Rallye Australien.

17. bis 20. November 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Australien 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MEZ (Stand: 28.09.2016).

Mittwoch, 16.11.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
22:00   Shakedown (Boyds Deviation), 330 Min.      

Donnerstag, 17.11.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
21:56 WP 01 Utungun 1 67,12 km 07,88 km  
22:12 WP 02 Bakers Creek 1 04,12 km 16,75 km  
22:40 WP 03 Northbank 1 06,61 km 08,42 km  
23:48 WP 04 Newry 1 47,61 km 25,30 km  

Freitag, 18.11.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
00:41 WP 05 Raceway 1 20,02 km 01,37 km 19,26 km
03:10 WP 06 Utungun 2 67,12 km 07,88 km  
03:26 WP 07 Bakers Creek 2 04,12 km 16,75 km  
03:54 WP 08 Northbank 2 06,61 km 08,42 km  
05:02 WP 09 Newry 2 47,61 km 25,30 km 31,40 km
07:00 WP 10 Destination NSW 1 06,79 km 01,27 km  
07:08 WP 11 Destination NSW 2 06,79 km 01,27 km 06,33 km
22:28 WP 12 Nambucca 1 62,36 km 50,80 km  
23:37 WP 13 Valla 1 10,18 km 14,84 km  

Samstag, 19.11.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
00:35 WP 14 Raceway 2 35,10 km 01,37 km 19,26 km
03:16 WP 15 Nambucca 2 62,36 km 50,80 km  
04:25 WP 16 Valla 2 10,18 km 14,84 km 46,48 km
06:48 WP 17 Destination NSW 3 06,79 km 01,27 km  
06:56 WP 18 Destination NSW 4 00,52 km 01,27 km 06,33 km
21:43 WP 19 Settles Reverse 1 17,29 km 06,20 km  
22:06 WP 20 Bucca 07,36 km 31,90 km 10,88 km
23:38 WP 21 Wedding Bells 1 01,26 km 06,44 km 32,78 km

Sonntag, 20.11.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
02:15 WP 22 Settles Reverse 2 17,29 km 06,20 km 05,86 km
03:08 WP 23 Wedding Bells 2 (Powerstage) 01,26 km 06,44 km 32,78 km

Sonntag, 20.11.2016


Bilder Tag 3 (10)


Zusammenfassung

Und tschüss … – beeindruckender Abschied aus der WRC.

 

Besser hätte der Abschied von Volkswagen aus der WRC nicht laufen können. Andreas Mikkelsen sicherte sich beim Saisonfinale in „Down Under“ einen beeindruckenden zweiten Saisonsieg, Sébastien Ogier machte den Doppelsieg mit Platz zwei perfekt. Auch die Extrapunkte aus der Powerstage gingen an den Champion*.

 

„Das war der perfekte Saisonabschluss“, sagte Mikkelsen im Ziel freudestrahlend. Der Norweger drückte der anspruchsvollen Schotter-Rallye seinen Stempel auf und holte im Polo R WRC den insgesamt 43. Rallye-WM-Sieg für Volkswagen. „Ich hatte nichts zu verlieren. Die ganze Saison über habe ich um den Titel gekämpft, hier haben wir einfach alles auf Sieg gesetzt.“ In der Gesamtwertung gelang Mikkelsen trotz des Sieges zwar nicht der Sprung auf Platz zwei, dennoch kann der 27-Jährige auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.

 

Mikkelsen führte an allen drei Tagen bei der Rallye rund um Coffs Harbour an der australischen Ostküste. Egal ob auf den verwinkelten Passagen im Regenwald oder auf den schnellen Schotterpisten durch die offene Steppe: Andreas hatte stets die Oberhand und wehrte letztendlich auch Angriffe seines Teamkollegen Ogier ab, der zeitweise bis auf zwei Sekunden an Mikkelsen herankam.

 

Ehe es zum großen Showdown kam, sorgte Ogier mit einem Dreher am Sonntagvormittag für die Entscheidung. Auf der 20. Wertungsprüfung „Bucca“ drehte sich der Weltmeister in einer Kurve und verlor auf einen Schlag 20 Sekunden. Die Bahn für Mikkelsen war frei, Ogier sorgte mit Platz zwei aber noch für einen mehr als gelungenen Abschluss. Jari-Matti Latvala arbeitete sich nach seiner Kollision mit einer Leitplanke am Freitag noch im Feld nach vorn bis auf Platz neun und holte damit immerhin noch zwei Punkte.

 

Für Volkswagen gehen damit vier unglaubliche Jahre in der Rallye-Weltmeisterschaft zu Ende. In dieser Zeit gingen zwölf Weltmeisterschaften nach Wolfsburg, der Polo R WRC entpuppte sich als erfolgreichstes Fahrzeug der Rallye-Geschichte.

