Rallye Spanien.

13. bis 16. Oktober 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Spanien 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 05.09.2016).

Donnerstag, 13.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:00   Shakedown (Salou)      
18:06 WP 01 Barcelona (Asphalt) 109,04 km 03,20 km 108,06 km

Freitag, 14.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
10:08 WP 02 Caseres 1 (Schotter) 95,52 km 12,50 km  
10:36 WP 03 Bot 1 (Schotter) 06,31 km 06,50 km 01,91 km
11:11 WP 04 Terra Alta 1 (Schotter und Asphalt) 10,51 km 38,95 km 12,75 km
14:18 WP 05 Caseres 2 (Schotter) 19,41 km 12,50 km  
14:46 WP 06 Bot 2 (Schotter) 06,31 km 06,50 km 01,91 km
15:21 WP 07 Terra Alta 2 (Schotter und Asphalt) 10,51 km 38,95 km 78,39 km

Samstag, 15.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:10 WP 08 Vilaplana (Asphalt) 21,89 km 06,28 km  
08:49 WP 09 Alcover-Capafonts 1 (Asphalt) 20,73 km 19,93 km 57,81 km
10:21 WP 10 Querol 1 (Asphalt) 14,04 km 21,26 km  
11:03 WP 11 El Montmell 1 (Asphalt) 14,00 km 24,14 km 66,39 km
13:57 WP 12 Alcover-Capafonts 2 (Asphalt) 25,92 km 19,93 km 57,81 km
15:29 WP 13 Querol 2 (Asphalt) 14,04 km 21,26 km  
16:11 WP 14 El Montmell 2 (Asphalt) 14,00 km 24,14 km  
18:00 WP 15 Salou (Asphalt) 70,60 km 02,24 km 01,38 km

Sonntag, 16.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
07:24 WP 16 Pratdip 1 (Asphalt) 39,02 km 19,30 km  
08:13 WP 17 Duesaigües 1 (Asphalt) 17,05 km 12,10 km 32,51 km
10:39 WP 18 Pratdip 2 (Asphalt) 39,02 km 19,30 km 07,04 km
12:08 WP 19 Duesaigües 2 (Asphalt/Powerstage) 10,50 km 12,10 km 32,51 km

Sonntag, 16.10.2016


Bilder Tag 3 (15)


Zusammenfassung

#GOgier macht’s: Titel Nummer vier in trockenen Tüchern!

 

Ein schon sehr gewohntes Bild: Sébastien Ogier steigt nach der Zieldurchfahrt zusammen mit Beifahrer Julien Ingrassia auf seinen Polo R WRC und reckt beide Arme gen Himmel. Doch bei der Rallye Spanien kam noch ein ganz anderes Gefühl dazu. Ein noch intensiveres! Denn Seb gewann nicht nur zum fünften Mal in dieser Saison, er holte sich auch Titel Nummer vier. Und das als erster Weltmeister*, der (bis zum Titelgewinn) keine Rallye auf Schotter gewonnen hat. Das Erklimmen des Weltmeister-Autos war daher noch ausgelassener als sonst.

 

„Die Saison war nicht einfach, aber dennoch fantastisch“, sagte Ogier im Ziel freudestrahlend. „Ich muss dem gesamten Team danken. Unser Auto war das ganze Wochenende über perfekt, das Fahren hat mir so viel Freude bereitet. Nach meinem Ausfall auf dieser Prüfung im letzten Jahr gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Deshalb ist die Erleichterung jetzt noch größer.“ Im vergangenen Jahr hatte Ogier den „Spanien“-Sieg auf den letzten Metern weggeworfen, nachdem er an einer Leitplanke hängen geblieben war.

 

Das Grübeln über die abschließende Powerstage bremste Ogier in diesem Jahr keinesfalls ein. Schon am Samstag zeichnete sich ab, dass es mit dem vierten Titel klappen würde. Denn Ogier ließ nach Startschwierigkeiten bei den schlammigen Freitags-Schotterprüfungen nicht nur souverän seinen ärgsten Kontrahenten Dani Sordo (Hyundai) im Klassement hinter sich, sondern konnte auch noch mal durchatmen, als sich sein Teamkollege Andreas Mikkelsen auf spektakuläre Art und Weise aus der Rallye verabschiedete: Mikkelsen durchfuhr eine Kurve zu schnell, rammte eine Leitplanke, stieg auf und überschlug sich mehrmals. Die Rallye war gelaufen, Andreas musste frühzeitig aufgeben. Bis dato hatte der Norweger, bislang Zweiter der WM, auf einem guten dritten Platz gelegen.

 

Auch für den dritten Volkswagen Fahrer lief die Rallye Spanien nicht optimal: Jari-Matti Latvala fiel bei der Rallye Spanien rund um Salou schon am Freitag zurück. Die Prüfungen wurden allesamt auf Schotter ausgetragen. Auf der Terra-Alta-Prüfung, der mit 38,95 Kilometern längsten der ganzen Rallye, beschädigte sich der Finne die Aufhängung und fiel zurück. Anschließend bewies der „Fliegende Finne“ jedoch, was in seinem Polo R WRC steckt. Auf den Asphalt-Prüfungen am Samstag fuhr er mehrere Siege ein und betrieb etwas Schadensbegrenzung.

 

Auf der abschließenden Powerstage am Sonntag sicherte sich Jari-Matti dann noch die begehrten drei Extra-Punkte für die schnellste Zeit, Seb wurde Zweiter und sammelte zwei zusätzliche Zähler. Der Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft durch Volkswagen lässt noch auf sich warten. Aber die nächste Rallye in Wales findet ja bereits in zwei Wochen statt.

