Rallye Finnland 2014.

 

Ein finnischer Feiertag.

 

Was für ein Erfolg für Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila: Die beiden Finnen sind die strahlenden Sieger der Rallye Finnland. In einem denkbar knappen Finale konnte sich das Duo im Polo R WRC am Sonntag vor den Weltmeistern Sébastien Ogier und Julien Ingrassia behaupten. Eine großartige Leistung, denn die extrem schnelle Rallye Finnland zählt zu den schwierigsten Events der WRC-Saison. Rang drei belegte der Brite Kris Meeke im Citroën, auf dem vierten Platz landeten Andreas Mikkelsen und Ola Fløene im dritten Volkswagen Polo R WRC.

 

Der Sieg des finnischen Gespanns sorgte nicht nur beim Team Volkswagen Motorsport, sondern auch bei den zahlreichen Fans vor Ort für unbändige Begeisterung – denn am Ende war es ein wahrer Thriller, und die Entscheidung über den Sieg fiel buchstäblich erst auf den letzten Metern. Bis zur finalen Powerstage lagen die Verfolger Ogier/Ingrassia in Schlagdistanz, doch Latvala blieb cool und verteidigte seinen knappen Vorsprung. Letzterer war am Vortag noch deutlich größer, denn der Finne war stark in die Rallye gestartet und hatte sich nach den ersten drei Tagen über eine halbe Minute auf Ogier herausgefahren.

 

Doch am Samstag gab es dann einen plötzlichen Rückschlag zu verkraften: Nachdem Latvala auf der 20. WP ein tiefes Loch auf der Strecke traf, führte eine gebrochene Bremsleistung zum Verlust der Bremswirkung vorn rechts und damit zu einem Zeitverlust von rund 27 Sekunden. Mit einer äußerst knappen Führung von 3,4 Sekunden ging Latvala die abschließenden drei Wertungsprüfungen am Sonntag an und zeigte sowohl fahrerische als auch mentale Stärke. Das finnische Wort „Sisu“ beschreibt den Schlüssel zum Erfolg von Jari-Matti Latvala bei seinem Heimspiel am treffendsten. „Sisu“ gilt eigentlich als unübersetzbar, kann aber mit „Kraft“, „Ausdauer“ oder „Beharrlichkeit“, auch „Unnachgiebigkeit“ oder „Kampfgeist“ wiedergegeben werden.

Jari-Matti Latvala: „Der Sieg hier in Finnland ist ein ganz besonderer Moment für Miikka und mich. 2010 ist uns das zuletzt gelungen und nach dem mäßigen Ergebnis 2013 fühlt sich dieser Sieg gleich doppelt so gut an. Ich hatte vom Beginn der Rallye an ein sehr gutes Gefühl im Polo R WRC, der erneut perfekt eingestellt war. Ein großer Dank an mein Team für die hervorragende Arbeit, die es geleistet hat. Und natürlich auch ein Dankeschön an alle Fans, die Miikka und mich hier in Finnland durchweg unterstützt haben.“

 

Sébastien Ogier: „Ich denke, diese Finnland Rallye werden die Fans und auch wir noch lange in Erinnerung behalten. Auch wenn ich nicht gewonnen habe, war es ein großartiges Finale mit einem tollen Kampf bis zur letzten Sekunde. Glückwunsch an Jari-Matti und Miikka, die diesen Sieg in ihrer Heimat wirklich verdienen. Sie waren dieses Mal einfach nicht zu schlagen.“

 

Andreas Mikkelsen: „Finnland war erneut eine ganz besondere Rallye, die wegen ihres speziellen Profils zu den anspruchsvollsten Rallyes zählt, die die WRC zu bieten hat. Daher sind Ola und ich sehr zufrieden mit Platz vier.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport Direktor: „Ich kenne niemanden im Service-Park, der Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila diesen emotionalen Heimsieg nicht gönnt. Ich freue mich heute besonders für sie, denn sie haben sich diesen Erfolg hart erarbeitet und mit immenser Willenskraft in die Tat umgesetzt – trotz kleinerer Rückschläge. Wir haben den besten Jari-Matti Latvala aller Zeiten erlebt mit einer völlig neuen Einstellung zum Rallye-Sport und extrem fokussiert und gleichzeitig locker. Er ist in einer eigenen Welt gefahren und nur sein Teamkollege Sébastien Ogier konnte bis zum Ende folgen. Andreas Mikkelsen ist ebenfalls großartig gefahren und hat bei dieser extrem anspruchsvollen Rallye Rang vier herausgeholt – großartig. Dieser Doppelsieg gibt uns bei der Rallye Deutschland die Möglichkeit, vorzeitig den Hersteller-Titel zu holen.“


Volkswagen Motorsport gewinnt in Finnland die zwölfte Rallye in Folge. Das Video.


Rallye Finnland 2014: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 2:57:23.2 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 2:57:26.8 +3.6  
3 K. Meeke / P. Nagle 2:58:13.8 +50.6  
4 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:59:15.7 +1:52.5  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:00:12.9 +2:49.7  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 3:01:52.2 +4:29.0  
7 E. Evans / D. Barritt 3:02:49.0 +5:25.8  
8 H. Paddon / J. Kennard 3:03:41.0 +6:17.8  
9 H. Solberg / I. Minor 3:09:30.2 +12:07.0  
10 K. Kruuda / M. Jarveoja (WRC 2) 3:12:07.9 +14:44.7  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Finnland des Jahres 2014 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 03.08.2014


Volkswagen Motorsport gewinnt in Finnland saisonübergreifend die zwölfte Rallye in Folge. Das Video.


Aktuelle Bilder (22)
15:12 Uhr (MESZ)


Stand nach 26 von 26 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 2:57:23.2 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 2:57:26.8 +3.6  
3 K. Meeke / P. Nagle 2:58:13.8 +50.6  
4 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:59:15.7 +1:52.5  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:00:12.9 +2:49.7  
6 J. Hänninen / T. Tuominen 3:01:52.2 +4:29.0  
7 E. Evans / D. Barritt 3:02:49.0 +5:25.8  
8 H. Paddon / J. Kennard 3:03:41.0 +6:17.8  
9 H. Solberg / I. Minor 3:09:30.2 +12:07.0  
10 K. Kruuda / M. Jarveoja (WRC 2) 3:12:07.9 +14:44.7  

16:00 Uhr (MESZ)

Ein Sieg für Fans und Familie.

Jari-Matti Latvalas Erfolg ist Balsam für die Seele der Finnen.

Der letzte Heimsieg bei der Rallye Finnland liegt vier Jahre zurück, damals eingefahren von einem gewissen Jari-Matti Latvala. „Eine so lange Durststrecke haben die Fans nicht verdient. Ich widme ihnen diesen Sieg“, sagte eben dieser Latvala, nachdem er im teaminternen Duell mit Sébastien Ogier einen knappen 3,6-Sekunden-Vorsprung ins Ziel gerettet hatte. „Auch meine gesamte Familie hat im Ziel der letzten Prüfung auf mich gewartet. Sie konnte ich einfach nicht enttäuschen.“


Weltmeister Ogier lobte: „Jari-Matti war hier einfach unbesiegbar. Selbst wenn ich eine fehlerfreie Rallye gehabt hätte, wäre es wohl unmöglich gewesen, meinen Vorjahressieg zu wiederholen. Aber hey: Von einem Finnen in Finnland geschlagen zu werden, ist nun wirklich keine Schande.“


Für Latvala bedeutete sein insgesamt elfter WM-Sieg auch das Ergebnis harter Arbeit. „Ich habe mich noch nie auf eine Rallye so konsequent vorbereitet“, gab er zu. Derart konzentriert, steckte er auch das Bremsproblem vom Samstagnachmittag vergleichsweise locker weg. „Ich habe nur kurz den Gedanken gehabt, dass alles aus sein könntet“, erinnerte er sich an diesen Moment. „Aber ein Telefonat mit meinen Ingenieuren und meinem Mentaltrainer Christoph Treier hat diese Zweifel beiseite gewischt. Es hat ein paar Kilometer gedauert, dann hatte ich mich an die Dreirad-Bremse gewöhnt.“


Entscheidend war für Latvala dabei, am Ende der zweiten Etappe noch immer in Führung zu liegen, wenn auch knapp. „Das hat mir für die Abschlussetappe das Selbstvertrauen gegeben, weiter volles Risiko zu gehen.“


Ogier hat für die bevorstehende Rallye Deutschland die Revanche angekündigt. „Das Wichtigste ist sicherlich, dass wir die Scharte aus dem Vorjahr auswetzen und für Volkswagen den Sieg holen. Am besten wieder einen Doppelsieg“, meinte der Weltmeister abschließend. „Ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn die Reihenfolge dann wieder umgekehrt wäre.“


13:15 Uhr (MESZ)

Unsere heutige Zahl des Tages gebührt dem strahlenden Gewinner der Rallye Finnland. Jari-Matti Latvala hat mit seinem Triumph auf heimischem Territorium einen Rekord für seine persönliche Erfolgs-Statistik aufgestellt: Der Sieg in Finnland war bereits der dritte innerhalb einer WRC-Saison. Das ist Jari-Matti bislang noch nicht gelungen – ein klares Zeichen für den Aufwärtstrend und dafür, dass der Finne sich nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch im Polo R WRC wie zu Hause fühlt.


13:00 Uhr (MESZ)

Glückwunsch zum „Heimsieg“:

Jari-Matti gewinnt die Rallye Finnland!

Er hat es wirklich verdient: Nach einer viertägigen Highspeed-Jagd durch die Wälder ist Jari-Matti Latvala der strahlende Sieger der Rallye Finnland. Von der ersten Wertungsprüfung an hatte der Finne im Polo R WRC die Führung inne – und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab.

Trotz des „Heimvorteils“ war es ein wirklich harter Job für den Volkswagen Piloten: Nachdem er sich dank starker Leistungen einen beruhigenden Vorsprung auf Verfolger Sébastien Ogier herausgearbeitet hatte, musste sich Latvala am Samstag mit nur drei funktionierenden Bremsen gegen einen anstürmenden Ogier verteidigen. Am Ende standen nur noch wenige Sekunden zwischen beiden Kontrahenten – doch Latvala bewies auf den verbleibenden Kilometern Nerven wie Drahtseile und gewann am Ende mit 3,6 Sekunden Vorsprung vor dem Weltmeister. Ein denkbar knappes Ergebnis, ein tolles Teamduell und eine fantastische Rallye mit einem echten Herzschlag-Finale.

