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Polo, Spaß und Sport.

Ein Rückblick auf die Polo Cup-Rennen der Erstauflage 1983 bis 1989 und der Wiedergeburt 2004 bis 2009. Von Rainer Braun.

Die wilde Polo Meute

Marken-Cup-Rennserien haben bei Volkswagen Motorsport eine lange Tradition. Schon 1976 wurde eine Meisterschaft mit identischen Scirocco als „Volkswagen Scirocco Junior Cup“ ausgeschrieben. Ein Jahr später war bereits der Golf GTI als Cup-Fahrzeug an der Reihe und ab 1983 standen für insgesamt sieben Jahre die Polo Coupés bzw. die Polo G40 am Start. Waren Scirocco und Golf schon eine ziemlich wilde Angelegenheit, so setzte die Polo Meute noch einen drauf und bot ebenso spannende wie kampfbetonte Rennen.

 

Im Bild: Bernd Grunow (l.) und Claudia Ostlender (r.) kämpfen beim Rennen in Diepholz um die Führung.

 

Startseitenbild: Das Fahrerfeld im Jahr 1989 unterwegs auf dem Circuit Zolder in Belgien. Otto Fieg (Nr. 2) und Horst Farnbacher (Nr. 25) kämpfen um die Führung.

Wild

Die furchtlose Vollgas-Lady

Bis zu zehnmal im Jahr traten die unerschrockenen Polo Nachwuchspiloten ziemlich heftig aufs Gaspedal und staunten nicht schlecht, als ihnen ab 1986 plötzlich eine junge Dame in die Quere kam. Mit der damals 25-jährigen Claudia Ostlender, Angestellte im Aachener Volkswagen Autohaus Zabka, hatten alle ihre liebe Mühe. Die furchtlose Vollgas-Lady war kaum zu bändigen und als sie 1988 auf ihrer Lieblingsstrecke in Zolder das Auftaktrennen gewann, wunderte sich darüber schon längst niemand mehr. Sie blieb die einzige Frau, die eines der insgesamt 68 Polo Cup-Rennen der ersten Staffel gewinnen konnte.

 

Im Bild: Claudia Ostlender legt sich mit dem Polo bei ihrem Sieg in Zolder 1988 gekonnt in die Kurve.

Vollgas-Lady

Berühmte Aufsteiger

Es war schon eine wilde Clique, die sich da Jahr für Jahr versammelt hat, um Pokale, Punkte und Preisgeld zu ergattern. Durchweg um die 40 Starter, Hauen und Stechen, gnadenlose Duelle Mann gegen Mann oder auch Frau gegen Mann. Es gab geradezu furchterregende D-Züge, die am staunenden Publikum vorbeidonnerten. Aus zunächst weitgehend unbekannten Polo Nachwuchspiloten wurden im weiteren Verlauf große Namen im Formel- oder GT-Sport: Wolfgang Kaufmann beispielsweise, Horst Farnbacher, Alfons Hohenester, Peter Mamerow, Wolfgang Land oder auch Hans-Jürgen Abt.

 

Berühmtester Aufsteiger aus der zweiten Polo Cup-Fahrergeneration ist René Rast. Der Norddeutsche ist Polo Champion 2005 und blieb den Konzern-Marken bis heute treu: Den Porsche Carrera Cup, den Porsche Super Cup und das GT-Masters (Audi R8 LMS) schloss er jeweils als Titelträger ab. Und 2015 tritt Rast sogar mit einem Audi R18 e-tron quattro in Le Mans an.

 

Im Bild: René Rast, Sieger des ADAC Volkswagen Polo Cup 2005.

Aufsteiger

Kleiner Bruder

Während für die Rennen der Erstauflage neben den permanenten Rennstrecken wie Hockenheim, Nürburgring oder Zolder auch noch zahlreiche Flugplätze genutzt werden konnten, durften sich die Teilnehmer der zweiten Staffel zwischen 2004 und 2009 nur noch auf den vorhandenen Permanent-Rennstrecken tummeln. Die traditionellen Flugplatzpisten waren zwischenzeitlich einem neuen Sicherheitsdenken zum Opfer gefallen. Dafür durfte sowohl der erste wie auch der zweite Polo Cup stets im Rahmen großer Events starten: In den 80er-Jahren wurde er bei der DRM und DTM ausgetragen und nach der Jahrtausendwende waren die Polos sechs Jahre lang fester Bestandteil der neuen DTM.

 

Im Bild: Patric Lachmann (Nr. 3) und Matthias Meyer (Nr. 1) führen das Fahrerfeld beim ADAC Volkswagen Polo Cup auf dem Norisring im Jahr 2004 an.

Bruder