 

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


Endstand nach 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:13.03,6 Std.
2 D. Sordo / M. Martí +15,6 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.15,0 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.27,8 Min.
5 M. Østberg / O. Fløene +3.24,4 Min.
6 O. Tänak / R. Mõlder +5.24,9 Min.
7 K. Abbring / S. Marshall +7.31,3 Min.
8 J. Kopecký / P. Dresler +9.05,1 Min.
9 P. Tidemand / J. Andersson +9.20,4 Min.
10 C. Breen / S. Martin +9.57,1 Min.
...    
14 J. Latvala / M. Anttila +21.34,4 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Den WM-Titel widme ich ihm.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ich fühle mich fantastisch! Der vierte WM-Titel für Julien und mich, das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Eine Ehre, wenn man mit so großen Namen wie Kankkunen und Mäkinen in einem Atemzug genannt wird. Ein riesiges Dankeschön an unser Team bei Volkswagen. Ohne sie wären Julien und ich nicht hier. Sie machen das ganze Jahr einen so großartigen Job, die gesamte Saison hatten wir ein perfektes Auto. Auch dieses Wochenende hatte ich im Polo R WRC wieder viel Spaß hinter dem Lenkrad. Natürlich war die Anspannung vor der abschließenden Powerstage etwas höher als normal – angesichts des Titels vor Augen und des Fehlers vom letzten Jahr im Gedächtnis. Aber wir haben es geschafft. Trotz der erschwerten Regeln, trotz der starken Konkurrenz – auf diesen Titel bin ich so stolz wie nie zuvor. Jetzt wird erstmal ordentlich mit dem Team und meiner Frau gefeiert – und zu Hause kann ich dann auch meinem kleinen Sohn Tim den Pokal zeigen, den Papa geholt hat. Den WM-Titel widme ich ihm.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Glückwunsch an meinen Teamkollegen Sébastien Ogier zum vierten Fahrertitel. Damit ist er jetzt in einer Liga mit meinen finnischen Landsleuten Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen. Das ist eine großartige Leistung, nicht nur von ihm, sondern auch vom ganzen Team Volkswagen Motorsport. Für mich war die Rallye Spanien, wie so oft dieses Jahr, viel zu früh gelaufen. Nach meinem Aufhängungsschaden vom Freitag hatten wir keine Möglichkeit mehr, sportlich in den Wettbewerb einzugreifen. Dennoch haben wir einige Wertungsprüfungen gewonnen und am Ende vier Punkte für die Herstellerwertung beigesteuert. Vielleicht schaffen wir es schon, bei der nächsten Rallye in Großbritannien diesen Titel zu erringen. Das wird auf jeden Fall das Ziel sein.“


Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Glückwunsch zum Titel und Hut ab vor dem Sieg unserer Teamkollegen Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Anders und ich freuen uns für sie, sie waren auch 2016 einfach das Maß der Dinge. Für uns persönlich war es natürlich nicht das Ende der Rallye Spanien, das wir uns gewünscht hatten. Nach dem Sieg im vergangenen Jahr wollten wir hier wieder gut abschneiden, auf jeden Fall aber den Vorsprung auf Platz drei in der WM ausbauen. Doch dazu ist es nicht gekommen. Wir waren am Samstag in einer Rechtskurve zu schnell, sind rausgedriftet, haben die Leitschienen getroffen und uns überschlagen. Das war zu 100 Prozent mein Fehler. Jetzt ist der Kampf um Platz zwei in der Weltmeisterschaft wieder offen und wir werden in den beiden verbleibenden Rallyes alles geben müssen, dieses Ziel, das wir von Beginn der Saison an verfolgt haben, zu erreichen. Wir werden hart dafür arbeiten.“

 

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Mit einem Sieg zum vierten Mal Weltmeister zu werden – das ist herausragend. Heute ist ein großer Tag für Sébastien Ogier, Julien Ingrassia und das ganze Volkswagen Team. Sie haben die ganze Saison über eine extrem konstante und starke Leistung gezeigt. Neun Podiumsresultate und davon fünf Siege sprechen für sich. Auch, dass sie seit beinahe 1.000 Tagen die Rallye-WM ununterbrochen anführen. Wir sind sehr stolz auf die schnellsten Volkswagen Fahrer der Welt. Das werden wir heute ganz sicher gebührend feiern. Zudem haben wir uns hier in Spanien eine gute Ausgangslage im Kampf um den Herstellertitel erarbeitet und könnten uns in zwei Wochen in Wales aus eigener Kraft ebenfalls den vierten Titel in Folge sichern. Und das ist natürlich das Ziel.“


Zahl der Rallye

200

Vor dem großen Tag, an dem Sébastien Ogier zum vierten Mal Rallye-Weltmeister wurde, verputzte er beim Frühstück wie gewohnt ein Omelette. Seit er bei Volkswagen mit dem Polo R WRC startet, war es das insgesamt 200.


Tag 3 in Spanien.


Samstag, 15.10.2016


Bilder Tag 2 (18)


Tageszusammenfassung

¡Vamos! Noch ein Punkt, Seb!

195 hat er schon, einen braucht er noch: Ein einzelner Zähler trennt Sébastien Ogier vom WM-Titel 2016, dem vierten in Folge. Dass das so ist, liegt an den veränderten Vorzeichen, die der zweite Tag der Rallye Spanien mit sich brachte. Die Gründe dafür waren aber vor allem für Volkswagen nicht gerade erfreulich.

 

Ausgerechnet ein Unfall von Teamkollege Andreas Mikkelsen – geschehen auf der zwölften Wertungsprüfung – brachte Ogier dem Titel derartig nah. Die gute Nachricht vorab: Sowohl Mikkelsen als auch Beifahrer Anders Jæger überstanden den Unfall unverletzt. Weniger gut hingegen: In der Fahrer-WM verliert Mikkelsen wichtige Punkte im Kampf um die inoffizielle Vizeweltmeisterschaft. Bleibt es beim gegenwärtigen Ergebnis, dann werden Mikkelsen und Thierry Neuville (B, Hyundai) gleichauf nach Großbritannien reisen – gesetzt den Fall, der Hyundai-Pilot holt keine Punkte auf der Powerstage. Auch dort kann AM keine Punkte mehr sammeln, sein Volkswagen Polo R WRC war zu sehr beschädigt.

 

Damit aber steht gleichzeitig fest, dass Mikkelsen nicht mehr Weltmeister werden kann. Einzig Neuville kann Ogier noch stoppen, dafür müsste der Belgier aber von nun an immer die maximale Punkteausbeute holen und Ogier dürfte keinen weiteren Zähler mehr sammeln – und danach sieht es nun wirklich nicht aus. Im Gegenteil: Während sich Ogier spätestens seit Mikkelsens Aus zurücklehnen und den titelbringenden Punkt im Spaziergang nach Hause fahren könnte, drückt der Franzose noch mal ordentlich auf das Gaspedal. Aus einem Rückstand von 17,0 Sekunden auf Dani Sordo (E, Hyundai) zu Beginn des Tages machte Seb einen Vorsprung von 5,8 Sekunden an dessen Ende – und das ist auch gut so. Denn während die Fahrer-WM kurz vor der Entscheidung steht, geht es in der Hersteller-Wertung um jeden Punkt – gerade nach Jari-Matti Latvalas Aus am Freitag.

 

Dem Finnen blieb das Pech auch am Samstag treu. Auf der zwölften Wertungsprüfung kämpfte er mit einem Reifenschaden und verlor weitere Zeit. Wie viel für ihn an der Costa Daurada möglich gewesen wäre, das zeigte JML sowohl davor als auch danach. Zweimal lag er am Ende einer Stage auf Rang zwei, zweimal gar ganz vorne. Ogier schnappte sich derweil fünf Bestzeiten, sieben von acht gingen somit an den Volkswagen Polo R WRC.

 

Latvala wird also mit einem guten Gefühl auf die abschließende Powerstage am Sonntag gehen, dort hat der Finne noch die Chance, um Punkte für die Fahrer-WM zu kämpfen. Exakt 62,8 Kilometer, verteilt auf vier Wertungsprüfungen, stehen am Schlusstag der Rallye noch auf dem Programm. 62,8 Kilometer, die Ogier noch vom Titel trennen, oder anders ausgedrückt: ein einziger Punkt.


Stand nach 15 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:35.12,8 Std.
2 D. Sordo / M. Martí +5,8 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.03,9 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.20,0 Min.
5 K. Meeke / P. Nagle +1.57,9 Min.
6 M. Østberg / O. Fløene +2.35,7 Min.
7 O. Tänak / R. Mõlder +4.24,7 Min.
8 K. Abbring / S. Marshall +6.22,7 Min.
9 M. Prokop / J. Tománek +7.13,3 Min.
10 J. Kopecký / P. Dresler +7.41,6 Min.
...    
19 J. Latvala / M. Anttila +21.31,3 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Das steht diesmal nicht auf dem Plan.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ein perfekter Tag! Ich bin sehr glücklich mit unserer Leistung. Ich wusste, dass wir 17 Sekunden Rückstand auf Dani Sordo nur dann aufholen können, wenn wir eine absolut fehlerfreie Leistung zeigen. Er ist sehr schnell auf Asphalt und dazu ist es seine Heimrallye. Auf der ersten Prüfung am Morgen habe ich es bewusst etwas vorsichtiger angehen lassen, weil es teilweise noch feucht und rutschig war. Aber von da an haben Julien und ich voll attackiert. Natürlich ist die Chance jetzt riesig für uns, hier in Spanien den vierten Titel zu sichern. Das haben wir im Hinterkopf und natürlich sind auch die Punkte wichtig fürs Team in der Herstellerwertung. Keine Frage, wir wollen morgen gewinnen, aber den Ausgang der Powerstage vom letzten Jahr habe ich noch gut im Gedächtnis. Das steht diesmal nicht auf dem Plan.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Heute habe ich Selbstvertrauen gesammelt. Ich muss zugeben, dass es zuletzt nicht optimal für uns gelaufen ist. Heute bei unserer Rückkehr unter Rallye-2-Reglement haben wir starke Zeiten gesetzt, und das Gefühl für Auto, Linie und Fahrstil war wieder da. Am Nachmittag habe ich mit einem Reifenschaden etwas Zeit verloren und musste deshalb auf den folgenden Prüfungen vorsichtig sein. Alles in allem bin ich mit dem Tag zufrieden, auch wenn ich bei der Rallye Spanien eine ganz andere Rolle spielen wollte. Morgen kommt es darauf an, Punkte für die Herstellerwertung zu sammeln – dafür werden wir alles tun.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Wir hatten einen guten Start in die zwölfte Wertungsprüfung und hatten beschlossen, in einer Sektion mit vielen ähnlichen, sehr schnellen Rechtskurven zu attackieren. Dort war ich am Morgen etwas zu vorsichtig. Die entscheidende Rechtskurve bin ich im zweiten Durchgang einfach etwas zu schnell angegangen. Wir sind rausgedriftet, haben die Leitschienen getroffen und uns überschlagen. Mir und Anders geht es gut, aber natürlich sind wir extrem enttäuscht. Jetzt ist der Kampf um Platz zwei in der Weltmeisterschaft wieder offen und wir werden in den beiden verbleibenden Rallyes alles geben müssen, dieses Ziel, das wir von Beginn der Saison an verfolgt haben, zu erreichen. Wir werden hart dafür arbeiten.“


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ein spannender und ereignisreicher Tag bei der Rallye Spanien, der die vielen Fans an der Strecke und daheim mit einem packenden Zweikampf zwischen Sébastien Ogier und Dani Sordo unterhalten hat. Dieses Duell wird auf Augenhöhe ausgetragen und wird auch am Sonntag ein großes Thema sein. Sébastien hat heute mit einer kontrollierten, aber gleichzeitig schnellen Fahrt seinen Rückstand wettgemacht und einen kleinen Vorsprung herausgeholt. Er und Julien werden morgen alles geben, ihren vierten Titel zu feiern. Aber nicht nur ihnen ist das wichtig, auch Volkswagen braucht im Kampf um den Hersteller-Titel wertvolle Punkte. Auch Jari-Matti Latvala kann morgen dazu beitragen, nachdem er heute ein gutes Comeback mit zwei Prüfungsbestzeiten geboten hat. Andreas Mikkelsen und Anders Jæger mussten im Kampf um Platz zwei in der WM einen Rückschlag hinnehmen. Dass es den beiden nach ihrem Unfall gut geht, ist das Wichtigste.“


Zahl des Tages

160,86

Der Weg zum WM-Titel führt über einen wahren Showdown: Das Volkswagen Duo Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) hat bei der Rallye Spanien hauchdünn die Führung übernommen und liegt damit klar auf Kurs, zum vierten Mal in Folge die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) für sich zu entscheiden. 5,8 Sekunden beträgt ihr Vorsprung auf Dani Sordo/Marc Martí (E/E, Hyundai), gleichbedeutend mit 160,86 Metern.


Mittagsbericht

Ogier knabbert an der Führung.

 

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, sagt man gerne, wenn jemand stetig etwas sammelt, um irgendwann zum Ziel zu kommen. Bei der Rallye Spanien könnte dies auf Volkswagen Pilot Sébastien Ogier zutreffen. Der sammelt zwar nicht, knabbert aber wie ein Eichhörnchen an Nüssen am Vorsprung von Lokalmatador und Hyundai-Fahrer Dani Sordo, der bei der Rallye in Katalonien nach elf Wertungsprüfungen das Feld mit 7,7 Sekunden Vorsprung anführt.

