Volkswagen präsentiert den Polo R WRC.
Monaco zur Adventszeit. Der Abend des 8. Dezember 2012. Temperaturen um die 10 Grad. Auf dem Platz vor dem berühmten Casino erstrahlt eine weihnachtlich illuminierte Winterlandschaft. Doch in diesem Moment haben die Hunderte von Menschen keinen Blick für Glitzer und Glanz. Denn mitten durch den Trubel, umringt von Luxuskarossen und Edelsportwagen, bahnt sich ein außergewöhnliches Auto seinen Weg: der neue Polo R WRC.
„The rally starts here.“
Zwischen Casino und Hotel de Paris fahren Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (Frankreich) über die Startrampe der Rallye Monte Carlo. Mit diesem symbolischen Akt läuten die beiden Franzosen – getreu dem Slogan „The rally starts here“ – ein neues Motorsportzeitalter für Volkswagen ein. Bei der Rallye Monte Carlo im Januar 2013 feiert Volkswagen die offizielle Rückkehr in die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Und heute, gut fünf Wochen vor dem ersten Wettbewerbseinsatz, stellt Volkswagen den Polo R WRC im endgültigen Design sowie sein sportliches Serienpendant in Monaco öffentlich vor.
Empfangen werden Ogier/Ingrassia an dem symbolträchtigen Ort von ihren Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (beide Finnland) und Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula (Norwegen/Finnland). Ebenfalls auf der Rampe: Dr. Ulrich Hackenberg, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen, Geschäftsbereich Entwicklung, und damit auch für den Motorsport bei Volkswagen verantwortlich. „Die FIA Rallye-Weltmeisterschaft bietet Volkswagen die Chance, sich sportlich dort zu beweisen, wo unsere Fahrzeuge von jeher zu Hause sind: auf echten Straßen“, erläutert er die Rückkehr in die Motorsport-Disziplin, in der Volkswagen schon 1986 einen Weltmeistertitel erringen konnte.
Ogier und Latvala haben je sieben WM-Siege auf dem Konto. Beide bestreiten die komplette Saison 2013 im 232 kW (315 PS) starken Polo R WRC. Mikkelsen kommt mit der Empfehlung von zwei Titeln in der Intercontinental Rally Challenge (IRC) ins Team. Er soll ab April ein drittes World Rally Car aus Hannover, der Heimat von Volkswagen Motorsport, steuern. „Nach über eineinhalb Jahren Vorbereitung kann ich es kaum erwarten, bei der ‚Monte‘ mit dem Polo R WRC am Start zu stehen“, blickt Sébastien Ogier voraus. Der gelernte Skilehrer weiß, was ihn erwartet. 2009 gewann er die Rallye Monte Carlo schon einmal.
Faszination WRC serienmäßig.
Rund zwei Stunden zuvor. Wir befinden uns im Kongresszentrum „Sporting d’Hiver“, einem der beeindruckendsten Veranstaltungsorte im ohnehin schon mondänen Monte Carlo. Verschwenderischer Goldglanz und Art-déco-Stil aus den 1930er-Jahren, Deckenhöhe rund zehn Meter – der zentrale Saal verschlägt dem Besucher beinahe den Atem. Genau hier präsentiert Volkswagen das jüngste Mitglied der R-Familie: das sportliche Serienpendant des Rallye-Fahrzeugs – die Straßenversion des Polo R WRC.
Der Polo R WRC teilt sich den Namen nicht umsonst mit dem World Rally Car, mit dem Volkswagen ab der Saison 2013 in der Rallye-Weltmeisterschaft antritt. Schon äußerlich ähnelt die zivile Version dem Rallye-Biest frappierend. Stoßfänger im Rallye-WM-Stil, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, weiße Grundlackierung mit blau-grauem Streifendekor. Nur die markante Kriegsbemalung fehlt. Auch die Technik zeigt Verwandtschaft. Der 2,0-Liter-TSI-Motor ist wie im World Rally Car ein Vierzylinder-Turbotriebwerk mit Benzin-Direkteinspritzung. 162 kW (220 PS) und ein maximales Drehmoment von 350 Nm sorgen für überlegene Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h geht’s in nur 6,4 Sekunden. Kein Wunder, dass auch eine ganze Reihe prominenter Motorsportler dem Polo R WRC für die Straße bei der Premiere die Ehre gaben. Allen voran der ehemalige Formel-1-Pilot Jacky Ickx (Belgien) und der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien).