Rallye Polen.

30. Juni bis 03. Juli 2016.


Aktuelle Reportagen, exklusive Hintergrundberichte, Interviews, spektakuläre Fotos – einfach alles zur Rallye Polen 2016. Hier sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Zeitplan

 

Hinweis: Angaben im Zeitplan entsprechen der MESZ (Stand: 16.05.2016).

Donnerstag, 30.06.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:00   Shakedown (Lubiewo)      
18:45   Offizieller Start (Mikołajki)      
19:08 WP 01 Mikołajki Arena 1 01,03 km 02,50 km 00,85 km

Freitag, 01.07.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
07:15 WP 02 Chmielewo 1 15,27 km 06,52 km  
09:00 WP 03 Wieliczki 1 86,68 km 17,30 km  
10:10 WP 04 Swietajno 1 38,09 km 21,14 km  
10:55 WP 05 Stare Juchy 1 14,79 km 13,50 km 87,42 km
13:55 WP 06 Chmielewo 2 15,27 km 06,52 km  
15:40 WP 07 Wieliczki 2 86,68 km 17,30 km  
16:50 WP 08 Swietajno 2 38,09 km 21,14 km  
17:35 WP 09 Stare Juchy 2 14,79 km 13,50 km  
19:28 WP 10 Mikołajki Arena 2 86,72 km 02,50 km 00,85 km

Samstag, 02.07.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
09:55 WP 11 Gołdap 1 118,13 km 14,75 km  
11:25 WP 12 Stańczyki 1 49,53 km 25,27 km  
12:15 WP 13 Babki 1 23,05 km 21,02 km 22,22 km
14:50 WP 14 Stańczyki 2 37,07 km 25,27 km  
15:40 WP 15 Babki 2 23,05 km 21,02 km  
16:50 WP 16 Gołdap 2 24,48 km 14,75 km  
19:08 WP 17 Mikołajki Arena 3 101,73 km 02,50 km 00,85 km

Sonntag, 03.07.2016

Uhrzeit WP Name Verbindung WP-Kilometer Verbindung
08:20 WP 18 Baranowo 1 15,02 km 21,25 km  
09:08 WP 19 Sady 1 06,15 km 08,55 km 03,43 km
10:50 WP 20 Baranowo 2 15,02 km 21,25 km 10,61 km
12:08 WP 21 Sady 2 04,88 km 08,55 km 03,43 km

Sonntag, 03.07.2016


Mit Extra-Portion Courage: Mikkelsen feiert in Polen zweiten Rallye-WM-Sieg, Ogier und Volkswagen „Halbzeitmeister“. Das Video.

Foto: Kräling


Die besten Bilder des Tages (5)


Tageszusammenfassung

Atemberaubendes Finale krönt Mikkelsen zum Sieger!

 

Er hat nicht aufgegeben, er hat bis zum Schluss gekämpft – und er wurde belohnt. Am Ende von drei gleichermaßen fordernden wie spannenden Tagen hat sich Andreas Mikkelsen den Sieg bei der Rallye Polen geholt – es ist der zweite Gesamtsieg seiner Karriere. Und wie bereits beim ersten Triumph in Spanien 2015 war das Drehbuch an Drama und Spannung nicht zu überbieten.

 

Hand aufs Herz: Bis zur vorletzten Wertungsprüfung sah vieles nach dem ersten Sieg von Ott Tänak (Ford) aus. Der Este hatte seine späte Startposition die Tage zuvor perfekt ausgenutzt, war eine fehlerfreie Rallye gefahren und lag mit rund 20 Sekunden in Front – der Sieg schien zum Greifen nahe.

 

Und dann? Auf der vorletzten Prüfung folgte das Drama. Reifenschaden, Zeitverlust – Führungswechsel. Rund 40 Sekunden büßte Tänak auf seinen härtesten Konkurrenten ein – der Traum vom Sieg war ausgeträumt. Als der Este am Ende als Zweiter das Ziel erreichte, wurde er unter anderem von Sébastien Ogier und einigen weiteren Fahrern in Empfang genommen und auf Händen getragen. Eine große Geste – in diesem Moment aber wahrscheinlich ein eher schwacher Trost für Tänak.

 

Somit steht Mikkelsen zum zweiten Mal in seiner Karriere ganz oben auf dem Podium – einer fantastischen fahrerischen aber auch moralischen Meisterleistung zum Dank. Auch als der Gesamtsieg nach Ende des zweiten Tages schon in weite Ferne gerückt war, hörte der Norweger nicht auf zu kämpfen. Wie schon bei seinem ersten Sieg bei der Rallye Spanien 2015 wurde somit eine großartige Moral belohnt.

 

Nur allzu gerne hätte auch Sébastien Ogier um den Sieg gekämpft, das Motto des Franzosen aber lautete: „Business as usual“. Mal wieder kämpfte der dreimalige Weltmeister um jeden Meter, um jede Sekunde und bis zum Ende – mal wieder wurde er für seinen Kampfgeist nicht entlohnt. Die Startreihenfolge beherrschte auch in Polen die ersten beiden Tage und raubte dem Franzosen jegliche Chance auf den Sieg. Aufgeben? Nicht mit dem Champ. Bei umgekehrter Startreihenfolge zeigte der Franzose am Sonntag nochmal eindrucksvoll, warum er bereits drei WM-Titel innehat, schnappte sich unter anderem die Bestzeit in der Powerstage und bescherte den Fans zudem ein fesselndes Duell mit Jari-Matti Latvala um den fünften Rang – mit dem besseren Ende für den Finnen.

