Rallye Großbritannien.

27. bis 30. Oktober 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Großbritannien 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ/MEZ (Stand: 03.10.2016).

Donnerstag, 27.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:00   Shakedown (Clocaenog)      

Freitag, 28.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:20 WP 01 Myherin 1 133,83 km 31,82 km  
10:11 WP 02 Sweet Lamb 1 06,68 km 04,24 km  
10:24 WP 03 Hafren 1 02,80 km 35,14 km  
12:15 WP 04 Dyfnant 1 51,38 km 17,91 km 46,75 km
14:54 WP 05 Myherin 2 36,55 km 31,82 km  
15:45 WP 06 Sweet Lamb 2 06,68 km 04,24 km  
15:58 WP 07 Hafren 2 02,80 km 35,14 km  
17:49 WP 08 Dyfnant 2 51,38 km 17,91 km 107.49 km

Samstag, 29.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:18 WP 09 Pantperthog 1 109,44 km 09,64 km  
09:51 WP 10 Dyfi 1 08,12 km 21,12 km  
10:27 WP 11 Gartheiniog 1 04,17 km 11,34 km  
12:04 WP 12 Pantperthog 2 05,53 km 09,64 km  
12:37 WP 13 Dyfi 2 08,12 km 21,12 km  
13:13 WP 14 Gartheinog 2 04,17 km 11,34 km  
14:18 WP 15 Aberhirnant 38,37 km 13,91 km 80,81 km
16:27 WP 16 Cholmondeley Castle 00,96 km 01,80 km 38,85 km

Sonntag, 30.10.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:31 WP 17 Clocaenog 1 42,07 km 07,70 km  
10:08 WP 18 Brenig 1 17,91 km 07,93 km  
10:28 WP 19 Alwen 1 03,16 km 10,41 km  
11:33 WP 20 Clocaenog 2 38,38 km 07,70 km  
12:14 WP 21 Alwen 2 22,77 km 10,41 km 03,23 km
13:08 WP 22 Brenig 2 (Powerstage) 05,05 km 07,93 km 53,57 km

Sonntag, 30.10.2016


Bilder Tag 3 (15)


Zusammenfassung

Ogier siegt in Wales: Das Dutzend ist voll.

 

2013 haben sie es gemacht, 2014 wiederholt, 2015 ebenfalls. Und 2016? Schon wieder: Weltmeister, Weltmeister und Weltmeister*. In Fahrer-, Beifahrer- und Herstellerwertung. Mehr geht nicht. Und weil drei mal vier zwölf ist, ist das Dutzend nun voll.

 

Bereits nach der vorangegangenen Rallye in Spanien standen Sébastien Ogier und Julien Ingrassia als Weltmeister in der Fahrer- und Herstellerwertung fest. Dieses Duo ist es, das Volkswagen in Großbritannien den vorzeitigen Titel in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft beschert – mit einem Sieg. Wie sollte es auch anders sein. Für die beiden ist es nicht nur der vierte Sieg in Serie, es ist auch der erste Triumph anno 2016 auf Schotter. Und es ist nicht irgendein Sieg. Es ist ein Sieg, der die Dominanz des französischen Duos einmal mehr eindrucksvoll untermauert: Ein Start-Ziel-Sieg. Bei der ersten Wertungsprüfung holte sich Ogier die Gesamtführung und gab sie auf den folgenden 21 nicht mehr her. Immer wenn sein härtester Konkurrent Ott Tänak (EST, M-Sport-Ford) wenige Sekunden gutmachte, hatte Ogier die passende Antwort parat. Auch am abschließenden Rallye-Tag hielt er dem Druck stand und brachte einen Vorsprung von 10,2 Sekunden vor Tänak ins Ziel. Komplettiert wurde das Podium von Thierry Neuville (B, Hyundai). Der Belgier belegt nun, bei noch einer ausstehenden Rallye, den zweiten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft – sehr zum Ärger von Andreas Mikkelsen.

 

Denn nachdem der Norweger diesen Platz fast die gesamte Saison innegehabt hatte, musste er in Wales beinahe kampflos zusehen, wie ihm dieser von Neuville entrissen wurde. Bereits am Freitag brach nach nur wenigen Wertungsprüfungen die Antriebswelle am Volkswagen Polo R WRC und bescherte dem Norweger einen großen Rückstand.

 

Immerhin: Auf der abschließenden Powerstage gab AM noch mal richtig Gas und sicherte sich zwei Zusatzpunkte – diese könnten am Ende der Saison noch wichtig werden. Wer Mikkelsen kennt, der weiß: aufgeben ist nicht. Bis zum letzten Meter wird der Norweger in Down Under um die inoffizielle Vize-Weltmeisterschaft kämpfen.

 

Jari-Matti Latvala wird im Kampf um den zweiten Platz in der WM-Wertung nicht mehr eingreifen können. Auch den Finnen ereilte bereits am Freitag ein Schaden an der Antriebswelle, auch er verlor dadurch eine Menge Zeit. Grund zur Freude hat der Finne dennoch: Auch er hat zum vierten Hersteller-Titel von Volkswagen seinen Teil beigetragen. Die letzte Rallye der Saison 2016 findet in drei Wochen, vom 18. bis 20. November in Australien statt.

