Rallye Italien.

09. bis 12. Juni 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Italien 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 03.06.2016).

Donnerstag, 09.06.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:00   Shakedown (Olmedo)      
17:00   Offizieller Start (Bastioni Magellano)      
18:00 WP 01 Ittiri Arena Show 29,22 km 02,00 km 28,72 km

Freitag, 10.06.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:35 WP 02 Ardara-Ozieri 1 61,11 km 07,50 km  
10:12 WP 03 Tula 1 19,75 km 15,00 km  
11:10 WP 04 Castelsardo 1 29,07 km 14,02 km  
11:51 WP 05 Tergu-Osilo 1 15,86 km 14,91 km  
15:15 WP 06 Ardara-Ozieri 2 61,11 km 07,50 km  
15:52 WP 07 Tula 2 19,75 km 15,00 km  
16:50 WP 08 Castelsardo 2 29,07 km 14,02 km  
17:31 WP 09 Tergu-Osilo 2 15,86 km 14,91 km 50,06 km

Samstag, 11.06.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:10 WP 10 Monti di Alà 1 115,02 km 22,20 km  
08:53 WP 11 Coiluna-Loelle 1 10,51 km 22,39 km 04,47 km
12:52 WP 12 Monte Lerno 1 06,22 km 44,26 km 96,97 km
16:01 WP 13 Monti di Alà 2 115,02 km 22,20 km  
16:44 WP 14 Coiluna-Loelle 2 10,51 km 22,39 km  
17:50 WP 15 Monte Lerno 2 06,22 km 44,26 km 96,97 km

Sonntag, 12.06.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:27 WP 16 Cala Flumini 1 34,92 km 14,06 km  
09:08 WP 17 Sassari-Argentiera 1 05,31 km 06,07 km 04,20 km
11:04 WP 18 Cala Flumini 2 08,72 km 14,06 km 03,10 km
12:08 WP 19 Sassari-Argentiera 2 02,01 km 06,07 km 34,31 km

Sonntag, 12.06.2016


Einfach Gold wert – Volkswagen baut in Italien den Vorsprung in der Rallye-WM mit einem Doppel-Podium weiter aus. Das Video.


Die besten Bilder des Tages (15)


Tageszusammenfassung

Jari-Matti ist zurück, Seb war nie weg!

 

Zugegeben, die Rallye Italien war für Jari-Matti Latvala mit Volkswagen bislang ein eher zweischneidiges Schwert. Reifenschaden 2013, Reifenschaden 2014, Reifenschaden 2015 – so die bisherige Bilanz des Finnen auf Sardinien. Gepunktet hat der Finne dennoch stets, wenn er mit dem Volkswagen Polo R WRC auf der Mittemeerinsel antrat, sogar zwei dritte Plätze erreichte er. Dieses Jahr ist JML erstmals von einem größeren Malheur verschont geblieben – dabei raus kam die bislang beste Platzierung Latvalas auf Sardinien mit dem Volkswagen Polo R WRC.

 

Eine fehlerfreie Rallye und ein Podestplatz lautete die eigene Zielsetzung vor der Rallye – Latvala lieferte. Während der gesamten Rallye mischte der Finne um den Sieg mit, duellierte sich an den ersten beiden Tagen in einem spannenden Zweikampf mit dem späteren Sieger Thierry Neuville (Hyundai) und trotzte zudem den knüppelharten Bedingungen, hervorgerufen durch den Untergrund und Wetter. Die Belohnung: Platz zwei und damit das beste Resultat auf Sardinien, seitdem er für Volkswagen fährt.

 

Ein deutliches Ausrufezeichen auch im Gesamtklassement: Nachdem ihm zuletzt das nötige Fortune abhanden gekommen war, meldete er sich nun mit Nachdruck zurück und ist mittendrin im Kampf um den zweiten Platz der Fahrer-WM, auf den ihm nur noch 13 Punkte fehlen.

 

Grund zur Freude hatte auch Sébastien Ogier – in gleich doppelter Hinsicht. Um den Sieg konnte er laut eigener Aussage aufgrund seiner Startnummer nicht mitkämpfen, also fokussierte er sich auf die Führung in der WM-Gesamtwertung – Mission erfüllt, sogar mehr als das. Andreas Mikkelsen, Hayden Paddon (Hyundai) und Mads Østberg (Ford) – die härtesten Konkurrenten Ogiers erlitten auf Sardinien allesamt einen Rückschlag, nicht der Weltmeister, der sich zum Abschluss zudem noch den Sieg in der Powerstage sicherte und damit weitere Punkte sammelte.

 

Sechs Rallyes ist die Saison 2016 alt – die gleiche Anzahl an Podestplätzen schlagen für den Franzosen zu Buche. Die Frage, ob es einen verdienteren WM-Spitzenreiter geben kann, muss nicht gestellt werden. Mit 47 Punkten Vorsprung auf den härtesten Konkurrenten angereist, verlässt Ogier Sardinien mit einem Polster von 64 Punkten vor Dani Sordo (Hyundai), den derzeit Zweiten der Gesamtwertung.

 

Und auch den zweiten, für Ogier wohl wichtigeren Kampf gegen die Zeit entschied der Weltmeister für sich. Schon vor Beginn der Rallye hatte er angekündigt, vorzeitig von Sardinien abreisen zu wollen, sollte sein erstes Kind zu Welt kommen. Dieses Rennen hat der werdende Papa für sich entschieden und darf sich nun noch mit reichlich Punkten im Gepäck auf die anstehende Geburt freuen und konzentrieren. 

 

Für Mikkelsen endete der Kampf um eine Podestplatzierung leider am Samstag. Bis zur 14. Wertungsprüfung hatte sich der Norwegen einen heißen Kampf um Rang drei geliefert, ehe er unglücklich einen großen Stein auf der Strecke traf und dadurch seine Aufhängung folgenschwer beschädigte.