 

*Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


Endstand nach 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 A. Mikkelsen / A. Jæger 2:46.05,7 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +14,9 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.12,6 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.26,7 Min.
5 D. Sordo / M. Martí +1.28,3 Min.
6 M. Østberg / O. Fløene +1.41,5 Min.
7 O. Tänak / R. Mõlder +3.04,3 Min.
8 E. Lappi / J. Ferm +7.32,3 Min.
9 J. Latvala / M. Anttila +7.56,9 Min.
10 L. Bertelli / S. Scattolin +8.00,1 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich hätte immer den Sieg gewählt.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ich bin am Ende der Prüfung ,Wedding Bells‘ in einer Linkskurve etwas zu weit rausgekommen und habe mich gedreht. Und in der Riesenstaubwolke musste ich mich erstmal orientieren, wo die Strecke ist. Dadurch haben wir knapp 20 Sekunden verloren. Aber ich bereue nichts. Julien und ich sind das gesamte Wochenende volles Risiko gegangen, wir hatten einen tollen Fight mit Andreas bis dahin. Und er hat den Sieg verdient. Das Wichtigste ist ohnehin, dass unser fantastisches Team sich mit einem Sieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft verabschiedet. Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich habe dem Team so viel zu verdanken. Volkswagen Motorsport war wie eine Familie für Julien und mich. Ich habe viele Freundschaften geschlossen und ich werde die wundervollen Momente, die wir in den vergangenen Jahren zusammen erlebt haben, niemals vergessen. Eine großartige Reise geht zu Ende und ich bin stolz, ein Teil davon gewesen zu sein.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich habe heute in der Powerstage die abschließenden Kilometer im Polo R WRC genossen. Wir hatten heute und gestern gute Wertungsprüfungen und sind gut durchgekommen. Wir können mit unserer Leistung an den vergangenen Tagen zufrieden sein. Leider haben wir auf der ersten Prüfung leicht die Begrenzungsmauer einer Brücke getroffen und uns dabei die Hinterradaufhängung zerstört. Wir haben dadurch viel Zeit verloren und hatten keine Chance, noch um das Podium und den Sieg zu kämpfen. Das hätte ich gern getan, vor allem, um unserem Team ein passendes Abschiedsgeschenk zu machen. Unsere Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier haben einen verdienten Doppelsieg geholt. Glückwunsch an die beiden. Heute Abend werden wir noch einmal als gesamtes Team zusammen feiern, bevor unsere gemeinsame Zeit in der Rallye-WM zu Ende geht. Das wird sicher sehr emotional.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Was für ein großartiges Wochenende, was für ein traumhaftes Resultat am Ende unserer Saison. Heute war ein ganz besonderer Tag, weil wir als Team das letzte Mal angetreten sind. Ich hatte mir so sehr gewünscht, diese Rallye für Volkswagen zu gewinnen. Und das erreicht zu haben, ist großartig. Volkswagen ist das Team, das mir die Chance gegeben hat, in die Top-Liga der Rallye-WM aufzusteigen. Sie haben viel Vertrauen in mich gesteckt und mir so viel ermöglicht. Das wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Bei der letzten Rallye ist alles zusammengekommen, alles, wirklich alles, hat perfekt harmoniert – es war einfach das Optimum, das wir in vier Jahren Rallye-WM gemeinsam erreicht haben. Dass es trotzdem nicht ganz für die Vize-Meisterschaft gereicht hat, ist zwar auf der einen Seite schade, auf der anderen nicht so entscheidend. Denn wenn ich aussuchen müsste, ob ich unsere letzte gemeinsame Rallye gewinnen oder Vize-Weltmeister werde – ich hätte immer den Sieg gewählt.“

 

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Heute ist einerseits ein erfolgreicher Tag für Volkswagen, andererseits ein emotionaler Abschied aus der Rallye-WM. Sich mit einem Doppelsieg zu verabschieden, ist einfach großartig. Trotz der schwierigen Situation hat die ganze Mannschaft bis zum letzten Service, bis zum letzten Meter ihr Maximum gegeben und absolut professionell gearbeitet. Ich bin unfassbar stolz auf unsere Leistung hier bei der Rallye Australien – aber auch auf die der vergangenen Jahre. Danke an alle in Hannover, in Wolfsburg und vor Ort sowie all unsere Partner, die dazu beigetragen haben. Wir haben viel erreicht und gehen mit großem Selbstbewusstsein in unsere Zukunft im Motorsport.“


Zahl der Rallye

48.723,52

Zwischen dem ersten Start des World Rally Cars aus Wolfsburg in einer Sonderprüfung – am 16. Januar 2013 um 09:07 Uhr mit Jari-Matti Latvala – und dem letzten Zielstrich, den Andreas Mikkelsen heute um 13:47 Uhr und 41 Sekunden Ortszeit mit dem Polo R WRC überquerte, lagen 48.723,52 absolvierte WP-Kilometer. Das entspricht ziemlich exakt dreimal der Distanz zwischen der Ikarusallee 7a in Hannover und dem Volkswagen Service in Coffs Harbour. Hinter diesem Erfolg steht ein starkes Team: Neben dem Einsatzteam vor Ort und den rund 200 Mitarbeitern am Standort in Hannover haben auch die Technische Entwicklung in Wolfsburg sowie die Partner von Volkswagen Motorsport zu den geschichtsträchtigen Erfolgen beigetragen.


Tag 3 in Australien.


Samstag, 19.11.2016


Bilder Tag 2 (10)


Tageszusammenfassung

Wenn das mal kein Thriller ist: Mikkelsen versus Ogier!