Auf der finalen Powerstage hieß der Sieger allerdings Sébastien Ogier, der mit seiner Bestzeit drei Extrapunkte mitnimmt. Auch hier war es wieder eine enge Kiste, denn Latvala benötigte für den 6,8 Kilometer kurzen Schluss-Spurt nur eine Zehntelsekunde mehr, nimmt also zwei Zusatzpunkte mit. Platz drei der Powerstage ging an Citroën-Mann Kris Meeke. Der Brite war während des gesamten Wochenendes stark und fuhr auf einen verdienten dritten Gesamtrang. Platz vier der Rallye Finnland geht an Andreas Mikkelsen, der eine fehlerfreie Rallye fuhr und seine dritte Position in der WM-Wertung gefestigt hat.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


10:30 Uhr (MESZ)

Noch keine Entscheidung:

Hochspannung bis zum letzten Kilometer.

Es ist ein echter Thriller, der sich den Fans hier in Finnland bietet – und noch immer steht nicht fest, wie er ausgehen wird: Die 23 Kilometer lange Wertungsprüfung „Myhinpää“ brachte keine Entscheidung im Kampf der Teamkollegen. Sébastien Ogier startete mit nur fünf Sekunden Rückstand in die WP, witterte seine Chance und kämpfte wie ein Löwe, aber ein wie entfesselt fahrender Jari-Matti Latvala gab alles, um die Führung zu verteidigen. Am Ende landete der Finne 1,3 Sekunden hinter Ogier. Der Vorsprung beträgt nun nur noch 3,7 Sekunden.

„Ich mache mir keine Sorgen wegen des kleinen Zeitverlusts“, erklärte Latvala im Ziel. „Ich wusste, dass ein harter Fight mit Séb ansteht, aber noch liegen wir in Führung, und das ist jetzt alles, was zählt.“

Die finale Powerstage mit einer Länge von 6,8 Kilometern wird also zum Showdown der Spitzenreiter. Schon ein kleiner Fehler kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

 

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09:00 Uhr (MESZ)

Fünf Sekunden Polster für Latvala –

die Entscheidung im Team-Thriller naht.

Der Finnland-Thriller spitzt sich zu: Der letzte Rallye-Tag hat begonnen, und noch führt Jari-Matti Latvala mit fünf Sekunden Vorsprung vor seinem Verfolger Sébastien Ogier. Der Weltmeister wittert seine Chance und ist in Schlagdistanz – aber auf der ersten WP des heutigen Samstags gab es nichts zu holen für den Franzosen. Latvala, der als Letzter auf die Strecke ging, blieb cool, fuhr die Bestzeit und nahm Séb dabei weitere 1,6 Sekunden ab.

Latvala war absolut am Limit, wie er bei der Einfahrt ins Ziel zugab: „Ich bin gefahren wie noch nie zuvor, nur Vollgas. Ich will den Fans hier etwas geben und diese Rallye gewinnen.“

Die nun anstehende, 23 Kilometer lange WP „Myhinpää“ könnte bereits die Entscheidung im packenden Teamduell bringen.
 

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06:00 Uhr (MESZ)

Sonntag: die Wertungsprüfungen der dritten Etappe.

Samstag, 02.08.2014


Latvala führt die Rallye Finnland trotz Bremsproblemen weiter an. Ogier und Mikkelsen auf den Plätzen zwei und vier. Das Video.


Aktuelle Bilder (22)
19:28 Uhr (MESZ)

Stand nach 23 von 26 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 2:40:33.6 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 2:40:37.0 +3.4  
3 K. Meeke / P. Nagle 2:41:06.0 +32.4  
4 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:41:54.4 +1:20.8  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:42:48.0 +2:14.4  
6 H. Paddon / J. Kennard 2:44:10.2 +3:36.6  
7 J. Hänninen / T. Tuominen 2:44:39.0 +4:05.4  
8 E. Evans / D. Barritt 2:45:20.8 +4:47.2  
9 C. Breen / S. Martin 2:49:06.7 +8:33.1  
10 H. Solberg / I. Minor 2:51:23.4 +10:49.8  

21:00 Uhr (MESZ)

„Ich will den Sieg – für mich und die Fans.“

 

In die Schlussetappe geht Latvala nur noch mit 3,4 Sekunden Vorsprung auf Ogier.

 

Ein Schlagloch hat dafür gesorgt, dass die Abschlussetappe am Sonntag noch einmal richtig spannend wird. „Mitten auf der Fahrbahn hatte sich ein großes Loch gebildet, das heute Morgen beim ersten Durchgang noch nicht da war. Ausgerechnet in einer schnellen Linkskurve, wir hatten ungefähr Tempo 170 drauf. Bei dieser Geschwindigkeit kannst du nicht mehr ausweichen“, beschrieb Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) den entscheidenden Moment in der Wertungsprüfung Jukojärvi.

 

Alle Topfahrer wurden von diesem Schlagloch überrascht. Am meisten Glück hatte der Drittplatzierte Kris Meeke (Citroën): Der Brite kam mit einem verbogenen Motorschutz davon. „Uns hat es den Kühler kräftig eingedrückt“, erzählte dagegen Sébastien Ogier (Polo R WRC #2), „zum Glück hat er kein Wasser verloren.“

 

Ausgerechnet den Führenden, Jari-Matti Latvala, erwischte es am schlimmsten. „Durch den Schlag ist eine Bremsleitung am rechten Vorderrad beschädigt worden“, sagte der Finne. Mit Bordmitteln legten Latvala und Beifahrer Miikka Anttila den betroffenen Bremskreis still. Anschließend musste Latvala mit einem abenteuerlichen Fahrverhalten fertig werden. „Beim Anbremsen von Linkskurven ist regelmäßig das Heck ausgebrochen. Rechtskurven gingen fast normal.“

 

An Bestzeiten war auf den verbleibenden drei Prüfungen des Samstages natürlich nicht mehr zu denken. Ganz im Gegenteil – Latvalas Vorsprung von zwischenzeitlich 31,1 Sekunden auf Teamkollege Ogier schmolz bis ins Etappenziel auf 3,4 Sekunden zusammen. Der Weltmeister hat dadurch plötzlich wieder Siegchancen, kann sich aber nicht so recht über die geänderte Situation freuen. „Jari-Matti hat den ganzen Tag über eine beeindruckende Leistung gezeigt“, lobte der Franzose, „ohne sein Pech wäre ich nie so dicht an ihn herangekommen.“

 

Für den Sonntag hat Latvala bedingungslose Attacke angekündigt. „Ich habe so hart auf die Rallye Finnland hingearbeitet, beim Test, in der Vorbereitung. Ich will den Sieg. Für mich und die Tausenden von finnischen Fans, die mich hier unterstützen.“

 

Im Trubel an der Spitze ging beinahe unter, dass sich Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) inzwischen fest auf Rang vier etabliert hat. Den ganzen Tag über war der Norweger schneller als seine direkten Konkurrenten Mikko Hirvonen (Ford) und Mads Østberg (Citroën), der inzwischen ausgeschieden ist.

 

„Ich hatte nur einen Schreckmoment in der vorletzten WP. In einer Kurve hat offensichtlich einer der vor mir fahrenden Kollegen einen Heuballen verschoben. Der stand plötzlich mitten auf meiner Ideallinie“, erzählte Mikkelsen. Das Duell mit der ramponierten Streckenbegrenzung kostete einen Teil des Frontspoilers und verursachte leichte Bremsprobleme. Aber davon ließ sich Mikkelsen nur wenig beeindrucken. In die Schlussetappe geht er mit fast einer Minute Vorsprung vor Hirvonen.


20:00 Uhr (MESZ)

323,52 Kilometer haben die Piloten bei der Rallye Finnland auf 23 von insgesamt 26 Wertungsprüfungen bislang zurückgelegt. Etwas mehr als zwei Stunden und 40 Minuten waren die beiden schnellsten Fahrer Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) und Sébastien Ogier (#1) dafür unterwegs. Und dennoch trennen die beiden Volkswagen Piloten vor den letzten drei Wertungsprüfungen über zusammen 37,3 Kilometer am Sonntag nur 3,4 Sekunden.

 

Spannender könnten die Voraussetzungen vor dem letzten Tag der Rallye Finnland kaum sein. Dabei hatte Latvala nach der WP 19 noch mehr als eine halbe Minute vor Ogier gelegen. Doch auf dem anschließenden Teilabschnitt fuhr der Finne in ein Schlagloch und konnte auf den letzten drei Wertungsprüfungen nur noch mit drei Rädern bremsen.

 

Über Nacht haben die Volkswagen Mechaniker die Möglichkeit, den Polo R WRC #2 wieder auf Vordermann zu bringen. Somit können sich Latvala und Ogier auf der Zielgeraden am Sonntag wieder ein spannendes Duell auf Augenhöhe um den Sieg bei der Rallye Finnland 2014 liefern.


19:30 Uhr (MESZ)

Latvala kämpft und behauptet die Führung.


Welch eine Leistung von Jari-Matti Latvala: Trotz einer defekten Bremse an seinem Polo R WRC #2 schleppte sich der Finne bei seinem Heimspiel durch die letzten Wertungsprüfungen des Samstags und behauptete die Führung vor seinem Teamkollegen Sébastien Ogier. Auf der WP 23 Leustu 2 verlor Latvala zwar weitere 6,5 Sekunden auf den Weltmeister. In der Gesamtwertung liegt der 29-Jährige vor den letzten drei Wertungsprüfungen am Sonntag über insgesamt 37,3 Kilometer aber noch den Hauch von 3,4 Sekunden vor Ogier.

 

Der Franzose gewann auf der 11,00 Kilometer langen WP 23 in 5:11.3 Minuten seine vierte Wertungsprüfung hintereinander und die insgesamt zehnte bei der diesjährigen Rallye Finnland. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) erzielte die drittbeste Zeit und behauptet die vierte Position in der Gesamtwertung.

 

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18:55 Uhr (MESZ)

Der Weltmeister rückt immer näher.


Jari-Matti Latvala hat nur noch elf Kilometer vor sich, dann ist der Tag beendet und der angeschlagene Polo R WRC #2 kann endlich in den Service. Auf der WP 22 Himos 2 ging es für den Finnen mal wieder um Schadensbegrenzung – und dies gelang zumindest einigermaßen: Auf dem 4,45 Kilometer kurzen Teilabschnitt fuhr Latvala die viertschnellste Zeit und verlor nur weitere 2,9 Sekunden auf Teamkollege Sébastien Ogier (Polo R WRC #1).