 

Nach den schlammigen sechs Wertungsprüfungen am Freitag mussten sich die Fahrer am Samstag an völlig andere Begebenheiten anpassen. Denn die Prüfungen wurden allesamt auf Asphalt ausgetragen, der anfangs noch feucht und rutschig war. Ogier lieferte sich fortan ein spannendes Duell mit Sordo. Mal lag der Franzose, dann wieder der Spanier vorne. Die vier Prüfungen am Samstagvormittag hatten es in sich und erinnerten mit ihren schnellen Passagen auf fast schon makellosem Asphalt an eine Rundstrecke. Ogier: „Es ist wie auf einer Rennstrecke, wirklich toll!“

 

Während Ogier und Sordo um Platz eins kämpften, fuhr sich Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala regelrecht den Frust von der Seele. Nach seinem Aufhängungsschaden am Freitag spielt der Finne zwar keine Rolle mehr für das Endergebnis, dennoch (oder gerade deswegen) gab er im Polo R WRC richtig Gas. Er gewann zwei der vier Prüfungen. Sein Ziel wird am Sonntag ein Sieg auf der abschließenden Powerstage sein, wo es bekanntlich Extrapunkte gibt.

 

Nicht minder spannend als das Duell Ogier – Sordo ist der Kampf um Platz drei zwischen Andreas Mikkelsen und Thierry Neuville. Auch hier lautet es: Volkswagen gegen Hyundai. Hier hat allerdings der Volkswagen Pilot die Nase vorn und Neuville holte vor der Mittagspause Sekunde um Sekunde auf. Noch trennen die beiden 10,4 Sekunden. Es verspricht ein spannender Nachmittag mit weiteren vier Prüfungen zu werden.

 

 

 

Ergebnis nach WP 11: 

 

1. Dani Sordo (Hyundai) 1:57.46,2 Std.

2. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +7,7 Sek.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +45,1 Sek.

4. Thierry Neuville (Hyundai) +55,5 Sek.

5. Hayden Paddon (Hyundai) +1.08,4 Min.

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +20.54,0 Min.


Tag 2 in Spanien.


Freitag, 14.10.2016


Bilder Tag 1 (15)


Tageszusammenfassung

Spannung im Schlamm.

Heftige Regenfälle, unberechenbarer Untergrund, Überschläge, Ausfälle und entschieden ist noch gar nichts. Im Gegenteil: Fünf Fahrer innerhalb von nur 47 Sekunden – vor dem Wochenende gleicht die Rallye Spanien einer Wundertüte. Starke Regenfälle hatten bereits auf der Vormittags-Schleife für extrem anspruchsvolle Bedingungen gesorgt, einfacher wurde es auch am Nachmittag nicht. Im Gegenteil: Tiefer, schlammiger Untergrund machte den Piloten erheblich zu schaffen und sorgte an der Spitze für Abwechslung.

 

Als Führender in den zweiten Abschnitt des Tages gegangen, erlebte Volkswagen Pilot Sébastien Ogier auf der fünften Wertungsprüfung eine böse Überraschung, genauer gesagt: „Fürchterliche Bedingungen“, wie sie der Franzose selbst beschrieb. Tiefer Schlamm, eine extrem rutschige Piste, kaum Grip – als Erster auf der Strecke büßte Ogier eine Menge Zeit ein und musste mit ansehen, wie Lokalmatador Dani Sordo (Hyundai) die Führung übernahm. Diese gab der Spanier bis zum Ende des Tages nicht mehr her und liegt nun mit 17,0 Sekunden in Front. Dahinter betrieb Ogier Schadensbegrenzung und rettete seinen zweiten Platz ins Ziel. Belegt er diesen auch am Sonntag nach der Powerstage, dann verlässt Seb Spanien als viermaliger Weltmeister. Ausruhen ist aber nicht. Denn direkt hinter Ogier tummelt sich eine Reihe von Podiums-Anwärtern – einer davon: Teamkollege Andreas Mikkelsen.

 

18,1 Sekunden liegt der Norweger derzeit hinter Ogier. Als Gesamtachter in den Tag gegangen, machte AM einige Plätze gut und schob sich auch an Thierry Neuville (B, Hyundai) vorbei – seinen größten Konkurrenten im Kampf um die inoffizielle Vizeweltmeisterschaft. Und das, obwohl Mikkelsen auf der vierten Wertungsprüfung wegen eines Reifenschadens einige Sekunden verlor.

 

Auf und ab geht es an diesem Wochenende mal wieder für Jari-Matti Latvala – leider mehr ab als auf. Auch in Spanien bleibt der Finne nicht vom Pech verschont, das ihn bereits die gesamte Saison verfolgt. Hatte sich JML am Donnerstag nach der ersten Wertungsprüfung überhaupt nicht zufrieden gezeigt, so erwischte er einen fantastischen Start in den Freitag. Bestzeiten bei der dritten und vierten Wertungsprüfung brachten den Finnen wieder in Schlagdistanz zur Spitze, ehe ihm Fortuna auf der fünften Prüfung mal wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Wegen eines Aufhängungsschadens musste Jari-Matti den Tag vorzeitig beenden, morgen wird er unter Rally2-Bedingungen an den Start gehen.

 

Daneben gab es aber auch noch andere Fahrer, die Opfer des turbulenten Tages wurden. Kris Meeke (GB, Citroën) beispielsweise verlor nach einem Überschlag rund 40 Sekunden. Ott Tänak (EST, M-Sport), der als Führender in den Tag gegangen war, büßte eine Menge Zeit ein und verlor schnell den Kontakt zur Spitze.

 

Am Samstag beginnt derweil eine völlig neue Rallye. Die Mechaniker müssen in gerade einmal 75 Minuten die World Rally Cars auf die Asphalt-Konfiguration umbauen und wappnen diese für das Wochenende. Loser, schlammiger und rutschiger Untergrund wird dann zu Asphalt, das regnerische Wetter könnte vorsichtigen Prognosen zufolge Trockenheit weichen. Die Spannung an der Spitze hingegen darf gerne bleiben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Wow, was für ein anspruchsvoller Tag.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
Die Bedingungen waren heute wirklich extrem schwierig für alle Fahrer. Es war stellenweise enorm rutschig – mit viel Wasser und Schlamm auf den Strecken. Auf der letzten Prüfung am Nachmittag habe ich nochmal alles gegeben. Im Moment sieht es für Julien und mich sowohl im Kampf um den Sieg in Spanien als auch um die Weltmeisterschaft sehr gut aus. Morgen beginnt eine völlig neue Rallye. Ich freue mich auf die schnellen Asphalt-Prüfungen am Samstag und Sonntag. Hier in Katalonien fühlt man sich immer auch ein bisschen wie auf einer Rennstrecke. Der Asphalt ist absolut perfekt und die Straßen sind meistens sehr breit.

