Rallye Polen 2014.

 

Doppeltes Podium in Polen.

 

Siebte Rallye der Saison, zum fünften Mal ganz oben auf dem Podium. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia sind auch in diesem Jahr das Maß der Dinge in der WRC. Das französische Weltmeister-Duo konnte auch den WM-Lauf in Polen für sich entscheiden und baute die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Volkswagen Motorsport weiter aus. Saisonübergreifend war der Sieg in Polen der elfte Erfolg in Serie – Rekord weiter ausgebaut!

 

Doch auch der Volkswagen Motorsport Junior Andreas Mikkelsen hatte allen Grund sich zu freuen. Der Norweger wiederholte seinen bislang größten WRC-Erfolg bei der Rallye Schweden und landete auch in Polen auf dem zweiten Platz. Während der Rallye sah es lange Zeit sogar nach mehr aus, besonders die erste Etappe war von einem ständigen Führungswechsel von Séb und Andreas geprägt, am Ende des Rallye-Freitags betrug der Vorsprung von Sébastien auf Andreas gerade einmal 0,7 Sekunden. 

 

Eine Leistung, die Eindruck hinterließ. „Andreas hat heute eine starke Leistung gezeigt. Das wird am Samstag bestimmt nicht einfach, den Vorsprung zu verteidigen oder sogar auszubauen“, sagte ein sichtlich beeindruckter Sébastien Loeb am Ende der ersten Etappe. Dass das Projekt Führunsgausbau dann doch leichter lief, als vom Weltmeister erwartet, lag an Mikkelsen selbst. Auf der zweiten Wertungsprüfung der zweiten Etappe unterliefen ihm gleich drei Fehler. Später kamen dann noch Bremsprobleme dazu. Am Ende es zweiten Tages war Ogiers Vorsprung auf über eine Minute angewachsen, und Mikkelsen konzentrierte sich fortan "nur" noch um die Verteidigung des zweiten Platz.

Diesen hatten zeitweise auch Jari-Matti Latvala und sein Beifahrer Miikka Antilla im Visier, doch es scheint, als ob die Finnen und die Rallye Polen keine echte Freunde mehr werden. Und das hat eine Geschichte: Beim letzten WRC-Lauf in Polen im Jahr 2009 lag das finnische Duo bis zur letzten Wertungsprüfung auf dem zweiten Platz, baute auf den letzten Metern der Rallye jedoch einen Unfall und schied aus. Ein Trauma, an dem Jari-Matti auch fünf Jahre später noch stark zu knabbern hatte. Sichtlich erleichtert war er, nachdem er eben jene Super Special Stage zum ersten Mal am Donnerstag Abend bewältigt hatte. „Endlich habe ich diese WP zu Ende gefahren. Ich hatte so viele schlechte Erinnerungen an diese Wertungsprüfung und ein paar Mal waren die Betonmauern auch wieder sehr nahe. Aber es hat geklappt, jetzt kann ich diese Rallye richtig in Angriff nehmen.“

 

Gesagt, getan. Mit neuem Mut und geändertem Setup rasten die Finnen am Freitag durch Polen und Litauen und lieferten sich dabei einen heißen Zweikampf um Platz drei mit dem Norweger Mads Østberg (Ford). Einen Tag später sah es dann kurz so aus, als ob Jari-Matti und Miikka es geschafft hätten. Auf der turbulenten 14. Wertungsprüfung (Goldap) musste Mads Østberg seinen Fiesta nach einem Überschlag abstellen, Latvala schob sich auf den dritten Platz hinter Ogier und Mikkelsen vor. Doch was für ein Pech: Beim Versuch, den wegen eines Reifenschadens sehr langsamen Briten Kris Meeke (Citroën) auf der Wertungsprüfung zu überholen, traf der Polo R WRC einen großen Stein und der Dämpfer vorne links schoss durch die Motorhaube. Das Resultat war verheerend. Ohne Dämpfung und mit einer auf dem Boden schleifenden Frontschürze kämpfte sich Latvala bis in den Service nach der WP 15, verlor dabei aber über zwei Minuten auf die Spitze. 

 

Voller Frust übergab Latvala das Auto seinen Mechanikern, doch seine Hoffnungen waren gering. Gerade einmal 30 Minuten darf am Fahrzeug gearbeitet werden, für jede Minute extra gibt es eine Strafzeit. Doch dann leisteten gerade einmal vier Schrauber schier unglaubliches. In gerade einmal 28 Minuten wurden die vorderen Dämpfer, die komplette Vorderachse inklusive der Lenkung, der Radträger vorn links, der vordere Unterbodenschutz, der Wischermotor, die Windschutzscheibe, die Motorhaube sowie der Kotflügel vorn links, Schmutzfänger inklusive, getauscht.

 

Latvala war wieder im Rennen und zeigte vollen Einsatz. Nach und nach kämpfte er sich von Platz sieben nach vorne und fuhr dabei auf fünf der verbleibenden acht Wertungsprüfungen Bestzeit. Am Ende reichte es dann aber doch nur für Platz fünf, zum Viertplatzierten Finnen Mikko Hirvonen (Ford) fehlten gerade einmal 0,7 Sekunden. Entsprechend fiel Latvalas Fazit im Ziel aus. „Es war eine Rallye mit Höhen und Tiefen und einem guten Ende. Zu Beginn fehlten mir die Zuversicht und eine optimale Abstimmung, später hat uns der beschädigte Stoßdämpfer viel Zeit gekostet. Am Ende zählt aber, dass wir jedes Mal zu unserem Speed zurückgefunden haben und damit Boden auf die Spitze gutmachen konnten.“


Volkswagen Motorsport gewinnt die Rallye Polen und feiert den elften Erfolg in Folge. Das Video.


Rallye Polen 2014: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:34:02.0 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:35:09.7 +1:07.7  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 2:36:15.5 +2:13.5  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:36:34.4 +2:32.4  
5 J. Latvala / M. Anttila 2:36:35.1 +2:33.1  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 2:36:51.9 +2:49.9  
7 K. Meeke / P. Nagle 2:38:29.9 +4:27.9  
8 H. Paddon / J. Kennard 2:38:34.1 +4:32.1  
9 H. Solberg / I. Minor 2:39:01.0 +4:59.0  
10 M. Prokop / J. Tománek 2:40:13.3 +6:11.3  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Polen des Jahres 2014 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 29.06.2014


Volkswagen Motorsport gewinnt die Rallye Polen und feiert saisonübergreifend den elften Erfolg in Folge. Das Video.


Aktuelle Bilder (14)
15:38 Uhr (MESZ)


Stand nach 24 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:34:02.0 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:35:09.7 +1:07.7  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 2:36:15.5 +2:13.5  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:36:34.4 +2:32.4  
5 J. Latvala / M. Anttila 2:36:35.1 +2:33.1  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 2:36:51.9 +2:49.9  
7 K. Meeke / P. Nagle 2:38:29.9 +4:27.9  
8 H. Paddon / J. Kennard 2:38:34.1 +4:32.1  
9 H. Solberg / I. Minor 2:39:01.0 +4:59.0  
10 M. Prokop / J. Tománek 2:40:13.3 +6:11.3  

15:20 Uhr (MESZ)

Dieser Sieg ist wichtig für die Weltmeisterschaft.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Einfach großartig, dieser Sieg ist wichtig für die Weltmeisterschaft! Julien und ich hatten hier in Polen eine perfekte Rallye. Die Prüfungen waren atemberaubend schnell – und die vielen Fans an der Strecke einfach großartig. Man genießt als Fahrer jeden Kilometer. Heute am Finaltag waren auch wieder einige wunderschöne Abschnitte dabei, wo ich mich zwingen musste, nicht absolut Vollgas zu geben. Denn natürlich wollten wir nicht unseren Vorsprung mit zu viel Risiko aufs Spiel setzen. Ein riesiges Dankeschön an meine Mannschaft, die mir jeden Tag ein perfektes Auto hingestellt hat. Der Polo R WRC macht einfach Spaß, du preschst mit 200 Sachen durch den Wald und alles ist so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Es war eine Rallye mit Höhen und Tiefen und einem guten Ende. Zu Beginn fehlten mir die Zuversicht und eine optimale Abstimmung, später hat uns der beschädigte Stoßdämpfer viel Zeit gekostet. Am Ende zählt aber, dass wir jedes Mal zu unserem Speed zurückgefunden haben und damit Boden auf die Spitze gutmachen konnten. Gleichzeitig sind meine schlechten Erinnerungen an Polen 2009 ausgeräumt, nachdem ich jene Prüfung, auf der ich seinerzeit ausgeschieden bin, hier gewonnen habe. Der Abstand zu Sébastien Ogier in der WM ist leider angewachsen – aber wir werden schon in Finnland weiterkämpfen, um ihn wieder zu verringern.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Platz zwei und mein zweiter Podestplatz in der Rallye-WM – das ist ein großartiges Ergebnis. Es war eine Ehre für mich, dass ich lange Zeit mit dem Weltmeister um die Führung gekämpft habe. Auch wenn es jetzt noch nicht für den Sieg gereicht hat, bleibt es trotzdem mein Ziel, eines Tages ganz oben auf dem Podest zu stehen. Wir versuchen, uns Stück für Stück an Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala heranzukämpfen. Hier in Polen haben wir einen großen Schritt in dieser Hinsicht unternommen. Aber jetzt freue ich mich erst einmal über Platz zwei und das, was wir an diesem Wochenende erreicht haben. Ich habe die Wertungsprüfungen sehr genossen. Sie waren schnell und flüssig zu fahren – das liegt mir.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Was für eine tolle Premiere für Volkswagen bei der Rallye Polen! Für unser Team war dieser WM-Lauf absolutes Rallye-Neuland. Hier den vierten Doppelsieg des Jahres zu feiern und unsere Siegesserie auszubauen, ist ein großartiger Erfolg der gesamten Mannschaft. Sébastien Ogier war bei schwierigen Bedingungen wieder eine Klasse für sich, Andreas Mikkelsen hat bewiesen, warum ihm schnelle und flüssige Strecken liegen und Jari-Matti Latvala hat eine starke Aufholjagd gezeigt. Die Mechaniker haben seinen Polo R WRC mit einem wahren Kraftakt wieder zurück ins Rennen gebracht. Hut ab vor den Jungs. Nach vier harten und langen Rallye-Tagen und wenig Schlaf haben wir uns alle ein Bier verdient.“


14:00 Uhr (MESZ)

Alles richtig gemacht.

