tag der Rallye Finnland entwickelt sich ein spannender Dreikampf zwischen Thierry Neuville (Ford) und seinen Verfolgern Mikko Hirvonen (Citroën, zweiter Platz) und Sébastien Ogier (dritter Platz). Der Volkswagen Pilot bleibt Spitzenreiter Neuville mit nur 1,6 Sekunden Abstand dicht auf den Fersen.

Auf der vierten WP des heutigen Donnerstags holte Neuville die Bestzeit, gefolgt von Hirvonen und Ogier. Dessen Teamkollege Andreas Mikkelsen hatte Pech und verlor Zeit, weil er auf der Strecke zurücksetzen musste. Der Norweger belegt aktuell Gesamtrang sieben.


15:20 Uhr (MESZ)

Ogier in Führung –

Drama um Latvala.


Nach den ersten drei Wertungsprüfungen der Rallye Finnland liegt Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) in Führung, exakt zeitgleich mit Thierry Neuville (Belgien) im Ford. Citroën-Werkspilot Mikko Hirvonen liegt nur 1,1 Sekunden dahinter. „Alles läuft perfekt bis jetzt“, erzählte Ogier. „Dass es hier um Zehntelsekunden geht, habe ich erwartet.“


Volkswagen Junior Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) ist nach der ersten Schleife der Donnerstagsetappe Sechster, 10,4 Sekunden hinter Teamkollege Ogier.


Jari-Matti Latvalas Sieghoffnungen beim Heimspiel erlitten dagegen schon in der zweiten Wertungsprüfung einen herben Dämpfer. Bei einem Ausrutscher wurde die Radaufhängung seines Polo R WRC beschädigt. Mehr als eine Notreparatur mit Bordmitteln am Straßenrand war zunächst nicht möglich. Danach zeigte das linke Hinterrad zwar wieder halbwegs in die korrekte Richtung, das Fahrwerk war allerdings noch weit von seiner Bestform entfernt. „Wir haben alles versucht, aber mehr war leider nicht möglich.“


Nach über 80 Kilometern Verbindungsetappe erreichten Latvala und Beifahrer Miikka Anttila die WP 3 um 28 Minuten verspätet. Dafür kassierten sie 4:40 Minuten Strafzeit, zehn Sekunden pro Minute Verspätung. In der Prüfung verloren die beiden Finnen noch einmal drei Minuten und fielen im Gesamtklassement weit zurück.


13:30 Uhr (MESZ)

Pech für Jari-Matti Latvala –
Sébastien Ogier nach WP 2 auf Gesamtrang vier.

Schade, Jari-Matti! Auf der zweiten Wertungsprüfung (Torittu 1) verlor der Finne viel Zeit. Schuld war ein Stein, der die linke hintere Aufhängung des Polo R WRC beschädigte. Mit 39,2 Sekunden Rückstand konnte Latvala seinen Polo ins Ziel retten, fiel dadurch allerdings auf Gesamtrang 16 zurück. Ob das Auto für die nächste Prüfung wieder fit gemacht werden kann, steht zurzeit noch nicht fest.

Für Teamkollege Sébastien Ogier lief es besser. Der Franzose ließ es etwas ruhiger angehen, nachdem er über Funk vom Pech Latvalas erfahren hatte. Er erreichte das Ziel als Fünftschnellster und belegt Platz vier in der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf den Führenden Thierry Neuville (Ford), der diese WP für sich entscheiden konnte, beträgt allerdings nur 0,9 Sekunden – ein Wimpernschlag, den Ogier schon auf der nächsten Prüfung (WP Koukunmaa, Start um 14:18 Uhr MESZ) locker wieder aufholen kann.

Andreas Mikkelsen fuhr im dritten Polo R WRC auf Platz sechs und belegt auch im Gesamtklassement den sechsten Platz.


11:55 Uhr (MESZ)

Starker Start in die Rallye:
Plätze eins und zwei auf der ersten WP.

