Rallye Deutschland 2014.

 

Gemischte Gefühle beim Heimspiel.

 

Es war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen für Volkswagen Motorsport: Die Rallye Deutschland endete für das Team mit einer Vorentscheidung der WM, aber leider waren während der Rallye auch zwei Ausfälle zu beklagen, so dass ein ein dritter Platz das beste Resultat beim Heimspiel in den Weinbergen rund um die Region Trier war.

 

Weltmeister Sébastien Ogier und Co-Pilot Julien Ingrassia mussten bereits am Samstag aufgeben, nachdem sie in Führung liegend von der Strecke gerutscht waren, das zweite Team Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila erwischte es am finalen Rallye-Sonntag, als ein Abflug in einer langgezogenen Linkskurve den schon sicher geglaubten Sieg kostete. Dennoch freute sich die Mannschaft, dass Andreas Mikkelsen und Ola Fløene mit Rang drei ihr erstes Podiumsresultat nach Hause fuhren. Die Rallye endete mit einem Doppelsieg für Hyundai Motorsport, Thierry Neuville gewann vor Dani Sordo.

 

Da auch der direkte Verfolger Citroën Pech hatte, fiel bereits eine Vorentscheidung in der Fahrer-Weltmeisterschaft bereits an diesem Wochenende: Nach der Rallye Deutschland steht fest: Einer der drei Volkswagen Fahrer Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen wird die Fahrer-Weltmeisterschaft für sich entscheiden. Vor den verbleibenden vier Rallyes in Australien, Frankreich, Spanien und Großbritannien hat Sébastien Ogier bei 112 noch zu vergebenen WM-Punkten einen Vorsprung von 113 Zählern auf den viertplatzierten Citroën-Fahrer Mads Østberg (N). Die Beifahrer von Ogier und Latvala, Julien Ingrassia und Miikka Anttila machen den Beifahrer-Titel unter sich aus, da Ola Fløene erst im Laufe der Saison den Platz neben Andreas Mikkelsen eingenommen hatte.

 

Obwohl die Vorentscheidung in der Hersteller-Wertung in Deutschland vertagt wurde, steht Volkswagen bei der Rallye Australien vor dem Gewinn des Titels. Sollte Volkswagen 129 von den nun 167 Punkten Vorsprung verteidigen, stünde der zweite WM-Gewinn in Folge fest. Dazu reicht beispielsweise ein siebter Platz von Ogier oder Latvala im Falle eines Doppelsieges von Konkurrent Citroën.

Sébastien Ogier: „Dieses Wochenende ist für uns definitiv eines zum Vergessen. Es ist wie eine exakte Wiederholung des Vorjahres und die alleinige Verantwortung liegt bei uns Fahrern. Für Jari-Matti Latvala und Mikka Anttila ist die Enttäuschung natürlich doppelt groß und nach meinem Aus einen Tag zuvor kann ich mir vorstellen, wie die beiden sich fühlen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir mit Volkswagen eine fantastische Serie von zwölf Siegen hintereinander als Team eingefahren haben – darauf können wir alle stolz sein. Für mich zählt nur der Blick nach vorne. Bei der Rallye Australien haben wir erneut die Chance, für Volkswagen den Herstellertitel zu sichern und den Vorsprung in der Fahrer-WM auszubauen. ‚Down under‘ werden wir unseren Kampfgeist beweisen.“

 

Jari-Matti Latvala: „Der Sieg war zum Greifen nah – dass wir so unglücklich ausgeschieden sind, tut mir unendlich leid, speziell für das Team. Ich hätte ihm diesen Erfolg gerne geschenkt, aber leider ist mir ein folgenschwerer Fehler passiert. Die Bedingungen waren heute extrem schwierig – trockene und rutschige Abschnitte wechselten sich ständig ab. In einer langgezogenen Linkskurve, in der die Strecke einen trockenen Eindruck machte, war es glatter als gedacht. Am Kurvenausgang kam das Auto quer und wir rutschten in den Weinberg. Da wir bergauf nicht zurück konnten, versuchte ich, bergab wieder auf die Fahrbahn zu kommen. Leider trafen wir dabei ein massives Geländer und mussten aufgeben. Mir bleibt nichts anderes übrig, als bei den nächsten Rallyes weiter zu versuchen, auf ihn aufzuholen, und gleichzeitig mitzuhelfen, dass Volkswagen in Australien vorzeitig den Hersteller-Titel gewinnt.“

 

Andreas Mikkelsen: „Die Bedingungen bei der Rallye Deutschland waren extrem schwierig. An allen drei Tagen hat das Wetter die Regie übernommen und schon gestern für extrem rutschige Bedingungen gesorgt. Am Sonntag war es sogar noch schwieriger und jeder der Top-Fahrer hatte in der ersten WP des Tages irgendeinen haarigen Moment zu überstehen. Leider war für meinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala in so einem Moment früh Schluss. Schade, denn das Team hätte einen Heimerfolg mehr als verdient gehabt und hat wie immer alles für den Sieg gegeben. Ich hoffe, dass mein dritter Platz wenigstens ein kleiner Trost ist. Ich freue mich über mein erstes Rallye-WM-Podium auf Asphalt.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport Direktor: „Natürlich sind wir enttäuscht. Wir waren dem Heimsieg so nah, doch ein kleiner Fehler hatte große Wirkung. Leider konnte Jari-Matti Latvala seine feine Leistung und seine Dominanz nicht in den Sieg ummünzen. Doch Ausrutscher passieren im Rallye-Sport und gehören dazu – das ist menschlich. Aber nach einer Rekordserie von zwölf Siegen in Folge kann eine Rallye auch einmal misslingen. Und es scheint, als hätten wir in Deutschland nicht das Glück der Tüchtigen. Wir gewinnen als Team gemeinsam und verlieren gemeinsam. Heute haben wir mit Jari-Matti zusammen einen möglichen Sieg verloren. Und wir haben mit Andreas Mikkelsen einen Podestplatz gewonnen. Glückwunsch an Thierry Neuville und Hyundai zum ersten Sieg in der Rallye-WM!“


Die Rallye Deutschland bleibt ein schwieriges Pflaster für die Volkswagen Piloten. Das Video.


Rallye Deutschland 2014: Endstand

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 T. Neuville / N. Gilsoul 3:07:20.2 0.0  
2 D. Sordo / M. Marti 3:08:00.9 +40.7  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 3:08:18.2 +58.0  
4 E. Evans / D. Barritt 3:08:23.8 +1:03.6  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:08:30.7 +1:10.5  
6 M. Østberg / J. Andersson 3:08:42.9 +1:22.7  
7 M. Prokop / J. Tománek 3:12:13.0 +4:52.8  
8 D. Kuipers / R. Buysmans 3:16:38.3 +9:18.1  
9 P. Tidemand / E. Axelsson (WRC2) 3:18:55.6 +11:35.4  
10 O. Tänak / R. Molder (WRC2) 3:18:57.4 +11:37.2  

Impressionen.


Die Rallye im Detail

Sie wollen es ganz genau wissen? Bitte schön, hier finden Sie den detaillierten Rückblick. Erleben Sie die Berichterstattung über die Rallye Deutschland des Jahres 2014 noch einmal hautnah: Wertungsprüfung für Wertungsprüfung – Tag für Tag.

 

Klicken Sie sich durch die Bildergalerien des jeweiligen Tages und genießen Sie die Videos der jeweiligen Etappe. Komplettiert wird das Ganze durch die komplette Vorberichterstattung mit allen Berichten und Interviews. Viel Spass beim Stöbern!

 

Hier finden Sie die Ergebnisse, Platzierungen und Zeiten von jeder Wertungsprüfung.

Sonntag, 24.08.2014


Déjà-vu in den Weinbergen.
Die Rallye Deutschland bleibt ein schwieriges Pflaster für die Volkswagen Piloten: zwei Ausfälle und ein dritter Platz.


Aktuelle Bilder (12)
16:00 Uhr (MESZ)


15:30 Uhr (MESZ)

WM-Vorentscheidung: Fahrer- und Beifahrertitel gehen erneut an Volkswagen.


Australien, Frankreich, Spanien und Großbritannien – vier spannende Rallyes stehen den WRC-Piloten noch bevor. Im Kampf um den WM-Titel können aber nur noch drei Fahrer eingreifen: Titelverteidiger Sébastien Ogier (Polo R WRC #1), Vize-Weltmeister Jari-Matti Latvala (#2) und Andreas Mikkelsen (#9). Die drei Volkswagen Piloten führen die Fahrerwertung mit deutlichem Vorsprung an. Die besten Karten auf den WM-Sieg hat Titelverteidiger Ogier, der mit 187 Punkten 44 Zähler Vorsprung auf Latvala (143) hat. Mikkelsen (110) kann sich dank seines starken dritten Platzes bei der Rallye Deutschland bei 77 Punkten Rückstand auf Ogier zumindest noch theoretische Hoffnungen machen.

 

Auf Rang vier folgt der erste Rallye-Pilot, der nicht im Polo R WRC unterwegs ist. Mads Østberg (Citroën) steht bei 74 WM-Punkten, könnte bei der theoretisch möglichen Maximalausbeute von viermal 28 Zählern (112) bei den letzten vier Rallyes aber nur noch auf 186 Punkte kommen – einen weniger, als Ogier jetzt bereits hat. 


Vertagt wurde hingegen die Entscheidung in der Hersteller-Meisterschaft: Volkswagen Motorsport konnte durch die Ausfälle von Ogier und Latvala bei der Rallye Deutschland keine Punkte sammeln und bleibt bei 305. Citroën auf Rang zwei steht bei 138 Zählern und könnte durch vier Doppelsiege hintereinander noch viermal 43, also 172 Punkte, dazubekommen und mit dann 310 Zählern an Volkswagen Motorsport vorbeiziehen.

 

Voraussetzung dafür wäre aber auch, dass Ogier und Latvala zusammen nur noch maximal vier Punkte holen. Ein siebter Platz von Ogier oder Latvala in Australien würde Volkswagen Motorsport demnach schon zur sicheren Titelverteidigung reichen.