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
Wir haben heute sehr schnell unseren Rhythmus gefunden und dies mit zwei Bestzeiten auf den Wertungsprüfungen drei und vier bestätigt. Leider hat unsere Aufholjagd danach ein jähes Ende gefunden. In einer Links-rechts-Kombination kamen wir etwas von der Linie ab und haben uns die Aufhängung beschädigt. Wir haben noch versucht, sie zu reparieren, aber an ein Weiterfahren war nicht zu denken. Somit mussten wir die Rallye für heute beenden. Das ist bitter, aber nicht zu ändern. Wir werden morgen zurückkehren und versuchen, noch so viele Punkte wie möglich für die Konstrukteurswertung zu ergattern.

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
Wow, was für ein anspruchsvoller Tag. Der Regen hat uns heute, vor allem auf Schotter, extrem rutschige Wertungsprüfungen beschert. Auf dem schlammigen Untergrund konnte man sich der Streckenverhältnisse nie sicher sein. Mal war der Grip hoch, dann auf einmal fast gar nicht mehr vorhanden. Wir haben versucht, uns mit so wenig Risiko wie möglich eine gute Ausgangsposition für die kommenden beiden Tage auf Asphalt zu erarbeiten. Die Strecke zu eröffnen, war heute nicht ideal, aber ich denke, wir haben das Beste daraus gemacht.


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
Ein enorm ereignisreicher Tag für Fahrer, Beifahrer, Ingenieure und Mechaniker. Die Rallye Spanien hat heute jedem im Team alles abverlangt: Die extrem rutschigen Bedingungen waren alles andere als leicht zu meistern, gerade für diejenigen, die die Route eröffnen mussten. Das haben Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen gut gelöst und jeweils das Maximum herausgeholt, ohne dabei zu viel zu riskieren. Wie nah Erfolg und Rückschlag beieinanderliegen, haben wir heute am Beispiel von Jari-Matti Latvala gesehen, der Pech hatte und bei diesen unvorhersehbaren Streckenverhältnissen früh ausgeschieden ist. Er wird morgen zurückkehren und weiter um Punkte in der Hersteller-WM kämpfen. Die Mechaniker haben heute ohnehin den intensivsten Service des Jahres zu absolvieren und verwandeln die Autos von der Schotter- in die Asphalt-Spezifikation. Auch für sie ist es also ein intensiver Tag.


Stand nach 7 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 D. Sordo / M. Martí 1:18.44,4 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +17,0 Sek.
3 A. Mikkelsen / A. Jæger +35,1 Sek.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +46,3 Sek.
5 H. Paddon / J. Kennard +47,5 Sek.
6 M. Østberg / O. Fløene +54,3 Sek.
7 K. Meeke / P. Nagle +1.06,3 Min.
8 C. Breen / S. Martin +1.44,6 Min.
9 O. Tänak / R. Mõlder +2.04,4 Min.
10 E. Camilli / B. Veillas +3.44,3 Min.
...    
40 J. Latvala / M. Anttila +20.53,8 Min.

Zahl des Tages

257

Am Donnerstag, als in Barcelona die Rallye Spanien mit einer Zuschauerprüfung eröffnet wurde, fiel gleichzeitig im Örtchen Vilassar in kürzester Zeit so viel Regen wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Etwa 25 Kilometer nördlich der Rallye-WM-Action registrierten die Messgeräte in nur vier Stunden 257 Liter Regen pro Quadratmeter. Davon fielen allein 85 Liter in nur 30 Minuten. Zum Vergleich: So viel Regen gibt es in Hannover, dem Motorsport-Standort von Volkswagen, gerade einmal im Verlauf von zwei Monaten.


Mittagsbericht

Rallying in the rain.

 

Sommer, Sonne, Rallye. Schön wär’s! Viele hatten sich wohl auf ein warmes und sonniges Spätsommer-Wochenende an der spanischen Costa Daurada gefreut. Doch zumindest am Donnerstag und Freitag konnte man eher den Regenschirm als den Sonnenschirm aufspannen. Denn es regnete wie aus Kübeln.

 

Am Donnerstagabend reiste der WRC-Tross nach Barcelona zur spektakulären Straßenprüfung. Auch hier war der Asphalt nass und rutschig. Am Freitagmorgen standen dann die Schotter-Prüfungen rund um Salou an. Die Regenfälle hatten den Schotter-Untergrund teilweise so aufgeweicht, dass sich tiefe Spurrinnen bildeten, die wiederum mit Wasser gefüllt waren. Aquaplaning-Gefahr! Viele Fahrer hatten Probleme damit, Kris Meeke blieb in einer schlammigen Spurrinne hängen und überschlug sich in seinem Citroën sogar. Er blieb unverletzt, aber es zeigte, wie tückisch die Pisten sein können wenn es nass ist.

 

Drei Wertungsprüfungen standen am Freitagvormittag auf dem Plan, darunter mit der 38,95 Kilometer langen Terra Alta die längste der ganzen Rallye. Ein echter Klassiker, der es in sich hat. Denn der Untergrund wechselt sich ab: größtenteils Schotter, zwischendurch aber auch Passagen auf Asphalt. Nicht einfach, da den richtigen Rhythmus zu finden. 

 

Sébastien Ogier zeigte sich relativ unbeeindruckt und führt die Rallye an. Der Franzose in Volkswagen Diensten ist topmotiviert. Kein Wunder, sein vierter WRC-Titel ist zum Greifen nah. In Barcelona am Donnerstagabend lag er noch an dritter Stelle, schob sich auf den Prüfungen Caseres, Bot und Terra Alta aber clever an Konkurrent Thiery Neuville (Hyundai) vorbei in Führung. 4,4 Sekunden liegt er nach vier Prüfungen vor dem Belgier. 

 

Volkswagen Teamkollege Jari-Matti Latvala trumpfte derweil groß auf. Hier und da touchierte er mal einen Erdwall oder einen Strauch, doch dafür war er auch fix unterwegs. Er gewann Bot und Terra Alta und rangiert nach dieser tollen Leistung nun an dritter Stelle. Andreas Mikkelsen im dritten Polo R WRC hat ebenfalls noch alle Chancen, in den Kampf um die vorderen Plätze einzugreifen. Er liegt derzeit auf Rang fünf. Wir freuen uns schon auf den Nachmittag, wenn die drei Prüfungen noch mal durchfahren werden. Aber hoffentlich ohne Regen …

 

 

 

Ergebnis nach WP 4: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 41.39,1 Min.