 

Auch wenn es für den Gesamtsieg nach drei Erfolgen in Serie nicht ganz gereicht hat, sowohl die Fahrer-als auch die Hersteller-WM – beides spricht eine deutliche Sprache. Nicht nur für Jari-Matti Latvala – auch für Volkswagen war die Rallye Italien 2016 eine gute. In der Hersteller-WM liegen die Wolfsburger unangefochten mit 70 Punkten Vorsprung auf Rang eins. Und für den Finnen ist für die Ausgabe im Jahr 2017 noch immer ein bisschen Luft nach oben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Wir greifen in Polen wieder an!“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Vor der Rallye habe ich gewusst, dass der dritte Platz aus eigener Kraft das bestmögliche Resultat für Julien und mich wäre. Deshalb bin ich absolut zufrieden, auf dem Podium zu stehen. Nach dem extrem langen und anstrengenden Tag gestern war es heute dagegen eher entspanntes Cruisen. Für uns ging es angesichts des großen Abstands nach vorn und auf die Verfolger nur darum, sicher ins Ziel zu kommen. Bei der Powerstage-Prüfung kam man sich vor wie am Strand – so sandig war es dort. In der WM haben wir den Vorsprung nochmal deutlich ausgebaut, von daher ein optimales Wochenende. Ein besonders großer Dank geht an meine Frau Andrea, dass sie mit der Geburt unseres Babys noch gewartet hat. Ich kann es nicht erwarten, nach Hause zu kommen. Die nächsten Tage werden für mich sicher aufregender als jede Rallye!“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Ein erfolgreiches Wochenende für uns. Als Team konnten wir unseren Vorsprung in der Hersteller-Wertung deutlich ausbauen. Natürlich hätten wir auch gern ganz oben auf dem Treppchen gestanden, aber nach meinen eher durchwachsenen Leistungen hier in den letzten Jahren ist der zweite Platz ein großer Erfolg. Noch dazu haben wir den Abstand zur Spitze in der Fahrerwertung verringert. Gratulation an Thierry Neuville, er hat über das ganze Wochenende einen super Job gemacht und verdient gewonnen. Wir greifen in Polen wieder an!“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Ganz sicher hatte ich mir den Ausgang der Rallye Italien so nicht vorgestellt. Am Samstag trafen wir auf der vorletzten Prüfung des Tages bei fast vollem Tempo nach einer langgezogenen Rechtskurve einen Felsbrocken, dem wir bei bestem Willen nicht ausweichen konnten. Die Aufhängung brach angesichts des harten Schlags auf der Stelle. Das war einfach nur Pech, aber auch das gehört zum Rallye-Sport dazu. Der Sonntag bot uns damit die Möglichkeit, ein paar Abstimmungsvarianten am Polo R WRC für die kommenden Rallyes zu testen. Wir hoffen, dass uns das in Polen zugutekommen wird. Dort haben wir in den vergangenen Jahren stets gut abgeschnitten – das ist natürlich auch in diesem Jahr das Ziel. Wir haben auf der Powerstage am Ende absichtlich nicht attackiert, um beim nächsten Lauf als Dritter statt als Zweiter auf die Strecke gehen zu können, was unsere Siegchance wesentlich erhöht. Tempo rauszunehmen ist nicht schön für die Zuschauer, aber wenn die Regeln so sind, müssen wir auch mit ihnen arbeiten, um am Ende des Jahres unsere Ziele zu erreichen.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Volkswagen hat seinen Vorsprung in der Hersteller-Wertung deutlich ausgebaut und einen wichtigen Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht, daher können wir mit der Rallye Italien durchaus zufrieden sein. Glückwunsch an Hyundai und Thierry Neuville, die mit einer großartigen Leistung diesmal besser waren. Jari-Matti Latvala hat sich mit Platz zwei wieder zurückgemeldet, Hut ab. Sébastien Ogier hat das absolute Maximum aus seiner Startposition herausgeholt und hatte als Erster auf der Strecke bei diesem extrem losen Schotter auf Sardinien einfach keine Chance, mit den später startenden Konkurrenten um den Sieg zu kämpfen. Seine Leistung war dennoch herausragend, auch wenn es das Ergebnis nicht ganz reflektiert. Andreas Mikkelsen hatte diesmal leider Pech und musste trotz einer guten Leistung ein mögliches Podiumsresultat abhaken. Ich denke, mit ihm wird bei der kommenden Rallye in Polen umso mehr zu rechnen sein.“


Endstand nach 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 T. Neuville / N. Gilsoul 3:35.25,8 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +24,8 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +1.37,8 Min.
4 D. Sordo / M. Martí +2.54,0 Min.
5 O. Tänak / R. Mõlder +5.26,4 Min.
6 E. Camilli / B. Veillas +5.59,8 Min.
7 H. Solberg / I. Minor +6.22,2 Min.
8 T. Suninen / M. Markkula +8.57,4 Min.
9 J. Kopecky / P. Dresler +9.47,0 Min.
10 K. Kruuda / M. Jarveoja +13.28,5 Min.
...    
13 A.Mikkelsen / A.Jæger +15.53,4 Min.

Zahl des Tages

30

 

30. Erfolg in der Powerstage: Sébastien Ogier bleibt der „Master of Faster“ in der abschließenden Wertungsprüfung einer Rallye, in der Extra-Punkte für die besten Drei Duos vergeben werden. Und das, obwohl der dreimalige Weltmeister in einer Haarnadelkurve ein wenig geradeausrutschte. In der 70. Powerstage in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft sicherte sich Volkswagen damit bereits das 36. Mal die Bestzeit, insgesamt 81 Mal sammelte die Marke Zusatzpunkte. In Summe schlagen für Volkswagen nun 175 Punkte in der Powerstage zu Buche.


Tag 3 in Italien.


Samstag, 11.06.2016


Die besten Bilder des Tages (15)


Tageszusammenfassung

Latvala kämpft um den Sieg, Ogier kann WM-Führung ausbauen.

