Zeitplan

Mittwoch, 03.08.2016


Sonntag, 31.07.2016


Die besten Bilder des Tages (15)


Tageszusammenfassung

Latvala mit starkem Heimspiel – Volkswagen mit starker Bilanz.

 

Jari-Matti Latvala kann mit seinem Heimspiel in den finnischen Wäldern zufrieden sein. Der Volkswagen Pilot belegte hinter dem unschlagbaren Kris Meeke (Citroën) den zweiten Platz und machte damit in der WM Boden gut. Ein Sieg auf der abschließenden Powerstage war dem schnellen Finnen leider nicht vergönnt. Ein Punkt für Platz drei auf der Oittila-Prüfung kann sich aber auch sehen lassen. Volkswagen kann ebenfalls mit einer starken Bilanz aus dem Hohen Norden abreisen: Latvala schob sich auf Gesamtrang drei der WM nach vorne. Auf den ersten drei Plätzen liegen damit ausschließlich Volkswagen Piloten.

 

„Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, zum Abschluss nicht die drei Extra-Punkte geholt zu haben“, sagte Latvala im Ziel. „Aber mit dem Gesamtergebnis bin ich durchaus zufrieden.“ Latvala hatte das gesamte Wochenende über Kampfgeist bewiesen und zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. Drei Prüfungssiege gingen auf sein Konto, sein zweiter Platz – der war nie wirklich in Gefahr.

 

Deutlich turbulenter gestaltete sich das Wochenende hingegen für die beiden anderen Volkswagen Piloten. Sébastien Ogier hatte von vornerein schon den obligatorischen Nachteil, als Erster auf die staubigen Schotterpisten gehen und Kehrmaschine spielen zu müssen. Auf der legendären Ouninpohja-Prüfung am Samstag kam dann noch ein Bremsproblem hinzu. Seb legte selber Hand an, bekam das Problem in den Griff und fuhr unbeirrt weiter. Am Freitagnachmittag war er zudem in den Straßengraben gerutscht und hatte geschlagene 16 Minuten verloren. Es hätte aber noch mehr sein können, wenn ihn die tatkräftigen finnischen Fans nicht aus seiner Misere befreit hätten. Ganz großes Kino!

 

Seinen Job als Kehrmaschine war er damit los, da er fortan nicht mehr als Erster auf die Strecke musste und knallte infolgedessen ein paar Bestzeiten in den finnischen Schotter. Seb fuhr sich scheinbar den ganzen Frust von der Seele und hatte sichtlich Spaß dabei. Ogier stellte dabei eine Bestmarke auf: Die zweite Durchfahrt der Pihlajakoski-Prüfung absolvierte er mit einem durchschnittlichen Tempo von 134,63 km/h, der höchste Schnitt bei dieser Rallye. Der geplante Sieg in der Powerstage blieb leider aus. „Wir haben alles gegeben, ein kleiner Fehler kostete uns aber letztendlich Punkte auf der Powerstage", sagte Ogier anschließend.

 

Etwas genervt dürfte nach dem Wochenende auch Andreas Mikkelsen gewesen sein. Der musste sich nach Ogiers Bremsproblemen nämlich wiederum als Erster in den Staub stürzen. Und verlor so viel Zeit, dass er von einem potenziellen Podiumsplatz – Rang drei – bis auf Rang acht durchgereicht wurde. Ein Unfall von Ott Tänak (Ford) spülte ihn dann immerhin noch auf Rang sieben vor. Auf der Powerstage blieb aber auch er knapp ohne Punkte: Rang vier. Sich selbst musste der  Norweger aber nichts vorwerfen: „Wir haben das ganze Wochenende Gas gegeben und alles versucht. Am Ende sind wir aber leider nur Siebter geworden.“ Die nächste Chance auf ein gutes Resultat gibt es beim Volkswagen Heimspiel rund um Trier in drei Wochen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Ein großes Dankeschön an all die vielen Fans.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Die beste Nachricht des Tages ist für Julien und mich, dass die Straßenfeger-Rolle erstmal zu Ende ist. Seit einem halben Jahr habe ich das nun machen müssen und mental ist es extrem anstrengend, immer mit den schwierigen Streckenbedingungen kämpfen zu müssen. Jetzt freue ich mich auf die Rallye Deutschland mit hoffentlich guten Bedingungen für alle und auf einen schönen Kampf um den Sieg. Bis auf den Fehler war ich mit unserem Tempo sehr zufrieden, der dritte Platz wäre möglich gewesen. Gratulation aber auch an Kris Meeke und sein Team – natürlich konnte er ohne Druck fahren und hat von seinem Startplatz profitiert. Er hat aber auch eine absolut fehlerfreie und sehr starke Leistung gezeigt.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich bin glücklich über meine Leistung dieses Wochenende, auch wenn mir der Hattrick bei der Rallye Finnland leider nicht gelungen ist. Der zweite Platz und der Punkt in der Powerstage sind eine sehr gute Ausbeute. Noch dazu konnte ich mich in der Gesamtwertung um einen Platz verbessern. Insgesamt war an diesem Wochenende gegen Kris Meeke nicht mehr drin. Nochmals ein großes Dankeschön an all die vielen Fans, die mich unterstützt haben. Es ist immer wieder etwas Besonderes, hier in der Heimat zu fahren. Jetzt fängt die Asphalt-Saison an und die lief letztes Jahr erstaunlich gut bei mir. Daran gilt es jetzt gleich in Deutschland anzuknüpfen.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Insgesamt können Anders und ich mit dem siebten Platz zufrieden sein, mehr war an diesem Wochenende nicht möglich. Und das Gefühl, auf diesen fantastischen Strecken zu fahren, ist grandios. Positiv ist außerdem, dass wir gegenüber Sébastien einige Punkte gutmachen konnten. Natürlich ist sein Vorsprung immer noch groß, aber wir bleiben dran. Schwierig war es, nachdem wir am Samstag plötzlich als Erstes auf die Strecke mussten. Wir haben alles gegeben, aber die erste Startposition macht einem das Leben wirklich nicht leicht. Auf einigen Prüfungen war ich ununterbrochen am absoluten Limit unterwegs, trotzdem waren die Zeiten zu langsam.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Wir freuen uns sehr über den zweiten Platz von Jari-Matti und Miikka. Sie haben bei ihrem Heimspiel erneut eine erstklassige Leistung gezeigt. Mehr war aus eigener Kraft nicht möglich, gleichzeitig melden sie sich in der Spitzengruppe der Gesamtwertung zurück. Für Sébastien und Julien lief die Rallye sicher nicht wie erhofft, aber ihren zeitraubenden Ausrutscher muss man unter der Rubrik ,kleine Ursache, große Wirkung‘ verbuchen – auch Weltmeister sind bekanntlich nur Menschen. Eine sehr starke Leistung, die sich nicht unbedingt im Ergebnis zeigt, haben auch Andreas Mikkelsen und Anders Jæger gezeigt. Zu Beginn auf Podiumskurs liegend, mussten sie dann aber die Strecke eröffnen, was ein großer Nachteil war. Alles in allem war es eine intensive Rallye Finnland, nach der wir mit unseren drei Crews auf den ersten drei Plätzen der Gesamtwertung liegen und die Hersteller-Wertung weiterhin deutlich anführen. So treten wir mit großer Vorfreude bei unserem Heimspiel in Deutschland an. Last but not least: Glückwunsch an Kris Meeke und Paul Nagle. Sie haben hier in Finnland eine starke, fehlerfreie Leistung gezeigt und verdient gewonnen.“