 

Der Weltmeister gewann die WP in 2:35.4 Minuten vor Teamkollege Andreas Mikkelsen (+1,0 Sekunden), setzte die dritte Bestzeit hintereinander und die neunte insgesamt bei der Rallye Finnland 2014. In der Gesamtwertung liegt Ogier nur noch 9,9 Sekunden hinter Latvala – der Kampf um den Sieg bleibt hochspannend.

 

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17:30 Uhr (MESZ)

Latvala in Not, Ogier macht Ernst.


Es bahnt sich ein hochspannendes Finale bei der Rallye Finnland an! Im Fokus: die beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2). Nachdem der führende Finne auf der WP 20 ein großes Schlagloch auf der Strecke getroffen hatte und seitdem Probleme mit der Bremse hat, schrumpft sein Vorsprung auf Weltmeister Ogier.

 

Auf der WP 21 Surkee 2 schaffte Latvala mit nur noch drei funktionierenden Bremsen immerhin die drittschnellste Zeit und verlor 7,3 Sekunden auf Ogier, der in 7:53.4 Minuten seine achte Bestzeit fuhr. Auf dem 14,95 Kilometer langen Teilabschnitt war Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 nur 0,2 Sekunden langsamer als Latvala und landete auf Rang vier.

 

In der Gesamtwertung liegt Latvala weiterhin in Führung – der Vorsprung auf Teamkollege Ogier beträgt bei zwei noch ausstehenden Wertungsprüfungen am Samstagabend aber nur noch 12,8 Sekunden. Mikkelsen belegt den vierten Rang.

 

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16:00 Uhr (MESZ)

Dramatik pur: Latvala verliert elf Sekunden

auf Verfolger Ogier.

Das Ding ist noch lange nicht durch hier in Finnland: Spitzenreiter Jari-Matti Latvala verlor auf der 20. Wertungsprüfung (Jukojärvi 2) elf Sekunden auf Verfolger Sébastien Ogier, der die Bestzeit auf diesem knapp 22 Kilometer langen Abschnitt fuhr. Ursache für den Zeitverlust war offenbar ein Problem mit den Bremsen, ausgelöst durch ein Schlagloch: „Da war ein großes Loch auf der Strecke. Die Bremsen haben nicht mitgespielt, wir mussten zurücksetzen und haben viel Zeit verloren. Jetzt müssen wir natürlich die Bremsen checken“, erklärte Latvala im Ziel.

Der Vorsprung des Finnen in der Gesamtwertung beträgt noch immer mehr als 20 Sekunden auf Weltmeister Ogier – aber ein weiterer Service für den Polo R WRC ist erst mal nicht in Sicht. Daumen drücken, heißt also nun die Devise.

 

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15:00 Uhr (MESZ)

Go, Jari-Matti, go!

Der finnische Lokalmatador im Polo R WRC ist das Maß der Dinge: Mit einer weiteren Bestzeit stellte Jari-Matti Latvala unter Beweis, dass er nur ein Ziel verfolgt: den Sieg auf heimischem Territorium. Bis dahin ist es zwar noch ein wenig hin, aber momentan sieht es sehr gut aus für den Volkswagen Piloten. Auf der 19. Wertungsprüfung „Mökkiperä 2“ nahm er seinem Verfolger Sébastien Ogier 1,2 Sekunden ab und vergrößerte seinen Vorsprung auf mehr als eine halbe Minute.


Was ist das Erfolgsgeheimnis des schnellen Finnen? „Mein Vertrauen ins Auto und die schnellen WP-Zeiten beruhen auf einem guten Aufschrieb, für den es einer sehr sorgfältigen Vorbereitung bedarf“, erklärte der Spitzenreiter im Ziel.

 

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14:15 Uhr (MESZ)

Ich bin total entspannt.“

Jari-Matti Latvala baut seine Führung am Samstagmorgen weiter aus.

 

Er hat einfach einen perfekten Lauf. „Ich fühle mich so wohl im Auto, es klappt einfach alles, ich bin total entspannt“, strahlte Jari-Matti bei der Einfahrt in den Mittagsservice. „Bei den hohen Geschwindigkeiten, mit denen wir hier durch den Wald fahren, ist Vertrauen in das Autos das Entscheidende. Wenn du irgendwo Zweifel hast und einmal kurz vom Gas gehst, hast du gleich eine Sekunden verloren.“


Latvala zuckte den ganzen Morgen über nicht ein einziges Mal und baute seinen Vorsprung an der Spitze der Gesamtwertung auf jetzt knapp 30 Sekunden aus. „Auf den ersten drei Wertungsprüfungen heute habe ich voll attackiert, weil ich nur wenige Informationen über die Zwischenzeiten von Séb hatte. Danach habe ich es etwas lockerer angehen lassen“, erzählte der Finnland-Sieger von 2010 und ließ sich den heiß ersehnten Kaffee reichen. „Ich brauche mindestens fünf Tassen am Tag. Die letzte ist schon sechs Stunden her.“


„Ich habe gegen Jari-Matti heute keine Chance“, musste Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) zugeben. „Er ist einfach schneller. Jedes Mal, wenn ich versucht habe, noch stärker zu attackieren, haben sich kleine Fehler eingeschlichen. Ich habe den einen oder anderen Bremspunkt verpasst – und dabei mindestens einmal richtig Glück gehabt.“


Ganz aufgegeben hat der Vorjahressieger aber noch nicht, der am Vormittag den zweiten Rang zurückerobern und sich von Kris Meeke (Citroën) leicht absetzen konnte. „Beim zweiten Durchgang heute Nachmittag werden die Strecken stark aufgerissen sein, es wird tiefe Spurrillen geben. Da kann schnell mal ein Fahrfehler passieren.“ Nicht nur deswegen hofft Latvala, dass sowohl Teamkollege Ogier als auch der auf Rang drei liegende Kris Meeke nicht mehr mit letztem Einsatz attackieren.


Eine starke Leistung zeigt weiterhin Andreas Mikkelsen im Polo R WRC mit der Startnummer 9. Der Volkswagen Junior konnte sich am Samstagmorgen leicht von den deutlich erfahreneren Mads Østberg (Citroën) und Mikko Hirvonen (Ford) absetzen. „Ich habe mich an den Zwischenzeiten von Mads und Mikko orientiert“, verriet der Gesamtvierte. „Wenn sie mir ein paar Zehntelsekunden abnahmen, habe ich mein Tempo gesteigert.“


Diese Strategie will Mikkelsen auch am Nachmittag verfolgen, bei der zweiten Runde über die fünf Wertungsprüfungen des Samstags. „Kris Meeke auf Rang drei ist zu weit weg. Ich will Rang vier verteidigen, ohne unnötige Risiken einzugehen.“ 


Allerdings muss der Beifahrer trotzdem immer damit rechnen, dass ihm eine missglückte und deswegen unerwartet harte Landung kurzfristig den Atem nimmt. Bei Tempo 190 kann eine Unterbrechung im Aufschrieb katastrophale Folgen haben. „Bei kritischen Sprüngen lese ich die folgende Ansage deswegen noch vor der Landung vor“, beschrieb Ingrassia. 


Während der Körper durch die Hosenträgergurte fest in den Sitz gedrückt wird, ist der zusätzlich durch den Helm belastete Kopf stärker den Verzögerungskräften ausgesetzt. „Ich stelle die Haltegurte des HANS-Systems deswegen ein bisschen kürzer ein als normal“, verriet Ola Fløene, Copilot von Andreas Mikkelsen im Polo R WRC mit der Startnummer 9. „Dadurch wird die Nickbewegung des Kopfes bei der Landung gestoppt, ohne dass ich mit Muskelkraft nachhelfen muss.“   


Bei vielen Sprüngen bleiben die Piloten übrigens voll auf dem Gaspedal. In der Flugphase verhindert der Drehzahlbegrenzer, dass der Motor Schaden nimmt. Und bei der Landung ist die Belastung für die Antriebswellen geringer, weil sie schon mehr oder weniger mit der passenden Geschwindigkeit rotieren. Sehr langsam drehende Räder bei einem mit Tempo 170 landenden Auto würden dagegen riesige Scherkräfte an den Antriebswellen verursachen.


12:27 Uhr (MESZ)

Eins, zwei und zwei: Latvala mit Bestzeit –

Ogier und Mikkelsen zeitgleich.

Das bekommen die Fans auch nicht alle Tage geboten: zwei Fahrer, die sich exakt die gleiche Zeit auf einer Wertungsprüfung teilen. So geschehen auf der 18. Wertungsprüfung (Leustu 1): Während Jari-Matti mit einer Bestzeit seine Führung leicht ausbauen konnte, kamen Séb und Andreas jeweils mit 1,7 Sekunden Abstand ins Ziel.

Der Drittplatzierte Kris Meeke (Citroën) konnte die Pace erneut nicht mitgehen und verlor weiter an Boden. Séb führt nun bereits mit 13,5 Sekunden auf den Briten. Spannung könnte am heutigen Nachmittag das Duell Meeke – Mikkelsen versprechen, wenn der Volkswagen Pilot auf Angriff fährt und den mittlerweile auf 36,5 Sekunden zusammengeschrumpften Abstand weiter verringern kann.

 

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11:50 Uhr (MESZ)

Dreifach-Erfolg für Volkswagen:

Séb setzt sich von Verfolger Meeke ab.

Nur ein kurzer Sprint von viereinhalb Kilometern stand auf der 17. Wertungsprüfung (Himos 1) an, doch diese kurze Distanz reichte Sébastien Ogier, um die Führung auf seinen Verfolger Kris Meeke (Citroën) mit einer Bestzeit um weitere 2,3 Sekunden zu vergrößern. Der Abstand auf den Drittplatzierten Meeke beträgt nun bereits 9,3 Sekunden. Spitzenreiter Jari-Matti Latvala kam 0,8 Sekunden langsamer als Ogier ins Ziel, dahinter folgte als Drittschnellster Andreas Mikkelsen, der ebenfalls eine souveräne Performance abliefert.

Direkt im Anschluss folgt noch die zehn Kilometer lange WP „Leustu 1“, bevor es zur Mittagspause in den Servicepark geht.

 

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10:30 Uhr (MESZ)

Fliegender Finne macht seinem Namen alle Ehre.