 

Die Rechenspiele können beginnen: 14 Punkte lag Andreas Mikkelsen vor der Rallye Australien in der Fahrer-WM hinter dem Zweitplatzierten Thierry Neville (B, Hyundai) – 13 würde er nach derzeitigem Stand gutmachen. Will heißen: Die Extra-Punkte der Power Stage gäben den Ausschlag darüber, wer am Ende das Rennen um die inoffizielle Vize-Weltmeisterschaft macht. Und will außerdem heißen: Das Saisonfinale, gleichzeitig auch Volkswagens Finale in der WRC, ist ein ziemlicher Krimi. Das liegt nicht nur an der Spannung im Kampf um Platz zwei in der Fahrer-WM, sondern vor allem auch daran, dass es auf den sandigen Routen rund um Coffs Harbour so eng zugeht wie die gesamte Saison über noch nicht.

 

Und als wäre es nicht schon spannend genug, führte am zweiten Tag der Rallye Australien auch noch das Schicksal ein wenig Regie: Auf der 16. Wertungsprüfung traf der führende Mikkelsen einen Stein und beschädigte sich dadurch den Fußraum in seinem Volkswagen Polo R WRC. Mit übereinanderliegenden Pedalen absolvierte er die restlichen Kilometer, verlor dabei jedoch knappe zehn Sekunden auf die Verfolger. Bis dahin hatte sich der Norweger schadlos und die Konkurrenz auf Abstand gehalten, sein schöner Vorsprung ist nun dahingeschmolzen. Exakt zwölf Sekunden liegt er vor Hayden Paddon (NZL, Hyundai), hauchdünne zwei Sekunden sind es auf seinen Teamkollegen Sébastien Ogier. 

 

Der Franzose bewies derweil an Tag zwei, warum er vierfacher Weltmeister* ist, und zeigte eine grandiose Vorstellung an der australischen Ostküste. Wohlwissend, dass er als Erster auf der Strecke den Straßenkehrer für den Rest des Feldes spielen und somit kaum Grip haben wird, griff Ogier in die Trickkiste. Der Champion überraschte gleich morgens mit einer gleichermaßen unkonventionellen wie auch mutigen Reifenwahl: „Ich musste ein Risiko eingehen, wenn ich wenigstens halbwegs mithalten will. Als Erster auf der extrem staubigen Strecke hier habe ich so wenig Traktion, dass ich mit harten Reifen nur herumgerutscht wäre.“ Vier weiche Reifen ließ sich Seb aufziehen – damit lag er goldrichtig. Zwar verlor er gleich bei der ersten Wertungsprüfung 12,6 Sekunden auf Hayden Paddon (NZL, Hyundai) und wurde auch von diesem überholt – unter diesen Umständen hätte es aber auch weitaus schlimmer kommen können. Neuville etwa – direkt hinter Seb gestartet – verlor noch mal zehn Sekunden mehr auf der 50 Kilometer langen „Nambucca“-Prüfung. Auf den folgenden Stages gelang es Ogier sogar, Paddon wieder zu überholen und ein kleines Polster herauszufahren. Morgen wird dann in umgekehrter Reihenfolge gestartet und Ogier darf sich über bessere Streckenverhältnisse freuen.

 

Auch der Dritte im Volkswagen Bunde, Jari-Matti Latvala, meldete sich am zweiten Tag in Down Under eindrucksvoll zurück. Mit zwei Bestzeiten – davon eine beim Re-Run der legendären „Nambucca“-Prüfung – zeigte der Finne, wie viel für ihn in Australien möglich gewesen wäre, hätte er nicht gestern schon nach wenigen Kurven die Radaufhängung an seinem Polo beschädigt und dadurch viel Zeit verloren. Am Sonntag, auf der abschließenden Power Stage und auf den letzten Metern im Polo R WRC, geht es für den Finnen dann noch mal um WM-Punkte. Für Andreas Mikkelsen geht es dann hoffentlich um die Vize-Weltmeisterschaft.

 

*Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


Stand nach 18 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 A. Mikkelsen / A. Jæger 2:15.06,2 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +2,0 Sek.
3 H. Paddon / J. Kennard +12,0 Sek.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +33,8 Sek.
5 D. Sordo / M. Martí +59,2 Sek.
6 M. Østberg / O. Fløene +1.00,6 Min.
7 E. Camilli / B. Veillas +1.21,7 Min.
8 O. Tänak / R. Mõlder +2.19,9 Min.
9 L. Bertelli / S. Scattolin +4.56,6 Min.
10 E. Lappi / J. Ferm +5.22,7 Min.
11 J. Latvala / M. Anttila +7.33,8 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Wie ein Slalomfahrer.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Das war ein perfekter Tag für uns. Julien und ich sind wieder volles Risiko eingegangen. Zum Teil habe ich die Begrenzungspfosten an der Strecke wie ein Slalomfahrer genommen, was man an den Beulen in der Motorhaube erkennen kann. Auch bei der Reifenwahl haben wir mit vier weichen Reifen am Morgen alles auf eine Karte gesetzt – und glücklicherweise hat es sich ausgezahlt. Das wir vor dem letzten Tag so gute Chancen im Kampf um den Sieg haben, hätte ich vor der Rallye wirklich nicht erwartet. Morgen wird es ein spannender Tag für die Fans. Andreas und Hayden werden alles geben, um den Sieg zu holen und auch ich habe nichts zu verlieren.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Der heutige Tag war für uns vom Fahrerischen her mit Sicherheit einer der besseren Tage der Saison, mit den beiden Bestzeiten bin ich sehr zufrieden. Durch meinen Fehler gestern kann ich aber leider nichts Entscheidendes mehr zum Gesamtergebnis beitragen. Deshalb drücke ich meinen Teamkollegen Sébastien und Andreas die Daumen, morgen auf den ersten Plätzen ins Ziel zu kommen. Und danach stoßen wir mit dem gesamten Team auf die vier außerordentlichen Jahre an, die hinter uns liegen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Der Sonntag wird richtig interessant, obwohl ich definitiv auch mit weniger Spannung leben könnte. Heute hatten wir wieder einen großartigen Tag, waren stets schnell unterwegs und haben unseren Vorsprung ganz gut verwaltet. Später mussten wir einen Zeitverlust hinnehmen, weil ein Einschlag am Unterboden dazu führte, dass sich Kupplungs- und Bremspedal übereinanderschoben. Eine kuriose Situation. Für das große Finale morgen ändert das nicht viel: Ob mit zwei oder mit zwölf und mehr Sekunden Vorsprung – es wird ohnehin ein harter Kampf um den Sieg, den wir gern annehmen. Wir müssen bis zum Zielstrich alles geben – und genau das haben wir auch vor.“