Endstand nach 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 2:38.05,8 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +29,1 Sek.
3 C. Breen / S. Martin +1.41,3 Min.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +1.45,9 Min.
5 H. Paddon / J. Kennard +1.48,2 Min.
6 M. Østberg / O. Fløene +2.04,6 Min.
7 A. Mikkelsen / A. Jæger +2.22,4 Min.
8 E. Lappi / J. Ferm +4.53,8 Min.
9 K. Abbring / S. Marshall +5.22,4 Min.
10 T. Suninen / M. Markkula +5.35,5 Min.
...    
24 S. Ogier / J. Ingrassia +19.50,6 Min.

Zahl des Tages

126,61

 

Die schnellste aller Zeiten: Mit diesem Titel darf  sich die Rallye Finnnland 2016 nun offiziell schmücken. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 126.61 km/h brach Gesamtsieger Kris Meeke den Rekord aus dem Vorjahr, damals aufgestellt von Jari-Matti Latvala. Für die schnellste Wertungsprüfung der Rallye sorgte Sébastien Ogier. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,63 km/h holte sich Seb den Sieg bei der 19. Wertungsprüfung, Pihlajakoski 2. 


Tag 3 in Finnland.


Samstag, 30.07.2016


Bilder Tag 2 (12)


Tageszusammenfassung

JML weiter in der Verfolgerrolle – Seb fährt sich für Powerstage warm.

 

Die Rallye Schweden hat den Colins Crest, die Rallye Portugal den Fafe-Sprung, die Rallye Italien Micky’s Jump – und die Rallye Finnland? Die hat nicht nur eine atemberaubende Sprung-Kuppe, sie hat eine ganze Wertungsprüfung, die für Spektakel und beste Rallye-Unterhaltung steht: Ouninpohja. Nirgends ist die Durchschnittsgeschwindigkeit höher, nirgends sind die Autos öfter und länger in der Luft, nirgends kommen Fans mehr auf ihre Kosten als hier. Zahlen gefällig? Bitteschön: Über 70 Sprünge, mehr als 30 Sekunden „Hangtime“ für die World Rally Cars, Geschwindigkeiten von rund 200 km/h in der Spitze und 130 im Durchschnitt.

 

Zwei Mal wurde die berüchtigte Wertungsprüfung am Samstag durchfahren, zwei Mal war Kris Meeke nicht zu schlagen, zwei Mal baute der Brite dort seinen Vorsprung in der Gesamtführung weiter aus. Nicht mal Jari-Matti Latvala konnte Meeke folgen, und das mag was heißen. Denn der Finne im Team von Volkswagen Motorsport gab wirklich alles. Jeder Meter, jede Sekunde – JML kämpfte und kämpfte: am Ende mit stumpfen Waffen.

 

Der Nachteil, früher auf die Strecke geschickt zu werden und diese für die Nachfahrenden zu kehren, ist auch in Finnland gravierend, gleichzeitig fährt Meeke bislang eine herausragende Rallye, wie JML fair anerkannte: „Kris hat heute einen fantastischen Job gemacht. Ich habe versucht seine Pace mitzugehen, aber es war nicht möglich.“

 

Am Ende des zweiten Tages fehlten Latvala 41 Sekunden auf den Führenden. Aufgeben ist dennoch keine Option für den Finnen, der bei der Jagd auf Meeke auch die Konkurrenz in Schach hielt und seinen Vorsprung auf seine Verfolger Stück für Stück auf über eine Minute ausbaute.

 

Richtig hart traf es hingegen Andreas Mikkelsen. Der Sieger der Rallye Polen musste am zweiten Tag sieben von acht Wertungsprüfungen eröffnen und fiel im Gesamtklassement zurück. War AM noch als Gesamt-Vierter in den Tag gestartet, so beendete er diesen auf Rang acht liegend. Immerhin: Die Abstände sind gering, gerade mal 41 Sekunden fehlen dem Norweger auf den dritten Rang. Am abschließenden Sonntag kann Mikkelsen also gewiss noch die eine oder andere Position gutmachen.

 

Anders sieht die Sache für Sébastien Ogier aus. Nach seinem Ausrutscher am Freitag, der den Franzosen rund 16 Minuten gekostet hatte, begann auch der zweite Tag denkbar unglücklich. Wegen eines Bremsdefektes war Ogier bei der ersten Durchfahrt der berühmt-berüchtigten Ouninpohja-Prüfung gezwungen, selbst eine Reparatur vorzunehmen, kam infolgedessen zu spät zur Zeitkontrolle und kassierte eine Zeitstrafe. Für Ogier zu verschmerzen, immerhin hatten sich seine Ambitionen auf einen Platz unter den Top Ten ohnehin schon zuvor erledigt.

 

Dennoch: Vom Umstand, mal nicht als Erster auf die Strecke geschickt zu werden, machte Ogier Gebrauch. Er zeigte, wie konkurrenzfähig er bei gleichen Bedingungen wäre und fuhr mit angezogener Handbremse starke Zeiten, auf den Wertungsprüfungen 19 und 20 holte er sogar die Bestzeiten.