He’s on fire: Jari Matti Latvala holte auf der 16. Wertungsprüfung (Surkee 1) eine überlegene Bestzeit und nahm seinem Verfolger und Teamkollegen Sébastien Ogier weitere 4,1 Sekunden ab. Der Abstand auf Ogier, der als Zweitschnellster über die Linie kam, beträgt nun bereits fast eine halbe Minute. Stark war auch Andreas Mikkelsen, der die drittschnellste Zeit fuhr und in der Gesamtwertung auf Rang vier liegt.

Packend ist nach wie vor das Duell Kris Meeke vs. Sébastien Ogier. Der Citroën-Pilot verlor auf dieser WP erneut Zeit auf Séb, bliebt aber mit 4,5 Sekunden Abstand in Schlagdistanz. Ogier selbst bleibt cool: „Ich bin mit meinem Speed hier ganz zufrieden“, erklärte der Franzose. „Auf der letzten WP haben wir es vielleicht ein bisschen zu vorsichtig angehen lassen, aber insgesamt war es nicht schlecht.“

 

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08:55 Uhr (MESZ)

Doppelführung: Séb erobert Gesamtrang zwei.

Erneute Doppelführung für Volkswagen: Sébastien Ogier hat sich auf der 15. Wertungsprüfung (Jukojärvi 1) an Kris Meeke (Citroën) vorbeigeschoben und Platz zwei in der Gesamtwertung zurückerobert.


Die Bestzeit holte erneut Jari-Matti Latvala, der seine Führung mit harten Bandagen verteidigt. Es könnte allerdings kaum enger zugehen zwischen den beiden Spitzenreitern: Nur 0,3 Sekunden lagen auf dieser WP zwischen Jari-Matti und Séb. Meeke verlor als Drittschnellster vier Sekunden.

Für Latvala wäre wohl noch mehr drin gewesen, wie der Kommentar des Finnen bei der Zieleinfahrt verrät: „Diese WP macht immer viel Spaß, aber wirklich schnell war ich hier nie – auch dieses Jahr nicht. Wir haben an einer Kreuzung nicht die optimale Linie erwischt, aber der Rest war in Ordnung.“

 

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07:50 Uhr (MESZ)

Starker Start in den Samstag:

Plätze eins, zwei und drei für Volkswagen.

Der Polo R WRC dominiert die Rallye Finnland: Auf der Auftakt-Wertungsprüfung des heutigen Samstags (Mökkipera 1) war kein Fahrzeug schneller als der Rallye-Renner aus Hannover. Und die Fahrer? Spitzenreiter Jari-Matti Latvala startete topmotiviert in den Tag und legte gleich mal eine souveräne Bestzeit hin. Mit 3,1 Sekunden Abstand kam Teamkollege Andreas Mikkelsen als Zweitschnellster über die Linie – und nur einen Wimpernschlag dahinter folgte Weltmeister Sébastien Ogier, der in der Gesamtwertung nur 0,9 Sekunden hinter Kris Meeke (Citroën) liegt.

Letzterer fuhr die viertschnellste Zeit und verlor 0,7 Sekunden auf Verfolger Ogier. Der Franzose kann sich also bereits auf der nächsten WP an seinem Konkurrenten vorbeischieben und Platz zwei zurück erobern.

 

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06:05 Uhr (MESZ)

Doing, doing, doing war gestern.

Dank perfekter Fahrwerke haben Finnlands Sprünge viel von ihrem Schrecken verloren.

 

Die Zeiten der wie Gummibälle nachfedernden Rallye-Autos sind definitiv vorbei. „Schau dir Aufnahmen aus den 1980er-Jahren an. Nach jedem Sprung haben die Autos eine Reihe kleinerer Hüpfer nachgelegt. Das ging so: Uuumpf, doing, doing, doing“, erinnert Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) mit leichtem Grauen an die Ära der zwar über 500 PS starken, aber fahrwerksseitig unterentwickelten Gruppe-B-Boliden.


Ganz anders der Polo R WRC des Baujahres 2014. Selbst nach den weitesten Sprüngen ist kein Nachfedern zu sehen. Alle vier Räder sind förmlich auf den Boden geklebt, Lenkkorrekturen sind kaum nötig. Während früher die Fahrer erst einmal alle Hände voll zu tun hatten, ihr Auto auf der Piste zu halten, wird heute direkt mit der Landung wieder voll beschleunigt.


Auch deswegen sind die aktuellen World Rally Cars trotz rund 200 PS weniger auf allen Wertungsprüfungen schneller als ihre Vorgänger. „Das Fahrwerk des Polo R WRC ist so gut, dass bis auf ein oder zwei Ausnahmen inzwischen alle Kuppen mit Vollgas genommen werden“, beschreibt Sébastien Ogier (Polo R WC #1).


Die entscheidende Aufgabe für den Fahrer ist deswegen, schon vor dem Abheben das Auto für die Landung zu positionieren – nicht immer geht es nach einer Kuppe schnurgerade weiter. Auf diese Weise kommen gelegentlich abenteuerlich anmutende Flug-Driftwinkel zustande.


Belastender als für die Fahrer sind die Sprünge für die Copiloten. Weil sie wegen der deutlich tieferen Sitzposition nur ein eng begrenztes Blickfeld nach vorn haben und außerdem gelegentlich noch in der Luft aus dem Aufschrieb vorlesen, werden sie häufig von der Landung regelrecht überrascht.


„Die Sprünge sind nicht alle gleich“, erläutert Ogiers Beifahrer Julien Ingrassia. „Wenn das Auto gerade fliegt und mit allen vier Rädern gleichzeitig oder mit den Hinterrädern zuerst aufsetzt, merkt man manchmal die Landung gar nicht.“ Anders sieht es bei Sprüngen aus, bei denen die Flugbahn nicht ganz so harmonisch ist. „Wenn das Auto schief fliegt und mit einem Vorderrad zuerst aufsetzt, wirst du schon mit vier oder fünf G in den Sitz gedrückt. Dann setze ich mich vorher noch einmal gerade in den Sitz“, beschreibt Ingrassia. Zusammen mit dem weich abfedernden Fahrwerk lassen sich so auch 50-Meter-Sätze überstehen.


Allerdings muss der Beifahrer trotzdem immer damit rechnen, dass ihm eine missglückte und deswegen unerwartet harte Landung kurzfristig den Atem nimmt. Mit Tempo 190 kann eine Unterbrechung im Aufschrieb katastrophale Folgen haben „Bei kritischen Sprüngen lese ich die folgende Ansage deswegen noch vor der Landung vor“, beschreibt Ingrassia. 


Während der Körper durch die Hosenträgergurte fest in den Sitz gedrückt wird, ist der zusätzlich durch den Helm belastete Kopf stärker den Verzögerungskräften ausgesetzt. „Ich stelle die Haltegurte des HANS-Systems deswegen ein bisschen kürzer ein als normal“, verrät Ola Fløene, Copilot von Andreas Mikkelsen im Polo R WRC mit der Startnummer 9. „Dadurch wird die Nickbewegung des Kopfes bei der Landung gestoppt, ohne dass ich mit Muskelkraft nachhelfen muss.“   


Bei vielen Sprüngen bleiben die Piloten übrigens voll auf dem Gaspedal. In der Flugphase verhindert der Drehzahlbegrenzer, dass der Motor Schaden nimmt. Und bei der Landung ist die Belastung für die Antriebswellen geringer, weil sie schon mehr oder weniger mit der passenden Geschwindigkeit rotieren. Sehr langsam drehende Räder bei einem mit Tempo 170 landenden Auto würden dagegen riesige Scherkräfte an den Antriebswellen verursachen.


06:00 Uhr (MESZ)

Samstag: die Wertungsprüfungen der zweiten Etappe.

Freitag, 01.08.2014


Jari-Matti Latvala führt sein Heimspiel an. Ogier und Mikkelsen auf den Plätzen drei und vier. Das Video


Aktuelle Bilder (18)
21:54 Uhr (MESZ)


Stand nach 13 von 26 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 1:34:42.4 0.0  
2 K. Meeke / P. Nagle 1:35:02.1 +19.7  
3 S. Ogier / J. Ingrassia 1:35:03.7 +21.3  
4 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:35:46.6 +1:04.2  
5 M. Østberg / J. Andersson 1:35:47.8 +1:05.4  
6 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:35:49.7 +1:07.3  
7 H. Paddon / J. Kennard 1:36:54.0 +2:11.6  
8 E. Evans / D. Barritt 1:37:21.8 +2:39.4  
9 J. Hänninen / T. Tuominen 1:37:33.5 +2:51.1  
10 C. Breen / S. Martin 1:40:01.5 +5:19.1  

21:00 Uhr (MESZ)

Latvala setzt sich ab, Ogier plant Aufholjagd.

Zur Halbzeit liegen die Volkswagen Piloten auf den Rängen eins, drei und vier.

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) kann sich zumindest ein wenig entspannen. 19,7 Sekunden Abstand zu Kris Meeke (Citroën) und 21,3 Sekunden zu Teamkollege Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) sind nach etwas mehr als der Hälfte der WP-Kilometer der Rallye Finnland ein halbwegs beruhigender Vorsprung. Jedenfalls beruhigender als die 4,5 Sekunden vom Donnerstagabend. „Ich habe beim ersten Durchgang heute morgen einige Änderungen am Aufschrieb vorgenommen“, verriet Latvala. „Das hat gut funktioniert, ich konnte die zweite Runde am Nachmittag viel entspannter angehen. Und wenn man entspannt fährt, ist man automatisch schneller.“


Ein Übriges tat eine Umstellung des persönlichen Fahrstils. „Am Nachmittag habe ich mich darauf konzentriert, eine möglichst saubere Linie zu fahren. Das war schneller, als mit hohem Risiko zu attackieren.“ Tatsächlich war der Finne beim jeweils zweiten Durchgang über die Wertungsprüfungen rund eine halbe Sekunde pro Kilometer schneller als am Morgen. Insgesamt gewann er fünf der sieben WPs am Freitag, darunter war auch der 250. WP-Sieg für den Polo R WRC.

 
Nicht zu 100 Prozent zufrieden war Sébastien Ogier mit dem Verlauf der Freitagsetappe. „Für einen Rallye-Fahrer ist bei der Rallye Finnland jeder Kilometer ein Genuss. Angesichts meiner ungünstigen Startposition habe ich aus der Situation das Beste gemacht. Dass ich Rang zwei an Kris Meeke verloren habe, ärgert mich natürlich trotzdem“, sagte der Franzose. Für den Samstag werden die Startpositionen neu sortiert, dann müssen Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia nicht mehr den Straßenfeger spielen, sondern fahren weiter hinten im Feld. „Morgen beginnt für mich die Rallye neu“, kündigte der Weltmeister selbstbewusst an.