 

Auch für Jari-Matti Latvala nahm die Rallye Polen ein versöhnliches Ende. Vergebens hatte der Finne am Donnerstag und am Freitag nach dem richtigen Gefühl für die schnellen Pisten gesucht und schließlich immer besser in die Spur gefunden. Am Ende reichte es sogar noch zu einer Bestzeit, auch am Sonntag mischte er ganz vorne mit und holte sich das nötige Selbstvertrauen für die nun anstehende Heim-Rallye in Finnland.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Was für eine verrückte Rallye!“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Gratulation an Andreas und Anders, die die gesamte Rallye einen starken Job gemacht haben. Aber auch viel Respekt für die Leistung von Ott Tänak. Wie immer in Polen war er superschnell unterwegs. Am Ende der Powerstage habe ich versucht, ihn ein wenig zu trösten. Wenn du so kurz vor deinem ersten Rallye-WM-Sieg stehst, tut es besonders weh. Für Julien und mich war es ein hartes Wochenende, deshalb bin ich froh, wenigstens ein paar Punkte für die WM-Wertung geholt zu haben. Die Bedingungen heute waren unglaublich rutschig, die schwierigsten seit langem. Es ging nur darum, den Polo heil nach Hause zu bringen. Jetzt freue ich mich auf meine Frau und meinen kleinen Sohn zu Hause. Für Tim habe ich so viele Geschenke bekommen, dass ich vielleicht noch einen Extra-Koffer besorgen muss.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Als erstes gehen meine Glückwünsche an meinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen. Er ist eine fantastische Rallye gefahren. Für Ott Tänak ist es natürlich bitter, so kurz vor Schluss den ersten Platz noch zu verlieren, aber so gnadenlos ist unser Sport. Für mich war es der beste Tag der Rallye Polen. Leider habe ich erst viel zu spät meinen Rhythmus gefunden. Dennoch sind die guten Zeiten in den Wertungsprüfungen und der zweite Platz in der Powerstage ein versöhnlicher Abschluss und bringen zudem wichtige Punkte in der Herstellerwertung. Jetzt kommt mit der Rallye Finnland mein Heimspiel und das Highlight des Jahres. Darauf freue ich mich besonders und werde mich bestens darauf vorbereiten.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Was für ein krönender Abschluss, was für eine verrückte Rallye. Wir haben von Anfang an alles gegeben, was wir zu leisten imstande waren. Nur so konnten wir den Nachteil ausgleichen, früh auf die Strecke gehen zu müssen. Wir wussten, dass wir heute bei den unvorhersehbaren Bedingungen noch eine Chance bekommen könnten, mit um den Sieg zu fahren. Als sie da war, haben wir sie genutzt. Die Rallye gewonnen zu haben, ist einfach fantastisch, gerade weil es der erste Sieg zusammen mit meinem Beifahrer Anders Jæger ist. Wir sind Freunde und haben so vieles zusammen erlebt. Das hier ist nochmal etwas Besonderes. Ich fühle aber auch mit Ott Tänak und Raigo Mõlder mit, die kurz vor dem Ziel den Sieg durch einen Plattfuß verloren haben. Ich selbst habe eine ähnliche Situation vergangenes Jahr in Schweden selbst erlebt.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Andreas Mikkelsen und Anders Jæger können stolz auf ihre Leistung sein. Sie haben couragiert gekämpft, bis zum Schluss nie aufgegeben und verdient gewonnen. Für Ott Tänak und Raigo Mõlder ist der späte Rückschlag natürlich sehr schade, sie hätten den Sieg genauso gut verdient gehabt. Respekt also vor ihrer Leistung – ihre Stunde in der Rallye-WM wird ganz sicher noch kommen. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben ebenfalls Herausragendes geleistet, auch wenn das angesichts des zu erwartenden Zeitverlustes für die Ersten auf der Strecke im Ergebnis untergeht. Sie waren wesentlich besser, als ihr Resultat vermuten lässt. Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila haben sich nach einem durchwachsenen Beginn der Rallye gut in die Rallye Polen zurückgekämpft. Alles in allem sind wir mit der Leistung des gesamten Teams zufrieden. Die gesamte Truppe hat fehlerfrei gearbeitet und nicht einen Millimeter hergeschenkt.“


Endstand nach 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 A. Mikkelsen / A. Jæger 2:37.34,4 Std.
2 O. Tänak / R. Mõlder +26,2 Sek.
3 H. Paddon / J. Kennard +28,5 Sek.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +29,3 Sek.
5 J. Latvala / M. Anttila +33,8 Sek.
6 S. Ogier / J. Ingrassia +40,3 Sek.
7 C. Breen / S. Martin +2.01,4 Min.
8 M. Østberg / O. Fløene +3.04,6 Min.
9 E. Camilli / B. Veillas +5.23,1 Min.
10 T. Suninen / M. Markkula +5.53,3 Min.

Zahl des Tages

106,16

 

Die Rallye Polen gehört zu den schnellsten Rallyes im Kalender der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) und bildete den Auftakt zu den Tempowochen, die mit der Rallye Finnland (28.–31.07.2016) ihre Fortsetzung finden. 2016 betrug das Durchschnittstempo 106,16 Kilometer in der Stunde. Und das, obwohl drei traditionell langsame Zuschauerprüfungen sowie die verregneten Prüfungen am Sonntag das Tempo der gesamten Rallye deutlich verlangsamten.


Tag 3 in Polen.


Samstag, 02.07.2016


Die besten Bilder des Tages (10)


Tageszusammenfassung

Mikkelsen kämpft um Sieg – Ogier und Latvala um Punkte.

 

Aus fünf mach drei: Versetzte am Freitag noch ein spannender Fünfkampf die Rallye-Welt in Staunen, so sind nach dem zweiten Tag in Polen noch drei Anwärter auf den Sieg übrig geblieben. Ott Tänak (Ford, EST), Hayden Paddon (Hyundai, NZL) und Volkswagen Fahrer Andreas Mikkelsen dürfen sich vor dem Schlusstag berechtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen.