15:15 Uhr (MESZ)

„Ich hoffe, mein dritter Platz ist ein kleiner Trost.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Dieses Wochenende ist für uns definitiv eines zum Vergessen. Es ist wie eine exakte Wiederholung des Vorjahres und die alleinige Verantwortung liegt bei uns Fahrern. Für Jari-Matti Latvala und Mikka Anttila ist die Enttäuschung natürlich doppelt groß und nach meinem Aus einen Tag zuvor kann ich mir vorstellen, wie die beiden sich fühlen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir mit Volkswagen eine fantastische Serie von zwölf Siegen hintereinander als Team eingefahren haben – darauf können wir alle stolz sein. Für mich zählt nur der Blick nach vorne. Bei der Rallye Australien haben wir erneut die Chance, für Volkswagen den Herstellertitel zu sichern und den Vorsprung in der Fahrer-WM auszubauen. ‚Down under‘ werden wir unseren Kampfgeist beweisen.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2

„Der Sieg war zum Greifen nah – dass wir so unglücklich ausgeschieden sind, tut mir unendlich leid, speziell für das Team. Ich hätte ihm diesen Erfolg gerne geschenkt, aber leider ist mir ein folgenschwerer Fehler passiert. Die Bedingungen waren heute extrem schwierig – trockene und rutschige Abschnitte wechselten sich ständig ab. In einer langgezogenen Linkskurve, in der die Strecke einen trockenen Eindruck machte, war es glatter als gedacht. Am Kurvenausgang kam das Auto quer und wir rutschten in den Weinberg. Da wir bergauf nicht zurück konnten, versuchte ich, bergab wieder auf die Fahrbahn zu kommen. Leider trafen wir dabei ein massives Geländer und mussten aufgeben. Für die Meisterschaft bedeutet es, dass der Abstand zu Sébastien gleich geblieben ist. Mir bleibt nichts anderes übrig, als bei den nächsten Rallyes weiter zu versuchen, auf ihn aufzuholen, und gleichzeitig mitzuhelfen, dass Volkswagen in Australien vorzeitig den Hersteller-Titel gewinnt.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9

„Die Bedingungen bei der Rallye Deutschland waren extrem schwierig. An allen drei Tagen hat das Wetter die Regie übernommen und schon gestern für extrem rutschige Bedingungen gesorgt. Am Sonntag war es sogar noch schwieriger und jeder der Top-Fahrer hatte in der ersten WP des Tages irgendeinen haarigen Moment zu überstehen. Leider war für meinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala in so einem Moment früh Schluss. Schade, denn das Team hätte einen Heimerfolg mehr als verdient gehabt und hat wie immer alles für den Sieg gegeben. Ich hoffe, dass mein dritter Platz wenigstens ein kleiner Trost ist. Ich freue mich über mein erstes Rallye-WM-Podium auf Asphalt.“

 

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor

„Natürlich sind wir enttäuscht. Wir waren dem Heimsieg so nah, doch ein kleiner Fehler hatte große Wirkung. Leider konnte Jari-Matti Latvala seine feine Leistung und seine Dominanz nicht in den Sieg ummünzen. Doch Ausrutscher passieren im Rallye-Sport und gehören dazu – das ist menschlich. Aber nach einer Rekordserie von zwölf Siegen in Folge kann eine Rallye auch einmal misslingen. Und es scheint, als hätten wir in Deutschland nicht das Glück der Tüchtigen. Wir gewinnen als Team gemeinsam und verlieren gemeinsam. Heute haben wir mit Jari-Matti zusammen einen möglichen Sieg verloren. Und wir haben mit Andreas Mikkelsen einen Podestplatz gewonnen. Glückwunsch an Thierry Neuville und Hyundai zum ersten Sieg in der Rallye-WM!“


12:55 Uhr (MESZ)

Andreas Mikkelsen sichert sich den dritten Platz bei der Rallye Deutschland.


Herzlichen Glückwunsch an Andreas Mikkelsen: Zum dritten Mal in dieser Saison ist der Volkswagen Pilot im Polo R WRC #9 aufs Podium gefahren. Auf der 18. und letzten Wertungsprüfung der Rallye Deutschland ging der Norweger kein Risiko mehr ein und verteidigte seinen dritten Rang in der Gesamtwertung hinter Sieger Thierry Neuville (Hyundai) und dessen Teamkollegen Dani Sordo.

 

Auf der abschließenden 19,27 Kilometer langen Power Stage Grafschaft 2 schnappte sich der Waliser Elfyn Evans (Ford) als Schnellster die drei Extrapunkte für die Fahrerwertung. Zwei weitere Zähler gehen an Neuville, Mikko Hirvonen (Ford) wurde Dritter und erhält einen Zusatzpunkt.

 

Die beiden Volkswagen Piloten Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2) waren bei der Power Stage aufgrund von Ausfällen nicht mehr am Start.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


12:50 Uhr (MESZ)

Vom Nachwuchsfahrer zum Punktesammler: Bereits seit 2006 ist Andreas Mikkelsen im Rallye-Sport aktiv. 2008 holte der heute 25-Jährige als Teenager seine ersten Punkte. Und in diesem Jahr ist der Norweger erstmals dreistellig unterwegs. Nach den 50 WM-Punkten in seinem ersten Jahr bei Volkswagen Motorsport steht die Saison 2014 schon jetzt als die erfolgreichste in der jungen WRC-Karriere von Mikkelsen fest.

 

Erstmals stand Mikkelsen (Polo R WRC #9) in dieser Saison bei der Rallye Schweden auf dem Podest, als er Zweiter wurde. Diesen Erfolg konnte er in Polen schließlich wiederholen. Und nun, bei der Rallye Deutschland, schaffte es der Norweger zum dritten Mal in dieser Saison aufs Treppchen. Durch den dritten Platz beim Volkswagen Heimspiel kommt Mikkelsen inzwischen auf 110 WM-Punkte. Damit hat er Rang drei in der Fahrerwertung hinter Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2) gefestigt.


Stand nach 18 von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 T. Neuville / N. Gilsoul 3:07:20.2 0.0  
2 D. Sordo / M. Marti 3:08:00.9 +40.7  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 3:08:18.2 +58.0  
4 E. Evans / D. Barritt 3:08:23.8 +1:03.6  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 3:08:30.7 +1:10.5  
6 M. Østberg / J. Andersson 3:08:42.9 +1:22.7  
7 M. Prokop / J. Tománek 3:12:13.0 +4:52.8  
8 D. Kuipers / R. Buysmans 3:16:38.3 +9:18.1  
9 P. Tidemand / E. Axelsson (WRC2) 3:18:55.6 +11:35.4  
10 O. Tänak / R. Molder (WRC2) 3:18:57.4 +11:37.2  

12:00 Uhr (MESZ)

Jari-Matti Latvala: Fehler im Aufschrieb.

 

Der Finne zu seinem Unfall in WP 15.

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) war sichtlich am Boden zerstört. „Ich schwöre, so etwas wird mir nie wieder passieren“, sagte der Finne auf dem Serviceplatz in Trier. „Natürlich wäre ein Sieg perfekt für meine Titelchancen gewesen. Aber ich werde nicht aufhören zu kämpfen. Bei der Rallye Australien habe ich die nächste Chance, den Rückstand zu Sébastien Ogier zu verkürzen.“

 

Die Ursache für den Ausrutscher etwa acht Kilometer nach dem Start der WP Dhrontal 1 sah Latvala in einem Fehler im Streckenaufschrieb. „Ich kenne diese Prüfung sehr gut, sie wird schon seit Jahren gefahren. Für diese Kurve hatte ich bisher eine Warnung in meinem Aufschrieb stehen. Diese Bemerkung habe ich nach dem Training Anfang dieser Woche streichen lassen. Deswegen waren wir jetzt einfach zu schnell.“

 

Latvala war in die Prüfung mit einem Vorsprung von fast einer Minute gestartet. „Zur Sicherheit habe ich im ersten Teil, der sehr rutschig war, Tempo herausgenommen. Als die Strecke trockener wurde, habe ich wieder etwas mehr Gas gegeben.“ In der entscheidenden Kurve geriet der Polo R WRC #2 auf das nasse Gras am Streckenrand. „Das Heck ist überraschend ausgebrochen. Dann sind wir einen Abhang runtergerutscht“, sagte Latava.

 

Ein paar Sekunden lang hatte der Finne noch die Hoffnung, wieder zurück auf die Strecke oder zumindest auf einen anderen befahrbaren Weg in den Weinbergen zu kommen. Doch irgendwann war endgültig Feierabend, es gab kein Weiterkommen mehr. „Es tut mir sehr leid für das Team, das an diesem Wochenende perfekt gearbeitet hat.“

 

Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito sah die Ausfälle von Jari-Matti Latvala und zuvor auch Sébastien Ogier beinahe philosophisch. „Selbstverständlich sind wir alle geknickt. Aber Verlieren gehört zum Sport dazu. Ein gutes Team zeigt in einer solchen Situation seine wahre Größe. Wir lassen uns von einem solchen Erlebnis nicht aus dem Tritt bringen.“


11:40 Uhr (MESZ)

Hochspannung vor der Power Stage.


Was geht noch im Kampf ums Podium bei der Rallye Deutschland? Nach 17 von 18 Wertungsprüfungen belegt Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen weiterhin den starken dritten Platz. Auf dem vorletzten Teilabschnitt, der 18,03 Kilometer langen Dhrontal 2, fuhr der Norweger im Polo R WRC #9 auf einen starken zweiten Platz und baute in der Gesamtwertung seinen Vorsprung vor dem Viertplatzierten Elfyn Evans (Ford) noch einmal aus – 9,9 Sekunden beträgt nun Mikkelsens Abstand zu dem Waliser.

 

Vor dem Volkswagen Piloten liegt Thierry Neuville (Hyundai) an der Spitze, gefolgt von Teamkollege Dani Sordo auf Rang zwei. Mikkelsens Rückstand auf den Spanier beträgt 17,6 Sekunden. Kann er diese Lücke auf der abschließenden 19,27 Kilometer langen Power Stage noch schließen? Unmöglich erscheint das nicht, schließlich hat die Rallye Deutschland ja bereits einige unerwartete Wendungen geboten.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


10:15 Uhr (MESZ)

Mikkelsen mit Blick auf die Tabelle.


Podiumsplatzierung ist nicht das Hauptziel.

 

Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) hat Rang drei fest im Visier. „Ich richte mein Tempo nach den Zwischenzeiten von Elfyn Evans“, sagte der Norweger bei der Einfahrt in den letzten größeren Service der Rallye Deutschland. Der britische Ford-Pilot liegt zwei Wertungsprüfungen vor dem Ziel nur 8,5 Sekunden hinter Mikkelsen. 