Bei Teamkollege Latvala kam die Kampfansage an. „Séb darf man nie unterschätzen. 21,3 Sekunden Vorsprung sind gegen den Weltmeister alles andere als eine sichere Bank.“


Nach wie vor in einen spannenden Dreikampf um Rang vier ist Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) verwickelt. Nach 194 WP-Kilometern trennen den Norweger nur 1,2 Sekunden von Mads Østberg (Citroën), Mikko Hirvonen (Ford) liegt nur weitere 1,9 Sekunden zurück. „Zum Glück habe ich die beiden morgen vor mir“, sagte Mikkelsen bei der Einfahrt ins Etappenziel. „Ich kriege ihre Zwischenzeiten ins Auto gesendet und kann mein Tempo nach ihnen richten.“


Nicht nur deswegen ist der Volkswagen Junior zuversichtlich, Rang vier am Samstag verteidigen zu können. „Die Wertungsprüfungen morgen kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Es sollte kein Problem sein, das Tempo bei Bedarf ein wenig zu steigern.“


20:40 Uhr (MESZ)

Seit 1978 gibt es in Deutschland die Autobahn-Richtgeschwindigkeits-Verordnung, die ein Tempo von 130 km/h auf Autobahnen empfiehlt. Auf engen und kurvenreichen Schotterstrecken durch die finnischen Wälder sollten ungeübte Fahrer hingegen besser auf Schritttempo zurückschalten. Nicht aber die Piloten der WRC – allen voran Weltmeister Sébastien Ogier im Polo R WRC #1.

 

Die 14,10 Kilometer lange Wertungsprüfung Pihlajakoski 2 absolvierte der französische Volkswagen Pilot am Freitagnachmittag in 6:39.8 Minuten. Das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,66 km/h! Bei der schnellsten Rallye des Jahres war es in diesem Jahr das erste Mal, dass auf einer WP die Schallmauer von 130 km/h durchbrochen wurde.


20:00 Uhr (MESZ)

Mit Dreifach-Erfolg in die Halbzeitpause.


Endlich, wird sich Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) gedacht haben, ist der Schotter-Part am Freitag beendet. Auf der 2,20 Kilometer kurzen Harju 2 ging es hauptsächlich über Asphalt und somit musste der als erstes gestartete Weltmeister nicht mehr die Strecke für die Konkurrenz sauberfahren. Die Folge: In 1:46.3 Minuten schaffte Ogier die schnellste Zeit auf der WP 13 und gewann seine fünfte Wertungsprüfung bei der diesjährigen Rallye Finnland.

 

Das überragende Ergebnis zur Halbzeit rundeten die beiden weiteren Volkswagen Piloten ab: Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) war nur 0,3 Sekunden langsamer als Ogier und fuhr die zweitbeste Zeit, Andreas Mikkelsen (+0,5 Sekunden) landete auf Rang drei und machte so den Dreifach-Erfolg zum Abschluss des Tages perfekt.

 

In der Gesamtwertung liegt Latvala bei seinem Heimspiel allerdings weiterhin deutlich in Führung. Hinter Citroën-Pilot Kris Meeke folgt Ogier auf Platz drei. Mikkelsen ist zur Halbzeit der Rallye Finnland Vierter.

 

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18:45 Uhr (MESZ)

Entspannt zum Hattrick.

Wennʼs läuft, dann läuftʼs! Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) fliegt bei der Rallye Finnland derzeit von einem WP-Sieg zum nächsten. Auf dem zwölften Teilabschnitt Painaa 2 feierte der Volkswagen Pilot bereits seine achte Bestzeit und die dritte hintereinander. Für die 7,49 Kilometer benötigte Latvala 3:48.5 Minuten und verwies Mads Østberg im Citroën (+0,5 Sekunden) und Ford-Pilot Mikko Hirvonen (+0,9 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei.

 

Für Latvalas Teamkollegen lief es nicht ganz so perfekt: Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) kämpfte als erster Fahrer auf der Piste erneut mit dem Schotter und landete auf dem fünften Rang. Andreas Mikkelsen (#9) wurde Sechster. In der Gesamtwertung belegen die Volkswagen Piloten vor der letzten WP des Freitags weiter die Plätze eins (Latvala), drei (Ogier) und vier (Mikkelsen).

 

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17:40 Uhr (MESZ)

Latvalas siebter Streich.

Der finnische Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) ist bei seinem Heimspiel weiterhin nicht zu stoppen. Auf der elften Wertungsprüfung Kakaristo 2 feierte der 29-Jährige bereits seinen siebten WP-Erfolg bei der Rallye Finnland 2014. Für den 20,50 Kilometer langen Teilabschnitt benötigte Latvala 10:22.1 Minuten.

 

Mit dieser Spitzenzeit verdrängte er seinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) auf den zweiten Platz – der Norweger hatte nur eine Sekunde Rückstand. Weltmeister Sébastien Ogier (#1) kämpfte weiter mit dem Nachteil, als erster Fahrer auf die Schotterpiste gehen zu müssen, und verlor als Fünftschnellster rund acht Sekunden auf Latvala.

 

In der Gesamtwertung fiel der Franzose auf den dritten Platz hinter Citroën-Pilot Kris Meeke zurück. Latvala liegt nach elf von 26 Wertungsprüfungen mit großem Vorsprung vor dem Briten an der Spitze. Großer Gewinner der WP 11 ist Mikkelsen, der sich in der Gesamtwertung vom sechsten auf den vierten Platz verbessern konnte.

 

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17:00 Uhr (MESZ)

Harte Arbeit hinterm Lenkrad.

Er hat es wieder mal geschafft: Mit einer Bestzeit auf der zehnten Wertungsprüfung (Päijälä 2) konnte Jari-Matti Latvala seine Führung bei der Rallye Finnland ausbauen. Der Vorsprung auf Teamkollege Sébastien Ogier beträgt nun knapp zwölf Sekunden. Séb hat als WM-Führender heute den Nachteil, dass er als Erster auf die Strecke fahren und den Job des „Straßenfegers“ übernehmen muss. Das viele lose Geröll erschwert das Fahren und kostet Zeit. Am morgigen Samstag ändert sich diese Situation, denn dann wird in umgekehrter Reihenfolge gestartet. Séb wird dann nach aktuellem Klassement als Vorletzter der WRC-Piloten starten, Latvala als Letzter.

Leicht hat es Latvala allerdings auch jetzt nicht, wie sein Kommentar zum Geschehen verriet: „Es war wirklich harte Arbeit, das Auto auf der Linie zu halten. Viel Konzentration ist gefragt.“

 

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16:00 Uhr (MESZ)

Eine Zehntelsekunde macht den Unterschied.

Noch knapper geht es nicht: Mit 0,1 Sekunden Vorsprung auf Kris Meeke (Citroën) hat Sébastien Ogier die Wertungsprüfung 9 (Pihlajakoski 2) gewonnen. Der Führende Jari-Matti Latvala kam als Drittschnellster mit einer halben Sekunde Abstand über die Linie. Die drei Spitzenreiter schenken sich nichts – und den Fans vor Ort wird ein toller Fight um die finnische Rallye-Krone geboten.

Jari-Matti Latvala war mit dem Resultat nicht ganz happy, wusste aber genau, wie er die kostbaren Zehntel eingebüßt hatte: „Séb macht einen guten Job. Ich habe auf dieser WP einen kleinen Fehler gemacht und sofort gemerkt: Das kostet uns die Bestzeit. Ein kleiner Ausrutscher reicht schon, wir werden jetzt vorsichtiger sein.“

 

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13:40 Uhr (MESZ)

Dreikampf an der Spitze verzeiht keine Fehler.

Nur durch 13,1 Sekunden getrennt gehen Latvala, Ogier und Meeke in die Mittagspause.

 

Die 250. Bestzeit für den Polo R WRC seit der Premiere in der Rallye-WM war für Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) das Sahnehäubchen. „Der Vormittag ist wirklich perfekt gelaufen“, sagte der Finne bei der Einfahrt in den 30-minütigen Mittagsservice. Latvala baute im Verlauf der ersten vier Wertungsprüfungen des Tages seinen Vorsprung auf Teamkollege Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) auf 8,4 Sekunden aus.


„Wir hatten allerdings auch einen big moment“, gab Latvala zu. „Gleich in der ersten WP heute Morgen hatte ich einen kleinen Fehler im Aufschrieb. Eine schnelle Linkskurve machte am Ende unerwartet zu, da war ich eindeutig zu schnell.“ Beim Ausflug durch den Straßengraben stand glücklicherweise nichts im Weg.


Die in diesem Jahr neuen Wertungsprüfungen, für die alle Topfahrer neue Aufschriebe erstellen mussten, sorgten allgemein für den einen oder anderen Schreckmoment. „Ich habe einiges an den Ansagen geändert“, berichtete Ogier. „Am Nachmittag sollte alles passen, dann kann ich Jari-Matti noch besser attackieren.“


Ogier hofft außerdem darauf, in der zweiten Runde über dieselben Wertungsprüfungen weniger durch seine Startposition benachteiligt zu sein. „Auf drei WPs war die Strecke noch feucht, da machte die Startposition keinen Unterschied“, erzählte der Franzose. „Nur auf der Kakaristo-Prüfung war der Nachteil durch den losen Schotter spürbar.“


Prompt fuhr hier Kris Meeke (Citroën) die Bestzeit, der als Siebter auf die Strecke gegangen war. Der Brite ist derzeit Dritter, nur 4,7 Sekunden hinter Ogier. „Neben Jari-Matti darf ich deswegen auch Kris nicht aus den Augen lassen“, hat sich Ogier für den Nachmittag vorgenommen.


Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) peilt weiterhin Rang vier an. Nach dem Überschlag von Juho Hänninen (Hyundai) ist aus dem Vierkampf von gestern allerdings ein Dreikampf geworden. Mikkelsen ist derzeit Fünfter, eingeklemmt zwischen Mikko Hirvonen (Ford) und Mads Østberg (Citroën).


