Schließen X

Drei Typen - drei Titel

Erster, Zweiter und Dritter, drei von drei möglichen Titeln abgeräumt. Mehr Erfolg als 2015 war aus Sicht von Volkswagen nicht möglich. Einen wesentlichen Teil zum Triumph von Volkswagen haben sie beigetragen: Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen. Grund genug, das Erfolgstrio im Interview der besonderen Art etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

3 wie ...

A wie … ausziehen

Jari-Matti, wann bist du aus deinem Elternhaus ausgezogen – und wie sah deine erste eigene Wohnung aus?

J.-M. L.: Im Jahr 2007 bin ich eigentlich richtig ausgezogen. Davor bin ich mit 16 Jahren zur High School gegangen und war nur an den Wochenenden zu Hause. 2007 bin ich dann nach Lahti gezogen, in eine Wohnung im ersten Stock. Die Wohnung lag sehr ruhig, hatte eine Sauna und ein See war nicht weit entfernt. Das war sehr schön, weil ich immer viel Sport machen konnte. Die Wohnung war allerdings ein bisschen zu klein. Ich musste zusehen, wo ich meine ganzen Sachen verstaue. Meine Sportsachen habe ich immer in die Sauna getan – und wenn ich in die Sauna gehen wollte, musste ich den ganzen Kram erst rausräumen, was immer bis zu zehn Minuten gedauert hat. (lacht)

A wie …

B wie … Beziehung

Sébastien, wie und wo hast du deine Frau Andrea kennengelernt – und wer von euch beiden hat den ersten Schritt gemacht?

S. O.: Das erste Mal gesehen haben wir uns im Dezember 2012 beim Race of Champions in Bangkok. Andrea hat damals für das deutsche Fernsehen gearbeitet und Interviews mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel und auch mit mir gemacht. Ich fand sie da schon sehr attraktiv, aber damals war sie noch in einer Beziehung. Wiedergesehen haben wir uns ein halbes Jahr später bei Testfahrten für die Rallye Deutschland. Sie hat als Journalistin eine Taxifahrt bekommen und da hat es dann zwischen uns gefunkt. Wer sich mehr bemüht hat? Also, ich habe danach schon Gas gegeben und sehr um sie geworben.

B wie …

C wie … Couch oder Crowdsurfing

Sébastien, wie sieht der perfekte freie Tag für dich aus – entspannt auf der Couch liegen oder Action im Freien?

S. O.: Am liebsten ein Mix aus allem – zum Beispiel ein morgendlicher Ausritt mit unseren Pferden, wobei eine Pferdestärke für mich viel schwieriger zu kontrollieren ist als die 318 PS im Polo. Danach ein Tennismatch und anschließend gern auf die Couch.

C wie …

D wie … drei Dinge für ein Rallye-Wochenende

Jari-Matti, wenn du nur drei Dinge zu einem Rallye-Wochenende mitnehmen dürftest – welche drei Dinge wären das?

J.-M. L.: Ich würde meinen Rasierer mitnehmen, einen Laptop und meine Brille zum Fahren – die brauche ich, weil sich meine Augen bei Top-Speed nicht so schnell fokussieren können. Den Rasierer nehme ich mit, weil ich es überhaupt nicht mag, wenn ich einen Bart bekomme. Er stört und es nervt einfach, wenn nach der Rallye Staub darin hängen bleibt. Den Laptop benötige ich für die „Recce“-Videos.

D wie …

E wie … Essen

Jari-Matti, was war das Außergewöhnlichste, das du jemals gegessen hast?

J.-M. L.: Bei der Rallye Japan 2010 haben wir einige Experimente gemacht mit japanischem Essen. Im Sushi waren spezielle Dinge, die man so in Europa gar nicht bekommt. Ebenfalls im Jahr 2010 habe ich zwar nicht das Außergewöhnlichste gegessen, dafür war aber der Ort außergewöhnlich. Wir gingen in ein Restaurant, das sehr voll war, und wurden daher in einen separaten Raum gesetzt. Das war so etwas wie eine Abstellkammer. Wir saßen auf Bänken im Kreis und konnten uns gegenseitig nicht angucken.