 

Doch eigentlich hat Mikkelsen zwei andere Konkurrenten im Blick: „Meine Hauptgegner in der Fahrerwertung sind Mikko Hirvonen und Mads Østberg.“ Beide  werden momentan im Klassement hinter Mikkelsen geführt. „Ich werde also keine unsinnigen Risiken eingehen, um Elfyn zu halten“, sagte Mikkelsen.

 

Die Bedingungen auf den zwei Sonntagsprüfungen, die nach dem Service noch einmal gefahren werden, beschrieb Mikkelsen als extrem schwierig. „Wir haben zwar sehr gute Informationen von unserer Safety-Crew, die kurz vor dem Start noch einmal über die Wertungsprüfungen fährt. Aber die vor uns startenden Konkurrenten schleudern in vielen Kurven zusätzlichen Matsch auf die Strecke. Man sollte also immer eine kleine Sicherheitsreserve haben.“

 

An einer Stelle hatte Mikkelsen diese dringend nötig. „Wir haben uns bei ziemlich hoher Geschwindigkeit gedreht. Zum Glück ist das Auto dabei nirgends angeschlagen.“ Das allein ist auf den engen Weinbergwegen an der Mosel ein Kunststück.

 

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09:30 Uhr (MESZ)

Die Rallye-WM live im deutschen Fernsehen.


Premiere bei der Rallye-WM 2014: Erstmals wird heute Mittag eine Wertungsprüfung live im deutschen Fernsehen übertragen. Der frei empfangbare Sender Servus TV zeigt die WP 18 Grafschaft 2 ab 11:50 Uhr. Auf dem 19,27 Kilometer langen Teilabschnitt fällt zum Abschluss der Rallye Deutschland nicht nur die Entscheidung um den Sieg. Darüber hinaus können die Rallye-Piloten bei der Power Stage bis zu drei Extrapunkte für die Fahrerwertung sammeln.

 

Auch der kostenpflichtige Sender Sport1+ zeigt die Entscheidung bei der Rallye Deutschland live.


Stand nach 16 von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 T. Neuville / N. Gilsoul 2:43:52.4 0.0  
2 D. Sordo / M. Marti 2:44:28.1 +35.7  
3 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:44:48.5 +56.1  
4 E. Evans / D. Barritt 2:44:57.0 +1:04.6  
5 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:45:06.6 +1:14.2  
6 M. Østberg / J. Andersson 2:45:10.4 +1:18.0  
7 M. Prokop / J. Tománek 2:48:08.7 +4:16.3  
8 D. Kuipers / R. Buysmans 2:51:53.9 +8:01.5  
9 J. Maurin / N. Klinger (WRC2) 2:54:08.8 +10:16.4  
10 O. Tänak / R. Molder (WRC2) 2:54:33.1 +10:40.7  

08:50 Uhr (MESZ)

Mikkelsen ist auf Podiumskurs.


Das Drama bei der Rallye Deutschland geht weiter. Nach dem Aus von Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) auf der WP 15 erwischte es auf der 16. Wertungsprüfung Kris Meeke (Citroën). Dadurch ist Andreas Mikkelsen nun auf Podiumskurs. Der Volkswagen Pilot im Polo R WRC #9 fuhr auf der 19,27 Kilometer langen Grafschaft 1 die fünftschnellste Zeit und belegt in der Gesamtwertung vor den letzten beiden WPs den dritten Platz.

 

37,3 Kilometer vor dem Ende der Rallye Deutschland führt nun der Belgier Thierry Neuville (Hyundai) vor seinem Teamkollegen Dani Sordo. Mikkelsen belegt rund 20 Sekunden hinter dem Spanier den dritten Platz. Der Vorsprung des norwegischen Volkswagen Piloten auf den Viertplatzierten Elfyn Evans beträgt 8,5 Sekunden. Der Kampf um die Spitzenplätze bleibt also spannend.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


08:20 Uhr (MESZ)

Dramatischer Sonntagmorgen.


Welch ein Pech für Jari-Matti Latvala. Den Sieg bei der Rallye Deutschland vor Augen wurde der Volkswagen Pilot auf der 15. Wertungsprüfung ein Opfer der unglaublich schwierigen Bedingungen. Nach wenigen Kilometern auf der WP Dhrontal 1 rutschte der Finne von der Strecke und konnte den 18,03 Kilometer langen Teilabschnitt nicht beenden.

 

Alle Piloten hatten große Probleme auf dem rutschigen Untergrund und erreichten mit stark verdreckten und teils angeschlagenen Autos das Ziel. Kris Meeke (Citroën) und Thierry Neuville (Hyundai) kamen mit den Bedingungen am besten zurecht. Die beiden kämpfen nun um den Sieg bei der Rallye Deutschland.

 

Auch Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 hatte einen Dreher auf der Strecke, schaffte aber immerhin die sechstbeste Zeit und hofft nun auf einen Podestplatz. Der Norweger belegt in der Gesamtwertung den vierten Platz und liegt 19,5 Sekunden hinter Dani Sordo (Hyundai) auf Rang drei.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


06:00 Uhr (MESZ)

Sonntag: die Wertungsprüfungen der dritten Etappe.

Samstag, 23.08.2014


Erhöhung der Drehzahl.
Latvala setzt sich ab, Ogier mit weiterem Abflug.


Aktuelle Bilder (08)
19:50 Uhr (MESZ)


Stand nach 14 von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 2:19:00.7 0.0  
2 K. Meeke / P. Nagle 2:19:57.3 +56.6  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 2:20:01.6 +1:00.9  
4 D. Sordo / M. Marti 2:20:27.5 +1:26.8  
5 A. Mikkelsen / O. Fløene 2:20:37.7 +1:37.0  
6 M. Hirvonen / J. Lehtinen 2:20:53.9 +1:53.2  
7 E. Evans / D. Barritt 2:20:58.8 +1:58.1  
8 M. Østberg / J. Andersson 2:21:00.0 +1:59.3  
9 M. Prokop / J. Tománek 2:23:10.3 +4:09.6  
10 R. Kubica / M. Szczepaniak (WRC2) 2:25:39.8 +6:39.1  

20:40 Uhr (MESZ)

Latvala peilt ersten Asphalt-Sieg an.

 

„Den Titel für mein Team zu gewinnen, wäre natürlich großartig.“

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) kann sich beinahe schon entspannen. Knapp 57 Sekunden Vorsprung vor der mit rund 75 WP-Kilometern relativ kurzen Abschlussetappe sind ein beruhigendes Polster. „Aber auch am Sonntag werde ich voll konzentriert bleiben“, versprach der Finne. „Je nachdem, wie das Wetter wird, sind die letzten vier Wertungsprüfungen alles andere als ein Spaziergang.“

 

Dabei hatte der einstige Schotter-Spezialist gerade bei den wechselnden Bedingungen während der Samstagsetappe der Konkurrenz gezeigt, wie schnell er inzwischen auch auf Asphalt ist. „Die Wertungsprüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder waren eine große Herausforderung“, blickte Latvala auf zwei Bestzeiten auf der WP Panzerplatte Lang zurück, der mit mehr als 42 Kilometern längsten WP der gesamten Rallye. „Alle hundert Meter wechselt der Fahrbahnbelag, hinter jeder Kurve kann eine Überraschung lauern. Eine von Sébastien Loebs Stärken bei der Rallye Deutschland war der clevere Umgang mit den Reifen: Wenn Du darauf achtest, dass sie nicht zu heiß werden, sind sie Dein Freund. Wenn Du sie überhitzt, werden sie Dir Probleme bereiten. Ich habe versucht, diesen Vorsatz vor allem auf der Panzerplatte zu befolgen, was sehr gut funktioniert hat.“

 

Ändert sich am Sonntag das Ergebnis nicht grundlegend, bedeutet Latvalas erster Asphalt-Sieg gleichzeitig den Gewinn der Marken-Weltmeisterschaft für Volkswagen. Besonderen Druck verspüre er deswegen nicht, behauptet der 29-Jährige. „Den Titel für mein Team zu gewinnen, wäre natürlich großartig. Aber ich habe auch meine Position in der Fahrer-WM im Auge. Mit einem Sieg wäre ich zurück im Titelrennen.“

 

Nicht ganz so entspannt verspricht der Sonntag für Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) zu werden. Der Norweger ist am Ende der zweiten Etappe Fünfter. „Die drei Fahrer hinter mir sind weniger als 30 Sekunden weg. Das wird noch spannend.“ 

Schon der Samstag hatte für Mikkelsen eine willkommene Trainingseinheit dargestellt. „Auf trockenem Asphalt fühle ich mich schon ganz wohl. Aber bei Mischbedingungen, wie sie am Samstag geherrscht haben, fehlt mir noch Erfahrung. Von daher waren besonders die vier Prüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder eine wertvolle Lehrstunde.“

 

Sébastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia müssen dagegen ohne WM-Punkte aus Trier abreisen. Bei dem Ausrutscher auf der achten Wertungsprüfung wurde der Polo R WRC #1 so stark beschädigt, dass eine Reparatur innerhalb der vom Reglement erlaubten drei Stunden nicht möglich gewesen wäre. „Leider habe ich auch diese Jahr kein Glück bei der Rallye Deutschland gehabt“, sagte der Weltmeister. „Aber den Kopf hängen lassen gilt nicht, ich schaue jetzt nach vorne. Beim nächsten WM-Lauf in Australien bin ich mit altem Kampfgeist zurück. Down Under will ich meinen Vorjahressieg wiederholen.“


19:45 Uhr (MESZ)

Bereits nach der ersten Etappe der Rallye Deutschland lag Jari-Matti Latvala deutlich in Führung. Mit seinem Polo R WRC #2 hatte der Volkswagen Pilot auf sechs Wertungsprüfungen einen Vorsprung von insgesamt 37,0 Sekunden auf Kris Meeke (Citroën) herausgefahren, also mehr als sechs Sekunden pro WP. Und obwohl der Finne aufgrund der deutlichen Führung und der schwierigen Bedingungen am zweiten Tag nicht mehr alles riskierte, baute er seinen Vorsprung noch einmal aus.

 

Nach 14 von 18 Wertungsprüfungen liegt Latvala nunmehr 56,6 Sekunden vor Meeke. Auf den ausstehenden vier WPs am Sonntag mit einer Gesamtstrecke von 74,6 Kilometern ist das für den Briten nur schwer aufzuholen. Auf jeder Wertungsprüfung müsste er durchschnittlich mehr als 14 Sekunden schneller sein als der führende Finne.


