Rallye Portugal.

19. bis 22. Mai 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Portugal 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 24.03.2016).

Donnerstag, 19.05.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:30   Shakedown (Paredes)      
19:10   Offizieller Start (Guimarães)      
20:01 WP 01 Lousada 40,60 km 03,36 km 48,39 km

Freitag, 20.05.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
10:30 WP 02 Ponte de Lima 1 90,75 km 27,44 km  
11:14 WP 03 Caminha 1 07,04 km 18,03 km  
12:03 WP 04 Viana do Castelo 1 18,26 km 18,70 km 122,78 km
16:39 WP 05 Ponte de Lima 2 90,75 km 27,44 km  
17:23 WP 06 Caminha 2 07,04 km 18,03 km  
18:12 WP 07 Viana do Castelo 2 18,26 km 18,70 km  
20:03 WP 08 Porto Street Stage 1 92,87 km 01,85 km  
20:18 WP 09 Porto Street Stage 2 01,03 km 01,85 km 25,00 km

Samstag, 21.05.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
10:42 WP 10 Baião 1 86,80 km 18,66 km  
11:24 WP 11 Marão 1 12,58 km 26,31 km  
12:52 WP 12 Amarante 1 43,90 km 37,67 km 73,13 km
16:32 WP 13 Baião 2 86,80 km 18,66 km  
17:14 WP 14 Marão 2 12,58 km 26,31 km  
18:42 WP 15 Amarante 2 43,90 km 37,67 km 73,13 km

Sonntag, 22.05.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:04 WP 16 Vieira do Minho 1 98,24 km 22,47 km 44,72 km
10:08 WP 17 Fafe 1 08,97 km 11,19 km  
11:04 WP 18 Vieira do Minho 2 23,36 km 22,47 km 44,72 km
13:08 WP 19 Fafe 2 08,97 km 11,19 km 86,25 km

Sonntag, 22.05.2016


Volkswagen baut WM-Führung aus. Das Video.


Die besten Bilder des Tages (12)


Tageszusammenfassung

WM-Führung ausgebaut!

Zweiter und dritter Platz und trotzdem gewonnen. Volkswagen hat bei der Rallye Portugal die Führung in der WM-Wertung weiter ausgebaut. Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier sicherten sich mit einer routinierten Fahrt die Plätze zwei und drei. 

Gegen den überlegenen Kris Meeke (Citroën) war an diesem Wochenende zwar kein Kraut gewachsen, in der WM-Wertung spielt der Nordire aber bislang auch keine Rolle. Die Podiumsplätze waren damit Gold wert.

 

Und damit nicht genug: In der abschließenden Powerstage, der berühmt-berüchtigten „Fafe“-Prüfung mit dem spektakulären Fafe-Sprung sicherte sich Volkswagen die ersten drei Plätze und somit sechs Extra-Punkte für die Weltmeisterschaft. Sébastien Ogier triumphierte vor Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen. Und das, obwohl Ogier mit einem platten Reifen unterwegs war. Den Franzosen kann so schnell eben nichts aufhalten.

 

„Wir hatten schon vor der Stage Probleme mit dem Reifen“, sagte Ogier nach der Fafe-Prüfung. „Deshalb bin ich glücklich, dass wir es überhaupt bis hier hin geschafft haben.“ Ogier bewies also Kämpferherz. Gleiches hatte Teamkollege Latvala schon am Freitag getan. Nachdem er durch eine tiefe Senke gefahren war, fiel die Servolenkung ausgefallen, JML fuhr aber tapfer weiter. Bis er Blasen an den Händen hatte. Fahrerkoordinator Willy Verhoeven packte am Abend seine Blasenpflaster aus, die über Nacht wahre Wunder wirkten. Latvala konnte am Sonntag beschwerdefrei weiterfahren.

 

In der Weltmeisterschaft gelang Volkswagen ein wichtiger Schritt in Richtung Titelverteidigung. Ogier führt nach seinem dritten Platz und Powerstage-Sieg mit 114 Punkten die Weltmeisterschaft an. Dahinter kletterte Mikkelsen von Platz vier auf Position zwei, der Norweger kommt dank einer erneut fehlerfreien Vorstellung auf 67 Zähler. Landsmann Mads Østberg ist Dritter mit 58 Punkten. In der Herstellerwertung ist der Vorsprung noch deutlicher. Hier liegt Volkswagen mit 145 Punkten vorne, Hyundai rangiert mit 96 Punkten auf Platz zwei. Nächste Station in drei Wochen: Sardinien.

Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Extra großes ‚Obrigado‘ an die vielen portugiesischen Fans“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Natürlich wäre ich gern vor Andreas geblieben, aber nach dem schleichenden Plattfuß auf der ersten Prüfung mussten wir es etwas vorsichtiger angehen lassen. Bei diesen Streckenbedingungen wäre es ohne weiteren Ersatzreifen sonst zu riskant gewesen. Ein extra großes ‚Obrigado‘ geht an die vielen portugiesischen Fans, die Zuschauer hier sind einfach fantastisch. Es ist toll zu sehen, dass das gesamte Land die Rallye unterstützt – egal, ob Polizei, Fans oder der Präsident persönlich, der bei uns im Service Park vorbeigeschaut hat.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Vor der Rallye hatten wir natürlich ganz andere Ambitionen, aber nach dem Verlauf müssen wir mit dem sechsten Platz zufrieden sein. Damit konnten wir immerhin noch wichtige Punkte zur Herstellerwertung beitragen und Platz zwei in der Powerstage war auch ein versöhnlicher Abschluss. Großer Dank geht an mein Team und die tollen Fans an der Strecke die uns großartig unterstützt haben. Ich komme nächstes Jahr auf jeden Fall gerne wieder. Jetzt gilt die ganze Konzentration der nächsten Aufgabe auf Sardinien.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Die Rallye Portugal lief mit jedem Tag besser für Anders und mich. Am Ende mit Platz zwei hier erneut auf dem Podium zu stehen und mein Vorjahresergebnis noch einmal um einen Platz verbessert zu haben, fühlt sich großartig an. Am Samstag und Sonntag haben wir für den Polo definitiv die optimale Abstimmung für die schwierigen Streckenbedingungen hier in Portugal gefunden. Das und die hervorragende ‚Recce‘-Arbeit von Anders haben dieses Super-Ergebnis möglich gemacht. Zudem sind wir in der Gesamtwertung auf Platz zwei vorgerückt. Auf das Ergebnis in Portugal dürfen wir stolz sein und freuen uns schon jetzt auf den nächsten Meisterschaftslauf in Italien.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir haben unsere Führung in der Weltmeisterschaft ausgebaut – damit können wir zufrieden sein. Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier haben angesichts ihrer Startpositionen das absolute Maximum herausgeholt und können beide stolz auf das Geleistete sein. Andreas und Anders sind hier in Portugal die beste Rallye ihrer Karriere gefahren. Jari-Matti Latvala hatte am Freitag Pech, hat sich aber anschließend aufopferungsvoll in den Dienst der Mannschaft gestellt und wertvolle Punkte geholt. Unser Fazit fällt also positiv aus. Zwei Podiumsresultate sind ein richtig gutes Ergebnis. Ein großes Kompliment möchten wir den Organisatoren der Rallye Portugal und den Fans aussprechen. Abertausende Fans haben uns enthusiastisch angefeuert – und das stets unter Beachtung der Sicherheit. Ein Vorbild für viele andere Rallyes.“


Endstand nach 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 3:59.01,0 Std.
2 A. Mikkelsen / A. Jæger +29.7 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +34.5 Sek.
4 D. Sordo / M. Martí +1.37,1 Min.
5 E. Camilli / B. Veillas +4.01,6 Min.
6 J. Latvala / M. Anttila +4.06,9 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +6.53,6 Min.
8 M. Prokop / J. Tománek +10.24,1 Min.
9 P. Tidemand / J. Andersson +11.45,2 Min.
10 N. Fuchs / F. Mussano +13.14,0 Min.

Zahl des Tages

6

Das Beste kommt zum Schluss. Auch in Portugal war das so. Die Powerstage bleibt die Lieblingsdisziplin von Volkswagen Motorsport. Mal wieder sicherte sich ein Polo R WRC die Bestzeit auf der abschließenden Wertungsprüfung, doch damit nicht genug: Auch die Plätze zwei und drei gingen nach Wolfsburg. Volkswagen ist und bleibt der einzige Hersteller in der Geschichte der WRC, dem die perfekte Powerstage gelang – und das bereits zum sechsten Mal. Und: Bei bislang 43 Powerstages seit dem Einstieg 2013 holte der Volkswagen Polo R WRC 79 Mal Zusatzpunkte.


Tag 3 in Portugal.


Samstag, 21.05.2016


Die besten Bilder des Tages (7)


Tageszusammenfassung

Der Tag des Andreas M.

Atmen, Sie müssen atmen. Dieser Tag war nichts für Rallye-Fans mit schwachen Nerven. Zusammen mit seinem Beifahrer Anders Jæger deutete Andreas Mikkelsen heute an, dass mit ihm in Portugal absolut zu rechnen ist. Das norwegische Volkswagen Duo bot bereits am Morgen von Tag zwei den Führenden, Kris Meeke/Paul Nagle (GB/GB, Citroën), Paroli. Zweimal fuhr Mikkelsen die zweitschnellste Zeit hinter Meeke und verkürzte so allmählich den Rückstand auf die WM-Führenden und Stage-Opener Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), die den ganzen Tag Gesamtrang zwei halten konnten. Ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

 

Am Nachmittag kehrten sich die Meeke-Mikkelsen-Machtverhältnisse nämlich um. Und wie. Der Norweger gewann die ersten beiden Wertungsprüfungen. Für Historisches sorgten zudem Ogier/Ingrassia und das finnische Duo Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila. Gemeinsam holten die drei Volkswagen Duos auf der WP 13 und WP 15 jeweils einen Dreifacherfolg. Für den Polo R WRC war es der 100. Dreifacherfolg bei Wertungsprüfungen in der WRC-Historie.

 

Die große Konstante des zweiten Rallye-Tages hieß Sébastien Ogier. Der Franzose gewann zusammen mit seinem Beifahrer Julien Ingrassia die letzte Wertungsprüfung des Tages, den zweiten Durchlauf von „Amarente“, der mit 37,67 Kilometern längsten Wertungsprüfung der Rallye Portugal 2016.

 

Der fast perfekte Nachmittag wäre für Volkswagen nicht ohne Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila möglich gewesen. Sie machten mit ihren zweitschnellsten Zeiten auf der WP 13 und WP 14 da weiter, wo sie vor der Mittagspause aufgehört hatten. Was das wert war, spiegelte sich am Ende in der Gesamtwertung wider. Nach Tag eins aufgrund einer defekten Servolenkung auf Platz neun gelegen, kletterte das finnische Duo am Ende des zweiten Tages auf Rang sechs in der Gesamtwertung.

 

Die 67,32 Prüfungskilometer am Rallye-Sonntag haben es also in sich. Vor allem, weil die beiden Volkswagen Duos Ogier/Ingrassia und Mikkelsen/Jæger ihren Rückstand auf Kris Meeke bei weniger als 50 Sekunden halten. Bleibt abzuwarten, wer Tag drei, den entscheidenden letzten Tag der Rallye Portugal, zu seinem macht.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Es war ein Ritt am absoluten Limit.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es war ein sehr anstrengender Tag, aber Julien und ich haben wieder alles gegeben, was möglich war. Es war ein Ritt am absoluten Limit. Daher bin ich sehr zufrieden mit unserer Leistung. Der Polo war perfekt auf den extrem harten und rauen Strecken, die mir vor allem im zweiten Durchgang alles abverlangt haben. Die Reifenwahl hat sicher dazu beigetragen, dass wir am Ende dieses Tages noch auf dem zweiten Platz liegen. Nun freue ich mich auf die spektakulärste Prüfung der Rallye – ‚Fafe‘. Für Julien und mich ist das ein echtes Highlight, vor den zigtausend Fans um die Punkte in der Powerstage zu kämpfen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Zu allererst einen Riesendank an meine Mechaniker. Sie hatten gestern Abend keinen einfachen Job und ohne sie würde ich hier gar nicht stehen. Natürlich waren Miikka und ich im ersten Moment von dem Beginn bei der Rallye Portugal sehr enttäuscht. Dennoch galt es heute, für die Herstellerwertung auf Punktejagd zu gehen und Plätze gutzumachen. Das ist uns gelungen. Viel Luft nach oben haben wir zwar nicht mehr, aber auch am Sonntag werden wir erneut alles geben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Im Vergleich zum Freitag hatte ich heute ein viel besseres Gefühl für das Auto. Wir haben ein paar Veränderungen am Set-up vorgenommen, was geholfen hat. Damit konnte ich heute so fahren, wie ich es mag. Anders und ich sind mehr ans Limit gegangen. Das Ergebnis sieht man am Gesamtstand. Damit gehen wir mehr als zuversichtlich in die vier Prüfungen, die noch am Sonntag auf dem Programm stehen. Da kann alles passieren. Es wird mit Sicherheit ein extrem spannendes Finale der Rallye Portugal.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ogier, Mikkelsen, Latvala – alle drei Volkswagen Fahrer haben heute ihre beste Leistung abgerufen, mehr kann man nicht verlangen. Vor allem Andreas Mikkelsen hat es im Kampf um das Podium bei der Rallye Portugal noch einmal richtig spannend gemacht, sich nach Platz vier gestern nun Platz drei geholt und geht knapp hinter Platz zwei in den Sonntag. Sébastien Ogier hat das Beste aus seiner Startposition gemacht und kann stolz auf seine Leistung sein. Jari-Matti Latvala hat nach dem Rückschlag gestern Moral gezeigt und sich ebenfalls nach vorn gearbeitet. Alles in allem ein guter Tag für Volkswagen bei der Rallye Portugal.“


Stand nach 15 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 3:16.11,4 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +45.3 Sek.
3 A. Mikkelsen / A. Jæger +48.4 Sek.
4 D. Sordo / M. Martí +1.20,0 Min.
5 E. Camilli / B. Veillas +3.04,2 Min.
6 J. Latvala / M. Anttila +4.07,8 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +6.32,8 Min.
8 M. Prokop / J. Tománek +8.11,8 Min.
9 P. Tidemand / J. Andersson +9.54,2 Min.
10 N. Fuchs / F. Mussano +10.26,2 Min.

Zahl des Tages

100

 

Mikkelsen vor Latvala vor Ogier oder anders ausgedrückt: Volkswagen vor Volkswagen vor Volkswagen lautete das Resultat auf der 13. und 15. Wertungsprüfung der Rallye Portugal – mal wieder. Längst keine Seltenheit, blickt man auf die vergangenen Jahre der WRC zurück. Um es genau zu nehmen: Bereits zum 100. Mal sorgten die drei Volkswagen Polo R WRC für ein perfektes Ergebnis bei einer Stage. Glückwunsch und auf die nächsten 100!


Mittagsbericht

Volkswagen auf Podiumskurs und in Lauerstellung.

1.02,9 Minuten – eine Menge Holz. Genau das ist der Vorsprung von Kris Meeke (Citroën) nach zwölf Wertungsprüfungen der Rallye Portugal. Der Nordire drückt der Rallye im Norden des Landes nach wie vor seinen Stempel auf und liegt scheinbar uneinholbar vorn. Dahinter geht es aber ziemlich eng zu. 

 

Mittendrin die beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen, die sich untereinander um die Plätze duellieren, gleichzeitig aber wiederum auch gegen Dani Sordo (Hyundai) fighten. Ogier auf zwei und Sordo auf vier trennen gerade einmal 18 Sekunden. Und noch sind ja sieben Prüfungen bei dieser Rallye zu absolvieren.

 

Am zweiten Tag standen bei der Rallye rund um Porto drei Wertungsprüfungen auf dem Vormittagsprogramm. Diese hatten alles zu bieten: schnelle Passagen, langsame Passagen, Haarnadelkurven, Asphalt-Abschnitte. Ein Terrain für richtige Allrounder. Seb Ogier und Andreas Mikkelsen zeigten eine starke Leistung und liegen nach wie vor auf Podiumskurs. Und sie liegen in Lauerstellung. Denn dass es die Rallye in sich hat, zeigte sich vor allem am Vortag, als Routiniers wie Ott Tänak und Hayden Paddon nach Unfällen aufgeben mussten. Nach vorne könnte also auch noch etwas gehen.

 

In Lauerstellung befindet sich übrigens auch Jari-Matti Latvala im dritten Volkswagen Polo R WRC. Der Finne bewies am Vortag, dass er ein echter Kämpfer ist. Ohne Servolenkung meisterte er die anspruchsvollen Schotter-Prüfungen. Am Abend waren seine Hände rot und schmerzten. Latvala war aber glücklich, nach dem Zwischenfall – er traf einen Stein, der die Servolenkung beschädigte – noch dabei zu sein. Am Samstagvormittag machte JML dann gleich mal zwei Positionen gut und kletterte von acht auf sechs. 

 

Am Nachmittag werden die drei Prüfungen des Vormittages noch einmal durchfahren. Alle Infos gibt es hier und auf Twitter: @VolkswagenRally.

 

Die Gesamtwertung nach 12 von 19 Wertungsprüfungen:

 

1 Kris Meeke (Citroën) 2:22.26,4 Std.

2 Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +1.02,9 Min.

3 Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +1.15,7 Min.

4 Dani Sordo (Hyundai) +1.20,6 Min. 

5 Eric Camilli (M-Sport Ford) +2.42,3 Min.

6 Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +4.24,1 Sek.


Tag 2 in Portugal.


Freitag, 20.05.2016


Die besten Bilder des Tages (20)


Tageszusammenfassung

Drama am Nachmittag, Spektakel am Abend.

 

Gemeinhin steht Porto für viele Dinge: Ein nicht ganz unbekannter Wein kommt aus der Region im Norden Portugals, mehrere Fußballclubs stammen von dort, die Altstadt oder auch der Hafen sind Attraktionen, weit über die Grenzen des Landes hinaus. Am Freitag stand die „heimliche Hauptstadt Portugals“ aber ganz im Zeichen der Rallye-Weltmeisterschaft. Die Hafenstadt bot den Schauplatz für ein aberwitziges Spektakel: Porto Street Stage 1 und Porto Street Stage 2 – in anderen Worten: 3,7 Kilometer durch die engen Gassen und Straßenschluchten der Küstenmetropole, Abertausende Zuschauer an der Strecke, herausragende Stimmung und Hochspannung im Kampf um jede Sekunde. Das waren die Zutaten für einen angemessenen Ausklang eines spektakulären Rallye-Tages, aber der Reihe nach.

 

Schon auf der Vormittagsschleife war es richtig zur Sache gegangen. Während Sébastien Ogier wie schon zuletzt gegen den Nachteil ankämpfte, die Prüfungen eröffnen zu müssen, brachten sich die weiteren Mitfavoriten an der Spitze in Stellung. Hayden Paddon, Thierry Neuville, Dani Sordo (alle Hyundai), Kris Meeke (Citroën), Ott Tänak (M-Sport), aber auch die drei Volkswagen Fahrer mischten munter vorn mit und sorgten schon früh für großartige Unterhaltung, ehe es auf der Nachmittagsschleife dramatisch wurde, beginnend mit der fünften Wertungsprüfung.

 

„Ponte de Lima 2“ wurde zunächst Paddon und im Anschluss Tänak zum Verhängnis. Beide kamen an derselben Stelle von der Strecke ab und überschlugen sich spektakulär. Die gute Nachricht: Sämtliche Crew-Mitglieder überstanden die Unfälle unbeschadet. Die weniger gute Nachricht: Infolge der Unfälle fingen die Sträucher ringsum Feuer, Paddons Hyundai brannte aus, und die Prüfung musste unterbrochen und neutralisiert werden.

 

Aber auch das Volkswagen Team blieb von Rückschlägen nicht verschont, es erwischte Pechvogel Latvala. Die Servolenkung des Volkswagen Polo R WRC machte dem Finnen große Probleme, wodurch er einiges an Zeit verlor und sich im wahren Wortsinn durch die folgenden Prüfungen kämpfen musste. In den Kampf um den Sieg wird JML wohl nicht mehr eingreifen können, dafür ist der Rückstand von insgesamt 3:50 Minuten bereits zu groß, für den einen oder anderen WM-Punkt könnte es aber noch reichen. Denn auch weitere Mitfavoriten hatten mit Problemen zu kämpfen, wie etwa Sordo, der sich auf der siebten Wertungsprüfung einen Plattfuß einfing und wertvolle Zeit verlor, das gleiche Missgeschick ereilte auch Neuville.

 

Wohl dem also, der sich an einem ereignisreichen Tag der Rallye schadlos gehalten hat – und dazu zählen auch zwei Volkswagen Fahrer. Ogier haderte einmal mehr mit der Startposition, erlaubte sich aber keinen Fehler und lag zum Abschluss des Tages lediglich 32 Sekunden hinter der Spitze. Auch Andreas Mikkelsen liegt vor dem Wochenende aussichtsreich im Rennen um das Podest – einer soliden Leistung zum Dank. Lediglich 15 Sekunden fehlen dem Norweger auf Rang vier liegend zum derzeitigen Dritten, Dani Sordo.

 

In Führung liegt derweil Kris Meeke. Der Nordire wusste den Vorteil der späten Startposition für sich zu nutzen und sicherte sich insgesamt fünf Bestzeiten. Rund 32 Sekunden beträgt sein Vorsprung auf Sébastien Ogier, die Vorzeichen für ein spannendes Wochenende sind also gegeben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Kann noch an Tempo zulegen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ein guter Tag für Julien und mich, ich bin mehr als zufrieden mit unserer Leistung. Die Streckenbedingungen am Vormittag waren besser als erwartet. Am Nachmittag waren die Bedingungen dann etwas schwieriger, aber wir sind insgesamt gut durchgekommen. Es war ein harter Nachmittag, einige Konkurrenten hatten Probleme – daher bin ich einfach froh, dass ich den ersten Tag gut beenden konnte. Am Samstag geht es nun darum, eine gute Ausgangsposition für ein positives Ergebnis hier in Portugal herauszufahren.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Nachdem am Vormittag aufgrund der Witterungsbedingungen meine Abstimmung und damit meine Zeiten nicht optimal waren, wollte ich am Nachmittag angreifen. Doch schon auf der fünften Wertungsprüfung habe ich nach einer Fahrt durch eine Senke meine Servolenkung beschädigt. Damit waren meine sportlichen Ambitionen bei der Rallye Portugal natürlich beendet. Ich bin froh, dass wir das Auto noch zurück in den Service gebracht haben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Mit dem ersten Tag hier in Portugal bin ich insgesamt zufrieden. Am Vormittag war ich etwas vorsichtiger, weil einige Streckenteile sehr grob waren. Aber ich hatte durchweg ein gutes Gefühl für das Auto. Insgesamt kann ich noch an Tempo zulegen, indem ich etwas offensiver fahre. Mit meiner aktuellen Platzierung gehe ich sehr zuversichtlich in den Samstag in Portugal.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Der erste Tag bei der Rallye Portugal hatte es wahrlich in sich. Die Strecken waren extrem rau, ausgefahren und große Steine wurden aus der Fahrbahn gerissen. Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen haben sich unter diesen Umständen ihren Tag clever eingeteilt und liegen verdient in Reichweite zum Podium. Jari-Matti Latvala hatte leider kein Glück und hat sich auf der fünften Wertungsprüfung die Servolenkung beschädigt. Er hat sich aber mit einem wahren Kraftakt gegen jede Sekunde Zeitverlust gewehrt. Alles in allem sind wir zufrieden mit dem Auftakt, werden aber alles daransetzen, an den kommenden zwei Tagen Boden auf die Konkurrenz gutzumachen.“


Stand nach 9 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 1:28.53,3 Std.
2 S. Ogier / J. Ingrassia +31.9 Sek.
3 D. Sordo / M. Martí +37.3 Sek.
4 A. Mikkelsen / A. Jæger +52.3 Sek.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +1.12,2 Min.
6 S. Lefebvre / G. Moreau +1.33,5 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +1.46,0 Min.
8 E. Camilli / B. Veillas +1.49,7 Min.
9 J. Latvala / M. Anttila +3.50,9 Min.
10 P. Tidemand / J. Andersson +3.52,0 Min.

Zahl des Tages

300

Die beiden portugiesischen Volkswagen Mechaniker José Azevedo und Rui Cabeda standen bei einer offenen Vorlesung der Universität Guimarães etwa 300 Zuhörern Rede und Antwort. Auf Einladung von Red Bull Portugal gaben sie einen Einblick in den Alltag in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), gaben technische Informationen und erklärten die Anschauungsobjekte – Dämpfer und Bremsscheiben des Polo R WRC. Nach der Theorie folgte die Praxis – die Rallye Portugal, wie gewohnt als Mechaniker am Auto von Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila.


Mittagsbericht

Wenn nur das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.

Wenn man sich nur die Startposition auswählen könnte. Oder, wenn die Rallye-Portugal keine Schotter-Rallye wäre. Oder auch: Wenn Kris Meeke/Paul Nagle (GB/GB, Citroën) nicht so harte Konkurrenten wären. Eines vorweg: Die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wird auch in Portugal nicht im Konjunktiv ausgetragen. Und somit ist die 2016er-Ausgabe an Spannung kaum zu überbieten. Der erste Tag begann am Freitag mit einer Kampfansage von Kris Meeke/Paul Nagle. Das britische Rallye-Duo nutzte dabei auch seine Startposition. Während dem Volkswagen Duo Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) als WM-Führende die Rollen der Stage-Opener zukam, starteten Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) als Vierte und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) als Sechste. Der Citroën von Meeke/Nagle kam als 13. World Rally Car den gesamten Vormittag in den Genuss einer perfekt gekehrten Strecke.

 

Und so kam es zur souverän herausgefahrenen Bestzeit von Kris Meeke auf der ersten Wertungsprüfung des Freitags, der 27,44 Kilometer langen „Ponte de Lima“. Ogier war um 5,6 Sekunden geschlagen, Mikkelsen wurde mit 13,0 und Latvala mit 13,7 Sekunden Rückstand auf Meeke auf die Plätze fünf und sechs verwiesen. Was nach dieser Wertungsprüfung noch niemand wusste: Jari-Matti Latvalas Funkspruch „Keine Panik. Wir können uns verbessern, keine Panik“ sollte nicht nur eine Kampfansage werden, sondern eine Art Prophezeiung.

 

Die zweite Wertungsprüfung des Tages, die 18,03 Kilometer lange WP 3 „Caminha“, hatte noch ein ähnliches Resultat wie die Wertungsprüfung zuvor. Meeke mit Bestzeit, 2,4 Sekunden schneller als Ogier. Mikkelsen und Latvala diesmal auf den Positionen sechs und sieben. Dann stand WP 4 „Viana do Castelo 1“ an. Ogier im Ziel: „Es fühlte sich an, als würde man auf Eiern fahren. Richtig lockerer Schotter auf der gesamten Strecke. Wir hätten auf der WP 4 gut und gerne 15 Sekunden verlieren können. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass der Vormittag vorüber ist.“ Der Franzose mit seiner Zeit, die am Ende die achtschnellste werden sollte, zufrieden.

 

Und dann kam da dieser finnische Teufelskerl ins Ziel. Der „fliegendste“ Finne der fliegenden Finnen. Jari-Matti Latvala benötigte 11.27,1 Minuten. Bestzeit. 0,2 Sekunden schneller als Meeke, 5,6 Sekunden schneller als der siebtplatzierte Mikkelsen und eben 5,8 Sekunden vor Ogier. Es war jene Wertungsprüfung, die JML schon 2015 zweimal für sich entschiedem hatte. In der Gesamtwertung ist Latvala zum Mittag Fünfter, Mikkelsen Siebter. Ogier bleibt als Zweiter mit 11,5 Sekunden Rückstand in Schlagdistanz zu Meeke. Und das ganz ohne das Wörtchen „wenn“.

 

 

Die Gesamtwertung nach 4 von 19 Wertungsprüfungen:

 

1 Kris Meeke (Citroën) 44.03,6 Min.

2 Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +11,5 Sek.

3 Dani Sordo (Hyundai) +14,6 Sek.

4 Ott Tänak (DMACK-Ford) +19,9 Sek.

5 Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +19,9 Sek.

6 Hayden Paddon (Hyundai) +22,9 Sek.

7 Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +24,2 Sek.


Tag 1 in Portugal.


Donnerstag, 19.05.2016


Tageszusammenfassung

Rallycross-Action zum Auftakt.

 

Manch einer mag gedacht haben, er hätte sich in der Sportart geirrt. Denn die Autos der Rallye-Weltmeisterschaft waren zum Auftakt der Rallye Portugal im wahrsten Sinne des Wortes auf Abwegen. Denn die WRC-Renner fuhren bei der ersten Wertungsprüfung am Donnerstagabend in Lousada auf einem Rundkurs, auf dem für gewöhnlich Rallycross-Autos unterwegs sind.

 

Zwei Autos traten jeweils auf Parallelkursen gegeneinander an. Aus Volkswagen Sicht bedeutete das: Mikkelsen gegen Sordo, Latvala gegen Meeke und Ogier gegen Argentinien-Sieger Paddon. Rund 15.000 Fans ließen sich das Spektakel vor Ort nicht entgehen. Der Rundkurs war besonders anspruchsvoll, da er neben vielen Schotter- auch Asphalt-Passagen enthielt. Die WRC-Piloten hatten also direkt von Beginn an alle Hände voll zu tun.

 

Für Volkswagen begann die Rallye Portugal rund um die Stadt Porto vielversprechend. Sébastien Ogier knallte zu Beginn direkt mal eine Bestzeit auf den Schotter bzw. Asphalt. Andreas Mikkelsen wurde im zweiten Polo R WRC Vierter, Jari-Matti Latvala Fünfter. Ogier gab dabei noch nicht einmal Vollgas. „Ich ging vorsichtig zu Werke“, sagte Ogier. „Das Wochenende wird sehr hart werden.“ Das sieht auch Teamkollege Latvala so: „Ich möchte hier gewinnen“, sagte der Finne. „Das wird allerdings nicht einfach, da viele Fahrer für einen Sieg in Frage kommen.“

 

Die Rallye Portugal geht erst am Freitag so richtig los. Dann stehen acht Wertungsprüfungen auf dem Programm, darunter einige echte Herausforderungen. Los geht es um 10:30 Uhr (MESZ) mit der Ponte-de-Lima-Prüfung, der mit 27,44 Kilometern längsten Prüfung des Tages.


Stand nach 1 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2.41,1 Min.
2 T. Neuville / N. Gilsoul +0,9 Sek.
3 D. Sordo / M. Martí +1,2 Sek.
4 A. Mikkelsen / A. Jæger +1,7 Sek.
5 J. Latvala / M. Anttila +1,9 Sek.
6 K. Meeke / P. Nagle +2,1 Sek.
7 H. Paddon / J. Kennard +2,6 Sek.
8 O. Tänak / R. Mõlder +3,3 Sek.
9 M. Østberg / O. Fløene +3,4 Sek.
10 S. Lefebvre / G. Moreau +3,6 Sek.

Zahl des Tages

15.000

 

Der Auftakt ist gemacht, die Rallye Portugal läuft und lockte zum Auftakt 15.000 Zuschauer zur ersten Wertungsprüfung in Lousada. 15.000 – das klingt zunächst nach nicht wenig. Im Vergleich zu dem, was da noch kommt, ist es aber nur ein Vorgeschmack. Denn wenn sich am Sonntag auf der Powerstage der Kreis schließt und die Rallye Portugal auf das Ende zusteuert, dann wird die berühmt-berüchtigte „Fafe“-Stage rund 100.000 Zuschauer an die Strecke locken – wenn nicht noch mehr.




Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Wir wissen, was uns erwartet.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Der Shakedown lief absolut problemlos. Ich wollte unbedingt als Erster auf die Strecke, um ein Gefühl für die Bedingungen an den kommenden Tagen zu bekommen. Allerdings war die Strecke leicht bewässert, deshalb war der Shakedown in dieser Hinsicht nicht ganz so aussagekräftig. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden, der Polo fühlt sich gut an. Von uns aus kann die Rallye losgehen, Julien und ich sind gut vorbereitet. Und wir freuen uns, wenn uns viele Fans an den Prüfungen unterstützen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Grundsätzlich habe ich schnell in meinen Rhythmus gefunden und ein gutes Gefühl für das Auto. Dennoch habe ich hier und da kleinere Fehler gemacht und keiner meiner vier Durchgänge war ganz perfekt. Bei der Rallye werde ich mich also stets selbst daran erinnern, sauber zu fahren und auf die Linie zu achten, um das zu ändern. Der Grip war sehr hoch, weil es feucht auf der Strecke war. Hier und da war der Grip perfekt, an anderen Stellen war es aber sehr rutschig.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein sehr guter Shakedown, mit dem wir sehr zufrieden sind. Leider hatten wir schon auf dem ersten Durchgang mit einem schleichenden Plattfuß zu kämpfen, der verhindert hat, dass wir bessere Zeiten absolvieren konnten. Wir haben zwar vor jedem Durchgang Luft nachgefüllt, doch am Ende der Prüfung war der Luftdruck jeweils ziemlich niedrig. Dennoch habe ich das Fahren genossen und denke, dass wir den Shakedown genutzt haben, uns einzuschießen. Wir wissen, was uns erwartet.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Alle vier Hersteller absolut auf Augenhöhe – mehr kann man sich sportlich für die Rallye-WM nicht wünschen. Dieser Shakedown macht aufgrund seines Verlaufs und seines Ergebnisses Lust auf mehr. Auch unsere drei Paarungen waren zur Konkurrenz, aber auch untereinander mit fast identischen Zeiten unterwegs. Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen waren zwischenzeitig zweimal zeitgleich am schnellsten, Jari-Matti Latvala und Andreas teilten sich ihr Endresultat – auf die Zehntelsekunde genau. Das zeigt, dass beim Schotter-Debüt in Europa am Ende wohl Kleinigkeiten den Unterschied machen können. Wir haben das ‚Freie Training‘ jedenfalls genutzt, um uns auf die Bedingungen hier bei der Rallye Portugal vorzubereiten und sehen uns bestens gerüstet.“


Tag 1 in Portugal.