 

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


Endstand nach 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 3:14.30,2 Std.
2 O. Tänak / R. Mõlder +10,2 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.35,4 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.54,9 Min.
5 K. Meeke / P. Nagle +2.35,2 Min.
6 D. Sordo / M. Martí +4.02,6 Min.
7 J. Latvala / M. Anttila +4.28,3 Min.
8 M. Østberg / O. Fløene +4.38,3 Min.
9 S. Lefebvre / G. de Turckheim +7.12,2 Min.
10 E. Camilli / B. Veillas +8.19,3 Min.
...    
12 A. Mikkelsen / A. Jæger +9.44,0 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Dieser Sieg ist fantastisch. Ich freue mich so sehr, damit für unser großartiges Team den Hersteller-Titel klargemacht zu haben. Es war ein hartes Stück Arbeit, den Vorsprung bei diesen extrem rutschigen Bedingungen hier in Wales ins Ziel zu bringen. Ott Tänak hat viel Druck gemacht, sodass Julien und ich während des ganzen Wochenendes ans Limit gehen mussten. Aber wir haben es geschafft. Im Rückblick ist es eine unglaubliche Reise, die wir alle zusammen in diesen vier Jahren zurückgelegt haben. Es ist definitiv etwas Besonderes, so eine Erfolgsserie hinzulegen – vor allem im Motorsport, wo so viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Und ich bin sehr glücklich, dass ich mich damals für Volkswagen entschieden habe, als noch niemand wusste, wohin das WRC Abenteuer uns führen würde.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Isoliert betrachtet haben wir heute unseren Tagesauftrag erfüllt, Østberg überholt und die Rallye auf Gesamtrang sieben beendet. Insgesamt haben wir uns natürlich mehr vorgenommen für das Wochenende und sind nicht zufrieden mit der Platzierung. Andererseits hat sich Volkswagen durch den Sieg unserer Teamkollegen Sébastien Ogier den vierten Hersteller-Titel in Folge gesichert. Das ist natürlich ein großartiger Erfolg für das ganze Team hier vor Ort und in der Zentrale in Hannover. Beim letzten Lauf in Australien werden wir trotzdem noch mal angreifen, um unsere individuelle Saison-Bilanz etwas positiver zu gestalten.“


Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Ich freue mich sehr für unser Volkswagen Team, dass wir wieder gemeinsam Weltmeister in der Hersteller-Wertung geworden sind. Das ist absolut verdient und ich bin froh, hier und da etwas dazu beigetragen zu haben. Natürlich bin ich für mich persönlich insgesamt über den Ausgang der Rallye Großbritannien enttäuscht. Wir wollten hier einen Zweikampf mit Thierry Neuville um Rang zwei in der Meisterschaft führen, doch dazu ist es leider nicht gekommen. Eine Antriebswelle war am Freitag beschädigt und wir haben viele Minuten dadurch verloren. Wirklich schade, aber das ist Motorsport, das kann passieren. Wir haben uns deshalb voll auf die Powerstage konzentriert und haben wirklich alles gegeben. Mehr als zwei Punkte waren nicht drin. Wir werden also in Australien alles geben müssen, um weiter um Rang zwei in der WM zu kämpfen. Genau das haben wir vor.“

 

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Eine weltmeisterliche Leistung von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia und ein großartiger Tag für Volkswagen. Zum vierten Mal in Folge alle drei Titel in der Rallye-WM zu feiern, ist alles andere als selbstverständlich und es gehört eine Menge Arbeit des gesamten Teams dazu, so erfolgreich zu sein. Ich bin auf die gesamte Mannschaft extrem stolz. Fahrer, Beifahrer, Ingenieure, Mechaniker, Logistiker, Kommunikation und Marketing, medizinische Abteilung und Catering-Team, Meteo- und Wettercrew bis hin zu Verwaltung und Teammanagement – alle haben Entscheidendes beigetragen. Ihr Herzblut, das sie für Volkswagen aufbringen, und ihr Teamgeist suchen ihresgleichen.“ 


Zahl der Rallye

58

Bob Beales, Mark Murphy, Mark Walters und Co. setzen einen 58 Jahre alten Volkswagen Klassiker in der nationalen Rallye ein, die zeitgleich mit dem zwölften WM-Lauf in Großbritannien ausgetragen wird. Am Samstagabend hatte „Bertie“, wie der Käfer von seinem Team liebevoll genannt wird, allerdings ein kleines technisches Problem. Ein Kugelgelenk der Spurstange war gebrochen. Ein passendes Ersatzteil hatte Volkswagen Motorsport für das „Team Colorado“ zwar nicht dabei, half aber gern mit Ingenieurswissen durch Gerard Jan de Jongh und Richard Browne aus, die im Hauptberuf als Renningenieure von Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen fungieren, sowie mit passendem Werkzeug. Am Sonntag war „Bertie“ dann wieder bei der Rallye Großbritannien am Start. 


Tag 3 in Großbritannien.


Samstag, 29.10.2016


Bilder Tag 2 (12)


Tageszusammenfassung

Seb hält Kurs, Volkswagen nah am Titel.

 

Am Ende des zweiten Tages der Rallye Großbritannien wurde es historisch: Erstmals seit 1999 und damit auch zum ersten Mal in diesem Jahrtausend stattete die WRC England einen Besuch ab. Zwar nur für eine 1,8 Kilometer lange Wertungsprüfung – diese aber hatte es in sich. „Cholmondeley Castle“, so der Name der Zuschauerstage, sorgte für herrliches Rallye-Ambiente. Vor der Kulisse einer mittelalterlichen Burg schlängelte sich die Sprint-Prüfung durch den umliegenden Park und sorgte mit Einsetzen der Dämmerung für Postkarten-Motive. Ein angemessener Ausklang eines bis dato beschwerlichen Rallye-Tages – zumindest für die Fahrer.

 

Feuchte Strecken, dichter Nebel, teils rutschige, teils glitschige Strecken und ein nicht minder fordernder Zeitplan – das waren die übrigen Zutaten des zweiten Tages und machten diesen zu einer enormen Herausforderung. Die wichtigste Nachricht vorweg: Sébastien Ogier wusste alle diese Herausforderungen in seinem Volkswagen Polo R WRC zu meistern.