 

Bereits am Freitag hatten Tänak und Mikkelsen verbissen um die Führung gekämpft, dieses Duell sollte auch am zweiten Tag der Rallye Polen seine Fortsetzung finden – mit dem besseren Ende für den Esten. Tänak wusste von seinem Vorteil, später in die Wertungsprüfungen zu starten, Gebrauch zu machen und sicherte sich am Vormittag drei von drei möglichen Bestzeiten.

 

Mikkelsens Antwort folgte am Nachmittag: Bestzeit auf der 14., zweitbeste Zeit auf der 15. Prüfung, der Norweger machte Sekunde um Sekunde gut, ehe er auf der vorletzten Stage des Tages ein wenig zu sehr ans Limit ging und durch einen Fahrfehler an einer Straßenkreuzung Zeit einbüßte. 

 

So stand am Ende des zweiten Tages ein Rückstand von 21,3 Sekunden auf dem Zeitenmonitor, der Norweger geht als Zweitplatzierter in den finalen Tag. Dort ist nach wie vor alles möglich, Mikkelsens Blick wird sich gleichzeitig aber auch in den Rückspiegel richten. Der derzeit drittplatzierte Paddon erwies sich an Tag zwei als hartnäckiger Verfolger, gerade einmal 6,5 Sekunden beträgt sein Rückstand auf Mikkelsen.

 

Für die beiden weiteren Volkswagen Piloten wird es wohl nicht mehr zum Sieg reichen, wacker geschlagen haben sie sich aber dennoch. Mal wieder wurde Ogier am Morgen durch die Starter-Regel ausgebremst, mal wieder wurde dem Champ die Rolle der Kehrmaschine für die weiteren Fahrer zugedacht. Ein Nachteil, der sich in den Zeiten und auch in der Platzierung niederschlug, Ogier geht auf Rang sechs in den Sonntag und kämpft dort um wichtige WM-Punkte. Der Hauptkonkurrent um Rang fünf kommt aus dem eigenen Lager.

 

Haderte Jari-Matti Latvala am ersten Tag noch mit dem Gefühl für die Strecke, so hat er dieses wohl irgendwo zwischen den polnischen Feldern und Seen gefunden. Auf der vorletzten Wertungsprüfung holte sich „JML“ die Bestzeit und ist auf Platz fünf liegend derzeit 21,0 Sekunden hinter Thierry Neuville (Hyundai, B) und 3,6 Sekunden vor Ogier.

 

Vier weitere Prüfungen stehen am Sonntag auf dem Programm, 59,6 Kilometer werden dabei zurückgelegt und Prognosen zufolge soll es zu Regenschauern kommen. Die zahlreichen polnischen Fans dürfen sich also auf einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg freuen, ehe es am Ende heißt: Aus drei mach eins.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

 „Wir wollen gewinnen, auch wenn es schwer wird.“


Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ein Tag mit erneut sehr schönen und superschnellen Prüfungen bei der Rallye Polen, aber für mich in der Rolle des ,Straßenkehrers‘ einer der härtesten Tage überhaupt. Von daher fällt es schwer, den Fahrspaß bei diesem Tempo wirklich zu genießen. Julien und ich waren absolut am Limit und einige Male auch darüber hinaus. Wir hatten sogar ein paar heikle Momente. In jedem Fall bin ich ziemlich erschöpft, sowohl vom Fahren als auch von den hohen Temperaturen im Cockpit. Wir geben bis zum Ende alles – und dann sehen wir, was dabei herauskommt.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Der zweite Tag bei der Rallye Polen lief auf jeden Fall besser als der erste. Die Änderungen an der Abstimmung unseres Polo R WRC haben Wirkung gezeigt. Das haben nicht nur mein Gefühl, sondern auch die Zeiten bestätigt. Hier und da habe ich immer noch ein paar Fehler gemacht, und das Tempo der Führenden konnte ich nicht immer mitgehen. Insgesamt habe ich aber auf die Nachfolgenden dennoch Zeit gutgemacht. Am Ende des Tages bin ich auf der 16. Wertungsprüfung sogar die Bestzeit gefahren. Mit Sicherheit wird dies nicht als meine beste Rallye in die Geschichte eingehen, aber noch ist sie nicht vorbei und ich werde weiterhin alles versuchen, sie positiv abzuschließen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein absolut harter Tag heute bei der Rallye Polen – und wir waren die ganze Zeit am Limit. Durch die Startposition sind es faktisch zwei verschiedene Rallyes. Eine für jene, die die Route eröffnen, und eine für die, die eine freigefegte Strecke vorfinden. Wir haben heute alles, wirklich alles, gegeben, um unseren Nachteil auszugleichen und haben Strecke und Material ausgereizt. Ein kleiner Fehler meinerseits hat uns um etwa fünf Sekunden zurückgeworfen, als wir an einem Abzweig zu spät gebremst haben und zu weit herausgerutscht sind. Abgesehen davon konnten wir heute nicht mehr ausrichten. Aufgeben gilt aber keinesfalls: Morgen werden wir noch einmal alles in die Waagschale werfen. Wir wollen gewinnen, auch wenn es schwer wird.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Keine Frage: Alle drei Volkswagen Crews haben heute das Maximum gegeben, um weiter im Kampf um Sieg und Platzierungen eine gute Ausgangslage zu haben. Die Route zu eröffnen, war einmal mehr alles andere als ein Vorteil. Leider können sich Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und vor allem Andreas Mikkelsen für ihre couragierten Leistungen unter diesen Bedingungen nicht belohnen. Sie werden allerdings morgen auf den abschließenden 60 Kilometern noch einmal attackieren. Ott Tänak und Raigo Mõlder zeigen eine tolle Leistung und führen die Rallye Polen zu Recht an. Sie sollten aber auch wissen: Wir haben den Sieg bei der Rallye Polen noch nicht abgeschrieben.“


Stand nach 17 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 O. Tänak / R. Mõlder 2:05.37,2 Std.
2 A. Mikkelsen / A. Jæger +21,3 Sek.
3 H. Paddon / J. Kennard +27,8 Sek.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +43,5 Sek.
5 J. Latvala / M. Anttila +1.04,5 Min.
6 S. Ogier / J. Ingrassia +1.08,1 Min.
7 S. Lefebvre / G. Morau +1.21,2 Min.
8 C. Breen / S. Martin +1.33,2 Min.
9 E. Camilli / B. Veillas +2.10,6 Min.
10 M. Østberg / O. Fløene +2.14,9 Min.