 

Einen einzigen Regentag gibt es auf Sardinien pro Jahr im Monat Juni – schenkt man den Wetterstatistiken Glauben. Hoch war die Wahrscheinlichkeit also nicht, dass es während der Rallye Italien Niederschlag geben würde. Doch genau so kam es – und das passte ganz gut in das Bild. Das Wetter, die Reifen, der Untergrund, spannende Duelle – all das waren die Zutaten eines kuriosen Tages, der bereits am Morgen seinen Lauf nahm.

 

In einem Jahreswagen holte sich Kevin Abbring (Hyundai) den ersten Stage-Sieg bei einer Rallye, hinter ihm landete in Eric Camilli (Ford) ebenfalls ein Fahrer, den im Vorfeld nicht allzu viele Experten auf dem Zettel hatten.

 

Auf das Gesamtklassement hatte dies keine Auswirkung, dort ging der Schlagabtausch zwischen Jari-Matti Latala und Thierry Neuville (Hyundai) munter weiter. Hatte sich der Finne zur Mittagspause bis auf 2,9 Sekunden herangekämpft, vergrößerte sich der Rückstand in der Folge, nur um danach etwas zu schrumpfen und dann wieder größer zu werden. Das Hin und Her nahm kein Ende, und man muss kein Prophet sein, um für den abschließenden Tag einen wahren Krimi im Kampf um den Sieg vorherzusagen. Rund 16 Sekunden trennen JML bei noch vier ausstehenden Stages von der Spitze – die Rechnung ist einfach.

 

Dahinter, im Kampf um den dritten Platz, ist die Spannung hingegen fürs Erste raus. Obwohl er dem Nachteil trotzen musste, sämtliche Stages zu eröffnen, zeigte sich Sébastien Ogier einmal mehr tapfer und erwehrte sich den Angriffen auf den dritten Platz – mit Erfolg. Über eine Minute Vorsprung auf Rang vier nimmt Ogier mit in den Schlusstag und kann somit seine WM-Führung weiter ausbauen.

 

Dabei hatte sich Ogier lange Zeit einen beinharten Dreikampf mit Volkswagen Teamkollege Andreas Mikkelsen und Mads Østberg (Ford) geliefert. Letztgenannter musste auf der letzten Stage des Tages einen Rückschlag hinnehmen und wegen Problemen an seinem Auto aufgeben.

 

Nicht minder hart erwischte es Mikkelsen auf der vorletzten Wertungsprüfung des Tages. Der Norweger, der sich zu diesem Zeitpunkt in Reichweite zu einem Podiumsplatz befand, traf unglücklich einen großen Stein und beschädigte sich dabei die Aufhängung seines Volkswagen Polo R WRC. Mikkelsens Versuch, sein World Rally Car Eigenregie zu reparieren, er war umsonst. AM musste aufgeben, wird aber am Sonntag unter Rally2-Bedingungen erneut an den Start gehen.

 

Zum Zeitpunkt von Mikkelsens Ausfall hatte besagter Regen auf einigen Streckenabschnitten bereits eingesetzt und einigen Fahrern erhebliche Probleme bereitet. „Schwierige Bedingungen, eine rutschige Stecke, harte Bedingungen und eine schlechte Sicht“, wusste Latvala aus seinem Polo R WRC zu berichten. Was tut man nicht alles für den zweiten Saisonsieg. Dieser ist für JML nach wie vor möglich.

 

Noch vier Stages stehen am abschließenden dritten Tag auf dem Programm, insgesamt 42,04 Kilometer gilt es dann zu absolvieren. Regen ist übrigens nicht angesagt.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Ein ziemliches Auf und Ab.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Mit Platz drei liegen wir voll auf Kurs. Vor dem Wochenende hatte ich schon gesagt, dass ein Podiumsplatz das optimale Resultat für Julien und mich hier auf Sardinien wäre. Natürlich hätten wir den Fans auch am Schlusstag gern das direkte Duell mit Andreas (Mikkelsen) und Mads (Østberg) geboten, aber andererseits können wir – wenn alles gut läuft – unseren Vorsprung in der WM deutlich ausbauen. Die Prüfungen waren erneut sehr anspruchsvoll, ich bin froh, dass wir ohne größere Probleme durchgekommen sind. Nur am Nachmittag hatte ich kein optimales Gefühl im Auto – das Heck war sehr unruhig und es kam mir so vor, als ob es tanzen würde. Wir müssen untersuchen, woran das gelegen haben könnte. Aber alles in allem wieder ein guter Tag.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Der heutige Tag war ein ziemliches Auf und Ab. Am Vormittag haben wir den Vorsprung von Thierry Neuville auf drei Sekunden verringert, am Nachmittag habe ich wieder zwölf Sekunden abgegeben. Vor allem bei der 13. Wertungsprüfung haben wir zu viel Zeit verloren. Insgesamt müssen wir aber zufrieden sein. Bei diesen Bedingungen muss man auch mit Bedacht fahren, sonst kann ein Fehler schnell das vorzeitige Aus bedeuten. Thierry hat mehr riskiert als wir und einen super Job gemacht. Noch sind ein paar Prüfungen zu fahren und wir haben sicher noch nicht ganz aufgegeben.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Das war einfach nur Pech. Auf der 14. Wertungsprüfung kamen wir kurz vor dem Ende mit Vollgas im sechsten Gang um eine Rechtskurve. Mitten auf der Ideallinie lag ein massiver Stein, dem wir beim besten Willen nicht ausweichen konnten. Wir mussten also bei vollem Tempo über ihn drüber – das hat die Aufhängung vorn rechts auf der Stelle zerstört. Wir konnten nichts dagegen unternehmen. So auszuscheiden, ist natürlich sehr enttäuschend und sicher nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Morgen sind noch Punkte in der Powerstage möglich. Dort werde ich versuchen, noch etwas Zählbares mitzunehmen. Ansonsten gilt unser Augenmerk der folgenden Rallye in Polen, wo wir bisher stets gut abgeschnitten haben.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Ein typischer Tag bei der Rallye Italien auf Sardinien. Staub, Hitze und raue Bedingungen haben den Fahrern, den Beifahrern aber auch dem Material alles abverlangt. Heute war eine gute Reifenstrategie und eine gute Einteilung des Rennens gefragt. Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala ist das perfekt gelungen, Andreas Mikkelsen hatte aber großes Pech. Er hat auf der Ideallinie der vorletzten Prüfung des Tages einen Stein getroffen und musste mit einem Aufhängungsschaden aufgeben. Bis dahin hatte auch er gut im Rennen gelegen und auf der Strecke Zeit zu seinen direkten Gegnern in der WM gutgemacht. Platz zwei und drei für unser Team ist eine gute Ausgangslage für den Schlussspurt morgen. Ich bin mir sicher, dass Jari-Matti morgen noch einmal alles auf die Karte Sieg setzen wird. Es bleibt spannend.“


