In kaum einem anderen Land wird der Rallye-Sport so leidenschaftlich zelebriert wie in Italien.
Sardinien ist nicht nur ein guter Anlegeplatz für Yachten, die Mittelmeerinsel lädt auch zum spektakulären Rallyefahren ein. Angefeuert von Tausenden begeisterten Tifosi müssen die Piloten im Urlaubsparadies einen kühlen Kopf bewahren, denn die spitzen Steine im Schotter Sardiniens haben schon manchen Traum vom Sieg zunichte gemacht.

Sardinien kann auch anders.
Während die Yachten der Reichen und Schönen in der Mittelmeersonne glitzern, prägen kleine Büsche, staubige Pisten und haushohe Felsen das Bild im Inland von Sardinien. Wenige Kilometer von der Smaragdküste (Costa Smeralda) entfernt, die der Rallye bis 2004 – vor dem Aufstieg in die Weltmeisterschaft – den Namen verliehen hat, präsentiert sich das Urlaubsparadies deutlich harscher.
Große Sprünge.
Die Rallye mit Zentrum in Olbia im Norden der Insel steht bei den Fahrern hoch im Kurs. Durch abwechslungsreiche Pisten hat die Rallye für jeden etwas zu bieten – Highspeed-Passagen, kurvige Abschnitte, spektakuläre Wasserdurchfahrten und auch einige gefürchtete Sprünge. Einer der bekanntesten Zuschauerpunkte der Rallye Italien ist „Micky’s Jump“ auf der WP „Monte Lerno“. Obwohl dieser Sprung bestens bekannt ist, gibt es immer wieder waghalsige Piloten, die hier aufs Ganze gehen – und ihren Hoffnungen auf gute Platzierungen damit ein Ende bereiten.
WP Coiluna – Loelle: Die südlichste Wertungsprüfung ist auch die reizvollste.
Auf einmal abwärts:
WP Monte Lerno (29,68 km).
„Micky’s Jump“ ist der beliebteste Zuschauerpunkt der Rallye Italien. Nach etwa acht Kilometern der WP „Monte Lerno“ erreicht man diese berühmt-berüchtigte Stelle, wo sich in einem schnellen Linksknick plötzlich eine Senke auftut. Den Fahrern ist diese Stelle bestens bekannt, trotzdem oder vielleicht gerade deswegen kommt es hier immer wieder zu spektakulären Unfällen. Für die Zuschauer stellt das zum Glück keine Gefahr dar, sie stehen sicher auf den hohen Felsen. Die WP endet übrigens mit einem schwierigen Abstieg, bei dem die Bremsen gefordert sind.
Da lacht das Rallye-Herz:
WP Coiluna – Loelle (29,35 km).
Die südlichste Wertungsprüfung auf Sardinien ist auch die landschaftlich wie fahrerisch reizvollste. Korkeichen säumen die abwechslungsreichen Schotterpisten der WP „Coiluna – Loelle“, die von engen und winkligen Wegen bis hin zu breiten und flüssigen Straßen mit allem aufwartet, was die Mittelmeerinsel für Rallyefahrer zu bieten hat. Auch diese WP hat einen atemberaubenden Sprung zu bieten: Bei „Crastazza’s Jump“ sind die Autos sogar noch länger in der Luft als bei „Micky’s Jump“.