2. Thierry Neuville (Hyundai) +4,4 Sek.

3. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +5,7 Sek.

4. Dani Sordo (Hyundai) +10,2 Sek.

5. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +13,5 Sek.

6. Hayden Paddon (Hyundai) +17,1 Sek.


Tag 1 in Spanien.


Donnerstag, 13.10.2016


Bilder Eröffnungstag (10)


Tageszusammenfassung

Stage diving am Fuße des Montjuïc.

Eine Weltausstellung, Formel-1-Rennen, Olympische Sommerspiele und noch vieles mehr: Kein Zweifel – Barcelonas berühmter Hausberg, der Montjuïc hat schon einiges erlebt. Ein angemessener Rahmen also für die FIA Rallye-Weltmeisterschaft, die sich hier seit einigen Jahren die Ehre gibt und auf einer spektakulären Zuschauer-Sonderprüfung die Rallye Spanien einläutet. Auch in diesem Jahr war das so und auch in diesem Jahr strömten Abertausende Fans an die Strecke und sorgten für eine eindrucksvolle Kulisse. Damit aber nicht genug: Heftige Regenfälle verwandelten die Piste in eine Rutschbahn und spülten die Ergebnisse an der Spitze im wahrsten Wortsinne kräftig durcheinander.

 

Obwohl er von allen Top-Fahrern mit am meisten von den starken Regenfällen betroffen war, trotzte Sébastien Ogier dem Aquaplaning und fuhr die drittschnellste Zeit. Lediglich 3,5 Sekunden fehlten ihm auf den Führenden, Ott Tänak (EST, M-Sport). Damit verschaffte sich der Franzose eine glänzende Ausgangsposition für die kommenden Tage. Bereits beim morgendlichen Shakedown auf Schotter, ausgetragen im katalanischen Küstenstädtchen Salou, hatte er für die Bestzeit gesorgt und damit seine Ambitionen untermauert, Spanien als viermaliger Weltmeister zu verlassen. Allzu traurig über die nassen Bedingungen dürfte er ohnehin nicht sein, denn eines steht fest: Regnet es auch am Freitag, wenn zumeist auf Schotter gefahren wird, dann steigen die Chancen Ogiers, der als WM-Führender die Wertungsprüfungen eröffnen wird.

 

Ebenfalls zufrieden mit dem Auftakt zeigte sich Andreas Mikkelsen. Der Norweger sicherte sich im „Freien Training“ die drittschnellste Zeit, am Abend belegte er Platz acht mit einem Rückstand von 5,8 Sekunden. Für den Norweger wird es in den kommenden Tagen vor allem darum gehen, Thierry Neuville (B, Hyundai) in Schach zu halten. Gerade mal 15 Punkte trennen die befreundeten Piloten im Kampf um den zweiten Platz in der Fahrer-WM.

 

Weitaus weniger zufrieden war Jari-Matti Latvala. Der Finne kam mit einem Rückstand von 12 Sekunden ins Ziel und muss somit schon am ersten Tag der Rallye attackieren, will er ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden. Für den Finnen geht es bei der Rallye Spanien nicht nur darum, sich in der Fahrer-WM auf einen Podestplatz zu verbessern, auch für den möglichen Hersteller-Titel will JML wichtige Punkte einfahren.

 

Exakt 115,90 Kilometer stehen am Freitag auf dem Programm, die meisten davon führen über Schotterpisten in den Bergen nahe Tarragona. Wie der Untergrund beim morgigen ersten Tag der Rallye sein wird, das steht noch nicht ganz fest. Staubig und matschig sind in der Verlosung – das letzte Wort hat das Wetter.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Nicht schlecht, die Rallye auf diese Weise zu beginnen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Nicht schlecht, die Rallye auf diese Weise zu beginnen. Wir wussten, dass es schwer werden würde, bei diesen Bedingungen die vor uns startenden Fahrer zu schlagen, aber alles in allem haben wir eine gute Fahrt hingelegt und sind zufrieden. Die Strecke war extrem rutschig, dennoch aber nicht so schlecht zu befahren. Morgen geht es richtig los, darauf freuen wir uns.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Ich bin mit meiner Leistung eigentlich zufrieden, die Zeit war nur viel schlechter als erwartet. Die Bedingungen waren bei dem sehr starken Regen sehr anspruchsvoll. Das wird auch morgen der Fall sein, wenn wir die ersten Schotterprüfungen angehen. Dann erst beginnt die Rallye wirklich.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Mit einer solchen Wertungsprüfung in eine Rallye zu starten, ist immer etwas Besonderes. Die vielen Zuschauer, die uns Fahrer und Beifahrer anfeuern, sorgen stets für einen kleinen Gänsehautmoment, ehe es am nächsten Tag mit den Schotter-Prüfungen richtig zur Sache geht. Dieses Jahr waren wegen des Regens etwas weniger Fans an der Strecke – dennoch war die Atmosphäre gut. Wir sind es auf der ersten Prüfung eher vorsichtig angegangen, wir sind zufrieden.“


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Der Start am Montjuïc ist immer besonders stimmungsvoll und viele Zuschauer lassen es sich auch bei Regen nicht nehmen, die World Rally Cars in Action zu sehen. Die Prüfung war wegen des Regens viel anspruchsvoller, als sie es üblicherweise ist. Sie gehört aber emotional zum Besten, was die Rallye-WM zu bieten hat. Nach diesem guten Auftakt freuen wir uns nun auf die ersten Schotter-Prüfungen am Freitag, die angesichts der unsteten Wetterlage eine wahre Herausforderung werden könnten.“


Stand nach 1 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 O. Tänak / R. Mõlder 3.47,6 Min.
2 L. Bertelli / S. Scattolin +2,7 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +3,5 Sek.
4 J. Kopecký / P. Dresler +5,0 Sek.
5 K. Meeke / P. Nagle +5,2 Sek.
6 C. Breen / S. Martin +5,2 Sek.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +5,7 Sek.
8 A. Mikkelsen / A. Jæger +5,8 Sek.
9 M. Østberg / O. Fløene +6,1 Sek.
10 H. Paddon / J. Kennard +6,4 Sek.
...    
15 J. Latvala / M. Anttila +12,0 Sek.

Shakedown-Bericht

¡Hola, Schotter! 

