Die Rallye Großbritannien ist meistens nass, nebelig, kalt – und wohl gerade deshalb immer wieder so faszinierend.
Beim Tennis ist es Wimbledon, beim Fußball das Wembley-Stadion und im Rallyesport sind es die walisischen Waldwege. Der britische Lauf bildet traditionell das Finale der Rallye-Weltmeisterschaft und ist dementsprechend der Ort, an dem Träume zerplatzten und Helden geboren wurden. Die Rallye Großbritannien wird nicht ohne Grund von den Fahrern gefürchtet.

Very british.
Die Zuschauer der Rallye Großbritannien müssen hart im Nehmen sein. Mit Regencape und Gummistiefeln bewaffnet, lassen sich die Briten auch von Wind und Wetter nicht aufhalten und strömen in Scharen zu den Wertungsprüfungen. Schließlich ist das Vereinigte Königreich eine der großen Rallyenationen. Großbritannien stellte mit Legenden wie Colin McRae und Richard Burns zwei Weltmeister, zudem sind viele große Teams auf der Insel beheimatet.
Der Wald verzeiht keine Fehler.
Das Zentrum der Rallye ist in der walisischen Hauptstadt Cardiff beheimatet, der Servicepark befindet sich in der Nähe des Millennium Stadium. Der Start der Rallye findet jedoch in Llandudno an der Nordküste von Wales statt. Die Wertungsprüfungen liegen zwischen diesen beiden Orten in den dichten Wäldern. Die Entscheidung über den Sieg fällt auf größtenteils schnellen Waldwegen mit dicht neben der Fahrbahn stehenden Bäumen, die kaum Fehler verzeihen. Hinzu kommt, dass die Haftung der Reifen bei wenigen Läufen so gering ist wie auf den rutschigen Pfaden zwischen Cardiff und Llandudno.
Reizvolle Mischung.
Neben klassischen Prüfungen wie „Myherin“, „Dyfnant“ oder „Rheola“ haben die Organisatoren in den vergangenen Jahren einige Strecken wieder ins Programm genommen, die teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr befahren wurden. Die Mischung aus bekannten und unbekannten Passagen erhöht den Reiz des britischen WM-Laufs zusätzlich.
Wasserdurchfahrt, Sprung, Haarnadelkurve – all das hat der „Sweet Lamb Complex“ innerhalb von 500 Metern zu bieten.
Rutschpartie im walisischen Wald:
WP Epynt (8,31 km).
„Epynt“ ist so etwas wie der Prototyp einer walisischen Waldprüfung. Durch die dichte Bewaldung hält sich die Feuchtigkeit sehr lange, wodurch die Straßen meist nass und schmierig sind – wenn es nicht ohnehin regnet. Gerade wenn es rutschig ist, freuen sich die Fahrer über eine andere typisch walisische Charakteristik: Links und rechts neben der Straße befinden sich tiefe Gräben, die ein zu weit nach außen rutschendes Auto relativ sanft abfangen, bevor es in die Bäume segelt.
Das Staunen der Lämmer:
WP Hafren Sweet Lamb (24,87 km).
Wasserdurchfahrt, Sprung, Haarnadelkurve – all das hat der „Sweet Lamb Complex“ innerhalb von 500 Metern zu bieten. Diese WP wurde aus zwei Teilstücken zusammengelegt. Die ehemalige WP „Hafren“ führt komplett durch den Wald mit vielen langgezogenen Kurven, anschließend geht es ins offene Moorland von „Sweet Lamb“, das für Zuschauer deutlich besser einzusehen ist. Hier sind die Straßen schmaler, aber weiterhin sehr schnell.
Die besten Plätze:
WP Walters Arena (15,33 km).
Auf der WP „Walters Arena“ befindet sich der schönste Zuschauerpunkt der Wales Rallye GB. Im offenen Gelände rund um einen See kann man die Rallyeautos über eine Minute lang verfolgen und zusehen, wie sie drei verschiedene Sprünge nehmen und mit ihren Autos über den Schotter driften, bevor sie wieder im Wald verschwinden. Auf der 15,33 Kilometer langen Prüfung geht es wie auf den meisten Wegen der Wales-Prüfungen sehr schnell zur Sache, ein feines Händchen und ein schwerer Gasfuß können also nicht schaden.
Adresse Rallyezentrum:
Rally HQ - Wales Rally GB, Wales Millennium Centre, Bute Place, Cardiff, CF10 5AL, Großbritannien
Adresse Servicepark:
Cardiff Bay, Wales Millennium Centre, Bute Place, Cardiff Bay, CF10 5AL, Großbritannien
Veranstalter:
Wales Rally GB, Motor Sports House, Riverside Park, Colnbrook, SL3 0HG, Großbritannien, Tel: +44 1753 765100, Fax: +44 1753 765106