Sébastien Ogier schlägt zurück: Nachdem der Volkswagen Pilot im gestrigen Qualifying den Kürzeren gezogen hatte und sich Mikko Hirvonen (Citroën) knapp geschlagen geben musste, ist der Franzose auf der ersten WP der Rallye Finnland mit 2:39.1 Minuten die schnellste Zeit gefahren. Teamkollege Jari-Matti Latvala kam mit 1,2 Sekunden Abstand als Zweiter ins Ziel. Hirvonen landete weitere 0,2 Sekunden dahinter auf Rang drei.

Der dritte Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen fuhr mit einer Zeit von 2:41.5 Minuten auf den siebten Platz.


11:48 Uhr (MESZ)

Kohlefaser schützt Julien Ingrassias Schlüsselbein.

 

Julien Ingrassias linkes Schlüsselbein besteht derzeit aus vier Einzelteilen, die von Schrauben zusammengehalten werden – die noch nicht ganz ausgeheilte Folge eines Sturzes mit dem Mountainbike. Um die Belastungen der Rallye Finnland dennoch zu überstehen, greift der Franzose auf einen aus Kohlefaser gefertigten Körperpanzer zurück, der in ähnlicher Form von Eishockeyprofis verwendet wird.

 

„Das Teil wurde speziell für mich entwickelt“, so Ingrassiaüber das Polster, das den Druck der Gurte und des HANS-Systems vom angeknacksten Schlüsselbein fernhalten soll. „Im Shakedown gestern hat das sehr gut funktioniert.“ Typisch Ingrassia: Auf dem Schulterpanzer prangt ein Aufkleber mit einer Faust, Zeigefinger und kleiner Finger sind abgespreizt – das internationale Erkennungszeichen der Heavy-Metal-Fans. „In meinem Fall bedeutet das vor allem: Ich lasse mich nicht unterkriegen, die Show muss weitergehen.“

Mittwoch, 31.07.2013


22:50 Uhr (MESZ)

Home, Speed Home.
Jari-Matti Latvala über die Rallye Finnland. Das Video.


Aktuelle Bilder (14)
Letztes Update: 21:36 Uhr (MESZ)


21:07 Uhr (MESZ)

„Bis in die Haarspitzen motiviert.
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Ich freue mich sehr, dass die Rallye morgen richtig losgeht. Wir haben uns sorgfältig vorbereitet und mein Polo fühlt sich sehr gut an, ich bin recht zuversichtlich. Beim Qualifying war ich etwas zu vorsichtig, aber Platz fünf ist dennoch eine gute Ausgangsposition. Die Zeiten im Training lagen sehr eng beieinander, die Zuschauer dürfen sich auf eine spannende Rallye freuen. Vor heimischem Publikum zu fahren, ist natürlich etwas Besonderes für mich und ich bin bis in die Haarspitzen motiviert, hier ein gutes Ergebnis zu liefern.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Mein Ziel war es, unter die Top Drei zu fahren, von daher bin ich mit dem zweiten Platz mehr als zufrieden. Das Auto fühlt sich gut an, der Test letzte Woche hier in Finnland hat sich offensichtlich gelohnt. In jedem Fall können sich die Fans auf eine packende Rallye freuen, denn die Abstände an der Spitze sind wirklich gering. Außerdem bin ich sehr glücklich, dass mein Stamm-Beifahrer Julien Ingrassia nach seiner Schlüsselbein-Verletzung und der damit verbundenen Operation wieder im Cockpit neben mir sitzt.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Mit dem Qualifying bin ich sehr zufrieden. Platz sechs ist super. Unser Durchgang war sauber, auch wenn man natürlich nachher immer noch hier und da kleinere Makel ausmachen kann. Bei der Wahl der Positionen möglichst viel Spielraum zu haben, war deswegen gut. Ich freue mich auf den Start am Donnerstag – die Rallye Finnland ist etwas Besonderes.“


20:40 Uhr (MESZ)

Keine Risiken bei Startplatzwahl:
alle Topfahrer am Ende des Feldes.