Zahl des Tages

521

 

Neben der enormen Hitze war auch der Staub am Rallye-Samstag von Polen ein Thema. Auch für Michael Ziegler, der als sogenannter Parts Chief für die Ersatzteilversorgung verantwortlich ist. Er wechselt in jedem Mittags- und Abendservice vorsorglich die Luftfilter der drei Polo R WRC. Seit dem ersten Start mit dem World Rally Car aus Wolfsburg bei der Rallye Monte Carlo 2013 war das bisher 521 Mal der Fall.


Mittagsbericht

Die mit dem Staub kämpfen.

 

13 Wertungsprüfungen sind bei der Rallye Polen absolviert. Das bestimmende Thema ist vor allem der Kampf um die Spitzenposition zwischen Ott Tänak (Ford) und Volkswagen Fahrer Andreas Mikkelsen. Sie drücken der Vollgas-Veranstaltung in Masuren bisher ihren Stempel auf. Während sie sich am Freitag noch mit dem Erzielen von Bestzeiten abwechselten, war am Samstagvormittag ganz klar Tänak tonangebend. Er knallte direkt mal einen Hattrick in den polnischen Schotter.

 

Mikkelsen hatte das Nachsehen, hielt aber dennoch Gesamtrang zwei. Ein ebenso bestimmendes Thema sind die schwierigen Pistenbedingungen. „Wir haben wirklich alles gegeben, aber wir mussten leider den Straßenkehrer spielen, so viel Staub war auf dem Untergrund“, sagte Mikkelsen, der aber recht zufrieden hinzufügte: „Das Auto liegt gut und es läuft trotz alledem nicht allzu schlecht.“

 

Mikkelsen geht am Samstag als dritter Fahrer auf die Strecke. Vor ihm Dani Sordo (Hyundai) und Teamkollege Sébastien Ogier. Letzterer war sichtlich angefressen. Denn auf der staubigen Piste rutschte der Weltmeister hin und her. „Ich fahre wirklich am Limit, mehr geht nicht“, sagte Ogier. „Ein paar Mal habe ich das Limit sogar überschritten und bin leicht in den Straßengraben gekommen.“ Ogiers Hoffnun liegt jetzt auf dem Nachmittag, wenn die schnellen Pisten etwas sauberer sein dürften. Laut Mikkelsen könnten sich die Straßenbedingungen aber auch verschlechtern: „Es bilden sich schon kleine Furchen im Untergrund.“ Hoffentlich hält die Strecke.

 

Besser in Fahrt kommt derweil Jari-Matti Latvala. Er schob sich im Verlauf des Vormittags an Teamkollege Ogier vorbei und ist jetzt Fünfter. Und das, obwohl er einmal bei einer Kreuzung geradeaus schoss. „Mein Motor ging aus und ich musste ihn neu starten“, sagte Jari-Matti. „Da haben wir ein paar Sekunden verloren. Das Auto fühlte sich aber insgesamt besser an, ich habe jetzt mehr Vertrauen.“ Am Nachmittag stehen noch vier Wertungsprüfungen auf dem Programm, darunter die drei vom Vormittag sowie die spektakuläre Mikołajki-Arena-Prüfung.

 

 

 

Die Gesamtwertung nach 13 von 21 Wertungsprüfungen: 

 

1. Ott Tänak (Hyundai) 1:32.46,5 Std.

2.  Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) +18,0 Sek.
3. Hayden Paddon (Hyundai) +24,9 Sek.
4. Thierry Neuville (Hyundai) +40,3 Sek.
5. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +58,9 Sek.

6. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +59,1 Sek.


Tag 2 in Polen.


Freitag, 01.07.2016


Die besten Bilder des Tages (15)


Tageszusammenfassung

High five! Spannender Kampf an der Spitze, Mikkelsen und Ogier mittendrin.

 

Fünf Fahrer an der Spitze der Rallye Polen, alle innerhalb von nur 20 Sekunden! Klingt nach einem Thriller? Ist auch einer. Ott Tänak (Ford, EST), Hayden Paddon (Hyundai, NZL), Thierry Neuville (Hyundai, B) sowie die beiden Volkswagen Piloten Andreas Mikkelsen (N) und Sébastien Ogier (F) – fünf Fahrer in den Hauptrollen schicken sich an, aus der Rallye Polen einen Krimi zu machen. Bislang mit Erfolg.

 

Vor allem der Kampf um die Spitze sorgte bislang für Hochspannung – bei Höchstgeschwindigkeiten. Mikkelsen gegen Tänak lautet das Duell, das Tausende polnische Rallye-Fans in Spannung versetzt. Mal schob sich der eine Fahrer an die Spitze, dann folgte der Konter des anderen Piloten. Ein Wimpernschlag von 0,3 Sekunden lag nach der siebten Wertungsprüfung zwischen den beiden – umgerechnet in Meter: 9,85. Auch auf den drei folgenden Prüfungen konnte sich keiner der beiden absetzen, 4,2 Sekunden lag Tänak am Ende des ersten Tages vor dem Volkswagen Fahrer.

