Rallye Deutschland 2013.

 

Ogier und Latvala punkten bei der Rallye Deutschland.

Es war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen für Volkswagen Motorsport: Erstmals in der WRC-Saison 2013 hat das Team einen Podestplatz verpasst. Beim deutschen Heimspiel in den Weinbergen rund um die Region Trier erreichten Jari-Matti Latvala und Copilot Miikka Anttila als beste Vertreter der Wolfsburger Rang sieben. Die Teamkollegen und Führenden in der Rallye-Weltmeisterschaft, Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, beendeten den neunten WM-Lauf der Saison auf Platz 16. Zwischenzeitlich hatten beide Polo R WRC bei der Rallye jeweils in Führung gelegen. Andreas Mikkelsen und Mikko Markkula mussten aus gesundheitlichen Gründen auf die Rallye Deutschland verzichten, da Beifahrer Markkula sich eine Verletzung des Brustwirbels zugezogen hatte. Der Sieg bei der Rallye Deutschland ging an Dani Sordo. Citroën bleibt damit seit knapp zehn Jahren auf Asphalt ungeschlagen.

Für Sébastien Ogier und Julien Ingrassia hatte die Rallye Deutschland perfekt begonnen. Mit zwei Prüfungssiegen am Donnerstag gingen sie als Gesamtführende in den zweiten Rallye-Tag. Auf einer besonders glitschigen Stelle rutschte das französische Duo von der Strecke, beschädigte sich die Vorderradaufhängung des Polo R WRC und musste in der Folge vorzeitig aufgeben. Bei ihrer Rückkehr unter Rally2-Reglement am Samstag erzielten sie drei von fünf möglichen WP-Bestzeiten. Am Sonntag sorgten sie auf der Power Stage für maximale Schadensbegrenzung: Mit der Bestzeit bei der abschließenden WP, in der Zusatzzähler für den Ersten, Zweiten und Dritten vergeben werden, holten sie drei wertvolle Punkte.


„Für uns war das natürlich nicht der erhoffte Verlauf des Wochenendes, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Der Gewinn der Power Stage am Schluss war noch mal ein schöner Erfolg und kann sich im Hinblick auf die WM-Entscheidung noch als wichtig herausstellen“, fasste Sébastien Ogier das Geschehen zusammen.


Seine bislang beste Leistung auf Asphalt blieb für Jari-Matti Latvala sowie seinen Beifahrer Miikka Anttila unbelohnt. Das finnische Duo hatte zu Beginn des zweiten Rallye-Tages die Führung übernommen und bis zur elften Wertungsprüfung kontinuierlich ausgebaut. Auf der elften WP „Arena Panzerplatte“ traf der Polo R WRC einen der berüchtigten Hinkelsteine mit der Beifahrerseite. In der Folge kämpfte das Duo mit einer immer wieder aufspringenden Tür. Auf der zwölften Sonderprüfung rutschte das Auto von der Strecke und schied vorzeitig aus. Wie ihre Teamkollegen tags zuvor kehrten Latvala/Anttila unter Rally2-Reglement zurück und erkämpften für sich und Volkswagen wertvolle Punkte in Fahrer-, Beifahrer und Hersteller-WM. Auf der sogenannten Power Stage ernteten sie als Dritte einen weiteren Zähler.


Gemischte Gefühle zeigte Jari-Matti Latvala nach Abschluss des Rallye-Wochenendes: „Meine Leistung auf Asphalt hat sich im Vergleich zur Vergangenheit verbessert. Noch nie hatte ich zuvor eine Asphalt-Rallye angeführt und auch die Zeiten zeigen, dass ich auf diesem Untergrund besser geworden bin. Natürlich ist immer noch Luft nach oben, doch nach meinem enttäuschenden Ausfall gestern freue ich mich, dass ich dem Team noch einmal Punkte für die Herstellerwertung gesichert habe, auch wenn der Ausgang für mich persönlich alles andere als perfekt war.“


Nach neun von 13 Rallye-WM-Läufen der laufenden Premieren-Saison in der Top-Kategorie WRC liegt Volkswagen in den drei Wertungen der Rallye-Weltmeisterschaft weiter in Führung. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia führen die Fahrer- und Beifahrerwertung weiter komfortabel an und können schon beim kommenden WM-Lauf in Australien (12.–15. September) ihren zweiten Matchball zum vorzeitigen Titelgewinn verwandeln. Ihr Vorsprung beträgt vor dem Gastspiel „down under“ 75 Punkte auf Thierry Neuville (Ford). Bauen sie den Abstand nach der Rallye Australien auf 84 Punkte oder mehr aus, ist Ogier/Ingrassia der Titel nicht mehr zu nehmen.
Volkswagen liegt in der Herstellerwertung mit 26 Zählern Vorsprung weiterhin an der Spitze der Tabelle.


Erfreulicher Abschluss am Sonntag.
Ogier und Latvala holen wichtige Punkte bei der Power Stage. Das Video.


Rallye Deutschland 2013: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 D. Sordo / C. Del Barrio 3:15:19.4 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 3:16:12.4 +53.0  
3 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:17:55.5 +2:36.1  
4 M. Prokop / M. Ernst 3:23:20.2 +8:00.8  
5 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 3:24:20.7 +9:01.3  
6 E. Evans / D. Barritt (WRC2) 3:24:33.6 +9:14.2  
7 J. Latvala / M. Anttila 3:25:14.4 +9:55.0  
8 H. Paddon / J. Kennard (WRC2) 3:28:20.6 +13:01.2  
9 M. Østberg / J. Andersson 3:28:47.5 +13:28.1  
10 E. Novikov / I. Minor 3:30:37.3 +15:17.9  
...        
17 S. Ogier / J. Ingrassia 3:42:07.7 +26:48.3  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Deutschland des Jahres 2013 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 25.08.2013


Aktuelle Bilder (14)
16:23 Uhr (MESZ)


Stand nach 16 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 D. Sordo / C. Del Barrio 3:15:19.4 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 3:16:12.4 +53.0  
3 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:17:55.5 +2:36.1  
4 M. Prokop / M. Ernst 3:23:20.2 +8:00.8  
5 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 3:24:20.7 +9:01.3  
6 E. Evans / D. Barritt (WRC2) 3:24:33.6 +9:14.2  
7 J. Latvala / M. Anttila 3:25:14.4 +9:55.0  
8 H. Paddon / J. Kennard (WRC2) 3:28:20.6 +13:01.2  
9 M. Østberg / J. Andersson 3:28:47.5 +13:28.1  
10 E. Novikov / I. Minor 3:30:37.3 +15:17.9  
...        
17 S. Ogier / J. Ingrassia 3:42:07.7 +26:48.3  

14:20 Uhr (MESZ)

„Der Gewinn der Power Stage kann sich als wichtig herausstellen.“ Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Um mit dem Positiven zu beginnen: Meine Leistung auf Asphalt hat sich im Vergleich zur Vergangenheit verbessert. Natürlich ist immer noch Luft nach oben, doch nach meinem enttäuschenden Ausfall gestern freue ich mich, dass ich dem Team noch einmal Punkte für die Herstellerwertung gesichert habe. Dennoch gehe ich zuversichtlich in die kommenden Rallyes und werde alles dafür geben, mein Team im Kampf um die Hersteller-WM so gut wie nur irgend möglich zu unterstützen. Ich freue mich für Dani Sordo, der hier in Deutschland seinen ersten Rallye-WM-Sieg gefeiert hat. Ich kann nachfühlen, wie sich Dani jetzt fühlt. Er hat den Sieg verdient.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Für uns war das natürlich nicht der erhoffte Verlauf des Wochenendes, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Der Gewinn der Power Stage am Schluss war noch mal ein schöner Erfolg und kann sich im Hinblick auf die WM-Entscheidung noch als wichtig herausstellen. Es tut mir leid für das Team, dass wir hier bei der Heimrallye den Sieg nicht eingefahren haben. Für Dani Sordo freue ich mich sehr, weil die Saison für ihn bisher nicht so gut verlief und der erste Sieg in einer WM-Rallye immer etwas Besonderes ist. Jetzt freue ich mich auf Australien und werde versuchen, mit Julien dort dem WM-Titel so nah wie möglich zu kommen.“


Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Acht von 15 Wertungsprüfungen zu gewinnen, ist ein gutes Zeichen und entspricht der Quote, die wir auch im Saisonverlauf vor der Rallye Deutschland erreicht hatten. Der Polo R WRC ist also auch auf Asphalt konkurrenzfähig. Doch unser Heimspiel ist nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt oder erhofft hatten. Und das enttäuscht uns. Wir haben die Rallye Deutschland sowohl mit Sébastien Ogier als auch mit Jari-Matti Latvala angeführt, doch beide sind jeweils in Führung liegend ausgeschieden. Wir waren dem Sieg nah, haben ihn aber wegen kleiner Fehler verpasst. Wir gratulieren Dani Sordo zu seinem verdienten ersten Sieg in der Rallye-WM, der längst überfällig war.“


12:25 Uhr (MESZ)

Drei WM-Punkte: Ogier gewinnt die Power Stage.
Erster WRC-Sieg für den Spanier Dani Sordo.