Regen oder kein Regen, das ist die große Frage vor der ersten Etappe der Rallye Finnland am Donnerstag. Offensichtlich sind sich die Wetterpropheten aller Werksteams zumindest dahingehend einig, dass nicht mit allzu heftigen Niederschlägen zu rechnen ist. Jedenfalls entschieden sich alle Toppiloten für Startpositionen am Ende des WRC-Feldes – eine Wahl, die bei trockenen Pisten Vorteile bietet.


„Ganz vorne zu fahren, würde nur bei starkem Regen Sinn machen. Dann wird die Strecke mit jedem Auto langsamer“, sagte Sébastien Ogier (Polo R WRC #8), der sich auf Startplatz 13 festlegte. Entsprechend dem Ergebnis aus der Qualifikation blieb für Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) die Startposition zehn, Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) startet als Neunter in die erste Etappe. Der Trainingsschnellste, Mikko Hirvonen (Citroën), geht als Letzter der Topfahrer von Position 14 ins Rennen.


18:40 Uhr (MESZ)

Finnland legt im Qualifying vor:
Mikko Hirvonen vor Sébastien Ogier.

Die erste Runde im Prestigeduell Finnland gegen Frankreich ging an die Hausherren. Mikko Hirvonen (Citroën) fuhr in der Qualifikation die schnellste Zeit. Die 4,6 Kilometer lange Wertungsprüfung (Ruuhimäki) beendete er 0,248 Sekunden vor Sébastien Ogier im Polo R WRC. Thierry Neuville (Ford) qualifizierte sich als Drittschnellster, Evgeny Novikov (Ford) wurde Vierter. Ogiers Teamkollegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) und Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) belegten die Ränge fünf und sechs mit 0,74 bzw. 0,97 Sekunden Rückstand.

Ab 20 Uhr deutscher Zeit müssen sich die Werkspiloten für ihre Startposition entscheiden. Dann hat Tabellenführer Ogier nach Hirvonen die zweite Wahl.


17:00 Uhr (MESZ)

It’s rally time.
Wir warten auf die Rallye Finnland. Das Video.

Vorberichte


Dienstag, 30.07.2013


13:05 Uhr (MESZ)

Mit Vollgas durch den Wald:
Vorfreude auf die schnellste Rallye des Jahres.

Die kurze Sommerpause in der Rallye-Weltmeisterschaft ist vorbei. Mit der Rallye Finnland geht die Saison 2013 am kommenden Wochenende in die zweite Halbzeit. Und das mit Vollgas. Was früher als „1000-Seen-Rallye“ oder auch „Schotter-Grand Prix von Finnland“ bei anderen als skandinavischen Piloten für Ausbrüche von Angstschweiß gesorgt hat, ist noch immer einer der beiden schnellsten WM-Läufe des Jahres.


Wären die Getriebe nicht im Sinne besseren Spurtvermögens vergleichsweise kurz übersetzt, würden die World Rally Cars an vielen Stellen sicher noch mit mehr als knapp 200 km/h durch die Wälder rund um das finnische Rallye-Mekka Jyväskylä donnern. Dazu kommen Hunderte von Sprüngen, manche über 50 Meter weit. „Ich liebe diese Rallye“, spricht WM-Spitzenreiter Sébastien Ogier (F) seinen Kollegen aus dem Herzen. „Wenn du gewinnen gewillst, musst du häufig mehr als 100 Prozent Einsatz zeigen“, ergänzt Teamkollege Jari-Matti Latvala. Der Finne muss es wissen – als einziger der drei Volkswagen Werkspiloten konnte er sein Heimspiel schon einmal gewinnen (2010). Dritter Mann am Lenkrad eines Polo R WRC ist Volkswagen Junior Andreas Mikkelsen (N).


