Schließen X

Rallye Polen.

Große Momente: Lange Tradition und eine WM-Premiere, die es in sich hatte.

RALLYE POLEN

Hinter der berühmten Rallye Monte Carlo ist sie die zweitälteste Rallye der Welt: Die „Rajd Polski“ wurde 1921 ins Leben gerufen und avancierte im Laufe der Jahre zu einer der wichtigsten Rallyes Europas. In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren trugen sich bekannte Fahrer wie Rauno Aaltonen, Timo Mäkinen und Jean-Claude Andruet in die Siegerlisten ein, 1973 war die Rallye Polen sogar eines der Gründungsmitglieder der WM. Nach einem einmaligen Gastspiel im Jahr 2009 kehrte die Veranstaltung zur Saison 2014 in den WM-Kalender zurück.

Intro

1971

Zasadas vierter Streich.

Der erfolgreichste polnische Rallyefahrer aller Zeiten erklomm 1971 zum letzten Mal den Thron in seinem Heimatland. Sobieslaw Zasada holte sich im BMW 2002 tii zum vierten Mal den Gesamtsieg bei der Rallye Polen. Damit gelang dem Mann aus Dabrowa Górnicza ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu seinem dritten Europameistertitel nach 1966 (Steyr-Puch) und 1967 (Porsche). Darüber hinaus war Zasada auch in der polnischen Meisterschaft äußerst erfolgreich, im Laufe der Jahre gewann er das Championat elf Mal.

1971

1973

Denkwürdige WM-Premiere.

Die Rallye Polen 1973 war einer der härtesten Läufe in der über 40-jährigen Geschichte der Rallye-WM. Nur sieben von 62 Startern überstanden die 3900 Kilometer lange Tortur, und von denen wurden nur drei (!) gewertet. Achim Warmbold gewann die WM-Premiere im Fiat 124 Abarth mit dem heutigen FIA-Präsident Jean Todt auf dem Beifahrersitz. Die einzigen anderen Fahrer im Ziel – Egon Culmbacher auf Wartburg 353 und Maciej Stawowiak auf Polski Fiat 125p – hatten zwar mehrere Stunden Rückstand, konnten sich im Ziel aber trotzdem wie Sieger feiern lassen. Danach verschwand der polnische Lauf leider aus dem WM-Kalender.

1973

2009

Spektakuläre Rückkehr auf die WM-Bühne.

2009 machte der WM-Zirkus erstmals seit 36 Jahren wieder in Polen Halt. Seit der letzten WM-Teilnahme 1973 hat sich das Gesicht der Veranstaltung stark verändert. Die Route ist auf ein Viertel geschrumpft und führt jetzt nur noch über die schnellen Schotterpisten in Nordosten des Landes. Das Spektakel ist dafür besser als je zuvor. Topfavorit Sébastien Loeb demoliert seinen Citroën C4 WRC am ersten Tag und Jari-Matti Latvala (Ford Focus WRC) rutscht auf der abschließenden Zuschauerprüfung in die Leitplanken. Mikko Hirvonen (Ford) zeigt sich von all diesen Problemen unbeeindruckt und fährt einen souveränen Sieg ein.

2009

2014

Doppeltes Podium in Polen.

Siebte Rallye der Saison, zum fünften Mal ganz oben auf dem Podium: Sébastien Ogier und Julien Ingrassia konnten auch den WM-Lauf in Polen für sich entscheiden und bauten die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Volkswagen Motorsport weiter aus. Saisonübergreifend war der Sieg in Polen der elfte Erfolg in Serie! Doch auch Andreas Mikkelsen hatte allen Grund sich zu freuen: Der Norweger wiederholte seinen bislang größten WRC-Erfolg bei der Rallye Schweden und landete auch in Polen auf dem zweiten Platz. Während der Rallye sah es lange Zeit sogar nach mehr aus, besonders die erste Etappe war von einem ständigen Führungswechsel von Séb und Andreas geprägt, am Ende des Rallye-Freitags betrug der Vorsprung von Sébastien auf Andreas gerade einmal 0,7 Sekunden. Jari-Matti Latvala erkämpfte sich nach Problemen den starken fünften Rang.

2014

2015

Ogier siegt bei Hitzeschlacht.

In der Hitze von Polen behielt er einen kühlen Kopf: Sébastien Ogier holte sich seinen fünften Saisonsieg - musste dafür aber bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke bis zum letzten Meter alles geben. Denn über die gesamten drei Tage zeigte sich Andreas Mikkelsen als hartnäckiger Verfolger und ließ sich nicht abschütteln. Gerade mal 11,9 Sekunden gaben am Ende den Ausschlag über Sieg und Platz zwei - zugunsten des Franzosen. Der Dritte im Volkswagen Bunde, Jari-Matti Latvala, hätte dem Triumph von Volkswagen um ein Haar die Krone aufgesetzt und sich den dritten Platz geholt - nach einem Ausrutscher landete der Finne schließlich auf dem fünften Rang. 

2015