 

Richtig interessant wird es Sonntag für den Weltmeister. Bei der abschließenden Powerstage will er punkten, am besten natürlich dreifach. Insgesamt 33,96 Kilometer stehen am Schlusstag noch auf dem Programm.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Daumen drücken für die Powerstage.

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Auch wenn die Atmosphäre großartig ist und die Strecken irre viel Spaß machen - das ist diesmal nicht mein Wochenende bei der Rallye Finnland. Nach dem Fehler gestern hatten wir am Morgen mit einem Bremsproblem zu kämpfen. Die Reparatur hat dann leider so lange gedauert, dass wir eine Zeitstrafe kassiert haben. Natürlich ist es für Andreas ärgerlich, dass er danach den Straßenfeger spielen musste – wenn einer das verstehen kann, dann ich. Für Julien und mich geht es am Sonntag darum, für das Team zumindest ein paar Punkte in der Hersteller-Wertung zu holen und natürlich die drei Punkte in der Powerstage anzugreifen. Mehr ist für uns nicht mehr drin.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Wie gestern müssen wir uns mit dem zweiten Platz in der Tageswertung zufriedengeben. Kris Meeke hat eine sehr starke Leistung abgeliefert und hatte dazu noch die bessere Startposition. Gegen das Gesamtpaket hatten wir keine Chance. Es ist nicht so, dass wir es nicht probiert hätten. Aber nach dem ersten Durchlauf der Ouninpohja-Stage war klar, dass es nur darum gehen kann, die Punkte in der Meisterschaft sicher einzufahren. Außerdem müssen wir auch an die Herstellerwertung denken. Bedanken möchte ich mich bei dieser Gelegenheit für die Unterstützung der Fans an den Prüfungen. Gerade hier in meiner Heimat bedeutet das Miikka und mir sehr viel. Jetzt heißt es für alle: Daumen drücken für die Powerstage.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Unser erster Tag in der Rolle der Straßenkehrer war nicht ganz einfach, aber lehrreich. Einerseits können wir mit unserer Leistung zufrieden sein: Anders und ich haben wirklich gepushed und sind bis auf einen kleinen Ausrutscher auch problemlos durchgekommen. Aber leider hat sich unsere Arbeit bei den Ergebnissen nicht ausgezahlt, teilweise lagen unsere Zeiten nur auf dem Niveau der langsameren R5-Autos. Aber wir nehmen das sportlich und tun morgen erneut unser Bestes – auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass wir uns noch aus eigener Kraft verbessern können.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Das war kein besonders guter Auftakt in den Tag für uns. Sébastien Ogier hatte am frühen Morgen gleich mit einem Problem an den Bremsen zu kämpfen und ist durch die notwendige Reparatur leider zu spät zur nächsten Prüfung gekommen. Ab dem Zeitpunkt musste Andreas Mikkelsen dann die Strecke eröffnen, was für ihn keine leichte Aufgabe war. Jari-Matti Latvala hat den zweiten Platz gefestigt und eine sehr starke und fehlerfreie Leistung gezeigt. Wichtig ist für uns, dass wir am Schlusstag hier in Finnland die größtmögliche Punktausbeute für die Hersteller-WM sicherstellen.“


Stand nach 20 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 2:22.00,8 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +41,0 Sek.
3 C. Breen / S. Martin +1.43,0 Min.
4 O. Tänak / R. Mõlder +1.54,5 Min.
5 T. Neuville / N. Gilsoul +2.00,9 Min.
6 H. Paddon / J. Kennard +2.03,6 Min.
7 M. Østberg / O. Fløene +2.06,0 Min.
8 A. Mikkelsen / A. Jæger +2.24,0 Min.
9 E. Lappi / J. Ferm +4.23,6 Min.
10 T. Suninen / M. Markkula +5.10,5 Min.
...    
32 S. Ogier / J. Ingrassia +19.51,6 Min.

Zahl des Tages

3

 

Diese Rückennummer trägt Olli Määttä. Der finnische Eishockey-Profi, der in diesem Jahr mit seinem Verein Pittsburgh Penguins den Stanley Cup in der amerikanischen NHL gewonnen hat, schaute in seiner Heimatstadt Jyväskylä vorbei und unterstützte Landsmann Jari-Matti Latvala an der Strecke. Aus gutem Grund: Der finnische Jungstar weiß aus eigener Erfahrung, wie sich die Tempojagd im Wald anfühlt. Beim Test in der Woche vor der Rallye durfte er auf dem Beifahrersitz des Polo R WRC Platz nehmen und wurde von Latvala chauffiert. „Es war ein einmaliges Erlebnis“, sagte Määttä. „Wahnsinn, wie Jari-Matti das Fahrzeug beherrscht.“


Mittagsbericht

Alle Hände voll zu tun.

 

Wenn Sébastien Ogier den Schraubenschlüssel zur Hand nimmt und an seinem Polo R WRC herumschraubt, dann sieht das schon ziemlich routiniert aus. Der Franzose ist nicht nur im Umgang mit dem Lenkrad, sondern auch mit dem Werkzeug äußerst geschickt. Ein gutes Zeichen ist das allerdings nicht, wenn Seb zum Mechaniker werden muss. 

 

Am zweiten Tag der Rallye Finnland hatte der Champion ausgerechnet auf der 13. Wertungsprüfung, der 33 Kilometer langen, legendären Ouninpohja, ein Bremsproblem und verlor weitere 29,9 Sekunden. Auf der anschließenden Verbindungsetappe behob Seb das Problem eigenständig, kam allerdings zu spät zur darauffolgenden Päijälä-Prüfung und erhielt dafür eine Zeitstrafe von 2:10 Minuten. Nach seinem Zeitverlust von gestern – Ogier war im Straßengraben gelandet und wurde von den fantastischen finnischen Fans wieder auf die Piste zurückgeschoben – machte das dann auch nicht mehr wirklich was aus. 