Die Rallye Finnland zählt mit Start am Donnerstag, Ziel am Samstag und 23 Wertungsprüfungen über insgesamt 324 Kilometer zu den kürzeren Läufen der Saison. Die haben es allerdings in sich. So wird beispielsweise die legendäre, 33 Kilometer lange WP Ouninpohja am Samstag gleich zwei Mal gefahren. Letztes Jahr lag die Bestzeit bei 15:17 Minuten – das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von haarsträubenden 130 km/h.


Montag, 29.07.2013


16:30 Uhr (MESZ)

„Ich liebe diese Rallye.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7
„Von der Stimmung her ist die Rallye Finnland die beste der gesamten Meisterschaft. Es ist eine prestigeträchtige Rallye – wie die in Monte Carlo, die jeder Fahrer einmal gewinnen möchte. Sie ist einfach die viel zitierte Formel 1 im Wald. Die Abstände unter den Fahrern sind sehr gering, von Beginn an ist es stets ein packender Kampf. Man muss genau auf seine Ideallinie achten, um den perfekten Sprung oder Drift zu schaffen. Es kommt sehr auf die Recce an, um die Sprünge richtig einschätzen zu können. Die Bremspunkte vor und nach den Sprüngen sind ebenfalls sehr wichtig. Bei der Mehrzahl der Sprünge muss man zu 100 Prozent Vollgas geben. Und wenn du gewinnen willst, dann braucht es auch manches Mal 105 Prozent.“

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8
„Ich möchte meine WM-Führung natürlich bis zum Saisonende behalten. Wir haben die Sommerpause angesichts dieser komfortablen Situation genossen. In Finnland möchte ich wieder angreifen, in erster Linie wichtige Punkte holen und auch um meinen ersten Sieg dort kämpfen. Ich liebe diese Rallye. Allerdings werden die finnischen Fahrer eine sehr ernste Konkurrenz darstellen, darunter vor allem mein Teamkollege Jari-Matti Latvala. Es ist die schnellste Rallye im Kalender. Die Umgebung ist wunderschön, die Piste sehr eben. In Finnland gibt es zudem sehr viele schnelle Kuppen und blinde Kurven. Die finnischen Fahrer sind diese Art von Streckenprofil gewohnt. In diesem Jahr werden wir wieder die Wertungsprüfung ‚Ouninpohja‘ fahren, ein sehr berühmter Ort in Finnland. Ich werde sie erstmals mit einem World Rally Car fahren, worauf ich mich sehr freue.“

Andreas Mikkelsen, Polo R WRC #9
„Ich habe schon vier Mal an der Rallye Finnland teilgenommen, es ist allerdings schon eine Weile her, dass ich dort mit einem World Rally Car gefahren bin. Die Geschwindigkeiten sind dort höher als bei jeder anderen Rallye. Ich mag diese Art von Piste – den harten Untergrund – sehr und freue mich darauf. Mein Beifahrer Mikko Markkula kennt als Finne die Wertungsprüfungen der Rallye sehr gut. Er weiß, wo man schnell fahren kann und wie man die unterschiedlichen Kurven nehmen muss. Das ist ein Vorteil, weil die Rallye wirklich außergewöhnlich ist. Der Aufschrieb muss deshalb unbedingt präzise sein, sonst stimmt die Linie nicht. Wenn man den Eingang nicht richtig erwischt, fliegt man am Kurvenausgang von der Bahn. Und man muss seinen gesamten Mut zusammennehmen.“


Sonntag, 28.07.2013


14:30 Uhr (MESZ)

Ärzte geben grünes Licht: Julien Ingrassia startet in Finnland.

 

Gute Nachrichten für das Team von Volkswagen Motorsport: Julien Ingrassia kann bei der Rallye Finnland starten. Der Co-Pilot von Sébastien Ogier musste sich Ende Juni einer Operation an der Schulter unterziehen, nachdem er sich bei einer Trainingstour mit dem Mountainbike am Schlüsselbein verletzt hatte.