Versöhnlicher Abschluss eines durchwachsenen Wochenendes aus Sicht von Volkswagen Motorsport. Auf der letzten Wertungsprüfung (Dhrontal 2) schaffte der WM-Führende Sébastien Ogier im Polo R WRC #8 seinen sechsten WP-Erfolg bei der Rallye Deutschland. Durch den Sieg auf der 24,58 Kilometer langen Power Stage sammelte der Franzose drei Extrapunkte, die in der WM-Wertung noch wichtig werden können. Teamkollege Jari-Matti Latvala (#7) wurde Dritter und bekommt einen zusätzlichen WM-Zähler auf sein Konto. Als Gesamt-Siebter erhält der Finne zudem sechs Punkte.

 

Rang zwei auf der letzten WP ging an den Sieger der Rallye Deutschland: Citroën-Pilot Dani Sordo. Der Spanier, der seinen ersten Rallye-Triumph feiern darf, setzte sich in einem atemberaubenden Zweikampf gegen den Belgier Thierry Neuville (Ford) durch. Mit mehr als zweieinhalb Minuten Rückstand folgt Mikko Hirvonen (Citroën) als Dritter der Rallye Deutschland.


09:55 Uhr (MESZ)

Ogier und Latvala ohne Risiko.
Spannendes Duell um den Sieg.

Endspurt bei der Rallye Deutschland. Auf der 15. und damit vorletzten Wertungsprüfung (Dhrontal 1) ging es für Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) und Jari-Matti Latvala (#7) darum, kein Risiko einzugehen und die Details der Strecke genau zu studieren. Denn zum Abschluss der Rallye wird diese 24,58 Kilometer lange WP gleich noch ein zweites Mal gefahren – dann aber als Power Stage. Dort haben die Volkswagen Piloten die Möglichkeit, bis zu drei zusätzliche Punkte für die WM-Wertung zu sammeln. Auf der WP 15 wurde Ogier dennoch Dritter, Latvala landete auf Rang vier.

 

Im spannenden Kampf um den Sieg bei der Rallye Deutschland geht es derweil um Zehntelsekunden. Dani Sordo (Citroën) war mit einem Vorsprung von nur 0,8 Sekunden vor Thierry Neuville (Ford) in den Sonntag gegangen. Der Spanier gewann die WP 15 in 15:49.1 Minuten mit einem Vorsprung von 2,2 Sekunden vor dem Belgier und liegt vor der letzten Wertungsprüfung nun 3,0 Sekunden vor Neuville. Mit mehr als zwei Minuten Rückstand folgt Mikko Hirvonen (Citroën) als Dritter.


00:10 Uhr (MESZ)

Brandheiße Informationen für alle Rallye-Fans

in der „Wolfsburger Morgenpost“.

Auch am Sonntag erscheint die „Wolfsburger Morgenpost“, eine Fan-Zeitung, die im Servicepark im Messepark Trier und an den Wertungsprüfungen gratis verteilt wird. Darüber hinaus steht die „WoMoPo“ allen Rallye-Fans hier exklusiv als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

 

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Samstag, 24.08.2013


Aktuelle Bilder (17)
18:12 Uhr (MESZ)


Stand nach 14 von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 D. Sordo / C. Del Barrio 2:43:48.5 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 2:43:49.3 +0.8  
3 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:45:16.1 +1:27.6  
4 M. Prokop / M. Ernst 2:49:54.8 +6:06.3  
5 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 2:51:21.6 +7:33.1  
6 E. Evans / D. Barritt (WRC2) 2:51:29.4 +7:40.9  
7 J. Latvala / M. Anttila 2:53:15.5 +9:27.0  
8 H. Paddon / J. Kennard (WRC2) 2:54:25.8 +10:37.3  
9 M. Østberg / J. Andersson 2:56:16.3 +12:27.8  
10 E. Novikov / I. Minor 2:58:00.3 +14:11.8  

20:26 Uhr (MESZ)

„Um am Ende zu siegen, braucht es eben eine Portion Glück.

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Bis zum Ausrutscher in der zwölften Prüfung war es unsere bislang beste Asphalt-Rallye – wir lagen zum ersten Mal in Führung und der Sieg war in greifbarer Nähe. Leider bin ich schon am Vormittag rausgerutscht, dabei wurde die Beifahrertür beschädigt. Nach dem Service auf dem Weg zur nächsten Prüfung stellten wir fest, dass Miikkas Tür immer wieder aufging. Er musste sie mit der einen Hand festhalten, mit der anderen Hand blätterte er im Aufschrieb. An einer besonders glitschigen Stelle kam unsere Kommunikation einen Tick zu spät und wir trafen einen Stein am Streckenrand, dabei wurde die rechte Hinterradaufhängung beschädigt. Wir haben versucht, weiterzufahren, aber kurz vor dem Ende der Prüfung brach die Aufhängung komplett und wir rutschten von der Piste. Morgen werden wir versuchen, Punkte in der Hersteller-Wertung zu holen.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Heute früh war es etwas schwierig, die richtige Motivation zu finden. Aber das beste Mittel dagegen war es, die schnellsten Prüfungszeiten zu erzielen. Bei drei von fünf gefahrenen Wertungsprüfungen ist mir das heute gelungen. Von daher lief es sportlich recht gut für uns – im Gegensatz zu gestern. Außerdem haben wir ein anderes Set-up ausprobiert, mit dem ich sehr zufrieden bin. Dass nach Jari-Mattis Ausfall nun wahrscheinlich kein Polo mehr aufs Podest kommt, ist sehr schade, aber auch das kann passieren. Verlieren gehört zum Sport dazu.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Nach zuletzt sehr erfolgreichen Rallyes und einem guten Auftakt für das Team bei der Rallye Deutschland mussten wir heute einen Rückschlag hinnehmen. Obwohl der Polo R WRC und unsere Fahrer bewiesen haben, dass Volkswagen auch auf Asphalt absolut konkurrenzfähig ist, sind wir dennoch aus dem Rennen um den Sieg. Sowohl Sébastien Ogier als auch Jari-Matti Latvala haben die Rallye Deutschland angeführt. Doch um am Ende zu siegen, braucht es auch eine Portion Glück. Das hatten wir in den vergangenen zwei Tagen nicht.“


19:56 Uhr (MESZ)

Schwerer Unfall im Rahmen der Rallye Deutschland.

 

Überschattet wurde das sportliche Geschehen der Rallye Deutschland von einem schweren Unfall bei einer privaten Oldtimer-Showveranstaltung, bei dem Fahrer und Beifahrer ums Leben kamen. Der zweite Durchgang der Wertungsprüfung Arena Panzerplatte wurde abgesagt.

 

Die Rallye Deutschland wird am Sonntag fortgesetzt.


16:50 Uhr (MESZ)

WP 14 Arena Panzerplatte 2 abgesagt.

 

Aufgrund eines schweren Unfalls im Rahmenprogramm der Rallye Deutschland wurde die letzte WP des Samstags (Arena Panzerplatte 2) abgesagt. Weitere Informationen folgen in Kürze an dieser Stelle.


15:55 Uhr (MESZ)

Ogier weiter auf der Überholspur.

Packender Zweikampf an der Spitze.

 

Nach seinem vorübergehenden Ausfall am Freitag zeigt Volkswagen Pilot Sébastien Ogier im Polo R WRC #8 am Samstag wieder seine gewohnt beeindruckenden Leistungen: Auf der 9,23 Kilometer langen WP 13 (Peterberg 2) verpasste der WM-Führende seinen vierten WP-Erfolg des heutigen Tages nur um 0,6 Sekunden. Dani Sordo (Citroën) gewann hauchdünn vor dem Franzosen, Thierry Neuville (Ford) wurde Dritter.

 

Neuville und Sordo liefern sich unterdessen einen packenden Zweikampf um den Sieg bei der Rallye Deutschland: Nachdem der Belgier nach der WP 12 die Führung vom ausgefallenen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) übernommen hatte, schnappte sich nun der Spanier die Spitzenposition. Sordo führt mit einer Zeit von 2:43:48.5 Stunden gerade einmal 0,8 Sekunden vor Neuville.


15:10 Uhr (MESZ)

Chaotischer Start in den Nachmittag:

Latvala fällt aus, Ogier gewinnt.

 

Nach der Pause ging es am Samstagnachmittag bei der Rallye Deutschland mit der WP 12 (Stein & Wein 2) weiter. Auf der 26,54 Kilometer langen Wertungsprüfung überzeugte wieder einmal der WM-Führende Sébastien Ogier im Polo R WRC #8. Während der Franzose in 15:51.8 Minuten souverän vor Dani Sordo (Citroën) und Thierry Neuville (Ford) gewann, lief es für Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7 und zahlreiche weitere Fahrer alles andere als optimal.

 

Bereits am Start hatte der Finne Probleme mit der Beifahrertür und im Verlauf der WP schied der Volkswagen Pilot, der die Rallye Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt angeführt hatte, aus. Er wird erst am Sonntag zu den letzten beiden Wertungsprüfungen unter Rally2-Reglement wieder an den Start gehen. Auch Mads Østberg (Ford) fiel aus. Zudem hatte der neue Gesamtführende Neuville große Probleme, konnte sich aber noch ins Ziel retten. Der Belgier liegt in der Gesamtwertung allerdings nur 1,1 Sekunden vor dem Spanier Sordo.