 

Anschließend lief es für Seb aber wieder deutlich besser. Auch weil er nur noch als Siebter auf die Piste ging. Seinen Job als Straßenkehrer gab er gerne ab. Und legte direkt einen Zahn zu. Auf der Pihlajakoski-Stage fuhr er nur 0,5 Sekunden langsamer als der alles überragende Kris Meeke. Der Citroën-Pilot liegt nach 16 Prüfungen 36,4 Sekunden vor Volkswagen Fahrer Jari-Matti Latvala. Der hat bei seinem Schotter-Heimspiel ebenfalls alle Hände voll zu tun. „Die Pisten sind wirklich sehr rutschig“, sagt der Finne. „Wenn man dann noch darüber nachdenkt, hemmt das einen und das kostet dann Zeit.“

 

Andreas Mikkelsen hat den undankbaren Job von Seb Ogier geerbt. Denn nach dessen Bremsproblemen war plötzlich der Norweger derjenige, der als Erster auf die Bahn gehen musste. Im Kampf um Platz drei kam das natürlich nicht wirklich gelegen. Im Laufe des Vormittags büßte Mikkelsen gleich vier Plätze ein und hat Stand jetzt den Anschluss verloren. Auf Platz drei fehlen ihm aktuell 23,3 Sekunden. Aber die Prüfungen des Vormittags werde ja noch einmal durchfahren. Aufgeben gilt also nicht.

 

 

 

Die Gesamtwertung nach 16 von 24 Wertungsprüfungen: 

 

1. Kris Meeke (Citroën) 1:47.56,3 Std.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +36,4 Sek.

3. Craig Breen (Citroën) +1.22,7 Min.

4. Thierry Neuville (Hyundai) + 1.35,4 Min.

5. Haydon Paddon (Hyundai) +1.36,3 Min.

6. Mads Østberg (Ford) +1.43,2 Min

7. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9)  +1.46,0 Min.

46. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) +19.46,7 Min. 


Tag 2 in Finnland.


Freitag, 29.07.2016


Die besten Bilder des ersten Tages (13)


Tageszusammenfassung

Die Jagd ist eröffnet: JML lauert!

Schon vor dem Start der Rallye Finnland stand fest, dass es an Spektakel nicht fehlen wird, nach dem ersten Tag haben zigtausende Zuschauer rund um den Service-Park in Jyväskylä die Gewissheit: Es wird auch richtig spannend. Kris Meeke (Citroën) und Jari-Matti Latvala vom Volkswagen Team machen aus der Hochgeschwindigkeits- eine Hochspannungs-Veranstaltung.

 

Es ging hin und her, es war ein knallhartes Duell um jede Sekunde und es ist noch längst nicht zu Ende. Mal lag der eine um wenige Zehntel-Sekunden vorne, dann wieder der andere. Insgesamt bei sieben von elf Wertungsprüfungen stand einer der beiden ganz oben. Was Kris Meeke und Jari-Matti Latvala in den finnischen Wäldern veranstalteten und den abertausenden Fans präsentierten, war Rallye-Sport vom Feinsten.

 

Dass JML am Ende des ersten Tages dennoch rund 18 Sekunden hinter seinem Widersacher aus Nordirland lag, war einem Missgeschick auf der vierten Wertungsprüfung geschuldet. Ein schleichender Plattfuß kostete Jari-Matti rund 16 Sekunden, man muss kein Mathematiker sein, um ausrechnen zu können, wie eng es ohne diesen Reifenschaden nun zugehen würde. Eng genug ist es aber auch so und noch ist längst nichts verloren für Latvala, den Local Hero. Noch nicht mal die Hälfte aller Wertungskilometer ist absolviert, es kann noch so viel passieren, so der einhellige Tenor bei den Beteiligten.

 

Anders sieht die Sache da schon für Sébastien Ogier aus. Für den Franzosen war zunächst „Business as usual“ angesagt. Er eröffnete Wertungsprüfung um Wertungsprüfung, gab erneut die Kehrmaschine für die Nachfahrenden und verlor unverschuldet Sekunde um Sekunde. Dennoch: Auch diesmal hielt er sich wacker, ein Fehler auf der elften Wertungsprüfung aber beendete frühzeitig alle Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podest. Ein Fehler von Ogier? Wahrscheinlich so selten wie die Blaue Mauritius und in diesem Fall wohl auch so teuer. Denn er kostete viel Zeit.

 

In einer Haarnadel-Kurve kurz vor dem Ziel rutschte Ogier in einen Graben und steckte dort für einige Minuten fest: „Im ersten Moment sah es gar nicht schlimm aus und die Fans haben ihr Bestes gegeben, um uns zu helfen. Leider waren dort nicht ganz so viele Zuschauer, wie ich mir gewünscht hätte. Aber ohne ihre Hilfe wären Julien und ich gar nicht mehr zurückgekommen. Deshalb: Kiitos!“, so die zähneknirschende Einschätzung des Weltmeisters, den das Malheur über 16 Minuten kostete. Mit einem Rückstand von 16:53.03 Minuten geht Seb ins Wochenende und wird versuchen, noch den einen oder anderen Punkt zu sammeln, vor allem auf der abschließenden Powerstage.

 

Ebenfalls von einem Missgeschick heimgesucht wurde der Dritte im Volkswagen Bunde, Andreas Mikkelsen. Der Norweger aber hatte im Gegensatz zu seinem Teamkollegen das vielzitierte Glück im Unglück. Auf der vorletzten Prüfung des Tages blieb er an einer Kreuzung stecken und verlor Zeit. Anders als Ogier aber noch nicht zu viel Zeit: 45,4 Sekunden hinter dem Führenden und Rang vier – so lautet das Zwischenresultat des WM-Zweiten. Mindestens ein Platz auf dem Podest ist für ihn möglich, wenn nicht sogar noch mehr. Denn die richtig hohen Hürden kommen erst noch.

 

Am Samstag steht der längste Tag der diesjährigen Rallye Finnland auf dem Programm. Insgesamt 150,48 Wertungskilometer gilt es zu absolvieren, verteilt auf acht Prüfungen. Für das absolute Highlight sorgt die berüchtigte Ouninpohja-Stage mit ihren zahlreichen Sprungkuppen und dem hohen Durchschnittstempo, das dabei erzielt wird. In diesem Jahr wird die Königsprüfung erstmals in die umgekehrte Richtung absolviert, leichter wird sie dadurch sicherlich nicht.

 

Wie gemacht also für drei Volkswagen Fahrer und vor allem für Jari-Matti Latvala, der vor heimischer Kulisse mit einer Vielzahl von Fans im Rücken noch einiges vorhat bei dieser Rallye. Als neutraler Zuschauer darf man sich auf ein spannendes Wochenende freuen.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

Deshalb: Kiitos!