„Ich habe heute Morgen eine Weile gebraucht, bis ich den richtigen Rhythmus gefunden hatte“, räumte Mikkelsen ein. Dabei blieb ein Teil des hinteren rechten Kotflügels auf der Strecke. „Ich bin einmal durch einen Graben gerauscht, zum Glück wurden dabei keine wichtigen Teile beschädigt. Erst die letzten beiden Prüfungen liefen richtig rund.“


Stand nach acht von 26 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 1:01:26.5 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 1:01:34.9 +8.4  
3 K. Meeke / P. Nagle 1:01:39.6 +13.1  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:02:05.6 +39.1  
5 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:02:16.8 +50.3  
6 M. Østberg / J. Andersson 1:02:17.6 +51.1  
7 H. Paddon / J. Kennard 1:02:57.1 +1:30.6  
8 T. Neuville / N. Gilsoul 1:02:59.4 +1:32.9  
9 E. Evans / D. Barritt 1:03:19.3 +1:52.8  
10 M. Prokop / J. Tománek 1:03:43.1 +2:16.6  

12:15 Uhr (MESZ)

Der Weltmeister macht Druck –

Latvala lässt nichts anbrennen.

Mit dem Messer zwischen den Zähnen versucht Sébastien Ogier, den Rückstand auf Spitzenreiter Jari-Matti Latvala zu verringern. Der Erfolg bleibt bislang allerdings überschaubar: Auf der achten Wertungsprüfung (Painaa 1) konnte Séb zwar die Bestzeit fahren, allerdings nur 0,9 Sekunden von Latvalas Vorsprung abknabbern. Der Abstand beträgt aktuell 8,4 Sekunden.

Dem Weltmeister macht das enge Duell mit seinem Teamkollegen sichtlich Spaß: „Ich komme jetzt besser mit den Bedingungen zurecht – mal sehen, was drin ist. Es war wirklich knapp mit Jari-Matti. Eine tolle Rallye bislang, ich liebe es“, lautete das zufriedene Fazit des Franzosen.

 

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11:20 Uhr (MESZ)

Eine ganz enge Kiste.

Ein packender Fight um die Führung ist entbrannt. Citroën-Pilot Kris Meeke war auf der siebten Wertungsprüfung (Kakaristo 1) nicht zu schlagen. Der Brite fuhr eine knappe Bestzeit vor Mikko Hirvonen (Ford) und Jari-Matti Latvala. Der Abstand auf den Zweitplatzierten Ogier beträgt unter vier Sekunden – Gas geben, Séb!

Latvala blieb cool, machte keinen Fehler und kam als Drittschnellster über die Linie. Der Finne im Polo R WRC baute seine Führung auf nun 9,5 Sekunden aus.

Erfreulich: Für Andreas Mikkelsen läuft es immer besser. Der Norweger fuhr die viertschnellste Zeit, nur drei Sekunden fehlten ihm auf Meeke. In der Gesamtwertung belegt das Volkswagen Duo Mikkelsen/Fløene Platz fünf.

 

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10:20 Uhr (MESZ)

Verfolgungsjagd auf Französisch.

Das Teamduell zwischen Jari-Matti Latvala und einem anstürmenden Sébastien Ogier spitzt sich zu: Die sechste Wertungsprüfung (Päijälä 1) ging erneut an Latvala, aber Teamkollege Ogier gab ebenfalls ordentlich Feuer und war auf dem mit 23,38 Kilometern zweitlängsten Abschnitt der Rallye nur vier Zehntel langsamer. Für Latvala geht es jetzt vor allem darum, dem Druck standzuhalten und keinen Fehler zu begehen.

Der Abstand im Gesamtklassement ist nun auf 6,1 Sekunden angewachsen – was immer noch ein Wimpernschlag ist, denn schon ein kleiner Fauxpas auf der Strecke kann alles ändern. Stark ist auch Citroën-Mann Kris Meeke: Der Brite fuhr die drittschnellste Zeit und belegt in der Gesamtwertung mit 14,2 Sekunden Rückstand Rang drei. Pech hatte dagegen Hyundai-Pilot Juho Hänninen: Der Finne hatte sich auf der WP überschlagen, musste dadurch einen herben Zeitverlust einstecken und fiel von Gesamtrang vier auf neun. Sein i20 WRC sieht jetzt nicht mehr ganz so taufrisch aus, kann seine Fahrt aber offenbar fortsetzen.

 

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09:10 Uhr (MESZ)

Starke Finnen und ein kämpfender Weltmeister.

Er nutzt seinen „Heimvorteil“ weiterhin knallhart aus: Jari-Matti Latvala setzte in der ersten Wertungsprüfung des heutigen Freitags (Pihlajakoski 1) erneut die Pace. Ein weiterer Finne kam mit dem 14,10 Kilometer langen Abschnitt ebenfalls sehr gut zurecht und landete nur 0,4 Sekunden hinter Latvalas Bestzeit: Juho Hänninen (Hyundai). Der Weltmeister Sébastien Ogier kämpfte und fuhr die drittschnellste Zeit. Im Gesamtklassement beträgt Ogiers Abstand auf den Führenden Latvala 5,7 Sekunden – der Tag könnte also ein spannendes Teamduell im Kampf um die Spitze mit sich bringen.

„Der Grip ist gut, mir fehlte nur etwas Vertrauen, um volles Risiko zu gehen. Hoffentlich verlieren wir nicht zu viel Zeit“, so Ogier bei der Einfahrt ins Ziel. Keine Sorge, Séb, die Rallye ist noch jung und alles ist drin!

 

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06:05 Uhr (MESZ)

Gelbe Häuser und die Doppel-Kuppel der Lollobrigida.

Spektakuläre Sprünge gibt es nicht nur bei der Rallye Finnland.

 

Früher hieß die Rallye Finnland „1000-Seen-Rallye“. Sie könnte aber auch heute noch den Namen „1000-Sprünge-Rallye“ tragen. Nirgendwo sonst sind die Autos so häufig in der Luft. Allein die Wertungsprüfung Ouninpohja enthält rund 170 Sprünge. 2013 war der Polo R WRC von Sébastien Ogier allein während dieser WP 77 Mal mit allen vier Rädern in der Luft (bei einigen Sprüngen mit nur zwei Rädern) – mit einer Flugzeit von insgesamt 30,4 Sekunden.


Ausgerechnet diese legendäre WP wird allerdings 2014 nicht mehr in der traditionellen Form gefahren. Weil die ursprünglich 33 Kilometer lange Strecke Durchschnittsgeschwindigkeiten jenseits der selbst auferlegten Grenze von 130 km/h zulässt, ist sie jetzt verkürzt auf die knapp über 20 Kilometer lange WP Kakaristo.


Dem Rotstift zum Opfer gefallen ist dabei leider der berühmteste aller Finnland-Sprünge, der nach einem an der Strecke stehenden, gelb angemalten Holzhaus benannte Yellow-House-Jump. 2003 katapultierte sich Markko Märtin im Ford Focus mit über 170 km/h exakt 57 Meter weit durch den mittelfinnischen Wald. Dieser Satz gilt als offizieller Weitsprungrekord innerhalb der Rallye-WM.


Offiziell deshalb, weil am Yellow-House-Jump die Sprungweite mit extra aufgestellten Distanzschildern nachvollziehbar gemessen wurde. Woanders wurde möglicherweise weiter gesprungen, aber nie exakt dokumentiert. So flog Armin Schwarz bei der Rallye Portugal 2000, damals im Škoda Octavia, über die legendäre Sprungkuppe der WP Fafe angeblich 73,5 Meter weit. Sogar für etwa 85 Meter soll Citroën-Pilot Sébastien Loeb 2010 bei der Rallye Türkei auf der WP Ballica den Bodenkontakt verloren haben.


Unabhängig von den erzielten Weiten übt die Rallye-Variante des Mächtigkeitsspringens auf der ganzen Welt eine beinahe magische Anziehungskraft auf Fans und Fahrer aus. So magisch, dass viele Kuppen eigene Namen erhalten haben. So kennt die Szene eine Stelle auf der WP Panzerplatte der Rallye Deutschland als „Gina“ – weil die Topografie der Doppel-Kuppe an die Oberweite von 50er-Jahre-Filmstar Gina Lollobrigida erinnert. Nach dem verstorbenen Ex-Weltmeister Colin McRae benannt ist „Colin’s Crest“. Rings um den 45-Meter-Satz der WP Vargåsen in Schweden ist inzwischen eine regelrechte Zuschauer-Arena entstanden.


Nicht die weitesten, dafür aber die höchsten Sprünge werden auf „Micky’s Jump“ verzeichnet. Die künstlich angelegte Kuppe im Verlauf der WP Monte Lerno auf der Mittelmeerinsel Sardinien hat der italienische WM-Lauf dem Landschaftsbau-Talent eines Försters namens Micky zu verdanken. Ebenfalls das Werk von Baggern ist die Highspeed-Kuppe „El Brinco“ auf der gleichnamigen WP der Rallye Mexiko.


Wie der Yellow-House-Jump ist auch der Dreifach-Sprung von Bunnings in West-Australien nicht mehr Teil der Weltmeisterschaft. Ein Magnet für die Fans nicht nur, weil die die Rallye-Autos wegen der Abfolge mehrerer Sprünge abenteuerliche Schräglagen in der Luft erreichten. Direkt anschließend lauerte außerdem eine tiefe Wasserdurchfahrt, die wegen der folgenden Kurve im vollen Drift genommen wurde – hier blieben sogar Werkspiloten gelegentlich stecken.


06:00 Uhr (MESZ)

Freitag: die Wertungsprüfungen der ersten Etappe.

Donnerstag, 31.07.2014


Die Rallye Finnland fordert Mensch und Material. Die Vorschau. Das Video.


Aktuelle Bilder (23)
22:09 Uhr (MESZ)

Stand nach vier von 26 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 29:17.9 0.0  
2 S. Ogier / J. Ingrassia 29:22.4 +4.5  
3 K. Meeke / P. Nagle 29:27.1 +9.2  
4 M. Hirvonen / J. Lehtinen 29:44.3 +26.4  
5 J. Hänninen / T. Tuominen 29:45.0 +27.1  
6 A. Mikkelsen / O. Fløene 29:45.1 +27.2  
7 M. Østberg / J. Andersson 29:48.8 +30.9  
8 T. Neuville / N. Gilsoul 29:56.7 +38.8  
9 R. Kubica / M. Szczepaniak 30:10.0 +52.1  
10 H. Paddon / J. Kennard 30:23.9 +1:06.0  

21:15 Uhr (MESZ)

6.712 Zehntelsekunden oder einfacher gesagt: elf Minuten, elf Sekunden und zwei Zehntelsekunden – in Zahlen: 11:11.2 Minuten. Das war die exakte Fahrzeit von Weltmeister Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) auf der dritten Wertungsprüfung der Rallye Finnland – und von Teamkollege Jari-Matti Latvala (#2). Bemerkenswert: Die beiden Volkswagen Piloten benötigten für die 23,47 Kilometer lange WP Lankamaa 2 exakt die selbe Zeit.