14:15 Uhr (MESZ)

„Habe nichts zu verlieren.“ Ogier will auch

am Nachmittag auf Bestzeitenjagd gehen.

 

Nach seinem Ausfall vom Freitag und dem Neustart am Samstagmorgen holt sich Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) die Motivation aus Einzelergebnissen. „Ich will so viele Wertungsprüfungen wie möglich gewinnen“, hat sich der Franzose vorgenommen. Zwei von drei betrug die Ausbeute des WM-Spitzenreiters am Samstagvormittag. „Ich bin heute jeweils als Zehnter gestartet, dann war die Piste schon ziemlich verdreckt“, beschrieb Ogier. Dennoch musste er nur eine WP abgeben, an den Spanier Dani Sordo (Citroën).

 

Am Nachmittag, wenn einzelne WPs mehr als 100 Fahrzeuge absolviert haben, werden die Bedingungen für alle Topfahrer weitgehend identisch sein. „Ich fahre volle Attacke, ich habe schließlich nichts zu verlieren“, kündigte Ogier an. Gleichzeitig hat er den Auftrag, für die nächste Asphalt-Rallye im WM-Kalender zu testen. „Auch in Frankreich wird es möglicherweise regnen. Es ist also eine gute Gelegenheit, verschiedene Fahrwerksabstimmungen auszuprobieren.“


14:00 Uhr (MESZ)

„Glück gehabt!“

Latvalas Begegnung mit einem Hinkelstein.

 

Das war knapp. Einer der berüchtigten „Hinkelsteine“ auf dem Truppenübungsplatz Baumholder hätte beinahe das Ende aller Sieghoffnungen für Jari-Matti Latvala bedeutet. „In einer Linkskurve ist mir das Heck ausgebrochen“, erzählte der Finne. Die „Schotter-Spione“ hatten ausdrücklich vor der verschmutzten Fahrbahn an dieser Stelle gewarnt. „Aber weil die Reifen wohl zu heiß geworden waren, haben sie weniger Grip aufgebaut als erwartet.“

 

Der Polo R WRC mit der Startnummer 7 schlug auf Höhe der Beifahrertür in einen der als Streckenbegrenzung aufgestellten Betonplatten ein. „Wir haben wirklich Glück gehabt. Ich musste nur zwei Gänge herunterschalten, und weiter ging’s.“

 

In der mittäglichen Servicepause werden die Mechaniker von Volkswagen Motorsport nun den Schaden so weit wie möglich beheben. „Die Achsen und das Fahrwerk haben nichts abbekommen, mein Auto fährt sich wie immer“, sagte Latvala.

 

Der Finne will für die Nachmittagsschleife, wenn noch einmal die drei Wertungsprüfungen des Vormittags auf dem Programm stehen, außerdem Federn und Stabilisatoren umbauen lassen. „Auf der voraussichtlich feuchten und außerdem verschmutzten Strecke brauche ich ein weicheres Fahrwerk.“


11:25 Uhr (MESZ)

Bestzeit auf der Panzerplatte:
Sébastien Ogier gibt dem Polo die Sporen.

„Mit etwas mehr Grip wäre noch eine bessere Zeit drin gewesen“, lautete der trockene Kommentar von Sébastien Ogier, nachdem er mit überlegener Bestzeit von 23:33.8 Minuten ins Ziel der spektakulären und längsten Wertungsprüfung 11 (Arena Panzerplatte 1) fuhr. Dani Sordo brauchte im Citroën 6,2 Sekunden länger. Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala kam mit einer Zeit von 23:41.8 Minuten auf Platz drei ins Ziel und war damit 4,2 Sekunde schneller als sein härtester Verfolger Thierry Neuville (Ford), der Vierter wurde. Latvala hatte großes Glück, da sein Polo R WRC kurz vor Ende der WP einen Hinkelstein traf – ein Zwischenfall, der zum Glück ohne Konsequenzen blieb.

In der Gesamtwertung konnte Latvala seinen Vorsprung auf Neuville auf 14,8 Sekunden ausbauen. Der Drittplatzierte Sordo holte leicht auf und liegt nun 23,8 Sekunden hinter Latvala.


10:44 Uhr (MESZ)

Rallye-Autos statt Panzer.

Die Arena Panzerplatte ist mit einer Länge von 41,08 Kilometern die Königsetappe der Rallye Deutschland. Aber nicht nur deswegen ringt sie den Piloten eine Menge Respekt ab. „Die Panzerplatte ist ein wenig wie Finnland, nur auf Beton statt Schotter“, sagt Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7). Der Finne spielt damit auf die hohen Geschwindigkeiten an, die erreicht werden, und die wie in seiner Heimat häufig wie eine Berg-und-Tal-Bahn anmutende Piste.

Ebenfalls an die Rallye Finnland erinnert die meist sehr breite, kreuz und quer über den Truppenübungsplatz Baumholder verlaufende Fahrbahn. Allerdings stehen am Wegesrand keine biegsamen Birken, sondern unnachgiebige „Hinkelsteine“. So bezeichnet die Szene tief in den Boden eingelassene Betonplatten zur Streckenbegrenzung – sie sollen eigentlich Militärfahrzeuge davon abhalten, vom rechten Weg abzukommen. Denn jahrzehntelang nutzten hauptsächlich amerikanische Panzereinheiten den Truppenübungsplatz. Inzwischen teilen sich Bundeswehr und US-Armee das 11.600 Hektar große Gelände, auf dem heute vor allem Luft-Boden-Gefechte trainiert werden.

Die überwiegend aus Beton bestehende Piste macht die WP „Arena Panzerplatte“ in der gesamten Rallye-WM einzigartig. Als es das Reglement noch zuließ, wurden sogar spezielle Reifen nur für diese Prüfung entwickelt. „Die Fahrbahn ist sehr rau mit vielen scharfen Kanten. Deswegen ist die Gefahr von Reifenschäden sehr hoch“, beschreibt Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier (Polo R WRC #8). Besonders schwierig werden die Verhältnisse, wenn es regnet. Weil die auf regulären Landstraßen verbauten Entwässerungssysteme fehlen, ist die Gefahr von Aquaplaning hoch. Die im Trockenen ziemlich staubigen Wege werden an vielen Stellen spiegelglatt. „Dann“, sagt Ogier, „wird Baumholder ein bisschen zu einer Lotterie.“


09:44 Uhr (MESZ)

Latvala baut seinen Vorsprung weiter aus.

Die Wertungsprüfung 10 (Peterberg 1) war nur ein kurzer Sprint von 9,23 Kilometern – genug für Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala, seinen Vorsprung auf Thierry Neuville (Ford) weiter auszubauen. Der Finne kam mit einer Zeit von 5:09.1 Minuten als Zweitschnellster ins Ziel und benötigte 0,2 Sekunde länger als Dani Sordo (Citroën). Teamkollege Sébastien Ogier wurde mit 5:10.8 Minuten Dritter.
 
Neuville verlor auf dem kurzen Abschnitt 3,4 Sekunden und liegt in der Gesamtwertung nun 10,6 Sekunden hinter Latvala. Sordo liegt weitere 15 Sekunden dahinter auf Rang drei.


08:40 Uhr (MESZ)

Sébastien Ogier meldet sich mit Bestzeit zurück.

Was für ein Comeback: Nach seiner gestrigen Zwangspause hat sich Sébastien Ogier auf der ersten Wertungsprüfung des heutigen Rallye-Samstags (Stein & Wein 1) eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Franzose, der heute unter Rally2-Reglement wieder an den Start geht, fuhr eine Bestzeit von 14:54.9 Minuten vor Dani Sordo (Citroën, +3,5 Sekunden) und Jari-Matti Latvala (+4,0 Sekunden), der in der Gesamtwertung immer noch mit 7,4 Sekunden Vorsprung auf Thierry Neuville (Ford) führt.


00:03 Uhr (MESZ)

Brandheiße Informationen für alle Rallye-Fans

in der „Wolfsburger Morgenpost“.