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„An dem Punkt ist eine Haarnadelkurve, wo ich etwas zu scharf eingelenkt habe und cutten wollte. Dadurch bin ich innen in den Graben gerutscht. Mein Fehler, ganz klar und dann ausgerechnet an der vielleicht langsamsten Stelle der gesamten Rallye. Aber das kann halt passieren, wenn man wie Julien und ich die letzten sechs Rallyes nonstop am Limit ist. Oder auch mal 110 Prozent geben muss, um den Nachteil der Startposition einigermaßen auszugleichen. Im ersten Moment sah es gar nicht schlimm aus und die Fans haben ihr Bestes gegeben, um uns zu helfen. Leider waren dort nicht ganz so viele Zuschauer, wie ich mir gewünscht hätte. Aber ohne ihre Hilfe wären Julien und ich gar nicht mehr zurückgekommen. Deshalb: Kiitos!“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Es fällt mir gar nicht so leicht, ein Fazit für den heutigen Tag zu treffen. Er fing mit Sicherheit schlecht an, gottlob ist bei meinem Ausrutscher in der vierten Wertungsprüfung nicht mehr passiert. Trotzdem hat uns der Plattfuß viel Zeit gekostet. Im Anschluss haben wir immer besser in unseren Rhythmus gefunden und haben alles in die Waagschale geworfen. Leider hat es nicht gereicht, um Kris Meeke hinter uns zu lassen. Dafür ist der Vorteil der Startposition auch hier in Finnland zu groß. Wir werden trotzdem nicht aufgeben, weiterhin ans Limit gehen und versuchen Druck auszuüben. Morgen steht unter anderem noch die Prüfung ,Ouninpohja‘ auf dem Programm. Da kann viel passieren, geschenkt bekommt hier keiner was.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Der Vormittag lief recht gut für uns: Mit dem Handling meines Polo war ich sehr zufrieden und mit unserem Speed ebenfalls. Einige Abschnitte waren neu für mich und ich habe gespürt, dass es hier und da noch schneller ging. Im zweiten Durchgang fielen mir diese Strecken dann etwas leichter. Allerdings hat auch die Konkurrenz zugelegt und der Kampf um den dritten Platz könnte nun kaum enger sein. Dazu liegt am Samstag die legendäre Ouninpohja-Prüfung vor uns – bis zum Ziel am Sonntag wartet noch ein hartes Stück Arbeit.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Die Rallye Finnland hat mit den spektakulären Hochgeschwindigkeitsprüfungen unterstrichen, warum man auch vom finnischen Grand Prix spricht. Den Piloten wird hier alles abverlangt. Jari-Matti Latvala, Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier haben heute eine starke Leistung gezeigt. Der Ausrutscher von Sébastien Ogier kann passieren, wenn man wie er ständig ans Limit gehen muss. Wie erwartet können wir hier wie auch bei den letzten fünf Rallyes aus eigener Kraft nicht um den Sieg kämpfen, da die Bestplatzierten in der Meisterschaft aufgrund der frühen Startpositionen einen zu großen Nachteil haben.“


Stand nach 12 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 K. Meeke / P. Nagle 1:13.22,2 Std.
2 J. Latvala / M. Anttila +18,1 Sek.
3 T. Neuville / N. Gilsoul +44,3 Sek.
4 A. Mikkelsen / A. Jæger +45,4 Sek.
5 C. Breen / S. Martin +53,8 Sek.
6 H. Paddon / J. Kennard +58,2 Sek.
7 M. Østberg / O. Fløene +1.02,9 Min.
8 O. Tänak / R. Mõlder +1.14,4 Min.
9 E. Camilli / B. Veillas +1.22,6 Min.
10 E. Lappi / J. Ferm +2.01,8 Min.
...    
53 S. Ogier / J. Ingrassia +16.53,3 Min.

Zahl des Tages

27


Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen hat seinem Beifahrer Anders Jæger zum 27. Geburtstag am Freitag bei der Rallye Finnland ein ganz besonderes Geschenk gemacht: einen Rallye-Einsatz mit vertauschten Rollen – Jæger am Steuer, Mikkelsen als Navigator. „Da kann Anders zeigen, was er draufhat“, sagt Mikkelsen, geht mit einem Schmunzeln aber lieber auf Nummer sicher: „Das machen wir bei einer schönen Winterrallye mit extrahohen Schneewällen an der Strecke, damit wir auch heil ankommen ...“ Na dann: herzlichen Glückwunsch, Anders Jæger!


Mittagsbericht

Volkswagen wird immer schneller.

 

Sébastien Ogiers Äußerungen muten am ersten Tag der Rallye Finnland ungewöhnlich positiv an. „Das war erneut eine gute Wertungsprüfung für uns“, sagte der Franzose nach der sechsten Prüfung, der letzten vor der Mittagspause am Freitag. „Wir fuhren am Limit und ich bin mit meiner Fahrt sehr zufrieden.“ Für gewöhnlich hatte Ogier bei den letzten Rallyes stets über eine zu staubige Piste geklagt, auf die er als WM-Führender als Erster gehen muss. In Finnland scheint dieser Nachteil aber bislang nicht so sehr ins Gewicht zu fallen.

 

Derzeit liegt Ogier auf Rang drei, in Schlagdistanz zu seinem Teamkollegen und Lokalmatador Jari-Matti Latvala, der seinerseits hinter Kris Meeke (Citroën) liegt. 4,5 Sekunden trennen Ogier und Latvala, 18,8 Sekunden Latvala und Meeke. Latvala war zwischenzeitlich auf Rang fünf zurückgefallen, Grund war ein Reifenschaden an seinem Polo R WRC auf der Jukojärvi-Prüfung. 

 

JML kämpfte sich aber zurück und profitierte obendrein noch von einem Dreher des zwischenzeitlich zweitplatzierten Ott Tänak (Ford). „Seit dem Reifenschaden läuft alles wieder rund“, sagte Latvala, nachdem er auf der sechsten WP die zweite Bestzeit des Tages erzielt hatte.