Stand nach 15 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 T. Neuville / N. Gilsoul 3:07.35,2 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +16,1 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +1.15,0 Min.
4 D. Sordo / M. Martí +2.19,2 Min.
5 O. Tänak / R. Mõlder +4.50,6 Min.
6 H. Solberg / I. Minor +5.32,4 Min.
7 E. Camilli / B. Veillas +5.38,5 Min.
8 K. Kruuda / M. Jarveoja +11.35,3 Min.
9 M. Prokop / J. Tomanek +12.33,1 Min.
10 J. Kopecky / P. Dresler +13.31,6 Min.

Zahl des Tages

1

 

Einen Tag muss Ogier noch zu Ende bringen, dann darf sein Nachwuchs kommen, ohne dass der Weltmeister den WM-Lauf in Sardinen vorzeitig abbrechen muss. Ogiers Frau ist hochschwanger dieses Mal nicht an der Seite ihres Gatten, und Ogier hatte vor der Rallye angekündigt, vorzeitig nach Deutschland zurückzufliegen, sollte sein erstes Kind während der Rallye Italien zur Welt kommen. „Das ist schließlich ein ganz besonderes Ereignis“, sagte Ogier. Wie es aber aussieht, wird der Franzose den sechsten WRC-Lauf wie geplant beenden können.


Mittagsbericht

Latvala macht Druck – Ogier und Mikkelsen kämpfen um Podest. 

 

Meter um Meter, Sekunde um Sekunde - Jari-Matti Latvala hat die Jagd auf den führenden Thierry Neuville (Hyundai) eröffnet. Bereits gestern, am ersten Tag der Rallye Italien, schenkten sich die beiden Fahrer an der Spitze rein gar nichts, auf der Vormittagsschleife des zweiten Tages machten sie dort weiter.

 

Exakt 11,7 Sekunden betrug Neuvilles Vorsprung nach der zehnten Wertungsprüfung. Daraus machte JML zunächst 9,7 und dann 2,9 Sekunden. Spannung pur also vor dem Nachmittags-Loop.

 

Auch dahinter bahnt sich ein wahrer Krimi im Kampf um Rang drei an: Sébastien Ogier, Andreas Mikkelsen und Mads Østberg lauten die Anwärter auf das Podest, 3,2 Sekunden liegen sie derzeit voneinander getrennt. Letztgenannter profitierte auf der zwölften Wertungsprüfung vor allem von einer klugen Reifenwahl. Als einziger der Top-Fahrer entschied sich Østberg für eine Mischung aus harten und weichen Reifen, die Bestzeit belohnte ihn für seine mutige Wahl.

 

Neben den heißen Duellen an der Spitze sorgte vor allem 'Micky's Jump' auf der 44.26 Kilometer langen Monte-Lerno-Stage für Gänsehaut. Wie schon in der Vergangenheit lockte der für manche Fans spektakulärste, weil höchste Sprung im gesamten Rallye-Kalender tausende Fans an die Strecke. Und das Beste ist: Am Nachmittag dürfen sich die Zuschauer erneut auf diesen Gänsehaut-Moment freuen, dann wird die Monte-Lerno-Stage ein zweites Mal durchfahren.

 

 

Die Gesamtwertung nach 12 von 19 Wertungsprüfungen: 

 

1 Thierry Neuville (Hyundai) 2:11.39,6 Std.

2 Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +2,9 Sek.

3 Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +55,3 Sek.

4 Mads Østberg (Ford) +55,6 Sek.

5 Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +58,5 Sek.


Tag 2 in Italien.


Freitag, 10.06.2016


Die besten Bilder des Tages (15)


Tageszusammenfassung

Latvala duelliert sich an der Spitze - Ogier und Mikkelsen lauern.

 

Hin und her, hin und her – Latvala vor Neuville, Neuville vor Latvala: Über fehlende Abwechslung an der Spitze durften sich die Tifosi und die zahlreichen Rallye-Fans auf Sardinien bislang sicherlich nicht beschweren. 

 

Begonnen hatte der stete Führungswechsel bereits vormittags, genauer gesagt nach der vierten Wertungsprüfung, als sich Jari-Matti Latvala die Führung von Volkwagen Teamkollege Sébastien Ogier schnappte. In der Folge nahm die Rotation an der Spitze ihren Lauf und endete erst nach der achten Wertungsprüfung, als Thierry Neuville (Hyundai) seine Führung behaupten und ausbauen konnte. Dennoch: Lediglich 11,1 Sekunden trennen JML nach exakt 104,86 Kilometern vom Belgier – viel ist das nicht.

 

Auf Rang drei und weiterhin in Schlagdistanz zur Spitze befindet sich Ogier. Nur 40,3 Sekunden liegt der WM-Führende hinter Neuville zurück und das, obwohl er erneut dem Nachteil trotzen musste, die Wertungsprüfungen zu eröffnen.