Sébastien Ogier schnappt sich in Polen die maximale Anzahl von 28 WM-Punkten.

Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) geht mit einem beruhigenden Vorsprung in die kurze Sommerpause der WM-Saison 2014. „Ich kann mir zwei Nuller leisten und würde wahrscheinlich trotzdem noch in der Tabelle führen“, rechnete der Franzose nach seinem Sieg bei der Rallye Polen vor. Zusammen mit den drei Extrapunkten für den Sieg auf der Powerstage nimmt der amtierende Weltmeister 28 Zähler aus Mikolajki mit. „Nicht nur deswegen war das Wochenende perfekt. Die schnellen Wertungsprüfungen haben Riesenspaß gemacht, mein Polo R WRC hatte nicht ein einziges Problem.“


Beifahrer Julien Ingrassia schaute schon fünf Wochen in die Zukunft, auf das Ende der Sommerpause. „Dieses Wochenende war eine perfekte Vorbereitung auf die Rallye Finnland. Wir konnten uns vier Tage lang an den Speed gewöhnen, mit dem dort gefahren wird.“ Immerhin reisen Ogier/Ingrassia mit hohen Ansprüchen nach Finnland – im Vorjahr holten sie sich inmitten der 1000 Seen den Sieg.


Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) verschwendet noch keinen Gedanken an einen Sieg in Finnland. „Mit einem Platz auf dem Podium wäre ich schon sehr zufrieden“, sagte der Zweite der Rallye Polen. „Aber ich komme momentan von Rallye zu Rallye dichter an Sébastien heran. Das ist ein tolles Gefühl.“


Hinter Ogier fuhr Mikkelsen die zweitschnellste Zeit in der Powerstage. Wie sein Mannschaftskapitän hatte er mit vergleichsweise verhaltener Fahrt auf den Wertungsprüfungen davor seine Reifen geschont. Eine Strategie, die aufging. „Die Powerstage zum Abschluss war noch einmal große klasse. Mir liegen diese superschnellen Prüfungen.“


Wieder einigermaßen gute Laune hatte Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) nach dem Ziel der siebten WM-Rallye 2014. „Gestern war ich wirklich frustriert. Nicht nur, weil ich bei einem Überholmanöver eine Radaufhängung beschädigt habe. Ich habe außerdem keinen richtigen Rhythmus gefunden. Das sah heute schon ganz anders aus.“


Für Latvala, der Platz vier um die Winzigkeit von 0,7 Sekunden verpasste, war es besonders wichtig, vor seinem Heimspiel zu alter Form zurückzufinden. „Die Rallye Finnland ist keine Rallye, in die man mit mangelndem Selbstvertrauen gehen sollte.“


13:30 Uhr (MESZ)

Unsere letzte Zahl des Tages im Rahmen der Rallye Polen lautet 118,5. Das ist nicht etwa der Preis für ein Bahnticket nach Mikolajki, sondern die diesjährige Durchschnittsgeschwindigkeit aller Wertungsprüfungen in Polen. Der Grund: Im Vorfeld der Rallye gab es Spekulationen, ob Polen aufgrund der schnell gefahrenen WPs eventuell Finnland den Rang als bislang schnellste Rallye der Saison ablaufen könnte. Doch jetzt steht fest: Die Tempo-Krone bleibt in Finnland. Mit einem Durchschnittstempo von 120,91 km/h* ist sie nach wie vor das schnellste Event im WRC-Kalender. Eine Highspeed-Hatz ist der Lauf in Polen mit einem Schnitt von 118,5 km/h aber auf jeden Fall.

*Wert von 2013


13:00 Uhr (MESZ)

Souveräner Sieg und sechs Extrapunkte

für die Volkswagen Fahrer.

Sie haben an diesem Wochenende alles herausgeholt, was geht: Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben die Rallye Polen souverän gewonnen und sich darüber hinaus mit einer Bestzeit auf der finalen Power Stage drei Extrazähler geschnappt.

Andreas Mikkelsen und Ola Fløene zeigten ebenfalls eine starke Performance und wurden dafür mit einem tollen zweiten Platz im Gesamtklassement belohnt. Die zweitschnellste Zeit auf der Power Stage bringt zudem zwei Extrapunkte.

Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila landeten in der Gesamtwertung auf Rang fünf – am Ende fehlten ihnen nur 0,7 Sekunden auf den Viertplatzierten Mikko Hirvonen (Ford). Ein kleines Trostpflaster ist der Zusatzpunkt für die drittschnellste Power-Stage-Zeit.
 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


11:40 Uhr (MESZ)

Knapp 15 Kilometer bis zum Sieg.

Kurz vor der finalen Wertungsprüfung der Rallye Polen wurde den Fans vor Ort noch einmal ein Highlight geboten. In der Mikolajki Arena duellierten sich die WRC-Piloten. Jari-Matti Latvala trat gegen Hayden Paddon (Hyundai) an, Spitzenreiter Sébastien Ogier fuhr gegen Andreas Mikkelsen.

Latvala fuhr die Bestzeit, konnte aber wegen der kurzen Distanz von nur 2,5 Kilometern logischerweise kaum Zeit gutmachen, da die Konkurrenz nur unwesentlich langsamer war. Andreas Mikkelsen gewann das Duell gegen den Führenden Sébastien Ogier. Letzterer ist mit der verbleibenden WP Baranowo 2 (Power Stage) nun nur noch 14,9 Kilometer vom Triumph in Polen entfernt.

 

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09:51 Uhr (MESZ)

Jari-Matti gibt Gas –
Neuville verteidigt sich.

Alles auf Angriff, lautet weiterhin die Devise von Jari-Matti Latvala, der auch die 22. Wertungsprüfung (Kruklanki 2) gewinnen konnte. Der Drittplatzierte Thierry Neuville (Hyundai), auf dessen Position es Latvala abgesehen hat, verteidigte sich allerdings und fuhr die zweitschnellste Zeit.

Spitzenreiter Sébastien Ogier und der Zweitplatzierte Andreas Mikkelsen gehen unterdessen kein Risiko mehr ein und fuhren die fünft- bzw. siebtschnellste Zeit.

 

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09:05 Uhr (MESZ)

Take it easy, Séb.

Mit einem Vorsprung von über einer Minute und vier verbleibenden Wertungsprüfungen kann Sébastien Ogier es jetzt etwas ruhiger angehen lassen. Ganz anders sieht die Situation für Jari-Matti Latvala aus, der den dritten Platz von Thierry Neuville (Hyundai) erobern will. Der Finne fuhr auf dem Abschnitt Milki 2 die Bestzeit und verkürzte den Abstand auf 23,5 Sekunden. Das ist zwar noch ein ziemliches Brett, aber wir haben noch drei verbleibende WPs und rund 35 Kilometer zu fahren – nichts ist unmöglich …

An der Spitze bleibt weiterhin alles konstant: Séb führt mit großem Vorsprung vor Andreas Mikkelsen, Neuville ist Dritter.

 

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06:00 Uhr (MESZ)

Sonntag: die Wertungsprüfungen der dritten Etappe.

Samstag, 28.06.2014


Sébastien Ogier baut seinen Vorsprung auf Andreas Mikkelsen aus. Jari-Matti Latvala mit Pech. Das Video.