Dienstag, 17.05.2016


Mehr als nur eine Show.

 

Er ist Mythos, er verkörpert Spektakel, für abertausende Fans ist er eine Pilgerstätte – er ist eines, wenn nicht sogar das Highlight der Saison: der Fafe-Sprung. Als wäre die Sprungkuppe auf der gleichnamigen Wertungsprüfung nicht schon berüchtigt genug, mehr als 80.000 Fans an den Hängen rundherum machen diesen Ort zu einem der spektakulärsten Orte der gesamten Rallye-WM und sorgen für eine einzigartige Stimmung – eine Stimmung, die auch die Fahrer nicht kaltlässt.

„Das Besondere am Fafe-Sprung ist die Atmosphäre. Um den Berg herum ist eine riesige freie Fläche, auf der tausende Zuschauer stehen, die uns Fahrern beim Sprung zujubeln. Die Zuschauer sind ganz nah dran und die Stimmung überträgt sich ins Cockpit“, schwärmt Jari-Matti Latvala.

 

Einst widmeten die Veranstalter dem spektakulären Sprung ein eigenes Show-Event, wie schon 2015 ist er Teil der abschließenden Powerstage – heißt für die Fahrer: Im Kampf gegen die Uhr gilt es dort keine Zeit zu verlieren oder gar das Auto zu beschädigen. Der Teufel steckt im Detail: „Die Strecke ist an dieser Stelle extrem schmal und die Sicht sehr schlecht. Bevor man abhebt, sieht man nicht wirklich, wohin man springt. Umso wichtiger ist es, die richtige Position des Autos genau zu kennen und die Geschwindigkeit richtig zu dosieren. Bei der falschen Flugposition ist die Gefahr sehr groß, das Auto bei der Landung zu beschädigen“, so Andreas Mikkelsen. 

 

Ähnlich sieht es auch der Dritte im Volkswagen Bunde, Sébastien Ogier. „Kalkuliertes Risiko“ lautet daher die Devise für den Franzosen. „Es geht weniger um den weitesten oder spektakulärsten Sprung als vielmehr darum, die maximale Geschwindigkeit mitzunehmen.“ Immerhin steht für Ogier eine weitere Bestmarke auf dem Spiel. Vier Mal war der aktuelle Champ in Portugal bereits erfolgreich, ein Sieg fehlt noch zum derzeitigen Rekordsieger, dem Finnen Markku Alén.

 

Aber nicht nur für Ogier, auch für das gesamte Volkswagen Team war Portugal bislang ein guter Ort – ganz gleich, ob die Rallye im Norden oder im Süden des Landes ausgetragen wurde. Seit dem Debüt im Jahr 2013 ist der Volkswagen Polo R WRC noch immer ungeschlagen und sorgte im vergangenen Jahr für eine historisch erfolgreiche Rallye. „Volkswagen vor Volkswagen vor Volkswagen“ hieß es am Ende nicht nur im Gesamtklassement der Rallye, sondern auch auf der abschließenden Powerstage. In WM-Punkten ausgedrückt: Stolze 122 Punkte sackten die Wolfsburger ein – mehr geht beim aktuellen Reglement nicht. Wenn das mal kein Motivationsschub für 2016 ist.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ich fühle mich bereit für Portugal!“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich fühle mich bereit für Portugal. Die Rallye ist für mich eine ganz besondere. Ich habe dort meinen ersten Rallye-WM-Sieg gefeiert, ein Meilenstein meiner Karriere. Bei keiner anderen Rallye war ich zudem erfolgreicher. Wenn ich in diesem Jahr die Rallye Portugal gewinne, kann ich sogar mit dem großen Markku Alén gleichziehen, der die Rallye fünf Mal gewann. Das ist eine Extramotivation, aber daran werde ich während der Rallye nicht denken. Was die Rallye aber besonders macht, sind die portugiesischen Fans, die uns sehr enthusiastisch unterstützen. Und auch der Fafe-Sprung, Bestandteil der Powerstage, ist ein spektakuläres Highlight, das die Rallye ausmacht.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Portugal wird dieses Jahr erneut im Norden des Landes ausgetragen. Weicher, loser Sand auf einer festen Lehmschicht bedeutet, dass man mehr Grip mit der weichen Reifenmischung hat. Wenn die Strecke freigefegt ist, dann verschleißen die weichen Reifen jedoch schneller und die härtere Mischung ist die bessere Option. Vorausgesetzt, es bleibt trocken, wird die richtige Reifenmischung zur richtigen Zeit erneut ein Schlüsselfaktor sein. Vor allem am Rallye-Samstag, an dem die Wertungsprüfungen länger sind. Im vergangenen Jahr war es bis zum Schluss ein enges Duell mit meinen Teamkollegen – mit dem besseren Ende für Miikka und mich. Diesen Triumph würden wir natürlich gern wiederholen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Der dritte Platz in Argentinien war sehr wichtig für uns und gibt Auftrieb für die kommenden Rallyes. Wir sind in der Meisterschaft wieder auf Kurs und freuen uns jetzt auf Portugal, wo ich in den vergangenen Jahren gute Resultate erzielt habe. Die Strecke ist im Vergleich zum Vorjahr fast identisch geblieben, das gibt es nicht oft. Ob das ein Vorteil für Anders und mich ist, wird sich zeigen, denn alle Fahrer profitieren vom Umstand, die Strecke bereits zu kennen. Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, denn der Volkswagen Polo R WRC hat 2015 schon richtig gut in Portugal funktioniert, nicht umsonst haben wir dort einen Dreifacherfolg gefeiert. In jedem Fall fahren wir perfekt vorbereitet nach Portugal. Mein Ziel ist es, als Zweiter der Fahrer-Weltmeisterschaft aus Portugal abzureisen.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Dreifachsieg im Vorjahr, dazu die drei Bestzeiten auf der Powerstage – vor einem Jahr haben wir in Portugal die bislang erfolgreichste Rallye mit dem Polo R WRC gefeiert. Maximale Punktausbeute ist in der Rallye-WM alles andere als selbstverständlich – und wie spannend die Rallyes sind, hat diese Saison bereits eindrucksvoll gezeigt, zuletzt in Argentinien. Ich bin mir sicher, dass auch die Rallye Portugal ein WM-Lauf mit packenden Positionskämpfen von allen vier Herstellern wird. Das wäre auch den unzähligen begeisterten Fans zu gönnen, die diese Rallye zu etwas Außergewöhnlichem machen.“