Auch am Samstag erscheint die „Wolfsburger Morgenpost“, eine achtseitige Fan-Zeitung, die im Servicepark im Messepark Trier und an den Wertungsprüfungen gratis verteilt wird. Darüber hinaus steht die „WoMoPo“ allen Rallye-Fans hier exklusiv als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

 

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Freitag, 23.08.2013


Aktuelle Bilder (26)
23:55 Uhr (MESZ)


Stand nach acht von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 1:38:04.1 0.0  
2 T. Neuville / N. Gilsoul 1:38:11.4 +7.3  
3 D. Sordo / C. Del Barrio 1:38:30.4 +26.3  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:38:51.7 +47.6  
5 M. Østberg / J. Andersson 1:40:16.4 +2:12.3  
6 M. Prokop / M. Ernst 1:42:21.7 +4:17.6  
7 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 1:42:56.2 +4:52.1  
8 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 1:43:03.6 +4:59.5  
9 E. Evans / D. Barritt (WRC2) 1:43:16.0 +5:11.9  
10 S. Wiegand / F. Christian (WRC2) 1:44:57.8 +6:53.7  

20.30 Uhr (MESZ)

„Mein Polo fühlt sich großartig an.
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Der Freitag war sehr intensiv und spannend, das Duell mit Thierry Neuville ist nach wie vor extrem eng. Speziell die letzten beiden Prüfungen am Nachmittag habe ich sehr genossen – mein Polo fühlt sich großartig an, besser geht es eigentlich nicht. Die Rallye Deutschland am zweiten Tag anzuführen, ist natürlich ein tolles Gefühl. Gleichzeitig tut es mir für Séb und Julien leid – ihr Ausrutscher zeigt, wie eng Erfolg und Misserfolg hier beieinander liegen. Auch wir haben letztlich noch nichts gewonnen und müssen bis zum Ende versuchen, einen perfekten Job zu machen. Gerade, wenn es morgen Regen geben sollte, werden die Prüfungen besonders schwierig zu fahren sein.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Nach dem tollen Start gestern ist das frühe Aus am zweiten Tag natürlich enttäuschend. Leider habe ich beim Bremspunkt eine feuchte Asphaltstelle erwischt, dadurch bin ich etwas zu schnell in der Kurve gewesen und mit recht hohem Tempo in die Böschung geraten. Dabei ist die Aufhängung vorn links stark beschädigt worden. Wir haben versucht, die nächste Wertungsprüfung noch zu fahren, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir aufgegeben. Das Auto war nicht mehr fahrbar. Mir tut es besonders für das Team leid, ich hätte so gern für Volkswagen hier den Sieg beim Heimspiel geholt. Jetzt steht der Gewinn der Powerstage am Sonntag als oberstes Ziel an, denn die drei Punkte möchte ich mir für die WM unbedingt sichern. Und es ist für uns wichtig, Erfahrungswerte auf Asphalt mitzunehmen – für die Rallye Frankreich in sechs Wochen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Für Volkswagen war der Rallye-Freitag ein Tag mit unterschiedlichen Emotionen. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia mussten heute eine Enttäuschung hinnehmen und sind in Führung liegend von der Strecke gerutscht. Doch auf Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila war Verlass. Sie haben die Führung übernommen und in einem spannenden Zweikampf mit Thierry Neuville verteidigt. Alles in allem sind wir mit dem Resultat zufrieden, auch wenn wir uns mit Sébastien Ogier mehr gewünscht hätten. Er kommt morgen unter Rally2-Reglement wieder, um noch möglichst viele Punkte für die Hersteller-Wertung zu sammeln.“


20:00 Uhr (MESZ)

„Wäre früher nicht möglich gewesen.“

Latvala inzwischen auch auf Asphalt schnell.

 

Ungewohnte Rolle für Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7). „Früher war ich bei Asphalt-Rallyes immer froh, wenn ich hinter jemandem herfahren konnte, um mich an Bremspunkten und Ideallinie zu orientieren.“ Früher. Seit heute ist Latvala derjenige, der von den Konkurrenten gejagt wird. In die dritte Etappe der Rallye Deutschland am Samstag geht der Finne als Spitzenreiter und muss damit jeweils als Erster starten.

 

„Das wäre früher nicht möglich gewesen“, staunte Latvala ein wenig über sich selbst. „Jetzt macht sich bezahlt, dass ich in den letzten vier, fünf Jahren stark an meinem Fahrstil auf Asphalt gearbeitet habe.“ Übrigens einschließlich eines Starts beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

 

Am Morgen hatte es noch so ausgesehen, als würde Latvala langsam, aber sicher von Thierry Neuville eingeholt. Der belgische Ford-Pilot fuhr vier Bestzeiten in Folge. „Da hat mein Auto für meinen Geschmack zu stark untersteuert. Deswegen fehlte mir etwas das Vertrauen“, verriet Latvala. Beim Mittagsservice ließ er das Fahrwerk umbauen, machte es weicher. „Damit ging es deutlich besser.“

 

Prompt gewannen Latvala und Beifahrer Miikka Anttila die beiden letzten Wertungsprüfungen des Freitags und setzten sich wieder vom Verfolger ab. Dabei blieb ein Teil der Heckschürze auf der Strecke. „Einmal ist das Heck ausgebrochen. An dieser Stelle standen zum Glück nur ein paar Büsche im Weg.“


18:20 Uhr (MESZ)

Finnischer Doppelschlag am Freitagabend:

Latvala hält zur Halbzeit die Konkurrenz in Schach.

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) hat am Freitagabend seine große Klasse gezeigt und die Konkurrenz in die Schranken gewiesen. Seinem ersten WP-Sieg bei der siebten Wertungsprüfung der Rallye Deutschland ließ der Finne zum Abschluss des Freitags gleich den zweiten Triumph folgen. Die 19,94 Kilometer lange WP 8 (Grafschaft 2) gewann der Volkswagen Pilot in 11:33.1 Minuten vor Thierry Neuville (Ford) und Mikko Hirvonen (Citroën).

 

Zur Halbzeit der Rallye Deutschland führt Latvala mit einer Gesamtzeit von 1:38:04.1 Stunde vor dem Belgier Neuville (+7,3 Sekunden) und dem Spanier Dani Sordo im Citroën (+26,3 Sekunden). Weiter geht's am Samstagmorgen um 08:03 Uhr mit der 26,54 Kilometer langen WP 9 (Stein & Wein 1).


17:25 Uhr (MESZ)

Starker Konter von Latvala:

deutlicher Sieg bei der WP 7.

 

Die Verfolger saßen Jari-Matti Latvala im Nacken, doch bei der siebten Wertungsprüfung setzte der Volkswagen Pilot ein beeindruckendes Zeichen: In starken 13:57.9 Minuten gewann der Finne die 22,79 Kilometer lange WP 7 (Moselland 2) vor seinen Dauerrivalen Thierry Neuville (Ford) und Dani Sordo (Citroën). Als einziger Fahrer blieb Latvala, der seinen ersten WP-Erfolg bei der Rallye Deutschland feierte, mit seiner Zeit unter 14 Minuten.

 

In der Gesamtwertung konnte der Volkswagen Pilot seine Führung damit wieder ausbauen. In 1:26:31.0 Stunde führt Latvala nun 4,6 Sekunden vor dem Belgier Neuville und 19,4 Sekunden vor dem Spanier Sordo.


16:40 Uhr (MESZ)

Latvala verteidigt die Spitzenposition.

 

Es bleibt unglaublich spannend bei der Rallye Deutschland. Auf der sechsten Wertungsprüfung (Mittelmosel 2) entwickelte sich erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den drei schnellsten Piloten im Gesamtklassement. Am Ende der 22,95 Kilometer langen Strecke landete Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #7 mit einer Zeit von 13:20.5 Minuten nur 0,4 Sekunden hinter Thierry Neuville (Ford) auf dem zweiten Rang. Dani Sordo (Citroën) benötigte eine Zehntelsekunde mehr als Latvala und wurde Dritter.

 

In der Gesamtwertung bleibt der finnische Volkswagen Pilot mit einer Zeit von 1:12:33.1 Stunde Spitzenreiter vor dem Belgier Neuville (+2,0 Sekunden) und Sordo (+15,2 Sekunden) aus Spanien.


16:00 Uhr (MESZ)

„Es tut mir leid für das Team.“

Sébastien Ogier ärgert sich über Fehler.

 

Es war sein erster folgenschwerer Fahrfehler seit der Rallye Monte Carlo im Januar 2012. Umso mehr ärgerte sich Sébastien Ogier, dass ihm dieser Patzer ausgerechnet beim Heimspiel von Volkswagen Motorsport unterlaufen ist. „An einer ziemlich schnellen Stelle war die Straße feuchter, als wir es erwartet haben. Das war erst sehr spät zu erkennen. Deswegen hat der Bremsweg vor einer Rechtskurve nicht mehr ausgereicht“, rekapitulierte der Franzose die Ereignisse aus der ersten Wertungsprüfung des Freitags.

 

Der Polo R WRC mit der Startnummer 8 prallte vorn links gegen eine Böschung. Dabei wurde die Radaufhängung beschädigt. „Wir konnten zwar noch weiterfahren, mussten aber Tempo herausnehmen“, erzählte Ogier. Rund zweieinhalb Minuten betrug der Zeitverlust.

 

Nach dem Ziel der WP versuchten der WM-Tabellenführer und Beifahrer Julien Ingrassia, den angeknacksten Dreieckslenker mit Bordmitteln zu reparieren. „Unser Ziel war es, auf jeden Fall den Service zu erreichen.“ Tatsächlich schafften die beiden Franzosen es, die nächste WP regulär zu starten. „Aber dann wurde das Fahrverhalten immer unberechenbarer“, erzählte Ogier. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, stellte er sein Auto schließlich endgültig ab. „Es tut mir sehr leid für das Team. Ich hätte ihm gerne bei der Heimrallye einen Sieg geschenkt.“

 

Ogier/Ingrassia werden am Samstag neu starten, dann allerdings ohne Chance auf eine Spitzenplatzierung. „Wir werden einige Dinge am Fahrwerk im Hinblick auf die nächste Asphalt-Rallye ausprobieren“, lautet der Plan.


14:45 Uhr (MESZ)

„Problemfreier Morgen“. Jari-Matti Latvala meistert schwierige Bedingungen.