Aktuelle Bilder (21)
23:23 Uhr (MESZ)

Stand nach 20 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 2:08:47.3 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:09:49.1 +1:01.8  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 2:11:07.8 +2:20.5  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:11:18.5 +2:31.2  
5 J. Hänninen / T. Tuominen 2:11:32.5 +2:45.2  
6 J. Latvala / M. Anttila 2:11:32.9 +2:45.6  
7 H. Paddon / J. Kennard 2:12:57.6 +4:10.3  
8 H. Solberg / I. Minor 2:13:16.8 +4:29.5  
9 K. Meeke / P. Nagle 2:13:20.3 +4:33.0  
10 M. Prokop / J. Tománek 2:14:05.9 +5:18.6  

23:30 Uhr (MESZ)

„Es war ein perfekter Tag für Julien und mich.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

„Der Tag begann mit einem Schreckmoment auf einem schnellen Abschnitt während der zweiten Stage. Aber dann war es ein perfekter Tag für Julien und mich. Wir konnten unseren Vorsprung von Prüfung zu Prüfung ausbauen und haben jetzt ein gutes Polster, auch weil mein Teamkollege Andreas Mikkelsen zum Ende offensichtlich Probleme hatte. Aber noch sind knapp 50 Kilometer zu absolvieren. Und wenn es heute Nacht regnet, können die Bedingungen am Schlusstag sehr schwierig werden. Alles was wir tun müssen, ist, das Ziel ohne größere Zwischenfälle zu erreichen. Es ist wichtig, morgen früh schnell einen guten Rhythmus zu finden. Zum Glück sind wir in einer Position, in der wir nicht mehr alles riskieren müssen.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Ich habe heute Nachmittag alles gegeben und attackiert, was das Zeug hält. Nachdem wir im ersten Durchgang durch den beschädigten Stoßdämpfer viel Zeit verloren hatten, gab es nur noch ein Motto: Angriff! Zwei WP-Siege sind der beste Beweis dafür, welch großartigen Job unsere Mechaniker beim Mittagsservice gemacht haben – unser Polo R WRC lief perfekt. Wir haben nun einiges an Boden auf die vorderen Plätze gutgemacht und werden versuchen, das Tempo bis zum Ziel weiter hoch zu halten. In der Weltmeisterschaft kommt es auf jeden einzelnen Punkt an.“ 

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Der Tag begann eigentlich gut für uns. Wir hatten gerade den minimalen Rückstand auf unseren Teamkollegen Sébastien Ogier verkürzt, als mir auf der zweiten WP des Tages ein Fehler unterlief. Auf Kopfsteinpflaster bin ich über eine Kreuzung hinausgeschossen, musste zurücksetzen und habe dabei zehn Sekunden verloren. Zwei weitere kleine Fehler haben zusätzliche Zeit gekostet. Von da an hatte ich meinen Rhythmus etwas verloren. Während des zweiten Durchgangs der längsten Prüfung bekamen wir Probleme mit den Bremsen und der Rückstand ist weiter gewachsen. Der Zeitunterschied auf Sébastien ist nun viel zu groß, um noch aus eigener Kraft an ihm vorbeizugehen. Er ist schließlich der Weltmeister und hat das gleiche Material. Wir wollen jetzt weiter das Tempo kontrollieren und Platz zwei absichern. Die Rallye Polen mit einem Podestplatz abzuschließen, wäre ein großartiges Ergebnis.“


23:00 Uhr (MESZ)

Latvala plant Aufholjagd.

 

50 WP-Kilometer hat der Finne noch, um mindestens Rang vier zu erobern.

 

Knapp 50 Kilometer bleiben Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) am Sonntag noch, um Jagd auf Mikko Hirvonen (Ford) und Juho Hänninen (Hyundai) zu machen. Am Ende der zweiten Etappe beträgt der Rückstand auf seine beiden Landsleute 0,4 beziehungsweise 14,4 Sekunden. „Das ist machbar“, war sich Latvala im Ziel der Samstagsetappe sicher. 

 

Das Podium ist nach dem Radaufhängungsschaden am Vormittag für den WM-Zweiten dagegen wohl zu weit weg – 25,1 Sekunden, um es genau zu nehmen. „Nur wenn es am Sonntag regnet, habe ich vielleicht noch eine kleine Chance. Dann werden die Strecken hier nämlich sehr, sehr schwierig.“ Immerhin hatte er sich mit wieder perfekt laufendem Auto am Samstagnachmittag bereits um eine Position nach vorne arbeiten können.

 

An der Spitze läuft dagegen alles auf eine weitgehend geruhsame Abschlussetappe hinaus. Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) geht mit über einer Minute Vorsprung vor Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) in die vier Wertungsprüfungen am Sonntag. „Ich wünsche mir trockene Wertungsprüfungen“, sagte Ogier im Etappenziel. „Aber zum Glück ist das Wetter noch nicht kontrollierbar, wir müssen also auch mit Regen rechnen. Ich bin jedenfalls in der Position, die anderen zu kontrollieren. Das ist perfekt.“ Weil der Franzose am Schlusstag als Letzter der Toppiloten auf die Strecke geht, kann er sein Tempo an das der Konkurrenz anpassen.

 

Andreas Mikkelsen ist auch über Rang zwei mehr als glücklich. Nach Bremsproblemen in WP 19 war der Abstand zu Spitzenreiter Ogier ohnehin zu groß geworden, um am Sonntag noch einmal anzugreifen. „Als Einzigen den amtierenden Weltmeister vor mir zu haben, ist so schlecht nicht, oder?“

 

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22:40 Uhr (MESZ)

Wenn sich jemand heute Abend ein Feierabendbier verdient hat, dann die Mechaniker von Jari-Matti Latvala – denn die haben im Mittags-Service geschraubt, bis der Schlüssel glühte: In nur 28 Minuten schafften sie es, den arg demolierten Polo R WRC wieder flottzumachen. Mit nur vier Mann ersetzte die Mechaniker-Mannschaft die Aufhängung vorne links, Teile der Lenkung, die Motorhaube sowie den linken Kotflügel und Stoßfänger. Auch die gesprungene Windschutzscheibe wurde ersetzt. Zum Schluss tauschten die Schnell-Schrauber dann auch noch den Scheibenwischermotor. Und das alles in nur 28 Minuten – unsere Zahl des Tages.


22:30 Uhr (MESZ)

Ogier ist in seiner Arena nicht zu stoppen.

 

Zum dritten Mal an diesem Rallye-Wochenende ging es am Samstagabend auf die Super Special Stage in der Mikolajki Arena. Auf dem 2,50 Kilometer langen Rundkurs hatte Weltmeister Sébastien Ogier im Polo R WRC #1 bereits am Donnerstag und Freitag triumphiert – und auch beim dritten Auftritt war die Konkurrenz chancenlos.

 

1:48.8 Minuten benötigte der Volkswagen Pilot für die Runde – es war bereits die neunte Bestzeit für Ogier bei der Rallye Polen. Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #2 wurde mit 1,6 Sekunden Rückstand Zweiter und holt in der Gesamtwertung weiter auf. Andreas Mikkelsen (#9) sicherte sich den guten vierten Platz und rundete das erneut starke Teamergebnis ab.

 

Am Sonntag stehen noch vier Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 49,18 Kilometern an. Ogier will auf der letzten Etappe seine Spitzenposition vor Teamkollege Mikkelsen behaupten. Latvala auf Rang sechs hat weiterhin Chancen auf den dritten Podestplatz – es bleibt also spannend.

 

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20:15 Uhr (MESZ)

Der fliegende Finne auf der Überholspur.

 

Jari-Matti Latvala hatte noch eine Rechnung offen mit der Wertungsprüfung Goldap. Als die Piloten die mit 35,17 Kilometern längste WP der Rallye Polen am Mittag erstmals absolviert hatten, beschädigte der Volkswagen Pilot seinen Polo R WRC #2 bei einem Ausweichmanöver und verlor wertvolle Sekunden – die holte sich der Finne nun zurück.

 

Mit einer fantastischen Zeit von 17:21.7 Minuten flog Latvala der Konkurrenz auf der WP 19 davon. Weltmeister Sébastien Ogier im Polo R WRC #1 ging aufgrund seiner deutlichen Gesamtführung kein unnötiges Risiko ein, wurde aber dennoch Zweiter und baute seinen Vorsprung vor Teamkollege Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 auf fast eine Minute aus.

 

Die Aufholjagd Latvalas geht indes weiter. Zwar liegt der Volkswagen Pilot weiterhin auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung. Der Rückstand des Finnen auf Hyundai-Pilot Thierry Neuville und dem damit verbundenen Podestplatz beträgt aber nur noch 25 Sekunden.

 

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19:04 Uhr (MESZ)

Volkswagen Trio fährt allen davon.

 

Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #2 hat die Hoffnung auf einen Podestplatz bei der Rallye Polen noch nicht aufgegeben. Auf der 15,76 Kilometer langen 18. Wertungsprüfung Babki 2 war der Finne mit einer Zeit von 7:40.1 Minuten nicht zu schlagen. Latvalas Teamkollegen Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Andreas Mikkelsen (#9) machten auf den Plätzen zwei und drei das hervorragende Ergebnis für Volkswagen Motorsport perfekt.

 

Weltmeister Ogier führt in der Gesamtwertung weiter vor Teamkollege Mikkelsen und Hyundai-Pilot Thierry Neuville. Latvala belegt derzeit den sechsten Rang, hat den Rückstand auf den Podestplatz des Belgiers aber erneut verkürzt. Der Rückstand auf Neuville beträgt nur noch etwas mehr als eine halbe Minute – das ist durchaus noch aufzuholen.

 

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17:30 Uhr (MESZ)

Ogier und Latvala im Parallelflug.

 

Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) hat seinen Vorsprung bei der Rallye Polen weiter ausgebaut. Auf der 17. Wertungsprüfung Stare Juchy 2 kam der Volkswagen Pilot nach 7:25.5 Minuten ins Ziel – exakt die gleiche Zeit benötigte Teamkollege Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #2. 3,5 Sekunden länger brauchte Andreas Mikkelsen (#9), der in der Gesamtwertung aber weiterhin auf dem zweiten Rang hinter Ogier liegt (+22,8 Sekunden).

 

Der Sieg auf der WP 17 ging an Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der 0,7 Sekunden vor Ogier und Latvala ins Ziel kam. Latvala machte in der Gesamtwertung einen Platz gut und liegt nun auf Position sechs. Der Finne profitierte vom Ausfall des Polen Robert Kubica (Ford). 

 

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16:30 Uhr (MESZ)

Plätze eins, zwei und drei für Volkswagen –
Mikkelsen bleibt dran.

So richtig absetzen kann sich Leader Sébastien Ogier nach der Mittagspause nicht: Der Franzose fuhr auf der 16. Wertungsprüfung zwar die Bestzeit, aber Verfolger Andreas Mikkelsen war mit 0,3 Sekunden Rückstand nur einen Hauch langsamer. Der Abstand im Gesamtklassement beträgt nun 19,3 Sekunden.

Jari-Matti Latvala ist wieder schnell unterwegs, nachdem seine Mechaniker den lädierten Polo R WRC mit einer Glanzleistung in Rekordzeit wieder flottgemacht hatten. Prompt fuhr der Finne die drittschnellste Zeit – aber das Podium ist für Latvala in weiter Ferne. Nächstes Ziel ist es, Platz sechs zu erobern, den aktuell Robert Kubica (Ford) belegt. Der Pole ist allerdings noch 12,2 Sekunden entfernt.

 

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15:58 Uhr (MESZ)

Latvala wieder im Rennen.

 

Volkswagen Mechaniker vollbrachten beim Mittagsservice ein kleines Wunder.

 

Tosender Applaus, als der Polo R WRC mit der Startnummer 2 auf den letzten Drücker aus dem Volkswagen Service in Richtung Zeitkontrolle rollte. Die Mechaniker hatten ganze Arbeit geleistet, Jari-Matti Latvala ist mit so gut wie neuem Auto wieder im Rennen.


Das sah nur eine halbe Stunde zuvor noch ganz anders aus. Mit lädierter Radaufhängung, aus dem Kotflügel ragendem Stoßdämpfer, gebrochener Windschutzscheibe und auf dem Boden schleifendem Frontspoiler war Latvala zurück in den Servicepark in Mikolajki gekommen. „Beim Überholen von Kris Meeke habe ich wohl einen Stein getroffen. Dabei ist die obere Befestigung des Federbeins vorne links gebrochen“, blickte der Finne zurück auf die Wertungsprüfung 14.


Die anschließende Notreparatur mit Bordmitteln hielt nur ein paar hundert Meter zu Anfang der WP 15. Latvala und Beifahrer Miikka Anttila büßten noch einmal über eineinhalb Minuten ein, erreichten aber den rettenden Service.


Rund 28 Minuten schuftete die Mechanikermannschaft, die dem Reglement entsprechend mit nur vier Mann am Auto arbeitete. Ganz zum Schluss wurde sogar noch der Scheibenwischermotor gewechselt. Dank des Kraftakts der Schrauber kam keine Strafzeit für das Überschreiten der Servicezeit hinzu. Latvala/Anttila sind jetzt Siebte, rund eine halbe Minute hinter Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica und Latvalas Landsmann Mikko Hirvonen (beide Ford). „Robert und Mikko wieder zu überholen, wird ein hartes Stück Arbeit bis heute Abend. Aber es ist machbar“, machte sich Jari-Matti Mut.  


An der Spitze hat sich Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) derweil leicht von Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) abgesetzt. „Der Nachmittag wird hart, weil die Wertungsprüfungen von heute Morgen schon sehr aufgewühlt sind. Es kann noch viel passieren. Zumal es möglicherweise regnen wird“, sagte Ogier.


Mikkelsen ärgerte sich auch in der Mittagspause noch über zwei Fehler am Morgen. „An einer Stelle bin ich leicht von der Piste abgekommen und habe mir einen Reifenschaden eingefangen. Wir haben zwar nur wenig Zeit verloren. Da ich aber nur ein Ersatzrad dabei hatte, musste ich es auf dem Rest der Schleife etwas vorsichtiger angehen lassen.“


Kurze Zeit später benötigte der Norweger nach einem missglückten Bremsmanöver den Notausgang an einem Abzweig. „Ich habe den Rückwärtsgang nicht gleich reinbekommen“, erklärte er den vergleichsweise hohen Zeitverlust. Mit 19 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Ogier verließ Mikkelsen die Servicepause. „Einem Sébastien Ogier einen so großen Vorsprung wieder abzunehmen, wird mehr als schwierig“, war sich der Volkswagen Junior bewusst.


Stand nach 15 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 1:31:00.2 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:31:19.2 +19.0  
3 J. Hänninen / T. Tuominen 1:32:52.5 +1:52.3  
4 T. Neuville / N. Gilsoul 1:33:08.2 +2:08.0  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:33:09.9 +2:09.7  
6 R. Kubica / M. Szczepaniak 1:33:40.0 +2:39.8  
7 J. Latvala / M. Anttila 1:33:53.8 +2:53.8  
8 H. Paddon / J. Kennard 1:34:04.4 +3:04.2  
9 H. Solberg / I. Minor 1:34:32.6 +3:32.4  
10 M. Prokop / J. Tománek 1:34:43.6 +3:43.4  

15:00 Uhr (MESZ)

Séb setzt sich ab – Latvala rettet sich ins Ziel.

An seine Performance kommt heute bislang keiner ran: Sébastien Ogier holte auf der 15. Wertungsprüfung (Baranowo 1) eine weitere Bestzeit und baute den Vorsprung auf Andreas Mikkelsen um 2,3 auf nun 19 Sekunden aus. Der zweitplatzierte Norweger versuchte alles, konnte die Pace des Weltmeisters aber nicht mitgehen.

Zähne zusammenbeißen lautete die Devise für Jari-Matti Latvala, der nach einem Crash auf der vorigen WP mit einem notdürftig reparierten Auto an den Start gehen musste. Durch die beschädigte Aufhängung ragte der Stoßdämpfer vorne links während der Fahrt aus der Motorhaube heraus, der Polo R WRC hatte dort also keine Federung und hing auf der betroffenen Seite mit der Frontschürze fast auf dem Boden. Latvala machte das Beste daraus, verlor aber letztendlich über eineinhalb Minuten auf die Spitze und fiel im Gesamtklassement auf Rang sieben zurück. In der nun anstehenden Servicepause haben Latvalas Mechaniker die Möglichkeit, den Polo wieder flott für den zweiten Durchgang am Abend zu machen.

Juho Hänninen (Hyundai) ist dadurch neuer Gesamtdritter hinter Mikkelsen und Spitzenreiter Ogier.

 

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14:25 Uhr (MESZ)

Séb dank gutgeschriebener Zeit wieder in Führung.

 

Jari-Matti Latvala hofft den Mittagsservice zu erreichen.

 

Die Wertungsprüfung 14 hatte das Klassement an der Spitze kräftig durcheinandergewürfelt. Einige Verschiebungen wurden allerdings durch Entscheidungen der Sportkommissare wieder rückgängig gemacht.


Unverändert bleibt, dass Mads Østberg (Citroën) und Elfyn Evans (Ford) nach Unfällen nicht mehr dabei sind. Auch der Zeitverlust für Kris Meeke (Citroën) durch einen Reifenschaden bleibt bestehen. Beide Ereignisse beeinflussten aber auch andere Teams. So stoppte Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) kurz an der Stelle des Østberg-Unfalls – und fuhr dadurch eine über 18 Sekunden langsamere WP-Zeit als Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). Die Sportkommissare korrigierten die Fahrtzeit des Weltmeisters nachträglich aber um 21 Sekunden nach unten. Ogier bleibt dadurch weiterhin in Führung.


Woanders sorgten Streckenposten mit Warnsignalen dafür, dass einige Piloten Tempo herausnahmen. Auch diese Vorkommnisse wurden nachträglich von den Offiziellen untersucht, die Fahrtzeiten der betroffenen Fahrer teilweise korrigiert.


Auf die Hilfe der Kommissare braucht Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) allerdings nicht zu hoffen. Der Finne beschädigte, kurz nachdem er den langsam fahrenden Kris Meeke überholt hatte, die Radaufhängung nachhaltig. Latvala rettete sich ins Ziel der WP 14 und führte anschließend mit Bordwerkzeug eine Notreparatur durch. Das Ziel ist, die bevorstehende WP 15 (Länge 14,90 Kilometer) so gut wie möglich zu bewältigen und den folgenden Service zu erreichen. „Wir werden versuchen, so viel wie möglich von unserem 30-Sekunden-Vorsprung vor Juho Hänninen zu verteidigen.“


12:50 Uhr (MESZ)

Chaos pur und ein provisorischer Führungswechsel.

Auf der 35 Kilometer langen Wertungsprüfung „Goldap“ war ordentlich was los: Zunächst sah alles nach einem klaren WP-Sieg für Sébastien Ogier aus. Der Weltmeister war richtig schnell unterwegs, musste jedoch kurz vor dem Ziel das Tempo reduzieren, weil der gestrandete Citroën DS3 von Mads Østberg die Strecke blockierte. Der Norweger hatte sich nach dem Kontakt mit einem Stein überschlagen. Zum Glück sind Pilot und Beifahrer unverletzt.

Durch diesen Zwischenfall erbte Andreas Mikkelsen die Bestzeit. Der Volkswagen Pilot holte sich die Führung in der Gesamtwertung zurück, da Ogier über 18 Sekunden einbüßte – doch da Letzterer durch das havarierte Østberg-Auto behindert wurde, wird die verlorengegangene Zeit höchstwahrscheinlich durch die Stewards gutgeschrieben.

Pech hatte Jari-Matti Latvala: Der Finne versuchte, dem Citroën von Østberg auszuweichen. Dabei traf er ebenfalls einen Stein und beschädigte den rechten Frontstoßdämpfer – ein herber Zeitverlust von 32 Sekunden war die Folge. Glück im Unglück: Durch den Ausfall Østbergs schob sich Latvala auf Rang drei der Gesamtwertung vor.

 

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11:25 Uhr (MESZ)

Klare Ansage vom Weltmeister.

Mit einer Bestzeit auf der 13. Wertungsprüfung (Babki 1) hat Sébastien Ogier seinen Vorsprung auf seinen teaminternen Verfolger Andreas Mikkelsen um weitere 4,1 Sekunden ausgebaut. Der Abstand im Gesamtklassement beträgt nun 14,2 Sekunden. „Eine gute WP für uns. Der Abschnitt war wesentlich entspannter zu fahren als der vorige“, berichtete Séb im Ziel.

Jari-Matti Latvala fuhr die zweitschnellste Zeit, aber Mads Østberg (Citroën) verteidigte sich und landete nur 0,4 Sekunden hinter dem Finnen. Der Zweikampf um den dritten Platz dauert also an. Ob es auf der nun folgenden WP „Goldap“ eine entscheidende Wendung geben wird? Dieser Abschnitt, der heute Abend noch ein zweites Mal gefahren wird, ist mit gut 35 Kilometern der längste der Rallye Polen.

 

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10:00 Uhr (MESZ)

Wie gewonnen, so zerronnen.

Er war so nah dran. Ein kleiner Fehler an einer Kreuzung während der zwölften Wertungsprüfung (Stare Juchy 1) kostete Andreas Mikkelsen über zwölf Sekunden. Der Volkswagen Pilot verpasste die Abzweigung und musste mit seinem Polo R WRC zurücksetzen.

Der Profiteur dieses Missgeschicks heißt Sébastien Ogier, dessen Vorsprung nun auf gute zehn Sekunden angewachsen ist. Der Weltmeister war auf dieser WP allerdings selbst nicht ganz fehlerfrei und verpasste die Bestzeit um 3,2 Sekunden. Schnellster Mann war Citroën-Pilot Mads Østberg, der weiterhin auf Gesamtplatz drei liegt.

 

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08:45 Uhr (MESZ)

Eine ganz enge Kiste.

Das packende Teamduell geht in die nächste Runde: Nur eine halbe Sekunde trennt die beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen in der Gesamtwertung jetzt noch voneinander. Die Bestzeit auf der elften Wertungsprüfung (Chmielewo 1) sicherte sich Mikkelsen – Ogier benötigte jedoch nur 0,4 Sekunden mehr für den knapp sieben Kilometer kurzen Abschnitt.

Der Gesamt-Vierte Jari-Matti Latvala hat sich vorgenommen, Platz drei zu erobern und die Jagd auf Mads Østberg (Citroën) eröffnet. Der Abstand beträgt aktuell 12,9 Sekunden – Platz drei ist also in greifbarer Nähe für den Finnen im Volkswagen Polo R WRC #2.

 

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06:00 Uhr (MESZ)

Samstag: die Wertungsprüfungen der zweiten Etappe.

Freitag, 27.06.2014


Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen liefern sich bei der Rallye Polen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins. Das Video.


Aktuelle Bilder (23)
23:46 Uhr (MESZ)

Stand nach zehn von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 47:22.4 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 47:23.3 +0.9  
3 M. Østberg / J. Andersson 47:41.9 +19.5  
4 J. Latvala / M. Anttila 47:54.4 +32.0  
5 K. Meeke / P. Nagle 48:02.4 +40.0  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 48:09.2 +46.8  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 48:29.2 +1:06.8  
8 R. Kubica / M. Szczepaniak 48:38.5 +1:16.1  
9 E. Evans / D. Barritt 48:43.8 +1:21.4  
10 T. Neuville / N. Gilsoul 48:45.2 +1:22.8  

23:30 Uhr (MESZ)

„Morgen ist der vorentscheidende Tag.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Natürlich bin ich mehr als zufrieden, Julien und ich liegen in Führung – wenn auch nur knapp vor unseren Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Ola Fløene. Morgen ist der vorentscheidende Tag bei der Rallye Polen und ich freue mich auf ein tolles Duell mit Andreas. Aber genauso wichtig ist es für mich – mit Blick auf die WM – die Rallye vor Jari-Matti Latvala zu beenden. Schade für die Fans, dass die Prüfungen am Nachmittag abgesagt werden mussten, aber es war die richtige Entscheidung der Veranstalter. Die Streckenbedingungen waren extrem schlecht, der Boden war brüchig und hatte tiefe Furchen. Schon am Morgen waren einige Abschnitte, die von der Nacht und dem Morgennebel noch feucht waren, kaum befahrbar. Auf den Fotos sieht man, dass man eher einen Traktor als ein Rallye-Auto gebraucht hätte.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Wir haben das Set-up im Vergleich zum Donnerstag verändert. Wir haben damit einen Schritt vorwärts gemacht und uns Stück für Stück verbessert. Darauf können wir für die kommenden Tage aufbauen und im Kampf um das Podium eingreifen. Meine Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Sébastien Ogier sind wirklich sehr schnell unterwegs und für uns sicher nicht aus eigener Kraft zu schlagen. Aber ich stecke noch mitten in einem Zweikampf mit Mads Østberg um Platz drei. Wir müssen uns weiter bewusst sein, dass es erst am Ziel einer Rallye Punkte gibt – und die wollen wir für den Kampf um die Weltmeisterschaft auf jeden Fall einfahren.“ 

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Wir genießen bei dieser Rallye jeden Meter. Auf den Wertungsprüfungen haben Ola und ich sogar ab und an ein breites Grinsen im Gesicht, weil das Rallye-Fahren hier in Polen richtig Spaß macht. Die Wertungsprüfungen liegen mir, meine Linie ist gut und der Aufschrieb stimmt. Ich habe viel Selbstvertrauen und kann eigentlich nicht schneller sein als heute. Aber wir wissen gleichzeitig auch, dass noch eine lange Rallye vor uns liegt und wir stets auf der Hut sein müssen. Der Zweikampf mit meinem Teamkollegen Sébastien Ogier ist großartig und sicher für die Fans sehr unterhaltend. Aber wir werden weiter versuchen, sauber durchzukommen und kein zu großes Risiko zu gehen.“


23:00 Uhr (MESZ)

Weniger ist mehr, heißt es ja hin und wieder. In diesem Fall kann man sogar konkret sagen: Weniger Strecke ist mehr Reifenprofil. Denn die kurzfristige Absage der Wertungsprüfungen sieben und acht ist für die Fans an der Strecke gewiss ärgerlich, den Autos aber kommt sie entgegen. 30,89 der ursprünglich 335,10 Wertungskilometer bei der Rallye Polen wurden gestrichen, das sind fast zehn Prozent. Und mehr als 30 Schotter-Kilometer weniger bedeuten auch für die Reifen natürlich eine Entlastung.

 

Und nicht nur das: Auch das Führungsduo Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Andreas Mikkelsen (#9) ist gewiss nicht sauer über die Abkürzung. Schließlich hat die Konkurrenz durch sie weniger Möglichkeiten, gegenüber den Volkswagen Piloten aufzuholen. Man könnte auch zusammenfassen: Weniger Kilometer zum Ziel ist gleich mehr Wahrscheinlichkeit auf den Sieg bei der siebten von insgesamt 13 Rallyes des Jahres.


22:45 Uhr (MESZ)

„Für mich ist es eine Ehre, mit dem Weltmeister um den Sieg zu kämpfen.“

 

Das Duell von Sébastien Ogier und Andreas Mikkelsen verspricht Hochspannung.

 

Die Führung hat sich Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) mit einer Bestzeit auf der letzten Wertungsprüfung am Freitag zwar zurückgeholt. Aber die Startreihenfolge für die zweite Etappe wurde schon vor dieser sogenannten Super-WP festgelegt. Da lag noch Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) knapp an der Spitze. Der Norweger genießt deswegen am Samstag den Vorteil der besten Startposition – alle anderen Top-Piloten fahren vor ihm.

 

„Das ist mal eine ganz neue Erfahrung, mich nach den Zwischenzeiten von Séb richten zu können“, sagte Mikkelsen im Etappenziel in Mikolajki, das er mit knappen 0,9 Sekunden Rückstand auf Ogier erreichte. Mehrfach hatte am Freitag die Führung zwischen dem Norweger und dem Franzosen gewechselt. „Für mich ist es eine Ehre, mit dem Weltmeister um den Sieg zu kämpfen“, sagte Mikkelsen. 