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir dürfen morgen bei unserem großen Finale in der Rallye-WM noch einmal das durchleben, was wir in den vergangenen vier Jahren lieben gelernt haben: einen spannenden Kampf um den Sieg bis zum letzten Meter. Dass zwei Volkswagen Duos vorn liegen, ist eine großartige Leistung und wir freuen uns auf die letzte große Show des Polo R WRC. Ich ziehe einmal mehr den Hut vor Andreas Mikkelsen, Anders Jæger sowie Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Sie haben heute das Maximum aus der Situation herausgeholt und haben sich eine gute Ausgangslage im Dreikampf mit Hayden Paddon erarbeitet. Möge morgen der Beste gewinnen!“


Zahl des Tages

107

Der Rallye-Samstag war unter anderem geprägt von zwei Durchgängen der schon legendären „Nambucca“-Prüfung. Mit 50,80 Kilometern bildete sie den längsten Abschnitt gegen die Uhr. Am Vormittag waren Staub und das Freifegen einer dicken Schicht losen Schotters das große Thema, am Nachmittag das geschickte Haushalten mit den Michelin-Wettbewerbsreifen. Dank der Bestzeit von Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) im dritten Polo R WRC sowie Rang zwei für Ogier/Ingrassia und Rang drei von Mikkelsen/Jæger gingen zum insgesamt 107. Mal in seiner Geschichte die drei besten Zeiten geschlossen an das World Rally Car aus Wolfsburg.


Tag 2 in Australien.


Freitag, 18.11.2016


Bilder Tag 1 (15)


Tageszusammenfassung

Doppelführung für Volkswagen: Mikkelsen und Ogier starten furios.

 

Die Zielsetzung der drei Volkswagen Fahrer vor der Rallye Australien war klar: Nach vier Jahren wollen Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen ihrem Team einen bestmöglichen Abschied von der Rallye-WM bescheren. Für Letztgenannten geht es aber um mehr als Prestige. Andreas Mikkelsen kämpft in Down Under um den zweiten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft und damit auch um die beste Platzierung seiner Karriere. Und das war ihm am ersten Tag der Rallye Australien auch anzumerken – von Beginn an. 

 

Bei fünf der ersten sechs Wertungsprüfungen zauberte Mikkelsen eine Bestzeit auf den feinen, losen und feinkörnigen Schotter rund um Coffs Harbour. Die Belohnung: Führung und über 16 Sekunden Vorsprung vor seinem bis dato größten Konkurrenten, Hayden Paddon (NZL, Hyundai). Zwar ließ es Mikkelsen in der Folge ein wenig ruhiger angehen, beides – die Führung und den Vorsprung – aber behielt er.

 

Sein größter Konkurrent heißt inzwischen aber nicht mehr Paddon, sondern Ogier und kommt aus dem eigenen Lager. Der Franzose zeigte am ersten Tag eine furiose Leistung. Obwohl er zumeist als erster Fahrer auf die Wertungsprüfungen musste und damit für den Rest des Feldes den feinen Sand von der Strecke fegte, gelang es dem Franzosen, den Rückstand in Grenzen zu halten. Dafür musste Ogier aber auch bis ans absolute Limit gehen. „Diese Platzierung ist hart erkämpft. Ich habe wirklich die Kurven geschnitten, wie vielleicht noch nie im Leben. Ohne Rücksicht auf Leitpfosten“, so Ogier, der dann auf der Nachmittags-Schleife bessere Streckenverhältnisse vorfand und diese zu nutzen wusste. Vier Bestzeiten gelangen ihm, fast 13 Sekunden machte er dort auf Paddon gut und liegt nach Tag eins 15,4 Sekunden hinter Mikkelsen.

 

Als derzeit Zweiter des Gesamtklassements würde Ogier Volkswagen – gemeinsam mit Mikkelsen – nicht nur ein fantastisches Resultat bei der letzten Rallye bescheren, gleichzeitig könnte der Weltmeister auch zum Zünglein an der Waage im Kampf um den zweiten Platz in der Fahrer-WM avancieren. Denn dieser ist durch die aktuelle Konstellation so richtig spannend: 10 Punkte würde Mikkelsen derzeit auf seinen Konkurrenten, Thierry Neuville (B, Hyundai), aufholen und läge dann nur noch vier Zähler hinter ihm. Neuvilles dritter Platz ist jedoch alles andere als sicher. Nicht ausgeschlossen also, dass die inoffizielle Vize-Weltmeisterschaft am Sonntag auf der Power Stage entschieden wird.