Zahl zum Rallye-Wochenende

Null

 

Bei der zurückliegenden Rallye Argentinien endete für Volkswagen nicht nur die längste Siegesserie aller Zeiten – mit zwölf Triumphen in Folge –, sondern auch eine weitere beeindruckende Serie: Vor dem vierten Saisonlauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) hatte Volkswagen 15 Mal in Folge die Powerstage für sich entschieden – und war damit fünfmal länger in dieser Disziplin ungeschlagen als jeder andere Hersteller je zuvor (Citroën, M-Sport-Ford: je drei Powerstage-Bestzeiten in Serie). In Sachen Siege und Powerstage-Erfolge startet Volkswagen in Portugal aber nun wieder bei null.


Montag, 16.05.2016


Hintergrund

Fünf Siege, fünf Fragen: Markku Alén im Interview.

Er ist mit fünf Erfolgen Rekord-Sieger der Rallye Portugal: Markku Alén, genannt „Mr. Maximum Attack“. Die finnische Rallye-Legende gewann in Portugal im Jahr 1975, übrigens sein erster Rallye-WM-Sieg überhaupt, ebenso wie in den Jahren 1977, 1978, 1981 und 1987. Weil Sébastien Ogier mit einem Sieg bei der Rallye Portugal (19. bis 22. Mai) Aléns Portugal-Rekord einstellen kann, haben wir den Altmeister zum Gespräch gebeten.

Herr Alén, unser Fahrer Sébastien Ogier könnte mit einem Sieg Ihren Rekord einstellen. Haben Sie ein Problem damit oder sehen Sie das entspannt?
Markku Alén (lacht): Nein, damit habe ich kein Problem. Seb ist fantastisch. Ich mag seine Art zu Fahren. Dazu ist er ein großartiger Typ, ich mag ihn persönlich sehr gern. Seb ist ein Kämpfer, möchte immer gewinnen – das gefällt mir. Wenn er dieses Jahr gewinnt, sind wir eben beide Rekordhalter mit fünf Siegen. Dann sprechen wir uns im nächsten Jahr noch einmal.

Bisher kommen 15 von 49 Rallye-Portugal-Siegern aus Finnland. Weshalb sind Finnen in Portugal so erfolgreich, haben Sie eine Erklärung dafür?
Alén: Es ist schon ein bisschen verrückt. Bei meinen 15 Starts in Portugal habe ich fünfmal gewonnen und musste die Rallye kein einziges Mal vorzeitig beenden. Es ist also ein sehr glückliches Pflaster für mich. Weshalb wir Finnen so erfolgreich dort sind? Zu meiner Zeit wurde die Rallye Portugal im Februar, März und vor allem im Norden des Landes ausgetragen, wie es aktuell seit 2015 wieder der Fall ist. Vielleicht passt das Strecken-Layout in dieser Region einfach zum Fahrstil von uns Finnen. Es ist nicht zu kurvenreich, sondern es gibt schnelle und schön zu fahrende Abschnitte. Ich habe es geliebt dort zu fahren. Es ist eine tolle Rallye und immer eine große Show.

Was hat Ihnen während Ihrer aktiven Zeit am besten an der Rallye Portugal gefallen?
Alén: Ich habe einfach sehr schöne Erinnerungen an die Rallye Portugal. In den 1980er-Jahren sind wir mit den Gruppe-B-Fahrzeugen einige Nacht-Prüfungen auf Asphalt gefahren. Jede Menge Zuschauer, es war einfach großartig. Ein bisschen vergleichbar mit der Wertungsprüfung am Col de Turini bei der Rallye Monte Carlo – nur eben in der Nacht. Im Norden von Portugal war es aber immer sehr schwierig mit den Wetterbedingungen im Februar und März. Wir hatten mit dichtem Nebel, einer Menge Regen und matschigen Wertungsprüfungen zu kämpfen.

Sie haben die Ära der legendären Gruppe-B-Fahrzeuge mitgemacht. Im Jahr 2017 wird es einige Änderungen in den WRC-Regularien geben. Freuen Sie sich auf die neue Generation der World Rally Cars?
Alén: Absolut! Auch aktuell sind die World Rally Cars schnell. Sie werden aber durch die Änderungen noch ein bisschen schneller – und vor allem lauter, was die Zuschauer freuen wird. Ich denke, das kann 2017 mit den neuen Regularien eine richtig gute Show werden.

Auf welche neuen Herausforderungen müssen sich die Fahrer – in Ihren Augen – bei den 2017er-Fahrzeugen einstellen?
Alén: Es wird keine neuen Herausforderungen in dem Sinne geben. Wer professionell Rallye-Sport betreibt, der hat keine großen Probleme bei einer solchen Umstellung. Die Autos haben 60 oder 70 PS mehr unter der Haube, damit werden die Top-Fahrer keine Schwierigkeiten haben.