 

Ogier gab das Lob zurück. „Andreas hat heute eine starke Leistung gezeigt. Das wird am Samstag bestimmt nicht einfach, den Vorsprung zu verteidigen oder sogar auszubauen.“ Obwohl der Freitag durch die Absage von zwei Wertungsprüfungen und die Verkürzung von einer weiteren nur rund 59 WP-Kilometer umfasste, genoss der Franzose die ultraschnellen Strecken in Polen und Litauen. „Die haben richtig Spaß gemacht.“

 

Nicht ganz so fröhlich kam Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) am späten Abend zurück in den Service. Mit 32 Sekunden Rückstand ist der Finne im Zwischenergebnis Vierter. Nach dem Umbau des Fahrwerks hat Latvala inzwischen immerhin das alte Selbstvertrauen halbwegs wiedergefunden. „Das realistische Ziel für den Samstag ist, Mads Østberg zu überholen.“ 12,5 Sekunden beträgt sein Rückstand auf den Citroën-Piloten, dem seinerseits 18,9 Sekunden auf Spitzenreiter Ogier fehlen. Mit knapp 162 WP-Kilometern ist der Samstag der längste Tag der Rallye Polen. Das Duell Sébastien Ogier gegen Andreas Mikkelsen geht dann in die nächste Runde.


22:25 Uhr (MESZ)

Ogier bleibt Herr in der Arena.


Wie schon zum Abschluss des Donnerstags ging es auch am Freitagabend noch einmal auf die Super Special Stage in der Mikolajki Arena – diesmal allerdings bei Dunkelheit. Unter diesen erschwerten Bedingungen zeigte Weltmeister Sébastien Ogier erneut seine Ausnahmeklasse. Der Volkswagen Pilot ließ die Konkurrenz auf dem 2,50 Kilometer langen Rundkurs klar hinter sich.

 

In 1:46.9 Minuten war Ogier im Polo R WRC #1 exakt 1,9 Sekunden schneller als Andreas Mikkelsen (#9) und 2,9 Sekunden schneller als Jari-Matti Latvala (#2). Natürlich hatte das Resultat auf der WP 10 der Rallye Polen auch wieder einen Führungswechsel zur Folge: Ogier geht nach 47:22.4 Minuten Fahrzeit mit dem Mini-Vorsprung von 0,9 Sekunden auf Teamkollege Mikkelsen in den Samstag – es bleibt also hochspannend.

 

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19:50 Uhr (MESZ)

Mikkelsen nutzt erste Chance nach der Pause: Führung für Norwegen.


Nach der verlängerten Mittagspause aufgrund der abgesagten Wertungsprüfungen sieben und acht ging es für die Rallye-Piloten am Abend zum zweiten Mal auf die WP Wieliczki. Den 12,89 Kilometer langen Teilabschnitt hatte am Morgen Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen für sich entscheiden können – und auch beim zweiten Mal war der Norweger nicht zu schlagen.

 

In 5:39.0 Minuten gewann Mikkelsen im Polo R WRC #9 die WP vor seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (+2,2 Sekunden) und Sébastien Ogier (+2,5 Sekunden). Damit geht das Hin und Her an der Spitze der Gesamtwertung in die nächste Runde: Mikkelsen führt mit einer Zeit von 45:34.5 Minuten nun wieder vor Weltmeister Ogier – der Mini-Vorsprung beträgt exakt eine Sekunde. Latvala lauert auf dem vierten Platz.

 

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15:20 Uhr (MESZ)

Wertungsprüfungen sieben und acht gestrichen.


Die siebte und achte Wertungsprüfung der Rallye Polen (Kapciamiestis-Lithuania 2 und Margionys-Lithuania 2) wurden aus Sicherheitsgründen gestrichen, da die Strecke aufgrund vorangegangener Regenfälle stark aufgeweicht ist. Zudem befanden sich zu viele Zuschauer in nicht ausreichendem Abstand zur Fahrbahn.

 

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14:45 Uhr (MESZ)

Séb hat das Schlimmste hinter sich.

Am Nachmittag wird die Startposition eins für den Führenden zum Vorteil.

Der Zweikampf zwischen Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) bestimmte das erste Gastspiel in Litauen in der 41-jährigen Geschichte der Rallye-WM. Zur Mittagspause in Druskininkai trennten die beiden Volkswagen Piloten nur 1,5 Sekunden, Mads Østberg (Citroën) lag bereits 15,2 Sekunden zurück.


Für Ogier lief der Freitagvormittag besser als erwartet. „Wie immer, wenn ich bei einer Schotter-Rallye als Erster starten muss, war mein Plan, möglichst dicht am Spitzenreiter dranzubleiben. Dass ich sogar selbst in Führung liege, ist natürlich optimal“, fasste der Franzose die zurückliegenden drei Wertungsprüfungen zusammen.


„Ich habe Glück, auf dem sehr weichen Boden hier ist meine Startposition nur ein kleiner Nachteil. In WP 6 war die Strecke teilweise feucht, da hatte ich wahrscheinlich sogar einen Vorteil.“ Genau hier knöpfte Ogier Teamkollege Mikkelsen die Führung ab. „Und das, obwohl ich bei einigen großen Pfützen sehr vorsichtig war.“


Der Norweger befürchtet, am Nachmittag den Weltmeister nicht ganz halten zu können. „Die Piste bricht an vielen Stellen schon sehr stark auf. Das wird beim zweiten Durchgang über die Wertungsprüfungen noch schlimmer. Dann hat Séb als Erster auf der Piste Vorteile. Ich versuche auf jeden Fall, ihn nicht zu weit wegfahren zu lassen.“


Dazu hat sich Mikkelsen eine spezielle Taktik zurechtgelegt. „Auf den Geraden vermeide ich es, in den Spurrillen zu fahren“, verriet er. „In den Rillen ist der Sand schon so tief, dass man manchmal sogar auf gerader Strecke langsamer wird.“ In den Kurven funktioniert diese Strategie allerdings nicht. „In Kurven musst du in den Spurrillen bleiben, sonst landest du neben der Piste.“


Während sich seine beiden Teamkollegen ein spannendes Duell um die Spitze liefern, hat Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) noch immer keinen richtigen Rhythmus gefunden. „Die Fahrwerksabstimmung ist nach wie vor nicht optimal“, sagte der Finne. „Aber das größte Problem bin ich selbst. Ich muss mit Sicherheit mehr an meiner Motivation als an meinem Auto arbeiten.“


Vielleicht hilft der doppelte Espresso, den sich Latvala für die Mittagspause gewünscht hat. Immerhin hat er sich im Laufe des Vormittags auf Zwischenrang vier nach vorne gearbeitet.


Stand nach 6 von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 39:54.0 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 39:55.5 +1.5  
3 M. Østberg / J. Andersson 40:09.2 +15.2  
4 J. Latvala / M. Anttila 40:23.4 +29.4  
5 K. Meeke / P. Nagle 40:30.0 +36.0  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 40:32.4 +38.4  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 40:53.7 +59.7  
8 T. Neuville / N. Gilsoul 40:55.8 +1:01.8  
9 R. Kubica / M. Szczepaniak 41:06.0 +1:12.0  
10 E. Evans / D. Barritt 41:07.8 +1:13.8  

13:25 Uhr (MESZ)

Führungs-Pingpong geht in die nächste Runde.

Es geht hin und her an der Spitze der Gesamtwertung: Mit einer Bestzeit auf der sechsten Wertungsprüfung (Margionys-Lithuania 1) hat sich Sébastien Ogier wieder an Andreas Mikkelsen vorbeigeschoben und die Tabellenführung zurückerobert. Es war allerdings wieder knapp, denn Mikkelsen benötigte für die knapp 18 Kilometer lange Strecke nur 1,6 Sekunden mehr als der Franzose.

Ogier äußerte sich zuversichtlich nach der Einfahrt ins Ziel: „Eine weitere gute Stage für uns, auch wenn es im Wald etwas kniffelig war.“ Jari-Matti Latvala, der immerhin die drittschnellste Zeit auf dieser WP fuhr, hat die Hoffnung auf einen möglichen Sieg bei der Rallye Polen unterdessen offenbar begraben: „Den Kampf um den Sieg habe ich aufgegeben. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir eine möglichst gute Position erwischen. Neues Ziel ist eine Platzierung unter den Top Fünf.“

 

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12:35 Uhr (MESZ)

Willkommen in Litauen.

Die Rallye Polen macht einen Abstecher nach Litauen. Die erste dort gefahrene Wertungsprüfung (Kapciamiestis-Lithuania 1) war eine enge Kiste: Weltmeister Sébastien Ogier verpasste die Bestzeit nur knapp. Der Franzose benötigte für den auf 12,92 Kilometer verkürzten Abschnitt nur 0,5 Sekunden mehr als Citroën-Mann Mads Østberg. Drittschnellster war Andreas Mikkelsen, knapp dahinter sortierte sich Jari-Matti Latvala als Vierter dieser WP ein.

In der Gesamtwertung spitzt sich das Duell zwischen Mikkelsen und Ogier zu: Mikkelsen führt jetzt nur noch mit einem denkbar knappen Vorsprung von einer Zehntelsekunde. Der Abstand zum aktuell Drittplatzierten Østberg ist mit 8,7 Sekunden schon etwas größer.

 

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09:45 Uhr (MESZ)

Teamkollege übernimmt die Führung:

Mikkelsen wieder knapp vor Ogier.

Nach der ersten Wertungsprüfung am Freitag setzt sich der Kampf der Teamkollegen von Volkswagen Motorsport fort: Auf dem Abschnitt Wieliczki 1 fuhr Andreas Mikkelsen die Bestzeit. Er unterbot Sébastien Ogiers Zeit, der als Gesamt-Führender in den heutigen Tag gestartet war, um 3,2 Sekunden und übernimmt dadurch wieder die Führung.