 

Petrus hatte Erbarmen. Kein weiterer Regen am zweiten Tag in Wales. Und dennoch: Feucht war es trotzdem, den ergiebigen Ergüssen des Vortages sei Dank. Hinzu kam dichter Nebel. Und so ähnelten die Verhältnisse auf der Strecke jenen des ersten Tages. Rutschige, glitschige Verhältnisse, mal mehr Grip, mal weniger – alles in allem extrem fordernd. Hinzu kam eine weitere Besonderheit, die diesen Tag zu einer enormen Herausforderung machte. Kein Service. Von morgens bis abends keine Möglichkeit, die Reifen zu wechseln, keine Möglichkeit, Änderungen am Auto vorzunehmen.

 

All das hielt Ogier nicht davon ab, seine Führung zu verteidigen. In weltmeisterlicher Manier kontrollierte der Franzose das Feld und verwaltete seinen Vorsprung – ohne dabei ans Limit gehen zu müssen. Sein ärgster Verfolger heißt nach wie vor Ott Tänak (EST, M-Sport) und beißt sich nach wie vor die Zähne am frischgebackenen viermaligen Weltmeister* aus. Holte der Este mal die eine oder andere Sekunde auf, so gab Ogier auf der folgenden Wertungsprüfung die passende Antwort und machte diese Zeit wieder gut. Bei rund einer halben Minute pendelte sich der Vorsprung vor dem Schlusstag ein. Ogier fährt damit nicht nur seinem ersten Erfolg auf Schotter im Jahr 2016 entgegen, der Franzose bringt Volkswagen auch dem nächsten Titel ganz nah. Bleibt Seb auf Platz eins, dann wandert die Konstrukteurs-WM zum vierten Mal in Folge nach Wolfsburg – und genau das ist das erklärte Ziel Ogiers, wie er gestern noch einmal bekräftigte.

 

Auch Jari-Matti Latvala könnte nach derzeitigem Stand den einen oder anderen Punkt für die Hersteller-WM beisteuern. Nachdem er gestern einmal mehr in dieser Saison vom Pech heimgesucht wurde, zeigte JML am zweiten Tag eine starke Leistung und mischte – gemessen an den Stage-Zeiten – ganz vorne mit. Derzeit belegt der Finne den achten Platz, aber auch Rang sieben scheint im Bereich des Möglichen. Gerade mal 7,2 Sekunden trennen den Finnen vom Norweger Mads Østberg (M-Sport).

 

Andreas Mikkelsen hatte seine Chancen auf einen Podestplatz in Wales bereits am Freitag begraben müssen und auch der Norweger ließ sich dadurch am Samstag nicht entmutigen, die eine oder andere schnelle Zeit zu fahren – mit leicht angezogener Handbremse. Denn ans Limit ging Mikkelsen nicht. Der einzige Weg für AM, aus Wales noch Zählbares mitzunehmen, ist die abschließende Powerstage am Sonntag. Dafür fuhr sich Mikkelsen bereits warm.

 

Neben der Powerstage stehen am dritten und abschließenden Tag der Rallye Großbritannien noch fünf weitere Prüfungen auf dem Programm, verteilt auf 52,08 Prüfungskilometer. Und wer weiß: Vielleicht wird es ja morgen auch wieder historisch. Volkswagen wird seinen Teil dazu beitragen.

 

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.


Stand nach 16 von 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:42.16,4 Std.
2 O. Tänak / R. Mõlder +33,8 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.34,5 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.47,1 Min.
5 K. Meeke / P. Nagle +2.29,5 Min.
6 D. Sordo / M. Martí +3.36,0 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +4.15,0 Min.
8 J. Latvala / M. Anttila +4.22,2 Min.
9 S. Lefebvre / G. de Turckheim +6.52,7 Min.
10 E. Camilli / B. Veillas +7.35,6 Min.
...    
14 A. Mikkelsen / A. Jæger +9.36,3 Min.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Entschieden ist aber noch nichts.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit unserem Tag. Es hätte für Julien und mich kaum besser laufen können. Wir haben voll attackiert und versucht, das Maximum aus unserer Startposition herauszuholen, die hier einen kleinen Vorteil bietet. Wir wissen, dass selbst unsere weiche Reifenmischung etwas zu hart für die Verhältnisse in Wales ist. Deshalb wollten wir für das Finale am Sonntag einen guten Vorsprung herausholen, um Ott Tänak bis ins Ziel hinter uns zu halten. Andererseits haben wir aufgrund der im Vergleich zur Konkurrenz härteren Reifenmischung auch keinerlei Probleme gehabt, die knapp 100 Kilometer Wertungsprüfung ohne Reifenwechsel zu absolvieren. Es wird morgen in jedem Fall spannend, so viel ist sicher. Ott ist hier bei der Rallye in Großbritannien schnell unterwegs. Aber ich bin voll motiviert, hoffentlich mit einem Sieg meinen Teil zum Herstellertitel für das Volkswagen Team beizusteuern.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Vom Fahrerischen her war es heute ein guter Tag. Ähnlich wie gestern waren wir schnell auf Betriebstemperatur und haben im Anschluss versucht, die verlorene Zeit wieder halbwegs gutzumachen. Natürlich waren unsere Möglichkeiten, im Gesamtklassement voranzukommen, begrenzt. Dennoch haben wir auf Mads Østberg über eine Minute gutgemacht und werden versuchen, ihn morgen von Platz sieben zu verdrängen und damit unseren Teil für das Team und zur Herstellerwertung beizutragen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Heute galt es, wieder zurück in den Rhythmus zu kommen. Nachdem wir beinahe den kompletten Freitag nur mit Heckantrieb unterwegs waren, mussten wir uns zunächst wieder an den Grip gewöhnen, den man dank Allradantrieb hat. Das ist uns gut gelungen und wir haben hier und da gute Prüfungszeiten abgeliefert. Am Nachmittag musste man den Fahrstil erneut etwas umstellen – das ist eine Besonderheit bei der Rallye Großbritannien, denn die Strecken werden rutschiger und dann ist eine andere Linienwahl gefragt. Alles in allem freuen wir uns auf morgen. Dort wollen wir auf der Powerstage attackieren, um möglichst viele Punkte im Kampf um Platz zwei in der WM zu holen.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Alles in allem sind wir mit dem zweiten Tag der Rallye Großbritannien zufrieden. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben ihre Führung verteidigt und dabei das Beste aus sich und dem Material herausgeholt. Sie gehen mit einem guten Vorsprung in die abschließenden sechs Wertungsprüfungen am Sonntag – entschieden ist aber noch nichts. Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila sowie Andreas Mikkelsen und Anders Jæger haben nach ihrem Pech gestern Zeit und Plätze auf die direkte Konkurrenz gutgemacht. Die Rallye Großbritannien hat bereits ihre Härte gezeigt und im Team sind alle hellwach und motiviert, morgen mit einem fehlerfreien Job den Titel für Volkswagen zu sichern.“