 

Der Dritte im Volkswagen Bunde, Andreas Mikkelsen, fuhr bislang eine unauffällige aber durchaus solide Rallye, auf Rang vier liegend beträgt der Rückstand des Norwegers rund 57 Sekunden. Déjà vu? Unter ähnlichen Vorzeichen nahm Mikkelsen bereits bei der Rallye Portugal das Wochenende in Angriff und kämpfte sich dank einer sensationellen Fahrt noch bis auf Rang zwei vor – die Hoffnungen auf das nächste Podiumsresultat sind also berechtigt.

 

Wie gewohnt steht am Samstag der längste Rallye-Tag auf dem Programm. Sechs Wertungsprüfungen und insgesamt 177,7 Kilometer gilt es zu absolvieren. Hauptattraktion und Gänsehaut-Garantie bietet dabei der „Micky`s Jump“ auf der zweimal zu durchfahrenden Wertungsprüfung Monte Lerno.

 

Die drei Volkswagen Piloten haben sich in Position gebracht, das Wochenende kann kommen und die Spannung an der Spitze darf gerne bleiben.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

Noch ist alles drin – auch der Sieg.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Ich bin sehr zufrieden, das war mehr als ich erwartet habe. Julien und ich haben das Maximale aus diesem Tag herausgeholt. Wir wollten vor Andreas (Mikkelsen) und Mads (Østberg) bleiben und das ist uns gelungen, auch wenn der Vorsprung auf die beiden nicht allzu groß ist. Die Prüfungen sind fahrtechnisch extrem anspruchsvoll – sehr schmal, rau und besonders am Morgen mit wenig Grip. Deshalb sind wir im ersten Durchgang mit den weicheren Reifen ein Risiko eingegangen, das sich ausgezahlt hat. Insgesamt ein guter Tag.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Die Rallye Italien auf Sardinien gehört zu den schwersten Veranstaltungen des Rallye-Kalenders und man muss sehr auf sein Material Acht geben. Dazu kommen die hohen Temperaturen. Die Einteilung der Reifen ist uns heute aber nicht ganz optimal gelungen und daher konnten wir nicht bis zur letzten Prüfung angreifen. Dennoch bin ich mit dem Tagesergebnis zufrieden. Für morgen werden wir noch ein paar Änderungen am Polo R WRC vornehmen. Es wird ein weiterer schwerer Tag für alle und ich werde versuchen, meinen Rückstand auf Thierry Neuville zu verkürzen. Noch ist alles drin – auch der Sieg.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Am Morgen haben wir auf eine aggressive Reifenwahl gesetzt und vier Räder der weichen plus einen der harten Mischung mitgenommen. Das war die richtige Entscheidung, ganz umsetzen konnten wir es aber leider nicht. Vor der abschließenden Prüfung auf der Vormittagsschleife hatten wir nicht ausreichend Zeit, die richtigen Reifen zu montieren, mussten mit einem ziemlich angefahrenen antreten und es entsprechend vorsichtig angehen lassen. Am Nachmittag war die Rallye Italien auf einmal eine völlig andere Veranstaltung, obwohl wir die gleichen Prüfungen absolviert haben. Die Prüfungen boten so viel mehr Grip! Wir sind dran an der Spitze, ein Podestplatz ist möglich. Mehr konnten wir heute kaum erreichen. Deshalb: Wir sind zufrieden.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Heute mussten unsere Fahrer etwas riskieren und auf eine aggressive Reifenwahl setzen, um den Nachteil ihrer Startposition auszugleichen. Und genau das hat sich ausgezahlt. Sowohl Sébastien Ogier als auch Andreas Mikkelsen haben den drohenden Zeitverlust, der sie durch das Eröffnen der Route erwartete, dadurch minimiert. Sie liegen nun in Schlagdistanz zur Spitze und haben sich im Kampf um Podestplätze eine gute Ausgangslage verschafft. Jari-Matti Latvala hat ebenfalls viel aus seinem Tag herausgeholt. Als Zweiter wird er bis zum Zielstrich um den Sieg kämpfen – soviel ist sicher. Ergo: Alles in allem ein guter Tag für Volkswagen.“


Stand nach 9 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 T. Neuville / N. Gilsoul 1:14.03,2 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +11,1 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +40,3 Sek.
4 A. Mikkelsen / A. Jæger +57,5 Sek.
5 M. Østberg / O. Fløene +58,5 Sek.
6 D. Sordo / M. Martí +1.18,6 Min.
7 U. Scandola / G. D'Amore +2.29,1 Min.
8 H. Solberg / I. Minor +2.32,5 Min.
9 O. Tänak / R. Mõlder +2.35,6 Min.
10 E. Lappi / J. Ferm +2.39,2 Min.

Mittagsbericht

Reifenroulette im sardischen Staub.

Ihm kann man es stets anhören und ansehen, wenn es richtig gut läuft. Jari-Matti Latvala gab am Ende der fünften Wertungsprüfung Tergu-Osilo 1 bei der Rallye Italien Reporter Colin Clark ein entspanntes Interview. „Unser Plan ist aufgegangen, unsere Strategie war die richtige. Das freut mich sehr“, sagte der Finne, der nach fünf Prüfungen bei der Rallye auf Sardinien auf Platz zwei liegt, nur 1,5 Sekunden hinter Hyundai-Pilot Thierry Neuville und satte 22,2 Sekunden vor Teamkollege Sébastien Ogier.

 

Mit Strategie meinte Jari-Matti die Reifenwahl, die er und sein Team am Morgen getroffen hatten. Er nahm sowohl harte als auch weiche Reifen mit zu den Prüfungen. Ganz im Gegensatz zu seinen Volkswagen Teamkollegen Ogier und Andreas Mikkelsen, die ausschließlich weiche Michelin-Reifen einpackten.