 

Der Mann strahlt Selbstbewusstsein aus. Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) kaute entspannt auf einem Sandwich, als er auf seine Einfahrtzeit in den Mittagsservice wartete. „Der Morgen verlief problemlos“, berichtete der Finne, der mit einem Vorsprung von 2,4 Sekunden in die Nachmittagsschleife gehen wird.


Lediglich mit seiner Reifenwahl war Latvala nicht 100-prozentig zufrieden. „Ich bin zum Schluss eine Kombination aus weichen und harten Reifen gefahren, das hat nicht optimal funktioniert.“ Wie bei der aktuellen Generation von World Rally Cars üblich, fuhr Latvala eine sogenannte Crossover-Mischung – an jeder Achse jeweils einen harten und einen weichen Reifen. „Aber es hat nur ganz leicht geregnet und war etwas zu trocken für die weichen Reifen. Sie haben nach ungefähr 15 Kilometern stark abgebaut“, berichtete Latvala.


Ob er am Nachmittag eine andere Wahl treffen wird, ließ sich Latvala nicht entlocken. „Runde schwarze“, war alles, was er zum Thema Reifen verriet. Tatsächlich machen alle Teams aus ihren Wetterprognosen für den Nachmittag ein großes Geheimnis. Nur so viel ist klar: Die hochsommerlichen Temperaturen vom Donnerstag sind definitiv Geschichte.


13:10 Uhr (MESZ)

Latvala geht als Führender in die Mittagspause.

Was für ein spannender Vormittag! An der Spitze geht es eng zu, aber Jari-Matti Latvala konnte auf der fünften Wertungsprüfung der Rallye Deutschland (Grafschaft 1) einen knappen Vorsprung von 2,4 Sekunden in die Mittagspause retten.

„Es gab ein paar rutschige Abschnitte auf der Strecke, aber insgesamt war die Stage ganz okay“, lautete das Fazit des Volkswagen Piloten zur Halbzeit des heutigen Freitags. Latvala beendete die WP als Zweitschnellster hinter Thierry Neuville, der im Ford Fiesta wieder ordentlich angaste und erneut Bestzeit fuhr. Auch Dani Sordo (Citroën) fuhr eine schnelle Zeit und kam 2,9 Sekunden hinter Neuville als Drittschnellster ins Ziel.


12:36 Uhr (MESZ)

Spione im Einsatz: „Gravel Crews“ sind

verschmutzten Passagen auf der Spur.

 

Rundstrecken-Piloten haben’s gut. Sobald einer durch ein Kiesbett räubert und Steine auf die Piste schleudert, kommen Streckenposten mit großen Besen angerannt und fegen jeglichen Dreck beiseite. Davon können Rallye-Fahrer nur träumen. Bei einer Asphalt-Rallye werden die Kurven geschnitten, was das Zeug hält, manchmal verläuft die Ideallinie komplett über den Randstreifen.

 

Durch diese im Fachjargon „Cutten“ genannten Abkürzer steigen zwar die Kurvengeschwindigkeiten. Gleichzeitig werden aber – je nach Beschaffenheit des Straßenrandes – jede Menge Steine, Grasbüschel oder einfach nur Dreck auf die Straße befördert. Besonders dann, wenn es wie am Freitagmorgen rund um Trier geregnet hat. Dann mutieren Straßen, die noch im Training schön sauber waren, plötzlich zu Schlammpisten. Und kein Streckenposten kümmert sich darum.

 

Um zumindest die Werksfahrer vor derart gravierenden Veränderungen gegenüber dem Abfahren vor dem Start zu informieren, sind bei Asphalt-Rallyes sogenannte „Gravel Crews“ im Einsatz. Diese Schotter-Spione dürfen kurz vor dem Start noch einmal sämtliche Wertungsprüfungen (WPs) abfahren. Anschließend informieren sie „ihre“ Fahrer über den aktuellen Streckenzustand.

 

Besonders wichtig ist diese Erkundung vor dem zweiten Durchgang über die WPs, der normalerweise am Nachmittag gefahren wird. Bei der Rallye Deutschland haben dann schon einmal rund 80 Autos die Strecke passiert – entsprechend viel Schmutz liegt auf der Straße.

 

Für die verantwortungsvolle Aufgabe der „Gravel Crews“ werden erfahrene Rallye-Piloten eingesetzt. Bei Volkswagen Motorsport spioniert während der Rallye Deutschland der ehemalige Französische Meister und Europameister Simon Jean-Joseph (44) für Tabellenführer Sébastien Ogier (Polo R WRC #8). Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) vertraut auf die Dienste von Landsmann Toni Gardemeister (38), ebenfalls ein ehemaliger Werkspilot.


12:22 Uhr (MESZ)

Spannender Kampf um die Spitze –
Latvala verteidigt Gesamtführung.

Nervenkitzel in den Weinbergen um Trier: Jari-Matti Latvala führt die Rallye Deutschland weiterhin an, aber die Konkurrenten Thierry Neuville (Ford) und Dani Sordo (Citroën) machen Druck. Neuville beendete die vierte WP (Moselland 1) mit Bestzeit. Sordo folgte mit nur 0,2 Sekunden Abstand. Latvala kam im Polo R WRC #7 weitere 1,2 Sekunden später als Drittschnellster ins Ziel. Der Finne liegt im Gesamtklassement 4,4 Sekunden vor Neuville und 14,2 Sekunden vor Sordo.

Für Latvalas Teamkollegen Sébastien Ogier läuft es nach seinem Abflug von der Strecke auf der ersten WP des heutigen Freitags weiterhin alles andere als optimal: Der Franzose musste seinen beschädigten Polo R WRC #8 auf der Strecke abstellen und kann erst am morgigen Samstag unter Rally2-Bedingungen wieder starten.


11:15 Uhr (MESZ)

Jari-Matti Latvala übernimmt die Führung –

Pech für Sébastien Ogier.

Den Start in den Rallye-Freitag hatte sich Sébastien Ogier sicher anders vorgestellt. Nachdem der Franzose auf den gestrigen beiden Auftakt-WPs dominiert hatte, musste er auf der ersten WP des heutigen Freitags (Mittelmosel 1) einen herben Rückschlag einstecken. Ogier verpasste einen Bremspunkt, der Polo R WRC fuhr geradeaus ins Gebüsch. Durch das Zurücksetzen verlor der Volkswagen Pilot über zwei Minuten und liegt nun weit abgeschlagen auf Platz zwölf.

Teamkollege Jari-Matti Latvala zeigte eine starke Leistung und beendete die WP als Zweitschnellster hinter dem Belgier Thierry Neuville (Ford). In der Gesamtwertung ist Latvala nun neuer Führender vor Neuville und Dani Sordo (Citroën). Mikko Hirvonen (Citroën) folgt auf Rang vier.


00:45 Uhr (MESZ)

Brandheiße Informationen für alle Rallye-Fans

in der „Wolfsburger Morgenpost“.

Am Freitag, Samstag und Sonntag erscheint die „Wolfsburger Morgenpost“, eine achtseitige Fan-Zeitung, die im Servicepark im Messepark Trier und an den Wertungsprüfungen gratis verteilt wird. Darüber hinaus steht die „WoMoPo“ allen Rallye-Fans hier exklusiv als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

 

Hier geht’s zum Download

Donnerstag, 22.08.2013


Aktuelle Bilder (10)
22:05 Uhr (MESZ)


Stand nach zwei von 16 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 19:33.2 0.0  
2 J. Latvala / M. Anttila 19:38.9 +5.7  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 19:45.9 +12.7  
4 D. Sordo / C. Del Barrio 19:53.7 +20.5  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 19:58.9 +25.7  
6 M. Østberg / J. Andersson 20:03.8 +30.6  
7 N. Al-Attiyah / G. Bernacchini 20:14.6 +41.4  
8 M. Prokop / M. Ernst 20:18.8 +45.6  
9 M. Kosciuszko / M. Szczepaniak 20:24.2 +51.0  
10 R. Kubica / M. Baran (WRC2) 20:33.0 +59.8  

22:15 Uhr (MESZ)

„Mein Ziel ist, auch am Ende in Führung zu liegen.
Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7

„Das war ein guter Start für uns – mit Platz zwei bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich das Tempo von Séb auch morgen mitgehen kann. Gleichzeitig muss ich Thierry Neuville im Auge behalten, er ist aktuell mein direkter Konkurrent in der Meisterschaft. Mein Polo fühlt sich sehr gut an, nur auf der ersten Prüfung hatte ich, wie viele andere offenbar auch, starkes Untersteuern. Den Start der Rallye nach Köln zu legen, war eine tolle Idee – die Kulisse mit den vielen Zuschauern vor dem Kölner Dom war beeindruckend. Damit können wir noch mehr Interesse und Begeisterung für unseren Sport wecken.“

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
„Für uns hat die Rallye Deutschland perfekt begonnen. Erst die tolle Atmosphäre in Köln mit dem berühmten Dom im Hintergrund und dann auch sportlich. Mein Vorteil auf der ersten Wertungsprüfung war, dass ich als Erster auf die Strecke gehen durfte. Das hat sicherlich einige Sekunden gebracht. Doch die Rallye beginnt erst morgen richtig, wenn sechs schwierige Prüfungen in den Weinbergen vor uns liegen. Aber klar: Mein Ziel ist, auch am Ende der Rallye in Führung zu liegen.“

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
„Besser kann man sich einen Auftakt in die Heimrallye nicht wünschen. Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala waren beide von der ersten Sekunde an hellwach. Der Polo R WRC hat zudem einen starken Einstand bei seiner ersten reinen Asphalt-Rallye gezeigt. Doch das waren erst die ersten knapp 40 Kilometer der Rallye, gut 330 stehen noch vor uns. Der Start sieht vielversprechend aus, bedeutet aber letztendlich nicht viel. Doch er gibt der gesamten Mannschaft ein gesundes Selbstvertrauen für die kommenden 14 Wertungsprüfungen und sorgt für den Extra-Kick Motivation.“


20:50 Uhr (MESZ)

„Die Führung ist strategisch wichtig.“

Sébastien Ogier darf weiterhin als Erster starten.