 

Auf die Power Stage muss auch Jari-Matti Latvala hoffen, will er bei seiner letzten Rallye für Volkswagen noch Zählbares mitnehmen. Die Rallye war für den Finnen nur wenige Kurven alt, ehe die Siegchancen bereits dahin waren. Bereits auf der ersten Prüfung beschädigte er sich seine Radaufhängung und verlor einiges an Zeit. Knapp acht Minuten beträgt nun sein Rückstand auf die Spitze.

 

Insgesamt sieben Wertungsprüfungen stehen am Samstag auf dem Programm, darunter auch die beiden Durchfahrten der ebenso spektakulären wie langen „Nambucca“-Prüfung. Vor allem die Vielfalt an unterschiedlichen Straßenbelägen machen diese Stage zu einer der größten Herausforderungen der gesamten Rallye.


Stand nach 11 von 23 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 A. Mikkelsen / A. Jæger 57.16,7 Min.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +15,4 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +22,5 Sek.
4 H. Paddon / J. Kennard +23,7 Sek.
5 M. Østberg / O. Fløene +38,8 Sek.
6 E. Camilli / B. Veillas +46,6 Sek.
7 D. Sordo / M. Martí +50,2 Sek.
8 O. Tänak / R. Mõlder +1.30,6 Min.
9 E. Lappi / J. Ferm +2.20,3 Min.
10 L. Bertelli / S. Scattolin +2.24,7 Min.
...    
16 J. Latvala / M. Anttila +7.53,4 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„So gut wie noch nie.“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ein guter Start für uns hier in Australien. Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz, auf dem Julien und ich derzeit liegen. Die Bedingungen am Nachmittag waren besser als erwartet. Dazu bin ich den ganzen Tag volles Risiko gegangen, denn schließlich haben wir hier nichts zu verlieren. Ein Faktor ist sicher die Hitze. Wenn es morgen ähnlich heiß ist, werden es sehr anstrengende 50 Prüfungskilometer in ‚Nambucca‘. Und die Temperaturen werden sicher auch eine Rolle bei den Reifen spielen. In jedem Fall werde ich versuchen, vor Thierry Neuville zu bleiben, um Andreas und Anders im Kampf um Platz zwei in der Fahrer- und Beifahrerwertung zu unterstützen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Jahr schon in dieser Situation war. Die Rallye hatte eigentlich gerade erst begonnen und war für mich schon gleich wieder vorbei. Auf der ersten Wertungsprüfung habe ich in einer langgezogenen Rechtskurve kurz vor einer Brücke etwas an Bodenhaftung verloren und mit dem hinteren rechten Reifen die Brücke berührt. Es war kein heftiger Einschlag, dennoch haben wir einen Aufhängungsschaden davongetragen und bis zum Mittagsservice viel Zeit verloren. So wollten wir uns bei unserem letzten Einsatz für Volkswagen natürlich nicht vom Team verabschieden. Dennoch gilt es jetzt, die Rallye mit Würde zu beenden.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein absolut perfekter Tag für uns – besser kann es kaum laufen. Am Morgen war der Polo R WRC so gut wie noch nie, einfach optimal abgestimmt und großartig zu fahren. Am Nachmittag haben sich die Streckenbedingungen verändert und wir hatten mal mit Über-, mal mit Untersteuern zu kämpfen. Wir hatten erwartet, gegen die Nachfolgenden viel Zeit zu verlieren. Dagegen die Rallye anzuführen und auf dem Weg dorthin fünf Prüfungen zu gewinnen ist absolut perfekt. Wenn wir Platz zwei in der WM noch schaffen wollen, sind wir fast zum Siegen verdammt – und genau das versuchen wir hier zu erreichen. Ziel muss es sein, bis Samstagabend einen guten Vorsprung zu haben, dann stehen die Chancen gut, auch am Sonntag bis zur Ziellinie vorn zu sein. Aber dafür müssen wir noch hart arbeiten.“


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Hut ab, Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier. Die beiden haben heute angesichts ihrer ungünstigen Startpositionen absolut herausragende Leistungen gezeigt. Die Doppelführung ist mehr, als wir erwarten durften. Besonders freue ich mich für Andreas, der sein Ziel, Rang zwei in der Meisterschaft zu erreichen, mit Cleverness und Konsequenz verfolgt. Heute haben wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet, unser Rallye-WM-Projekt mit einem weiteren Erfolg abzuschließen. Diese Ausgangsposition gilt es nun in den kommenden beiden Rallye-Tagen mit gewohnt akribischer und harter Arbeit umzumünzen. Leider wird aus einem Happy End für Jari-Matti Latvala nichts, nachdem er leicht eine Brücke getroffen und sich damit einen Aufhängungsschaden eingefangen hat. Er hatte einfach Pech, dass es gleich zu Beginn des Tages passiert ist.“


Zahl des Tages

3


Drei Zeitzonen. Während Volkswagen in Australien den erfolgreichen Abschluss des Rallye-WM-Programms sucht, geht es in Macau noch um Titel für die Marke – interessiert verfolgt sowohl vom Team an der Coffs Coast im Osten Australiens als auch am Motorsport-Standort in Hannover. In der internationalen TCR-Meisterschaft könnte Stefano Comini vom Volkswagen Kundenteam Leopard Racing, derzeit Tabellenzweiter, auf dem berühmt-berüchtigten Stadtkurs von Macau mit dem Golf GTI TCR noch die Meisterschaft gewinnen. Zudem hat Volkswagen die Chance, beim Formel-3-Grand-Prix an gleicher Stelle den neunten Sieg als Motorenlieferant für die Marke beim FIA Formel-3-Weltcup einzufahren. Australien ist Macau drei und Deutschland zehn Stunden voraus.