 

Für Andreas Mikkelsen ist bei der Highspeed-Schotter-Rallye in den finnischen Wäldern rund um Jyväskylä auch noch ein Platz auf dem Podium drin. Der Norweger hält sich zwar noch etwas zurück beim Attackieren, hat sich aber für den zweiten Run am Nachmittag einiges vorgenommen. „Ich bin noch etwas vorsichtig, die Piste ist noch sehr rutschig“, sagte Andreas. „Aber am Nachmittag sollte es besser sein. Dann werde ich angreifen.“ Wir können uns also auf einen spannenden Nachmittag freuen. Teamintern ist es zumindest eine spannende Angelegenheit. 

 

 

 

Die Gesamtwertung nach 6 von 24 Wertungsprüfungen: 

 

1. Kris Meeke (Citroën) 36.54,4 Min.

2. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) +18,8 Sek.

3. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1)  +23,3 Sek.

4. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9)  +29,2 Sek.

5. Thierry Neuville (Hyundai) +29,4 Sek.


Tag 1 in Finnland.


Donnerstag, 28.07.2016


Die besten Bilder des Eröffnungstages (10)


Tageszusammenfassung

Local Heroes!

Der Terminkalender von Jari-Matti Latvala dürfte ziemlich voll sein in diesen Tagen der Rallye Finnland. Der Lokalmatador eilt von Termin zu Termin, gibt dort ein Interview, schreibt hier Autogramme und steht dazwischen gerne auch für Bilder mit Fans bereit. All das erledigt der Finne mit Bravour. Ebenso wie jene beiden Tagesordnungspunkte, die es für den 31-Jährigen heute auf der Strecke abzuarbeiten galt. Shakedown und Eröffnungsstage standen auf dem Programm von Jari-Matti Latvala. Bestzeit beim morgendlichen „Freien Training“, Rang sechs bei der ersten Wertungsprüfung, mit minimalem Rückstand zur Spitze – der in diesen Tagen so gefragte Finne war zwar nicht ganz zufrieden, wusste aber gleichzeitig auch, dass es erst ab morgen so richtig zur Sache gehen wird.

 

Hinter Latvala sorgten Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen für ein perfektes Ergebnis beim Shakedown und belegten die Plätze zwei und drei. Und auch am Abend trugen die beiden ihren Teil dazu bei, dass aus Volkswagen Sicht von einem gelungenen Tag die Rede sein kann. Ogier landete auf Rang drei, Mikkelsen auf dem geteilten ersten Platz. Das Volkswagen Trio ist gewappnet, die Vollgas-Veranstaltung kann losgehen. Denn auch dem World Rally Car aus Wolfsburg scheint die Rallye Finnland mit all ihren Tücken und Herausforderungen zu liegen.

 

Zwischen Shakedown und Eröffnungsstage gab es aber noch einen weiteren Punkt auf der Tagesordnung, einen sehr emotionalen, ganz im Zeichen der 1986 tragisch verunglückten Rallye-Legende Henri Toivonen.

 

Drei Gesamtsiege feierte der Finne in seiner Karriere. Seinem Talent und seinen Fähigkeiten wird diese nackte Statistik aber nicht gerecht – darin sind sich die Experten einig. Bis heute ist Toivonen im Gedächtnis geblieben, weniger durch Zahlen, mehr durch Talent. Nicht nur für Insider und nicht nur für Zeitzeugen, auch für die nachfolgenden Generationen von Rallye-Fahrern und Fans ist der Finne Idol, Inspiration, fast schon Legende.

 

Auch für Jari-Matti war Henri Toivonen mehr als nur ein herausragender Rallye-Fahrer. Nicht umsonst widmete er seinem verstorbenen Landsmann im vergangenen Jahr den Sieg auf Korsika, nicht umsonst fällt stets der Name Henri Toivonen, wenn JML über Idole spricht.

 

Toivonens tragischer Unfall auf Korsika, der ihn und seinem Beifahrer Sergio Cresto das Leben kostete, jährt sich in diesem Jahr zum 30. Mal, im Mai wäre er 60 Jahre alt geworden. Anlass genug für die Veranstalter der Rallye, den aus Jyväskyla stammenden Finnen mit einer Show-Veranstaltung zu ehren und zu würdigen. Seinem Bruder Harri wurde die Ehre zuteil, den „Henri Toivonen tribute run“ zu absolvieren. Das Ganze mit Henris Dienstwagen aus dem Jahr 1985 – auf der Strecke, auf der wenig später auch die erste Wertungsprüfung der Rallye Finnland 2016 ausgetragen wurde.

 

Und auch wenn Jari-Matti Latvala noch so beschäftigt ist dieser Tage, in diesem Moment wird er gewiss kurz innegehalten und an sein großes Idol gedacht haben.


Stand nach 1 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit / Abstand
1 A. Mikkelsen / A. Jæger 1.45,9 Min.
2 O. Tänak / R. Mõlder +0,0 Sek.
3 S. Ogier / J. Ingrassia +0,1 Sek.
4 T. Neuville / N. Gilsoul +1,2 Sek.
5 K. Meeke / P. Nagle +1,9 Sek.
6 J. Latvala / M. Anttila +2,1 Sek.
7 C. Breen / S. Martin +2,8 Sek.
8 K. Abbring / S. Marshall +2,9 Sek.
9 H. Paddon / J. Kennard +3,0 Sek.
10 M. Østberg / O. Fløene +3,2 Sek.

Shakedown-Bericht

Absolut Sprung-bereit.

 

Typisch Finnland aus der Rallye-Perspektive: Die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) ist mit einem wahren Vorgeschmack in ihren achten Saisonlauf gestartet. Beim Shakedown der Rallye Finnland absolvierten die Volkswagen Werksduos Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) und Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) die Strecke – geprägt von viel Vollgas und weiten Sprüngen – mit den drei besten Zeiten.

Der Polo R WRC ist bei den Tempo-Rallyes in Finnland und Polen noch ungeschlagen, wenngleich eine Fortschreibung dieser Serie für Volkswagen angesichts starker Gegner mit leichten Vorteilen bei den Startpositionen enorm schwer wird. Latvala/Anttila erreichten im Shakedown ein hohes Durchschnittstempo von 125,50 km/h. Die Rallye Finnland knüpft damit dort an, wo sie vergangenes Jahr aufgehört hat: Die 2015er-Ausgabe ging seinerzeit als die schnellste Rallye in die WM-Geschichte ein.

