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Von null auf Weltmeister!

Der Weg zu Sébastien Ogiers und Julien Ingrassias erstem Rallye WM-Titel.

Startschuss.

5. Mai 2011.

Volkswagen Motorsport verkündet offiziell den Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Zu dieser Zeit existiert der Polo R WRC nur als Zeichnung. Vier Monate später steht das Showcar auf der IAA in Frankfurt.

Reifeprüfung.

Januar 2012.

Sébastien Ogier nimmt eine Auszeit von der Rallye-Weltmeisterschaft und widmet sich voll und ganz der Entwicklung des Polo R WRC. Neben weltweiten Tests mit dem Prototyp startet Ogier im Škoda Fabia S2000 mit Ausnahme der Rallye Neuseeland bei allen WRC-Läufen. Dabei werden verschiedene Bauteile des Polo R WRC verbaut und so auf Herz und Nieren geprüft.

GEHEIMNISTRÄGER.

November 2012.

Der Prototyp des Polo R WRC im Einsatz: Dass sich auch unter der weitgehend aus Kohlefaser-Kevlar-Verbundstoff gefertigten Karosserie eine Menge getan hat, wissen nur die Teammitglieder. Schließlich will man sich von der Konkurrenz nicht zu früh in die Karten schauen lassen. Anfang November 2012 werden weitere Geheimnisse gelüftet – zwangsläufig: Volkswagen Motorsport muss die technische Dokumentation des Polo R WRC beim Weltmotorsportverband FIA in Paris einreichen. Schon wenig später wird der fertig entwickelte Polo R WRC in der Rallye-Saison 2013 für Furore sorgen.

Premiere.

8. Dezember 2012.

Volkswagen Motorsport präsentiert in Monte Carlo den fertigen Polo R WRC sowie die Fahrer und Beifahrer. Neben Sébastien Ogier und Julien Ingrassia starten Jari-Matti Latvala und sein Beifahrer Miikka Anttila in die WRC-Saison 2013. Auch Andreas Mikkelsen und sein Copilot Mikko Markkula werden offiziell vorgestellt, starten jedoch erst ab der Rallye Portugal in die Saison.

Einstand nach Maß.

20. Januar 2013.

Was für eine Premiere! Bereits bei seinem ersten Einsatz für Volkswagen Motorsport in der Rallye-Weltmeisterschaft fährt Sébastien Ogier bei der Rallye Monte Carlo auf das Podest. Er wird Zweiter und gewinnt zudem die allererste Wertungsprüfung der Saison.

Oben angekommen.

10. Februar 2013.

Schon bei der zweiten Rallye fährt Volkswagen Motorsport auf den obersten Podestplatz. Auf den vereisten Pisten der Rallye Schweden verweist Sébastien Ogier seinen Landsmann und Rekordweltmeister Sébastien Loeb auf den zweiten Platz. Skeptiker, die an einen Zufall glauben, werden schnell eines Besseren belehrt. Denn die Erfolgsserie geht weiter.

Zweiter Akt.

10. März 2013.

Es folgt ein Ogier-Sieg in Mexiko. Damit besteht der Polo R WRC auch seine erste Schotter-Rallye mit Bravour.

Neue Ziele.

14. April 2013.

Ogiers Erfolg bei der Rallye Portugal macht den Hattrick perfekt und beweist auf beeindruckende Art und Weise, was in ihm und dem Polo R WRC steckt. Dazu wird Jari-Matti Latvala Dritter. Mit diesen Erfolgen hatte selbst bei Volkswagen Motorsport keiner gerechnet. Das eigentliche Saisonziel – dabei sein und lernen – wird redigiert. Es wird klar, dass sowohl Sébastien Ogier als auch Volkswagen Motorsport um die Rallye-WM mitfahren.

Pausenstand.

22. Juni 2013.

Nach Ogiers Sieg bei der Rallye Italien geht die Rallye-Weltmeisterschaft in die Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt hat der Polo R WRC 69 von 120 und damit über 57 Prozent aller bisherigen Wertungsprüfungen gewonnen. Sébastien Ogiers Vorsprung auf den zweitplatzierten Fahrer beträgt jetzt schon beeindruckende 64 Punkte.

Traum erfüllt.

3. August 2013.

Sein Traum wird wahr. Sébastien Ogier gewinnt als fünfter Nichtskandinavier die seit 1951 stattfindende Rallye Finnland. Zuvor war dieses Kunststück nur dem Spanier Carlos Sainz, dem Esten Markko Märtin sowie den beiden Franzosen Didier Auriol und Sébastien Loeb gelungen. Ogier selbst liebt die Rallye Finnland und hat schon immer davon geträumt, sie zu gewinnen. Zeit für neue Träume.

Dem Titel so nah.

15. September 2013.

19 von 22 Wertungsprüfungen gewonnen, dazu noch drei Punkte für den Gewinn der Power Stage: Die Rallye Australien lief perfekt für Sébastien Ogier und seinen Beifahrer Julien Ingrassia. Bis kurz vor Schluss war das französische Duo sogar vorzeitig Rallye-Weltmeister. Doch dann schlitzte sich der bis dahin Zweitplatzierte, der Finne Mikko Hirvonen (Citroën), seinen Reifen auf den letzten Metern der finalen Wertungsprüfung auf und verlor seinen sicher geglaubten zweiten Platz an den Belgier Thierry Neuville (Ford). Dieser besitzt dadurch wieder theoretische Titel-Chancen – und die WM-Feier muss verschoben werden. Ogier und Ingrassia, die bereits ihren vermeintlichen WM-Gewinn bejubeln, erfahren per Funk von den dramatischen Ereignissen und sind zunächst enttäuscht. Doch dann überwiegt die Freude über ihren sechsten Saisonerfolg. Zum WM-Titel fehlt jetzt nur noch ein einziger Punkt.

Weltmeister.

3. Oktober 2013.

Was für ein Erfolg! Sébastien Ogier und sein Beifahrer Julien Ingrassia haben den Titel der Fahrer-WM in der Tasche. Und das bereits, bevor die Rallye Frankreich überhaupt erst richtig losging: Das französische Duo holte einen Punkt in der Power Stage Strasbourg, die den Auftakt zur Jagd durch das Elsass bildet. Verfolger Thierry Neuville (Citroën) verpasste den Sieg und die nötigen drei Punkte. Dadurch liegen die beiden Volkswagen Piloten nun uneinholbar in Führung. Im Anschluss gelingt dem Team im Polo R WRC #8 sogar der doppelte Triumph: Ogier und Ingrassia holen den Gesamtsieg bei der Rallye Frankreich. Chapeau, Séb und Julien!