Erfreulich: Für Jari-Matti Latvala, der gestern mit Abstimmungsproblemen an seinem Polo R WRC zu kämpfen hatte, läuft es heute deutlich besser. Der Finne kam mit nur 3,1 Sekunden Rückstand als Sechstschnellster über die Linie.

 

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06:00 Uhr (MESZ)

Freitag: die Wertungsprüfungen der ersten Etappe.

Donnerstag, 26.06.2014


Die Volkswagen Motorsport Piloten freuen sich auf die Rallye Polen. Das Video.


Aktuelle Bilder (18)
19:10 Uhr (MESZ)

Stand nach drei von 24 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 17:49.2 0.0  
2 A. Mikkelsen / O. Fløene 17:52.0 +2.8  
3 K. Meeke / P. Nagle 17:56.2 +7.0  
4 J. Hänninen / T. Tuominen 17:57.0 +7.8  
5 M. Østberg / J. Andersson 17:58.1 +8.9  
6 T. Neuville / N. Gilsoul 18:10.3 +21.1  
7 H. Paddon / J. Kennard 18:12.4 +23.2  
8 J. Latvala / M. Anttila 18:12.7 +23.5  
9 M. Hirvonen / J. Lehtinen 18:18.6 +29.4  
10 M. Prokop / J. Tománek 18:20.2 +31.0  

23:00 Uhr (MESZ)

„So kann es gern weitergehen.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Ich habe heute von Beginn an richtig Gas gegeben. Mein Tempo war gut, ich hatte viel Vertrauen in meinen Aufschrieb. Gerade bei diesem Streckencharakter macht das einen großen Unterschied, denn die Prüfungen hier rund um Mikołajki sind superschnell. Ich habe gepusht und liege jetzt trotz meiner Startposition vorn. Insgesamt ist der Auftakt in die Rallye Polen für Julien und mich optimal verlaufen. So kann es gern weitergehen.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich bin mit dem heutigen Ergebnis natürlich nicht zufrieden, aber die Rallye ist noch lang und es ist noch nichts entschieden. Mir fehlte heute einfach die Zuversicht, voll anzugreifen – und ich bin mit der Abstimmung meines Autos nicht wirklich glücklich. Daran werden wir heute Abend im Service arbeiten. Morgen ist ein neuer Tag.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ein toller Start in die Rallye Polen, der alles andere als leicht war. Auf der ersten Stage hatte ich wohl im Aufschrieb einen Fehler eingebaut und habe mitten auf der Geraden gebremst. Auch auf der zweiten hätte ich durchaus etwas schneller sein können und habe es über die Kuppen zu Beginn eher vorsichtig angehen lassen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meiner Fahrweise und habe heute eine saubere Linie erwischt.“


22:00 Uhr (MESZ)

Tag eins der Rallye Polen liegt hinter den Fahrern – und Weltmeister Sébastien Ogier liegt in Führung. Man könnte auch sagen: Volkswagen Motorsport führt gegen die Konkurrenz nach den ersten drei Wertungsprüfungen 1 : 0 – entsprechend dem Ergebnis der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im entscheidenden WM-Gruppenspiel gegen die USA.

 

Der Zeitplan bei der Rallye Polen war derart perfekt gelegt, dass die WP 2 um kurz vor 18:00 Uhr beendet war, pünktlich zum Anpfiff in Recife. Die WP 3 begann um 20:05 Uhr, also erst kurz nach dem Abpfiff. Das Team aus Hannover konnte somit, zumindest theoretisch, die Partie der DFB-Elf verfolgen und den deutschen Gruppensieg feiern.

 

Am Montagabend um 22:00 Uhr spielt die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw im WM-Achtelfinale. Vorher wollen auch Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen Grund zur Freude haben: Bei der Rallye Polen können sie nach dem 1 : 0 am Donnerstag durch den ersten Tagessieg von Ogier am Freitag, Samstag und Sonntag noch drei weitere Tore für Volkswagen Motorsport erzielen.


21:30 Uhr (MESZ)

Teaminternes Duell mit neuer Besetzung.

Sébastien Ogier kämpft dieses Mal mit Andreas Mikkelsen um die Führung.

Dass Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) mit einem Teamkollegen um die Führung kämpft, ist nichts Neues. Ungewohnt ist allerdings, dass dieses Mal Volkswagen Junior Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) der Gegner ist.  


„Besser hätte es nicht laufen können“, freute sich Ogier, nachdem er mit einer überlegenen Bestzeit auf der letzten Wertungsprüfung am Donnerstag die Spitze erobert hatte. „Ich war wirklich am Limit. Ich denke, das Entscheidende auf diesen ultraschnellen Strecken war, dass ich blind auf meinen Aufschrieb vertraut habe.“


Der Weltmeister führt nach den ersten drei WPs der Rallye Polen 2,8 Sekunden vor Teamkollege Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). „Ich bin mit dem Auftakt sehr zufrieden“, sagte der Norweger, der nach WP 2 zwischenzeitlich die Führung übernommen hatte. „Das Selbstvertrauen ist da, um voll zu attackieren.“


Nicht ganz nach Plan verlief der Auftakt dagegen für Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2). „Ich habe mich mit der Fahrwerksabstimmung komplett vertan“, erklärte der Finne den Zeitverlust auf den ersten beiden Wertungsprüfungen. „Das Gute ist, dass ich weiß, was ich für den Freitag ändern muss.“


Davon unabhängig war Latvala sichtlich erleichtert, die Super-WP „Arena Mikolajki“ problemlos bewältigt zu haben. „2009 habe ich hier wenige Meter vor dem Ziel einen zweiten Platz weggeworfen“, erinnerte er an den nach eigener Ansicht „schwärzesten Tag in meiner Karriere“. Latvala fuhr auf der künstlich angelegten Strecke in Sichtweite des Serviceplatzes die zweitschnellste Zeit und geht als Gesamt-Achter in die Übernachtungspause.


21:05 Uhr (MESZ)

Ogier fliegt durch den Staub.

Es war staubig und die Sonne stand tief – ganz schwierige Bedingungen herrschten also bei der dritten von insgesamt 24 Wertungsprüfung der Rallye Polen, der Super Special Stage Mikolajki Arena 1. Auf dem 2,50 Kilometer langen Rundkurs lagen die Spitzenfahrer nur wenige Zehntelsekunden auseinander, nur einer tanzte aus der Reihe: Weltmeister Sébastien Ogier.

 

In 1:48.4 Minuten war der Volkswagen Pilot im Polo R WRC #1 unglaubliche 2,7 Sekunden schneller als Jari-Matti Latvala (#2), der als Zweitschnellster über die Ziellinie fuhr. Andreas Mikkelsen (#9) schaffte ebenfalls eine schnelle Zeit, benötigte exakt eine halbe Sekunde mehr als Latvala und wurde Sechster.

 

In der Gesamtwertung kletterte Weltmeister Ogier am Ende des ersten Tages mit einer Zeit von 17:49.2 Minuten wieder auf den ersten Rang vor Teamkollege Mikkelsen (+2,8 Sekunden). Auf dem dritten Platz folgte Kris Meeke im Citroën (+7,0 Sekunden). Latvala auf Position acht hat mit rund 15 Sekunden Rückstand auf Meeke ebenfalls noch gute Chancen, sich in den kommenden Tagen nach vorne zu arbeiten.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


18:00 Uhr (MESZ)

Mikkelsen übernimmt die Führung bei der Rallye Polen.

Polen scheint bislang ein gutes Terrain für Andreas Mikkelsen zu sein: Der Norweger fuhr auf Anhieb Top-Zeiten. Auf der zweiten Wertungsprüfung (Kruklanki 1) übertraf er seinen Teamkollegen Sébastien Ogier um 0,9 Sekunden. Dadurch übernimmt Andreas die Führung in der Gesamtwertung. „Das fühlt sich gut an. Am Anfang der Stage waren wir noch etwas vorsichtig, aber danach lief es immer besser. Ich bin sehr zufrieden“, lautete das Fazit des Volkswagen Fahrers im Polo R WRC #9.

Für Jari-Matti Latvala, der erneut über zehn Sekunden einbüßte, läuft es dagegen nach wie vor alles andere als rund. Der Finne berichtete im Ziel von Abstimmungsproblemen am Auto und hofft nun auf bessere Resultate in den kommenden Wertungsprüfungen.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


17:20 Uhr (MESZ)

Klar zur Highspeed-Hatz in Polen:
Séb startet mit Bestzeit durch.

Der Auftakt zur Rallye Polen lief für Sébastien Ogier voll nach Plan: Auf dem 14,54 Kilometer langen Abschnitt Milki 1, der ersten von 24 Wertungsprüfungen, war keiner schneller als der Franzose im Volkswagen Polo R WRC #1. Das knappe Fazit des Weltmeisters nach der Zieleinfahrt: „Eine schöne WP, sehr schnell – wie erwartet. Ich hatte wirklich Spaß im Auto.“ Glauben wir dir aufs Wort, Séb.


Weniger Spaß hatte Teamkollege Jari-Matti Latvala, dem 11,6 Sekunden auf die Spitze fehlten. „Kein besonders toller Start in die Rallye“, äußerte sich ein sichtlich enttäuschter Jari-Matti im Ziel. „Séb muss wirklich stark gefahren sein. Um ehrlich zu sein, fehlte mir das Vertrauen, jetzt schon richtig zu attackieren. Es war mir einfach zu rutschig, mir fehlte das Gefühl für die Strecke.“


Für Andreas Mikkelsen, der als Zweitschnellster mit 0,5 Sekunden Rückstand nur einen Wimpernschlag hinter Ogier landete, wäre nach eigener Aussage noch mehr drin gewesen: „Ich habe eine Ansage meines Beifahrers falsch verstanden und auf einer langen Geraden vom sechsten in den fünften Gang zurückgeschaltet, was uns etwa zwei Sekunden gekostet hat“, berichtete der Norweger.


Die Top Drei nach der ersten Wertungsprüfung: Ogier führt vor Mikkelsen, Dritter ist Citroën-Pilot Kris Meeke.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


12:00 Uhr (MESZ)

Latvala im Shakedown hart am Gas –

Ogier schont die Reifen.

Volkswagen Piloten erwarten eine schwierige Rallye.

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) setzte im Shakedown vor der Rallye Polen die Bestzeit. „Ich habe verschiedene Einstellungen von Stoßdämpfern und Federn ausprobiert. Außerdem wollte ich mich nach der vergleichsweise langsamen Rallye Italien auf das hier sehr hohe Tempo einschießen. Deswegen bin ich den Shakedown vier Mal gefahren“, sagte der Finne.


Teamkollege Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) beschränkte sich dagegen auf die vorgeschriebenen zwei Durchgänge. Reifen sparen hieß die Devise des Weltmeisters, der als aktueller Tabellenführer am Donnerstag und Freitag als Erster auf die Strecke muss. „Hier wird der Nachteil zum Glück nicht so groß sein wie bei anderen Schotter-Rallyes. Wenn es regnen sollte, habe ich sogar einen Vorteil“, blickte der Franzose voraus, der im Shakedown die viertschnellste Zeit fuhr.


Eine Position besser beendete Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) nach drei Durchgängen das Freie Training. „Der Charakter der Wertungsprüfungen kommt meinem Fahrstil entgegen. Sie sind meistens sehr schnell mit flüssigen Kurvenkombinationen“, sagte der Norweger.


Wie seine Fahrerkollegen auch, begrüßte Mikkelsen allerdings die Kürzung einer Wertungsprüfung in Litauen. „Dort wären wir über weite Strecken im sechsten Gang auf einem engen Waldweg zwischen sehr dicht stehenden Bäumen gefahren. Das hätte ein hohes Risiko bedeutet, besonders bei nasser Strecke.“


Alle drei Volkswagen Piloten erwarten eine schwierige Rallye. „Die Wertungsprüfungen beinhalten sehr viele Rhythmus-Wechsel“, beschrieb Jari-Matti Latvala. „Häufig fährt man über lange Geraden mit Höchstgeschwindigkeit. Dazwischen sind immer wieder sehr kurvenreiche Abschnitte auf ganz engen Wegen mit vielen nicht einsehbaren Kurven. Nach der Streckenbesichtigung mit reduzierter Geschwindigkeit ist es schwierig, abzuschätzen, wie sich das Ganze im Renntempo anfühlt.“


09:00 Uhr (MESZ)

Donnerstag: die Wertungsprüfungen des ersten Tages.

Vorberichte


Freitag, 20.06.2014


„Die Fans in Polen sind verrückt nach Rallyes.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Die Hauptsache ist, dass wir die Weltmeisterschaft derzeit anführen und den Vorsprung zuletzt auf Sardinien sogar ausgebaut haben. Wir wollen in Polen natürlich so weitermachen. Wir wissen zwar, dass wir nicht immer gewinnen können, aber es muss das Ziel sein, immer möglichst viele Punkte von den Rallyes mitzunehmen. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr nach jeder Rallye 25 Punkte Vorsprung – also einen Sieg – auf den Zweitplatzierten zu haben. Man weiß ja nie, was noch passiert. Ich denke nicht, dass wir Erkenntnisse oder Aufschriebe von 2009 noch einmal verwenden können. Das ist schon zu lange her. Vielleicht schaue ich mir noch einmal ein paar Onboard-Aufnahmen von damals an. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Rallye für alle Teilnehmer dieses Jahr Neuland sein wird.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye in Polen besteht aus sehr schnellen Passagen mit vielen Sprüngen, ähnlich wie die in Finnland. Ein Unterschied zu Finnland ist allerdings, dass es weniger Wälder gibt, die Wertungsprüfungen führen mehr durch offenes Gelände. Zudem ist der Untergrund eher sandig als steinig. Ich weiß schon in etwa, was mich bei der Rallye Polen erwartet, ich bin dort ja schon 2009 gefahren. Aber die Piloten in der Rallye-Weltmeisterschaft fahren heutzutage auf einem so hohen Niveau – sie können sich sehr schnell auf die Bedingungen, auf verschiedene Untergründe und Grip-Level, einstellen. Von daher wird es auf jeden Fall nicht einfach. Im Vergleich zu 2009 sind einige Wertungsprüfungen gleich geblieben. Trotzdem erstellen wir einen komplett neuen Aufschrieb, auf den alten greifen wir nicht zurück. Neu ist dieses Mal, dass wir auch Wertungsprüfungen in Litauen fahren. Es ist also auch viel Neues dabei. Wir müssen uns daher sehr akribisch vorbereiten. Die Fans in Polen sind richtig verrückt nach Rallyes. Das war schon 2009 so und wird jetzt noch extremer sein, weil Robert Kubica in der WM fährt. Das wird bestimmt eine tolle Atmosphäre.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Nach dem guten Auftritt mit Ola bei der Rallye Italien freue ich mich jetzt auf die Rallye Polen. Ich habe dort 2009 im Škoda Fabia WRC Erfahrungen gesammelt und es sehr genossen. Die Rallye Polen ist eine sehr, sehr schnelle Rallye. Die WPs sind ziemlich sandig – einfach wird es sicher nicht. Viele Zuschauer werden uns und natürlich besonders Robert Kubica unterstützen, denn der ist in Polen bekanntlich ein echter Volksheld. Die Fans bekommen weite Sprünge zu sehen und eine tolle Show geboten. Das Streckenlayout – ziemlich schnell und flüssig – sollte meinem Fahrstil entgegenkommen. Ich bin mir sicher, dass wir dort ein gutes Ergebnis abliefern werden. In Italien sind wir zum dritten Mal Vierter geworden. Ich würde dieses Mal gerne wenigstens einen Platz besser abschneiden.“


Comeback eines Klassikers.

Die Rallye Polen zählt erstmals seit 2009 wieder zur WM. Die Volkswagen Piloten haben mit ihr noch Rechnungen offen.

Die 1921 erstmals veranstaltete Rallye Polen ist nicht nur die zweitälteste heute noch existierende Rallye der Welt. Sie gehörte auch 1973 zu den Gründungsmitgliedern der damals neu geschaffenen Marken-Weltmeisterschaft. Dann war allerdings Pause mit dem höchsten Status, bevor sie 2009 noch ein einziges Mal zur WM zählte. Jetzt ist die Rallye Polen zurück, am kommenden Wochenende findet rund um den Urlaubsort Mikołajki der siebte WM-Lauf der Saison 2014 statt.


Für Volkswagen Motorsport ist die als Premiere erstmals in zwei Ländern – Polen und Litauen – ausgetragene Rallye völliges Neuland. Mit einem ausgiebigen Test hat sich die Mannschaft darauf vorbereitet, die inzwischen schon über zehn WM-Rallyes reichende Siegesserie fortzusetzen.


Die drei Werksteams kennen die Schotter-Veranstaltung dagegen aus der Saison 2009, erinnern sich aber alle nur mit gemischten Gefühlen daran. Vor fünf Jahren sahen weder Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) noch Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) oder Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) das Ziel. „Man könnte also sagen, wir haben dort noch eine Rechnung offen“, scherzt Weltmeister Ogier.


Der Franzose kommt als Tabellenführer nach Mikołajki, muss also zumindest zur ersten Etappe wieder mit der ungeliebten Startposition eins und damit auch mit der Rolle des Straßenfegers fertig werden. „Beim letzten WM-Lauf auf Sardinien haben wir aus dieser Situation heraus trotzdem gewonnen. Wir werden alles dafür tun, diesen Erfolg zu wiederholen.“
Teamkollege Latvala ist als Tabellenzweiter auch nicht viel besser dran. „Die Prüfungen sind sehr schnell, mit vielen Kuppen, ähnlich wie in meiner Heimat Finnland. Allerdings ist der Untergrund deutlich sandiger und weicher.“


Andreas Mikkelsen freut sich besonders auf die Atmosphäre. „Die unglaublich vielen Zuschauer haben schon 2009 für eine tolle Stimmung gesorgt. Dieses Mal ist Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica mit dabei. Das wird die Begeisterung bestimmt noch einmal steigern.“


Die Rallye Polen wird ungewöhnlich früh schon am Donnerstagnachmittag (16:00 Uhr) in Mikołajki gestartet. Bis Sonntag (14:00 Uhr) stehen insgesamt 23 Wertungsprüfungen – vier davon am Freitag in Litauen – auf dem Programm mit einer Gesamtlänge von knapp 360 Kilometern.


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