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Das Weltmeisterauto.

Mit neuem Look und Detailsverbesserungen in die Saison 2014. Das Special zum Polo R WRC.

MOTOR UND GETRIEBE.

Unter der Haube arbeitet ein nach dem Global Race Concept entwickelter 1,6-Liter-TSI-Vierzylinder mit Turbolader und Benzin-Direkteinspritzung. Die Leistung wird durch den vom Reglement vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer (Air Restrictor) auf rund 300 PS begrenzt.

Die Motorelektronik sorgt für die optimale Steuerung. Einer ihrer Tricks ist schon von Weitem zu hören: Geht der Fahrer vom Gas, wird der Turbolader durch ein ausgeklügeltes System, das Luft am Motor vorbei auf die Schaufelräder leitet, auf Drehzahl gehalten. Der in dieser Luft enthaltene Kraftstoff entzündet sich im heißen Auspuff – ein lautes, wie Fehlzündungen klingendes Stakkato ist die Folge. Weswegen das sogenannte Anti-Lag-System (ALS) gerne auch einfach „Bang-Bang“ genannt wird. Für die Saison 2014 wurde die Bordelektronik des Polo R WRC mit einer neuen Software-Version optimiert.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenziell geschaltetes Sechsganggetriebe.

Motor/Getriebe

ANTRIEB UND FAHRWERK.

Der Polo R WRC hat Allradantrieb. In Vorder- und Hinterachse arbeitet – wie vom Reglement vorgeschrieben – je ein mechanisches Differenzial. Die Räder haben je nach Einsatzzweck 18 Zoll Durchmesser für Asphalt und Schnee beziehungsweise 15 Zoll für Schotter und Eis. Die Einzelradaufhängung verfügt über Dreiecksquerlenker ringsum. Die Stoßdämpfer sind in Zug- und Druckstufe manuell verstellbar.

 

Für die Saison 2014 wurden die Fahrwerkskomponenten überarbeitet und neue Abstimmungsvarianten des Antriebsstrangs entwickelt.

Antrieb/Fahrwerk

KAROSSERIE.

Basisfahrzeug ist der Serien-Polo, von dem die Rohkarosserie übernommen wurde. Die ausgestellten Kotflügel, Türen sowie Motorhaube und Heckklappe bestehen aus Kohlefaser-Kevlar. Die Karosserie wurde auf das vom Reglement erlaubte Maximum von 1.820 Millimeter verbreitert. Der Einlass für die Cockpitbelüftung befindet sich auf dem Dach mittig über der Windschutzscheibe. Das Mindestgewicht des fahrfertigen Autos (ohne Besatzung) beträgt gemäß Reglement 1.200 Kilogramm.

Karosserie

AERODYNAMIK.

Der tief heruntergezogene Frontspoiler ist durch eine nachgiebige Gummilippe geschützt, die auch Fahrbahnkontakte bei extremen Kurvenlagen oder in Bremsphasen übersteht. Ein großer Heckflügel sorgt für optimalen Anpressdruck auf die Hinterachse. Auch die Kotflügel sind aerodynamisch optimiert. Der Unterboden ist verkleidet.

Aerodynamik

INNENRAUM.

Die Serienausstattung wurde komplett ausgeräumt. Die Sitzpositionen von Fahrer und Beifahrer sind zur optimalen Gewichtsverteilung bis auf Höhe der B-Säule nach hinten verschoben. Der Hebel der hydraulisch arbeitenden Handbremse ist griffgünstig zum Lenkrad platziert. Die Bordelektronik-Zentrale mit Sicherungen befindet sich auf der Mittelkonsole. Ein Rallye-Computer vor dem Beifahrersitz liefert wichtige Daten, zum Beispiel die gefahrene Strecke oder die verbleibende Zeit bis zur nächsten Zeitkontrolle.

Innenraum

SICHERHEIT.

Die eingeschweißte Sicherheitszelle besteht aus rund 50 Meter hochfestem Stahlrohr. In die Türen wurde ein spezieller Seitenaufprallschutz integriert. Die Schalensitze verfügen im Kopfbereich über einen seitlichen Schutz („Ohren“). Sechspunkt-Sicherheitsgurte halten die Piloten fest im Sitz, das aus der Formel 1 bekannte HANS-System (Head and Neck Support) schützt den Kopf. Eine automatische Feuerlöschanlage kann auch von außen ausgelöst werden, im Cockpit ist zudem ein Handfeuerlöscher sofort griffbereit.

 

 

Sicherheit

JOKER.

Die Hersteller, die 2013 in der Rallye-WM engagiert waren, hatten sich darauf verständigt, für die Saison 2014 keine neuen World Rally Cars zu homologieren. Dennoch sind Änderungen erlaubt, beispielweise bei Komponenten, die quartalsweise verändert werden können oder generell frei sind. 2014 kommen etwa neu entwickelte Dämpfer von ZF zum Einsatz. Darüber hinaus setzte Volkswagen zehn sogenannte Joker ein, die eine Veränderung der betreffenden Komponenten im Vergleich zu den Homologationsunterlagen zulassen.

 

Hier finden Sie eine Liste der eingesetzten Joker:

 

Joker #1: Pleuel

Joker #2: Motor- und Getriebe-Aussteifung

Joker #3: Rampenwinkel Vorderachs-Differenzial

Joker #4: Rampenwinkel Hinterachs-Differenzial

Joker #5: Querlenker vorn (Asphalt-Version)

Joker #6: Hinterer Hilfsrahmen

Joker #7: Querlenker hinten (Asphalt-Version)

Joker #8: Querlenker hinten (Schotter-Version)

Joker #9: Trennsystem für Hinterachs-Differenzial

Freier Joker: Software

Joker