 

Um eine möglichst schnelle und vollständige Genesung zu ermöglichen, pausierte Ingrassia bei den jüngsten Testfahrten im Volkswagen Polo R WRC. Nach einer eingehenden medizinischen Untersuchung in der Sportklinik Bad Nauheim in der vergangenen Woche und einer erfolgreich absolvierten Probefahrt am Samstag bei Tests in Finnland gab das Ärzteteam  schließlich grünes Licht für einen Start bei der Rallye Finnland.

 



„Ich bin unheimlich erleichtert, dass ich rechtzeitig zur Rallye Finnland wieder fit geworden bin. Mein Dank gilt den Ärzten, die wirklich hervorragende Arbeit geleistet haben, sowie dem gesamten Volkswagen Team, das mich zu jeder Zeit unterstützt und mir gute Besserung gewünscht hat. Nun kann ich es kaum erwarten, wieder zusammen mit Sébastien in der Rallye-WM zu starten“, so der 33-Jährige.


Donnerstag, 25.07.2013


16:00 Uhr (MESZ)

„Mein erstes Rallyeauto habe ich mit acht Jahren bekommen.“ Interview mit Jari-Matti Latvala.


Jari-Matti, mit welchem Gefühl gehst du die Rallye Finnland an, und was sind deine Erwartungen für die zweite Saisonhälfte?

Ich komme mit einem guten Gefühl nach Finnland. Die letzten vier Rallyes sind gut gelaufen, so dass ich sehr zuversichtlich bin. Wir haben das richtige Setup gefunden. Die zwei Testtage waren sehr erfolgreich, alles hat bestens funktioniert. Ich hoffe also, dass ich um den Sieg fahren kann. Was den Rest der Saison betrifft, will ich den Aufwärtstrend natürlich fortsetzen. Und vielleicht schaffe ich es ja, eine Rallye auf Asphalt zu gewinnen. Das wäre ein echter Traum.


Du kommst immer besser mit dem Auto zurecht. Wie hast du es geschafft, dich in so kurzer Zeit nach vorne zu arbeiten?
Ich bin den Polo R WRC Anfang des Jahres zum ersten Mal bei einem Test gefahren, dabei habe ich schnell gemerkt, dass er sich anders als der Ford Fiesta WRC fahren lässt, den ich gewohnt war. Das hatte zur Folge, dass ich meinen Fahrstil anpassen musste, und das dauert nun einmal. Dazu kam der Fakt, dass ich am Anfang der Saison kein für mich passendes Setup gefunden habe. Die Änderungen am Differenzial nach der Rallye Portugal waren dann entscheidend. Seitdem entspricht das Fahrverhalten des Polo viel mehr meinem Ideal und prompt war auch das Vertrauen zurück. Und das zeigt sich wiederum in den letzten Resultaten.

 

Wenn du auf deine Karriere zurück schaust: Wer waren die Fahrer, die dich früher am meisten beeindruckt haben?

Als ich jung war, war ich ein großer Fan von Juha Kankkunen. Dann gab es da noch Marcus Grönholm. Und natürlich Colin McRae, der einen sehr interessanten Stil hatte: alles oder nichts. Und ganz früher habe ich auch mit Markku Alén und Ari Vatanen mitgefiebert.

 
Wer ist für dich in dieser Saison der größte Konkurrent außerhalb des Volkswagen Teams?
Es ist in diesem Jahr schon etwas komisch, dass so viele Fahrer so viele Probleme hatten und haben. Es sind so viele Dinge, Unfälle, Ausfälle und so weiter, passiert. Daher ist es schwer, den stärksten Konkurrenten zu identifizieren. Der Speed, den Novikov in Griechenland mit dem Ford gefahren ist, war beeindruckend. Als stärkstes Konkurrenzteam muss man aber Citroën nennen.