 

Strategie bestimmte das Tempo der beiden Volkswagen Werkspiloten auf den Auftaktprüfungen der Rallye Deutschland. „Ich wollte unbedingt in Führung gehen, um auch am Freitag als Erster starten zu dürfen“, begründete Sébastien Ogier (Polo R WRC #8), warum er von Anfang an voll attackierte. Der Plan ging auf: Mit zwei Bestzeiten setzte sich der Franzose an die Spitze und erhält damit auch für die sechs Prüfungen am Freitag die wertvolle Startposition eins. „Das ist bei Asphalt-Rallyes ein Vorteil, weil die Strecke mit jedem Auto schmutziger wird“, erklärte Ogier.

 

So gesehen machte auch Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) einen perfekten Job. Der Finne fuhr zwei Mal die zweitschnellste Zeit und geht auch am Freitag als Zweiter auf die – dann noch weitgehend saubere – Piste. „Séb interessiert mich erst einmal nicht. Mein Hauptaugenmerk liegt auf Thierry Neuville“, verriet Latvala, der mit dem belgischen Ford-Werkspiloten um die Vize-Meisterschaft kämpft. Auch diese Strategie funktionierte bislang: Neuville erreichte den abendlichen Service nur als Dritter.


20:25 Uhr (MESZ)

Ogier vor Latvala - Volkswagen beendet

den Donnerstag mit einer Doppelführung.

 

Auch nach der zweiten Wertungsprüfung bei der Rallye Deutschland grüßen die beiden Volkswagen Piloten von der Spitze. Auf der 14,10 Kilometer langen WP 2 (Sauertal) gewann erneut Sébastien Ogier im Polo R WRC #8. In 7:23.4 Minuten verwies der in der WM-Wertung führende Franzose wie schon in der ersten Wertungsprüfung seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (#7) auf den zweiten Platz. Der Rückstand des Finnen betrug diesmal nur 1,1 Sekunden. Wie zum Auftakt war wieder Thierry Neuville (Ford) der schnellste Fahrer, der nicht in einem Polo R WRC unterwegs war. Der Belgier belegte in 7:26.9 Minuten Rang drei.

 

Nach zwei von insgesamt 16 Wertungsprüfungen bei der Rallye Deutschland führt Ogier mit 19:33.2 Minuten vor Latvala (+5,7 Sekunden) und Neuville (+12,7 Sekunden). Dani Sordo (Citroën) auf Rang vier hat bereits mehr als 20 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter.


18:25 Uhr (MESZ)

Perfekter Auftakt für Volkswagen beim Heimspiel.

Besser hätte die Rallye Deutschland gar nicht starten können. Bei der ersten Wertungsprüfung (Blankenheim) feierte Volkswagen Motorsport gleich einen Doppelsieg. Sébastien Ogier schaffte im Polo R WRC #8 auf der 23,54 Kilometer langen WP in 12:09.8 Minuten die schnellste Zeit. Jari-Matti Latvala (#7) benötigte in 12:14.4 Minuten nur 4,6 Sekunden mehr als sein französischer Teamkollege.

 

Mit fast zehn Sekunden Rückstand auf Ogier kam der Belgier Thierry Neuville (Ford) als Drittschnellster ins Ziel (12:19.0 Minuten). Der Spanier Dani Sordo (Citroën) auf Rang vier benötigte 12:25.2 Minuten und damit noch einmal sechs Sekunden mehr. Evgeny Novikov (Ford) fiel bereits nach wenigen Kilometern auf der Strecke aus.


16:45 Uhr (MESZ)

„Kölle alaaf“ von Sébastien Ogier:

Rallye Deutschland vor dem Kölner Dom gestartet.

 

Vor der beeindruckenden Kulisse des Kölner Doms und Tausenden begeisterten Zuschauern fiel die Startflagge zur Rallye Deutschland, dem neunten von 13 WM-Läufen der Saison 2013. Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (beide Frankreich) rollten im Polo R WRC (#8) als Erste über die Rampe – das Privileg der WM-Spitzenreiter. „Eine sensationelle Atmosphäre. Es hat sich wirklich gelohnt, nach Köln zu kommen“, sagte Ogier, der die Fans mit einem waschechten „Kölle alaaf“ begrüßte.

 

Zwei Minuten später folgten die Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Polo R WRC #7), die momentan in der Meisterschaftstabelle auf Rang zwei geführt werden.

 

Die Rallye Deutschland wurde zum ersten Mal in Köln gestartet. Am Donnerstagabend stehen noch zwei Wertungsprüfungen (Blankenheim und Sauertal) auf dem Programm, bevor das rund 80 Teilnehmer starke Feld zur Übernachtungspause in Trier eintrifft.


12:00 Uhr (MESZ)

Die schnellste Taxifahrt ihres Lebens.
TV-Moderatorin Andrea Kaiser trifft Sébastien Ogier. Das Video.

Vorberichte


Mittwoch, 21.08.2013


Aktuelle Bilder (15)
Letztes Update: 17:10 Uhr (MESZ)


17:00 Uhr (MESZ)

Volles Programm für Fans

auf der „Arena Panzerplatte“.

 

Beim stimmungsvollen Höhepunkt der Rallye Deutschland, der legendären Wertungsprüfung „Arena Panzerplatte“ auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, bietet Volkswagen am Samstag Fans, Medienvertretern und Gästen ein umfangreiches Informations- und Unterhaltungsprogramm. Auf einer 80 Quadratmeter großen Videowand wird ein eigens produziertes TV-Programm ausgestrahlt.



 

Durch das Programm führen Moderator Markus Schramm und Rallye-Experte Dieter Depping. Der Test- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen ist als dreimaliger Sieger der Rallye Deutschland nach Rekord-Champion Sébastien Loeb der erfolgreichste Pilot bei der beliebten Asphalt-Rallye. TV-Moderator Oliver Sittler (Eurosport, n-tv) führt Interviews mit Gästen und Experten.

 



In der Volkswagen Hospitality direkt an der Panzerplatte werden unter anderem Vorstände des Wolfsburger Konzerns, die Sportchefs der in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) vertretenen Hersteller, Motorsport-Legende Jacky Ickx, der zweimalige Rallye-Weltmeister Luis Moya, Stratosphären-Springer Felix Baumgartner, ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, die Schauspieler Erol Sander und Ingo Naujoks sowie viele weitere prominente Gäste und Medienvertreter erwartet. Direkt gegenüber: eine extra errichtete Tribüne mit 200 Sitzplätzen. TV-Koch Mario Kotaska sorgt mit seinem „Bratwerk“ für das leibliche Wohl der Gäste und Streckenposten an der Panzerplatte.


14:45 Uhr (MESZ)

Jari-Matti Latvala Schnellster im Shakedown –
Sébastien Ogier auf Rang vier.

Faustdicke Überraschung im Freien Training vor der Rallye Deutschland. Beim sogenannten Shakedown fuhr Volkswagen Werkspilot Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #7) die schnellste Zeit (2.23,5 Minuten). Der eigentlich als Schotter-Spezialist geltende Finne war auf der Asphalt-Strecke 0,7 Sekunden schneller als Dani Sordo (Spanien/Citroën) und 0,8 Sekunden schneller als Thierry Neuville (Belgien/Ford). Tabellenführer Sébastien Ogier (Polo R WRC #8) folgte mit 1,4 Sekunden Abstand auf Rang vier.


Anders als bei Schotter-Rallyes wird bei Asphalt-Veranstaltungen wie der Rallye Deutschland kein Qualifying durchgeführt. Gestartet wird stattdessen nach WM-Stand. Tabellenführer Sébastien Ogier geht also am Donnerstag jeweils als Erster auf die Strecke, als Zweiter ist Jari-Matti Latvala dran.


13:00 Uhr (MESZ)

Die Ruhe vor dem Sturm.
Wir warten auf die Rallye Deutschland. Das Video.


12:10 Uhr (MESZ)

Andreas Mikkelsen und Mikko Markkula müssen ihren Start bei der Rallye Deutschland absagen.

So ein Pech. Andreas Mikkelsen und Mikko Markkula müssen aus gesundheitlichen Gründen auf die Rallye Deutschland verzichten. Beifahrer Mikko Markkula hatte sich vermutlich bei der Rallye Finnland vor knapp drei Wochen eine Fraktur des siebten sowie teilweise des achten Brustwirbels zugezogen, die erst unmittelbar vor der Rallye Deutschland diagnostiziert wurde. Daraufhin zog Volkswagen Motorsport die Nennung von Mikkelsen/Markkula aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen zurück. Bereits bei der Rallye Finnland hatte Mikko Markkula über Rückenbeschwerden geklagt, die nach der Rallye nachließen. Bei den „Recce“-Fahrten am Montag in Deutschland kehrten die Schmerzen jedoch zurück. Das Team entschloss sich zu einer MRT-Untersuchung, die letztendlich die Gewissheit brachte, auf einen Start aus gesundheitlichen Gründen zu verzichten.


„Sicherheit geht vor, vor allem aber die persönliche Gesundheit von Mikko Markkula“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Die Brustwirbel-Fraktur war nicht leicht zu diagnostizieren, weswegen wir bis zur letzten Minute sichergehen wollten, die richtige Entscheidung zu treffen. Es wäre zudem zu risikoreich gewesen, einen anderen Beifahrer an die Seite von Andreas Mikkelsen zu setzen, mit dem er vor der Rallye keinen Meter gefahren ist und der an der ‚Recce‘ nicht teilgenommen hat. Andreas hat in dieser Saison seine Art des Aufschriebs verändert und Mikko ist der einzige Beifahrer, der damit vertraut ist. Leider müssen beide auf einen Start bei der Rallye Deutschland verzichten und sind sehr enttäuscht. Im Team drücken alle für die schnelle Genesung von Mikko die Daumen.“

 

Mikko Markkula, Volkswagen Polo R WRC #9
„Bei der Rallye Finnland habe ich am Sonntag starke Rückenschmerzen bekommen. Wir hatten eine muskuläre Verspannung vermutet. Nach der Rallye gingen die Schmerzen zurück, wie es die Ärzte vorhergesagt hatten. Doch in den vergangenen Tagen sind die Schmerzen zurückgekommen und ich habe mich bei Dr. Johannes Peil am Dienstagabend einer genaueren Untersuchung im MRT unterzogen. Dort wurden dann die Brüche der beiden Wirbel festgestellt. Damit hätte niemand gerechnet und es war natürlich ein Schock, weil wir deshalb unseren Start kurzfristig absagen mussten. Die Enttäuschung ist riesig. Es tut mir auch leid für das Team, dem wir beim Heimspiel ein gutes Resultat bescheren wollten. Nun hoffe ich, schnellstmöglich wieder fit zu werden.“

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich hatte mich sehr auf die Rallye Deutschland gefreut und bin enttäuscht, dass wir beim Heimspiel für unser Team nicht starten können. Doch die Gesundheit meines Beifahrers Mikko Markkula geht natürlich vor. Ich wünsche ihm, dass die beiden Wirbelbrüche schnell wieder verheilen und wir bald wieder gemeinsam in der Rallye-Weltmeisterschaft starten. Mit ihm zusammen habe ich in dieser Saison ein für mich völlig neues System des Aufschriebs ausgearbeitet, das nur ihm vertraut ist. Ersatz zu finden, war so kurz vor der Rallye nicht mehr möglich. Ich versuche jetzt, das Team auf andere Weise bestmöglich zu unterstützen. Immerhin haben wir die ‚Recce‘ abgeschlossen und können in den kommenden Jahren darauf zurückgreifen.“


Dienstag, 20.08.2013


11:05 Uhr (MESZ)

Den Titel ganz entspannt im Visier.

Die Chancen sind minimal, doch Sébastien Ogier kann bereits bei der kommenden Rallye Deutschland Weltmeister werden. Und zwar am einfachsten so: Ogier gewinnt, gleichzeitig holen die nächsten Verfolger – Teamkollege Jari-Matti Latvala (Finnland) und der punktgleiche Thierry Neuville (Belgien/Ford) – keine Punkte. Dann stünde Ogier schon vier Rallyes vor Saisonende als Champion 2013 fest – früher als es der neunmalige Weltmeister Sébastien Loeb jemals geschafft hat.

Doch solche Gedankenspiele lassen Ogier, der bereits fünf der bisherigen acht WM-Läufe gewonnen hat, ziemlich kalt. „Ich muss nicht unbedingt gewinnen“, sagt der Franzose. „Wenn ich meinen Vorsprung in der Tabelle behaupten kann, bin ich auch zufrieden.“

Alleine dieses Ziel ist hoch genug gesteckt. Denn die Rallye Deutschland ist die erste reine Asphalt-Veranstaltung für den Polo R WRC. Zwar hat Volkswagen Motorsport vor dem Heimspiel ausgiebig getestet. Doch ob man die Konkurrenz ähnlich gut im Griff hat wie auf Schotter, Schnee und Eis, wird sich erst nach dem Start zeigen.

Der erfolgt zum ersten Mal in Köln (Donnerstag, 16:15 Uhr). Das rund 80 Fahrzeuge starke Feld geht vor der imposanten Kulisse des Doms auf die Reise nach Trier, dem Rallye-Zentrum für den Rest der Rallye (Servicepark auf dem Messegelände). Bis zur Zielankunft am Sonntag (14:00 Uhr) an der Porta Nigra stehen 16 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 372 Kilometern auf dem Programm, darunter auch der Klassiker „Panzerplatte“ auf dem Truppenübungsplatz Baumholder.

Neben Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia (Polo R WRC #8) sowie dem finnischen Meisterschaftszweiten Jari-Matti Latvala mit seinem Copiloten Miikka Anttila (Polo R WRC #7) geht auch das norwegisch-finnische Duo Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula auf die Jagd nach den Zehntelsekunden.


Freitag, 16.08.2013


12:30 Uhr (MESZ)

„Die Rallye Deutschland wird eine sehr spezielle Rallye.“ Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7
„An der Rallye Deutschland mag ich speziell die Prüfung ‚Arena Panzerplatte‘. Solche Strecken haben eine ganz eigene Faszination, sie sollten viel häufiger Bestandteil einer Rallye sein. Ansonsten erinnern manche der Straßen sehr an die in Finnland. Es gibt viele breite Wege, auf denen man richtig Tempo machen kann. Die Weinanbaugebiete an der Mosel haben ein ganz eigenes Flair – einzigartig in der Rallye-WM. Wenn es dort trocken ist, sind die Passagen genial. Aber wehe, es regnet dort. Dann wird die Straße matschig und es wird extrem schwer, das Auto zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr war ich Zweiter, was mein bestes Ergebnis bisher dort war. Das würde ich gern wieder erreichen, um unserem eingeschworenen Team bei der Heimrallye ein gutes Ergebnis zu schenken.“

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8
„Ich versuche, die Rallye Deutschland völlig unbeschwert anzugehen. Natürlich, ein Sieg in Deutschland wäre ein enorm wichtiger Schritt in Richtung Titel und die Weltmeisterschaft ist mein großer Traum in dieser Saison. Wenn man sich den Punktestand derzeit anschaut, muss ich aber nicht unbedingt gewinnen und alles auf eine Karte setzen. Mein Ziel wird sein, mein Polster in der Fahrerwertung zu behalten. Ein Sieg in Deutschland wäre jedoch für mein Team fantastisch. Sie hätten ihn mehr als verdient. Unsere Mannschaft macht zurzeit einfach den Unterschied aus. Wir gehen mit einer Menge Selbstvertrauen nach Deutschland. Und ganz ehrlich: Warum sollten wir dort nicht gewinnen?“

Andreas Mikkelsen, Polo R WRC #9
„Die Rallye Deutschland wird eine sehr spezielle Rallye. Sowohl für das Team als auch für die Fahrer. Ein gutes Ergebnis ist für Volkswagen bei der Heim-Rallye besonders wichtig. Alle Beteiligten werden besonders fokussiert sein. Die Rallye Deutschland ist die erste echte Asphalt-Rallye des Jahres, und das mit vielen verschiedenen Asphalt-Arten. Es gibt drei verschieden Arten von Wertungsprüfungen. Zum einen gibt es die Militär-Wertungsprüfungen mit ziemlich aggressivem Beton, dann die Weinfelder mit engen schotterartigen Straßen und schließlich gibt es die Straßen aus perfektem, ebenem Asphalt. Für mich ist die Rallye Deutschland die herausforderndste Asphalt-Rallye. Vor der Rallye hatten wir einen Test auf Asphalt, bei dem unser Auto exzellent funktioniert hat. Ich freue mich jetzt wirklich sehr auf die Rallye Deutschland.“


Donnerstag, 15.08.2013


10:00 Uhr (MESZ)

„Wir haben wieder bei null angefangen.“

Interview mit Sébastien Ogier.


Sébastien, du hast dir mit dem Sieg bei der Rallye Finnland einen Traum erfüllt, zudem könntest du rein rechnerisch bereits bei der kommenden Rallye in Deutschland den Fahrertitel gewinnen. Wie gehst du mit dieser Situation um?

Über den Sieg bei der Rallye Finnland bin ich wirklich sehr glücklich. Ich liebe diese Rallye und wollte sie seit Beginn meiner Karriere gewinnen. Mit dem möglichen Titelgewinn bei der Rallye Deutschland befasse ich mich nicht zu sehr. Ich müsste gewinnen, Jari-Matti und Thierry dürften nicht in die Punkte kommen. Das ist eher unwahrscheinlich. Fakt ist aber, dass ich Weltmeister werden will und alles dafür geben werde.