Zahl des Tages

4

Während der Rallye Großbritannien stehen an den drei Rallye-Tagen lediglich vier statt der üblichen acht bis neun Services auf dem Programm. Damit waren der Freitag und Samstag von zwei außergewöhnlichen Marathons geprägt – jeweils ohne mittägliche Service ging es für Mensch und Material über insgesamt 278,13 Prüfungskilometer.


Tag 2 in Großbritannien.


Freitag, 28.10.2016


Bilder Tag 1 (15)


Tageszusammenfassung

Polster für Seb, Pech für JML und AM.

Surprise, Surprise – Regen in den Wäldern von Wales. Und Nebel. Beides sorgte für ziemlich glitschige Pisten und damit auch für extrem fordernde Bedingungen. Gut für Sébastien Ogier. Zum einen, weil der frischgebackene Weltmeister bei komplizierten Bedingungen trotzdem richtig schnell ist – zum anderen, weil die frühe Startposition des WM-Führenden verglichen mit anderen Schotter-Rallyes kein Nachteil ist, sondern eher ein Vorteil.

 

Und diesen Vorteil setzte Seb perfekt auf der Strecke um. Ohne zu viel zu riskieren, enteilte er vormittags der Konkurrenz, nachmittags baute er seinen Vorsprung aus. Selbst Ott Tänak (EST, M-Sport) der Seb anfangs noch als einziger Fahrer Paroli bieten konnte, bekam ordentlich Zeit mit. Aus 7,7 Sekunden wurden zunächst 15,1 Sekunden, am Ende des Tages sogar 37,3. Ogiers Kurs ist damit klar: Nachdem ihm mit den Siegen in Deutschland, Frankreich und Spanien der Asphalt-Slam gelungen ist, soll in Wales der erste Erfolg auf Schotter anno 2016 her. Und ganz nebenbei geht es für Volkswagen auch noch um den Titel in der Hersteller-Meisterschaft. Auch hier will Ogier kräftig mithelfen, dass auch der vierte Konstrukteurs-Titel in Folge nach Wolfsburg wandert.

 

Dabei mithelfen wollte auch Jari-Matti Latvala – und lange Zeit sah es auch richtig gut aus für den Finnen. Obwohl er später als manch einer seiner Konkurrenten startete, war Latvala richtig schnell unterwegs und lag lange auf dem dritten Rang. Weil JML das Pech aber auch nach Wales verfolgt hat, gehen die Hoffnungen auf einen Podestplatz aber erstmals gen null. Auf der vorletzten Wertungsprüfung des Tages verlor Jari-Matti eine Menge Zeit und musste sich am Ende auf Platz acht einreihen. Der Grund für den Zeitverlust: eine gebrochene Antriebswelle.

 

Das gleiche Schicksal ereilte auch den dritten Volkswagen Fahrer, Andreas Mikkelsen, besser gesagt: den Dienstwagen des Norwegers. Ebenfalls eine gebrochene Antriebswelle machte AM einen Strich durch die Rechnung und beendete die Hoffnungen auf einen Podestplatz in Wales nach wenigen Wertungsprüfungen. Da mittags lediglich ein Reifen-Service auf dem Programm stand, hatte der Norweger zudem keine Möglichkeit, den Schaden zu reparieren.

Acht Minuten und 58,6 Sekunden fehlen Mikkelsen vor dem Wochenende bereits auf seinen führenden Teamkollegen. Für AM ist das richtig bitter, weil er dadurch im Kampf um die inoffizielle Vize-Weltmeisterschaft ins Hintertreffen gerät. Dort hat nun Thierry Neuville (Hyundai) die besten Karten.

 

Der erste Tag der Rallye Großbritannien ist also vorüber und mit rund 178 Wertungskilometern haben Fahrer und Beifahrer bereits die Hälfte der gesamten Distanz absolviert. Knappe 100 Kilometer werden morgen hinzukommen, verteilt auf sechs Prüfungen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich bin heilfroh, den Tag gut überstanden zu haben.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
Die erste Prüfung heute Morgen war extrem schwierig und rutschig, da ging es erstmal nur darum, sicher ins Ziel zu kommen. Danach war der Grip spürbar besser, besonders für uns als erstes Auto auf der Strecke. Ich denke, das erklärt zum Teil den großen Vorsprung, den wir bis zum Mittag auf einen Großteil der Konkurrenz herausgefahren haben. Ich bin heilfroh, den Tag gut überstanden zu haben. Für meine Teamkollegen ist es natürlich sehr schade, dass sie mit Problemen zu kämpfen hatten. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Mannschaft die Sache in den Griff bekommt und wir morgen mit allen Polo R WRC wieder angreifen können. Der Titelgewinn in der Herstellerwertung hat für uns absolute Priorität – ohne unser fantastisches Team wären Julien und ich nicht Weltmeister, und wir wollen möglichst mit einem Sieg in Wales etwas zurückgeben.

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
Ich kann natürlich meine Enttäuschung nach dem Tag nicht verhehlen. Grundsätzlich sind wir gut in die Rallye gestartet und haben bei nicht einfachen Bedingungen schnell ein gutes Tempo gefunden. Es ging darum, vor den Hyundai zu stehen, um mehr Punkte für die Herstellerwertung zu holen als die Konkurrenz. Und wir lagen genau im Fahrplan. Leider ist uns in Wertungsprüfung sieben die Antriebswelle hinten rechts gebrochen. Damit waren wir für den Rest des Tages nicht mehr wettbewerbsfähig. Jetzt müssen wir uns erstmal schütteln, aber wir greifen morgen wieder an.

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Am liebsten hätte ich hier um Platz zwei in der Weltmeisterschaft gekämpft. Ich hatte einen richtig guten Start in die Rallye, auch wenn ich es eher vorsichtig angegangen bin. Doch leider habe ich auf der vierten Wertungsprüfung nach einer gebrochenen Antriebswelle vorn rechts nur noch mit Heckantrieb keine Chance dazu bekommen – und stattdessen unendlich viel Zeit verloren. Hier können Anders und ich nicht mehr viel ausrichten, außer natürlich am Sonntag alles auf die Karte Powerstage zu setzen. Das werden wir natürlich tun und in Australien richtig Gas geben.


Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
Ein erfreulicher und zugleich schwieriger Tag für Volkswagen bei der Rallye Großbritannien. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben heute einen fantastischen Job gemacht, von Beginn an die Initiative und die Führung übernommen und einen guten Vorsprung herausgefahren. Hut ab dafür. Andreas Mikkelsen und Anders Jæger sowie Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila, die alle noch um Platz zwei in der Fahrer- und Beifahrerwertung kämpfen, mussten heute technisch bedingt Rückschläge hinnehmen. Wir werden jetzt genau analysieren, warum diese Probleme aufgetreten sind. Aber die vier werden sicher bis zum Schluss kämpfen, um möglichst viele Punkte zu holen.


Stand nach 8 von 22 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:44.31,2 Std.
2 O. Tänak / R. Mõlder +37,2 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +1.09,0 Min.
4 H. Paddon / J. Kennard +1.12,8 Min.
5 K. Meeke / P. Nagle +1.14,8 Min.
6 D. Sordo / M. Martí +2.07,2 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +2.37,3 Min.
8 J. Latvala / M. Anttila +3.43,6 Min.
9 S. Lefebvre / G. de Turckheim +4.31,6 Min.
10 E. Lappi / J. Ferm +4.55,0 Min.
...    
19 A. Mikkelsen / A. Jæger +8.58,6 Min.

Zahl des Tages

40

Das Volkswagen Team erhielt am Mittwoch vor der Rallye Großbritannien Besuch von Teilnehmerinnen der Kampagne „Dare to be different“, die von der ehemaligen Formel-1- und DTM-Pilotin Susie Wolff gegründet wurde. „Dare to be different“ unterstützt weibliche Talente in Berufen, die vornehmlich von Männern ausgeübt werden, wie beispielsweise im Motorsport. Im Servicepark von Deeside erhielten die rund 40 Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren bei Volkswagen eine Führung hinter den Kulissen – unter anderem von Richard Browne, Fahrzeugingenieur von Andreas Mikkelsen und Anders Jæger –, und durften sogar im Polo R WRC Platz nehmen.


Mittagsbericht

Ott vs. Seb – spannender Kampf um die Spitze in Wales.

 

Spannender Vormittag am ersten Tag der Rallye Großbritannien in Wales. Nach vier Wertungsprüfungen lässt sich feststellen: Die Einzigen, die um den Sieg wirklich ein Wörtchen mitreden können, sind – zumindest momentan – Sébastien Ogier im Polo R WRC sowie Ott Tänak im M-Sport Ford.

 

Zugegeben: Die Bedingungen am Vormittag waren alles andere als einfach. Wales-typischer Nebel und feuchte Straßen luden so gar nicht zum Attackieren ein, viele WRC-Fahrer gingen lieber auf Nummer sicher, statt das Auto direkt zu Beginn in die Botanik zu werfen. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass es am Mittag keinen Service, sondern nur einen Reifenwechsel gibt. Selbst Weltmeister Seb Ogier ließ es nach eigenen Angaben langsam angehen. Zeitentechnisch war davon allerdings wenig bis gar nichts zu spüren. Die ersten beiden Prüfungen gewann der Franzose scheinbar spielerisch.

 

Gegen Ende des Vormittag-Durchgangs – dabei gab es mit „Myherin“ und „Sweet Lamb“ echte Klassiker zu durchfahren – drehte dann allerdings Ott Tänak auf. Er gewann Prüfung Nummer drei und Prüfung Nummer vier und reduzierte seinen Rückstand auf Ogier auf 7,7 Sekunden. Alles noch im grünen Bereich für Seb, aber am Nachmittag, wenn die Prüfungen noch einmal durchfahren werden, könnte es einen spannenden Schlagabtausch zwischen den beiden Rallye-Assen geben. Jari-Matti Latvala im Polo R WRC liegt derzeit auf einem guten dritten Rang, nachdem der Finne es am frühen Morgen etwas langsamer hatte angehen lassen. Er muss sich momentan nach hinten orientieren, da ihm mit Kris Meeke und Hayden Paddon gleich zwei schnelle Fahrer mit nur 0,2 Sekunden Abstand buchstäblich im Heck hängen.