Bedauerst du den Rückzug von Sébastien Loeb?
Um es ganz klar und ehrlich zu sagen: Sébastien Loeb ist der beste Fahrer in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft. Genau deshalb will man ihn auch im direkten Duell besiegen und nicht dadurch, dass er zurückgetreten ist. Zum Glück hat er noch nicht ganz aufgehört, so hat man wenigstens ein paarmal die Chance, den eigenen Speed mit seinem zu vergleichen.

Würdest du gerne einmal an einer anderen Rennserie oder einem Event wie dem Pikes-Peak-Rennen, welches Sébastien Loeb in diesem Jahr gewonnen hat, teilnehmen?
Ein Start beim Pikes-Peak-Rennen wäre etwas für das Karriereende, wenn ich nicht mehr in der WRC aktiv bin. Aber auch die Rundstrecke interessiert mich. Ich bin 2010 das 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife gefahren, das war eine tolle Erfahrung. Das würde ich sogar wiederholen. Und ja, auch einen Formel-1-Boliden zu fahren würde mich reizen. Aber meine größte Leidenschaft im Motorsport ist und bleibt die WRC.

 

Du besitzt ein eigenes Museum mit historischen Rallye-Cars. Welches Auto fehlt dir noch in deiner Sammlung, welches Auto verehrst du am meisten?
Um ehrlich zu sein, da gibt es jede Menge Fahrzeuge. Doch die Gruppe B ist die Krönung. Ich bin ein großer Fan des Audi S1 und des Lancia S4. Beides sind großartige Fahrzeuge, einen der beiden zu besitzen wäre ein Traum.

 

Was war dein erstes Rallyeauto?
Mein erstes Rallyeauto war ein Ford Escort Mark I. Den habe ich mit acht Jahren bekommen. Mit neun habe ich dann einen Sunbeam Tiger bekommen.

 

Das erste Rallyeauto mit acht Jahren? Wie bist du so früh zum Rallyesport gekommen?
Mein Vater fährt seit 1981 Rallyes, hatte aber nie die Chance, das Ganze professionell zu betreiben. Er ist zwar ein paarmal bei der Weltmeisterschaft gestartet – sein bestes Ergebnis war Platz elf auf der Safari Rallye 2001 –, konnte aber nie auf die Unterstützung und das Geld eines professionellen Teams zählen. Daher wollte er mir dies ermöglichen und hat mir die Chance dazu gegeben, indem er mir so früh das erste Rallyeauto geschenkt hat.

 

Was würdest du jetzt wohl machen, wenn du kein Rallyefahrer geworden wärst?
Ich würde in der Familienfirma arbeiten. Meine Eltern besitzen zwei Firmen, die Latvala Group und Latvala Logistics, die Baumaschinen und schweres Gerät verkauft und wartet. Wir kaufen viele gebrauchte Landwirtschaftsmaschinen in Deutschland und verkaufen sie dann in Finnland.


Donnerstag, 18.07.2013


12:00 Uhr (MESZ)

„Du gewinnst eine Rallye nicht in der Luft.“

Interview mit FX Demaison, Technischer Projektleiter WRC.


FX, Sie sind verantwortlich für die technische Entwicklung des Polo R WRC. Wie fällt Ihre Bilanz zur Saisonhalbzeit aus?
Vor Saisonbeginn wussten wir nicht, wie stark und konkurrenzfähig der Polo R WRC sein würde. Angesichts von fünf Siegen bei sieben Rallyes scheinen wir unseren Job ganz gut gemacht zu haben, und von der Performance her ist der Polo R WRC noch besser, als wir es uns erhofft hatten. Dadurch können wir uns bei der Entwicklung für die zweite Saisonhälfte auf die Zuverlässigkeit konzentrieren.

Welche technologischen Eigenschaften des Polo R WRC stechen besonders heraus?
Da ist zunächst einmal die Serienversion des Polo: Das Auto ist sehr leicht und hat nur kurze Überhänge. Für die Entwicklung eines World Rally Car waren das sehr gute Voraussetzungen, die uns natürlich entgegenkamen. Doch das war nur die Ausgangsbasis. Im nächsten Schritt kommt dann das herausragende Teamwork hinzu. Motor, Chassis, Aufhängung, Getriebe und Elektrik – alle Abteilungen arbeiten einfach harmonisch und vor allem erfolgreich zusammen.