Tag 1 in Australien.


Donnerstag, 17.11.2016


Bilder Eröffnungstag (10)


Shakedown-Bericht

Ogier vor Mikkelsen – verheißungsvoller Shakedown für Volkswagen in Down Under.

 

Guter Start ins Finale: Volkswagen hat die Rallye Australien mit den beiden besten Zeiten im Shakedown begonnen. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), die als frühzeitige Rallye-Weltmeister* am Rallye-Freitag und -Samstag die Route eröffnen müssen und damit angesichts einer dicken Schicht losen Schotters die ungünstigsten Bedingungen vorfinden, waren im „Freien Training“ der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) die Schnellsten. Beim großen Finale des Polo R WRC ging die zweitbeste Zeit an Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N), die in Down Under noch um Platz zwei in der Fahrer- und Beifahrer-Wertung kämpfen. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), die im dritten World Rally Car von Volkswagen dank Startposition sechs mit den größten Siegchancen der Volkswagen Duos antreten, fuhren die sechstbeste Zeit.

 

Nach dem zeremoniellen Start der Rallye Australien in Coffs Harbour am Donnerstagabend beginnt der sportliche Teil der Rallye Australien am Freitagmorgen mit der ersten Wertungsprüfung „Utungun“. Insgesamt stehen 23 Wertungsprüfungen und 312,98 Kilometer gegen die Uhr auf dem Programm.

 

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.

 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Volkswagen, 3.01,5 Min.

2. Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N), Volkswagen+0,1 Sek.

3. Ott Tänak/Raigo Mõlder (EST/EST), Ford, +0,8 Sek.

4. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (B/B), Hyundai, +1,0 Sek.

5. Hayden Paddon/John Kennard (NZ/NZ), Hyundai, +1,0 Sek.

6. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), Volkswagen, +1,1 Sek.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Set-up stimmt, Gefühl stimmt.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Der Shakedown lief ohne Probleme. Julien und ich möchten bei der letzten Rallye für Volkswagen natürlich aufs Podium fahren, aber das wird alles andere als einfach werden. Der Einfluss der frühen Startposition ist hier enorm. Vor dem Hintergrund, dass Australien die letzte Rallye mit unserer Mannschaft ist, gerät aber alles andere in den Hintergrund. Wir hatten vier fantastische und unglaublich erfolgreiche Jahre mit unserem Team in der Rallye-WM. Dies wird für immer in meiner Erinnerung bleiben. Und daran denke ich auch an diesem Wochenende.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Es ist natürlich eine besondere Situation dieses Wochenende. Die letzte Rallye für Volkswagen bedeutet auch, dass es heute der letzte Shakedown im Polo R WRC war. Wir haben gleich im ersten Durchgang eine gute Zeit hingelegt und anschließend noch ein paar Dinge ausprobiert. Die Wertungsprüfungen sind vielversprechend und ich freue mich auf den Start der letzten Rallye mit dem großartigen Volkswagen Team.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Den ersten Durchgang vom Shakedown haben wir dazu verwendet, uns an diesen speziellen Schotter zu gewöhnen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden: Set-up stimmt, Gefühl stimmt. Von uns aus kann es hier bei der Rallye Australien gern losgehen. Die einzige Sorge, die wir haben, ist der viele Staub, der uns schon auf dem ersten Durchgang mit Drei-Minuten-Abständen zu schaffen gemacht hat. Das wird an den kommenden Tagen sicher ein Thema werden.“

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Mit den zwei besten Zeiten in ein Rallye-Wochenende zu starten, ist natürlich stets eine gute Sache und sorgt für viel Selbstvertrauen vor unserem letzten Lauf in der Rallye-WM. Wir wollen hier gut abschneiden und uns am liebsten mit einem Sieg verabschieden. Das ist wegen der sehr speziellen Bedingungen bei der Rallye Australien mit viel losem Schotter und jeder Menge Staub alles andere als einfach, aber wir werden natürlich wie gewohnt alles dafür geben, am Ende vorn zu sein.“


Eröffnungstag in Australien.


Vorschau auf die Rallye Australien. Das Video.


Dienstag, 15.11.2016


Time to say Goodbye – Schaulaufen Fehlanzeige.

 

Volkswagen auf Abschiedstournee in „Down Under“. Bei der Rallye Australien will sich das erfolgsverwöhnte Team angemessen aus der Rallye-Weltmeisterschaft verabschieden. Und das natürlich wie gewohnt mit einem Sieg. Nach vier Jahren und bislang 42 Siegen bei 51 WRC-Rallyes würde das ideal ins Bild passen. Doch wie immer gilt: ein Spaziergang wird die Abschiedstour von Volkswagen auf keinen Fall.