 

Ogier und Mikkelsen gingen als die ersten beiden Autos auf die (staubige) Bahn und vertrauten darauf, dass sie auf den kurzen Stages (keine ist heute länger als 15 Kilometer) schnell Grip und somit einen Vorteil gegenüber später startenden Autos hätten. Damit lagen sie jedoch falsch. Mikkelsen wurde beispielsweise von Gesamtplatz zwei auf fünf durchgereicht. Ihm fehlen zur Mittagspause 35,1 Sekunden auf Spitzenreiter Neuville. Im Ziel der Prüfungen sahen Mikkelsens Reifen enorm mitgenommen aus. „Ich hatte vor der letzten Prüfung am Morgen kaum Zeit meine Reifen zu wechseln“, sagte Andreas etwas frustriert. „Ein Reifen war komplett hinüber und ich musste langsamer fahren um ihn zu schonen.“

 

Weltmeister Ogier war ebenfalls nicht happy, sah aber auch Positives. „Wir wussten, dass die weichen Reifen am Limit sein würden, aber wir mussten halt ein wenig pokern“, sagte der Franzose. „Wir verlieren immer noch Zeit auf die Spitze aber es hätte denke ich auch schlimmer kommen können.“ Am Nachmittag haben Ogier und Mikkelsen die Möglichkeit, wieder etwas aufzuholen. Dann werden die vier Prüfungen vom Morgen noch einmal durchfahren. Und Latvala hat die Möglichkeit, Neuville die Führung abzunehmen.




Die Gesamtwertung nach 5 von 19 Wertungsprüfungen:

 

1 Thierry Neuville (Hyundai) 38.33,9 Min.

2 Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +1,5 Sek.

3 Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +23,7 Sek.

4 Mads Østberg (Ford) +25,5 Sek.

5 Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +35,1 Sek.


Tag 1 in Italien.


Donnerstag, 09.06.2016


Die besten Bilder des Tages (17)


Tageszusammenfassung

Ittiri Arena Show: Spektakel im Staub.

 

Morgens Aufwärmen, abends Spektakel: Mit der üblichen Kombination aus Shakedown und einer Special Stage am Abend hat die Rallye Italien offiziell begonnen. Ittiri Arena Show, so der offizielle Name der ersten Wertungsprüfung, machte den Auftakt. Ittiri Arena Show?  Dem geneigten Rallye-Fan mag dieser Name ein Begriff sein.

 

Bereits im vergangenen Jahr bot das kurvige Geschlängel durch Staub und Schotter den Schauplatz einer Wertungsprüfung – die Resonanz muss positiv gewesen sein.

 

Nicht umsonst wird dort in diesem Jahr die Eröffnungsstage stattgefunden haben und die Ittiri Arena Show vermochte die zahlreich erschienen Zuschauer zu begeistern – der Modus tat sein Übriges dazu: Mann gegen Mann oder Auto gegen Auto duellierten sich die Fahrer über die Sprint-Distanz von zwei Kilometern – mit positivem Ausgang für die Volkswagen Fahrer. Der gute Eindruck, den die Crew aus Wolfsburg bereits beim morgendlichen Shakedown hinterlassen hat, wurde bestätigt.

 

Sébastien Ogier auf Rang eins, Jari-Matti Latvala auf dem dritten Platz und Andreas Mikkelsen an fünfter Stelle wussten in den Eins-gegen-eins-Duellen durchweg zu überzeugen.

 

Die Erkenntnis: Der Volkswagen Polo R WRC ist gerüstet für die anstehenden drei fordernden Tage auf der Mittelmeerinsel. Drei Tage an deren Ende einige offene Fragen beantwortet sein werden. Wie verhält sich das Wetter? Schenkt man so manchen Meteorologen Glauben, dann könnte es am Freitag den einen oder anderen Regenschauer geben, was wiederum den Untergrund stark beeinflussen würde.

 

Und natürlich noch die Frage nach Sébastien Ogier: Muss er eventuell vorzeitig abreisen, um in der Heimat die Geburt seines Kindes mitzuerleben?

 

In weniger als drei Tagen gibt es die Antworten auf alle Fragen.

 


Stand nach 1 von 19 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2.00,4 Min.
2 J. Latvala / M. Anttila +0,3 Sek.
3 O. Tänak / R. Mõlder +0,3 Sek.
4 A. Mikkelsen / A. Jæger +0,6 Sek.
5 K. Abbring / S. Marshall +0,6 Sek.
6 H. Paddon / J. Kennard +1,3 Sek.
7 T. Neuville / N. Gilsoul +1,3 Sek.
8 D. Sordo / M. Martí +1,6 Sek.
9 M. Østberg / O. Fløene +1,9 Sek.
10 T. Suninen / M. Markkula +1,9 Sek.

Shakedown-Bericht

Bereit für die staubige Hitzeschlacht.

 

Ein Vorgeschmack auf ein hartes Rallye-Wochenende: Volkswagen hat die Rallye Italien mit vielversprechenden Zeiten im Shakedown begonnen. Im „Freien Training“ der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) vor dem sechsten Saisonlauf auf Sardinien setzten Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) die Bestzeit. Ihre Volkswagen Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) sowie Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) folgten auf den Plätzen sieben und elf, konzentrierten sich dabei jeweils auf die Abstimmungsarbeit am Polo R WRC.

Vor allem loser Schotter und jede Menge Staub sowie sommerliche Temperaturen bildeten einen Vorausblick auf die kommenden Rallye-Tage. Ogier/Ingrassia haben als WM-Führende die Aufgabe, die Route am Freitag und Samstag zu eröffnen, Mikkelsen/Jæger folgen als WM-Zweite unmittelbar nach den dreimaligen Weltmeistern. Latvala/Anttila starten von Position sechs in das zweite Drittel des Rallye-Jahres.

 

Am Donnerstagabend beginnt die Rallye Italien mit der nur zwei Kilometer langen Zuschauerprüfung „Ittiri Arena Show“. Am Freitag folgen 102,86 Kilometer gegen die Uhr, verteilt auf vier Wertungsprüfungen, die jeweils zweimal befahren werden.