Sie sind zum Saisonstart mit dem Auto quasi „ins kalte Wasser gesprungen“. Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung?
Die Hauptaufgabe war und ist die, den Polo R WRC für alle Rallyes zu 100 Prozent zuverlässig zu machen. Das war in der ersten Saisonhälfte alles andere als einfach, schließlich sind die Unterschiede bei den Rallyes extrem. Ob Monte Carlo mit Asphalt, Eis und Schnee, arktische Kälte in Schweden, Mexiko mit einer Kombination aus Hitze und Höhenluft oder Griechenland mit handballgroßen Schottersteinen auf der Piste. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist die größte Herausforderung in der WRC. Man muss einen Kompromiss bei der Entwicklung finden, der sowohl in Griechenland als auch in Finnland funktioniert.

Die Rallye Finnland ist bekannt für ihre atemberaubenden Sprünge. Wie bereiten Sie das Auto auf diese Belastungen vor? Und welche Rolle spielt der Heckflügel?
Die Rallye Finnland ist eine der schnellsten und schwierigsten Rallyes im Kalender für Auto und Fahrer. Nicht aber für die Dämpfer. Die werden auf den anderen Schotter-Rallyes viel härter beansprucht. Bei den Sprüngen, die für die Rallye Finnland typisch sind, kommt es darauf an, dass die Abstimmung des Fahrwerks geschmeidig ist. Besonders die Landung muss weich sein, damit die Fahrer nicht die Kontrolle über das Auto verlieren. Je schneller alle vier Räder wieder auf dem Boden sind, desto besser. Dabei spielt auch der Heckflügel eine große Rolle. Er ist nicht nur für eine stabile Straßenlage, sondern auch für die Stabilität des Fahrzeugs in der Luft und die Landung wichtig. Ziel der Ingenieure ist immer: ein flacher Sprung! Denn du gewinnst eine Rallye nicht in der Luft. In der Luft kann man nicht beschleunigen, und das kostet Zeit. Daher muss man die richtige Balance zwischen spektakulären Sprüngen und dem Speed auf der Strecke finden. Dabei spielt auch der Fahrer eine große Rolle. Man muss taktisch fahren, auch mal den Fuß vom Gas nehmen, damit der Sprung kürzer ist.

Stichwort Aerodynamik: Welche Rolle spielt dieses Thema in der Rallye-Weltmeisterschaft?
Anders als bei den meisten Rundstreckenrennen spielt die Aerodynamik aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten in der Rallye-Weltmeisterschaft keine so große Rolle. Aber es gibt Ausnahmen wie die Hochgeschwindigkeits-Rallyes in Schweden oder Finnland, hier spielt der Abtrieb durchaus eine Rolle. Deshalb mussten wir bei der Homologation von Front- und Heckspoiler darauf achten, dass das Setup für alle Rallyes passt. Das geht nicht ohne Kompromisse. Die Gestaltung des Heckflügels haben wir übrigens genau in Finnland vor etwa einem Jahr finalisiert. In seiner Entwicklung konnten wir ihn innerhalb der Homologations-Richtlinien frei gestalten. Nachdem wir ihn im letzten Jahr in Finnland getestet hatten, haben wir ihn homologieren lassen. Seitdem sind keine Änderungen mehr erlaubt.


Streckenprofil

Achterbahnfahrt.

Mit 200 Sachen durch die finnischen Wälder.

Hier rauschen die Fahrer zwischen Bäumen her, driften ums Eck und springen über blinde Kuppen.

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Länderprofil

Finnland in Zahlen.

Ausgewählte Fakten zum Gastgeberland der WRC.

Geographie, Klima, Wirtschaft, Auto und Verkehr: Finnland im Kurzportrait.

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