 

Zurück zum Schotter und Volkswagen Piloten in Top-Form – im Shakedown der Rallye Spanien ging die Bestzeit an Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F). Die dreimaligen Weltmeister, die sich in Katalonien aus eigener Kraft zum vierten Mal zu Champions küren können, landeten bei rutschigen, teils schlammigen Bedingungen vor Dani Sordo/Marc Martí (E/E, Hyundai) und ihren Volkswagen Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N). Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) absolvierten die 2,97 Kilometer lange Strecke mit der sechstbesten Zeit.

 

Die kurze Rückkehr der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) auf Schotter – die Rallye Spanien wird am Freitag überwiegend auf losem Untergrund, am Samstag und Sonntag auf Asphalt rund um den Küstenort Salou ausgetragen – gestaltete sich rutschig. Regen hatte über Nacht die Strecke aufgeweicht. Das Wetter könnte auch am Freitag eine mitentscheidende Rolle spielen: Regen bevorteilt diejenigen, die die Route eröffnen, Trockenheit jene, die später starten.

 

Am Donnerstagabend bildet die Wertungsprüfung „Barcelona“ am Fuße des Montjuïc den stimmungsvollen Auftakt in die Rallye Spanien.

 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.13,9 Min.

2. Dani Sordo (Hyundai) 2.14,0 Min.

3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9)  2.15,1 Min.

4. Ott Tänak (Ford) 2.15,6 Min.

5. Kris Meeke (Citroën) 2.15,6 Min.

6. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.15,9 Min.

 


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Wir werden nicht unbedingt volles Risiko gehen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Natürlich ist es an diesem Wochenende eine besondere Rallye für Julien und mich. Wir haben die große Chance, unseren vierten WM-Titel zu holen, das wäre ein fantastischer Erfolg. Wie bei jeder Rallye wollen wir gewinnen und auf Sieg fahren. Aber klar, wenn es die Situation erfordert, werden wir nicht unbedingt volles Risiko gehen. Auf jeden Fall kann ich den Fans versichern, dass ich aus meinem Unfall in der Powerstage letztes Jahr gelernt habe. Die Bedingungen sind durch den Regen nicht einfach, aber für mich kann es diesmal sogar ein Vorteil sein, als Erster auf die Strecke zu gehen. Spannend wird auch der Showstart in Barcelona mit der ersten Prüfung am Montjuïc: Mit Schotter-Reifen auf dem nassen Asphalt – das kann eine ganz schön rutschige Angelegenheit werden.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Wir haben heute einige Set-up-Varianten ausprobiert und sind mit dem Shakedown alles in allem zufrieden. Wir sollten also für die Rallye Spanien gut gerüstet sein, die das einzige Event im Kalender ist, das sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt ausgetragen wird. Der Shakedown war angesichts des Regens über Nacht alles andere als leicht, hat uns aber vielleicht einen guten Vorgeschmack auf den Tag morgen gegeben. Eventuell regnet es auch am Freitag. Das macht am Ende den Unterschied zwischen Staub und Matsch aus. Es wird also spannend.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Ein guter Shakedown, bei dem wir von Beginn an ein gutes Tempo hatten. Das ist immer ein gutes Indiz. Wir haben uns auch gleich vom ersten Meter an im Polo R WRC wohl gefühlt. Auch wenn es ziemlich nass, schlammig und damit sehr rutschig war. Ich denke, wir haben eine gute Abstimmung gefunden und wir sind bereit für die Rallye Spanien. Wir wollen hier einen Platz vor Thierry Neuville herausfahren, um den Vorsprung im Kampf um Rang zwei in der WM etwas auszubauen. Darauf liegt der Fokus.“


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Spanien ist für uns eigentlich immer ein gutes Pflaster – daran möchten unsere drei Crews natürlich an diesem Wochenende anknüpfen. Der starke Regen heute ist nicht typisch für diese Veranstaltung, aber gerade deshalb kam dem Shakedown eine wichtige Funktion zu: Sollte es die nächsten Tage weiter regnen, sind wir darauf gut vorbereitet. Jetzt freuen wir uns auf den Auftakt am Abend in Barcelona, der zu den stimmungsvollsten und spektakulärsten im Rallye-Kalender zählt.“


Eröffnungstag in Spanien.


Mittwoch, 12.10.2016


Vorschau auf die Rallye Spanien. Das Video.


Dienstag, 11.10.2016


Ogier und Volkswagen greifen nach Titel.

 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Sébastien Ogier hat seinen Teil auf Korsika erfüllt, um dort zum vierten Mal Weltmeister zu werden – einzig die Konkurrenz spielte nicht mit. Die Chancen auf den vorzeitigen Titelgewinn sind durch den Sieg jedoch erheblich gestiegen. So sehr gestiegen, dass es Seb bei der nun anstehenden Rallye Spanien aus eigener Kraft schaffen könnte – mache die Konkurrenz, was sie wolle. Die Rechnung ist einfach: Schon ein dritter Platz und ein Zusatzpunkt auf der abschließenden Powerstage würden aus dem dreimaligen Weltmeister Ogier einen viermaligen machen.

 

Aus sechs macht zwei: Waren es vor der Rallye Frankreich noch insgesamt sechs Fahrer, die Ogier einen Strich durch die Rechnung hätten machen können, so hat sich diese Zahl nun drastisch reduziert: Nur noch zwei Fahrer können den Franzosen stoppen – einer davon kommt aus dem eigenen Lager, heißt Andreas Mikkelsen und hat gute Erinnerungen an die Costa Daurada – nicht nur wegen ihrer traumhaften Sandstrände. Vor Jahresfrist gelang AM bei der Rallye Spanien der erste WRC-Gesamtsieg seiner Karriere, ein ähnlich erfolgreiches Resultat stünde dem Norweger auch in diesem Jahr gut zu Gesicht.

 

Denn Mikkelsens Blick in der Gesamtwertung richtet sich mehr nach hinten denn nach vorne. Nur 15 Punkte beträgt sein Vorsprung auf den derzeit Drittplatzierten, Thierry Neuville (Hyundai). Auch der Belgier hat noch die Chance auf den Fahrer-Titel, diese sind jedoch nur theoretischer Natur.