 

Für Andreas Mikkelsen verläuft die Rallye in Wales derweil alles andere als verheißungsvoll. An seinem Polo R WRC trat ein Problem mit der Antriebswelle auf, was den Norweger auf der vierten Wertungsprüfung weit zurückwarf. Ein klarer Rückschlag im Kampf um den inoffiziellen Vizetitel. 

 

 

Stand nach WP 04:

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 52.04,7 Min.

2. Ott Tänak (Ford) +7,7 Sek.

3. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #9) +32,3 Sek.

4. Kris Meeke (Citroën) +32,5 Sek.

5. Hayden Paddon (Hyundai) +32,7 Sek.


Tag 1 in Großbritannien.


Donnerstag, 27.10.2016


Bilder Eröffnungstag (7)


Shakedown-Bericht

Volkswagen Piloten im Shakedown vorn dabei.

Volkswagen startet gut vorbereitet in die Rallye Großbritannien in Wales. Den Shakedown der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) zum ersten vollen Schotter-Lauf seit Juli beendeten die neuen und alten Weltmeister* Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) auf der vierten, Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) auf der sechsten und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) auf der siebten Position. Dabei galt beim „Freien Training“ ein großes Augenmerk den Bedingungen des Rallye-Klassikers: Im Gegensatz zu den Vorjahren fanden die Teilnehmer die Strecken in erstaunlich trockenem Zustand vor. Statt in Schlamm und Matsch wurde auch der Shakedown auf insgesamt 3,32 Kilometern feuchtem Schotter ausgetragen, der guten Grip bot.

Die Rallye Großbritannien wird am Abend mit dem zeremoniellen Start in Colwyn Bay eröffnet, der sportliche Auftakt erfolgt am Freitag mit der ersten von insgesamt 22 Wertungsprüfungen. Ihre Zelte haben die WRC-Teams im Service-Park im walisischen Deeside aufgeschlagen, nur gut eine halbe Autostunde von Manchester entfernt.

Volkswagen hat in Wales und England die Chance, den bereits goldenen Oktober noch erfolgreicher zu machen: Verteidigt die Marke 43 Zähler Abstand von ihrem derzeit 62-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Hyundai, steht sie bereits nach der Rallye Großbritannien frühzeitig als Weltmeister in der Hersteller-Wertung fest.

* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.



Ergebnis Shakedown

01. Ott Tänak/Raigo Mõlder (EST/EST), Ford, 1.59,7 Min.
02. Kris Meeke/Paul Nagle (GB/IRL), Citroën, + 0,9 Sek.
03. Craig Breen/Scott Martin (IRL/GB), Citroën, + 1,0 Sek.
04. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Volkswagen, + 1,1 Sek.
05. Hayden Paddon/John Kennard (NZ/NZ), Hyundai, + 1,3 Sek.
06. Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N), Volkswagen, + 1,5 Sek.
07. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), Volkswagen + 1,9 Sek.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Rutschig, aber unproblematisch.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Das Wetter scheint in diesem Jahr deutlich besser zu sein als normalerweise hier in Wales, aber die Strecken können trotzdem immer noch teilweise matschig und rutschig sein. Für mich ein gutes Zeichen, denn die Rallye Großbritannien stellt für Julien und mich wahrscheinlich dieses Jahr die einzige Chance dar, noch eine Schotter-Rallye zu gewinnen. Der Shakedown lief in jedem Fall gut, der Polo ist perfekt abgestimmt. Vor allem am Samstag wird es interessant, wenn wir 100 km Wertungsprüfung ohne Reifenwechsel absolvieren müssen. Ich bin froh, dass diese Herausforderung nicht am ersten Tag auf uns wartet. Ansonsten bin ich wie immer glücklich, nach Großbritannien zu kommen: Die vielen Fans, die schönen Streckenprofile, die große Tradition – das macht die Rallye auch für uns Fahrer besonders. Und die Chance, mit einem Sieg dem Team zum Herstellertitel zu verhelfen, ist eine enorme Motivation.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Etwas rutschig, aber unproblematisch, so würde ich den Shakedown der Rallye Großbritannien zusammenfassen. Drei Läufe sind wir insgesamt gefahren, im ersten und zweiten Durchgang haben wir ein paar Dinge ausprobiert, im dritten Versuch das passende Set-up gefunden. Gerade wenn es nicht geregnet hat, kann die Oberfläche hier sehr rutschig werden, darauf muss man sich einstellen. Ich denke, wir sind gewappnet, und wir freuen uns auf die Wälder in Wales.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein super Gefühl fürs Auto, ein guter erster Durchgang, was immer wichtig ist – wir sind sehr zufrieden mit dem Shakedown. Die Systeme laufen perfekt, wir sind also bereit für die Rallye Großbritannien und sollten hier schnell unterwegs sein. Es wird ein spannender Kampf zwischen uns und Thierry Neuville um Platz zwei in der WM. Darauf freuen wir uns. Aber nicht nur Thierry ist unser Konkurrent. Ich kann also den Fans nur empfehlen, die Rallye Großbritannien in Wales zu verfolgen. Es wird spannend werden.“

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Großbritannien hat ganz eigene Herausforderungen. Der Schotter verwandelt sich bei Regen in Matsch und Schlamm – das gibt es nirgendwo anders in der Rallye-Welt. In diesem Jahr allerdings ist das Wetter erstaunlich stabil und es ist recht wenig Regen gefallen. Die Prüfungen bieten damit viel mehr Grip als noch in den vergangenen Jahren. Wir haben den Shakedown intensiv genutzt, um uns darauf einzustellen. Wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf die Rallye Großbritannien, bei der wir am liebsten frühzeitig den Titel in der Hersteller-Wertung feiern wollen.“


Eröffnungstag in Großbritannien.


