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RALLYE FRANKREICH.

Große Momente: Von 10.000 Kurven, aussterbenden Monstern und weißen Westen.

RALLYE FRANKREICH.

Die „Rallye de France“ war ursprünglich auf der Mittelmeerinsel Korsika beheimatet. Auf der beliebten Urlaubsinsel wurde seit 1956 die legendäre „Tour de Corse“ ausgetragen, die wegen der kurvigen Bergstraßen auch den Spitznamen „Rallye der 10.000 Kurven“ trug. Zur Saison 2010 folgte jedoch der große Umbruch: Der französische Weltmeisterschaftslauf wurde ins Elsass verlegt, das Zentrum bildete Straßburg. Im Grenzgebiet zu Deutschland nutzte die Rallye die bekannten Straßen der früheren Rallye de Alsace-Vosges.

Intro

1973

LES MAGNIFIQUES.

Die frisch gekürte Weltmeistermannschaft Renault-Alpine beendete die Saison 1973 „in style“ mit einem nie gefährdeten Dreifachsieg bei der Tour de Corse. Jean-Pierre Nicolas siegte vor Jean-François Piot und Jean-Luc Thérier. Damals wurde die Korsika-Rundfahrt noch am ersten Dezember-Wochenende ausgetragen, weswegen die Rallye von einigen Wetterkapriolen heimgesucht wurde. Auf einigen Bergpässen lag sogar schon Schnee, auf diesem Geläuf brachte der Heckmotor der leichten Alpine einen handfesten Traktionsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

1973

1980

DIE LETZTE GROSSE STUNDE

EINES SPORTWAGENS.

Bei der Tour de Corse 1980 feierte Porsche seinen letzten Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft. Jean-Luc Thérier setzte sich im 911 SC gegen die Konkurrenz von Fiat, Talbot, Renault und Datsun durch. Es war gleichzeitig der letzte Sieg eines zweisitzigen Sportwagens in der WM, die bis Mitte der 80er-Jahre die Starterfelder belebten. 1981 verpasste ein Ferrari 308 den Sieg nur knapp, zwei Jahre später war sogar ein BMW M1 auf der Mittelmeerinsel am Start. Die korsischen Bergstraßen waren wie gemacht für diese leichten Sportwagen.

1980

1986

DAS ENDE DER GRUPPE B.

Mitte der 80er-Jahre verzeichnete die Tour de Corse gleich zwei schwere Unfälle. 1985 verunglückte Attilio Bettega im Lancia 037 Rally tödlich, ein Jahr später kamen Henri Toivonen und Beifahrer Sergio Cresto auf Korsika ums Leben, als ihr Lancia Delta S4 nach einem Unfall vollständig ausbrannte. In der Folge dieser Tragödie beschloss die FIA das Ende der Gruppe B zum Saisonende 1986. So beliebt die „Gruppe-B-Monster“ bei den Fans waren, der Sportbehörde waren die bis zu 550 PS starken, reinrassigen Rallyeautos zu gefährlich.

1986

1995

WIE PHÖNIX AUS

DER ASCHE.

„Das war ein schöner erster Sieg für den neuen Toyota Celica GT-Four“, strahlte der amtierende Weltmeister Didier Auriol im Ziel. „Aber ich hatte auch sehr viel Glück nach der Dramatik vor dem Start.“ Gerade einmal 24 Stunden vor Beginn erfuhr Auriol, dass sein Stammbeifahrer Bernard Occelli nicht an der Rallye teilnehmen kann. Mit neuem Co Denis Giraudet ließ es Auriol zunächst ruhig angehen. Punkte sammeln lautete die Devise. Sechs Prüfungen vor Schluss lag Auriol noch auf Rang Drei, ein Sieg schien außer Reichweite. Dann zog Auriol an François Delecour vorbei – und der führende Bruno Thiry (beide Ford) fiel durch einen Radlagerschaden aus. Also war Auriol zur Stelle und holte einen nie für möglich gehaltenen Sieg.

1995

2005

WEISSE WESTE.

Bei der Tour de Corse 2005 gelang Sébastien Loeb, dem Mann der Rekorde, ein weiterer Meilenstein. An den drei Rallyetagen fuhr er mit seinem Citroën Xsara WRC auf allen zwölf Wertungsprüfungen die schnellste Zeit. So ein Kunststück ist vorher und nachher keinem anderen Fahrer gelungen. Dass Loeb die Rallye mit fast zwei Minuten Vorsprung auf den besten Verfolger, Toni Gardemeister im Ford Focus WRC, gewonnen hat, gerät in Anbetracht dieser Tatsache fast zur Randnotiz.

2005

2013

Den Titel in der Tasche.

Die Titelentscheidung fiel schon am ersten Tag der Rallye Frankreich: Nachdem es der härteste Verfolger Thierry Neuville nicht geschafft hatte, auf der ersten Power Stage die Bestzeit und die nötigen drei Punkte einzufahren, hatte Sébastien Ogier den WM-Titel bereits in der Tasche, bevor es überhaupt richtig losging. Während der Rallye zeigte sich das Duo Ogier/Ingrassia gewohnt souverän und fuhr eine Bestzeit nach der anderen. Am Ende krönten die beiden Franzosen ihren WM-Titel zusätzlich mit dem Heimsieg – und Volkswagen Motorsport hatte gleich doppelten Grund zum Feiern.

2013