DIE RALLYE-TRADITION DER FRANZOSEN.

Tour de Force vorm Supermarkt.


312 Kilometer, 20 Wertungsprüfungen, Weinberge, Serpentinen, Waldwege. Das ist die Rallye Frankreich, der elfte von insgesamt 13 Läufen der offiziellen Rallye-Weltmeisterschaft. Aber die Rallye-Begeisterung der Franzosen geht noch viel weiter – denn im Prinzip vergeht hier kein Wochenende, an dem nicht irgendwo Rallye-Autos über die Pisten fliegen. Das hat eine lange Tradition, betreiben die Hersteller und Verbände doch seit jeher aktiv die Nachwuchsförderung.

Gezielt sucht der französische Rallyeverband FFSA (Fédération Francaise du Sport Automobile) die Talente der Zukunft – auf Supermarktparkplätzen. Nicht wenige von ihnen werden sonntags per bereitgestellter Fahrzeuge und mehreren Dutzend Pylonen zur Slalomstrecke für Einsteiger. „Rallye Jeunes“ heißt die potenzielle „Qualifikationsserie“ für talentierten Nachwuchs. Nicht nur Weltmeister Sébastien Loeb, auch Sébastien Ogier begann einst seine Karriere auf solch einer Veranstaltung. Dem Zufall überlassen wird hier nichts.

VIRTUOSITÄT, DONNER UND DRIFTS.

Rallye, wohin man sieht.
Es gibt viele weitere französische Rallye-Asse und eindrucksvolle Fahrzeuge zu feiern: Stellvertretend für alle seien Jean Ragnotti auf Renault 5 Turbo 2 genannt, Bernard Darniche auf der legendären Alpine A 110 oder Sébastien Ogier und Julien Ingrassa, beide aktuell auf Polo R WRC. Die Virtuosität, der Donner, die Drifts lassen nicht nur die Augen französischer Fans glänzen. Diese bekommen unglaublich viel geboten, existieren doch neben den sieben Läufen der nationalen Schotter- noch die acht Läufe der nationalen Asphaltmeisterschaft. Plus unzähliger weiterer Rallyes, die landauf, landab unter den Farben der Trikolore ausgerichtet werden.

Alle mal mit anpacken!
So verwundert es nicht, dass die Franzosen seit Jahrzehnten ihren Idolen Tribut zollen. Und sie unterstützen, wann und wo auch immer es angezeigt ist – wenn es sein muss, auch mit körperlichem Einsatz. Unerschrocken packen Jahr für Jahr Zuschauer mit an, um havarierte Rallye-Boliden wieder auf die Räder und zurück auf die Pisten zu manövrieren. Immer in dieselbe Richtung: vorwärts!