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RALLYE SPANIEN.

Große Momente: Von zerplatzten Hoffnungen, geschenkten Siegen und der Rückkehr des Zweirad-Antriebs.

RALLYE SPANIEN.

Im Jahr 1957 veranstaltete der Real Automóvil Club de Cataluña (RACC) die erste „Rally Catalunya“. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Veranstaltung zur bedeutendsten Rallye des Landes. Ab 1975 gehörte sie der Europameisterschaft an, ab 1991 der Rallye-Weltmeisterschaft. Zur Saison 2002 zog die Veranstaltung von Lloret de Mar ins westlich von Barcelona gelegene Salou um, der Standortwechsel tat der Beliebtheit ebenso wenig Abbruch wie das Karriereende von Volksheld Carlos Sainz, dem zweifachen Sieger der Rallye Spanien.

Intro

1984

Defekt verhindert

sechsten Zanini-Sieg.

Fünf Heimsiege hatte Lokalmatador Antonio Zanini aus Barcelona bereits auf seinem Konto, in einem spektakulären Ferrari 308 GTB wollte der Katalane erneut bei der Rallye Catalunya triumphieren. Bis zur 26. von 32 Wertungsprüfungen sah es gut aus für Zanini, er führte das Feld an. Doch dann brach eine Antriebswelle an seinem Ferrari und zwang ihn zur Aufgabe. Der Sieg ging an seinen Landsmann Beny Fernández im Opel Manta 400.

1984

1991

Schwarz siegt nach

Sainz-Ausfall.

1990 war mit Carlos Sainz zum ersten Mal ein Spanier Weltmeister geworden, nur ein Jahr später steuerte der WM-Zirkus erstmals das Land des neuen Champions an. Sainz hatte die Rallye Catalunya nie zuvor gewonnen und wollte dieses Kunststück selbstverständlich beim WM-Debüt nachholen. Als der Sieger gefeiert wurde, saß „El Matador“ aber schon im heimischen Wohnzimmer. Sein Toyota Celica GT-Four war am zweiten Tag einfach nicht mehr angesprungen, und mit dem Ausfall waren auch seine Hoffnungen auf eine Titelverteidigung passé. Dass der Sieg an Sainz deutschen Teamkollegen Armin Schwarz ging, dürfte den Volkshelden wenig getröstet haben.

1991

1995

Der geschenkte Sieg.

Carlos Sainz erzielte seinen zweiten Sieg nach 1992 vor heimischem Publikum. In der WM-Tabelle zog er dadurch vor dem Saisonfinale mit seinem Subaru-Teamkollegen Colin McRae gleich. Dennoch herrschte für den Spanier nicht nur eitel Sonnenschein. Das lag zum einen daran, dass er den Sieg bei der Rallye Catalunya nur der Stallregie des Subaru-Teams zu verdanken hat. McRae musste sich auf Anweisung seines Teams zurückfallen lassen, damit Sainz gewinnt. Zum anderen musste Sainz mit ansehen, wie sein künftiger Arbeitgeber Toyota wegen eines illegalen Turbo-Restriktors disqualifiziert und anschließend für ein Jahr gesperrt wurde.

1995

1997

Ein Finne siegt auf

Asphalt.

Finnen gelten gemeinhin als beste Rallyefahrer der Welt, nur auf Asphalt können sie in der Regel nicht mit ihren südeuropäischen Kollegen mithalten. Tommi Mäkinen war eine der wenigen Ausnahmen. Bei der Rallye Catalunya 1997 schlug völlig unerwartet eine seiner größten Stunden. Obwohl sein Mitsubishi Lancer noch nach Gruppe-A-Reglement aufgebaut war, während Subaru und Ford schon World Rally Cars einsetzten, hielt der Finne seine Konkurrenten erfolgreich hinter sich. Der Abstand zum zweitplatzierten Piero Liatti (Subaru) betrug im Ziel zwar nur sieben Sekunden, das soll Mäkinens Leistung aber nicht schmälern.

1997

1999

Es geht auch noch ohne

Allrad.

Seit den ersten Erfolgen des Audi quattro war der Vorteil von allradgetriebenen Rallye-Autos offensichtlich. Logischerweise rüsteten innerhalb kurzer Zeit alle Hersteller auf Allrad um. Der Zweiradfraktion gelangen nur noch vereinzelte Achtungserfolge, vor allem bei den Asphaltrallyes. Doch Ende der 90er Jahre gab es wieder eine Generation von zweiradgetriebenen Fahrzeugen, die es auf befestigtem Untergrund mit den aktuellen World Rally Cars aufnehmen konnten. Durch einen Gewichtsvorteil von 270 Kilogramm waren die 2-Liter-Kit-Cars auf Augenhöhe mit den WRCs. Bei der Rallye Catalunya und der Tour de Corse gelang Philippe Bugalski sogar der Gesamtsieg im Citroën Xsara Kit Car.

1999

2013

Zwei Fliegen mit einer Klappe:

Doppelsieg und Konstrukteurs-Titel geholt.

Mit dem Doppelsieg von Sébastien Ogier und Teamkollege Jari-Matti Latvala bei der Rallye Spanien war das Triple perfekt: Bereits vor dem finalen Saisonlauf in Großbritannien lag Volkswagen in der Herstellerwertung nun uneinholbar in Führung. Action gab es beim vorletzten Durchgang in Spanien reichlich: Nachdem Sébastien Ogier am Samstag zunächst durch einen Reifenschaden ausgebremst wurde und zwischenzeitlich auf Rang sechs zurückfiel, legte der Franzose im Anschluss eine grandiose Aufholjagd hin und kämpfte sich mit einem Feuerwerk an Bestzeiten zurück an die Spitze. Am Sonntag entwickelte sich im spanischen Staubnebel ein packendes Duell zwischen Ogier und seinem Teamkollegen Latvala, der die Rallye lange Zeit anführte. Gegen den anstürmenden Ogier konnte sich der Finne dann allerdings nicht zur Wehr setzen: Ein technisches Problem kurz vor Ende der Rallye kostete wertvolle Zeit.

2013