Mittwoch, 26.10.2016


Vorschau auf die Rallye Großbritannien. Das Video.


Matsch


Dienstag, 25.10.2016


Vier für alle? Alle für vier!

Jari-Matti Latvala, Jari-Matti Latvala, Sébastien Ogier, Sébastien Ogier und Sébastien Ogier: Großbritanniens Siegerliste der vergangenen fünf Jahre spricht eine deutliche Sprache: Die Fahrer von Volkswagen Motorsport fühlen sich wohl in Großbritannien. Und das, obwohl die Gegend rund um den Service-Park in Deeside zu dieser Jahreszeit nicht gerade zum Verweilen einlädt – wenn man nicht gerade ein großer Fan von Niederschlag ist. Denn diesen gibt es dort zu dieser Jahreszeit nicht nur reichlich, sondern auch in seinen verschiedensten Ausprägungen. Regen, Nebel, Schnee, Eis – die Wales Rally GB hatte schon alles zu bieten und gilt deshalb als eine der kompliziertesten überhaupt. Denn: Ändert sich das Wetter, dann ändern sich auch Untergrund und Griplevel. Und das Wetter ändert sich oft in Wales und verwandelt Schotter in Matsch und Schlamm – schnell und unvorhersehbar.

 

Schotter ist also nicht gleich Schotter auf der Insel – und das ist vielleicht auch gut so für Ogier. Der Franzose sicherte sich in Spanien nicht nur den Titel* in der Fahrer-WM, sondern auch den Asphalt-Slam. Will heißen: Bei allen Rallyes, die komplett oder teilweise auf Asphalt ausgetragen wurden, siegte Seb anno 2016 – auf Schotter hingegen fehlt ihm in dieser Saison noch ein Sieg. Diese Rechnung gilt es auf der Insel zu begleichen, fürs Ego – aber vor allem auch für das Team. Denn nach dem vorzeitigen Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft soll in Großbritannien der Hersteller-Titel klargemacht werden – es wäre der vierte in Folge.

 

Auch Jari-Matti Latvala will mithelfen, dass es für Volkswagen Motorsport in Wales den nächsten Grund zu feiern gibt. Aber auch in der Fahrer-WM hat der Finne noch Ambitionen auf einen Platz unter den ersten Drei – zurecht. Denn seine starke Pace stellte der Finne auch in Spanien eindrucksvoll unter Beweis und holte sich insgesamt sieben Bestzeiten bei Wertungsprüfungen – darunter auch bei der Powerstage. Dass er sich in Großbritannien wohlfühlt, das hat er mit seinen Siegen 2011 und 2012 (damals noch im Ford) bereits gezeigt. Um aber auf dem Podest zu landen, müsste JML in Wales endlich mal wieder verschont bleiben von Pech und Pannen. Theoretisch könnte es dann für den Finnen in der Fahrer-WM am Ende noch für den zweiten Platz reichen. Genau um diesen kämpft aber auch noch der Dritte im Volkswagen Bunde, Andreas Mikkelsen.

 

Ungewollt hat es AM mit seinem Ausfall in Spanien wieder so richtig spannend gemacht. Gleichauf mit seinem härtesten Rivalen, Thierry Neuville reist AM auf die Insel und will dort wieder attackieren, wie er vorab schon angekündigt hat. Leichter gesagt als getan. Zwar gehören die Routen nicht zu den technisch anspruchsvollsten, Fehler werden von unnachgiebigen Bäumen in den Wäldern von Wales aber knallhart bestraft. Und das niedrige Griplevel und die oftmals eingeschränkte Sicht beschwören Fehler geradezu herauf.

 

Insgesamt 332,01 Wertungskilometer verteilt auf 22 Prüfungen stehen auf dem Programm, verglichen mit der Vorsaison dürfen sich die Zuschauer auch auf einige Änderungen freuen. Die Klassiker „Sweet Lamb“, „Hafren“ und „Myherin“ werden in diesem Jahr in umgekehrter Richtung ausgetragen. Zudem statten die Fahrer und Beifahrer erstmals in diesem Jahrtausend auch England wieder einen Dienstbesuch ab – wenn auch nur einen kurzen. Genauer gesagt: Für 1,80 Kilometer – so lange ist die Wertungsprüfung „Cholmondeley Castle“, die den Abschluss des Samstags bildet. Letztmals war England 1999 Teil der Rallye Großbritannien.


* Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA. 