 

Doch der Spannung damit nicht genug: Auch dahinter geht es reichlich eng zu. Mit 10,2 Sekunden auf die Spitze liegt derzeit Paddon auf dem dritten Rang, dicht gefolgt von Ogier auf Rang vier und 6,1 Sekunden Rückstand. Der frischgebackene Vater erwies sich mal wieder als Kämpfer und trotzte dem Nachteil, die Wertungsprüfungen eröffnen zu müssen, in weltmeisterlicher Manier. Zum Tagesabschluss holte er sich zudem den Super-Special-Stage-Sieg. Mit nur 16,3 Sekunden Rückstand auf den Führenden ist nach wie vor alles möglich für den Franzosen. Platz fünf belegt der Sieger der Rallye Italien, Neuville, 20,4 Sekunden hinter Tänak.

 

Einer fehlt noch: Jari-Matti Latvala! Wie bereits in der Vergangenheit erwischte der Finne keinen perfekten Start in die Rallye Polen. „JML“ klagte über mangelndes Gefühl für das Auto und hatte zudem mit einem Reifenschaden gleich zu Beginn des Tages zu kämpfen.
 

Abschreiben? Sollte man Latvala auf keinen Fall! Der erfahrene Finne hat in der Vergangenheit schon einige Male gezeigt, dass er sich im Laufe einer Rallye steigern kann. Wieso nicht auch dieses Mal? Sein Rückstand von 36,6 Sekunden auf die Führung hält sich zudem noch im Rahmen. Und dass sich der Volkswagen Polo R WRC in Polen wohlfühlt, das haben die Teamkollegen schon gezeigt. 

 

Mit rund 124 Wertungskilometern wartet morgen der längste Tag der Rallye auf die Fahrer, insgesamt sieben Prüfungen gilt es zu absolvieren, die nächste Runde des Fünfkampfs kann beginnen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Es war eine wahre Freude.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Eine Entwarnung an meine Fans kann ich geben: Auch als frischgebackener Vater lupfe ich den Gasfuß nicht mehr als zuvor. Im Gegenteil, bei den extrem schnellen Prüfungen hier in Polen sind wir Tempo-mäßig fast ununterbrochen am Limit. Das bereitet einem als Fahrer zwar jede Menge Spaß im Cockpit, aber mit meiner Startposition wird es dadurch auch sehr schwer, ein paar Sekunden auf die Konkurrenz gutzumachen. Trotzdem bin ich mit unserer Leistung sehr zufrieden, Julien und ich haben wie immer alles gegeben. Allein am Morgen haben wir möglicherweise ein paar Zehntel liegen gelassen.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Der Tag war für mich eher durchwachsen. Heute am Vormittag habe ich einfach nicht in einen vernünftigen Rhythmus gefunden. Das haben auch die Zeiten klar widergespiegelt. Dazu kam dann noch ein schleichender Plattfuß auf der vierten Wertungsprüfung. Im Mittagsservice haben wir ein paar Dinge an der Abstimmung des Polo R WRC verändert und es lief etwas besser. Zufrieden kann ich damit aber nicht sein. Fahrer und Auto waren heute einfach keine Einheit. Aber aufgeben werde ich natürlich nicht. Wir werden mit meinem Team an einer Strategie für morgen arbeiten und dann noch einmal angreifen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Ein packender Tag mit einem großen Kampf um die Führung. Am Morgen habe ich mich im Polo extrem wohlgefühlt, es war eine wahre Freude, diese schnellen und schönen Wertungsprüfungen anzugehen. Am Nachmittag war ich mit der Abstimmung allerdings nicht zu 100 Prozent zufrieden. Dennoch: Wir haben Gas gegeben, versucht, keine Sekunde nachzulassen und keine Zehntelsekunde herzuschenken. Alles in allem bin ich zufrieden, denn wir haben das Maximum herausgeholt. Zwei herausfordernde Tage kommen noch – und auf die freuen wir uns.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Ein absolut spannender Tag in der Rallye-WM, und großartige Leistungen von Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier. Sie haben aus ihrer Startposition und den Bedingungen, die sie vorgefunden haben, das Maximum herausgeholt. Gerade Andreas liefert eine starke Leistung ab und bietet den Fans eine großartige Show. Der Ausgang der Rallye ist offen. Sébastien ist, wie Andreas, im Kampf um den Sieg dabei, es warten noch elf packende Sonderprüfungen an den beiden kommenden Tagen auf uns. Jari-Matti Latvala war heute nicht ganz zufrieden, hat nicht in seinen Rhythmus gefunden und war noch nicht eins mit dem Polo. Gemeinsam mit ihm werden wir als Team in die Analyse gehen und daran arbeiten, dass er hier in Polen mit um ein Podiumsresultat kämpfen kann.“


Stand nach 10 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 O. Tänak / R. Mõlder 1:01.23,0 Std.
2 A. Mikkelsen / A. Jæger +4,2 Sek.
3 H. Paddon / J. Kennard +10,2 Sek.
4 S. Ogier / J. Ingrassia +16,3 Sek.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +20,4 Sek.
6 J. Latvala / M. Anttila +36,6 Sek.
7 S. Lefebvre / G. Moreau +39,4 Sek.
8 C. Breen / S. Martin +41,1 Sek.
9 E. Camilli / B. Veillas +58,6 Sek.
10 M. Østberg / O. Fløene +1.06,7 Min.

Zahlen des Tages

4 und 2

 

Die Wertungsprüfung „Wieliczki“ hatte in der jüngeren Geschichtsschreibung der Rallye Polen Besonderheit erlangt, weil sie anno 2014 mit 136,88 km/h Durchschnittstempo die bis heute schnellste je mit dem Polo R WRC absolvierte Prüfung darstellt. 2015 und 2016 wurde sie mit jeweils abweichenden Streckenführungen ebenfalls ausgetragen. Vier der bisher sechs ausgetragenen Durchgänge gingen an Andreas Mikkelsen, zwei an Ott Tänak – also eben jene Rallye-WM-Piloten, die sich heute im Volkswagen Polo R WRC und im M-Sport-Ford Fiesta RS WRC ein sehenswertes Duell um die Führung lieferten.


Mittagsbericht

Mikkelsen voll in Fahrt.