 

Der achte Saisonlauf der Rallye-WM beginnt am Donnerstagabend mit der kurzen ersten Wertungsprüfung „Harju“, ehe am Freitag die ersten knapp 150 Kilometer gegen die Uhr anstehen. Insgesamt stehen 24 Wertungsprüfungen mit 333,60 Kilometern auf dem Programm. 

 

 

Ergebnis Shakedown: 

 

1. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) 2.05,5 Min.

2. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) 2.06,0 Min.
3. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) 2.06,6 Min.

4. Thierry Neuville (Hyundai) 2.06,1 Min.

5. Mads Østberg (Ford) 2.06,4 Min.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Die Konkurrenz ist groß.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Es ist jedes Mal das Highlight der Saison, nach Finnland zu kommen. Die Strecken sind fantastisch, das Adrenalin ist nirgendwo höher als hier, wenn du mit Tempo 200 durch den Wald fliegst. Daher war es auch sehr wichtig für mich, vorher zu testen, um schon das richtige Gefühl für Auto und Strecke zu bekommen. Vor Polen hatte ich ja auf den Test verzichtet, weil mein Sohn gerade zur Welt gekommen war. Der Shakedown lief völlig problemlos, der Polo ist optimal abgestimmt. Trotzdem wird es kein leichtes Wochenende für mich, denn sogar Juha Kankkunen hat mir prophezeit, dass die Startposition bei den aktuellen Bedingungen alles andere als vorteilhaft ist.“

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Das Ergebnis vom Shakedown hat mein gutes Gefühl bei den Testfahrten vor der Rallye bestätigt. Finnland ist für Miikka und mich natürlich eine besondere Rallye und dementsprechend groß ist auch unsere Vorfreude auf das Heimspiel. Die Konkurrenz ist groß, das hat der Shakedown gezeigt, aber auch wir haben eine Chance zu gewinnen und damit den dritten Sieg hier in Folge zu holen. Es ist natürlich noch ein weiter Weg, aber wir werden unser Bestes geben und mit der Unterstützung der Fans ist mit Sicherheit einiges möglich.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Viele Sprünge, hohes Tempo – man merkt nach den vielen Landungen schon am eigenen Rücken, dass man wieder in Finnland ist. Und das ist großartig. Der Shakedown war eine gute Gelegenheit, sich an das typisch Finnische zu gewöhnen, denn er war ein guter Mix aus dem, was uns am Wochenende erwartet. Der Polo verhält sich exakt so, wie er soll, wir haben uns gleich wohlgefühlt. Alles in allem also ein guter Start in das Wochenende, das heute Abend offiziell, so richtig aber erst morgen früh beginnt. Darauf freue ich mich.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Die Rallye Finnland ist ein wahrer Klassiker in der Rallye-WM mit ganz eigenen, typisch finnischen Schotterstrecken, die ideale Bedingungen bieten. Hunderttausende Fans kommen an die Prüfungen, und dieses äußerst faire und fachkundige Publikum sorgt für eine großartige Atmosphäre. Ohne Zweifel: Jeder Fahrer, jedes Team will hier gewinnen – das ist eine Frage des Prestiges. Für uns bei Volkswagen wird das alles andere als leicht, weil starke Gegner deutlich bessere Startpositionen haben als wir. Am Ziel, hier auch beim vierten Auftritt mit dem Polo R WRC ungeschlagen zu bleiben, ändert das nichts. Jeder im Team weiß aber auch, dass nur ein Null-Fehler-Job dorthin führt. Der Shakedown hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“


Eröffnungstag in Finnland.


Mittwoch, 27.07.2016


Dienstag, 26.07.2016


Vorschau

Einmal das finnische Allerlei zum Mitfiebern, bitte!

 

Das Rezept für eine der spektakulärsten Rallyes im gesamten Kalender? Man nehme: Tausende begeisterte, fast schon verrückte Motorsportfans, die an der Strecke für eine unfassbare Stimmung sorgen und das Event in ein Volksfest verwandeln. Dazu gibt man Wertungsprüfungen, vollgepackt mit Hochgeschwindigkeits-Passagen und unzähligen Sprungkuppen, die Spektakel garantieren und der Rallye Namen wie „Formel 1 durch den Wald“, „Großer Preis von Finnland“ oder „Air Race auf vier Rädern“ verleihen. Am Ende garniert man das Ganze mit einer einzigartigen Seen-Landschaft und bekommt: die Rallye Finnland. Für viele eines der Highlights im gesamten Kalender – für andere: DAS Highlight.

 

Gewiss auch für Jari-Matti Latvala. Es ist sein Heimspiel, es sind seine Bedingungen, es ist seine Rallye und in diesem Jahr ist es für den Lokalmatador auch die Gelegenheit, hinter die erste Saisonhälfte einen Haken zu machen und erfolgreich in den zweiten Teil zu starten. Denn bislang lief das Jahr – zugegeben – nicht wie erwünscht. Sein Sieg in Mexiko und der zweite Platz in Italien waren die Highlights, davor, dazwischen und danach haderte JML mit so manchem Missgeschick und vor allem mit Pech, viel Pech.

 

Damit soll nun Schluss sein. Dass er schnell ist, das hat Latvala in dieser Saison mehrfach unter Beweis gestellt nun soll der Befreiungsschlag gelingen, im Bestfall natürlich mit einem Sieg. Für Jari-Matti wäre es der dritte in Folge und der vierte insgesamt. Obwohl der Finne die Wald- und Seenlandschaft rund um die Stadt Jyväskylä bestens kennt und sich der Unterstützung abertausender Landsleute sicher sein kann – leicht wird das sicherlich nicht.

 

Insgesamt 24 Wertungsprüfungen liegen zwischen dem Start am Donnerstag und dem Ziel am Sonntag. Die Schlüsselfaktoren der Rallye liegen auf der Hand und sind schnell erzählt: Hinter den zahlreichen Sprungkuppen liegen nicht einsehbare Kurven, entsprechend muss der Aufschrieb sitzen, das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer perfekt sein. Hinzu kommen die hohen Geschwindigkeiten. Sie bestrafen jeden Fehler knallhart, große Rückstände sind nur schwer wieder wettzumachen.

 

Doch damit nicht genug: Neben diesen Herausforderungen erwartet Jari-Matti Latvala bei seinem Heimspiel auch jede Menge Konkurrenz, vor allem aus dem eigenen Lager: Volkswagen Teamkollege Andreas Mikkelsen etwa befindet sich in absoluter Topform, für so manchen Experten ist er der Mann der Stunde. Das Zusammenspiel mit seinem neuen Beifahrer Anders Jæger läuft besser und besser, das nötige Selbstvertrauen ist da, die Formel für dosiertes Risiko hat er gefunden, die jüngsten Resultate stimmten und bescherten ihm den zweiten Platz in der Fahrer-WM hinter Sébastien Ogier.

 

Zum 30. Mal in Folge geht der Weltmeister mit seinem Volkswagen Polo R WRC als Führender des Gesamtklassements bei einer Rallye an den Start, gerade in dieser Saison ist das mehr Fluch als Segen – Stichwort: Startreihenfolge. Diese ergibt sich in diesem Jahr aus der umgekehrten Reihenfolge der Fahrer-WM, heißt: Seb eröffnet sämtliche Wertungsprüfungen an den ersten beiden Tagen, spielt die Kehrmaschine für die Nachfolgenden und verliert dabei jede Menge Zeit. Zeit, die am Schlusstag nicht mehr gutzumachen ist. Angesichts dieser Chancenungleichheit ist die Tatsache, dass der Franzose mit einem komfortablen Vorsprung an der Spitze der Fahrer-WM steht, gar nicht hoch genug einzuschätzen. Auch in Finnland wird Ogier gegen diesen Nachteil ankämpfen, immerhin gibt es die Hoffnung, dass sich dieser auf einer derart schnellen Piste nicht allzu drastisch auswirkt. Gibt es bessere Zutaten für eine spannende Rallye?


Zahl des Tages

430.000.000

 

Über 430 Millionen Menschen erreicht – das ist der aktuelle Zwischenstand von Volkswagen auf der offiziellen Motorsport-Präsenz der Marke im sozialen Netzwerk Facebook seit dem Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft im Januar 2013 und damit nach dreieinhalb Jahren Rallye-Spitzensport. Vor der Rallye Finnland haben 5,2 Millionen Menschen den Auftritt mit „Like“ markiert, allein in der aktuellen Saison 2016 waren kumuliert knapp 5 Millionen Fans auf dem Kanal mit „Likes“, geteilten Inhalten oder Kommentaren aktiv.


Stimmen aus dem Volkswagen Team

„Der Höhepunkt der Saison für mich!“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Die Rallye Finnland ist ohne Frage ein Highlight des Jahres. Ich liebe es, dort zu fahren, weil Rallye-Sport in Finnland alles ist. Ich freue mich auch auf Finnland, weil die Finnen perfekte Streckenbedingungen schaffen. Die Straßen sind nicht einfach nur schön, sie sind wie gemacht für den Rallye-Sport. Aufgrund der Startreihenfolge habe ich bei keiner Schotter-Veranstaltung in diesem Jahr eine realistische Chance auf den Sieg gehabt. Die Wettersituation spielt daher auch in Finnland wieder eine besondere Rolle. Warten wir es ab und hoffen wir auf viel Feuchtigkeit. Zugegeben, was am meisten zählt, ist, dass wir unsere Titel verteidigen. Danach sieht es zwar im Moment aus, doch ein fairer Kampf mit vergleichbaren Bedingungen um einen Rallye-Sieg wäre wieder einmal schön. Besonders, da das Fahrerfeld aktuell sehr stark ist.“


Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Finnland ist natürlich der Höhepunkt der Saison für mich. Ich freue mich wirklich sehr darauf, auch wenn natürlich der Druck größer ist als bei allen anderen Rallyes. Es ist gleichzeitig aber auch eine Motivation, denn vor heimischem Publikum will man natürlich gut abschneiden. Die Erwartungshaltung der finnischen Fans ist schon enorm, vor allem, weil ich dieses Jahr erst einmal gewonnen habe. Die Charakteristik der Rallye Finnland kommt mir entgegen. Schnelle Schotter-Pisten und weite Sprünge – das ist eine Rallye ganz nach meinem Geschmack. Entscheidend ist bei dieser Rallye vor allem, dass der Aufschrieb stimmt und dass man für die Sprünge und schnellen Passagen die richtige Linie wählt. Die nötige Entspannung hole ich mir vor meinem Heimspiel – ganz finnisch – in der Sauna.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Bei der Rallye Finnland wird es in meinen Augen nicht einfach, den Sieg aus Polen zu wiederholen. Die Charakteristik der Rallye ist ganz anders. Der Untergrund ist viel härter, zudem gibt es viel mehr Kuppen und Sprünge. Insgesamt ist die Rallye deutlich anspruchsvoller als die in Polen. Wichtig ist vor allem, dass der Aufschrieb exakt ist. Deshalb werden wir die ‚Recce‘ konzentriert nutzen, um ihn so präzise wie möglich zu gestalten. Da es viele blinde Kuppen gibt, muss man genau wissen, was einen dahinter erwartet. Dann hat man auch das nötige Selbstvertrauen, um schnell zu sein. Eine Neuerung in diesem Jahr wird unter anderem sein, dass die ‚Ouninpohja‘-Prüfung in entgegengesetzter Richtung der letzten Jahre durchfahren wird. Das bringt etwas Würze in die Angelegenheit.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Über 70 Sprünge, mehr als 30 Sekunden in der Luft – das sind Werte von nur einer einzigen Prüfung bei der Rallye Finnland, der berühmt-berüchtigten ‚Ouninpohja‘. Entsprechend präzise und klug müssen die Fahrer und Beifahrer bei dieser einzigartigen Herausforderung agieren. Bei kaum einer anderen Rallye spielt der Fahrer eine so große Rolle wie in Finnland. Wir gehen in die zweite Saisonhälfte mit der Zuversicht, dass alle unsere drei Volkswagen Duos in diesem Jahr schon mindestens eine Rallye gewonnen haben – und damit in Top-Form sind. Aber wir ziehen nicht nur daraus einen Extraschuss Motivation, sondern auch aus der Tatsache, dass der Polo R WRC bei den Tempo-Rallyes wie zuletzt in Polen und jetzt in Finnland noch ungeschlagen ist.“