 

Die große Frage: Wer zählt denn nun als WP-Sieger? Die Antwort ist simpel: beide. Damit konnte Latvala bei den ersten vier von insgesamt 26 Wertungsprüfungen in seiner finnischen Heimat drei WP-Erfolge feiern, Ogier zwei. Für Volkswagen Motorsport ergibt sich daraus die kuriose Situation, nach vier Wertungsprüfungen bereits fünf Erfolge auf dem Konto zu haben.


20:55 Uhr (MESZ)

„Der Tag lief perfekt!“

 

Latvala führt nach der ersten Teiletappe vor Teamkollege Ogier.


Live-Übertragungen sind gelegentlich nichts für schwache Nerven. Jedenfalls hielten die vor dem Fernseher versammelten Ingenieure und Mechaniker von Volkswagen Motorsport kurz die Luft an, als Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) in die letzte Kurve der letzten Wertungsprüfung am Donnerstagabend stach. Der Finne bezog gnadenlos einen Strohballen in seine Ideallinie mit ein – und preschte mit abenteuerlich abstehendem Kotflügel durch das Ziel wenige Meter später. „Alles halb so wild“, versicherte Latvala, kaum hatte er den Helm abgenommen und immer noch live im finnischen Fernsehen. „Es hat keine wichtigen Teile getroffen.“ Tatsächlich erreichte der Polo R WRC #2 ohne Probleme den abschließenden Service.

 

Mehr getroffen hat Latvala schon eher der Zeitverlust von 0,8 Sekunden im Vergleich zu Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) in dieser Prüfung. Die beiden Teamkollegen kämpfen an der Spitze der Rallye Finnland nämlich um jede einzelne Zehntelsekunde. Am Donnerstag überließen sie nicht eine WP-Bestzeit einem Konkurrenten, den Sieg in der dritten WP teilten sich beide sogar exakt zeitgleich. Mit einem knappen Vorsprung von 4,5 Sekunden auf Ogier geht Latvala in die Übernachtungspause. Nur Kris Meeke (Citroën) auf Rang drei kann mit 9,2 Sekunden Rückstand noch halbwegs den Anschluss halten.

 

„Der Tag lief perfekt“, bestätigte Latvala. „Ich habe die Fahrwerksabstimmung im Vergleich zu den vergangenen Rallyes deutlich verändert. Das Fahrverhalten meines Autos passt jetzt besser zu meinem Fahrstil.“ Zwei kleine Fehler gab er trotzdem zu. „Den Strohballen hatte ich nicht im Aufschrieb stehen, der hat mich überrascht. Und gleich in der ersten WP war ich einmal ein wenig neben der Piste.“

 

Zufrieden zeigte sich auch Sébastien Ogier nach dem Ende der kurzen Auftaktetappe. „Die ersten beiden Prüfungen habe ich ein wenig verschlafen“, gab der Weltmeister dennoch zu. „Danach habe ich stärker attackiert und den Rückstand zu Jari-Matti etwas verringert.“ Ausnahmsweise kein Nachteil war die Startposition eins für den Tabellenführer. „Durch den Regen war die Piste so nass, dass ich keine Probleme mit losem Schotter hatte. Allerdings war ich an einigen Stellen der Erste, der von großen Pfützen überrascht wurde.“

 

Neue Erkenntnisse verschafften die Regenschauer auch Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9). „Interessanterweise hast du auf nassem Schotter häufig besseren Grip als auf trockenem. Man muss sich manchmal regelrecht überwinden, darauf zu vertrauen“, erzählte der Norweger, der nach vier Wertungsprüfungen auf Rang sechs geführt wird. Mikkelsen ist in einen packenden Vierkampf mit Mikko Hirvonen (Ford), Juho Hänninen (Hyundai) und Mads Østberg (Citroën) verstrickt. 

 

Mit dem Rückstand von 27,2 Sekunden auf Teamkollege Latvala war Mikkelsen nicht so ganz glücklich. „Ich hatte gehofft, dichter an der Spitze dran zu sein.“ Aber aufgeben gilt noch lange nicht. „Die Rallye ist noch lang. Ich lasse für den Freitag ein paar Kleinigkeiten an der Fahrwerksabstimmung ändern, dann sollte es noch besser laufen.“


20:15 Uhr (MESZ)

Mit der vierten Bestzeit in den Feierabend.

 

Zum Abschluss des Donnerstags bei der Rallye Finnland haben Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2) noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Auf der 2,20 Kilometer kurzen vierten Wertungsprüfung Harju 1 waren die Volkswagen Piloten erneut nicht zu schlagen: Weltmeister Ogier gewann in 1:46.1 Minuten knapp vor Latvala (+0,8 Sekunden).

 

In der Gesamtwertung liegt der Finne bei seinem Heimspiel mit einer Zeit von 29:17.9 Minuten allerdings knapp vor seinem französischen Teamkollegen (+4,5 Sekunden). Auf dem dritten Platz folgt Citroën-Pilot Kris Meeke (+9,2 Sekunden). Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 belegt nach vier von 26 Wertungsprüfungen Rang sechs.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


19:04 Uhr (MESZ)

Auf die Zehntelsekunde gleich schnell.


Das muss ihnen erst einmal jemand nachmachen: Die beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2) haben auf der dritten Wertungsprüfung Lankamaa 2 exakt die gleiche Zeit abgeliefert. Für das 23,47 Kilometer lange Teilstück benötigten die Teamkollegen jeweils 11:11.2 Minuten – und waren damit auch erneut schneller als die gesamte Konkurrenz.

 

Kris Meeke (Citroën) folgte mit einem Rückstand von 1,2 Sekunden auf dem dritten Rang vor Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9, der für die WP 3 der Rallye Finnland 11:18.2 Minuten benötigte. In der Gesamtwertung bleibt es damit bei einer Doppelführung für Volkswagen Motorsport: Latvala (27:55.4 Minuten) liegt bei seinem Heimspiel 5,3 Sekunden vor Weltmeister Ogier. Mikkelsen belegt den sechsten Rang. 


17:00 Uhr (MESZ)

Doppelführung für Volkswagen:

Finnland knapp vor Frankreich.

Nach der zweiten Wertungsprüfung (Jouhtikylä) übernimmt Volkswagen die Doppelführung im Gesamtklassement: Jari-Matti Latvala, der nicht zu schlagen war und eine weitere Bestzeit fuhr, liegt nun 5,3 Sekunden vor seinem Teamkollegen Sébastien Ogier.

„Ein guter Start in die Rallye für uns“, erklärte ein entspannter Latvala im Ziel, und ergänzte: „Der Grip ist im Moment sehr gut. Es gab nur eine rutschige Stelle beim Anbremsen, das war aber kein Problem.“

Weltmeister Sébastien Ogier, der als Erster auf die Strecke gehen musste, hatte offenbar etwas mehr zu kämpfen, um seinen Polo R WRC über die durchnässten Schotterwege zu zirkeln: Es war sehr rutschig, es lagen viele lose Steine auf der Strecke. Ich habe einen kleinen Fahrfehler gemacht, aber bislang ist alles okay“, berichtete der Franzose.

Andreas Mikkelsen versucht im dritten Polo R WRC unterdessen, möglichst geringes Risiko zu gehen. „Wir waren jetzt wohl etwas zu vorsichtig, aber ich denke einfach von WP zu WP“, so der Norweger, der momentan auf Gesamtrang sechs liegt.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


16:00 Uhr (MESZ)

Jari-Matti setzt ein erstes

Ausrufezeichen im Heimspiel.

Finnland ist sein Territorium – das stellte Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala gleich auf der ersten Wertungsprüfung (Lankamaa 1) eindrucksvoll unter Beweis: Bestzeit vor Kris Meeke (Citroën) und Weltmeister Sébastien Ogier. Andreas Mikkelsen kam als Siebtschnellster mit 13,2 Sekunden Rückstand über die Linie. Der mit 23,47 Kilometern längste WP-Abschnitt der diesjährigen Rallye Finnland wird am heutigen Abend ein zweites Mal gefahren.

Regen und Gewitter mit stürmischem Wind in der Rallye-Region Jyväskylä machen den Piloten zu schaffen – das bedeutet: akute Rutsch-Gefahr auf den aufgeweichten Schotterpisten. Jetzt bloß nicht zu viel riskieren …

 

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11:50 Uhr (MESZ)

Latvala setzt die Pace.

Ogier verzichtet auf Zeitenjagd und schont die Reifen.


Für Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) begann sein Heimspiel optimal. Beim Shakedown, dem freien Training vor dem Start der Rallye Finnland, fuhr er die schnellste Zeit. Mit 2.26,1 Minuten war er 0,6 Sekunden schneller als Mads Østberg (Citroën). „Der Regen der letzten Tage hat die Strecke ziemlich aufgeweicht“, sagte der Finne. „Bei diesen Verhältnissen kommt es sehr auf die Motorleistung an.“


Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) gönnte sich als einziger der Volkswagen Piloten drei Runden über die 4,04 Kilometer lange Shakedown-Prüfung am Stadtrand von Jyväskylä. Der Norweger erzielte im dritten Anlauf die drittschnellste Zeit (2.27,0 Minuten). Dabei hatte er einen ungewohnten Beifahrer an Bord – Michelin-Renndirektor Pascal Couasnon erlebte aus nächster Nähe, was seine Reifen auf einer Schotter-Prüfung aushalten müssen.


Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) ließ es im Shakedown vergleichsweise langsam angehen und begnügte sich mit der zehntschnellsten Zeit. Für den Weltmeister stand wieder einmal das Schonen der Reifen im Mittelpunkt. Inklusive der im Shakedown verwendeten Reifen stehen den Piloten für die gesamte Rallye nur 24 Reifen zur Verfügung.


Am Donnerstagabend muss Ogier als aktueller Tabellenführer zunächst als Erster auf die Strecke. „Durch den Regen ist meine Startposition kein so großer Nachteil, wie es bei trockenen Bedingungen der Fall gewesen wäre“, sagte der Franzose. Der Vorjahressieger nimmt seine Favoritenrolle gelassen. „Ich spüre dadurch keinen besonderen Druck.“


10:00 Uhr (MESZ)

Donnerstag: die Wertungsprüfungen des ersten Tages.