Andreas Mikkelsen liebt schnelle Rallyes. Mit Highspeed über Kuppen zu springen und im Querdrift ebenso schnell um die Kurve zu jagen, das gefällt dem Norweger. Bei der Rallye Polen entfaltet Mikkelsen bislang die pure Freude am Fahren. Und das, obwohl die Bedingungen gar nicht einfach sind. Denn die Schotterpisten rund um Mikołajki in Masuren sind so staubtrocken, dass sie schon aufbrechen.

 

„Der Morgen verlief für mich ganz gut, allerdings nicht perfekt. Da wäre mehr drin gewesen“, sagte Andreas nach vier von neun Prüfungen am ersten Tag, darunter die wohl schnellste, Wieliczki, die er in Bestzeit und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 115,63 km/h abspulte. Mikkelsen nutzte jeden Zentimeter der Strecke aus und nahm den einen oder anderen Grasbüschel mit. Andreas hart am Limit.

 

Mikkelsen hat die Konkurrenz jedoch im Nacken sitzen. Allen voran: Hayden Paddon (Hyundai), dem gerade einmal 2,6 Sekunden auf die Spitze fehlen. Auch Ott Tänak ist bei der Musik, dem Ford-Fahrer fehlen nur sechs Sekunden auf Mikkelsen. 

 

Andreas’ Teamkollege Sébastien Ogier liegt momentan auf dem vierten Platz und hadert ein wenig mit seiner Startposition. Die Pisten in Polen sind unerwartet rutschig und müssen erst einmal sauber gefahren werden. „Ich kann hier wirklich nicht viel ausrichten“, sagte Seb. „Wir tun aber, was wir können.“ Am Nachmittag werden die Prüfungen noch mal durchfahren, dann dürften die Straßen weniger staubig und somit griffiger sein.

 

Ratlos ist derzeit der dritte Volkswagen Fahrer im Bunde. Jari-Matti Latvala hatte sich für die Rallye Polen viel vorgenommen, liegt aber schon 20,1 Sekunden zurück. Eigentlich mag der schnelle Finne schnelle Rallyes. Man bedenke die unglaublichen Vorstellungen bei seiner Heimatrallye in den letzten beiden Jahren. In Polen plagen „JML“ jedoch Anpassungsschwierigkeiten. „Ich finde einfach kein Gefühl fürs Auto“, sagte Jari-Matti. „Ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Kopf hoch, Jari. Die Rallye ist noch lang. Es warten noch 16 Wertungsprüfungen.




Die Gesamtwertung nach 5 von 21 Wertungsprüfungen:

 

1. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 30.55,1 Min.
2. Hayden Paddon (Hyundai) +2,6 Sek.

3. Ott Tänak (Ford) +6,0 Sek.
4.  Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +9,3 Sek.
5. Thierry Neuville (Hyundai) +14,7 Sek.
6. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +20,1 Sek.


Tag 1 in Polen.


Donnerstag, 30.06.2016


Die besten Bilder des Tages (10)


Tageszusammenfassung

Die Hochgeschwindigkeits-Spiele haben begonnen.

 

Bitte anschnallen, die Vollgasveranstaltung hat begonnen – erfolgreich begonnen: mit starken Zeiten made in Wolfsburg. Dass sich der Volkswagen Polo R WRC in Polen wohlfühlt, hat er bereits in den beiden vergangenen Jahren bewiesen. Zwei Auftritte, zwei Siege, beide von Sébastien Ogier – so die bisherige Bilanz des Volkswagen Teams in Polen. Und auch in diesem Jahr scheint das mit 318 Pferdestärken ausgestattete World Rally Car gut gewappnet zu sein – für eine der schnellsten Rallyes im Kalender.

 

Schon im Shakedown am Vormittag, dem freien Training der WRC, überzeugte das Volkswagen Trio mit den Plätzen eins, zwei und sechs – ein guter erster Eindruck, der am Abend bestätigt wurde. Auf der 2,50 Kilometer langen Zuschauerprüfung „Mikołajki Arena 1“ landeten Andreas Mikkelsen, Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala auf den Positionen zwei, vier und fünf.

 

Der Anfang für eine erfolgreiche Rallye ist gemacht, mögen die Hochgeschwindigkeitsspiele erfolgreich weitergehen. Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich das Wetter wie gewohnt in Polen von der besten Seite zeigen wird. Wetterberichten zufolge ist es durchaus wahrscheinlich, dass mit Regenschauern zu rechnen ist.

 


Stand nach 1 von 21 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 T. Neuville / N. Gilsoul 1.46,2 Min.
2 A. Mikkelsen / A. Jæger +0,2 Sek.
3 O. Tänak / R. Mõlder +0,3 Sek.
4 S. Ogier / J. Ingrassia +0,4 Sek.
5 J. Latvala / M. Anttila +0,7 Sek.
6 S. Lefebvre / G. Moreau +0,9 Sek.
7 H. Paddon / J. Kennard +1,1 Sek.
8 D. Sordo / M. Martí +1,5 Sek.
9 L. Bertelli / S. Scattolin +1,9 Sek.
10 K. Kruuda / M. Jarveoja +2,0 Sek.

Shakedown-Bericht

The Need for Speed – Volkswagen im Shakedown vorn. 

 

Perfekte Vorbereitung auf die Highspeed-Herausforderung: Volkswagen ist im Shakedown mit Top-Zeiten in die Rallye Polen gestartet. Beim siebten Saisonlauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) setzten Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) im Polo R WRC die Bestzeit, ihre Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) folgten nur eine Zehntelsekunde dahinter. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) beendeten das „Freie Training“ der Rallye-WM auf Platz sechs. Auf der nur 3,6 Kilometer langen Strecke nordwestlich des Service-Parks in Mikołajki erreichten die World Rally Cars aus Wolfsburg ein Durchschnittstempo von 134,58 km/h – und erlebten damit einen wahren Vorgeschmack auf die Rallye Polen.