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.12,9 Min.
2. Mads Østberg (Ford) 2.13,0 Min.
3. Ott Tänak (Ford) 2.13,6 Min.

4. Thierry Neuville (Hyundai) 2.13,7 Min.

5. Hayden Paddon (Hyundai) 2.14,2 Min.

6. Kevin Abbring (Hyundai) 2.14,5 Min.

7. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.15,1 Min.

...
11. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 2.16,0 Min.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die Reifen werden enorm beansprucht.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Der Shakedown lief für Julien und mich gut. In erster Linie wollten wir verschiedene Set-ups und Reifenkombinationen ausprobieren, deshalb haben wir einen Lauf mehr gemacht als sonst. Bei den heißen Temperaturen und den rauen, steinigen Prüfungen werden die Reifen besonders beansprucht. Das bietet mir vielleicht die Chance, im Vergleich zur Konkurrenz etwas Boden gut zu machen. Und bei den sehr schmalen Strecken kommt es darauf an, absolut präzise zu fahren. Denn mit einem Fehler kann die Rallye schnell zu Ende sein. Mein Fokus liegt darauf, meine direkten WM-Verfolger Andreas Mikkelsen und Mads Østberg hinter mir zu lassen. Ein Podiumsplatz wäre ein klasse Ergebnis.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Im Shakedown haben wir am Set-up gearbeitet. Im ersten Durchgang war das Fahrwerk des Autos noch ein bisschen zu weich und auch mit meinem Fahrstil war ich nicht ganz zufrieden. Im zweiten Durchgang lief es mit einer härteren Einstellung besser, im dritten haben wir ein bisschen experimentiert. Alles in allem ein guter Shakedown, wir haben für die Rallye alles bestens aussortiert. So muss es sein. Ich freue mich auf die Rallye Italien.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wenn man sich den Verlauf der Rallye Italien der vergangenen Jahre anschaut, merkt man, dass hier stets viel Unvorhergesehenes passiert. Viele sagen, die Rallye Argentinien sei die raueste der Saison, aber ich denke, dass die Rallye auf Sardinien dem in nichts nachsteht. Sie ist eine Frage des Durchkommens. Man muss es aber auch so schnell wie möglich tun. Ein perfekter Rhythmus ist enorm wichtig, und den haben wir uns im Shakedown geholt. Mein Fokus liegt auf dem Zweikampf mit meinem Teamkollegen Sébastien Ogier, denn er hat ähnliche Streckenbedingungen wie ich, wenn wir beide die Route eröffnen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Der Shakedown zur Rallye Italien hat uns heute einen Vorgeschmack auf das gegeben, was uns in den kommenden Tagen erwartet. Ein bisschen Hitze, viel Staub und schwierige Strecken. Die Herausforderung für Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen wird umso höher, da sie am Freitag und Samstag die Route eröffnen dürfen – und das ist auch hier in Sardinien ein Nachteil. Ich denke, die beiden werden sich mit allem, das sie haben, gegen den Zeitverlust stemmen. Im Shakedown haben alle drei Fahrer und Beifahrer gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist – auch wenn die Zeiten das nicht wirklich reflektieren. Wir können uns auf eine packende Rallye Italien freuen.“


Eröffnungstag in Italien.


Mittwoch, 08.06.2016


Micky's Jump


Die Vorschau der Rallye Italien. Das Video.


Dienstag, 07.06.2016


Vorschau

Hitzeschlacht, Hafenspektakel und der ganz persönliche Wettlauf von Seb!

Ein kurzer Aufschrei, ein weiter Sprung und „Platsch!“. Gefolgt von einem weiteren „Platsch!“ und einem ausgelassenen Plätschern und Spritzen im kühlen Wasser. Es sind mittlerweile diese vergnügten Szenen, die den Fans aus den vergangenen Jahren von der Rallye Italien am meisten im Gedächtnis geblieben sind. Als die letzte Stage absolviert und der Sieg eingefahren war, folgte für die Mitglieder des Volkswagen Teams die wohlverdiente Abkühlung im Hafenbecken von Alghero. Sébastien Ogier ist mit Volkswagen auf Sardinien noch ungeschlagen. Seit die Rallye an der Westküste der Insel gastiert, hat der Siegersprung ins kühlende Nass Tradition. Dennoch bleibt abzuwarten, ob auch in diesem Jahr ein kollektives Bad ansteht.

Denn obwohl der aktuelle Weltmeister und WM-Führende auch in diesem Jahr zu den großen Favoriten zählt, werden die Bilder des vergnügten Planschens vielleicht ausbleiben – und das hat Gründe – gute Gründe, wie er selbst erklärt: „Andrea und ich erwarten unser erstes Kind. Eigentlich ist der Geburtstermin nach der Rallye, aber man weiß nie. Sollte es während der Rallye kommen, würde ich mich sofort auf den Weg zu meiner Frau machen. Das ist ein Moment im Leben, den ich nicht verpassen möchte. Das Team unterstützt mich in dieser Entscheidung zu 100 Prozent.“

 

Durch ständigen Kontakt in die Heimat wird sich der Franzose über den Zustand seiner Frau auf dem Laufenden halten und ganz nebenbei noch eine Rallye fahren, eine die es in sich hat.

 

Ein von vielen Fahrern gefürchteter und extrem rutschiger Untergrund, lange kräftezehrende Wertungsprüfungen und nicht zuletzt Temperaturen an die 30 Grad stellen nicht nur die Fahrer auf eine harte Probe. Auch beim Volkswagen Polo R WRC kommt beim Ausflug nach Sardinien trotz der malerischen Küstenlandschaft keine Urlaubsstimmung auf – Schwerstarbeit ist angesagt, wie Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito bestätigt: „Die Rallye Italien ist eine der herausforderndsten Rallyes im Kalender“.