18:10 Uhr (MESZ)

Gib mir fünf!

Perfekter Abschluss eines erfolgreichen Tages für Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala: Wie schon beim ersten Durchgang der Wertungsprüfung Panzerplatte Lang war der Finne auch auf der zweiten Runde nicht zu schlagen. Auf der 42,51 Kilometer langen WP 14 sorgte der 29-Jährige im Polo R WRC mit einer Zeit von 24:47.8 Minuten für die Bestzeit.

 

Damit erreichte Latvala das Ziel 2,6 Sekunden schneller als Citroën-Pilot Kris Meeke auf Platz zwei und sechs Sekunden schneller als der Drittplatzierte Thierry Neuville (Hyundai). Auf den sieben gewerteten WPs der zweite Etappe konnte sich Latvala damit fünfmal die Bestzeit sichern. Insgesamt feierte der Volkswagen Pilot bei der Rallye Deutschland 2014 bereits acht Siege auf 13 Teilabschnitten.

 

Entsprechend deutlich sieht es in der Gesamtwertung aus. Bei einer Zeit von 2:19:00.7 Stunden führt Latvala mit fast einer Minute Vorsprung vor Meeke (+56,6 Sekunden), Neuville (+1:00.9 Minuten) folgt auf Rang drei. Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 liegt weiterhin auf dem fünften Platz.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


17:25 Uhr (MESZ)

Latvala bleibt Herr in der Arena.

 

Bevor es zum Abschluss der zweiten Etappe auf die 42,51 Kilometer lange Wertungsprüfung Panzerplatte Lang 2 geht, mussten die Rallye-Piloten zum Aufgalopp auf der Arena Panzerplatte 2 ran. Wie schon beim ersten Durchgang am Samstagvormittag war Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) auf dem 3,03 Kilometer kurzen Teilabschnitt der Rallye Deutschland nicht zu schlagen.

 

Mit einer Zeit von 2:04.7 Minuten gewann der finnische Volkswagen Pilot vor Hyundai-Fahrer Dani Sordo (+0,3 Sekunden) und Kris Meeke im Citroën (+0,4 Sekunden). Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) fuhr die fünftschnellste WP-Zeit.


In der Gesamtwertung gab es kaum Veränderungen: Latvala (1:54:12.9 Stunden) führt bei der Rallye Deutschland weiterhin deutlich vor Meeke. Der Brite hat bereits 54 Sekunden Rückstand auf den Volkswagen Piloten – Thierry Neuville (Hyundai) folgt dicht dahinter. Mikkelsen belegt Rang fünf.

 

Hier finden Sie alle Ergebnisse im Überblick.


16:40 Uhr (MESZ)

Ogier kann am Sonntag nicht neu starten.

 

Keine guten Nachrichten gab es am Samstagnachmittag für Sébastien Ogier. Nach dem Abflug des Weltmeisters auf der achten Wertungsprüfung der Rallye Deutschland hatte der Volkswagen Pilot einige Zeit auf einen Neustart am Sonntag und auf die drei möglichen Extrapunkte auf der abschließenden Power Stage gehofft.

 

Doch der Schaden am Polo R WRC #1 entpuppte sich als zu gravierend. Drei Stunden hätten die Mechaniker Zeit gehabt, um das Auto wieder renntauglich zu machen – das war leider selbst für die schnellen Hände der Volkswagen Mechaniker nicht machbar.


16:15 Uhr (MESZ)

Kein Risiko beim Aquaplaning.

Die WP 12 Peterberg 2 fand unter schwierigen Bedingungen statt: Schlammige Kurven und Aquaplaning auf der Strecke machten den Rallye-Piloten zu schaffen. Je später die Fahrer an der Reihe waren, desto ungemütlicher wurde es. Profiteur war Robert Kubica (Ford), der als erster Fahrer auf die Strecke ging und dessen Zeit anschließend niemand mehr toppen konnte.

 

Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) konnte sich dennoch als kleiner Sieger der Wertungsprüfung sehen: Mit der viertschnellsten Zeit vergrößerte der Führende der Rallye Deutschland seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Kris Meeke um weitere drei Sekunden. Dem Citroën-Piloten gelang auf der WP 12 nur die achtschnellste Zeit.

 

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15:20 Uhr (MESZ)

Hattrick für den Spitzenreiter.

Er ist derzeit nicht zu bremsen: Volkswagen Pilot Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) hat auch die elfte Wertungsprüfung der Rallye Deutschland gewonnen. Auf der WP Stein & Wein 2 über 17,53 Kilometer blieb der Finne in 9:59.1 Minuten als einziger Fahrer unter einer Fahrzeit von zehn Minuten. Thierry Neuville (+1,7 Sekunden) im Hyundai und Citroën-Pilot Kris Meeke (+4,6 Sekunden) landeten auf den Plätzen zwei und drei, Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) wurde Sechster.

 

Latvala feierte mit seinem dritten WP-Erfolg hintereinander einen kleinen Hattrick. Insgesamt erzielte der Volkswagen Pilot nach zehn gewerteten Teilabschnitten bereits sechs Bestzeiten bei der Rallye Deutschland 2014. Eine starke Leistung des 29-Jährigen, der seine Gesamtführung entsprechend ausbauen konnte.

 

Nach elf von 18 Wertungsprüfungen beträgt Latvalas Vorsprung auf den Zweitplatzierten Meeke inzwischen mehr als 50 Sekunden, Neuville auf dem dritten Rang hat sogar mehr als 55 Sekunden Rückstand auf den Führenden. Mikkelsen hofft auf Position fünf noch auf einen Podestplatz. 

 

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14:20 Uhr (MESZ)

Latvala baut Vorsprung aus.

 

Ogier und Ingrassia hoffen auf Neustart am Sonntag.

 

Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) hat alles unter Kontrolle. „Der Streckenzustand ändert sich beinahe in jeder Kurve. Mal ist die Fahrbahn trocken, mal feucht, dann wieder wirst du durch Matsch überrascht. Mein Vorsprung ist zum Glück inzwischen so groß, dass ich kein unnötiges Risiko eingehen muss“, sagte der Finne vor der Einfahrt in den Mittagsservice am Samstag. „In den schmierigen Streckenabschnitten kann ich etwas Tempo herausnehmen, auf den trockenen Passagen attackiere ich etwas mehr.“

 

Mit dieser cleveren Taktik sicherte sich Latvala nicht nur die Bestzeit auf der 42,51 Kilometer langen Königsprüfung Panzerplatte Lang 1. Nach nun zehn Wertungsprüfungen hat er außerdem seinen Vorsprung auf Kris Meeke (Citroën) auf 45,8 Sekunden ausgebaut.

 

Mit einer ähnlichen Strategie ist auch Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) momentan unterwegs. „Wir gehen auf Nummer sicher“, bekräftigte der Norweger. „Bei diesen schwierigen Streckenbedingungen kann so schnell ein Fehler passieren. Ich versuche erst einmal nur, in Reichweite zu Dani Sordo zu bleiben.“ Mikkelsen ist zur Halbzeit der Samstagsetappe Fünfter, elf Sekunden hinter Sordo (Hyundai).

 

Nicht mehr mit dabei ist vorläufig Sébastien Ogier (Polo R WRC #1). Der Franzose und Beifahrer Julien Ingrassia kamen bei einem Unfall in der Wertungsprüfung Peterberg 1 mit dem Schrecken davon. „Wir sind im sechsten Gang auf einer langen Geraden unterwegs gewesen. Dann kam ein leichter Rechtsknick über eine Kuppe. Der Sprung war etwas weiter als gedacht, bei der Landung ist das Heck ausgebrochen und ich habe die Kontrolle über das Auto verloren“, sagte der Weltmeister.

 

„Wir sind dann in die Leitplanke eingeschlagen und kamen in einer Böschung mit kleineren Bäumen zum Stehen. Am wichtigsten war in dem Moment, dass Julien und ich realisiert haben: Wir sind beide wohlauf. Im Krankenhaus wurden die routinemäßigen Untersuchungen vorgenommen, aber wir sind ohne Blessuren davongekommen“, sagte Ogier. „Der Polo R WRC wurde etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen, denn der Abflug war leider heftig. Jetzt müssen wir abwarten, ob das Auto hier repariert werden kann und ob wir am Sonntag starten können.“

 

Am Nachmittag stehen noch einmal die vier WPs des Morgens auf dem Programm. Die WP 12, der zweite Durchgang über den Peterberg, wird verkürzt. Weil durch den Unfall von Ogier/Ingrassia am Morgen eine Leitplanke beschädigt wurde, wurde der Start hinter diesen Streckenabschnitt verschoben. „Die große Frage wird sein, ob es in Baumholder regnet oder nicht“, schaute Latvala auf die WPs 13 und 14 voraus. „Zum Glück gibt es kurz vorher die neue Reifenwechselzone. Die Entscheidung, ob ich mit weichen oder harten Reifen auf der Panzerplatte starte, können wir also sehr kurzfristig treffen.“


Stand nach zehn von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 1:36:43.3 0.0  
2 K. Meeke / P. Nagle 1:37:29.1 +45.8  
3 T. Neuville / N. Gilsoul 1:37:37.1 +53.8  
4 D. Sordo / M. Marti 1:37:38.4 +55.1  
5 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:37:49.4 +1:06.1  
6 E. Evans / D. Barritt 1:38:11.9 +1:28.6  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:38:12.3 +1:29.0  
8 M. Østberg / J. Andersson 1:38:16.0 +1:32.7  
9 B. Bouffier / X. Panseri 1:39:08.0 +2:24.7  
10 M. Prokop / J. Tománek 1:39:41.8 +2:58.5  

11:20 Uhr (MESZ)

Finnisches Power Play auf der Panzerplatte.

Wow, was für eine Performance! Der Spitzenreiter Jari-Matti Latvala ließ seinen Polo R WRC auf der „Arena Panzerplatte“ richtig fliegen. Das Resultat auf der mit 42,5 Kilometern längsten WP der Rallye Deutschland: eine Fabel-Bestzeit von 24:40.2 Minuten – und das, obwohl der Finne sich am heutigen Morgen für die weiche Asphaltmischung entschieden und damit auf den wechselnden Straßenverhältnissen einen Nachteil gegenüber den hartbereiften WRC-Autos hatte.