 

Die Rallye Polen eröffnet die Tempo-Wochen der Rallye-WM. Mit dem WM-Lauf in Ermland-Masuren und der Rallye Finnland in vier Wochen stehen die beiden schnellsten Veranstaltungen im Kalender auf dem Programm. Fünf dieser Tempo-Runden hat der Volkswagen Polo R WRC bisher absolviert, alle fünf gingen bisher an den 318 PS starken Allradler aus Wolfsburg.

 


 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 1.36,3 Min.
2. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 1.36,4 Min.
3. Thierry Neuville (Hyundai) 1.36,5 Min.

4. Hayden Paddon (Hyundai) 1.36,6 Min.

5. Dani Sordo (Hyundai) 1.37,0 Min.

6. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 1.37,3 Min.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Julien und ich sind bestens vorbereitet.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Für mich ist es die erste Rallye als frischgebackener Vater und vielleicht gibt mir das ja eine Extra-Portion Motivation. Der Shakedown lief jedenfalls sehr gut für uns, ich fühle mich wohl im Polo. Julien und ich sind bestens vorbereitet. Dazu mag ich das Streckenprofil der Rallye Polen sehr, die schnellen Prüfungen sind spektakulär und sie zu fahren, macht unglaublich viel Spaß. Besonders für den Motor ist das ein herausforderndes Event, weil wir so lange Vollgaspassagen haben. Aber ich habe 100 Prozent Vertrauen in unsere Ingenieure, von daher gehe ich optimistisch ins Rennen.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Prinzipiell war es ein guter Shakedown, unser Polo fühlte sich gut an. Allerdings waren die Zeiten am Anfang nicht ganz so schnell wie die meiner Konkurrenten. Deshalb haben wir auch noch ein paar Dinge an der Abstimmung ausprobiert. Je länger der Shakedown andauerte, desto schlechter wurden auch die Bedingungen auf der Strecke und damit auch die Zeiten. Man sieht auf jeden Fall, wie eng das Fahrerfeld beieinanderliegt. Das Wetter könnte auch ein entscheidender Faktor bei dieser Rallye werden. Die Hauptsache ist, dass ich ein gutes Gefühl habe. Und das habe ich.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Die Umstellung von der Rallye Italien auf Sardinien auf die Rallye Polen könnte nicht größer sein. Hier muss man wirklich Tempo machen, mutig sein und absolut präzise fahren. Der Shakedown war eine prima Vorbereitung auf das, was die kommenden Tage auf uns wartet. Wir wollten heute ein paar mehr Kilometer machen, um uns an die Bedingungen zu gewöhnen. Ich denke, dass uns das gelungen ist – es ist einfach großartig, diese schönen Schotterstraßen von Polen im Rallye-Tempo anzugehen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Tempo, Tempo, Tempo – darum geht es bei der Rallye Polen und auch der Shakedown war eine gute Vorbereitung auf das große Thema des Wochenendes. Er war zwar nur kurz, dafür aber richtig schnell mit einem Durchschnittstempo von mehr als 130 Kilometern pro Stunde. Er war also ein guter Vorgeschmack auf die kommenden Tage, wenngleich das Wetter wechselhaft werden könnte. Das könnte uns entgegenkommen. So oder so sind wir bestens vorbereitet und freuen uns auf die Rallye Polen.“


Eröffnungstag in Polen.


Mittwoch, 29.06.2016


Die Vorschau der Rallye Polen. Das Video.


Dienstag, 28.06.2016


Vorschau

Mit Vollgas durch den Sommer.

Ob der Sommer wettertechnisch wirklich hält, was er verspricht, bleibt noch abzuwarten. Aber eines ist schon jetzt sicher: Er wird verdammt schnell! Denn Volkswagen stellt sich in der Rallye-WM im Juli den zwei ultimativen Hochgeschwindigkeits-Herausforderungen des Jahres. Zunächst steht am ersten Juli-Wochenende die Rallye Polen an. Ende des Monats folgt die Rallye Finnland.

 

Beide Rallyes sind ein Kontrast zur vergangenen Rallye auf Sardinien, die eine der langsamsten im Kalender ist. In Polen stehen gleich mehrere Wertungsprüfungen an, die es richtig in sich haben. Allen voran: „Wieliczky“, auf der Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen 2014 einen beeindruckenden Rekord aufstellte. Mit einem Durchschnittstempo von 136,88 Stundenkilometer fuhr er so schnell wie sonst noch nie ein Fahrer im Polo R WRC. Die Prüfungen „Swietajno“, „Stańczyki“, „Babki“ und „Baranowo“ sind im Schnitt zwar nicht ganz so schnell, der Speed liegt aber dennoch jenseits von 120 km/h.

 

Die schnellen Prüfungen mit zahlreichen Sprüngen durch die masurische Seenlandschaft – auch das erinnert im Übrigen stark an Finnland – verlangen Mensch und Maschine mal wieder alles ab. Und sie sind nichts für Angsthasen. In den ultra-schnellen Kurven muss man voll auf dem Gas bleiben, um eine gute Zeit zu erzielen. Lupfen kostet da sehr viel Zeit. Durch die schnellen Kurven wird meist im Querdrift gefahren. Die WRC-Autos ziehen eine riesige Staubwolke hinter sich her, die Steine fliegen nur so durch die Gegend. Ein tolles Bild für die Fans. Rallye-Legende Walter Röhrl dürfte vor Stolz feuchte Augen kriegen, sagte er doch eins fast philosophisch: „Gute Fahrer haben die Fliegenreste auf den Seitenscheiben!“

 

Weltmeister Sébastien Ogier, der seit letzter Woche obendrein auch noch Vater ist (Glückwunsch nochmal zum kleinen Tim!), war in den letzten beiden Jahren in Polen klar tonangebend und gewann vor Teamkollege Andreas Mikkelsen, der ihm beide Male dicht auf den Fersen war. Beide kommen mit schnellen Wertungsprüfungen wie denen in Polen bestens zurecht. Seb Ogier hat in Polen mal wieder das „Vergnügen“, die Prüfungen am Freitag und Samstag zu eröffnen. Auf den Pisten rund um Mikołajki ist das allerdings kein so großer Nachteil wie bei den vergangenen Rallyes. Der Grund: Der Untergrund in Polen ist deutlich härter als beispielsweise zuletzt auf Sardinien. Es muss also nicht erst eine weiche Staubschicht weggefahren werden.