Vorberichte


Freitag, 25.07.2014


„Ich freue mich auf mein Heimspiel.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Für jemanden, der nicht aus Nordeuropa stammt, ist es immer schwierig, die Rallye Finnland zu gewinnen – das hat die Historie dieses Events gezeigt. Ich habe dort in der vergangenen Saison gewonnen, was mich besonders stolz gemacht hat. Das war ein großer Moment in meiner Karriere. Ich liebe es, in Finnland zu fahren – vor allem mit dem Polo R WRC. Mit einem einzigen Triumph auf finnischem Boden bin ich aber noch nicht zufrieden – ich will mehr!“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Ich freue mich auf mein Heimspiel bei der Rallye Finnland. Die Prüfungen sind sehr schnell – das liegt mir. Die vielen Sprünge und Kuppen sind die wohl größten Herausforderungen. Es ist dabei sehr wichtig, die richtige Linie zu treffen, um optimal abzuheben und dann auch an der richtigen Stelle zu landen. Das gilt im Übrigen auch für die vielen schnellen Kurven ohne Kuppen. Meine Lieblingsprüfung an diesem Wochenende wird ‚Mökkiperä‘ am Sonntag sein. Die sind wir seit vier Jahren nicht mehr gefahren. Dort geht es mit Vollgas mit bis zu 195 km/h bergauf und bergab. Das geht manchmal schon ziemlich auf den Magen. Nachdem ich im Vorjahr in Finnland einige Rückschläge zu verkraften hatte, will ich dieses Jahr natürlich wieder angreifen und im Idealfall auch meinen Teamkollegen Sébastien Ogier schlagen.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Ich erwarte, dass Finnland für mich eine etwas schwierigere Rallye wird als die Rallye Polen, die für fast alle Teilnehmer Neuland war. Die meisten Fahrer, die in Finnland antreten, haben bereits viel Erfahrung mit dieser Veranstaltung. Erfahrung und Selbstvertrauen sind dort sehr wichtig, um schnell zu sein. Der Aufschrieb und die Kommunikation mit dem Beifahrer muss perfekt sein. Denn die Rallye Finnland verzeiht keine Fehler. Und die Arbeit mit meinem Beifahrer Ola Fløene läuft perfekt. Er hat bei der Rallye Italien auf Sardinien zum ersten Mal mit mir im Polo R WRC gesessen, und trotzdem hat unsere Zusammenarbeit sofort wieder perfekt geklappt. Daher freue ich mich auf die Rallye Finnland und gehe zuversichtlich an den Start. Am Ende erneut auf dem Podium zu stehen, wäre eine tolle Sache.“


Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Mit der runderneuerten Rallye Finnland geht die Sommerpause in der WM zu Ende.

Es gehört zu den Besonderheiten der Rallye-WM, dass sich erste und zweite Halbzeit stark voneinander unterscheiden. Wurde vor der Sommerpause auf Schnee und Eis sowie vor allem auf hartem Schotter gefahren, stehen bis zum Saisonende noch drei Mal Asphalt (in Deutschland, Frankreich und Spanien zur Hälfte) sowie vergleichsweise sanfte  Schotterwege (in Finnland, Australien, wiederum Spanien und Großbritannien) auf dem Programm.


Den Auftakt bildet am kommenden Wochenende die Rallye Finnland. Sie kämpft mit der neu in den Kalender aufgenommenen Rallye Polen um den Rang des schnellsten WM-Laufs 2014. Nicht umsonst gilt die frühere „1000-Seen-Rallye“ unter den Einheimischen als „Großer Preis von Finnland“.


Vorjahressieger Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) ist wie die meisten seiner Kollegen großer Fan der Hochgeschwindigkeitspisten in den Wäldern rund um das finnische Rallye-Mekka Jyväskylä. „Die sanft geschwungenen Kurven und die unzähligen Sprungkuppen sind ein Riesenspaß“, sagt der Franzose zur „Formel 1 im Wald“. Wären die Getriebe nicht für alle anderen Rallyes des Jahres vergleichsweise kurz übersetzt, würden die World Rally Cars an vielen Stellen sicher noch mehr als knapp 200 km/h erreichen – mehr lässt allerdings der Drehzahlbegrenzer nicht zu.


Wie WM-Spitzenreiter Ogier hat auch Teamkollege Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) die Rallye Finnland schon einmal gewonnen. 2010 war der aktuelle Tabellenzweite jüngster Sieger aller Zeiten bei seiner Heimrallye. Latvala hat großen Respekt vor den unzähligen Sprüngen, einer weiteren Spezialität der Rallye Finnland. „Wenn du 50 Meter weit fliegst, musst du dir schon vor dem Abheben Gedanken über die Landung machen“, beschreibt er. „Ein Rallyeauto lässt sich in der Luft nun mal nicht lenken.“


An seine großartige Form vor der Sommerpause will Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) anknüpfen. Der Norweger kam in Polen auf Rang zwei hinter Ogier ins Ziel und komplettiert die momentane Dreifach-Führung der Volkswagen Piloten in der WM-Tabelle.


Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren dauert die Rallye Finnland jetzt einen Tag länger und endet – wie alle anderen WM-Läufe auch – am Sonntag. Bei den Wertungsprüfungen hat sich ebenfalls einiges getan, nur drei sind im Vergleich zu 2013 unverändert. So ist die legendäre WP Ouninpohja, auf der Sébastien Ogier auf dem Weg zum Sieg im Vorjahr mit knapp 131 km/h einen neuen Rekord aufstellte, jetzt zweigeteilt. Zum ersten Mal seit 1998 wird außerdem wieder eine WP in den Straßen von Jyväskylä gefahren. Zwischen Start am Donnerstag und Ziel am Sonntag (jeweils 15:00 Uhr Ortszeit) liegen 26 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 361 Kilometer.


Montag, 21.07.2014



„Für Autos hat er sich schon immer begeistert.“

Ola Fløenes Schwester Julie über ihren Bruder.

 

Ola Fløene ist erst seit der diesjährigen Rallye Italien Teil des Volkswagen Motorsport Teams. Der Co-Pilot von Andreas Mikkelsen ersetzte ab Mai dessen bisherigen Beifahrer Mikko Markkula. Höchste Zeit, den Norweger etwas genauer vorzustellen. Im Interview spricht Olas Schwester Julie, die auf dem Foto zusammen mit Söhnchen Mikkel und ihrem Bruder posiert, über den Menschen Ola Fløene, gemeinsame Kindheitserlebnisse und Olas Weg in den Rallye-Sport.
 
Was ist das Besondere an Ola?
Generell würde ich ihn als sehr ruhigen und ausgeglichenen Menschen beschreiben. Was ihn ausmacht, ist natürlich seine ausgeprägte Autoleidenschaft. Für Autos hat er sich seit seiner frühesten Kindheit begeistert. Das ging schon los, als er gerade einmal ein Jahr alt war. Ich erinnere mich an eine Situation, als er deswegen mal Ärger in der Schule bekommen hatte. Ein Lehrer hatte sich darüber beschwert, dass Ola abgelenkt war, weil er sich mehr für die vorbeifahrenden Autos als für den Unterricht interessiert hatte.

Wann gab es den ersten „richtigen“ Kontakt mit einem Auto?
Ich glaube, er war etwa acht Jahre alt, als er zum ersten Mal im Auto unseres Vaters selbst ans Steuer durfte. Das war auch ungefähr das Alter, in dem er mit Motocross anfing.

Wie kam der Wechsel zum Rallye-Sport zustande?
Wenn man professionell Motocross fahren will, kann das ganz schön ins Geld gehen. Ola hatte nicht so viel davon, und als er etwa 19 Jahre alt war, ergab sich für ihn die Gelegenheit, sich als Beifahrer im Rallye-Auto zu probieren. Ein Freund hatte ihn gefragt, ob er Interesse hätte, und Ola war Feuer und Flamme.

Warum wollte er denn nicht selbst ans Steuer?
Diese Frage habe ich ihm damals auch gestellt. Als er jünger war, wollte er natürlich gerne selbst fahren, aber die Tätigkeit als Co-Pilot hat ihm wohl so großen Spaß gemacht, dass er recht schnell gewusst hat: Das ist genau mein Ding.

Was war das schönste gemeinsame Erlebnis mit Ihrem Bruder, an das Sie sich erinnern können?
Als Kinder haben wir gerne zusammen Ausflüge in die Berge gemacht. Wir sind auf Bäume geklettert, haben in Flüssen gebadet – einfach alles, wozu wir gerade Lust hatten. Das war immer eine schöne Zeit.

Wie war Ihr Bruder denn als Kind so drauf?
Er war schon immer sehr sportlich, hatte Talent und Interesse für alle möglichen Sportarten: Fußball, Ski fahren und so weiter. Besonders angetan war er vom Radfahren, er hat sogar an Meisterschaften teilgenommen und als Zwölfjähriger ein Rennen gewonnen. Er war schon immer ein Geschwindigkeits-Fanatiker. Abfahrtslauf fand er zum Beispiel super, aber Skilanglauf hat er gehasst wie die Pest – es war ihm einfach zu langsam.

Wie oft sehen Sie sich heutzutage, und was machen Sie dann am liebsten zusammen?
Wir sehen uns leider nicht mehr so oft, weil er ja immer viel unterwegs ist. Wenn wir uns mal treffen, sitzen wir eigentlich am liebsten bei einer Tasse Kaffee zusammen und unterhalten uns.

Hätten Sie den Job gerne mit ihm getauscht?
Ehrlich gesagt: Ich habe es sogar ein paar Mal probiert und bin selbst als Co-Pilotin mitgefahren. Es hat Spaß gemacht, aber die Faszination war bei mir nicht so groß, dass ich das beruflich machen würde. Das war Olas Traum, und den hat er verwirklicht. Das ist auch gut so.

Apropos Traum: Gibt es etwas in Olas Leben, das er sich schon immer gewünscht hat?
Auf jeden Fall: Rallye-Weltmeister zu werden. Dieser Traum ist bislang noch nicht in Erfüllung gegangen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.


Streckenprofil

Formel 1 im Wald

Mit 200 Sachen beim „Großen Preis von Finnland“.

Durch die vielen Hügel und Sprünge ist die Rallye wie eine zweieinhalbtägige Achterbahnfahrt im Grenzbereich.

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Backstage

Flieg, kleiner Polo, flieg!

Sprünge über mehr als 50 Meter.

Nicht nur im Rallye-Sport wird weit gesprungen, auch in der Tierwelt gibt es Weitsprung-Experten.

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