Wie bist du zum Rallye-Sport gekommen?
Ich habe eigentlich immer davon geträumt, Rennfahrer zu werden. Wirklich angefangen habe ich aber erst recht spät, weil ich als Kind nicht die Möglichkeit hatte, an Rennen teilzunehmen. Dazu fehlte meinen Eltern das Geld. Ich habe mich aber schon immer für Sport begeistert. Da ich aus den Alpen komme, habe ich früh angefangen, Ski zu fahren. Dazu bin ich viel Rad gefahren, habe ein bisschen Fußball gespielt. Mich mit anderen zu messen, das war schon immer mein Ding. Und dann kam die Gelegenheit, als der französische Motorsportverband die Rallye Jeunes, einen Talentwettbewerb, organisierte. Den konnte ich gewinnen und mir dadurch meinen ersten Rallye-Einsatz in Frankreich finanzieren.

 

Dein Beifahrer Julien wurde nach seinem komplizierten Schlüsselbeinbruch erst kurz vor der Rallye Finnland wieder fit und konnte nur mit einem Körperpanzer aus Karbon an den Start gehen. Wie froh warst du, ihn an deiner Seite zu haben?

Julien und ich kennen uns seit Jahren, wir verstehen uns blind. Daher war ich sehr erleichtert, als die Ärzte ihm grünes Licht für den Start bei der Ralle Finnland gegeben haben.

 
Wie hast du ihn eigentlich kennengelernt?
Nachdem ich den Talentwettbewerb gewonnen hatte, hat er sich bei mir und dem Team vorgestellt und sich als Copilot angeboten. Ich hatte damals niemanden aus meinem Freundeskreis, der diesen Job hätte machen können – und ich suchte ja auch jemanden, der bereits etwas Erfahrung vorzuweisen hat. Also haben wir zusammengearbeitet, und es hat auf Anhieb gut funktioniert.

Erzähl uns etwas über die Recce-Phasen vor einer Rallye. In welchen Schritten geht ihr dabei vor? Welches Tempo fahrt ihr?
Eigentlich fahren wir dabei nicht besonders schnell. Meistens gibt es sogar eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Wichtig ist für mich, dass ich dabei einen konstanten Rhythmus entwickeln kann, um die Strecke richtig zu lesen und meinem Copiloten die korrekten Daten weitergeben zu können. Ehrlich gesagt gehört die Recce-Phase aber nicht unbedingt zum spannendsten Teil einer Rallye. Du musst langsam fahren und sitzt nicht selten zwölf Stunden lang im Auto, das ist schon ziemlich hart. Aber natürlich ist es ein sehr wichtiger Job. Eine Rallye hat Hunderte von Kurven, und wenn ich eine einzige davon in der Recce falsch diktiere, kann das einen Abflug und damit das Rallye-Aus bedeuten.

Gibt es bestimmte Punkte auf der Strecke, die du dir besonders einprägst? Was überlässt du Julien?
Das ist ganz allein mein Job. Julien hat keinen Einfluss auf die Erstellung des Aufschriebs, er muss nur notieren und mir die Aufzeichnungen später im korrekten Tempo vorlesen. Aber die Einschätzung der Strecke liegt allein bei mir.

 

Erzähle etwas über die skurrile Situation mit dem verschlossenen Gatter bei der Rallye Mexiko.
(Lacht.) Ja, das war schon ziemlich verrückt. Die Situation war ja so, dass wir in einer recht komfortablen Lage waren, als das passierte. Wir hatten uns also eine beruhigende Führung erarbeitet. Das hat mir natürlich geholfen, die Ruhe zu bewahren. Na ja, anhalten mussten wir trotzdem. Also habe ich Julien gefragt, ob er bitte so freundlich wäre, die Tür zu öffnen (lacht). Glücklicherweise ist das Ganze ja an einer Stelle passiert, wo nicht allzu schnell gefahren wird. Und ich war mir auch ziemlich sicher, dass die FIA mir die verlorene Zeit wieder gutschreibt, was dann ja auch geschehen ist.

 

Wie hat dir das Treffen mit Sebastian Vettel in Monaco gefallen? Könntest du dir vorstellen, einmal ein Formel-1-Auto zu fahren?
Das war ein tolles Treffen, wirklich sehr interessant. Ich kannte Sebastian Vettel ja schon vom Race of Champions. Er ist ein netter Typ, und es war klasse, mit ihm ein bisschen zu fachsimpeln. Was das Formel-1-Auto betrifft – warum eigentlich nicht? Wenn wir einen Tausch organisieren könnten, bei dem er mit dem Polo R WRC fährt und ich ein paar Runden im Red Bull drehe, wäre ich sofort dabei. Ein Formel-1-Auto zu fahren, wäre schon ein Traum.

 

Wie war der Umstieg vom Citroën auf den Polo? Was hat dich dabei am meisten überrascht?
Der größte Unterschied war wohl, dass ich plötzlich in einem komplett neuen Team war, das noch keine Erfahrung in der WRC hatte, während Citroën ja seit Jahren am Start war. Wir haben also wieder bei null angefangen. Aber das war ja auch genau die Herausforderung, die ich gesucht hatte. Und wenn man sich jetzt anschaut, wo wir stehen, würde ich sagen, dass wir unsere Hausaufgaben ganz gut gemacht haben.

 

Letzte Frage. Hast du ein persönliches Traumauto?
Da gib es eine ganze Menge. Als Nächstes werden ich einen Porsche 911 Turbo fahren, ein absolutes Traumauto.


Mittwoch, 14.08.2013


12:00 Uhr (MESZ)

„In der Rallye-WM fahren die kompletteren Fahrer.“ Interview mit Willy Rampf, Technischer Direktor WRC.


Willy Rampf, du warst vor deiner Zeit bei Volkswagen Motorsport lange in der Formel 1 tätig. Worin liegt der wichtigste Unterschied bei der Entwicklungsarbeit und wo gibt es Gemeinsamkeiten?
Der größte Unterschied zwischen der Entwicklungsarbeit in der Formel 1 und der Rallye-Weltmeisterschaft ist der, dass in der Formel 1 sehr viel theoretisch am Computer entwickelt wird, während man in der Rallye-WM direkt mit den Fahrern zu tun hat. In der Formel 1 kannst du ein Auto den Winter über am Computer entwickeln und es im Frühjahr fertig übergeben. So was wäre bei einem Rallye-Fahrzeug nicht möglich.

Was war der Anreiz für dich, ein Fahrzeug für den Rallye-Einsatz zu entwickeln?
Die Rallye-WM ist wie die Formel 1 auf einem sehr hohen technischen Level. Daher sind der Reiz und die Motivation identisch. Die Herausforderung ist riesig. In beiden Rennserien geht es darum, die beste technische Lösung zu haben. Und wie die Formel 1 spielt auch die Rallye-WM in der Champions League des Motorsports.

Mit der Rallye Deutschland steht zum ersten Mal in der Saison eine reine Asphalt-Rallye auf dem Programm. Wie bereitet ihr den Polo R WRC darauf vor?
Speziell für die Rallye Deutschland haben wir mit unseren drei Fahrern einen mehrtägigen Test durchgeführt. Am Grundkonzept des Fahrzeugs darf man wegen der Homologation nichts ändern. Daher geht es in erster Linie um die mechanische Abstimmung, also die Federwege und das Fahrwerk. Das Fahrzeug liegt im Vergleich zu den Schotter-Rallyes deutlich tiefer, wir brauchen weniger Federweg und die Dämpfer sind straffer abgestimmt. Dazu ist die Bremsenergie bei einer Asphalt-Rallye durch den höheren Grip deutlich höher als bei Schotter-Rallyes. Daher verbauen wir für die Rallye Deutschland eine größere Bremsanlage.

In der Formel 1 ist die Telemetrie während des Rennens eine wichtige Informationsquelle für Ingenieure. Was verrät euch der Polo R WRC während einer laufenden Wertungsprüfung?
Während einer Wertungsprüfung sehen wir vom Polo eigentlich nur die Splitzeiten, anhand derer wir unser Fahrzeug mit denen der Konkurrenz vergleichen können. Darüber hinaus gibt es während einer WP keine weiteren Daten. In der Formel 1 hat man dagegen eine permanente Datenübertragung. Durch die Telemetrie sieht man in Echtzeit Werte wie zum Beispiel Drehzahl, Öldruck und Abgastemperatur. Das ist bei einem Rallye-Fahrzeug nicht möglich, was es für die Ingenieure schwieriger macht. Man kann bei einem Problem nicht direkt vom Kommandostand aus eingreifen.

Formel 1 oder Rallye-WM – in welcher Klasse sitzen die besten Rennfahrer hinter dem Steuer?
Bei beiden Rennserien sitzen absolute Könner hinter dem Steuer. Formel-1-Fahrer sind Spezialisten in den Bereichen Aerodynamik – sie wissen zum Beispiel, wie man die Reifen perfekt auf Temperatur hält. In der Rallye-Weltmeisterschaft fahren aber die perfekteren, die kompletteren Fahrer. Ein Rallye-Fahrer muss mit allen Bedingungen zurechtkommen und ist dabei immer im Grenzbereich unterwegs.


Streckenprofil

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