
Das Königsrennen der Formel 3.
Das umfangreichste Kapitel in den Notizbüchern der Talent-Scouts für die Formel 1 heißt "Macau". Wer beim verrückten Stadtrennen im Monte Carlo des Ostens glänzt, ist reif für höhere Aufgaben. Seit 30 Jahren ist der Macau Grand Prix für die Formel 3 ausgeschrieben, der erste Sieger wurde später zu einer der größten Legenden des Rennsports: Ayrton Senna da Silva.
Eines der härtesten Rennen des Motorsports.
Auf dem waghalsigen und mit 6,1 Kilometer extrem langen Kurs durch die Straßenschluchten Macaus zählt nicht allein das pure Fahrtalent. Wer sich auf den langen Geraden, der zum Teil nur sieben Meter breiten Fahrbahn ohne jegliche Auslaufzonen oder der Melco-Pin, der nachweislich langsamsten Kurve aller Rennstrecken dieser Welt, gegen die Meute behaupten will, muss kompromisslos fahren. Und so kommt es immer wieder zu dramatischen, kuriosen und meistens extrem aufregenden Rennen. Auch 2011 wurde der Grand Prix von Macau seinem Ruf als eine der weltweit schwierigsten Motorsport-Events wieder mehr als gerecht. Im Hauptrennen sahen nur 13 der 29 Starter die Zielflagge. Drei Mal musste das Safety Car nach Unfällen auf dem engen Stadtkurs ausrücken.
Historischer Doppelsieg.
Das gab es noch nie beim Grand Prix Macau: Volkswagen Pilot Edoardo Mortara (Italien) gewann 2009 und 2010 zwei Mal in Folge und wurde damit der erfolgreichste Formel-3-Fahrer in der Geschichte des renommierten Einladungsrennens.
Legendäre Duelle.
Ein Vorfall aus dem Jahr 1990 sorgt heute noch für Diskussionen. Einer der Hauptdarsteller: Michael Schumacher. Sein Fahrzeug: ein Reynard 903 Volkswagen. Damals wurde der Macau Grand Prix noch in zwei Heats ausgefahren, der Gesamtsieger durch schlichte Addition der gefahrenen Zeiten ermittelt. Den ersten Heat hatte Schumachers späterer Erzrivale Mika Häkkinen klar für sich entschieden, im zweiten musste der Finne nur noch im Windschatten seines Kontrahenten bleiben – dann hätte er das wichtigste Rennen der jungen Heißsporne für sich entschieden. Aber in der letzten Runde packte es Häkkinen doch noch: Auf der langen Geraden saugte er sich im Windschatten an und zog raus zum Überholen. Schumacher zog mit, Häkkinen verlor den Frontspoiler, schoss in die Leitplanke und tobte.