Die Piloten hatten hier vor allem mit einem Wechsel aus feuchtem und trockenen Asphalt zu kämpfen, wobei die Übergänge ziemlich abrupt waren. „Es war schwierig zu fahren, immer wieder gab es rutschige Stellen. Man muss sich hier wirklich permanent voll konzentrieren“, beschrieb Latvala seine Eindrücke bei der Einfahrt ins Ziel und fügte hinzu: „Trotzdem bin ich sehr glücklich über das Ergebnis.“

In der Gesamtwertung konnte Latvala seinen Vorsprung auf Verfolger Kris Meeke (Citroën) auf nun knapp 46 Sekunden ausbauen. Hyundai-Mann Thierry Neuville, der mit nur 0,7 Sekunden Abstand als Zweitschnellster über die Linie kam, kämpfte sich auf Gesamtrang drei vor. Dahinter folgt sein Teamkollege Dani Sordo, auf Platz fünf liegt Andreas Mikkelsen im dritten Polo R WRC.

 

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10:40 Uhr (MESZ)

Nur ein kleiner Zwischenspurt vor der „Königsprüfung“.

Die drei Kilometer kurze Wertungsprüfung „Arena Panzerplatte 1“ war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die lange Version der „Königsprüfung“ auf dem Militärgelände, die gleich im Anschluss folgt.

Das kurze Teilstück brachte keine Veränderungen unter den Top Drei. Die Bestzeit holte Jari-Matti Latvala, dahinter sortierten sich Dani Sordo (Hyundai) und Kris Meeke (Citroën) ein. Andreas Mikkelsen fuhr die viertschnellste WP-Zeit.

Das Klassement der Rallye Deutschland führt nach wie vor Latvala vor Meeke mit gut 40 Sekunden Vorsprung an. Sordo folgt weitere acht Sekunden dahinter, dicht gefolgt von Mikkelsen.

 

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09:15 Uhr (MESZ)

Séb und Julien nach Unfall wohlauf –
WP „Peterberg“ abgebrochen.

Schrecksekunde für Weltmeister Sébastien Ogier und Co-Pilot Julien Ingrassia: Die beiden Franzosen hatten auf der achten Wertungsprüfung (Peterberg 1) einen heftigen Abflug bei hohem Tempo. Glücklicherweise blieben beide Piloten unverletzt. Da ihr Polo R WRC beim Einschlag eine Streckenbegrenzung beschädigt hatte, wurde die WP aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Für Séb und Julien ist der heutige Rallye-Tag damit gelaufen. Ob der Polo R WRC für den morgigen Sonntag wieder fit gemacht und unter Rally2-Reglement an den Start gehen kann, ist derzeit noch unklar.

 

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08:40 Uhr (MESZ)

Guten Rutsch in den Samstag.

Vorsicht ist geboten in den frühen Morgenstunden des Rallye-Samstags: Nachdem es in der Nacht ordentlich geregnet hat, sind die Asphaltpisten in der Region rund um Trier jetzt immer noch nass. „Stein & Wein“ lautete der Name der ersten Wertungsprüfung des Tages, auf der Spitzenreiter Jari-Matti Latvala die drittschnellste Zeit hinter Robert Kubica (Ford) und Thierry Neuville (Hyundai) fuhr und seine Führung souverän verteidigte.

Sébastien Ogier kam knapp hinter Latvala als Viertschnellster über die Linie. Andreas Mikkelsen wurde Achter dieser WP.

In der Gesamtwertung liegt Kris Meeke (Citroën) rund 40 Sekunden hinter Latvala, gefolgt von Dani Sordo (Hyundai), Mikkelsen ist Vierter.

 

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08:20 Uhr (MESZ)

Premiere für Regenreifen?

 

Die Prüfungen auf der „Panzerplatte“ sind weltweit einzigartig.

 

Die Entscheidung wird auf dem Truppenübungsplatz Baumholder fallen, da sind sich die Rallye-Piloten auch bei der 2014er-Ausgabe der Rallye Deutschland wieder einmal einig. Daher trifft es sich gut, dass die Wertungsprüfung Panzerplatte lang, mit 42,51 Kilometern die Königsprüfung des deutschen WM-Laufs, Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) ganz besonders gut gefällt. „Der Truppenübungsplatz Baumholder ist ein wenig wie Finnland, nur dass auf Asphalt statt auf Schotter gefahren wird“, sagt der Gesamtführende. Latvala spielt damit auf die hohen Geschwindigkeiten an, die erreicht werden, und auf die wie in seiner Heimat häufig wie eine Berg-und-Tal-Bahn anmutende Piste.


Allerdings stehen am Streckenrand keine vergleichsweise nachgiebigen Birken, sondern unnachgiebige Betonklötze. Diese tief in den Boden eingelassenen Betonplatten zur Streckenbegrenzung sollen eigentlich Panzer davon abhalten, vom rechten Weg abzukommen. Schon zu den Zeiten der Hunsrück-Rallye, einem hauptsächlich auf dem Truppenübungsplatz Baumholder ausgerichteten Vorläufer des deutschen WM-Laufs, bekamen die Betonplatten den Spitznamen „Hinkelsteine“. Für viele internationale Rallye-Piloten sind „Panzerplatte“ und „Hinkelstein“ die einzigen deutschen Worte, die sie akzentfrei aussprechen können.


Die überwiegend aus Beton bestehenden Pisten auf dem knapp 12.000 Hektar großen Areal machen die WP „Panzerplatte“ in der gesamten Rallye-WM einzigartig. Für die diesjährige Rallye hat der Veranstalter einige neue Wege hinzugenommen und außerdem eine Kurzversion neu geschaffen, die 3,03 Kilometer lange WP „Arena Panzerplatte“. „Ich habe sechs unterschiedliche Fahrbahnoberflächen im Aufschrieb notiert“, beschrieb Latvala. 


Besonders schwierig werden die Verhältnisse, wenn es regnet. Weil jegliche Entwässerungssysteme fehlen, ist die Gefahr von Aquaplaning hoch. Die im Trockenen ziemlich staubigen Wege werden an vielen Stellen spiegelglatt. Ein Ende August im Hunsrück durchaus übliches Gewitter mit Wolkenbruch würde außerdem für Aquaplaning sorgen.


Deswegen gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen zusätzlichen Reifenwechsel vor den beiden Panzerplatten-WP, die jeweils zwei Mal gefahren werden. In der „Tyre Fitting Zone“ in Birkenfeld dürfen die Piloten maximal vier Reifen austauschen. Zur Wahl steht für die Partner von Michelin wie Volkswagen Motorsport dann auch der ganz neue Typ „Full Wet“, der speziell für sehr nasse Pisten entwickelt wurde.


06:00 Uhr (MESZ)

Samstag: die Wertungsprüfungen der zweiten Etappe.

Freitag, 22.08.2014


Der Hang zum Risiko.
Latvala auf der Ideallinie, Ogier auf Abwegen.


Aktuelle Bilder (15)
21:00 Uhr (MESZ)


Stand nach sechs von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 J. Latvala / M. Anttila 59:36.8 0.0  
2 K. Meeke / P. Nagle 1:00:13.8 +37.0  
3 D. Sordo / M. Marti 1:00:19.4 +42.6  
4 A. Mikkelsen / O. Fløene 1:00:22.4 +45.6  
5 T. Neuville / N. Gilsoul 1:00:29.9 +53.1  
6 M. Hirvonen / J. Lehtinen 1:00:31.8 +55.0  
7 E. Evans / D. Barritt 1:00:37.0 +1:00.2  
8 M. Østberg / J. Andersson 1:00:38.7 +1:01.9  
9 B. Bouffier / X. Panseri 1:01:12.4 +1:35.6  
10 M. Prokop / J. Tománek 1:01:43.9 +2:07.1  

21:00 Uhr (MESZ)

Ogier: „Das war ganz klar mein Fehler“

 

Latvala peilt nach dem Ausrutscher des Weltmeisters seinen ersten Asphalt-Sieg an.

 

Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) war am Boden zerstört. „Das war ganz klar mein Fehler“, sagte der Franzose, als er lange vor den Konkurrenten zurück zum Serviceplatz kam. „Ich habe diese Kurve heute Morgen beim ersten Durchgang zu früh angebremst. Am Nachmittag wollte ich es besser machen, aber der neue Bremspunkt war eindeutig zu spät.“

 

Der Polo R WRC des Weltmeisters rodelte einen Abhang hinunter und landete mit einem gewaltigen Satz auf einem Parallelweg zur Wertungsprüfung. Das Auto war nur leicht beschädigt. In dem steilen Weinberg gab es allerdings keinen Weg zurück auf die vorgesehene Strecke. Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia blieb nichts weiter übrig, als die nahe gelegene Bundesstraße anzusteuern und direkt zurück nach Trier zu fahren.

 

Am Samstag will das Duo Ogier/Ingrassia neu starten. Weil sie das Ziel der letzten WP am Freitag nicht erreicht haben, gehen sie allerdings mit einer Zeitstrafe von zehn Minuten belastet in die zweite Etappe. „Ein Spitzenplatz ist für uns unter diesen Umständen natürlich nicht mehr möglich“, sagte der Weltmeister. „Aber wir sind es den zahlreichen Volkswagen Fans schuldig, dass wir wenigstens eine gute Show bieten.“

 

Durch das Missgeschick der Teamkollegen liegen Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila (Polo R WRC #2) nun alleine und deutlich an der Spitze des deutschen WM-Laufs. 37 Sekunden beträgt ihr Vorsprung vor Kris Meeke (Citroën). „Das klingt beruhigender als es ist“, sagte Latvala: „Morgen Nachmittag soll es regnen. Und im Nassen kann auf den Wertungsprüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder eine Menge passieren.“

 

Latvala hat wenigstens, wie er es ausdrückte, „alle Karten in der Hand“. Die Rolle der Angreifer liegt klar bei den Konkurrenten. „Wenn die Verhältnisse kritisch werden, muss ich nicht immer volles Risiko gehen.“ Den ersten Asphalt-Sieg seiner Karriere hat der Finne weiter fest im Blick. „Ich glaube, ich bin auf Asphalt noch nie so schnell gefahren wie heute.“

 

Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen und Beifahrer Ola Fløene (Polo R WRC #9) belegen nach den ersten sechs Wertungsprüfungen der Rallye Deutschland Rang vier. „Wir hatten heute absolut null Probleme“, sagte der Norweger. Ob er den nur drei Sekunden vor ihm liegenden Dani Sordo (Hyundai) am Samstag attackieren will, machte Mikkelsen von der teaminternen Lagebesprechung am Abend abhängig. „Wir müssen uns genau anschauen, was mit Blick auf die Markenwertung in der Rallye-WM Sinn macht.“ Momentan liegt das Team Volkswagen Motorsport II – vertreten alleine durch Andreas Mikkelsen – in der Tabelle sechs Punkte vor dem Hyundai-Werksteam.


