Große Tradition, große Sprünge: Wer die Rallye Finnland gewinnt, der ist der König dieses Sports.
Finnland ist ohne Zweifel die Heimat des Rallye-Sports. Das kleine Land im Norden Europas beherbergt die erfolgreichsten Fahrer und die anspruchsvollsten Wertungsprüfungen der Welt. Die schnellen und hügeligen Pisten rund um Jyväskylä erfordern jede Sekunde höchste Fahrzeugbeherrschung.

Finnen vorne.
Rallye ist in Finnland so etwas wie ein Nationalsport. Das nordeuropäische Land stellt die meisten Weltmeister – man denke nur an Hannu Mikkola, Ari Vatanen, Markku Alén, Henri Toivonen, Juha Kankkunen, Tommi Mäkinen oder Marcus Grönholm – und liegt auch in der ewigen Nationenwertung der Rallye-WM vorn. Kein Wunder also, dass jedes Jahr im Sommer Hunderttausende Finnen nach Jyväskylä reisen, um in den Wäldern eine mehrtägige Party zu feiern.
Ruuhimäki? Mökkiperä? Ouninpohja!
So legendär wie die finnischen Rallye-Fahrer sind auch die Wertungsprüfungen rund um die Studentenstadt Jyväskylä, die allesamt auf hartem und festem Schotter ausgetragen werden. Namen wie „Ruuhimäki“ oder „Mökkiperä“ sorgen bei vielen Rallye-Fans für Gänsehaut. Doch eine Strecke ist die unangefochtene Nummer Eins: die WP „Ouninpohja“ mit ihren spektakulären Sprüngen.
Kurz und intensiv.
Die Organisatoren der Rallye Finnland setzen auf ein kompaktes Format. Die Länge der Wertungsprüfungen liegt mit etwas mehr als 300 Kilometern am unteren Ende der Skala, die WP-Gesamtzeit des Siegers beträgt wegen der hohen Geschwindigkeiten – der Schnitt liegt oft bei über 120 km/h – meist weniger als zweieinhalb Stunden. Zum Vergleich: In Argentinien muss der Sieger mehr als doppelt so lange schuften. Das schmälert die Herausforderung der Rallye Finnland aber kein bisschen, diese Rallye ist und bleibt für die Lenkradartisten der ultimative Maßstab.
Spektakuläre Bilder: Die Strecke der WP Palsankylä führt direkt am Wasser vorbei.
Die Highspeed-Achterbahnfahrt:
WP Ouninpohja (33,01 km).
Wenn sogar die rallyeverrückten Finnen eine Wertungsprüfung als gefährlich einstufen, dann kann eigentlich nur von „Ouninpohja“ die Rede sein. Auf der Highspeed-Achterbahnfahrt werden Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 130 km/h erreicht. „Es gibt keine Prüfung, die so schnell ist und gleichzeitig so viele Sprünge hat“, erklärt Finnland-Rekordsieger Marcus Grönholm. Auf den 33 Kilometern befinden sich 169 Kuppen, auf etwa 100 davon heben die Autos ab. Beim Sprung der Sprünge hält Markko Märtin weiterhin den Rekord: Der Este flog 2003 57 Meter weit, beim Absprung zeigte sein Tacho eine Geschwindigkeit von 171 km/h an.
Spektakuläre Seefahrt:
WP Palsankylä (13,92 km).
Die WP „Palsankylä“ macht dem früheren Namen der Veranstaltung alle Ehre. Während die naheliegenden Seen meist durch Bäume verdeckt sind, führt die Strecke dieser Wertungsprüfung direkt am Wasser vorbei, was immer spektakuläre Bilder verspricht. Bei hochsommerlichem Wetter verbinden einige Finnen hier das Zuschauen mit einem kühlen Bad im See – schöner kann man bei einer Rallye kaum zusehen.
Wo, verdammt, ist die Straße?
WP Urria (12,75 km).
Urria ist die Prüfung, bei der in den 80er-Jahren sogar die Rallye-Trabants abgehoben sind. Auf der 12,75 Kilometer langen WP gibt es einen der schwierigsten Sprünge der Weltmeisterschaft, denn die Straße fällt unter dem Auto einfach weg – in der Seitenansicht sieht die Straße aus wie ein Katzenbuckel. 110 km/h reichen hier schon zum Fliegen, viel schneller sollte man den Sprung allerdings auch nicht nehmen, da das Auto sonst auf der Nase landet.
Adresse Rallye-Zentrum:
Jyväskylä Paviljonki, Messukatu 10, 40100 Jyväskylä, Finnland
Adresse Servicepark:
Zwischen Rallye-Zentrum (Jyväskylä Paviljonki) und dem Hafen von Jyväskylä
Veranstalter:
AKK Sports Ltd., Neste Oil Rally Finland, Kellokukantie 7, 01300 Vantaa, Finnland, Tel. +358 207 219 460, Fax: +358 207 219 470