 

Mit einem Duell Ogier vs. Mikkelsen sollte zu rechnen sein, man darf allerdings den dritten Volkswagen Fahrer Jari-Matti Latvala nicht außer Acht lassen. Denn auch der Finne fühlt sich in Polen so richtig wohl. Kein Wunder, ähnelt die Rallye doch extrem seiner Heim-Rallye in den Wäldern Finnlands. Und die hat der „Fliegende Finne“ bereits drei Mal gewonnen. In Polen blieb Latvala allerdings bisher glücklos. Mehr als zwei fünfte Plätze waren bislang nicht drin. Vielleicht spielt ihm das Glück aber dieses Mal in Polen in die Hände und „JML“ macht den High-Speed-Sommer zu seinem Sommer. Bei der Rallye Finnland ist er ja sowieso praktisch unschlagbar.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Meine private Situation gibt mir Kraft.“

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Die Rallye Polen ist definitiv ein Event, auf das ich mich jedes Jahr riesig freue. Es erwartet uns eine Hochgeschwindigkeits-Rallye, die vergleichbar ist mit der in Finnland. Ich mag schnelle Strecken besonders, denn sie kommen meinem Fahrstil sehr entgegen. Ich verbinde mit Polen nur Positives, denn wir waren dort in den vergangenen beiden Jahren siegreich. Dort erwartet uns im Vergleich zur Rallye Italien ein komplett anderer Schotter-Typ, der für unser Material nicht ganz so fordernd sein wird. In der Rallye-Weltmeisterschaft läuft es derzeit sehr gut für Julien und mich. Auch wenn der letzte Sieg vier Rallyes zurückliegt, wir haben unsere Führung in der Meisterschaft zuletzt stetig ausgebaut. Deswegen fahre ich selbstbewusst nach Polen. Und auch meine neue private Situation gibt mir zusätzlich Kraft. Ich hatte es mir schon wunderschön vorgestellt, Vater zu sein, aber dass es so überwältigend sein würde – das hätte ich nicht gedacht.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Polen erinnert mich ein wenig an die in Finnland – mit dem Unterschied, dass wir in Polen mehr durch offenes Gelände und Felder fahren, zudem ist der Untergrund etwas weicher. Von der Geschwindigkeit sind sich die beiden Rallyes aber sehr ähnlich, beide sind die schnellsten im gesamten Kalender. Auf schnellen Strecken fühle ich mich normalerweise wohler, das kommt meinem Fahrstil entgegen. Ich denke, durch die vielen schnellen Passagen ist der Vorteil einer höheren Startnummer geringer als bei anderen Rallyes, da die Traktion nicht so entscheidend ist. In den vergangenen beiden Jahren hatte ich zu Beginn der Rallye Polen Probleme, die richtige Geschwindigkeit zu finden. Das will ich dieses Mal verbessern, denn bislang fehlt mir in Polen noch eine Podiumsplatzierung. Der zweite Platz in Italien gibt mir neues Selbstvertrauen. Ich will mich in der Fahrer-WM nun weiter nach vorn arbeiten, aber die Konkurrenz ist natürlich sehr groß.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Die Wertungsprüfungen bei der Rallye Polen sind sehr schnell und flüssig zu fahren – das mag ich und das kommt mir entgegen. Um bei den schnellen Abschnitten das Maximum herausholen zu können, brauchst du ein gut ausbalanciertes Auto und viel Vertrauen. Einige Wertungsprüfungen sind ähnlich wie im vergangenen Jahr. Da konnten Anders und ich bei der Vorbereitung auf die Videos von 2015 zurückgreifen. Durch den Test in Polen haben wir zusätzliche Eindrücke gewonnen, damit wir optimal vorbereitet sind. In den vergangenen beiden Jahren bin ich in Polen zweimal Zweiter geworden. Anders und ich gehen als Dritte auf die Strecke. Ich hoffe trotzdem, dass wir um Spitzenpositionen kämpfen können. Mein Ziel ist es, den zweiten Platz in der Gesamtwertung zurückzuerobern. Außerdem wollen wir versuchen, die Lücke zu Sébastien Ogier zu schließen. Das wird alles andere als einfach, aber wir geben unser Bestes und wollen mit möglichst vielen Punkten von der Rallye Polen abreisen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Nach einer der langsamsten jetzt die beiden mit Abstand schnellsten Rallyes – in der Weltmeisterschaft gilt es jetzt, einen Schalter umzulegen. In Polen und Finnland ist absolute fahrerische Präzision und volle Konzentration gefragt. Hier machen Sekundenbruchteile am Ende den Unterschied. Dass unsere Fahrer damit gut umgehen können, haben sie in den vergangenen beiden Jahren gezeigt. Wir haben als Team aber nur dann die Chance auf Erfolg, wenn wir absolut fehlerfrei bleiben. Das ist uns bewusst und jeder in der Truppe weiß, was zu tun ist.“


Zahl der Rallye.

136,88

Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit, die je auf einer Wertungsprüfung mit dem Polo R WRC aufgestellt wurde. Andreas Mikkelsen absolvierte die Wieliczk-Prüfung im Jahre 2014 mit einem durchschnittlichen Tempo von 136,88 Stundenkilometern. 2016 wird die WP wieder durchfahren, allerdings in etwas abgewandelter Form.