 

Und trotz der beiden vorzeitigen Titelgewinne durch Sébastien Ogier/Julien Ingrassia in der Fahrer- und Volkswagen in der Teamwertung stehen auch noch zwei Entscheidungen in „Down Under“ für Volkswagen aus. Andreas Mikkelsen und Beifahrer Anders Jæger kämpfen nämlich noch um Platz zwei in der Weltmeisterschaft. Dabei ist alles angerichtet für einen sehenswerten Vierkampf mit den Hyundai-Fahrern Thierry Neuville, Hayden Paddon und Dani Sordo. Alle vier trennen gerade einmal 24 Punkte, Mikkelsen ist derzeit Dritter, 14 Zähler hinter Neuville. Ein reines Schaulaufen für Volkswagen sieht anders aus.

 

Jari-Matti Latvala darf sich das Duell um den inoffiziellen Vizetitel nur aus der Ferne anschauen. Für den Finnen ist der Zug für Platz zwei schon abgefahren. Allerdings wird er den Vierkampf nicht völlig ausblenden. Denn für den Vize-Weltmeister der beiden Vorjahre geht es immerhin noch um Platz drei in der WM. Derzeit rangiert „JML“ nach einer schwierigen Saison mit nur einem Sieg auf Rang sechs, 19 Punkte hinter dem aktuell Dritten Mikkelsen. Mit Jari-Matti muss allerdings zu rechnen sein, war er doch bei Schotter-Rallyes dieses Jahr meistens pfeilschnell unterwegs. Und er ist topmotiviert, seine Volkswagen Karriere versöhnlich abzuschließen.

 

Ob sich die genannten WRC-Protagonisten auch um den Sieg duellieren werden, bleibt abzuwarten. Bei dem wird auf jeden Fall Seb Ogier ein Wörtchen mitreden. Der Franzose wird als viermaliger Weltmeister bei Volkswagen abtreten, so viel steht fest. Ein Erfolg zum Abschied könnte allerdings schwierig werden. Denn sein ohnehin schon bestehender Nachteil, als Erster in die Wertungsprüfungen starten zu müssen, wird in Australien noch einmal potenziert. Denn auf den harten und damit eigentlich angenehm zu fahrenden Schotterpisten befindet sich anfangs stets eine feine Sandschicht, charakteristisch orange-rot, die ihm und seinem Polo R WRC zu schaffen machen könnten. Rutschgefahr!

 

Schon von Natur aus hat die Rallye Australien alles zu bieten, was das Rallye-Herz begehrt. Der Flugmarathon aus Europa zahlt sich für die Fahrer definitiv aus: Egal ob verwinkelt und eng oder weitläufig und flüssig: In Sachen Streckencharakteristik bietet die Rallye Australien rund um Coffs Harbour an der malerischen Ostküste ein breites Spektrum. Mal geht es mit Vollgas über offenes Gelände, dann über verwundene und schmale Abschnitte mit dicken Bäumen im australischen Regenwald. 

 

Sportlich, charakteristisch und optisch ist also alles angerichtet für ein spannendes Finale und einen würdigen Abschluss einer großen Ära für Volkswagen in der Rallye-Weltmeisterschaft. Noch stehen insgesamt 23 Wertungsprüfungen aus, in denen Volkswagen den Abschied aus der WRC feiern wird. Bis es dann Sonntagnachmittag Ortszeit heißt: Time to say Goodbye.


Freitag, 11.11.2016


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die letzte Rallye mit Volkswagen – das hört sich verrückt an.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es ist schon eine merkwürdige Situation für alle bei Volkswagen Motorsport. Die Bekanntgabe des Ausstiegs aus der Rallye-WM am Ende des Jahres war nicht die Art, wie wir als Team unseren vierten Titel feiern wollten. In Australien werden wir nun unsere letzte gemeinsame Rallye bestreiten. Wenn ich auf die vergangenen fünf Jahre zurückschaue, dann denke ich nicht nur an die gemeinsamen Erfolge zurück. Ich bin dankbar, dass ich bei Volkswagen mit so tollen Menschen zusammenarbeiten durfte. Über die Jahre sind wahre Freundschaften entstanden. Ich kann nur hoffen, dass ich möglichst viele von ihnen wiedersehen werde. Die letzte Rallye mit Volkswagen – das hört sich verrückt an. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich das Thema während der Rallye ausblenden kann. Auch wenn meine Startposition nicht gerade vielversprechend ist – ich werde alles daransetzen, dass wir zum Abschluss in Australien noch einmal gemeinsam jubeln.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Nachricht in der vergangenen Woche war natürlich alles andere als erfreulich. In der kurzen Zeit fällt es sehr schwer, das Ausmaß der Entscheidung zu realisieren. Ich kann mich nur wiederholen: Die Zeit bei Volkswagen Motorsport wird mir immer in Erinnerung bleiben, die vielen schönen Momente bedeuten mir viel und ich möchte allen im Team dafür danken. Jetzt ist es meine Pflicht, mich noch mal voll und ganz auf das Saisonfinale in Australien zu konzentrieren. Ich bin topmotiviert für meine letzte Rallye mit Volkswagen und ich werde richtig angreifen und versuchen, um den Sieg mitzufahren. Meine Saison war nicht einfach, ein gutes Ergebnis in Australien wäre daher doppelt schön, vor allem als Abschiedsgeschenk an das Team.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Die Rallye Australien wird sehr emotional werden – da wir alle wissen, dass es die letzte für Volkswagen ist. Das Team ist mir ans Herz gewachsen, ich bin sehr dankbar für die schöne gemeinsame Zeit und möchte mich unbedingt mit einem guten Ergebnis in Australien verabschieden. Das ist auch deswegen wichtig für Anders und mich, weil wir den zweiten Platz in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft von meinem Freund Thierry Neuville zurückerobern wollen. Dafür müssen wir versuchen zu gewinnen. Da wir als Dritte auf die Wertungsprüfungen gehen, wird das jedoch nicht einfach werden. Wir werden aber von Beginn an Druck machen und alles geben. Die größte Herausforderung bei der Rallye Australien sind die Streckenabschnitte mit den schnellen, schwer einsehbaren Kurven. Rallye im Dschungel – das beschreibt es am besten. Ich bin auf jeden Fall sehr motiviert und freue mich auf Australien, denn ich fahre dort sehr gern.“

