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RALLYE DEUTSCHLAND.

Große Momente: Von bayerischen Buben, mächtigen Herrschern und frechen Herausforderern.

RALLYE DEUTSCHLAND

Es verwundert kaum, dass die Automobilnation Deutschland auf eine große Motorsporthistorie zurückblickt. In der Geschichte der Formel 1 wurde nur drei Mal kein Großer Preis von Deutschland ausgetragen. Der Rallyesport hingegen führte hierzulande eher ein stiefmütterliches Dasein – trotz der beiden Weltmeistertitel von Walter Röhrl. 1972 gab es die erste Veranstaltung von internationaler Bedeutung: die „Olympia-Rallye“ anlässlich der Sommerspiele von München. Erst ein Jahrzehnt später, 1982, wurde die Rallye Deutschland gegründet, aber es sollten noch weitere 20 Jahre vergehen, ehe die Rallye-WM zum ersten Mal auf deutschem Boden Halt machte. Eine Fusionierung der Hunsrück-Rallye mit der „Deutschland“ ebnete den Weg in die erste Liga, in der die Bundesrepublik mittlerweile einen festen Platz hat.

Intro

1972

Der Rallyesport feiert

Olympia.

Eine Rallye durch ganz Deutschland – das gab es 1972 ein einziges Mal. Bei der Olympia-Rallye wurden die Wettkampfstätten der olympischen Spiele miteinander verknüpft. Der Start erfolgte in Kiel, wo die Segelwettbewerbe ausgetragen wurden, das Ziel war im Münchner Olympiastadion aufgebaut. An vier Tagen legten die Teilnehmer 3400 Kilometer zurück. Zum ersten Mal war mit Jean-Pierre Nicolas, Rauno Aaltonen, Tony Fall, Hannu Mikkola und Bernard Darniche eine ganze Reihe internationaler Topfahrer in Deutschland zu Gast. Während Nicolas in einer Alpine A110 gewann, sorgte ein 25-jähriger „bayerischer Bub“ namens Walter Röhrl bis zum späten Ausfall seines Ford Capri für die große Überraschung.

1972

2001

Generalprobe geglückt.

Ein Zusammenschluss der beiden größten deutschen Rallyes soll der Autonation Deutschland endlich den Aufstieg in der Rallye-Weltmeisterschaft ermöglichen. Die Rallye Deutschland und die Hunsrück-Rallye wurden zur Saison 2001 in der Hoffnung auf eine positive Bewertung durch die FIA zusammengelegt. Mit Citroën, Ford, Peugeot und Škoda waren gleich vier internationale Werksteams am Start, die sich die Straßen an der Mosel, auf dem Truppenübungsplatz von Baumholder und im Saarland anschauen wollten. Philippe Bugalski gewann die Rallye im Citroën Xsara, für das größte Spektakel sorgte jedoch Altmeister Walter Röhrl, der einen Porsche 911 GT3 als Vorauswagen pilotiert.

2001

2002

König Sébastien I besteigt

seinen Thron.

Die Rallye Deutschland hat den Sprung in die WM geschafft und wurde gleich im ersten Jahr zum „geloebten Land“. Gerade einmal zwei Stunden von seiner Heimatstadt Haguenau entfernt feierte Sébastien Loeb (Citroën Xsara) seinen ersten Sieg in der Rallye-WM. Der Elsässer war der schnellste Mann des Wochenendes und hatte sich seinen Triumph redlich verdient. Von 2002 bis 2010 war Loeb der uneingeschränkte „König von Deutschland“. Er dominierte die Veranstaltung nach Belieben und gewann neun Mal in Folge. 

2002

2011

Sébastien II greift nach

der Macht.

Die Saison 2011 stand im Zeichen des Citroën-internen Duells zwischen Sébastien Loeb und Sébastien Ogier. Zum ersten Mal in zehn Jahren hatte Loeb einen Teamkollegen, der ihm auf Augenhöhe begegnete. Im Laufe des Jahres kämpften die beiden Sébastiens immer wieder um die Gunst ihres Teamchefs Olivier Quesnel, der letztlich Sébastien Loeb als klare Nummer eins bestätigte. Bei der Rallye Deutschland war der Elsässer am ersten Tag schneller als sein Teamkollege und hätte nach Aussage des Teamchefs die Rallye auch gewinnen sollen, doch Ogier blieb immer dicht dran und siegte letztlich wegen eines Reifenschadens bei Loeb.

2011

2013

Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen.

Beim deutschen Heimspiel in den Weinbergen rund um die Region Trier erreichten Jari-Matti Latvala und Copilot Miikka Anttila als beste Vertreter der Wolfsburger Rang sieben. Die Teamkollegen und Führenden in der Rallye-Weltmeisterschaft, Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, beendeten den neunten WM-Lauf der Saison auf Platz 16. Zwischenzeitlich hatten beide Polo R WRC bei der Rallye jeweils in Führung gelegen. Andreas Mikkelsen und Mikko Markkula mussten aus gesundheitlichen Gründen auf die Rallye Deutschland verzichten, da Beifahrer Markkula sich eine Verletzung des Brustwirbels zugezogen hatte. Der Sieg bei der Rallye Deutschland ging an Citroën-Mann Dani Sordo.

2013