E wie …

F wie … Fitness

Andreas, wie hältst du dich in der Weihnachtszeit – gespickt mit Braten, Keksen und anderen Sünden – fit?

A. M.: Ich mag Weihnachten sehr gern, aber bei dem ganzen Essen ist es natürlich wichtig, gleichzeitig ein bisschen Sport zu machen. Normalerweise nehme ich über Weihnachten immer ein bisschen zu, sodass ich mich dann im Januar vor der Rallye Monte Carlo auf eine radikale Diät setze.

F wie …

G wie … Geburtstag

Sébastien, was war dein schönstes Geburtstagsgeschenk?

S. O.: Vergangenes Jahr zu meinem 30. Geburtstag hat mir meine Frau Andrea ein tolles Geschenk gemacht: In den USA kann man einen „Zero G Flight“ machen, einen Flug in die Schwerelosigkeit. Den konnte ich aus Zeitgründen leider nur noch nicht einlösen.

G wie …

H wie … Haustier

Jari-Matti, hattest du Haustiere in deiner Kindheit oder hast du aktuell welche?

J.-M. L.: Meine Schwester und ich hatten acht Katzen, als wir jünger waren. Leider sind alle Katzen inzwischen gestorben und meine Eltern haben heute nur noch eine. Sie heißt „Rolle“ und ist jetzt schon zehn Jahre alt.

H wie …

I wie … Ingenieursleistungen

Andreas, wenn du einen Tag mit deinem Chefmechaniker tauschen müsstest – wer würde deiner Meinung nach den besseren Job machen: du am Schrauber oder Yari Mitschinelli am Steuer des Volkswagen Polo R WRC?

A. M.: Ich bin kein guter Mechaniker. Ich kann das, was ich können muss, um auf Wertungsprüfungen im Notfall etwas zu reparieren. Ich würde mich aber auf gar keinen Fall als guten Mechaniker bezeichnen. Yari hat tatsächlich an einigen Rallyes teilgenommen. Er ist in der Fiat Panda Trophy gefahren, ein paar Mal mit Gruppe-N-Autos und hat viermal an der Rallye San Remo teilgenommen. Ich würde also sagen, dass Yari einen besseren Job machen würde.

I wie …

J wie … Jeans oder Jogginghose

Sébastien, Jeans oder Jogginghose am freien Sonntag?

S. O.: Am liebsten trage ich Jeans, das passt eigentlich zu jedem Anlass. Aber zu Hause mag ich es auch mal bequem, dann kann es auch gern mal ein Sonntag im Jogging-Outfit sein.

J wie …

K wie … Konzert

Sébastien, was für ein Konzert hast du zuletzt besucht?

S. O.: Zuletzt habe ich eine finnische Band ganz in der Nähe meines Apartments am Bodensee gesehen. Wie hieß die Band noch? Ach ja: Sunrise Avenue! Das war eine tolle Stimmung!

K wie …

L wie … Langschläfer oder Lakenflüchtling

Jari-Matti, stehst du lieber früh auf oder schläfst du gern bis in die Puppen?

J.-M. L.: Ich bin kein Frühaufsteher, das ist mein Problem. Wenn ich morgens aufwache, drücke ich immer die Snooze-Taste auf meinem Wecker. Aufstehen am Morgen ist nicht einfach für mich.

L wie …

M wie … Musik

Jari-Matti, was war deine erste Schallplatte oder CD?

J.-M. L.: Das war die Band „Aqua“ mit dem Lied „Barbie Girl“

M wie …

N wie … Noten

Sébastien, welches war früher dein bestes und schlechtestes Fach in der Schule?

S. O.: Ganz klar: Sport war mein bestes Fach! Aber auch in Mathe und den wissenschaftlichen Fächern hatte ich immer gute Noten. Mehr Probleme hatte ich bei den Sprachen und in Literatur, das war nicht wirklich meine Stärke.

N wie …

O wie … Ordnung

Sébastien, ist in deiner Wohnung immer alles ordentlich oder lässt du auch mal ein paar Dinge einfach liegen?

S. O.: Ich mag es, wenn alles aufgeräumt ist. Aber weil wir so viel unterwegs sind, kommt es auch vor, dass die Koffer mal zwei Tage unausgepackt im Flur stehen bleiben.