19:40 Uhr (MESZ)

In den Kampf um den Sieg bei der Rallye Deutschland kann Volkswagen Pilot Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) zwar nicht mehr eingreifen. Doch wenn der Franzose am Samstag unter Rally2-Reglement wieder einsteigt, wird die Jagd nach WP-Siegen weitergehen. Denn nach den ersten sechs Wertungsprüfungen am Freitag steht es 3 : 3 zwischen dem Weltmeister und seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2).

 

Nach dem spannenden Finale bei der Rallye Finnland lieferten sich die Volkswagen Piloten auch am ersten Tag der Rallye Deutschland lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ogier gewann die erste WP mit nur 0,4 Sekunden Vorsprung auf Latvala, auf dem zweiten Teilabschnitt waren es 1,7 Sekunden. Dann schlug der Finne zurück und gewann die WP 3 mit 0,3 Sekunden vor dem Franzosen, ehe der anschließend 3,8 Sekunden auf Latvala gutmachte.

 

Es folgte der spannendste Abschnitt: Die fünfte Wertungsprüfung gewann Latvala mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Ogier, ehe der Weltmeister auf den letzten Kilometern der ersten Etappe von der Strecke abkam. Latvala gewann auf dem letzten Teilabschnitt deutlich und so stehen beide Fahrer nach dem ersten Tag bei drei WP-Siegen. Und das Team freut sich über die perfekte Ausbeute: Alle sechs Wertungsprüfungen gingen an Volkswagen Motorsport.


18:45 Uhr (MESZ)

Drama um Ogier, Latvala übernimmt die Führung.

Bitterer Abschluss der ersten Etappe für Weltmeister Sébastien Ogier. Auf der letzten Wertungsprüfung des Tages musste der bis dahin Führende bei der Rallye Deutschland seine Hoffnungen auf den Sieg voraussichtlich begraben. Nach rund 7,5 Kilometern auf der 21,02 Kilometer langen Moselland 2 kam Ogier mit seinem Polo R WRC #1 von der Strecke ab und landete in einer Sackgasse. Die WP musste der Franzose daraufhin abbrechen. Die gute Nachricht: Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia geht es gut, beiden ist nichts passiert.

 

Der Sieg auf der WP 6 ging an Ogiers Teamkollege Jari-Matti Latvala im Polo R WRC #2. Der Finne gewann in 12:45.8 Minuten vor Hyundai-Pilot Dani Sordo (+1,4 Sekunden) und Kris Meeke im Citroën (+5,6 Sekunden). Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 landete knapp dahinter auf Rang vier (+5,9 Sekunden).

 

Durch den Ausritt Ogiers übernimmt Latvala auch die Führung in der Gesamtwertung. Mit einer Zeit von 59:36.8 Minuten nimmt der Finne deutlich vor Meeke (+37,0 Sekunden) die Spitzenposition ein. Mikkelsen hat auf Rang vier nach dem ersten Tag gute Chancen auf einen Podestplatz: Der Norweger liegt nur drei Sekunden hinter Sordo. 

 

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16:40 Uhr (MESZ)

Die Antwort des Finnen: Latvala einen Wimpernschlag vor Ogier.

Bei der Rallye Finnland kämpften sie bis zum letzten Meter um den Sieg – und auch beim Volkswagen Heimspiel in Deutschland pushen sich Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala in einem spannenden Zweikampf zu Höchstleistungen. Nach dem dritten WP-Erfolg Ogiers war auf der fünften Wertungsprüfung Latvala einen Wimpernschlag schneller.

 

Für den 16,40 Kilometer langen Teilabschnitt Waxweiler 2 benötigte der Finne im Polo R WRC #2 mit 9:41.2 Minuten exakt eine Zehntelsekunde weniger als der Weltmeister aus Frankreich im Polo R WRC #1. Damit verkürzte Latvala im teaminternen Duell nach WP-Siegen auf 2 : 3 bei der Rallye Deutschland. Auf der letzten WP des Tages könnte er in dieser Kategorie also noch zum Ausgleich kommen. Andreas Mikkelsen (#9) landete auf dem vierten Rang.

 

In der Gesamtwertung führt Ogier mit einer Zeit von 46:45.5 Minuten. Der Vorsprung auf Teamkollege Latvala beträgt allerdings nur 5,5 Sekunden. Bereits mehr als eine halbe Minute hinter dem Finnen folgt Kris Meeke (Citroën), der auf der WP 5 zum vierten Mal hintereinander die drittschnellste Zeit nach Ogier und Latvala fuhr. Mikkelsen verbesserte sich und belegt nun Platz vier vor Hyundai-Pilot Dani Sordo.

 

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15:20 Uhr (MESZ)

Der Weltmeister kontert.

Die Volkswagen Piloten Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (#2) liefern sich weiter ein spannendes Duell um die Spitzenposition bei der Rallye Deutschland. Nachdem der Finne auf der WP 3 vorn lag, schlug der Weltmeister auf der vierten Wertungsprüfung Sauertal 2 zurück: Für die 14,14 Kilometer lange Strecke benötigte Ogier 7:17.0 Minuten, fuhr damit die schnellste Zeit und landete knapp vor Latvala (+3,8 Sekunden).

 

Für den Franzosen war es der dritte WP-Erfolg auf dem vierten Teilabschnitt der Rallye Deutschland 2014. Andreas Mikkelsen im Polo R WRC #9 landete hinter Kris Meeke (Citroën) auf dem vierten Rang. Ogier vor Latvala und Meeke – das ist auch der Zwischenstand in der Gesamtwertung.

 

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Stand nach drei von 18 Wertungsprüfungen

Position Fahrer / Beifahrer Zeit Abstand  
1 S. Ogier / J. Ingrassia 29:47.2 0.0  
2 J. Latvala / M. Anttila 29:49.0 +1.8  
3 K. Meeke / P. Nagle 30:11.1 +23.9  
4 D. Sordo / M. Marti 30:15.7 +28.5  
5 A. Mikkelsen / O. Fløene 30:18.5 +31.3  
6 M. Østberg / J. Andersson 30:18.8 +31.6  
7 M. Hirvonen / J. Lehtinen 30:20.0 +32.8  
8 T. Neuville / N. Gilsoul 30:21.7 +34.5  
9 E. Evans / D. Barritt 30:27.6 +40.4  
10 B. Bouffier / X. Panseri 30:40.9 +53.7  

13:10 Uhr (MESZ)

Duell und Doppelführung.

 

Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala wieder eine Klasse für sich.

 

Drei Wochen sind seit der Rallye Finnland vergangen, aber die Situation an der Spitze der Rallye Deutschland ist identisch: Sébastien Ogier (Polo R WRC #1) und Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) kämpfen um den Sieg und fahren gewissermaßen in einer eigenen Liga. Allerdings führt dieses Mal der Franzose vor dem Finnen, ähnlich knapp wie in Finnland mit nur 1,9 Sekunden. Kris Meeke (Citroën) auf Rang drei liegt nach drei Wertungsprüfungen schon 24 Sekunden zurück.


Ogier und Latvala waren dennoch nicht ganz glücklich mit der Fahrwerksabstimmung. „Ich habe für meinen Geschmack ein wenig zu starkes Untersteuern“, beschrieb Weltmeister Ogier. Aber der Spitzenreiter hat auch schon eine Idee, wie er seinem Auto das Schieben über die Vorderräder in Richtung Kurvenaußenrand austreiben kann. „Im Mittagsservice lasse ich die Einstellung der Stabilisatoren ändern.“


Während die erste und die dritte Wertungsprüfung der Vormittagsschleife bekanntes Terrain für die WM-Piloten waren, betraten sie auf der WP Waxweiler Neuland. „Die Prüfung war rutschiger, als ich erwartet hatte“, beschrieb Jari-Matti Latvala. Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) rutschte in WP 3 gegen einen Randstein. „Dabei wurde die Felge beschädigt, aber der Reifen hielt zum Glück die Luft“, berichtete der Norweger, der wie seine Teamkollegen auch mit zwei Ersatzrädern im Kofferraum am Morgen aus dem Service gerollt war. Mikkelsen rutschte durch diesen kleinen Fehler von Gesamtrang drei auf fünf ab.


Am Nachmittag stehen noch einmal die drei WP des Vormittags auf dem Programm. „Das größte Problem wird der beim Kurvenschneiden auf die Straße geschleuderte Dreck sein“, schaute Spitzenreiter Ogier voraus. Mitten durch diesen Matsch verläuft meist die von den anderen Teilnehmern gezogene Spur. „Man muss sich darauf konzentrieren, in der Fahrspur zu bleiben, selbst wenn sie nichts mit der Ideallinie zu tun hat“, beschrieb Jari-Matti Latvala die korrekte Fahrweise unter diesen Bedingungen. „Normalerweise bin ich kein Freund vom Kurvenschneiden. Aber wenn alle anderen es machen, habe ich keine andere Wahl.“


12:10 Uhr (MESZ)

Die Jagd durch die Weinberge beginnt.

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Nach den ersten beiden Wertungsprüfungen „zum Aufwärmen“ beginnt für die Fahrer nun der anspruchsvolle Teil der Rallye Deutschland: Die schmalen, kurvenreichen Pisten der Weinberge rund um Trier fordern den Piloten alles ab. Schon ein kleiner Fahrfehler kann verheerende Folgen haben.

 

Auf der 21 Kilometer langen WP „Moselland 1“ schnappte sich Jari-Matti Latvala die Bestzeit knapp vor seinem Teamkollegen Sébastien Ogier, der nur 0,2 Sekunden länger benötigte und die Rallye nach wie vor anführt. Pech hatte Andreas Mikkelsen, der aufgrund einer beschädigten Felge mehr als 14 Sekunden auf die Spitze einbüßte.

Bester Nicht-Volkswagen-Fahrer war Kris Meeke (Citroën), der die drittschnellste Zeit fuhr und in der Gesamtwertung nun auf Rang drei liegt. Dahinter folgt Dani Sordo (Hyundai), Mikkelsen rutschte auf Rang fünf ab. Nach der nun anstehenden Servicepause geht es weiter mit dem zweiten Durchgang der 14 Kilometer langen WP „Sauertal“.

