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RALLYE GROSSBRITANNIEN.

Große Momente: Von Blindfahrten, Wutausbrüchen und folgenschweren Missverständnissen.

RALLYE GROSSBRITANNIEN.

Die Geburt der heutigen Wales Rallye GB reicht bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Im Jahr 1932 wurde die erste RAC Rallye veranstaltet, benannt nach dem Royal Automobile Club. Über die Jahre wurden die drei Buchstaben „RAC“ zum Synonym für eine der schwierigsten Prüfungen im Rallyesport. Dunkle Wälder, matschige Pisten und das britische Novemberwetter mit Nebel, Regen und manchmal sogar Eis und Schnee stellten die Piloten vor stetig neue Herausforderungen. Bis in die 80er-Jahre war die Rallye noch ein Waldmarathon, die Route führte damals durch England, Wales und Schottland. Ein weiteres Merkmal der RAC Rallye war, dass die Wertungsprüfungen bis in die frühen 90er-Jahre hinein vorher nicht trainiert werden durften und daher „blind“, das heißt ohne Aufschrieb, gefahren wurden.

Intro

1972

BEGINN DER ESCORT-ÄRA.

Die RAC Rallye des Jahres 1972 war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Sie brachte den ersten Sieg eines Briten seit 1959 und begründete gleichzeitig die erfolgreiche Ära des Ford Escort bei dieser Veranstaltung. Von 1972 bis 1979 gingen alle Siege an Ford. Der Escort war zwar nicht das stärkste Auto, aber durch sein gutmütiges, fehlerverzeihendes Fahrverhalten wie gemacht für die wechselhaften Bedingungen im britischen November und die blind gefahrenen Wertungsprüfungen. 1972 markierte auch den ersten von zwei Erfolgen von Roger Clark, der es als einziger Brite seiner Zeit mit den Skandinaviern aufnehmen konnte.

1972

1980

ÜBERRASCHUNG DURCH

TOIVONEN.

So wie das Jahr 1972 die Escort-Ära einläutete, so beendete die RAC Rallye 1980 diese Erfolgsgeschichte von acht Siegen in Serie. Ford-Pilot Hannu Mikkola blieb nach einem Ausrutscher nur Platz Zwei, die Rallye seines Markenkollegen Ari Vatanen endete durch einem Unfall. So ging der Sieg völlig überraschend an den finnischen Youngster Henri Toivonen im Talbot Sunbeam Lotus. Toivonen, sonst für seine „Alles oder Nichts“-Mentalität bekannt, zeigte eine besonnene Leistung und wartete auf die Probleme der Konkurrenz. Der Finne war bei seinem Sieg gerade einmal 24 Jahre, 3 Monate und 24 Tage alt – und wurde damit zum seinerzeit jüngsten Sieger der WM-Geschichte.

1980

1995

COLIN MCRAE WIRD

JÜNGSTER WELTMEISTER.

Die RAC Rallye 1995 wurde zum Duell der beiden Subaru-Piloten Colin McRae und Carlos Sainz. Vor dem Saisonfinale lagen beide Fahrer in der Weltmeisterschaft exakt gleichauf und da nur noch diese beiden Piloten Chancen auf den Titel hatten, gab ihnen Subaru „freie Fahrt“. Nach dem Motto: Möge der Bessere gewinnen. Und der Bessere war in dem Fall ohne Zweifel Colin McRae. Durch einen Reifenschaden fiel er zwar hinter Sainz zurück, doch am Ende zog er wieder an seinem Kontrahenten vorbei, gewann die Rallye und krönte sich zum jüngsten Champion der WM-Geschichte.

1995

1998

DRAMATIK UM CARLOS

SAINZ.

500 Meter vor dem Ziel der letzten Etappe gingen die Hoffnungen von Carlos Sainz auf seinen dritten WM-Titel im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf. Der Spanier lag auf Platz drei und damit auf sicherem Kurs zum Titel, als das Triebwerk seines Toyota Corolla WRC kurz vor Schluss den Dienst quittierte. Daran änderten auch Sainz wütende Fußtritte gegen die Seitentür nichts. Das Pech des Toyota-Piloten war das Glück von Tommi Mäkinen. Der Finne (Mitsubishi Lancer) war vorher schon durch einen Unfall ausgeschieden und erhielt durch das Sainz-Drama den bereits verloren geglaubten Titel zurück.

1998

2001

BATTLE OF THE BRITS.

Vor dem Saisonfinale 2001 stand ganz Großbritannien Kopf: Richard Burns (Subaru Impreza) und Colin McRae (Ford Focus) machten bei der Rallye GB den Weltmeisterschaftstitel unter sich aus. McRae übernahm gleich zu Beginn die Initiative und es sah so aus, als würde er seinen zweiten Titel holen können. Doch auf der vierten Prüfung verstand er eine Ansage seines Copiloten falsch und überschlug sich vielfach. Sein Kontrahent Richard Burns behielt dagegen einen kühlen Kopf und fuhr den dritten Platz nach Hause. Das reichte zum Titelgewinn.

2001

2013

Ein perfekter Saisonabschluss.

Die Weltmeister der Saison 2013 schnappten sich auch den Sieg bei der finalen Rallye Großbritannien. Das Eerfolgsduo Sébastien Ogier und Copilot Julien Ingrassia kämpfte sich vier Tage lang durch schwierigste Bedingungen und behauptete souverän die Führung. „Einfach fantastisch, ich bin so glücklich“, strahlte Ogier bei der Einfahrt ins Ziel. Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala landete auf einem hervorragenden zweiten Platz in der Gesamtwertung. Nachdem er zu Beginn der Rallye noch etwas Probleme hatte, den richtigen Rhythmus zu finden, drehte der Finne am Samstag und Sonntag immer mehr auf und versuchte, den Führenden Sébastien Ogier unter Druck zu setzen – der daraufhin allerdings ebenfalls das Tempo erhöhte.

2013