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir sind unglaublich stolz auf das, was wir in vier Jahren Rallye-WM geleistet und erreicht haben. Nun stellen wir uns in Australien unserer letzten WM-Rallye und es wird ein durch und durch emotionales Wochenende für jeden im Team werden. Aber wir werden absolut alles daransetzen, unseren zwölf WM-Titeln die Krone aufzusetzen, und würden uns am liebsten mit dem 43. Sieg des Polo R WRC verabschieden. Damit wollen wir ein letztes Mal unseren großartigen Fans auf der ganzen Welt etwas zurückgeben. Wir werden dafür das in die Waagschale werfen, was uns in den vergangenen 51 Rallyes schon ausgezeichnet hat: den Willen jedes Einzelnen zur absoluten Perfektion, einen unerreichten Teamgeist und jede Menge Herzblut für den Sport.“


Hintergrund

Volkswagen Erfolge in der Rallye-WM: Wussten Sie, dass ...

 

... Volkswagen am Rallye-Sonntag in Australien sein Rallye-WM-Programm beendet und dann 986 Tage mit Sébastien Ogier/Julien Ingrassia ununterbrochen an der Spitze der Fahrer- und Beifahrer-Wertung sowie 1.346 Tage an der Spitze der Hersteller-Wertung rangierte?

 

... Volkswagen in der Rallye-WM in bisher 51 Läufen 85 Podiumsresultate gefeiert hat, davon 42 Siege, 25 zweite und 18 dritte Plätze?

 

... die sogenannte Powerstage eine wahre Volkswagen Domäne ist? Bei den bisher 50 Powerstages gingen 194 Punkte nach Hannover. 38 Bestzeiten, 27 zweite und 26 dritte Plätze hat die Mannschaft seit 2013 auf der Haben-Seite.

 

... gleich viermal alle Zusatzzähler der Powerstage an Volkswagen gingen? 2014 in Italien und Polen, 2015 bei den Rallyes in Portugal und Italien.

 

... dass die durchschnittliche Distanz der 935 Wertungsprüfungen, an denen der Polo R WRC bisher teilnahm, 18,83 Kilometer betrug?

 

... 1.524 Mal einem der Fahrer der Sprung unter die ersten drei auf einer Wertungsprüfung gelang? Noch eindrucksvoller: 104 Mal waren drei Volkswagen Fahrer geschlossen vorn.

 

... Volkswagen die Rekordliste mit den längsten Siegesserien in der Geschichte der Rallye-WM souverän anführt? Gleich zweimal gelangen zwölf Siege in Folge und damit der absolute Bestwert: von der Rallye Australien 2012 bis zur Rallye Finnland 2014 und von der Rallye Portugal 2015 bis zur Rallye Mexiko 2016. 

 

... Volkswagen seit der Rallye Monte Carlo 2013, also dem Debüt des Polo R WRC in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft, stets gepunktet hat?

 

... das Team in den zurückliegenden vier Jahren 19 Doppel-Siege und vier Dreifach-Erfolge in der Rallye-WM gefeiert hat?

 

... auch der Wert der meisten Siege in einer Saison spitze ist? 2014 und 2015 triumphierte Volkswagen jeweils zwölf Mal.


Zahl der Rallye

472.157.347

Mit der Rallye Australien endet nicht nur eine vier Jahre lange Ära für Volkswagen in der höchsten Liga des Rallye-Sports – es markiert auch eine stolze Bilanz in den sozialen Netzwerken. Am 01. Januar 2013 startete die Marke auf ihrem Motorsport-Kanal bei Facebook mit 51.759 Fans. Kurz vor dem Saison-Finale in Australien anno 2016 rangiert facebook.com/volkswagenmotorsport bei bereits knapp 5,4 Millionen. Während der Zeit erzielten Text-, Foto- und Videoinhalte dort etwa 472 Millionen Kontakte und sorgten für über 15 Millionen Interaktionen. In dem Kurznachrichten-Netzwerk Twitter stieg die Zahl der Follower von null auf knapp 92.000, knapp 200.000 Mal reagierten die Fans von Volkswagen Motorsport auf die mehr als 11.000 Tweets bei twitter.com/volkswagenrally. Über WhatsApp führt das Team während einer Rallye bis zu 500 Chats. Ganz ehrlich, von ganzem Herzen und zur Abwechslung einmal in eigener Sache: Die Volkswagen Motorsport Kommunikation dankt Fans, Journalisten und Partnern in der Rallye-WM für eine großartige Zeit. Auf Wiedersehen.