 

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11:30 Uhr (MESZ)

Tiefer geht’s nicht.

 

Für Asphalt-Rallyes werden die Polo R WRC in vielen Details geändert.

 

Nach sechs Schotter-Rallyes – und den Sonderfällen Monte Carlo (Schnee, Eis, Asphalt gemischt) und Schweden (Schnee, Eis) – ist die „Deutschland“ die erste echte Asphalt-Rallye der laufenden Saison. In früheren Zeiten wurden für Asphalt-Rallyes spezielle Autos gebaut, oft unter Anwendung von nicht ganz dem Reglement entsprechenden Tricks. Dünneres Karosserieblech und geänderte Anlenkpunkte für das Fahrwerk waren gang und gäbe, häufig wurden sogar von außen nicht sichtbare Teile der Karosserie kurzerhand herausgetrennt.


Diese Zeiten sind lange vorbei. Ein Werksteam wie Volkswagen Motorsport darf heute pro Saison maximal sechs Chassis für zwei Fahrer einsetzen. Das Fahrzeug-Mindestgewicht von 1.200 Kilogramm ist ohnehin für jede Rallye gleich. Der Aufbau spezieller Asphalt-Karossen ist nicht mehr möglich. Die Unterschiede zwischen einem Polo R WRC in Schotter- und in Asphalt-Konfiguration sind dennoch beeindruckend.


Auf den ersten Blick fallen die größeren Räder auf. Während auf Schotter 16-Zoll-Felgen mit 215 Millimeter breiten Reifen verwendet werden, rollen die Polo R WRC bei Asphalt-Rallyes auf 18-Zoll-Rädern. Die Michelin-Reifen für Asphalt sind 235 Millimeter breit.


„Die größeren Räder bieten Platz für größere Bremsen“, erklärt Jan-Gerard de Jongh, Renningenieur von Sébastien Ogier am Polo R WRC mit der Startnummer 1. „Die Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 355 statt 300 Millimeter.“ In Verbindung mit den breiteren und weicheren Reifen baut ein Polo R WRC so auf Asphalt viel größere Bremskräfte auf als auf Schotter. Weil die Fahrer auf Asphalt-Wertungsprüfungen außerdem härter bremsen, sind die vorderen Bremsen des Polo R WRC wassergekühlt. Mit einer aggressiveren Abstimmung der Differenziale in Vorder- und Hinterachse wird die Kraftübertragung auf den festen Untergrund angepasst.


Weil auf Asphalt weder so hohe Bodenfreiheit noch so viel Federweg wie auf Schotter benötigt werden, liegen die Polo R WRC bei der Rallye Deutschland rund 100 Millimeter tiefer als beispielsweise bei der Rallye Argentinien. Die Stoßdämpfer sind kleiner und dadurch leichter. Im Gegenzug sind Federn und Stabilisatoren viel dicker und damit härter als bei Asphalt-Rallyes. Statt etwa 275 Millimeter Federweg auf Schotter reichen auf Asphalt-Strecken 180 Millimeter aus. „Außerdem verzichten wir auf einen Teil der Verkleidungen von Unterboden und Radhäusern, die bei Schotter-Rallyes die Technik vor Steinen und Staub schützen sollen“, ergänzt de Jongh.


Um den Schwerpunkt noch weiter nach unten zu bringen, lässt der eine oder andere Fahrer schließlich seinen Sitz noch tiefer montieren. Bei den Beifahrern besteht dieser Spielraum nicht. Die sitzen auch bei Schotter-Rallyes so tief, dass sie kaum aus der Windschutzscheibe schauen können.


10:50 Uhr (MESZ)

Eine Klasse für sich –
Volkswagen Trio führt die Rallye an.

Die Volkswagen Piloten Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala fahren momentan in einer eigenen Liga: Auf der zweiten Wertungsprüfung (Waxweiler 1) holte Séb erneut die Bestzeit, mit 1,7 Sekunden Abstand folgte Teamkollege Jari-Matti Latvala. Fast zehn Sekunden hinter der Bestzeit platzierte sich Citroën-Mann Kris Meeke auf Rang drei. Andreas Mikkelsen kam mit 11,6 Sekunden Rückstand als Fünftschnellster ins Ziel.

Die Ursache für die recht schnell wachsenden Abstände war schnell geklärt: Nahezu alle später gestarteten Piloten klagten bei der Zieleinfahrt über die schlammverschmierte Piste – wobei Séb und Jari-Matti, die als Erster und Zweiter gestartet waren, natürlich noch die besten Karten hatten. Im Gegensatz zu den Schotter-Stages, auf denen die früh gestarteten Fahrer das Nachsehen haben und „Straßenfeger“ spielen müssen, gehen die Uhren auf Asphalt-Pisten genau andersherum.

Der Gesamtstand nach WP 2: Séb konnte den Vorsprung auf Latvala leicht vergrößern und liegt nun mit 2,1 Sekunden vorn. Andreas Mikkelsen arbeitete sich auf Gesamtrang drei vor.

 

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09:30 Uhr (MESZ)

Angriff auf Asphalt: Weltmeister Ogier führt –
Latvala dicht auf den Fersen.

Ein spannender Auftakt zur dreitägigen Rallye Deutschland: Beim Heimspiel von Volkswagen Motorsport liegt Weltmeister Sébastien Ogier nach der ersten von insgesamt 18 Wertungsprüfungen knapp vorn. Der Franzose führt mit einem Hauch von nur 0,4 Sekunden vor seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala.

Ganz zufrieden war der Spitzenreiter mit diesem Ergebnis allerdings nicht, wie er bei der Einfahrt ins Ziel der 14,14 Kilometer langen Prüfung „Sauertal 1“ einräumte: „Das war nicht unbedingt der beste Start für mich, ein paar kleine Fehler haben uns Zeit gekostet. Aber ruhig Blut, das war die allererste WP, auf der nächsten werden wir uns steigern“, so der Franzose.

Auf Platz drei der Gesamtwertung liegt der Norweger Mads Østberg (Citroën), gefolgt von Dani Sordo im Hyundai. Andreas Mikkelsen belegt im dritten Polo R WRC den fünften Platz.

 

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08:00 Uhr (MESZ)

Freitag: die Wertungsprüfungen der ersten Etappe.

Donnerstag, 21.08.2014


Titelträume in Trier.
Die Volkswagen Motorsport Fahrer freuen sich auf die Rallye Deutschland.


Aktuelle Bilder (17)
23:59 Uhr (MESZ)


14:00 Uhr (MESZ)

Perfekter Auftakt.

 

Volkswagen Piloten belegen im Shakedown die ersten drei Plätze.

 

Geschlossene Mannschaftsleistung der Volkswagen Piloten beim Shakedown vor der Rallye Deutschland. In der Reihenfolge Jari-Matti Latvala, Sébastien Ogier, Andreas Mikkelsen belegten die Polo R WRC die ersten drei Plätze bei diesem freien Training. Latvala (#2) erzielte die Bestzeit, der Finne war 0,5 Sekunden schneller als Weltmeister Ogier (#1) und lag 1,1 Sekunden vor Mikkelsen (#9).

 

Entgegen sonstigen Gewohnheiten beschränkten sich alle drei Volkswagen Piloten dieses Mal nicht auf die vorgeschriebenen zwei Durchgänge. Latvala stellte sich vier Mal an. „Ich bin bei den ersten beiden Versuchen zu aggressiv gefahren“, analysierte der Rallye-Finnland-Sieger selbstkritisch. „Dann habe ich meinen Fahrstil etwas geändert und mich auf eine saubere Linie konzentriert. Außerdem habe ich die Fahrwerksabstimmung leicht geändert. Prompt war ich schneller.“

 

Latvala hofft, Teamkollege Ogier auf dessen Lieblingsuntergrund Asphalt auch während der Rallye herausfordern zu können. „Es kommt ganz darauf an, ob ich schnell einen guten Rhythmus finde. Dann ist alles möglich“, sagte der Finne, dem der Sieg bei seinem Heimspiel vor zwei Wochen eine Menge Selbstvertrauen gegeben hat.

 

Ogier gönnte sich ebenfalls vier Durchgänge im Shakedown. „Der Test für die Rallye Deutschland ist schon ein paar Tage her. Ich wollte mich einfach perfekt auf das Fahrgefühl auf Asphalt einstimmen“, begründete er. Latvalas Herausforderung hat der Weltmeister angenommen. „Ich will ja immer gewinnen. Aber die Tatsache, dass es hier um das Heimspiel von Volkswagen geht, gibt mir noch einmal eine Extraportion Motivation.“

 

Mikkelsen fuhr die 4,60 Kilometer lange Trainingsstrecke sogar fünf Mal. „Ich habe vor der Rallye nur relativ kurz getestet“, sagte der Norweger. „Ich habe den Shakedown genutzt, um ein paar kleinere Veränderungen an meinem Auto vorzunehmen und mich an das Gefühl zu gewöhnen, Asphalt-Wertungsprüfungen zu fahren.“

 

Als Nächstes steht nun der Showstart vor der Porta Nigra auf dem Programm. Die Volkswagen Piloten werden gegen 22 Uhr durch das „Schwarze Tor“ fahren, das über 1.800 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt Trier.


10:00 Uhr (MESZ)

Donnerstag: der Shakedown.

Vorberichte


Montag, 18.08.2014


„Mit der Rallye Deutschland haben wir seit dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen.“

 

Für Volkswagen Motorsport ist der Sieg bei der Rallye Deutschland gleich aus mehreren Gründen extrem wichtig.

Diese Scharte muss ausgewetzt werden. Ausgerechnet und nur beim Heimspiel von Volkswagen Motorsport stand in der Weltmeister-Saison 2013 kein Pilot eines Polo R WRC auf dem Podium. Tatsächlich ist die Rallye Deutschland auch die einzige Veranstaltung im aktuellen Kalender, die Volkswagen noch nicht gewonnen hat – seit exakt einem Jahr sind die Polo R WRC ungeschlagen.