 

Chancen auf den Titel hat der dritte Volkswagen Fahrer, Jari-Matti Latvala, nicht mehr – Ambitionen in der Gesamtwertung schon. Auch er mischt noch mit im Kampf um die Vizeweltmeisterschaft, 26 Zähler fehlen ihm auf Mikkelsen. P2, P2, P2 und P2 – auf Latvalas Resultaten in Spanien aus den vergangenen vier Jahren lässt sich aufbauen, möglicherweise mit einem Sieg? Gute Chancen darauf hat der Finne in jedem Fall, entgegenkommen könnte ihm dabei seine höhere Startnummer am Freitag, wenn die Strecke über Schotter führt. Im Gegensatz zu den beiden folgenden Tagen, wenn der Untergrund bei der Hybrid-Rallye Spanien auf Asphalt wechselt – einzigartig im WRC-Kalender. 115,90 Prüfungskilometer bestehen aus dem lockeren Untergrund, 205,18 Kilometer aus hartem Asphalt.

 

Dass die Rallye Spanien stets gut zu Volkswagen war, das zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Seit dem Einstieg 2013 ging der Gesamtsieg immer nach Wolfsburg, 2014 sicherte sich Ogier durch seinen Sieg den vorzeitigen Titel. Dieses Jahr auch? Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht. Und auch das Volkswagen Team könnte sich in Katalonien zum vierten Mal die Krone in der Hersteller-WM sicher, 20 Punkte mehr als Konkurrent Hyundai müsste das Team um Sven Smeets dafür sammeln. Selbst wenn es mit dem Titel in Spanien noch nicht klappen sollte, warten in Großbritannien und Australien noch zwei weitere Gelegenheiten. Aufgeschoben wäre also auch da nicht aufgehoben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ein Event, das ich unbedingt gewinnen möchte.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es war unser Ziel, uns bei den Asphalt-Rallyes in Deutschland und Frankreich eine gute Ausgangsposition für den Titelkampf zu erarbeiten. Mit zwei Siegen in Folge hat das bestens geklappt. Wir sind dem Titelgewinn einen guten Schritt nähergekommen und können den nächsten Rallyes etwas entspannter entgegenblicken, weil wir nicht mehr so viele Punkte für den Titel brauchen. Mit der Rallye Spanien kommt ein Event, das sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter gefahren wird – das Einzige mit unterschiedlichen Oberflächen innerhalb einer Rallye. Deshalb mag ich diesen WM-Lauf sehr. Ich war dort 2013 und 2014 sehr erfolgreich. Vergangenes Jahr habe ich mir auf der Powerstage bei der letzten Prüfung einen Fehler geleistet, der uns den Sieg gekostet hat. Ich verspreche, dass das dieses Jahr nicht noch einmal passiert. Aber es ist nicht der Fehler, den ich in Spanien wiedergutmachen möchte. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2016 ist für mich Motivation genug.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Frankreich war ein schwieriges Wochenende für mich. Wir haben genau analysiert, woran das lag und unsere Schlüsse daraus gezogen. Jetzt blicken wir nach vorn auf die Rallye Spanien, die ich sehr gern fahre und wo ich in den vergangenen vier Jahren jedes Mal Zweiter war. Gute Ergebnisse wie in Spanien helfen natürlich auch, nach einer herausfordernden Rallye wie der letzten wieder nach vorn zu blicken. Besonderes Augenmerk in Spanien werden wir auf die ‚Recce‘ legen und dabei darauf achten, dass der Aufschrieb noch genauer passt. Zudem ist die Strecke nur wenig verändert, sodass man den Aufschrieb nicht weitgehend neu anfertigen muss. Auch sind die Wertungsprüfungen in Spanien kürzer als in Frankreich, was mir entgegenkommt. Insgesamt bin ich sehr motiviert für die Rallye Spanien. Nach den bisherigen Ergebnissen dort ist es ein Event, das ich unbedingt gewinnen möchte.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Die Rallye Spanien ist einzigartig und ich erinnere mich gern an sie. Schließlich habe ich dort im vergangenen Jahr meinen ersten Sieg in der Rallye-WM gefeiert. Mir bereitet der abrupte Wechsel von Schotter auf Asphalt wenig Probleme. Am Samstagmorgen muss man hellwach sein, wenn sich der Fahrbahnbelag ändert. Das gelang mir im vergangenen Jahr sehr gut. Ich möchte in diesem Jahr jedoch am ersten Tag auf Schotter schneller sein als vergangenes Jahr. 2015 habe ich zu viel Zeit auf die Führenden verloren. Ich werde in diesem Jahr am Donnerstagabend in Barcelona und am Freitag ordentlich Gas geben, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Wenn mir das gelingt, bin ich mir sicher, dass ich in diesem Jahr in Spanien meinen Sieg wiederholen kann. Das wäre fantastisch, denn ich brauche die Punkte in der Meisterschaft, um Platz zwei zu verteidigen. Mit einem Sieg kämen wir diesem Ziel natürlich einen erheblichen Schritt näher.“

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Spanien war in der Vergangenheit immer gut zu Volkswagen. Natürlich haben wir einiges vor, wenn man erneut die Aussicht hat, in allen WM-Wertungen für eine Vorentscheidung zu sorgen. Der spezielle Mix aus Schotter und Asphalt scheint unseren Fahrern und Beifahrer zu liegen, besonders Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Sie haben die Chance, hier aus eigener Kraft Weltmeister zu werden – wer die beiden kennt, weiß, dass sie das am liebsten mit einem Sieg tun würden. Aber wir wissen auch, dass die Konkurrenz in dieser Saison vor allem auf Asphalt noch näher herangerückt ist und dass gute Resultate nicht verschenkt werden. Wir müssen bei der Rallye Spanien als Mannschaft permanent konzentriert sein, wenn wir erneut gewinnen wollen. Und das wollen wir.“


Zahl der Rallye

50

Der Polo R WRC startet bei der Rallye Spanien zum 50. Mal in der Rallye-WM. Zeit für eine Zwischenbilanz: Bisher gingen 83 Podiumsresultate, davon 40 Siege, an das World Rally Car aus Wolfsburg und exakt 600 von 894 möglichen Prüfungsbestzeiten. 104 Mal standen sogar alle drei Polo R WRC in den Zeitenlisten geschlossen vorn. Bei 49 ausgetragenen Powerstages war 37 Mal ein Volkswagen Fahrer der Sieger, insgesamt 88 Mal gingen Zusatzpunkte, die die Top Drei dieser besonderen Prüfung erhalten, nach Wolfsburg. Gemeinsam komplettierten die drei Polo R WRC 46.075,46 Kilometer gegen die Uhr, bei einer durchschnittlichen Wertungsprüfungslänge von 18,97 Kilometern.