O wie …

P wie … Putzen

Jari-Matti, wer bringt bei euch zu Hause den Müll raus?

J.-M. L.: Das mache ich selbst. Darin bin ich sehr gewissenhaft und ich mache auch immer selbst sauber. Sogar wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, stelle ich alles an den richtigen Platz.

P wie …

Q wie … Quatsch

Andreas, wer oder was bringt dich zum Lachen?

A. M.: Der Film „Ride along“. Das ist eine US-amerikanische Komödie von Tim Story.

Q wie …

R wie … rasant

Sébastien, auf welche Höchstgeschwindigkeit bringt es dein privater Pkw?

S. O.: Generell fahre ich privat nicht sehr schnell, denn in der Schweiz herrscht ein sehr strenges Tempolimit. Mein Volkswagen Touareg schlägt in Sachen Top-Speed aber meinen Rallye-Polo.

R wie …

S wie … Schuhe

Andreas, wie viele Paar Schuhe besitzt du – mehr oder weniger als deine Freundin?

A. M.: Ich habe definitiv weniger Schuhe als meine Freundin, vielleicht ein Drittel oder ein Viertel davon. Ich habe, glaube ich, fünf Paar Laufschuhe und insgesamt 15 Paar Schuhe.

S wie …

T wie … Tausendsassa

Jari-Matti, was kannst du deiner Meinung nach, außer natürlich ein World Rally Car am Limit bewegen, richtig gut?

J.-M. L.: Ich kann sehr gut sauber machen und Ordnung halten. Wir haben in Finnland eine bekannte Reinigungsfirma – man sagt mir nach, dass ich da eine Zukunft haben könnte. (lacht)

T wie …

U wie … Urlaub

Andreas, wo machst du am liebsten Urlaub?

A. M.: Ich fahre gern zum Skifahren in die Alpen. Wenn es um Ostern herum schon etwas wärmer ist, mache ich am liebsten dort Urlaub. Leider war ich schon lange nicht mehr dort. Außerdem bin ich gern in Kalifornien und fahre Motocross.

U wie …

V+W wie … Volkswagen

Sébastien, wenn du das Volkswagen Team in drei Worten beschreiben müsstest – welche drei Worte wären das?

S. O.: Schnell, stark, vereint – kurzum: das beste Team der Welt.

V+W wie …

X wie … Satz mit X

Jari-Matti, nach welcher Rallye in deiner Karriere hattest du die größte Wut auf dich selbst?

J.-M. L.: Ich würde sagen, das war die Rallye Polen 2009. Ich bin auf der letzten Wertungsprüfung ausgefallen, vor 10.000 Leuten und dem gesamten Team – es war aber keine Wut, sondern vielmehr eine große Enttäuschung. Die größte Wut auf mich selbst hatte ich nach der Rallye Deutschland im vergangenen Jahr, als ich in Führung liegend ausgefallen bin.

X wie …

Y wie … Y?

Jari-Matti, was fällt dir zum Buchstaben „Y“ ein?

J.-M. L.: Das englische Wort „year“ – was ist mein persönliches Lieblingsjahr? Ich bin Jahrgang 1985 – wenn die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich gern in das Jahr 1985 reisen und mir die wahnsinnigen Gruppe-B-Autos auf den Wertungsprüfungen live anschauen.

Y wie …

Z wie … Zukunft

Andreas, was wünschst du dir für die Zukunft nach der Rallye-Karriere?

A. M.: Ich würde gern Rallyes fahren, bis ich 40 bin, vielleicht fahre ich später bei der Rallye Dakar mit oder Truck-Rennen. Hoffentlich habe ich dann eine Familie, ein paar Kinder und bin ein guter Vater. Als Rallye-Fahrer bin ich viel unterwegs und mit meinen eigenen Sachen beschäftigt. Wenn ich damit aufhöre, habe ich bestimmt eine Menge Zeit für meine Kinder und kann sie bei allem unterstützen, was sie machen wollen. Wenn aus mir kein Rallye-Fahrer geworden wäre, dann wäre das Militär auf jeden Fall eine Option gewesen. Das wollte ich immer machen. Ich mag Herausforderungen im Leben und mache gern extreme Dinge.

Z wie …