Schließen X

Schwerer, schneller, kraftvoller.

Zwischen dem ersten VW Polo Cup-Fahrzeug 1983 und der Neuauflage 2004 gab es gewaltige Unterschiede. Von Rainer Braun.

Dampfhammer mit Kompressor-Motor

Großen Sport für kleines Geld bot der Volkswagen Polo Cup für junge Rennsport-Neueinsteiger in jeder seiner Varianten. Im Mittelpunkt standen stets Chancengleichheit, Kostenattraktivität und üppige Preisgelder. Volkswagen verstand dieses Engagement hauptsächlich als Beitrag für den Breitensport und die Nachwuchsförderung. Schon der erste Cup-Polo mit 88 PS, knapp 700 Kilogramm Gewicht und profillosen Slickreifen galt 1983 als flottes Rennauto, mit dem man die Nordschleife des Nürburgrings deutlich unter elf Minuten umrunden konnte. Auch das Nachfolgemodell Polo G40 war ein ordentlicher Dampfhammer, dessen Kompressor-Motor dem Kleinwagen noch mehr Schub und Topspeed verlieh.

 

Im Bild: Zweikampf beim Wintershall VW Polo Cup auf dem Norisring.

 

Startseitenbild: Andreas Sauter führt das Fahrerfeld beim ADAC Volkswagen Polo Cup 2006 in Oschersleben an.

Dampfhammer

„Einsteigen, Vollgas geben und gewinnen“

Der letzte Cup-Polo schließlich fuhr zwischen 2004 und 2009 in einer anderen Welt. Modernste Technik, stärker, schneller und sicherer als all seine Vorgänger, dazu ein sparsamer und zugleich spurtstarker FSI-Motor. Und die in Sichtungslehrgängen ausgewählten Jung-Rennfahrer mussten sich um nichts mehr kümmern. Zu Saisonbeginn war ein Pauschalpreis zu entrichten, der einen Komplett-Service umfasste: Aufbau und Wartung aller Autos bei Volkswagen Partner Abt Sportsline in Kempten, Sammeltransport zu den Rennstrecken und zurück, Betreuung vor Ort. „Die Jungs und Mädels müssen nur einsteigen, Vollgas geben und gewinnen“, sagte Hans-Jürgen Abt, selbst einer der Polo Cup-Starter von 1985.

 

Im Bild: Spektakuläre Atmosphäre während des ADAC Volkswagen Polo Cup im September 2004 im niederländischen Zandvoort.

Komplett-Service

Rundumbetreuung durch Volkswagen Motorsport

In einem großen Gemeinschaftszelt standen die Wettbewerbsautos in Reih und Glied. Jeder konnte sehen, was technisch bei wem gemacht wurde. Zum Fummeln und Tricksen gab es null Chance. Dazu organisierte Volkswagen Motorsport eine intensive Fahrer-Betreuung mit Einweisung an jeder Rennstrecke durch Instruktoren. Und obendrein waren Fitnessprogramme mit Diplom-Sportlehrern die Regel. Dass die Polo Cup-Gemeinde auch in einer riesigen Volkswagen Hospitality rund um die Uhr verköstigt wurde, ließ so manchen Kollegen aus der ersten Serie vor Neid erblassen. So erinnert sich beispielsweise Berthold Bermel, Polo Cup-Sieger von 1985: „Wir mussten uns noch die Rennwurst an der Frittenbude kaufen oder selbst etwas zu essen und zu trinken mitbringen.“ Bermel ist übrigens der Mann, der vom ersten Tag an die Volkswagen Markenpokal-Ära begleitet hat und mit Scirocco (1976), Golf GTI (1977 bis 1982) sowie Polo (1983 bis 1989) die längste Verweildauer aufweisen kann.

 

Im Bild: Autor Rainer Braun (r.) interviewt im Jahr 1984 auf der Berliner Avus die Fahrer Michael Dorner, Dirk Amthor und Berthold Bermel (v. l.). (Foto aus dem Privatarchiv von Rainer Braun)

Betreuung

Mal wieder eine Pause

Momentan ist mal wieder Pause in Sachen Volkswagen Markenrennserien. Zuletzt rannte die Zweitauflage des Scirocco R-Cup von 2010 bis 2014 fünf Jahre lang im Rahmen der DTM.

 

Im Bild: Das Fahrerfeld des Scirocco R-Cup beim Abschlussrennen 2014 am Hockenheimring. Der Litauer Robertas Kupcikas (Nr. 32) kämpft mit Jordan Lee Pepper aus Südafrika (Nr. 17) um die Führung.

Pause