Am nächsten Wochenende haben Sébastien Ogier (Polo R WRC #1), Jari-Matti Latvala (Polo R WRC #2) und Andreas Mikkelsen (Polo R WRC #9) die Chance, die bis heute ohnehin unerreichte Serie von zwölf WM-Siegen in Folge um Sieg Nummer 13 auszubauen. „Mit der Rallye Deutschland haben wir seit dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen, denn ausgerechnet beim Heimspiel das Podium zu verpassen, ist keine schöne Erinnerung“, sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito.

Für Volkswagen Motorsport steht beim Heimspiel aber noch viel mehr auf dem Spiel als „nur“ das Schließen einer Lücke in der heimischen Pokale-Sammlung. Schon beim neunten von 13 WM-Läufen der laufenden Saison könnte das Team einen uneinholbaren Vorsprung in der Hersteller-Wertung herausfahren – und damit vorzeitig den Weltmeister-Titel verteidigen. Maximal drei Punkte darf Volkswagen im Vergleich zu Citroën bei der „Deutschland“ einbüßen, dann wäre der Vorsprung – vor dem Start 175 Punkte – bei den verbleibenden vier Rallyes rechnerisch nicht mehr wettzumachen.
   
Auch eine Vorentscheidung im Titelkampf der Fahrer und Beifahrer könnte rings um Trier bereits fallen. Ogier, Latvala und Mikkelsen belegen vor der Rallye Deutschland die Tabellenränge eins, zwei und drei. Weltmeister Ogier hat momentan 121 Punkte Vorsprung vor Mads Østberg (Citroën), auf Rang vier der nächste Verfolger. Trennen den Franzosen und den Norweger nach der Rallye Deutschland immer noch mindestens 112 Zähler, ist das Titelrennen für Østberg rechnerisch gelaufen. Dann kann Tabellenführer Ogier höchstens noch von seinen Teamkollegen Latvala und – mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit – Mikkelsen eingeholt werden. Die Titel des Fahrer- und auch des Beifahrer-Weltmeisters würden dann aber auf jeden Fall an ein Volkswagen Team gehen.

Doch wie sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito so treffend: „Im Sport ist Erfolg nicht planbar. Schon gar nicht im Motorsport.“ Und erst recht nicht bei der Rallye Deutschland. Die erste reine Asphalt-Rallye ist wegen der wechselnden Streckenverhältnisse ziemlich unberechenbar. Stehen am Freitag und am Sonntag die engen und kurvenreichen Wertungsprüfungen in den Weinbergen entlang der Mosel auf dem Programm, ist am Samstag der Truppenübungsplatz Baumholder im Hunsrück Dreh- und Angelpunkt. Die ursprünglich für schwere Militärfahrzeuge gebauten rauen Betonpisten sind schon im Trockenen nicht nur wegen der dicht am Fahrbahnrand lauernden „Hinkelsteine“ – eigentlich in den Boden eingelassene Betonsperren – besonders tückisch. Kommt eines der üblichen Sommergewitter hinzu, werden die obendrein auch noch staubigen Wege beinahe so glatt wie Eis.

„Die Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘ wurde in der Vergangenheit schon vielen Fahrern zum Verhängnis, weil sie so anspruchsvoll und tückisch ist“, warnt der frisch verheiratete Weltmeister Sébastien Ogier. Und Teamkollege Jari-Matti Latvala, der Sieger der Rallye Finnland, ergänzt: „Mit den Hinkelsteinen habe ich leider im vergangenen Jahr schlechte Erfahrungen gemacht, als ich in Führung liegend einen Stein erwischt habe. Das soll mir dieses Jahr natürlich nicht passieren.“

Geplant sind 18 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 326 Kilometern. Völlig neu ist die WP Waxweiler in der Nähe der deutsch-belgischen Grenze. Umgestaltet wurde die Streckenführung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder. Zusätzlich zur über 42 Kilometer langen Königsprüfung „Panzerplatte Lang“ wird den Fans nun die Kurzvariante „Arena Panzerplatte“ geboten.


Der Show-Start wird am Donnerstagabend ab 20:30 Uhr vor der altehrwürdigen Porta Nigra in Trier zelebriert. Zuvor findet ab 19:00 Uhr auf dem Hauptmarkt in Trier eine Autogrammstunde mit allen Werksfahrern statt.


Freitag, 15.08.2014


„Wir wollen an die bisherigen Erfolge anknüpfen.“

Statements aus dem Volkswagen Team.

 

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
„Wir wollen bei der Rallye Deutschland an die bisherigen Erfolge in dieser Saison anknüpfen. Zudem gilt es, das magere Resultat aus dem Vorjahr mit einem Sieg wieder gutzumachen. Wir haben die große Chance, den Team-WM-Titel zu verteidigen. Diese Chance wollen wir nutzen. Beim Heimspiel steht das ganze Team stärker unter Druck als bei anderen Rallyes, was aber auch von Vorteil sein kann, weil man dann in der Regel noch fokussierter ist. Die Rallye Deutschland wird auf jeden Fall keine Spazierfahrt. Die Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘ wurde in der Vergangenheit vielen Fahrern zum Verhängnis, weil sie so anspruchsvoll und tückisch ist. Außerdem haben wir richtige Asphalt-Spezialisten im Feld – darunter vor allem Thierry Neuville, der vergangenes Jahr um den Sieg mitgefahren ist. Ich rechne damit, dass Hyundai sehr stark sein wird. Auch Kris Meeke habe ich auf der Rechnung. Er war in Finnland verdammt schnell und ist auch auf Asphalt sehr gut unterwegs.“

 

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
„Die Rallye Finnland zu gewinnen war etwas ganz Besonderes. Die Fans haben mich unglaublich toll unterstützt – und auf heimischem Boden zu gewinnen ist ein einzigartiges Gefühl. Dieses möchte ich mit in die nächste Rallye nehmen – schon wieder ein Heimspiel, dieses Mal für Volkswagen. Eine der größten Herausforderungen bei der Rallye Deutschland ist das Wetter: Es kann sehr unbeständig sein. Wenn es regnet, sind einige Passagen sehr nass und somit extrem rutschig, andere Stellen sind wiederum trocken und können mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden. Das macht zum einen das Fahren und zum anderen die Reifenwahl ziemlich knifflig. Mit dem Untergrund selbst habe ich kein Problem – ich mag Asphalt-Rallyes und besonders die Streckeneigenschaften der Rallye Deutschland. Mein Ziel ist es, an die Rallye Finnland anzuknüpfen und wieder um den Sieg zu kämpfen – ein Ergebnis unter den Top Drei wäre aber schon erfreulich.“

 

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
„Im vergangenen Jahr konnte ich leider nicht an der Rallye Deutschland teilnehmen. Da wir die ‚Recce‘ noch mitgemacht haben, konnte ich mir aber einen guten Eindruck von den Wertungsprüfungen und der Bodenbeschaffenheit machen. Diese Erfahrung sollte Ola und mir in diesem Jahr zugutekommen. 2012 habe ich im Škoda den sechsten Platz erreicht und einige stärkere World Rally Cars hinter mir gelassen – von daher bin ich ziemlich zuversichtlich. Ich freue mich darauf, die Heim-Rallye von Volkswagen endlich mit dem Polo R WRC zu bestreiten. Ein gutes Ergebnis wäre für Volkswagen bei der Rallye Deutschland besonders wichtig. Alle Beteiligten werden besonders fokussiert, das Medien-Interesse wird groß sein. Die vielen Fans an der Strecke und im Service Park werden uns wieder fantastisch unterstützen. Die Rallye wird allerdings alles andere als einfach, denn die Konkurrenz ist stark und die Karten werden bei der ersten Asphalt-Rallye des Jahres neu gemischt.“


Dienstag, 12.08.2014


Vom Fernsehstudio in den Servicepark: die Wetterfee im Einsatz.


Sie pendelt zwischen dem TV-Studio und den Rallye-Pisten der Welt hin und her: Silke Hansen ist die Wetterfee von Volkswagen Motorsport. Hauptberuflich ist die Gießenerin für die Wettervorhersage im ARD-Mittagsmagazin zuständig. Doch der „Nebenjob“ im Rallye-Team ist für Hansen eine echte Herzensangelegenheit: Die 45-Jährige verbindet eine lange Leidenschaft mit dem Motorsport. Vor ihrem Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) war Hansen lange in der Formel 1 tätig, wo sie für die Teams Sauber und BMW-Williams den Regenradar beobachtete.

Wetterfee zu sein, bringt hohe Verantwortung mit sich – denn eine präzise Vorhersage kann über Sieg oder Niederlage bei einer Rallye entscheiden. Im Gegensatz zum Wetterbericht im Fernsehen reicht es hier beispielsweise nicht, eine Schneefallgrenze zwischen 1.000 und 1.500 Höhenmetern anzugeben. Stattdessen wollen es die Renningenieure viel genauer wissen, fragen nach Prognosen für bestimmte Orte auf der Rallye-Strecke und Uhrzeiten. Dabei variiert die Genauigkeit von Rallye zu Rallye, wie Hansen verrät: So seien die Prognosen in der Höhenluft Mexikos meist verlässlicher, in den Weinbergen um die Mosel könne einem dagegen auch schnell ein unvorhersehbares Sommergewitter einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Frühes Aufstehen gehört zum Job dazu, denn die Ingenieure brauchen morgens sofort eine erste Analyse. Während der Rallyes arbeitet Hansen eng mit „Dakar“-Copilot Timo Gottschalk zusammen, der bei Volkswagen Motorsport für das Meteo-Team zuständig ist.Das ist für Hansens Job unerlässlich. Denn um zu sagen wie das Wetter wird, muß sie zunächst wissen, wie es aktuell ist - und nicht überall ist eine Messstation. Das Meteo-Team misst direkt an der Strecke Temperatur und Wind und schaut nach Wolken und Regen. So haben nicht nur die Fahrer, sondern auch Silke Hansen eine Vorstellung wie es vor Ort aussieht. Mit Hilfe der Messwerte des Meteoteams, aktuellen Radar- und Satellitenbildern, sowie der Berechnungen großer Wettercomputer erstellt Hansen pro Tag mehrere Updates. Je näher die Prognose am Event ist, desto exakter wird sie – und die Rallye kann kommen.


Streckenprofil

In den Weinbergen der Mosel.

Mehr Rallye geht kaum.

Bei der Rallye Deutschland sind es die Kontraste, die den Reiz ausmachen.

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Backstage

Im Land der tausend Titel.

Bestwerte, die Deutschland innehat.

Der amtierende Fußball-Weltmeister ist auch internationaler Meister im WM-Finale-Verlieren.

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