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Meine Motivation bleibt aber unverändert.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich bin sehr glücklich, als Weltmeister zur Rallye Großbritannien zu reisen. Meine Motivation bleibt aber unverändert, denn wir möchten auch den Herstellertitel für Volkswagen verteidigen. Mit der Wales Rally GB erwartet uns eine der geschichtsträchtigsten Rallyes überhaupt. Ich habe einige Zeit gebraucht, um in Wales zurechtzukommen. Wahrscheinlich war die Lernphase bei keiner anderen Rallye länger. Seitdem ich bei Volkswagen bin, habe ich hier dreimal gewonnen. Nach allem was ich in Wales erlebt habe, kann ich nun von mir behaupten, dass ich mich dort richtig wohlfühle. Eine wichtige Komponente ist, wie jedes Jahr, das Wetter. Wenn in den Wetterberichten kein Regen angekündigt wird, kann man sich eigentlich fest auf Regen einstellen. Ich erwarte ohnehin sehr nasse und neblige Strecken, die sehr typisch für diese Jahreszeit dort sind. Völlig verrückt sind die Fans, denn trotz des schlechten Wetters feuern uns jedes Jahr Tausende Zuschauer an. Darauf freue ich mich ganz besonders.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye in Wales zählt absolut zu meinen Lieblings-Rallyes. Da ich zuletzt in Spanien auf den Schotter-Prüfungen schon recht schnell war, werde ich auch in Wales schnell sein. Da habe ich keine Zweifel. Allerdings war die Saison für mich bisher wirklich schwierig. Ich hoffe deshalb, bei den letzten beiden Saisonläufen noch einmal gut abzuschneiden um dann am Ende unter die ersten drei der Fahrer-WM zu kommen. In Wales kann der Untergrund sehr tückisch sein. Wenn es nachts stark geregnet hat, kann die Piste für die weiter hinten startenden Autos sehr schmierig und rutschig werden. Das ist typisch für Wales. Die Rallye startet diesmal aber etwa zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren, weshalb ich hoffe, dass es nicht ganz so viel regnen wird. 2002 bin ich dort meine erste Rallye gefahren, es gibt also keine Rallye, bei der ich auf mehr Erfahrung zurückgreifen kann – ich bin sicher, dass ich dort um den Sieg mitfahren kann.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„An der Rallye Großbritannien gefällt mir besonders das Layout der Wertungsprüfungen. Ich genieße es immer, dort zu fahren. Natürlich ist es sehr knifflig, den Polo auf dem matschigen und somit rutschigen Untergrund am Limit zu bewegen. In Wales werden wir uns – wie jedes Jahr – auf Regen und schwierige Bedingungen einstellen müssen. Durch den Unfall in Spanien habe ich wichtige Punkte in der Meisterschaft liegen gelassen und mein Freund Thierry Neuville hat nach Punkten in der Fahrer-Wertung mit mir gleichgezogen. Es wird ein harter Kampf mit ihm um den zweiten Platz. Mein Ziel ist es natürlich, diese Position auch am Ende der Saison zu belegen. Anders und ich werden aber ausschließlich auf unsere eigene Leistung schauen und versuchen, das Maximale herauszuholen. Wir haben uns mit Thierry in dieser Saison bereits einige tolle Duelle geliefert. So wird es auch in Wales sein.“

 

Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Nach dem großartigen Erfolg von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia in der Fahrer- und Beifahrer-WM können wir bei der Rallye Großbritannien nun aus eigener Kraft auch die Hersteller-Wertung der Rallye-Weltmeisterschaft für uns entscheiden. Das ist ohne jede Frage das erklärte Ziel. Wir reisen also mit großer Motivation an und mit dem Selbstbewusstsein, schon in Wales die Entscheidung herbeiführen zu können. Dazu müssen wir als gesamtes Team konzentriert und gewissenhaft arbeiten. Andreas Mikkelsen und Jari-Matti Latvala können beide noch Platz zwei in der Fahrer-Wertung erreichen – auch für dieses Ziel werden wir hart arbeiten. Beide haben bei diesem Klassiker gute Erinnerungen und beide haben hier ihre Karrieren gestartet.“


Hintergrund

„Wir können auch in einer Woche alle vier Jahreszeiten erleben.“

Drei Fragen an … Timo Gottschalk, Meteo-Koordinator

 

Was genau wertet die Meteo-Crew von Volkswagen Motorsport aus und wie kommen die Daten und Informationen zustande?

Timo Gottschalk: „Wir haben verschiedene Leute an den Wertungsprüfungen. Diese messen die Boden- und Lufttemperatur sowie die Windgeschwindigkeit. Sie schauen sich aber auch den Himmel an, messen gegebenenfalls die Regenstärke und bestimmen, wie feucht und schlammig die Oberfläche der Strecke und wie die Beschaffenheit der Spurrillen nach dem ersten Durchgang sein wird. Diese Daten kommen alle zu mir und ich trage sie in eine Liste ein. Anhand dieser Daten macht unsere Meteorologin Silke Hansen die Vorhersagen.“

 

Wie sehr kommt es bei der Rallye Großbritannien auf die Wetter-Crew an?

Timo Gottschalk: „Die Reifenwahl – hart oder weich – ist einer der entscheidenden Faktoren bei der Rallye Großbritannien. Damit unsere Piloten diese Entscheidung treffen können, müssen sie wissen, was sie auf der Strecke erwartet: Wie hoch oder niedrig ist die Boden- und Lufttemperatur? Wie feucht oder trocken ist es? All diese Informationen liefert die Wetter-Crew.“

 

Die Rallye Großbritannien wird dieses Jahr zwei Wochen eher ausgetragen als in der vergangenen Saison. Welche Auswirkungen hat das auf die Beschaffenheit der Wertungsprüfungen?

Timo Gottschalk: „Es sollte vom Wetter her ein bisschen angenehmer und nicht ganz so kalt sein wie im vergangenen Jahr. Eventuell ist auch die Bodentemperatur ein bisschen höher. Aber zwei Wochen sind nicht so viel – da kann das Wetter auch genauso werden wie im vergangenen Jahr. In Wales ist es allgemein sehr wechselhaft, man kann es sehr schwer einschätzen. Wir können auch in einer Woche alle vier Jahreszeiten erleben.“


Zahl zur Rallye

555

Das Duell Finnland gegen Frankreich ist ein ewiges in der Rallye-Weltmeisterschaft. Vor dem 555. Rallye-WM-Lauf der Geschichte schlagen für Frankreich 181, für Finnland 176 Siege zu Buche. Die mit weitem Abstand erfolgreichsten Nationen im WM-Zirkus werden bei der Rallye Großbritannien unter anderem von Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala in Volkswagen Farben vertreten. In Sachen Prüfungsbestzeiten liegen Latvala und Ogier beinahe gleichauf: 464 hat „JML“ auf dem Konto, 462 der alte und neue Champion.