 

Wie materialfordernd das Spektakel auf Sardinien ist, das weiß auch Jari-Matti Latvala. So manch schleichender Plattfuß machte dem Finnen in den vergangenen Jahren einen Strich durch die Rechnung. Die Erkenntnis: „Vielleicht auch deshalb, weil ich zu sehr ans Limit gegangen bin“. Die Maßgabe: „Für dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, besser auf meine Reifen zu achten“. Dank seiner höheren Startnummer erhofft sich der Finne einen Vorteil auf dem enorm rutschigen Schotteruntergrund.

 

Ein Vorteil, den Andreas Mikkelsen nicht für sich in Anspruch nehmen können wird. Als derzeit Zweiter der WM wird der Norweger an den ersten drei Tagen direkt nach Sébastien Ogier ins Geschehen eingreifen und nicht optimale Streckenbedingungen vorfinden. Beflügelt von seinem starken zweiten Platz in Portugal hofft der Norweger nun auf sein nächstes starkes Ergebnis: „Wir werden auf Sardinien alles daransetzen, ein weiteres gutes Ergebnis einzufahren.“

Heiße Tage warten also auf das Volkswagen Team – und am Ende die wohlverdiente Abkühlung.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Fahre mit viel Selbstvertrauen nach Italien.“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich fahre mit viel Selbstvertrauen nach Italien, denn die Saison läuft bislang großartig. Julien und ich waren bei jeder Rallye auf dem Podium und diese Serie möchten wir ausbauen. Auch wenn die Rallye Italien nicht zu meinen absoluten Lieblingsrallyes gehört, habe ich gelernt, sie zu mögen. Die Strecken sind nicht mehr so eng und rau wie früher einmal. Ich bevorzuge ebenere Strecken, bei denen man nicht nur immer das Auto schonen muss. Eine weitere Besonderheit ist ‚Micky’s Jump‘. Er ist einer der höchsten Sprünge der Saison. Aus privater Sicht kommt für mich eine völlig neue Komponente hinzu. Andrea und ich erwarten unser erstes Kind. Eigentlich ist der Geburtstermin nach der Rallye, aber man weiß nie. Sollte es während der Rallye kommen, würde ich mich sofort auf den Weg zu meiner Frau machen. Das ist ein Moment im Leben, den ich nicht verpassen möchte. Das Team unterstützt mich in dieser Entscheidung zu 100 Prozent.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Italien ist großartig. Dort habe ich meinen ersten Sieg auf Schotter gefeiert. Ich freue mich jedes Jahr riesig, nach Sardinien zurückzukehren, auch wenn es dort in den vergangenen Jahren nicht allzu gut für mich lief. Ich habe mir auf Sardinien zuletzt oft einen Plattfuß eingehandelt – vielleicht auch deshalb, weil ich zu sehr ans Limit gegangen bin. Für dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, besser auf meine Reifen zu achten. Mein Ziel ist es, mal wieder auf das Podium zu fahren. Bei der ersten Durchfahrt ist der Schotter auf Sardinien meist sehr rutschig, meine hohe Startnummer kann ein Vorteil sein. Auf der zweiten Schleife haben dann alle Fahrer in der Regel einen sehr guten Grip. Eine weitere Besonderheit in Italien ist die Hitze: Der Körper verliert durch die hohen Temperaturen viel Energie und Flüssigkeit. Es ist also wichtig, zwischen den Prüfungen ausreichend zu trinken.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Platz zwei in Portugal fühlte sich für Anders und mich fast wie ein Sieg an. Daher reisen wir zuversichtlich zur Rallye Italien. Dennoch wissen wir, dass es wegen des groben Untergrunds eine der schwierigsten Rallyes der Saison ist, bei der jederzeit alles passieren kann. Das haben wir im vergangenen Jahr leider erfahren müssen. Und in diesem Jahr gehen wir als Zweite auf die Strecke – direkt nach Sébastien Ogier, was es nicht leichter macht, da die Prüfungsstrecken nach nur einem Auto immer noch sehr grob sein werden. Dennoch freuen wir uns natürlich, dass wir mit dem Ergebnis in Portugal in der WM-Wertung deutlich an Boden gutmachen und auf den zweiten Platz vorrücken konnten. In jedem Fall ist Italien eine Rallye, die ich sehr mag. Und wir werden auf Sardinien alles daransetzen, ein weiteres gutes Ergebnis einzufahren.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Italien ist eine der herausforderndsten Rallyes im Kalender. Staub, Hitze und lange Wertungsprüfungen wie die ‚Monte Lerno‘ sind berühmt und berüchtigt. Dazu sind die Gegner in der Rallye-WM extrem stark: In fünf Rallyes gab es vier verschiedene Sieger von drei verschiedenen Herstellern. Zuletzt haben wir aus unterschiedlichen Gründen zweimal hintereinander nicht gesiegt. Wir wissen aber auch, was wir können, und haben vor, in Italien eine sportliche Antwort zu geben. Auf das mittlerweile traditionelle Bad der Sieger im Hafenbecken von Alghero wollen wir jedenfalls auch dieses Mal nicht verzichten.“


Zahl der Rallye.

16

Volkswagen ist in Italien nicht nur im Gesamtklassement bisher ungeschlagen – auch bei der sogenannten Powerstage. Die meist abschließende Wertungsprüfung einer Rallye, auf der Extra-Zähler für die besten drei vergeben werden, ist nicht nur generell eine Volkswagen Domäne, speziell Italien ist ein gutes Pflaster für den Polo R WRC und seine Besatzungen. Von den 18 im Jahr 2013, 2014 und 2015 vergebenen Extra-Zählern errangen Volkswagen Piloten bisher 16, lediglich 2013 gingen zwei Punkte für Rang zwei an Thierry Neuville (M-Sport-Ford). 2014 und 2015 gingen sämtliche Extra-Punkte nach Wolfsburg.